Hörbücher im Radio - Teil 2

  • Da am Wochenende Am Morgen vorgelesen pausiert, ich aber schon Natscha Wodin-süchtig bin, höre ich jetzt auf Spotify Erzählungen der Autorin: Der Fluss und das Meer

    An Deinen Eindrücken bin ich sehr interessiert, insbesondere an der Geschichte mit dem Therapeuten. Auch über Dein Empfinden zur Reise nach Sri Lanka würde ich gern an dieser Stelle etwas lesen.

  • An der Sri Lanka-Geschichte beeindruckten mich viele Formulierungen der Autorin. Sie vermittelte den Eindruck, in einer vollkommen fremden Welt angekommen zu sein. Aber das würde man vermutlich genauso empfinden.


    Den Anteil mit dem Therapeuten empfand ich eher bedrückend. Aber so ein Element ist nicht untypisch für Natascha Wodin.

  • An der Sri Lanka-Geschichte beeindruckten mich viele Formulierungen der Autorin. Sie vermittelte den Eindruck, in einer vollkommen fremden Welt angekommen zu sein. Aber das würde man vermutlich genauso empfinden.


    Den Anteil mit dem Therapeuten empfand ich eher bedrückend. Aber so ein Element ist nicht untypisch für Natascha Wodin.

    Danke für die Rückmeldung. Ich wollte eigentlich auf einen anderen Punkt hinaus und habe meine ganz eigenen Beobachtungen. Falls hier jemand mitliest, keine Sorge einen Ausgang der Geschichte verrate ich nicht.

    Natascha Wodin berichtet in ihrer Geschichte, dass sie dringend psychologische Hilfe benötigte. Ihre verzweifelte Suche war aufwändig und mühevoll und wer jemanden kennt oder in einer ähnlichen Situation selbst betroffen war, weiß wie es ist, mit Kräften hauszuhalten und einen Therapeuten zu finden. Ich kenne die Situation aus dem Bekanntenkreis.

    Wodins Geschichte spielt, so vermute ich, in Berlin. Ich verbringe jedes Jahr ein, zwei Urlaube in Berlin und laufe viel zu Fuß durch die Straßen. Es gibt Gegenden in der Hauptstadt, da reihen sich in gutbürgerlichen Wohngebieten Haus für Haus Schilder von Therapieangeboten, oftmals ausschließlich für Privatzahler. Ob die Praxen sich halten, ist mir nicht bekannt. Und ja, es ist gut, dass es ein ausreichendes Angebot für Hilfesuchende gibt.

    Um den Bogen zur Geschichte zu schlagen und worauf ich hinaus wollte, ist der Punkt, dass Wodin nicht nur etwas Bedrückendes erzählt, sondern eigentlich und jetzt spoilere ich doch

  • Gerade liegt Teil 7 von "Die späten Tage" hinter mir und ich muss tief durchatmen, denn die Traurigkeit vom Lebensende nimmt mich ziemlich mit.

    Zu Beginn der Folge erzählt Natascha Wodin davon, dass Menschen bzw. Eltern ihren Kindern nicht von der (Vor-)Ahnung des Lebensendes erzählen, um sie nicht zu beschweren.

    Ich habe lange schon vorher darüber nachgedacht; über das Schweigen und Schützen und die Selbstlosigkeit gegenüber den Menschen, die man liebt.

    Wodins Reflexionen sind eienrseits tiefgehend und andererseits so poetisch und pointiert, wie man es selten liest und was es nicht zuletzt zu großer Literatur macht.