Stefan Ahnhem - Wellengrab

  • ASIN/ISBN: 3864932416


    Es ist schon eine ganze Weile her, seit der letzte Band aus der Reihe um Fabian Risk erschienen ist, daher habe ich mich auf diesen neuen Krimi sehr gefreut.


    Fabian Risk ist mit seiner Tochter Matilda auf einem Segeltörn, als an der Küste Schwedens der Strom ausfällt. Als er zurück in Helsingborg ist, werden er und seine Kollegen mit verschiedenen unerklärlichen Fällen konfrontiert. Nichts fügt sich zusammen und die Zeugen verhalten sich seltsam. Dann meldet sich eine alte Bekannte von Fabian, weil deren Tochter verschwunden ist. Bei der Suche nach dem Mädchen erkennt Fabian Verbindungen zwischen den ganzen Fällen. Doch was soll das alles?


    Auch dieses Mal konnte mich Stefan Ahnhem wieder mit seinem packenden Schreibstil überzeugen. Kurze Kapitel sorgen für Spannung und Tempo.


    Risk ist ein Mensch, der für seinen Beruf lebt, daran ist auch seine Ehe gescheitert. Er und seine Kollegen sind sehr unterschiedlich, ergänzen sich aber bei den Ermittlungen perfekt. Alle Charaktere sind authentisch und vielschichtig dargestellt.


    Immer wieder gibt es Wendungen, die einen unsicher machen, wer und was hinter allem steckt. Doch was die Ermittler dann herausfinden, ist erschreckend und leider absolut nicht unwahrscheinlich. Zum Glück gibt es Personen, die sich nicht unterkriegen lassen und dem Wahnsinn entgegenstellen.


    Ich kann diesen spannenden und temporeichen Thriller mit Tiefgang nur empfehlen.


    10/10

  • Fast viereinhalb Jahre mussten die Fans der Reihe um Fabian Risk warten, bis endlich ein neuer Roman erschienen ist. Wie in der realen Welt, sind auch in der Reihe mehrere Jahre vergangen. Über den Inhalt will ich gar nicht so viel erzählen, und am besten liest man auch gar nicht den Klappentext, der wieder einmal zu viel spoilert.


    Fabian Risk scheint mittlerweile einigermaßen in seinem Leben angekommen zu sein. Er trauert natürlich noch, hat aber einen guten Draht zu seiner Tochter, die mittlerweile studiert und ihrem Vater ein bisschen Glück in der Liebe gönnen würde. Eigentlich wollten die beiden zu Beginn des Romans das Wochenende miteinander verbringen, doch dann gibt es erst einen Stromausfall, und schließlich wird Fabian zu einem neuen Fall gerufen. Dass dieser sich als ein wahrer Albtraum entwickeln würde, konnte er da noch nicht ahnen.


    Neben Fabian trifft man auch ein paar bekannte Kolleg:innen von ihm wieder, und sogar die Dänin Dunja Hougard ist überraschenderweise wieder mit von der Partie. Ziemlich früh lernt man auch bereits die Antagonist:innen kennen, deren Taten nicht nur auf vielen Ebenen sehr perfide sind, sondern auch mehr als erschreckend.


    Ich hatte schnell den Eindruck, als hätte Stefan Ahnhem zunächst vielleicht gar keinen neuen Band geplant, auf Grund der, wie soll ich sagen, Weltlage, aber nicht umhin gekonnt, dieses Thema aufzugreifen. Dass dieses so aktuell wirkt, ist wohl das erschreckendste an diesem Roman, macht aber auch einen Teil der Spannung aus.


    Und spannend ist der Roman, ich mochte ihn kaum aus der Hand legen. Was hier geschieht ist so unglaublich, und dennoch kann man sich vorstellen, dass es real sein könnte, dass Menschen dazu fähig sein könnten. Erzählt wird aus einigen Perspektiven, auch auf Seiten der Antagonist:innen, das erhöht die Spannung zusätzlich, denn als Leser:in weiß man oft ein bisschen mehr als die Ermittler:innen, was einen zusätzlich mitfiebern lässt.


    Ich bin ziemlich geflasht von dem Roman, der sehr spannend ist, aber leider auch sehr aktuell. Unbedingte Leseempfehlung für Genrefans!