Botanic Hearts - Melanie Sweeney

  • Inhalt:

    Als ein Hurricane über Houston fegt, verliert die alleinerziehende Mutter und Bibliotheksleiterin Tansy nicht nur vorübergehend ihr Haus, sondern auch ihre geliebte Bücherei. Bald kann sie mit ihrer Tochter Briar wieder nach Hause ziehen, doch die Bücherei muss für die kommenden vier Monate in den botanischen Garten verlegt werden. Zusammen mit ihrem kleinen Team versucht sie, das Beste aus der Situation zu machen. Doch irgendwie will ihre Bücherwelt nicht so richtig in den Garten passen. Besonders Jack, der angehende Direktor des Gartens, lässt sie spüren, dass sie nicht willkommen sind. Dass es damals seine starken Hände waren, die sie aus dem Hurricane gerettet haben, macht das Ganze nicht einfacher! Wie soll sie für ihr Team und die Bücherei einstehen, wenn ihr Puls jedes Mal in die Höhe schnellt, sobald sie vor ihm steht?


    Rezension:

    Als nach einem schlimmen Hurrikan die Grand Gellman Library renovierungsbedürftig ist, wird diese kurz entschlossen in den benachbarten botanischen Garten verlegt.

    Während Tansy ihr Bestes gibt, um die Bibliothek so gut wie möglich am Laufen zu halten, ist Jack, der Leiter des botanischen Gartens, überhaupt nicht glücklich von seinen neuen Untermietern.

    Doch die beiden können nicht leugnen, dass da eine unbestreitbare Anziehungskraft zwischen ihnen ist.

    Wird sich die alleinerziehende Mutter auf den mürrischen Kerl einlassen, dessen Sprache die Blumen sind?


    "Botanic Hearts" von Melanie Sweeney ist ein Einzelband, der aus den wechselnden personalen Erzählperspektiven der dreißig Jahre alten Tansy Perkins und des siebenunddreißig Jahre alten Jack Reid erzählt wird.


    Tansy hat im Hurrikan nicht nur ihr Haus verloren, das sie nun fast komplett neu aufbauen muss, sondern auch ihre Arbeitsstelle, die Bibliothek hat schwere Schäden davongetragen.

    Nun ist sie zur Leiterin der Bibliothek geworden und nachdem diese in den Botanischen Garten verlegt wurde, versucht sie mit dem begrenzten Platz und den örtlichen Begebenheiten so gut es geht zu arbeiten, doch Jack, der Leiter der Lerner Botanic Gardens, macht es ihr nicht leicht.

    Die beiden sind bereits während des Hurrikans aneinandergeraten und kurze Zeit später haben sie sich wiedergesehen, als ausgerechnet Jack Tansy und ihre acht Jahre alte Tochter Briar aus den steigenden Fluten gerettet hat.


    Tansy ist stolz darauf, alleine klar zu kommen und möchte nicht gerettet werden. Sie erzieht auch Briar zu einer unabhängigen jungen Frau, auch weil auf Briars Vater lange kein Verlass war.

    Tansy strotzt meist voller Tatendrang, ist enthusiastisch und optimistisch.

    Jack ist dagegen eher wortkarg und mürrisch. Er ist der frisch gebackene Leiter des Botanischen Gartens und will diesen nach dem Hurrikan wieder aufbauen, denn auch hier hat der Hurrikan Schäden angerichtet.

    Jack hat bereits eine Scheidung hinter sich und geht keine Beziehungen mehr ein.

    Tansy und Jack geraten nicht nur einmal aneinander, aber man merkte schnell, dass die beiden sich auch stark zueinander hingezogen fühlen.


    Besonders die erste Hälfte des Buches hat mir sehr gut gefallen, denn die Geschichte ließ sich echt gut lesen und war unterhaltsam, trotz der eher ernsten Themen rund um den Hurrikan und den dahergehenden Zerstörungen. Ich fand es dann spannend, dass Melanie Sweeney im Nachwort erzählt, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht!

    Ich mochte Tansy und die anderen Bibliothekar:innen echt gerne, mochte auch Tansys Beziehung zu Briar! Auch der Botanischen Garten hat mir als Setting sehr gut gefallen und Jacks Schwester Amy und ihr Mann Omar sind mir schnell ans Herz gewachsen!

    Die Beziehung von Jack und Tansy hat sich toll entwickelt, allerdings war Tansy mir auf den letzten Metern echt zu anstrengend, weil sie nicht wusste, was sie will.

    Ich konnte ihre Bedenken ein Stück weit nachvollziehen, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie da einen Schritt auf Jack zugegangen wäre. Außerdem wurde es mir bei den beiden zu schnell zu ernst.

    Aber trotzdem hat es mir insgesamt richtig gut gefallen!


    Fazit:

    "Botanic Hearts" von Melanie Sweeney hat mir richtig gut gefallen!

    Die Geschichte ließ sich sehr gut lesen, wurde trotz der ernsten Themen sehr unterhaltsam erzählt und mir haben die Charaktere und das Setting der Botanische Garten echt gut gefallen!

    Bei Tansy und Jack wurde es mir aber zu schnell zu ernst und Tansy hat mich zum Schluss etwas genervt, aber insgesamt hat es mir echt gefallen, sodass ich vier Kleeblätter vergebe.

    ASIN/ISBN: 3499018268

  • *** Geniale Setting-Idee ***


    Bei diesem Werk hatte mich die Grundidee sofort gepackt: Eine Bibliothek, die nach einem Hurricane in einen botanischen Garten umziehen muss - Bücher zwischen Blumen, Hoffnung inmitten von immensem Verlust … Allein dieses Setting ist für mich etwas ganz Besonderes und hat mir von Beginn an richtig, richtig gut gefallen.


    Der Schreibstil von Melanie Sweeney ist dabei locker, modern, angenehm und sehr einladend. Die Seiten lassen sich mühelos lesen, alles wirkt schwungvoll und leicht zugänglich - perfekt für eine RomCom, die Wohlfühlmomente verspricht. Auch optisch punktet das Buch: Das hellgrüne Cover mit seinem verspielten, RomCom-artigen Comic-Stil ist wunderschön und macht sofort Lust aufs Lesen.


    Inhaltlich hat mich besonders der botanische Garten begeistert. Die kleinen eingestreuten Pflanzeninfos, die grüne Atmosphäre - davon hätte ich ehrlich gesagt noch viel mehr lesen können. Auch das Thema Bibliothek fand ich grundsätzlich toll, hätte mir aber gewünscht, dass der Bücheraspekt noch stärker und relevanter in die Handlung eingebunden wird, immerhin geht es um Bibliothekarinnen und ihre Arbeit. - Es war okay-ish, aber da ginge noch mehr.


    Zwiespältig war ich hingegen bei der Handlung selbst. Sie ist insgesamt eher ruhig und unaufgeregt, teilweise fast zu ruhig. Über viele Seiten hinweg passiert vergleichsweise wenig, wodurch sich für mich Längen eingeschlichen haben. Gerade der Beginn mit dem Hurricane (= einem einschneidenden, existenziellen Ereignis) blieb für mein Empfinden zu oberflächlich. Tansy verliert Haus und Hab und Gut, doch emotional wird diesem Verlust - abgesehen von der Erwähnung - nur wenig Raum gegeben. Hier hätte ich mir deutlich mehr Tiefe und Verarbeitung gewünscht.


    Auch mit der Protagonistin Tansy hatte ich ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits ist sie als starke, eigenwillige, toughe Frau angelegt, die alles allein stemmen will - als Mutter, als Leiterin der Bibliothek, als Mensch allgemein. … was an sich ja überhaupt nicht verkehrt ist. Aber: Andererseits empfand ich ihre in meinen Augen extreme Abwehrhaltung Jack gegenüber stellenweise als überzogen, vor allem angesichts dessen, dass er ihr mehrfach geholfen und sogar das Leben gerettet hat. Diese anfängliche Feindseligkeit konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen.


    Jack wiederum ist ein klassischer Grumpy-Charakter, authentisch gezeichnet, wenn auch nicht durchgehend sympathisch. Sein Wandel im Laufe der Geschichte hin zu mehr Nähe und Offenheit hat mir jedoch gefallen. Die Romanze zwischen den beiden konnte mich insgesamt leider nicht vollständig abholen, zumindest nicht so, wie ich gehofft hatte - sie blieb für mich etwas zu flach, um mich wirklich zu berühren.


    Ein klarer Lichtblick war hingegen Briar. Ihre Präsenz hat viele Szenen für mich positiv beeinflusst und die Story definitiv bereichert. Auch die Nebenfiguren hätten meiner Meinung nach mehr Raum verdient gehabt, hier schlummert noch viel ungenutztes Potential.


    Was mich dafür umso mehr bewegt hat, war das Nachwort der Autorin. Zu wissen, dass diese Geschichte aus eigenen Erlebnissen rund um Hurricane Harvey entstanden ist, aus Liebe zu Bibliotheken, Gemeinschaft und gegenseitiger Hilfe, hat dem Ganzen im Nachhinein eine ganz andere Tiefe verliehen. Das war für mich sehr berührend und ehrlich.


    Als mega cooles Extra empfand ich außerdem die Anregungen für Buchclubs am Ende. Solche Diskussionsfragen wünsche ich mir viel öfter in Romanen, sie laden zum Weiterdenken ein, heben spezielle Aspekte hervor und geben einem die Möglichkeit, die Geschichte nochmal ganz in Ruhe Revue passieren zu lassen. Lieb ich!


    𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

    "Botanic Hearts" ist ein sanfter, schöner Roman mit einer absolut großartigen Idee, einem genialen Setting und viel Herz, auch wenn er für mich emotional sowie inhaltlich nicht sein ganzes Potential ausgeschöpft hat. Es ist ein Buch zum Wohlfühlen, mit kleinen Schwächen, eine feinen Prise Spice, und mit einer großen Liebe zu Büchern, Pflanzen und Gemeinschaft.