Beiträge von PMelittaM

    Rachel hat fünf Jahre zuvor ihren besten Freund, Jimmy, verloren, er hat ihr Leben gerettet und dafür seines geopfert. Seitdem ist nichts mehr wie es war, Rachel leidet nicht nur an Schuldgefühlen sondern auch an einer entstellenden Narbe und Kopfschmerzen, und hat ihre Ziele nicht verwirklichen können.


    Als sie zur Hochzeit ihrer Freundin in ihren Heimatort zurückkehrt, wird sie ohnmächtig – und die Achse ihrer Welt verschiebt sich. Als sie wieder aufwacht hat sich ihr Leben verändert, sie kann sich nicht daran erinnern, dieses gelebt zu haben – und dann steht sogar Jimmy vor ihr, lebend.


    Ich finde die Theorie von Parallelwelten/Alternativwelten faszinierend, und so wollte ich diesen Roman unbedingt lesen, auch, weil ich neugierig auf die Auflösung war.


    Leider ist mir Rachel, die die Autorin hier selbst in Ich-Form erzählen lässt, von Anfang an ziemlich unsympathisch gewesen. Schon diese Reduzierung auf Äußerlichkeiten, die immer wieder zum Tragen kommt, mag ich nicht. Außerdem ist Rachel in meinem Augen sehr unsensibel und unangenehm stur. Ganz kann ich viele ihrer Gedanken und Handlungen nicht nachvollziehen. So kommt Rachel mir nicht nahe und ich kann auch nicht mit ihr mitfühlen.


    Andere Charaktere sind reine Klischees, vor allem Cathy, die zwar zur Clique gehört, bei der man sich aber dauernd fragt, warum. Hier hätte die Autorin ein bisschen subtiler vorgehen können. Ähnlich bei Matt, Rachels Jugendliebe. Am besten gefällt mir Jimmy, der mir fast als einziger wie ein echter Mensch vorkommt. Durch ihn berührt mich der Roman dann doch hin und wieder emotional.


    Das Ende bietet meiner Meinung nach Interpretationsspielraum, die Interpretation, die die Autorin offensichtlicht beabsichtigt hat, erscheint mir persönlich nicht ganz logisch und recht kitschig, so dass ich mir lieber meine eigene denke. Tatsächlich hatte ich schon früh geahnt, was dahinter stecken sollte, trotzdem war ich bis zum Schluss neugierig auf die Auflösung.


    Wenn die unsympathische Protagonistin und die teilweise Unlogik nicht wäre, hätte mir der Roman gefallen können. So vergebe ich wegen der Idee, die mich neugierig gemacht, und diese Neugier auch bis zum Ende gehalten hat, 6 Punkte. Wer gerne etwas ungewöhnliche Liebesromane liest, könnte Freude an diesem Roman haben.

    Ciri landet in einer fremden Welt und reist durch Zeit und Raum, Geralt ist mit seinen Begleitern immer noch auf der Suche nach ihr, und Yennefer ist in Vilgefortz Gewalt.


    Der Autor führt seine Saga wie gehabt weiter, mit vielen Perspektive- und ebenso vielen Zeitwechseln, so kann es sein, dass in einem Gespräch eine Begebenheit erwähnt wird, und der Autor uns dann genau in diese führt (die oft ganz anders verlaufen ist). Da man – hoffentlich – schon die Vorgängerbände gelesen hat (alles andere macht wenig Sinn), kennt man das schon und ist nicht weiter überrascht. Doch Sapkowski springt nicht nur zurück, sondern manchmal auch vorwärts. Ich mag diesen Erzählstil sehr, auch wenn manche Szenen zunächst nicht dazuzugehören scheinen. Am Ende passt alles.


    Ebenso kommt es vor, dass man auf die Fortsetzung einer Storyline viele Seiten warten muss. Auch das finde ich gar nicht schlimm, immerhin passiert in den dazwischenliegenden Seiten auch so einiges, und möglicherweise genau das, auf das man auch schon lange wartet.


    Das Figurenensemble ist groß, viele, ja womöglich fast alle, die man aus den Vorgängerbänden kennt, erhalten einen Auftritt, aber es gibt auch einige neue, so landet Ciri in einer Welt, in der sich Menschen aus einer uns sehr bekannten Legende tummeln, die aber dennoch anders ist. Hier hält sich Ciri eine ganze Zeit lang auf und macht manche teils gute, teils weniger gute Bekanntschaft.


    Sapkowski hat seine Charaktere ja nie geschont, auch hier wird der eine oder andere am Ende nicht mehr leben. Und trotz aller Gewalt, so sind wir u. a. mitten auf einem Schlachtfeld und im Lazarettzelt dabei, ist auch immer Humor im Spiel. Und natürlich bleiben auch Überraschungen nicht aus. Apropos Ende: Ich hätte es mir ein bisschen anders gewünscht, kann aber mit diesem leben.


    Nun ist sie also zu Ende, die Saga um Ciri von Cintra und Geralt von Riva – schade, ich hätte immer weiter lesen können, mir hat sie gut gefallen. Wie oben schon erwähnt, sollte man die Bücher unbedingt der Reihe nach lesen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und natürlich auch für diesen Band volle Punktzahl.

    Berlin, 1936: Ein Toter im olympischen Dorf, noch dazu ermordet – für das von diesem Ereignis erhoffte Prestige für das Deutsche Reich ist das gar nicht gut, womöglich handelt es sich sogar um eine Verschwörung. Man kommandiert daher Gereon Rath in die Polizeiwache vor Ort ab, damit er den Vorfall heimlich untersuchen kann.


    Gereon hat sich erpressbar gemacht, Charlie tut zusammen mit Wilhelm Böhm Dinge, die sie in große Gefahr bringen könnten und Fritze wurde in eine neue Pflegefamilie gegeben – wo wir die Charaktere im letzten Band verlassen haben, treffen wir sie nun wieder. Die Hintergrundgeschichte rund um die Olympiade ist gut gewählt, sie war ein herausragendes Ereignis jenes Jahres und zeigt einmal mehr die Wahrheit hinter der Fassade der nationalsozialistischen Partei, man muss nur genau hinschauen. Nebenerzählungen, wie die um Fritz, der als Mitglied des Ehrenjugenddienstes auch im olympischen Dorf ist, oder um Herbert Ehlers, der verdächtigt wird und schließlich in den grausamen Mühlen des Nationalsozialismus gerät, sowie Charlies aus heutiger Sicht naive Bemühungen, für Gerechtigkeit zu sorgen – all das lässt den Leser mehr als einmal schlucken.


    Der Autor erzählt gewohnt atmosphärisch und nimmt den Leser mit in das nationalsozialische Deutschland, das olympische Dorf, das Olympiastadion, aber auch an andere Orte, das Kopfkino hat zu tun, man hat oft das Gefühl, mittendrin zu sein, und das ist nicht immer schön – bedenkt man Zeit und Ort.


    Der ursprüngliche Fall weitet sich immer mehr aus und wird immer komplexer, Gereon und auch Charlie verstricken sich mehr und mehr, und schließlich wird klar, dass sie besser das Land verlassen sollten – doch auch das ist – natürlich – wesentlich schwieriger als erwartet. Mit dem Ende dieses Romans hätte ich dann in dieser Form nicht gerechnet. Band 8 der Reihe scheint dieser ein Ende zu setzen, doch erst kürzlich las ich, dass der Autor zehn Bände geplant hat – wie das nach diesem Ende aussehen soll, kann ich mir derzeit nicht vorstellen, ich bin gespannt.


    Band 8 hat die Reihe gelungen weitererzählt, der historische Hintergrund, der Fall und die Geschichten der Charaktere sind wie gewohnt gut miteinander verwoben. Ich empfehle die Romane der Reihe nach zu lesen, gerade die letzten bauen sehr aufeinander auf. Ich vergebe 8 Punkteund eine Leseempfehlung für die gesamte Reihe.

    Ein Toter in Windsor und die Ermittler scheinen auf der falschen Spur – da bleibt Queen Elizabeth ja gar nichts anderes übrig, als selbst Ermittlungen anzustellen. Wie gut, dass ihre neue stellvertretende Privatsekretärin Rozie Oshodi ihr patent zur Seite steht.


    So langsam werde ich ein echter Fan der literarischen Queen, mittlerweile habe ich doch so einige Bücher gelesen, in denen sie Protagonistin ist – und manchmal hoffe ich, gerade hier bei diesem Roman, dass die echte Elizabeth diesen literarischen Figuren ähnlicher ist, als ich vermute.


    Tatsächlich macht sie hier in diesem Roman eine, in meinen Augen, gute Figur, sie weiß ihre Leute zu handeln und ist sehr augenzwinkerisch. Wo sie selbst nicht kann, handelt Rozie für sich, die, wie sich herausstellt, nicht die erste ist, die das für Elizabeth tut, anscheinend ermittelt die Queen schon seit sie ein junges Mädchen ist – und auch dieser Fall wird nicht der ihr letzter gewesen sein, ist er doch der Beginn einer Reihe.


    Die Handlung spielt rund um Elizabeth 90. Geburtstag im Jahr 2016. Manchmal kommt der Roman etwas behäbig daher, Spannung ist auch nicht eher weniger im Spiel, aber mich fasziniert einfach die Tatsache, wer hier versucht einen Fall aufzuklären, und mit welchen Tricks sie die echten Ermittler in die richtigen Bahnen zu bringen versucht. Dabei ist auch Humor und (Selbst)Ironie im Spiel und auch das mag ich.


    Gut gefällt mir auch Rozie, von der man schon einiges erfährt. Die richtigen Ermittler sind eher wenig kompetent gezeichnet, aber sonst hätte die Queen ja auch gar keinen Grund, selbst zu ermitteln, ich bin sehr gespannt, welche persönlichen Entwicklungen es in den weiteren Bänden vielleicht gibt.


    Der Fall ist nicht gerade einfach gestrickt, und als Leser tut man sich doch etwas schwer, mitzurätseln, auch, weil man nicht jeden Gedankengang der Queen erfährt, gestört hat mich das nicht, dies ist einfach kein „normaler“ Krimi, und so darf er das.


    Am Schluss ging nochmal mein Herz auf für die Queen und im Anhang gibt es eine Leseprobe für Band 2, die mir Lust auf diesen gemacht hat, aber lesen wollte ich ihn auch schon vorher.


    Die Queen als Ermittlerin in Mordfällen, alleine die Vorstellung hat etwas, und auch der Roman hat mir gefallen und mich unterhalten. Action wird man hier kaum finden, aber dezenten Humor und zwei sehr sympathische Protagonistinnen. Ich freue mich auf weitere Bände und vergebe gerne 8 Punkte sowie eine Leseempfehlung.

    Ein Mann mit zwei Jugendlichen auf der Flucht, Fremdenlegionäre, ein Lobbyist, Morde, die Prepperszene – es ist viel los in diesem ersten Thriller der beiden Autoren, die sonst die Kluftinger-Reihe schreiben.


    Es ist viel los – vielleicht sogar ein bisschen zu viel, es braucht seine Zeit, bis man als Leser wenigstens ein bisschen Ahnung entwickelt, wie die einzelnen Erzählstränge, die zunächst so gar nichts miteinander zu tun haben, zusammenhängen könnten. Im Mittelpunkt steht Stephan, der mit der siebzehnjährigen Cayenne und deren jüngeren Bruder Joshua unterwegs – und offenbar nicht deren leiblicher Vater – ist. Die Drei sind auf der Flucht bzw. verstecken sich, wovor und warum wird erst viel später klar, zudem bereitet Stephan die beiden Jugendlichen nicht nur darauf in der Wildnis überleben zu können, sondern auch darauf, kämpfen zu müssen. Und tatsächlich scheint jemand hinter ihnen her zu sein.


    Jürgen ist Lobbyist der Energieversorger und kennt eine Menge Tricks, schreckt auch nicht vor illegalen zurück – und dann gibt es tatsächlich einen großen Blackout, der Jürgen nicht nur beruflich in die Bredouille bringt.


    Als ein Aktivist der Prepperszene, ermordet wird, schrillen verschiedene Alarmglocken – und nicht nur Stephan sondern auch Jürgen ergreifen Maßnahmen.


    Das hätte spannend werden können, war es manchmal auch, doch größtenteils ließ mich das Schicksal der verschiedenen Charaktere ziemlich kalt, keiner davon kam mir näher, nicht einmal die beiden Jugendlichen, am ehesten noch Joshua, und dann war da noch der Schweizer Koch … Wie alles zusammenhängen könnte, hatte ich mir auch schon längst zusammengereimt, bevor es aufgelöst wurde, daher gab es größtenteils keine unerwarteten Überraschungen für mich – leider.


    Die Charaktere, nun ja, alle sind eher schwierig bis komplett unsympathisch, ja abstoßend. Ihre Gedankengänge passen meistens aber ganz gut zu ihnen. Ich hätte mir, vor allem bei Cayenne, mehr Tiefgang gewünscht.


    Insgesamt ist der Roman für mich allenfalls durchschnittlicher Thriller, den man lesen kann, aber nicht muss, und der mir wahrscheinlich nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich vergebe 5 Punkte

    Köln, 1424: Erst werden Aleydis de Bruinkers Mündel mit Waffengewalt aus ihrem Haus geholt, dann treibt ein Rächer in Köln sein Unwesen, den Aleydis angeheuert zu haben scheint. Gut, dass wenigstens Gewaltrichter Vinzenz van Cleve an ihrer Seite steht, auch wenn sie ihn schon wieder verärgern muss …


    Der dritte Band der Trilogie setzt fort, was die Vorgängerbände begannen, Aleydis hat nicht nur mit dem Erbe ihres Mannes zu kämpfen, sondern auch mit dessen Verwandtschaft, die nun sogar handgreiflich wird. Das zieht Verletzte und Tote nach sich und auf Aleydis legt sich einmal mehr ein Schatten. Auch privat tut sich so einiges bei ihr, ihrem Haushalt und ihren Verwandten und Freunden.


    Ich empfehle, unbedingt zunächst die beiden Vorgängerbände zu lesen, denn die Ereignisse bauen aufeinander auf und es würde einem doch viel Wissen fehlen, würde man erst mit Band 3 einsteigen. Die Charaktere sind alle bereits bekannt, man weiß, wen man mag und wen nicht. Trotzdem ergeben sich natürlich einige Veränderungen.


    Am Ende sind nicht alle Fragen geklärt, aber liest man Petra Schiers Nachwort, ist das beabsichtigt, mich als Leserin bringt es dazu, mich noch länger mit der Geschichte zu beschäftigen, und mir meine eigenen Gedanken zu machen – finde ich durchaus okay.


    Nicht beabsichtigt ist es offenbar, die Reihe fortzusetzen, aber ich hoffe mal auf „Sag niemals nie“, denn Stoff würde die Autorin sicher finden und ich möchte schon wissen, wie es in der einen oder anderen Beziehung weitergeht. Andererseits, wenn man sieht, wie z. B. Adelinas Familie auch hier ihre, wenn auch kleinen, Auftritte bekommt, und man so ein bisschen darüber erfährt, wie es Ihnen ergangen ist, kann man sicher auch bei Aleydis und ihren Lieben darauf hoffen, sie in anderen Romanen der Autorin wiederzutreffen.


    Die Geschichte ist einmal mehr spannend, und der Leser kommt gar nicht umhin, mitzurätseln, und sich seine eigenen Gedanken zu machen. Was mir gut gefällt, ist die der Zeit angepasste Sprache, in der erzählt wird. Außerdem mag ich es, dass nicht nur aus Aleydis Perspektive sondern auch aus Vinzenz‘ erzählt wird, und man so oft ineinandergreifende Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln erleben kann. So lernt man diese beiden Charaktere zusätzlich besser kennen.


    Ich bin ein großer Fan der historischen Romane Petra Schiers, und auch hier hat sie mich wieder überzeugt – die Geschichte ist spannend, regt meine eigenen Gedanken an und bringt mich regelrecht in das Köln des 15. Jahrhunderts. Ich vergebe gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.

    Die Welt ist voller Superhelden – und ihren Pendants, den Superschurken – jeder mit seiner eigenen Geheimidentiät. Die Reporterin Carmen Cole entdeckt an ihrem Hochzeitstag nicht nur, dass ihr Verlobter sie mit ihrer besten Freundin betrügt, sondern auch, dass die beiden Superheld und Superschurkin des Ortes sind. Enttäuscht und wütend outet sie die beiden, und macht es sich fortan zur Aufgabe, alle Geheimidentitäten aufzudecken. Als wegen ihrer Demaskierung ein Mitglied der Fearless Five, einer Superheldengruppe aus Bigtime, stirbt, ein anderes der Mitglieder unerwünschte Gefühle bei ihr auslöst und sie von der Superschurkengruppe Terrible Trinity erpresst wird, überdenkt Carmen ihr bisheriges Leben.


    Der Sammelband enthält drei Teile der Reihe: „Karma Girl“, „Hot Mama“ und „Jinx“, alle Geschichten sind miteinander verwoben, aber jeder hat seine eigene Protagonistin, die ihre Erlebnisse in Ich-Form erzählt. In Band 1 ist das Carmen Cole, in den weiteren Bänden weibliche Charaktere, die man bereits aus Band 1 kennt. Jeder Band erzählt von der Verbindung der Protagonistin zu Superhelden, einer Gefahr durch Superschurken und einer Liebesgeschichte, die zunächst unerwünscht ist.


    Leider ähneln sich die Bände dadurch schon sehr, auch wenn jede Protagonistin ihre eigenen Eigenarten mitbringt. Mir ist leider auch jeweils zu viel Liebesgeschichte enthalten, ich hätte mir mehr zum Thema Superhelden/-schurken gewüscht. Auch sind die Geschichten nicht nur oft langatmig, sondern auch sehr vorhersehbar, ich wusste immer sehr schnell, wer hinter welchem Superhelden steckte und konnte auch die Superschurken schnell enttarnen. Schon bei Superman fragt man sich immer wieder, warum Clark Kent nur seine Brille abnehmen und einen elastischen Anzug anziehen muss, und schon erkennt ihn niemand mehr – dieses Prinzip waltet auch hier. Aber auch sonst sind die Geschichten sehr vorhersehbar, jede einzelne „Überraschung“ war keine für mich, außerdem folgen alle Bände demselben Schema.


    Leider können auch die drei Protagonistinnen nur bedingt bei mir punkten. Sympathisch sind sie mir wenig, dafür agieren und denken Carmen und die Protagonistin aus dem zweiten Band zu überheblich, während die aus dem dritten Band mit ihren Kräften hadert und das, so wie ihre Abneigung gegen alle Superhelden (-schurken natürlich auch) ein paar mal zu viel betont. Mehr von sich einnehmen können einige der Nebenfiguren, z. B. die beiden Computerfreaks oder einzelne Familienmitglieder.


    Die Leseprobe von Band 1 hatte mir eine etwas andere und humorige Geschichte versprochen, unterm Strich aber nur bedingt gehalten. Für mich sind alle enthaltenen Bände zu langatmig, zu vorhersehbar und zu ähnlich, und ich hätte mir den Fokus weniger auf den Liebesgeschichten und mehr auf dem Superhelden/-Schurken-Thema gewünscht. Von mir gibt es 6 Punkte. Wer Liebesgeschichten mag und das erwähnte Thema nicht ablehnt, wird wahrscheinlich gut unterhalten.

    München, August 1945: Als die Journalistin Billa Löwenfeld Viktor von Dietlitz interviewen möchte, findet sie ihn tot vor, erschossen. Der Neuling in der Mordkommission, Emil Graf, soll in dem Fall ermitteln, und hat es bald mit zwei weitere Todesfällen zu tun, alle drei Männer wurden unter ähnlichen Umständen ermordet, offenbar von einem Serientäter.


    Deutschland, kurz nach dem 2. Weltkrieg – die Menschen hatten es nicht leicht, zum einen lag auf ihnen der Schatten des nationalsozialistischen Regimes, zum anderen galt es Land und Leben wieder aufzubauen. Beide Protagonisten haben in dieser Beziehung ihr eigenes Päckchen zu tragen, Billa, die als Jüdin Deutschland sieben Jahre zuvor in Richtung USA verlassen hatte, und nun mit den Streitkräften zurückkehrt, Emil, der mit seinen Erlebnissen im Krieg hadert und familiäre Beziehungen zu Systemtreuen hat, und nun im Zuge des Wiederaufbaus der Müncchner Kriminalpolizei durch die US-Sicherheitskräfte, einen Job hat, den er noch nicht ganz ausfüllen kann, aber sein möglichstes geben möchte.


    Als Leser ist man ganz schnell mitten in der Geschichte angelangt. Die Autorin erzählt atmosphärisch und bildhaft, man kann mit den, gut gezeichneten, Charakteren mitfühlen (auch wenn mir die beiden Protagonisten ein bisschen zu oft erröten), und hat schnell eigene Spuren im Kriminalfall aufgenommen.


    Heidi Rehn greift einige für die Zeit spezielle Themen auf, so das der „displaced persons“, u. a. sind dies die Zwangarbeiter, die nun in ihre Länder zurück sollen, was aber nicht in jedem Fall einfach oder überhaupt gewollt ist. Einer dieser Personen, Pjotr, hat seine eigene Rolle in der Geschichte. Dieses Thema, muss ich sagen, war mir in dieser Problematik gar nicht bewusst, umso wichtiger, dass es erwähnt wird. Insgesamt ist mit der Krimihandlung viel historischer und auch persönlicher Background verwoben, was mir sehr gut gefällt.


    Die Auflösung, auch das muss ich sagen, hat mich nicht ganz zufriedengestellt, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, hier hätte mir vielleicht ein Rückblick geholfen, der eine bestimmte Motivation, die letztlich ausschlaggebend war, näher beleuchtet – ich muss hier ein bisschen drumherumschreiben, um nicht zu spoilern. Es ist nicht die Motivation des Täters, die ich nicht nachvollziehen kann, sondern die, die überhaupt zu der Situation geführt hat, dass der Täter zum Täter wird. Jedenfalls bin ich mit dieser Auflösung wenig zufrieden.


    Dennoch habe ich den Roman gerne gelesen und freue mich, dass es der Auftakt einer Reihe ist und es mehr von Emil und hoffentlich auch Billa geben wird. Ich bin gespannt auf die weiteren Fälle.


    Der Roman, der in der Zeit kurz nach Kriegsende spielt, bietet eine Menge historischen Background und zwei Protagonisten, die man gerne wiedertreffen möchte, was auch möglich sein wird, da es sich um den ersten Band einer neuen Reihe handelt. Leider hat mich die Auflösung nicht so überzeugen können, weswegen ich letztlich „nur“ 8 Punkte vergebe. Eine Leseempfehlung für Fans historischer Kriminalromane spreche ich aber uneingeschränkt aus.

    Die Magie der Ununited Kingdoms scheint zu schwinden – bis die hellsehenden Magier eine Vorahnung haben, die vieles verändern kann, und die die Magie – zumindest vorübergehend – wieder deutlich erhöht: Maltcassion, der letzte Drache wird nur noch wenige Tage leben.


    Diese Nachricht elektrisiert nicht nur einige Herrscher, sondern auch Unternehmen und einfache Bürger, denn mit dem Tod Maltcassions wird das Gebiet, in dem er lebt, und das auf Lebenszeit geschützt ist, frei verfügbar.


    Die Waise Jennifer Strange ist Geschäftsführerin von Kazam, einer Agentur, die Magier vermietet. Nun stellt sich heraus, dass Jennifer auch die letzte Drachentöterin ist, ihre Aufgabe scheint es zu sein, den Drachen zum vorhergesehenen Zeitpunkt zu töten. Doch Jennifer sieht keine Notwendigkeit gegeben, weigert sich – und bekommt bald sehr deutliche Aufforderungen.


    Jasper Fjorde hat mit seinem ersten Jugendbuch einen typisch britischen Fantasyroman, der auch Erwachsenen gefallen kann, geschrieben, typisch britisch, da nicht nur die Geschichte ziemlich abgefahren ist, sondern sich darin auch eine ganze Menge mehr oder weniger skurriler Charaktere tummeln und der Humor entsprechend ist. Wer das mag, wird sich hier gut unterhalten.


    Jennifer Strange, die der Autor hier selbst in Ich-Form erzählen lässt, ist zwar noch sehr jung, aber auch sehr reif für ihr Alter. Sie selbst kann keine Magie wirken, kennt sich durch ihren Job aber gut in der Materie aus. Ihr liebster Begleiter ist das Quarktier, das zwar gefährlich aussieht, und das auch sein kann, aber eigentlich ganz lieb ist.


    Die Welt, die der Autor hier erschaffen hat, ist eine Art Parallelwelt Großbritanniens, eine, in der es Magie gibt, und in der die Königreiche nicht vereint sind – die Ununited Kingdoms eben. Und wie die Königreiche sind auch die meisten Einwohner, jeder denkt an seinen Vorteil, die Herrschenden und die Wirtschaftsunternehmen ganz besonders. Ein bisschen Sozialkritik schwingt hier durchaus mit.


    Das Ende kommt dann anders als erwartet, und auch bis dahin gibt es eine Reihe Überraschungen. Die Geschichte kann man eigenständig lesen, aber es gibt auch noch zwei Fortsetzungen, auf die ich große Lust bekommen habe.


    Jasper Fjordes erster Jugendroman hat mich gut unterhalten, Welt und Geschichte sind interessant, die Protagonistin sympathisch und es gibt viel (britischen) Humor. Man darf auf die beiden Fortsetzungen gespannt sein. Ich vergebe 8 Punkte und eine Leseempfehlung für Jugendliche und Erwachsene, die an skurriler Fantasy Spaß haben.

    Nach den Ereignissen im letzten Band lebt Alex in der Märchenwelt bei ihrer Großmutter, der guten Fee, die sie ausbildet, und Conner in der realen Welt bei Mutter und Stiefvater. Dann wird bei einem Festakt für die Gebrüder Grimm in Berlin eine große Bedrohung für die Märchenwelt offenbart.


    Zu Beginn sind die Zwillinge getrennt, und so erlebt man mit Conner einiges in der realen Welt. Er fliegt mit Lehrerin und einigen Klassenkameradinnen nach Berlin, wo er miterlebt, wie drei bisher unbekannte Märchen der Gebrüder Grimm gelesen werden. Natürlich erkennt er sofort die Brisanz, die diese für die Märchenwelt enthalten, doch was tun? Seine Reise führt ihn weiter u. a. nach London und Neuschwanstein – von Chris Colfer sehr gelungen erzählt, das Kopfkino bekommt viel zu tun.


    Auch in der Märchenwelt tut sich derweil allerlei, so gibt es in Rotkäppchens Königreich Neuwahlen und Alex entdeckt, dass auch Wünscheerfüllen gelernt sein will. Am Ende spielt sich sowieso alles in der Märchenwelt ab, und es kommt zu einigen sehr dramatischen Szenen und auch ein paar Geheimnisse werden aufgedeckt.


    Es ist schön, viele der bereits bekannten und beliebten Charaktere wiederzutreffen. Eine große Rolle spielt, neben Alex und Conner, Mutter Gans, aber auch Rotkäppchen, Goldlöckchen und Froggy machen von sich reden. Daneben gibt es neue Charaktere, denn Conner erlebt seine Abenteuer in der realen Welt nicht allein, und auch die Liebe hält Einzug in das Leben der mittlerweile 14jährigen Zwillinge.


    Chris Colfer hat einen schönen Erzählstil, der den Leser schnell packt. Mir gefällt die Märchenwelt gut, es ist schön zu lesen, was der Autor aus den bekannten Märchen gemacht hat bzw. wie er das Leben der Protagonisten weiterführt. Die Geschichte ist auch dieses Mal wieder sehr spannend und phantasievoll, und auch der Humor kommt nicht zu kurz (wenn ich da nur an „Granny Pearl“ denke). Am Ende würde man am liebsten sofort weiterlesen, vor allem auch wegen des schockierenden Cliffhangers. Aber auch sonst bin ich neugierig, wie es weitergeht, denn es hat sich einiges verändert.


    Die einzelnen Kapitel werden mit schönen, passenden Illustrationen eingeleitet und auch eine hübsche und nützliche Karte ist wieder vorhanden. Zusammen mit dem Cover ist das Buch somit auch ein optischer Genuss.


    Chris Colfers Reihe um das Land of Stories, die Märchenwelt, scheint mir immer besser zu werden, mittlerweile kennt man die Charaktere gut, die Geschichten werden erwachsener und die Spannung zieht an. Hier ist es ihm auch gelungen, einiges zu etablieren, das interessante Veränderungen bringen könnte. Ich vergebe für diesen dritten Band der Reihe gerne 9 Punkte und eine Leseempfehlung für alle, die Märchen und Märchenadaptionen mögen.

    „Echte Kerle sticken ohne Fingerhut“ (S. 10)‘



    Kommissar Siegfried (Siggi) Seifferheld aus Schwäbisch Hall wurde im Dienst angeschossen und ist seitdem Frühpensionär. Das gefällt ihm nicht, zumal er in seinem Dreimädchenhaushalt (Schwester Irmi, Tochter Susanne und Nichte Karina) nicht viel zu sagen hat. Gut, dass Hund Onis ihm regelmäßig einen Grund gibt, aus dem Haus zu gehen. Und dann ist da natürlich noch sein Hobby, das er geheimhalten muss, er stickt nämlich gerne.


    Als kurz hintereinander mehrere Männer im mittleren Alter erst verschwunden sind und dann tot aufgefunden werden, wittert er einen Serienmörder – doch niemand glaubt ihm.


    Schnell hat mir der Roman mit seinem Humor und seinen etwas skurrilen Charakteren gefallen. Seifferheld ist eher ein Antiheld, aber ein netter, der es nicht leicht hat mit seinem „Harem“, wie er es selbst nennt, die drei Frauen in seinem Leben sind alle sehr eigenwillig und tragen durchaus zum Humor bei. Auch Siggis Hobby ist nicht ohne, und wird von ihm sogar geschäftsmäßig betrieben. Wenn nur Sticken als männlich anerkannt wäre …


    Der Fall läuft mehr oder weniger nebenbei und wird dennoch am Ende aufgelöst, denn natürlich hat Siggi recht, und die Tode sind nicht natürlich, was auch der Leser schnell ahnt. Siggi zur Seite steht dabei neben seinem Hund sein Freund Klaus, der als Lockvogel herhalten muss, sich dabei aber nicht sehr geschickt anstellt.


    Sehr amüsant sind auch Siggis Polizeiberichte, die in der örtlichen Zeitung veröffentlicht werden, und die für ihn die nahezu einzige Verbindung zu seinem früheren Job sind. Ich freue mich, dass es noch weitere Bände mit Siggi, Onis und seinem Harem gibt, so dass ich alle wiedertreffen kann.

    Ein Kommissar im Ruhestand, der mit drei Frauen zusammenlebt, die es ihm nicht leicht machen, ein Fall, an den zunächst außer ihm keiner glaubt und Humor – mir hat diese Mischung gut gefallen, so dass ich gerne 8 Punkte vergebe und eine Leseempfehlung.

    Rakel pflegt ihren schwerkranken Vater, doch das Geld reicht vorne und hinten nicht. Da sie einen ausgeprägt guten Geruchssinn hat, entschließt sie sich, sich für eine Parfümeurausbildung zu bewerben. Dass sie in eine Intrige gerät und des Mordes verdächtigt wird, konnte sie leider nicht riechen.


    Ash ist der Harnisch, der persönliche Leibwächter des designierten Thronfolgers, Prinz Nisai – und dessen Freund. Als der Prinz offensichtlich Opfer eines Giftanschlages wird, bleibt ihm nur die Hoffnung auf ein Gegengift, doch dafür muss erst das verwendete Gift erkannt werden.


    Rakel und Ash fällt es zu, sich auf eine gefahrvolle Reise zu machen, um dem Prinzen doch noch das Leben zu retten. Dass die beiden sich gerade erst kennengelernt haben, macht die Sache nicht leichter.


    Ich habe mich ruckzuck in diesen Roman verliebt. Schon die beiden Protagonisten sind wunderbare Charaktere, die durchaus ambivalent gezeichnet und mit ihren eigenen Päckchen beladen sind, die man aber einfach mögen muss. Ganz schnell war ich beiden auch emotional verbunden, und litt und hoffte mit ihnen.


    Auch die anderen Charaktere gefallen mir gut und sind gelungen gezeichnet. So hat man z. B. Nisai kennengelernt und hofft mit Ash und Rakel auf seine Heilung. Gut gefallen hat mir u. a. auch Kip, die Ashs Platz als Harnisch einnimmt, als dieser sich auf die Reise begibt, und die schon vorher bei mir Pluspunkte gesammelt hat, oder Iddo, Nisais älteren Bruder, der aber für die Thronfolge nicht in Frage kommt, und sich als Gardehauptmann profiliert. Und natürlich all die vielen Charaktere, die die beiden Protagonisten auf ihrer Reise begegnen.


    Die Reise führt durch alle Provinzen des Reiches, und gibt somit einen guten Einblick in die Welt, die die Autorin erschaffen hat. Mir wurde beim Lesen nie langweilig, im Gegenteil, die Abenteuer sind vielfältig, die Landschaften ebenso und jede Provinz hat ihre Eigenarten, gesellschaftlich, kulturell, religiös … Sehr gut gefällt mir auch die Rolle der Düfte, die nicht nur für Rakel und Ash, sondern auch für mich schnell eine zentrale Rolle spielen und den Roman nicht nur sehr bild- sondern auch geruchreich machen, das Kopfkuno zieht hier auch die Nase hinzu.


    Erzählt wird abwechselnd aus Rakels und Ashs Perspektive in Ich-Form, dadurch kommen einem die beiden noch näher. Es entstehen so auch immer wieder kleine Cliffhanger, die die Spannung noch erhöhen und mit dazu beitragen, dass man den Roman nur ungern aus der Hand legt. Am Ende des Romans wartet ein weiterer Cliffhanger auf den Leser, aber der zweite Band ist gerade erschienen, und so muss man nicht lange darauf warten, weiterlesen zu können.


    Selten hat mich ein Roman so schnell fasziniert und gefesselt, selten haben mich Protagonisten so schnell gefangen genommen – dieser Roman ist ein absolutes Lesehighlight für mich. Natürlich vergebe ich hier volle Punktzahl und eine Leseempfehlung (nicht nur) für Genrefans.

    London 1850: John Smith ist ein Soulman, also dafür zuständig, die Seelen Verstorbener in die Zwischenwelt zu geleiten. Als er einen Auftrag im Buckinghampalast erhält, findet er mehrere Tote vor, augenscheinlich ermordet – und ein unheimliches Wesen.


    Ich bin ein großer Fan des Autors, der für mich ein großes Erzähltalent mit viel Phantasie ist – wie man aber an meiner Bewertung bereits erkennen kann, hat er mich mit diesem Band nicht komplett überzeugen können.


    Wie gewohnt hat Akram El-Bahay ein interessantes Charakterensemble entworfen, das aber vor allem in den Nebenrollen brilliert. Beide Protagonisten bleiben relativ blass, auch wenn die Geschichte aus beider Perspektiven erzählt wird. John hat dabei den Hauptanteil, er sticht dennoch wenig heraus, und in Erinnerung werden andere Charaktere bleiben, die ich gleich noch erwähnen werde. Neben ihm ist die Perspektive der einzige Überlebende des oben erwähnten Anschlags eingewoben, Prinzessin Naima. Aber auch sie ist bisher eher farblos, auch wenn sie gegen Ende zeigen kann, was in ihr steckt.


    Die wahren Helden sind, wie bereits erwähnt, die Nebencharaktere. Wobei ich Oz fast schon zu den Protagonisten zählen möchte, auch wenn er keine eigenen Kapitel erhält. Zu Beginn ist er Archivar im Ministry of Souls, später ist er tot, aber immer noch sehr aktiv – mehr erzähle ich hier nicht, lasst euch überraschen. Er bringt eine Menge Humor ins Spiel und ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sehr interessant ist Terry (der offenbar eine Hommage an einen meiner anderen Lieblingsautoren ist), er ist der Chef des Archivs und schon länger tot, doch anscheinend ist es okay, dass er nicht in die Zwischenwelt gebracht wurde (ein Rätsel, das sich vielleicht noch auflöst?). Ein weiteres Highlight ist Agatha, die am Anfang nur dazu zu dienen scheint, in die Geschichte einzuführen, dann aber doch noch mehr als das wird – lasst euch auch hier überraschen. Sie ist eine alte Dame mit vielen Katzen, die sich weigert in die Zwischenwelt zu gehen und John dadurch das Leben schwer macht – und der zweite Charakter, der Humor ins Spiel bringt.


    Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist das London des Jahres 1950, etwas fiktiv angehaucht, aber gut zu erkennen und durchaus atmosphärisch integriert. Außerdem besucht der Leser zusammen mit John die Zwischenwelt. Der Hintergrund ist, wie meist bei Akram El-Bahay, orientalisch angehaucht, so kommt auch der Gegenspieler aus diesem Kulturkreis, wie auch die Prinzessin. Leider habe ich hier öfter das Gefühl von schon Bekanntem (auch an den Tintenjäger aus der Bücherstadt-Trilogie fühlte ich mich sehr erinnert – ich hätte lieber mehr „Neues“ gelesen). Auch ist mir der Antagonist noch zu abstrakt. Insgesamt ist mir die Geschichte „zu gewöhnlich“, d. h., leider viel weniger phantastisch als ich es von Akram El-Bahay gewohnt bin.


    Am Ende gibt es einen Cliffhanger, denn die Geschichte ist noch nicht zu Ende, der zweite Teil bereits angekündigt. Ob ich ihn lesen werde, weiß ich derzeit noch nicht, wirklich neugierig bin ich, ehrlich gesagt, nicht. Denn, mein größtes Problem ist, dass mich der Roman stellenweise nicht gepackt habe, habe ich andere Romane des Autors meist flott durchgelesen, weil ich sie kaum aus der Hand legen konnte, habe ich mich hier manchmal tatsächlich gelangweilt. Ich hatte sehr hohe Erwartungen an den Roman, erfüllt wurden sie jedoch nur zum Teil.


    Leider konnte mich der Roman nicht komplett überzeugen, schade, denn Akram El-Bahay ist einer meiner Lieblingsautoren und hat mich hier erstmals enttäuscht. Ich vergebe dieses Mal „nur“ 6 Punkte, wer den Autor bisher mochte, sollte sich aber nicht abschrecken lassen.

    Berlin 1978: Nachdem Carla Armin sich wegen einer ansteckenden Krankheit von ihrem Baby trennen musste, erkennt sie es nicht mehr als ihr eigenes wieder. Über die kommenden Jahre versucht Carla ihre Tochter zu finden, doch keiner glaubt ihr, ihre Ehe leidet und das Kind, das sie nicht als ihr eigenes anerkennt, leidet an einer schlimmen Krankheit.


    Ca. dreißig Jahre später findet sich Fiona Hayward mit aufgeschnittenen Pulsadern in ihrer Badewanne wieder. Doch sie kann sich nicht erinnern, wie es dazu kommen konnte. Ben Edwards, ein guter Bekannter Fionas, versucht ihr zu helfen, muss aber gleichzeitig einen Auftrag Cedric Darneys erledigen.


    Ben und Cedric kannte ich bereits aus „Das zerbrochene Fenster“, endlich komme ich dazu, mehr von den beiden zu lesen. Die Protagonistinnen sind beide recht eigenwillige Persönlichkeiten, die auch psychische Probleme haben. Als Leser kommt man ihnen nicht unbedingt nahe, aber man kann die meisten ihrer Emotionen nachvollziehen. Mir tat allerdings auch das kleine Mädchen leid, das an einer der schlimmsten Krankheiten leidet, die ich mir für ein Kind vorstellen kann. Ben kann man als dritten Protagonisten betrachten, auch er handelt nicht immer so, wie man es sich wünschen würde, aber er ist mir der sympathischste von den Dreien. Leider hat Cedric hier nur eine Nebenrolle inne. Die Charakterzeichnungen der Autorin gefallen mir, bis in die Nebenrollen gut, auch wenn jeder einzelne seine Macken hat.


    Mir hat die Erzählweise gut gefallen, nicht nur, dass es verschiedene Perspektiven gibt, die Autorin arbeitet auch mit unterschiedlichen Schriftarten, die die unterschiedlichen Zeitstränge voneinander abgrenzen, zudem gibt es handschriftliche Briefe und Notizen, die die Erzählung auflockern und authentisch wirken lassen.


    Als Leser hat man – schon der Klappentext trug bei mir dazu bei – schnell eine Ahnung, wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammengehören. Ob zu recht oder nicht, verrate ich hier natürlich nicht. Was sich letztlich abgespielt hat, erfährt man erst gegen Ende, dort gibt es auch einen recht überraschenden Twist.


    Mir hat „Das alte Kind“ gut gefallen, ich finde die Thematik sehr interessant und gut umgesetzt, der Roman, der Begriff „Thriller“ trifft es nicht wirklich, ist durchaus spannend und ich wollte immer wissen, wie es weiter geht. Manchmal wäre ich gerne tiefer in die Gedankenwelt der Charaktere eingestiegen, vor allem bei Morag, Fionas Mitbewohnerin. 8 Punkte und eine Leseempfehlung für Genrefans.

    New York, Dezember 1900: Der zwölfjährige Zeitungsjunge Izzy Baline wünscht sich nichts sehnlicher als einmal ein singender Kellner zu werden. Schon jetzt kann er mit seinem Gesang seinen Verkauf steigern.


    1924: Aus dem Zeitungsjungen ist der Songwriter Irving Berlin geworden. Er lernt Ellin Mackay kennen, die aus der irischen Upperclass stammt. Beide verlieben sich, doch Ellins Familie hat Vorbehalte gegen den deutlich älteren jüdischen Songwriter, der ihrer Meinung nach nicht in ihre Gesellschaftsschicht passt. Doch Ellin ist entschlossen, um ihre Liebe zu kämpfen.


    Heiligabend 1937: Irving Berlin ist ohne seine Familie in Hollywood und arbeitet an einem Weihnachtslied.


    Während der erste Zeitabschnitt nur im Prolog zu tragen kommt, wechselt die Geschichte zwischen den beiden anderen hin und her. Probleme bereitet das keine, da der frühere Zeitabschnitt größtenteils aus Ellins Sicht erzählt wird, der spätere aus Irvings).


    Eigentlich hatte ich erwartet, dass der Roman vor allem die Entstehung eines der bekanntesten Weihnachtslieder, nämlich „White Christmas“ erzählt, tatsächlich spielt das zwar eine Rolle, aber der Fokus liegt auf der Liebesgeschichte zwischen Irving und Ellin. Diese hat viele Hochs und Tiefs und irgendwann wurde ich ziemlich ungeduldig, da es sich immer wieder um die Ablehnung der Familie Ellins drehte und sich dabei manches wiederholte. Ellin will beiden Seiten gerecht werden, doch dies scheint unmöglich. Für mich war nicht immer nachvollziehbar, warum sie nicht einfach so handelt, wie sie möchte.


    So steht auch Ellin im Mittelpunkt, nicht Irving, was ich schade finde, denn der Titel suggeriert etwas anderes. Ellin ist mir sympathisch, aber ich hätte sie gerne öfter geschüttelt. Insgesamt ist ihr Charakter aber gut gezeichnet, ebenso wie ihre Familienmitglieder. Auch Irving gefällt mir gut und man erfährt manches über ihn, sein Leben und seine Karriere. Schön auch, dass Songs Irving Berlins als Überschriften dienen. Man bekommt direkt Lust, sie sich anzuhören. Gut gefallen hat mir auch, dass nicht nur die beiden, sondern auch eine ganze Reihe anderer realer Persönlichkeiten den Roman bevölkern, bis hin zum britischen Thronfolger.


    Der Roman lässt sich gut lesen, wie schon aber oben erwähnt, nervte mich das Hin und Her zwischen Irving und Ellin irgendwann, doch genau da wurde dann endlich eine Entscheidung herbeigeführt. Spoilern werde ich hier nicht, aber wahrscheinlich wird der eine oder andere sowieso schon wissen, wie die Geschichte zwischen Ellin und Irving ausging, und ob Ellin 1937 zu Irvings Familie gehört – das wird der unwissenede Leser erst am Ende erfahren. Das Nachwort der Autorin ist lesenswert, man sollte es nicht auslassen.


    Obwohl ich etwas anderes erwartet hatte, habe ich den Roman gerne gelesen und mich auch ein bisschen mehr mit Irving Berlin beschäftigt. Jedoch hätte ich mir mehr Fokus auf Irving und seine Karriere und weniger auf die Liebesgeschichte gewünscht. Ich vergebe 7 Punkte und eine Leseempfehlung für alle, die Liebesgeschichten mögen.

    Marion Crawford studiert an einem Lehrerkolleg und möchte später einmal den Kindern in den Slums bessere Lebensaussichten ermöglichen. Doch dann landet sie 1932 am anderen Ende der Skala und wird Gouvernante der Prinzessinnen Elisabeth und Magaret.


    Als ich vor etwas zehn Jahren „The uncommon reader“ las, kam mir die englische Queen das erste Mal näher, mittlerweile habe ich weiteres gelesen und auch einige Filme und Serien gesehen, die sich mit dem britischen Königshaus beschäftigen, zuletzt natürlich „The Crown“. Überhaupt bin ich schon lange an der Geschichte der britischen Insel interessiert. „Teatime mit Lilibet“ hat mich daher natürlich gleich neugierig gemacht.


    Die Autorin baute diesen Roman u. a. auf den Memoiren Marion Crawfords auf, hat aber natürlich auch anderes zur Recherche herangezogen (mehr dazu kann man im lesenswerten Nachwort erfahren). Der Roman scheint mir dennoch subjektiv geprägt, was aber natürlich passend ist, denn immerhin wird hier ganz aus Marions Sicht erzählt, es ist ein privater Einblick hinter die Kulissen der Royals. Gleichzeitig wird über einen Zeitraum von 16 Jahren erzählt, in dem auch (welt)politisch viel passiert ist. So fallen die Abdankung Eduard VIII und das Nachrücken seines Bruder als König und damit Elisabeths als Nachfolgerin und der 2. Weltkrieg in diese Zeit.


    Als Marion Crawford ihre Stelle antritt, ist Elisabeth, die von der Familie Lilibet genannt wird, 6 Jahre alt. Marion möchte sie aus ihrem Elfenbeinpalast herausholen und ihr die „echte“ Welt zeigen, was ihr nur teilweise gelingt. Auch Margaret unterrichtet sie, diese Prinzessin ist aber weitaus schwerer zu handeln als ihre ernstere Schwester und zudem oft voller Neid. Auch andere Familienmitglieder und verschiedene Personen bei Hofe spielen hier eine Rolle und sind nachvollziehbar gezeichnet. Wenn man schon einiges über die damalige Situation und die angesprochenen Menschen weiß, ist das ein Vorteil, aber man kann natürlich auch parallel ein bisschen googeln und sich weiter informieren.


    Marion schenkt dem Königshaus einen großen Teil ihres Lebens, gedankt wird ihr das aber nur bedingt. Am Ende sitzt sie in ihrem Haus in Schottland und hofft, dass die Queen und ihre Schwester sie auf dem Weg nach Balmoral besuchen, so startet der Roman, der Rest wird dann als Rückblick erzählt. Ich finde das gelungen, denn zum einen ist man gespannt, ob die Queen nun vorbeischauen wird, denn in den vergangenen Jahren hat sie das nicht, und zum anderen ahnt man hier schon die Einsamkeit der alten Marion.


    Erzählt wird sehr eingängig, und die Charaktere kommen dem Leser nahe, gleichzeitig erfährt man viel Interessantes über das Leben hinter den Kulissen des Hofes, die Menschen, die dort eine Rolle spielen und über die erzählte Zeit.


    Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen, wie gesagt, er erscheint mir sehr subjektiv, aber auch eine gute Ergänzung zu all dem anderen, aus dem ich schon Wissen über die Royals geschöpft habe (nicht zuletzt eigenes Erleben). Wie schon erwähnt, scheint es mir günstig, schon ein wenig Hintergrundwissen zu haben. Ich empfehle diesen Roman gerne weiter und vergebe 9 Punkte

    Der Barde Troubadix hat es sich in den Kopf gesetzt beim Gesangswettstreit der Barden im Karnutenwald den Goldenen Hinkelstein zu gewinnen. Asterix und Obelix begleiten ihn zu seinem Schutz.


    Diese Asterix-Geschichte erschien 1967 als Schallplatte mit begleitender Bildergeschichte, und wird nun erstmals als illustriertes Album veröffentlicht – allerdings nicht als Comic mit mehreren Panelen auf jeder Seite und Sprechblasen. Vielmehr gibt es auf jeder Doppelseite Illustrationen sowie einen Text, der kein Fließtext ist, sondern wie bei einem Theaterstück (oder hier eben Hörspiel) aus den Texten für die einzelnen Sprecher (Erzähler, Asterix, Obelix, Troubadix usw.) besteht. Diese wurden zudem neu als Hörspiel eingelesen, das man im Internet herunterladen kann (näheres dazu im Album).


    Ich bin ein großer Fan dieser Gallier und habe mich auch mit dieser Geschichte unterhalten, auch wenn sie nicht so raffiniert wie andere Asterix-Geschichten ist. Sie ist wohl eher für Kinder konzipiert als für Erwachsene, recht einfach gehalten, hat aber, wie es sich gehört, auch ein paar Kloppereien zu bieten, und zwar nicht nur mit den Römern. Über das Hörspiel werden sich wohl nur Kinder wirklich amüsieren, aber es ist eine nette Dreingabe. Die Illustrationen sind von Uderzo selbst und sehr gelungen. Ich vergebe gerne 8 Punkte

    November Larks Eltern verschwinden an ihrem 6. Geburtstag, danach muss sie bei Pflegeeltern, in Heimen und betreuten WGs leben, bis sie sich mit 17 Jahren auf den Weg gemacht hat, ihre Eltern zu suchen, zusammen mit ihrer Katze, die sie schon seit ihrer Kindheit begleitet


    Als einzige Spur hat sie ein Streichholzbriefchen der Kneipe „Bottled“, deren Wirt ihr Arbeit gibt, nach und nach findet sie Menschen, die ihren Vater kannten, dem sie zwar näher kommt, der ihr aber immer voraus bleibt. Immer wieder kreuzt auch ein Junge in einem gelbroten Zelt ihren Weg.


    November zahlt bei der Suche jeden Preis, sie selbst ist sich kaum etwas wert, sie lässt sich benutzen. Das zu lesen, ist oft sehr schwer, zumal vieles explizit genannt wird. Alleine deshalb denke ich nicht, dass der Roman für junge Jugendliche geeignet ist, und schon gar nicht für sensible, der Verlag empfiehlt den Roman ab 16 Jahren, auch für mich die Untergrenze.


    Ich hatte zunächst Probleme, in den Roman hineinzukommen und langweilte mich sogar, habe zunächst quergelesen, doch dann wurde es besser und ich habe das Querlesen eingestellt. November ist naturgemäß kein leichter Charakter, ein Mädchen mit vielen Problemen, das es dem Leser nicht immer leicht macht, es zu mögen. Sie packt den Leser aber auf jeden Fall emotional, auf welche Weise auch immer.


    Neben November sind weitere Charaktere vorhanden, die alle etwas anders und oft eher schwierig sind. Eine alte Frau, z. B., die sich Zettel schreibt, um nichts zu vergessen, oder Katja, der Wirt, der ebenfalls einen Verlust hinter sich hat – und es gibt auch den einen oder anderen ziemlich widerlichen Mann.


    Das Geheimnis um ihre Eltern wird am Ende gelüftet, wahrscheinlich für viele aber auf eher überraschende Weise. Auch das Geheimnis um den Jungen im Zelt wird aufgelöst, als Erwachsener hat man hier bereits früh geahnt, worauf das hinausläuft. Ich finde beide Auflösungen nachvollziehbar. Der Roman ist nicht Krimi oder gar Fantasy, sondern ein sehr psychologischer Roman, bei dem man sich auf die Charaktere und die Geschichte einlassen muss.


    Der Roman hat es wahrhaft in sich und ist nichts für sensible Menschen, vor allem in Bezug auf (sexuelle) Gewalt, Vernachlässigung, psychische Erkrankungen hat er einige Trigger auf Lager. Aus dem selben Grund bietet er auch viel Stoff zum Nachdenken, und das ist wiederum positiv. Ich fand ihn nicht immer leicht zu lesen, hatte viele Emotionen (jeglicher Art) während des Lesens und habe hin und wieder auch überlegt abzubrechen. Als ich diese Rezension anfing zu schreiben, war ich mir noch unsicher, was ich schreiben würde, was mir sonst so gut wie nie passiert – und bin nun erstaunt, dass ich den Roman vom Gefühl her doch besser finde als zunächst gedacht. Ich vergebe 7 Punkte und eine eingeschränkte Leseempfehlung für psychisch gefestigte Jugendliche und Erwachsene . Am besten lesen die Eltern den Roman auch, um mit ihren Kindern darüber sprechen zu können – nötig könnte das sein.