Antillengeschichten – Hilde Domin

  • Verlag: Goya, 2022

    144 Seiten


    Herausgegeben von Denise Reimann und Carla Swiderski


    Kurzbeschreibung:

    In frühen Erzählungen schildert Hilde Domin (1906-2006) ihre Erfahrungen im karibischen Exil in den 1940er Jahren. Die acht Geschichten berichten von heiteren und skurrilen Situationen ebenso wie von den Vorurteilen gegenüber dem Unbekannten, die die Begegnung zwischen den Kulturen begleiten.


    Über die Autorin:

    Hilde Domin wurde 1909 in Köln geboren. Sie studierte Jura, Philosophie und Nationalökonomie. Ein Auslandsstudium führte sie und ihren späteren Mann 1932 nach Italien. Die Rückkehr nach Deutschland war ihr aufgrund ihrer jüdischen Herkunft nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verstellt. 1939 floh das Paar zunächst nach England, dann weiter in die Dominikanische Republik. Nach 22 Jahren im Exil kehrte sie 1954 nach Deutschland zurück. Bekannt unter ihrem an das Exilland angelehnten Autorinnenamen Domin, wurde sie zu einer der bedeutendsten Lyrikerinnen der Nachkriegszeit. Sie verstarb 2006 in Heidelberg.


    Mein Eindruck:

    Hilde Domin war eine Lyrikern von Bedeutung. Ihre Prosa, wie in diesen Antillengeschichten, hat eine wunderbare Leichtigkeit. Es sind Geschichten aus dem Exil, doch wird der Grund des Exils vordergründig nicht thematisiert, vielmehr konzentrieren die Geschichten sich auf das Leben in der Dominikanischen Republik und den Lebensbedingungen der Menschen dort in den vierziger Jahren. Das war die Zeit unter dem Diktator Trujillo.

    Hilde Domin widmet sich vor allen den Frauen, da ist zum Beispiel ihre eigenwillige Köchin Vitalia, die mit einem Zaubermittel Tier und Mensch die Stimme nehmen kann, jedenfalls suggeriert sie das.


    8 Episoden enthält das Buch und zusammen bilden sie eigentlich einen Roman, dessen Handlung 1945 endet.


    Die meisten Geschichten sind humorvoll und ironisch. Eine Ausnahme bildet die Geschichte, in der einem Mädchen das Bein abgeschlagen wird, da die arme Familie und selbst das Kind glauben, Gott würde ihr dafür eins aus Gold geben. Hilde Domin thematisiert damit die verbreitete Armut der Bevölkerung und den Aberglauben.

    Leichter sind die Geschichten mit den Tieren, z..B. die Story um Kater Gogh, dem ein Ohr fehlt und der verdächtig wird, ein Huhn gerissen zu haben oder die um den schon in der früh sehr lauten Truthahn.


    Das Buch schließt mit einem Nachwort von Margarete von Schwarzkopf.

    Erwähnenswert sind auch die schönen Illustrationen von Ulrike Möltgen, die das Buch durchziehen.


    ASIN/ISBN: 3833745274