Familia - Lauren E. Rico

  • Harper Collins, 2025

    464 Seiten

    Übersetzt von Simone Schroth


    Kurzbeschreibung:

    Gabby DiMarcos Leben in New York wird auf den Kopf gestellt, als sie das Ergebnis ihres DNA-Tests erhält: Sie hat eine Schwester! Doch das kann nicht sein, denn Gabby ist Einzelkind. Ihre Eltern, die bereits verstorben sind, kann sie nicht mehr fragen, und so beschließt sie, ihre angebliche Verwandte in Puerto Rico aufzusuchen und der Sache auf den Grund zu gehen.


    Isabella Ruiz ist überglücklich, als sie die Nachricht über die Seite der Verwandtschaftsermittlung erhält. Nach all den Jahren wird sie ihre kleine Schwester Marianna wiedersehen, die mit sieben Monaten spurlos verschwunden ist. Aber wie kann sie Gabby davon überzeugen, wer sie wirklich ist? Die beiden begeben sich auf eine Spurensuche in San Juan und kommen der Wahrheit mit jedem Schritt näher.


    Was ist vor 25 Jahren wirklich passiert?


    Über die Autorin:

    Lauren E. Rico ist eine preisgekrönte Autorin. Sie ist außerdem eine der besten Rundfunksprecherinnen für klassische Musik im Land. Ihre Stimme ist landesweit auf SiriusXM und auf Radiosendern in New York City, Charlotte, Connecticut und Tampa zu hören.


    Mein Eindruck:

    Familia ist ein Roman über zwei Frauen, die vielleicht Schwestern sind.

    Erst durch einen DNA-Test erfährt die New Yorkerin Faktencheckerin Gabby, dass sie eine Schwester in Puerto Rico fährt. Isabela ist glücklich, dass ihre Schwester, die als Baby entführt wurde, wieder da ist. Doch Gabby kann ihre neue Identität zunächst nicht akzeptieren. Die Eltern, die sie aufgezogen haben, waren gute Menschen. Sie konnten doch keine Entführer sein?


    Gabby und Isabella haben grundverschiedene Lebenserfahrungen gemacht. Gabby ist viel behüteter aufgewachsen.


    Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Gabby und Isabella, aber auch mit anderen, die an der Entführung vor 25 Jahren irgendwie beteiligt waren.

    Der Aufbau wirkte Anfangs an manchen Stellen für meinen Geschmack zu konstruiert. Das beeinflusste meinen Leseeindruck, aber am Ende muss ich zugeben, dass der Plotverlauf Sinn ergibt.


    Die Schwestern sind als Figuren sehr sympathisch aufgebaut. Leider gibt es auch Passagen, wo sie in den Dialogen wie aus einer Chicklit wirken. Das ist nicht nach meinem Geschmack, aber es sind ja nur wenige Passagen.

    Dann gibt es aber auch ernste Abschnitte, wo die Schwestern auch ihre Konflikte austragen.

    Dafür nimmt das Sentimentale am Ende zu. Ob man sich daran stören muss, ist Geschmackssache.


    Von mir reicht es knapp für 7 von 10 Punkten, aber es war spannend, mal einen Roman zu lesen, der in Puerto Rico handelt und man muss es nicht bereuen, diesen Roman gelesen zu haben.



    ASIN/ISBN: 3365011021

  • Manchmal tun gute Menschen Böses, und manchmal tun böse Menschen Gutes.


    Ich habe das Buch nun auch beendet und mich haben die schwesterlichen Konflikte in all ihren Facetten mitreißen können. Die heimlichen Helden in diesem Buch sind für mich aber die Männer wie Miguel, Mack, Coqui und Mateo, die versuchen, ein Anker im Sturm, ein Fels in der Brandung zu sein.


    Das Richtige tun - das zeigt sich in dem Buch auf so viele Arten, das gefiel mir besonders gut und beiden Frauen, Isabella wie auch Gabby, war ich direkt nah und konnte ihre Beweggründe verstehen. Richtig und gerecht sind nicht immer dasselbe, das wurde schön herausgearbeitet.


    Insbesondere die Kunst Puerto Ricos ist richtig vor meinem inneren Auge entstanden, der Einblick war interessant.


    Man spürt in dem Buch einfach die Liebe nach "Heimat", wo auch immer sie ist.


    Das Ganze würde ich als Familienroman bezeichnen, obwohl es auch kriminalistische Elemente gibt. Die erschütternden Szenen kamen jedesmal bedrückend und heftig.


    Man ahnt schnell, ob die beiden Schwestern sind oder nicht und wünscht sich ein angemessenes Ergebnis für die Suche - das hat man aus meiner Sicht auch bekommen. Dass die Wahrheit auch etwas ist, was nicht nur mit Fakten zu belegen ist, wurde für mich am Ende des Buchs nochmal wichtig. Perspektive und Blickwinkel bestimmen viel von unserer Geschichte, Prägung ebenfalls. Mir gefiel es, in so vielen Szenen der beiden Frauen auch ihre vergangenen Einflüsse aufblitzen sehen zu können, in der Art, wie sie handeln und was sie sagen...


    Mir hat das Buch sehr viel gegeben und ich bin beeindruckt.

    Nur einzelne feine "Längen" trübten etwas meinen Lesefluss, aber 9 Punkte.