Beiträge von PMelittaM

    Ja diese Szene fand ich auch sehr gelungen und sie ist noch richtig in meinen Kopf hängen geblieben. Wie die Künstler spontan angefangen haben Musik zu machen und zu tanzen, das hat richtig Spaß gemacht und man konnte ihre Lebenslust ganz intensiv spüren.

    Überhaupt finde ich, dass es in dem Buch immer wieder so schöne kleine Szenen gibt, die nicht unbedingt was mit der großen Handlung zu tun haben, aber die einem als Leser einfach die Atmosphäre und Stimmung der 20er Jahre in Berlin spüren lassen. Das finde ich großartig.

    Das stimmt, das gefällt mir auch sehr gut und macht den Roman lebendig und auch authentisch.

    Gerade habe ich den Roman beendet - und am Ende war es noch einmal richtig spannend. Was habe ich mit Nowak gezittert, ob er entkommen kann, und ob er rechtzeitig beim Theater sein wird - und ein bisschen geschmunzelt, weil er die Straßenbahn genommen hat ... Dann hatte ich kurz noch Sorgen um den Grafen, aber Gott sein Dank kamen alle heil aus dem Theater. Dass der Anschlag jedoch den Kommunisten in die Schuhe geschoben wurde, naja, das war ja typisch ...


    Wer ist Parsifal? Er ist der Hintermann und wird Nowak weiter verfolgen - einen Cliffhanger gab es dann ja doch, weil er zum Boxclub wollte. Ansonsten ist die Geschichte rund beendet worden. Josephine musste Berlin ja verlassen, so war es eben. Dass Nowak ein Regierungsjob angeboten wurde, ist womöglich der Grund, dass sie sich wiedertreffen ...


    Schön das Treffen mit Willy Ahl. Und die Idee mit dem Foto für Josephines Spiegel


    Nachwort, Josephines Lebenslauf bis 1926 und das Literaturverzeichnis sind nützliche Zusatzinformationen. Auch ich finde es wichtig, die historische Wortwahl zu verwenden, gerade hier, wie Veronika auch ausführt.

    Achje, der arme Freddy, schade dass er so früh sterben musste. Und der arme Tristan, der sich dafür die Schuld gibt und auch noch mit Josephines Ablehnung leben muss. Das hat er nicht verdient, aber ich kann Josephine auch verstehen, die eben schon einschlägige Erfahrungen machen musste. Ich hoffe, das richtet sich wieder zwischen den beiden. Schön, dass wenigstens die Männer vom Boxclub zu ihm halten.


    Was wohl die Verschwörer genau planen? Ich bin gespannt ... Gille scheint ein Bauernopfer gewesen zu sein?


    Gille kam gar nicht erst ins Theater, wollte aber nicht von seinem Vorhaben abweichen - gut, dass Tristan ihn stoppen konnte. Ahl hatte das tatsächlich auch versucht, guter Mann, ihn hat es wohl weniger schlimm erwischt als Freddy - ob wir ihn noch einmal wiedersehen?

    Zwei tote Männer, auf die gleiche Weise getötet, doch wo ist die Verbindung? Lona Mendt und Frank Elling werden auf den Fall angesetzt, der auf einen Serienmörder hindeutet. Oder doch nicht? Vor allem beim ersten Opfer ergeben sich seltsame Tat(ort)spuren, und es scheint auch ein Motiv zu fehlen, obwohl die Art der Tötung auf etwas Persönliches hindeutet. Schließlich deuten Spuren nach Marnow, einem Ort in Mecklenburg-Vorpommern.


    Die ermittelnden Polizisten sind beide keine einfachen Charaktere, Lona Mendt lies sich erst vor kurzem aus Hannover nach Rostock versetzen, der Grund dafür wird aber erst im Laufe des Romans enthüllt. Sie lebt in einem Wohnmobil, die Freiheit, Ungebundenheit und Standortunabhängigkeit scheint ihr wichtig zu sein. Frank Elling, den jeder nur Elling nennt, ist ein eher spießiger, nicht immer motiviert scheinender Eigenheimbesitzer, der sich gerade einen großen Pool bauen lässt und dessen Ehe eingeschlafen zu sein scheint. Lona und Elling harmonieren gut, obwohl sie sich noch kaum kennen. Beide zeigen sich aber als Polizisten, wie man sie sich eher nicht wünschen würde – warm wurde ich mit ihnen nicht, zumal sie sich machmal ziemlich dumm anstellen, dann wieder nicht nachvollziehbar handeln, auch mitfiebern konnte ich mit ihnen nur begrenzt.


    Der Fall ist interessant, und er war es, der mich bei der Stange hielt, es baut sich eine gewisse Spannung auf, und ich war auch gespannt, wie sich alles auflöst, zumal sich auch noch das LKA einmischt, in Form des unsympathischen und zwielichtigen Stefan Krohn, den der Leser bereits zu Beginn in einer ganz anderen Situation erlebt. Die Geschehnisse um ihn entwickeln sich sehr merk- und wenig glaubwürdig, hier kam ich aus dem Kopfschütteln kaum noch heraus.


    Dem Autor scheint Action wichtiger gewesen zu sein als Glaubwürdigkeit, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass er auch als Drehbuchautor unterwegs ist, und auch der Roman bereits verfilmt wurde – wahrscheinlich hatte der Autor die Verfilmung bereits im Kopf. Auf viele der „Actionszenen“ hätte ich verzichten können, manche wirkten auf mich auch aufgesetzt bzw. unglaubwürdig. Der sprachliche Stil des Autors hat ist sehr holprig und mich von Anfang gestört. Manche Worte oder Sätze wirkten auf mich merkwürdig bis falsch, und ich wurde immer wieder aus dem Lesefluss geworfen.


    Die Auflösung ist nachvollziehbar und hat wohl leider einen realen Hintergrund – gut finde ich daher, dass der Roman, der im Jahr 2003 spielt, daran erinnert bzw diesen ins Gedächtnis bringt.


    Der Roman lässt mich zwiegespalten zurück, vieles erschien mir beim Lesen unglaubwürdig, die Protagonisten, viele ihrer Handlungen und eine ganze Reihe Situationen brachten mich zum Kopfschütteln, der Sprachstil ist überhaupt nicht meins – und dennoch hielt mich eine gewisse Spannung und ein Interesse an der Auflösung bei der Stange. Ich vergebe gerade noch 6 Punkte, bin mir aber nicht sicher, wem ich den Roman empfehlen soll.

    Hier wird einiges aufgelöst: Tristans Erlebnis mit der Wolfsangel im Krieg - auch hier war Kurtz schon im Spiel - und sein Verhältnis zum Grafen. Das er das eine oder andere Trauma mit sich herumschleppt, und wie er zu Nowak wurde, kann man nachvollziehen, auch, dass hin und wieder seine Wut mit ihm durchgeht.


    Wut haben auch die Mitglieder des Rollkommandos in sich, das den Boxclub verwüstet. Gut, dass Tristan nicht da war, und gut auch, dass die Männer in den anderen Häusern und bei Fanny nichts Schlimm(er)es angestellt haben. Diese Kommandos sind nicht nur wütend, aggressiv und brutal, sondern auch ziemlich feige, denn nur in der Gruppe sind sie wirklich stark.


    Mit dem Zeitungsartikel hat sich Nowak nun endgültig zum Ziel der Nazis gemacht ...


    Wie schon befürchtet ist Ruben tot, er war ein interessanter und sympathischer Charakter, den ich gerne wiedergetroffen hätte. So zu enden, vor allem mit Zeugen, die leicht die Polizei hätten holen können, ist schrecklich. Und auch Kiki hat leider nicht überlebt.


    Der Abschnitt endet mit einem Cliffhanger. Was wird bei der Premiere geschehen. Offenbar ist ja Hermann Gille zum Täter ausersehen worden. Gille, der immer mehr in den braunen Sumpf hineingezogen wird, und der womöglich die Tat (Josephine erschießen?) tatsächlich durchziehen wird. Oder wird Ahl rechtzeitig eingreifen, der den Jungen ja im Auge behalten will?

    Spannend und atmosphärisch geht es weiter. Ich mag Josephine immer mehr (ich fand sie schon als Jugendliche cool :)) - auch ihre Beziehung zu Tristan hat was, die beiden harmonieren gut. Ich hoffe auch, dass Kiki wieder auftaucht.


    Was mir an diesem Roman auch gut gefällt, dass alle möglichen Personengruppen vertreten sind, auch, und vor allem solche, die leider bei den Nazis nicht gerne gesehen sind - man darf gar nicht daran denken, was aus ihnen werden wird. Um Mona/Ruben muss man wohl jetzt schon zittern?


    Boxen war, soweit ich weiß, immer schon ein Sport, der Jugendliche von der Straße holen wollte. Eigentlich finde ich diesen Sport nicht wirklich gut, aber dieser Part (Gewaltprävention, Lernen von Regeln, Gemeinschaftsgefühl usw) finde ich gut.


    Das spiegelverkehrte Z = SS-Rune, und Hermann Gille driftet immer mehr in diese Szene, sicher, er hat es alles andere als leicht, und tut mir auch ein bisschen leid, aber eine Entschuldigung ist das natürlich nicht. Und Kurtz ist ja mal ein Widerling ...


    Edit: Ah, doch nicht die SS-Rune ...

    Ich bin jetzt schon froh, dass ich hier mitlese, denn bereits der erste Abschnitt ist sehr vielversprechend. Die Protagonisten sind mir sympathisch, ich wäre Josephine Baker gerne mal begegnet oder hätte zumindest live ihre Show gesehen. Nowak hat Geheimnisse, mal sehen, was wir über ihn noch erfahren werden. Seine Verwandtschaft mit dem Grafen macht mich neugierig, und der Graf selbst auch. Was steckt genau hinter dem Auftrag?


    Das Zitat von Josephine Baker "Ich war nicht wirklich nackt, ich hatte nur keine Kleider an" ließ mich schmunzeln. Und Kiki, die Schlange, dann nochmal :)


    Berlin kommt in seiner Ambivalenz schon gut rüber. Die damalige Zeit war schwierig, der Krieg noch nicht lange her, kein Wunder, dass manche sich einfach nur amüsieren wollen. Aber auch der Nationalsozialismus blüht schon. Ich mag Romane, die in den 1920ern spielen. Vieles ist bereits angelegt, und ich bin gespannt, wie es sich weiter entwickeln wird.

    Der Roman erzählt ausgewählte Ereignisse im Leben der Ehefrau Winston Churchills, beginnend mit dem Hochzeitstag. Die gewählten Ereignisse sind prägend, nicht nur für Clementine Churchill, sondern auch für Großbritannien – neben Clementines privatem Leben wird auch das politische in den Mittelpunkt gestellt, letzteres sogar ein bisschen deutlicher.


    Sicher kann man Clementine nicht ohne ihren berühmten Ehemann sehen, aber, Clementine hat ebenso wie er eine politische Stimme, die sie zum einen dafür nutzt, Winston zu unterstützen, die sie aber auch selbst laut werden lässt, manchmal dezent und im Hintergrund, ihre Position nutzend, manchmal aber auch laut und deutlich. Ihre Stimme ist dabei zunächst vor allem feministisch, sie setzt sich z. B. für das Frauenwahlrecht ein, später aber auch patriotisch, wenn sie nicht nur versucht, die Lage der Briten, vor allem die der Frauen und Kinder, im 2. Weltkrieg zu verbessern, sondern auch z. B. die US-Amerikaner zum Einstieg in den Krieg zu überzeugen, um Großbritanniens Lage zu verbessern.


    Die Zeit des 2. Weltkrieges nimmt mehr als ein Drittel des Romanes ein – und mit dem Krieg endet auch der Roman – leider. Clementines Leben ist da noch lange nicht zu Ende, aber die Autorin hat beschlossen, uns am Rest nicht mehr teilhaben zu lassen. Mich hätte das schon interessiert, z. B. Clementines Gedanken zu Queen Elisabeth, zu Churchills zweiter Amtszeit oder zu seinen letzten Jahren. Ich hätte Clementine gerne bis zum Schluss begleitet.


    Wobei ich sagen muss, dass ich zuerst sehr begeistert war, z. B., dass die Autorin ihre Protagonistin selbst in Ich—Form erzählen lässt, und man ihr als Leser dadurch näher kommen könnte, aber leider war dem dann doch nicht durchgehend so, zumindest bei mir. Ja, zunächst kam ich ihr tatsächlich näher und konnte mich in sie hineinversetzten, später dann deutlich weniger, und tatsächlich fiel es mir immer schwerer, den Roman in die Hand zu nehmen, auch wegen zunehmender Längen.


    Ich glaube, es war auch die Art der Erzählung anhand Spotlights, die mir dann doch nicht so gut gefallen hat, dazwischen liegt oft viel Zeit, manchmal Jahre. Manches erfährt man zwar kurz im Rückblick (dieses dann im Präteritum, während der Rest des Romans im Präsens erzählt wird), aber Clementine bleibt in meinen Augen relativ oberflächlich, ihre tiefsten Gefühle erfahre ich nicht, z. B. wenn sie psychisch am Ende ist – ich kann nicht wirklich mit ihr mitleiden.


    Dennoch habe ich dieses Buch mit Interesse gelesen, einfach, weil es wichtig ist, sich mit dieser interessanten Frau zu beschäftigen, und dafür bietet dieses Buch zumindest einen Einstieg. Winston Churchill kennt jeder, aber seine Frau nicht, in Großbritannien ist sie vielleicht präsenter, aber ich selbst habe mir bisher nicht viele Gedanken über sie gemacht, und wusste nicht, wie sehr sie mitmischte.


    Leider hat der Roman nicht alle meine Erwartungen erfüllt. Ich habe Clementine Churchill kennengelernt und erfahren, dass sie nicht nur „die Frau an seiner Seite war“, sondern auch tatkräftig mitmischte. Clementine als Mensch ist mir allerdings recht fern geblieben, obwohl die Erzählweise in Ich-Form zum Gegenteil hätte beitragen können. Auch hatte der Roman zunehmend Längen, so dass ich mich manchmal sogar zwingen musste, ihn weiter zu lesen. Ich vergebe daher nur 6 Punkte, wer sich aber für die Ehefrau Winston Churchills interessiert, kann hier einen Einstieg finden, mehr über sie zu erfahren.

    Die Inderin Smita ist eine Dalit, eine „Unberührbare“, die sich für ihre Tochter ein besseres Leben wünscht. Die Sizilianerin Giulia arbeitet in der Perücken-Manufaktur ihres Vaters, einer der letzten dieser Traditionsbetriebe, doch auch hier wird es zu Veränderungen kommen müssen. Die Kanadierin Sarah ist eine karriereorientierte Anwältin, eine Erkrankung wird zur Bedrohung ihrer bisherigen Lebensweise. Drei Frauen auf drei Kontinenten, deren Leben ganz unterschiedlich verlaufen, die aber alle drei vor gravierenden Veränderungen stehen. Drei Erzählstränge, die ähnlich einem Zopf am Ende miteinander verflochten werden.


    Die drei Erzählstränge wechseln sich regelmäßig ab, erst gegen Ende gibt es eine Unterbrechung des bisherigen Rhythmus. Jede Erzählung wirkte unterschiedlich auf mich. Mein Herz war sehr schnell bei Smita, durch die man auch viel über das Leben der Dalit in Indien erfährt, gerade in den ländlichen Gegenden, aber auch über das der indischen Frauen. Ich hatte tatsächlich Angst um sie und ihre Tochter, habe mitgefiebert und ihr die Daumen gedrückt. Hier hat mich der Roman am meisten mitgenommen (im doppelten Sinne).


    Giulias Geschichte dagegen hat mich am wenigsten berührt, obwohl sowohl die begleitende Geschichte ihrer Liebe zu einem nicht ganz „passenden“ Mann, als auch die historischen und persönlichen Hintergründe der Manufaktur recht interessant hätten sein können, und es zum Teil auch sind – allerdings bleiben sie mir zu oberflächlich, vor allem Smitas Geschichte geht viel tiefer.


    Sarah ist eigentlich keine Protagonistin wie ich sie mag, sie ist sehr auf Äußerliches und auf ihre Karriere begrenzt, was sie wohl bei ihrer Stellung auch muss – oder vielleicht auch nicht, denn sie hätte ihr Leben auch anders gestalten können. Ihre Krankheit wirft sie in vielem zurück und sie erlebt Unschönes. Aber gerade dadurch war ich emotional dann doch mehr involviert als bei Guilia, auch wenn ich mich manchmal nur über Sarah aufgeregt habe.


    Wie die drei Erzählstränge am Ende zusammenlaufen würden, war mir schnell klar, gestört hat mich das aber nicht. Leider verrät aber der Klappentext viel zu viel, wem es noch möglich ist, sollte ihn besser nicht lesen, er nimmt doch einiges an Spannung. Die Enden bleiben relativ offen, man erfährt von der Hoffnung der Protagonistinnen für die Zukunft, aber man erlebt nicht, ob sie sich bewahrheiten. Das ist einerseits schade, und ich hätte gerne mehr erfahren, andererseits bleibt es so mir bzw. dem Leser überlassen, sich vorzustellen, wie es Smita, Giulia und Sarah weiterergeht.


    Erzählt wird im Präsens, für mich wird das Geschehen damit noch eindringlicher. Manches jedoch hätte man, gerade bei Sarah, raffen können, da hatte ich das Empfinden von zu viel Wiederholung. Das immer wieder einmal dazwischengeschobene Gedicht passt zu den Geschichten, ich hätte aber darauf verzichten können, leider kann ich mit so etwas wenig anfangen.


    Insgesamt hat mir der Roman gefallen, und gerade Smitas Abschnitte habe ich sehr gespannt gelesen. Er hat mir auch manches zum Nachdenken geliefert, und wird, auch hier vor allem Smitas Geschichte, noch länger nachhallen. Natürlich waren mir diese Verhältnisse nicht unbekannt, aber sie anhand einer bestimmten Person zu lesen, ist immer beeindruckender. Ich vergebe 8 Punkte und eine Leseempfehlung.

    Ich freue mich immer sehr, wenn Autoren/Autorinnen die LR begleiten, in der Regel ergibt das einen Mehrwert für uns Leser. Ich bin schon sehr gespannt auf den Roman und freue mich auf die LR!

    Scarlett hat die Weihnachtsferien im Internat Sumpfloch verbracht, ist dabei Gerald näher gekommen, freut sich nun aber darauf, bald ihre Freundinnen wiederzusehen. Doch als der Unterricht wieder beginnt, gibt es ungute Entwicklungen – und für Scarlett eine Überraschung, denn ein alter Freund wird ein neuer Mitschüler.


    Scarlett steht im zweiten Band der Reihe im Mittelpunkt, und man erfährt einiges über ihre Vergangenheit. Doch auch ihre Freundinnen Thuna, Maria und Lisandra mischen fleißig mit und machen ihre eigenen Erfahrungen und Entwicklungen. Interessant sind Gerald, über den man mehr erfährt, und Hanns, Scarletts alter Freund, der ein Geheimnis birgt.


    Mir hat schon Band 1 richtig gut gefallen, und Band 2 steht diesem in nichts nach. Halo Summer baut die von ihr erschaffene Welt weiter aus und erzählt spannend, sehr fantasievoll und interessant. Gegen Ende zieht die Spannung immer mehr an und auch ein paar Überraschungen erwarten den Leser. Am Ende hatte ich große Lust auf den nächsten Band und bin gespannt, was mich dort erwartet.


    Gut gefallen mir an der Reihe die Grautöne, so gehört z. B. Scarlett eigentlich nicht zu den Guten, tut aber alles dafür, nicht allzu böse zu sein – und sie ist nicht die einzige, die ein ambivalentes Wesen hat. Freundschaft, Toleranz und Verständnis für Andersartige spielen eine große Rolle und auch hier darf man auf weitere Entwicklungen gespannt sein.


    Mich hat der Roman gut unterhalten, auch wenn ich vielleicht nicht ganz die Zielgruppe bin, aber wer spannende, fantastische und märchenhafte Geschichten mag, die nicht unbedingt nur für Erwachsene geschrieben wurden, könnte hier genau richtig sein – von mir gibt es die volle Punktzahl und natürlich eine Leseempfehlung, allerdings sollte man Band 1 zuerst lesen.

    1950: Die ältliche Lehrerin Margery Benson ist mit ihrem Leben nicht wirklich zufrieden. Ein unangenehmes Ereignis in der Schule bringt sie dazu, daraus auszubrechen. Schon als Kind hat sie sich für Käfer interessiert und ihr größter Wunsch ist es, den Goldenen Käfer von Neukaledonien zu finden. Alleine wird sie das nicht stemmen können, sie braucht eine Begleitung, die ihr assistiert. Die Suche danach gestaltetet sich nicht einfach, und so nimmt sie schließlich Enid Pretty mit auf die Reise, die alles andere als die perfekte Assistentin zu sein scheint. Die beiden erleben viel, Gutes und Schlechtes, Lustiges und Trauriges, und viel Skurriles, und wachsen immer mehr zusammen.


    Dieser Roman wurde für mich ruckzuck zu einem Lieblingsroman, ich musste abwechselnd weinen und lachen, habe mich in die beiden Protagonistinnen verliebt und möchte nun auch mehr über das Land, in das sie gereist sind, wissen: Neukaledonien, den Namen habe ich natürlich schon einmal gehört, gewusst habe ich darüber bisher aber gar nichts.


    Margery und Enid sind zwei herrliche Protagonistinnen. Das Geschehen wird aus Margerys Perspektive erzählt. Margery. aber auch Enid sind herrlich skurril, haben aber auch ihre, oft sehr negativen Erfahrungen gemacht. Rachel Joyce erzählt mit viel Humor, lässt aber auch traurige und tragische Momente zu, nicht nur die Emotionen Margerys, auch meine fuhren Achterbahn. Ich musste weinen, und im nächsten Moment wieder lachen, war emotional aufgewühlt, und wollte immer nur weiterlesen – am Ende habe ich mich nur ungern getrennt und bin sehr glücklich, diesen Roman gelesen zu haben.


    Neben der Margerys gibt es eine weitere Perspektive, die überraschend einsetzt, aber durchaus ihren Teil am Geschehen hat. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, das sollte man selbst lesen – auch hier spielen die gemachten Erfahrungen und Traumata eine große Rolle. Weiterhin gibt es ein Geheimnis um Enid, das sich nach und nach entschlüsselt, Enids Handlungen beeinflusst und eine gewisse Spannung in das Geschehen bringt. Beteiligt daran sind auch die britischen Ladies in Neukaledonien rund um die Ehefrau des Botschafters. Alle Charaktere sind wunderbar gelungen.


    Rachel Joyce erzählt nicht nur mit viel Humor, sondern auch sehr bildhaft und emotional, und zieht den Leser mitten ins Geschehen. Mein Kopfkino funktionierte perfekt, ich könnte mir den Roman auch sehr gut verfilmt vorstellen. Rachel Joyce hat mich zudem sehr neugierig gemacht auf ihre anderen Werke.


    Abgerundet wird der Roman durch eine Karte von Neukaledonien und ein Interview der Autorin mit ihren beiden Protagonistinnen, auch dieses übrigens sehr lesenswert.


    Für mich ist „Miss Bensons Reise“ ganz klar eines meiner Jahreshighlights. Der Roman ist einfach wunderbar und hat alle meine Emotionen angesprochen. Die Charaktere sind rundum gelungen und ich wurde neugierig auf Neukaledonien gemacht. Ich empfehle den Roman uneingeschränkt und vergebe sehr gerne volle Punktzahl.

    Gwen Frost steht nun auf der Liste der Schnitter, und ihr Leben ist in Gefahr. Sie trainiert regelmäßig, doch erst als sie eine neue Variante ihrer Gabe entdeckt, hat sie auch Erfolg dabei – und das ist auch gut, denn mehrere Attentate werden auf sie verübt.


    Der zweite Teil der Mythos-Academy-Reihe setzt dort an, wo der erste endete. Die Autorin lässt Gwen selbst in Ich-Form erzählen, was sich mehr und mehr als Nachteil entpuppt, denn Gwen ist eine ziemlich nervige Protagonistin, voller Selbstzweifel und -mitleid, gleichzeitig aber auch ständig naiv und undurchdacht handelnd. Dazu noch ihre Fixierung auf einen Mitschüler, die sie immer wieder thematisiert. Das ist manchmal ziemlich anstrengend und trägt nicht gerade dazu bei, dass man Gwen mag.


    Aber nicht nur Gwen ist anstrengend, auch der Erzählstil der Autorin, die sich gerne wiederholt, und so muss man manches immer und immer wieder lesen, zudem wird ausführlich das Geschehen aus Band 1 rekapituliert, und es dauert bis etwas interessantes passiert. Nun ja, wirklich interessant ist das meiste dennoch nicht, man hat oft den Eindruck in einer Teenie-Romanzen-Tragödie zu sein, und nicht in einem Fantasy-Roman. Vieles ist zudem sehr vorhersehbar. Dazu kommt das Gefühl, dass die Geschichte aus verschiedenen anderen Reihen zusammengestrickt ist, mal fühlt man sich ein bisschen in einem Harry-Potter-Roman, dann wieder wie bei Percy Jackson usw.


    Am Ende gibt es relativ wenig Entwicklung, ein bisschen mehr über Gwens Gabe, den Tod ihrer Mutter, und die Entdeckung eines Antagonisten. Auch die Charaktere haben sich nicht wirklich weiter entwickelt, wobei neben Gwen sowieso kein wirklich tiefgehender Charakter dabei ist, und auch Gwen selbst ist – im wahrsten Sinne des Wortes – recht oberflächlich, ich habe aufgehört zu zählen, wie oft sie Jungs als „süß“ betitelt hat. Und auch das stört mich ein bisschen, immerhin ist dies ein Jugendroman, und ein paar wirkliche Werte, die vermittelt werden, wären schön. Am besten gefallen haben mir in diesem Band der Fenriswolf, der hoffentlich in einem späteren noch einmal auftaucht, und Gwens sprechendes Schwert Vic.


    Band 2 der Reihe konnte mich nicht überzeugen, zu viele Wiederholungen und Belanglosigkeiten sowie eine nervige Protagonistin haben für mich wenig Unterhaltungspotential. Hat ich Band 1 noch recht gut unterhalten, hat mich Band 2 oft eher genervt. Wahrscheinlich würde ich hier abbrechen, hätte ich nicht vor einiger Zeit die ganze Reihe geschenkt bekommen.


    4/10 Punkten