Tage im warmen Licht - Kristina Pfister

  • 384 Seiten


    Kurzbeschreibung

    Vom Tanzen im Herbst und vom Zauber der Freundschaft. Nach jeder Krise kommt die Chance auf einen Neuanfang: Gemeinsam mit ihrer Teenie-Tochter wagt Maria einen Neustart – in der alten Heimat, im Haus ihrer verstorbenen Großmutter, aber "nur vorübergehend, wirklich..."

    War sie in der Großstadt auf sich allein gestellt, findet sie auf dem Dorf nicht nur knarzende Fachwerk-Idylle und eine friedliche Landschaft unter gefallenem Laub, sondern auch eine scheinbar zeitlose Gemeinschaft. Doch welcher Schmerz, welche Erfahrungen haben die Frauen hier zusammengeschweißt?

    Maria möchte die letzten Sonnenstrahlen festhalten, möchte sich eine Scheibe abschneiden von der Kraft und Zuversicht der alten Nachbarin, für ihre Tochter stark sein und ihren Bedürfnissen Gehör verschaffen. Aber dazu muss die Maria von damals ihre Stimme wiederfinden und im Jetzt neuen Mut fassen...


    Über die Autorin

    Kristina Pfister wurde 1987 in Bamberg geboren und verbrachte schon als Kind zahlreiche schöne Ferientage auf den Campingplätzen Europas. Der Sommer ist für sie am schönsten mit den Füßen im Wasser. Deshalb studierte sie am Bodensee, fährt wenn möglich jedes Jahr ans Meer, und freute sich sehr, als sie 2018 ein Aufenthaltsstipendium im »Baltic Centre for Writers and Translators« auf der Insel Gotland bekam. Wenn sie nicht gerade an einem Strand zeltet oder auf schwedischen Inseln schreibt, lebt und arbeitet sie in Nürnberg.


    Meine Meinung

    Maria ist 39 und zieht spontan zusammen mit ihrer 13-jährigen Tochter Linnea zurück in das Dorf, in dem sie aufgewachsen ist. Ihre Oma Hanne ist mittlerweile verstorben und sie ziehen in ihr altes Haus.

    Linnea steckt den plötzlichen Schulwechsel locker weg und findet direkt eine neue Freundin, nur Maria hadert mit der Vergangenheit und durch die Begegnungen mit alten Freunden und Bekannten brechen alte Wunden wieder auf.

    Die Geschichte widmet sich einem wichtigen Thema und die liebenswerte Nachbarin Martha und ihr Frauenkreis liefern viele Informationen rund um female empowerment. Durch Martha und die stimmungsvollen Beschreibungen von Dorf, Landschaft und Jahreszeiten hatte das Buch einen gewissen Charme, der mit bei der Stange gehalten hat. Maria ging mir im Laufe des Buches dagegen leider auf die Nerven. Sie verhält sich kindischer als ihre Tochter. Ja, sie hat in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen gemacht, aber das ist für mich keine stimmige Erklärung für ihr sprunghaftes Verhalten.

    Was ihr zugestossen ist, ist eigentlich sehr schnell klar, dennoch wird gut 75% des Buches immer wieder angedeutet und in klitzekleinen Häppchen enthüllt, das empfand ich auf die Dauer sehr zäh.

    Alles im allem: ein wichtiges Thema, langatmig erzählt in nettem Ambiente.



    ASIN/ISBN: 359670877X

  • Maria hat ein Problem, Job weg, Wohnung gekündigt und ihre Tochter Linnea wird in der Schule gemobbt. Da liegt es nahe, alles hinter sich zu lassen und in das Haus, dass sie von Oma Hanne geerbt hat zu ziehen, in die Kleinstadt, wo sie auch ihre Jugend verbracht hat.

    Doch genau dort hin wollte Maria nie wieder. Einmal dort angekommen, nimmt die Nachbarin und beste Freundin von Oma Hanne Martha sie unter ihre Fittiche, sie trifft alte Freunde wieder, gewinnt neue und auch Linnea lebt sich ein. Doch die Vergangenheit holt Maria ein und lang verdrängtes kommt wieder ans Licht.


    Mir hat dieses zweite Buch von Kristina Pfister wieder gut gefallen. Einerseits zeichnet sie eine Kleinstadtidylle, in der vieles anders läuft und es viel Unterstützung gibt. Aber auch hier gibt es Dinge, die unter den Teppich gekehrt werden, über die nicht gesprochen wird und Missverständnisse jahrelang nicht ausgeräumt werden. Maria hätte ich manchmal schütteln mögen, irgendwie war sie immer der Meinung, sie muss nichts erklären, die ehemaligen Freunde wüssten doch genau um was es geht. Dass diese in der Vergangenheit ganz andere Dinge wahrgenommen und ins Geschehen interpretiert haben könnten, auf diese Idee kommt sie gar nicht nicht. Das fand ich in der x-ten Wiederholung etwas anstrengend, das hätte man auch schneller lösen können.


    Trotzdem habe ich mich total wohl gefühlt mit dem Buch. Ich konnte mir Marias Haus und auch das von Martha sehr gut vorstellen und habe die gekochten Genüsse fast riechen können. Die Freundschaften halten einiges aus und am Ende lösen sich die Missverständnisse auch auf. Das Thema, das zu diesen geführt hat, fand ich sehr wichtig.


    Alles in allem ein schönes Buch, das ich gerne weiterempfehle!


    9 von 10 Punkte

  • So, so ... "vorübergehend" ...

    Manchmal trifft es einen gleich doppelt hart, davon kann Maria ein Lied singen. Neben ihrer Arbeit hat sie auch ihre Wohnung in München verloren. Da ist guter Rat teuer und so zögert sie nicht lange, schnappt sich Tochter Linnea und kehrt zurück in das Dorf ihrer Kindheit, obwohl sie sich damals geschworen hatte, nie wieder einen Fuß an diesen Ort zu setzen. Trotz anfänglich lautstarker Proteste, beginnt gerade Marias Tochter sich schnell wohlzufühlen. Maria selbst versucht sich dagegen immer noch einzureden, dass der Umzug wirklich nur eine vorübergehende Angelegenheit sei und man jederzeit wegkönne. Schließlich fügt jedoch auch sie sich ihrem Schicksal und beginnt langsam, ganz langsam ihre Vergangenheit aufzuarbeiten …

    Beim Hören dieses „Wohlfühlromans“ fragte ich mich oft, wer hier von den beiden Zugezogenen die reifere ist. Je tiefer ich jedoch in die Geschichte eintauchte, umso bewusster wurde mir Tragweite der Vorfälle in Marias Vergangenheit und warum die Mutter sich mit der Bewältigung so schwertut. Bei den vielen ernsten Themen musste ich schnell feststellen, dass der Wohlfühlfaktor in diesem Roman eher eine Nebenrolle spielt. Während sich das Buch flüssig hören ließ, fehlte es mir an vielen Stellen ein wenig an Tiefgang, der mit einher hätte gehen müssen. Deshalb gibt es von mir diesmal leider auch nur drei von fünf Sternen. Gefallen hat mir jedoch, dass in dieser Geschichte aufgezeigt wird, dass man unter Frauen füreinander da sein und sich nicht vom vermeintlich starken Geschlecht unterkriegen lassen sollte.