Sophie L. - Matthew Blake

  • Klappentext (Amazon):


    Olivia Finn, Gedächtnisexpertin an einem Londoner Krankenhaus, erhält einen merkwürdigen Anruf aus Paris: Ihre Großmutter Josephine ist im berühmten Hotel Lutetia aufgetaucht und behauptet, sie heiße eigentlich Sophie und habe hier vor Jahrzehnten einen Mord begangen. Olivia reist sofort nach Paris, um sich um die scheinbar verwirrte Josephine zu kümmern. Doch diese besteht darauf, dass sie eine verlorene Erinnerung wiedererlangt hat und die Wahrheit sagt. Als Josephine wenig später ermordet wird, ist klar: Jemand möchte verhindern, dass die Vergangenheit ans Licht kommt. Olivia muss sich fragen: War ihre Großmutter wirklich eine Mörderin? Und was hat das Ganze mit Olivias eigenen traumatischen Erinnerungen zu tun?



    Meine Rezension:


    Verflossene Wahrheit


    Die Psychologin und Expertin für Gedächtnisforschung, Dr. Olivia Finn, lebt mit ihrem sechsjährigen Sohn in London. Eines Morgens erreicht sie ein Anruf aus Paris, sie möge so rasch wie möglich ins Hotel Lutetia kommen, wo ihre betagte Großmutter gerade einen Mord gestanden hätte, welchen sie vor etwa achtzig Jahren begangen haben soll. Leider ist die alte Dame dement und verwechselt mitunter die Wahrheit mit längst verflossenen Traumata aus dem Krieg.


    Ruhig und dennoch stets spannend verläuft die Handlung, welche in der Gegenwart und ab und zu auch im Jahre 1945 spielt. Psychotherapeutische Hilfe und die Geschichte von Kollaborateuren und Widerständlern fließen auf gelungene Weise ineinander und verdichten sich zu einem aufregenden Puzzle, welches sich am Ende zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügt. Die abwechselnden Zeitebenen und unterschiedlichen Blickwinkel sorgen für das entsprechende Tempo, Wahrheiten und Erinnerungen verschmelzen zu einem dichten Konglomerat, welches enträtselt werden will. Was erzählt das kleine, berühmte Bild im Foyer des Hotels Lutetia? Welche Geheimnisse birgt das Zimmer Nummer 11? Wie wahr sind unsere Erinnerungen, welche von unserer eigenen Wahrnehmung beeinflusst sind? Vielen Fragen geht Liv nach, um herauszufinden, wer ihre Großmutter tatsächlich war und nimmt den Leser dabei auf eine großartige Zeitreise mit.


    Ein überaus interessantes Buch mit bemerkenswerten Einblicken in die Welt von Gedächtnisleistung und Manipulation. Wer sich keinen knallharten Thriller erwartet, dafür aber gerne eintaucht in einen Roman der Gegenwart mit Bezug zu Paris im Jahre 1945, der wird hier ein besonderes Lesevergnügen finden.



    Titel Sophie L.

    Autor Matthew Blake

    ASIN B0F4ZQVLQ1

    Sprache Deutsch

    Ausgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Taschenbuch (484 Seiten) und Hörbuch

    Erscheinungsdatum 1. Dezember 2025

    Verlag Fischer Scherz

    Übersetzer Andrea Fischer


    ASIN/ISBN: B0F4ZQVLQ1

  • Was geschah in den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg?

    Mit seinem neuesten Werk „Sophie L.“ verspricht der Autor Matthew Blake seiner Leserschaft einen spannenden Psychothriller rund um die Gedächtnisexpertin Dr. Olivia Finn und ihre Großmutter. Beide kämpfen mit den Geistern der Vergangenheit doch Gran Josephines Kampf wird schnell beendet, denn sie wird kurz nach ihrer Aussage, eine Mörderin zu sein, selbst ermordet. Scheinbar möchte jemand verhindern, dass ihr Geheimnis ans Licht kommt, doch wer könnte daran nach achtzig Jahren noch Interesse haben? Fieberhaft suchen nun Polizei und Olivia selbst nach Antworten und letztere bringt sich bald in tödliche Gefahr …

    Mit viel Liebe zum Detail versucht der Autor Matthew Blake für seine Leser ein Bild von Olivia zu zeichnen, das sich leider mehr als einmal in zu vielen Nichtigkeiten verliert. Besser hingegen gelingt ihm die Darstellung der Vergangenheit im Jahr 1945 als Josephine und auch Sophie damit kämpfen, nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen wieder ins Leben zurückzufinden. Sein Schreibstil ist flüssig und die kurzen Kapitel halten die Leser bei der Stange. „Nur noch ein Kapitel …“ dachte ich oft beim Lesen und schon war wieder eine halbe Stunde vergangen. Dennoch konnte mich das Buch nicht restlos überzeugen, so dass ich für „Sophie L.“ mit vier Sternen nicht ganz die volle Punktzahl vergeben. Ich werde diesen sehr sympathisch wirkenden Autor aber gerne im Auge behalten und seinem hoffentlich nächsten Werk gerne eine Chance geben.