Beiträge von PMelittaM

    Der Barde Troubadix hat es sich in den Kopf gesetzt beim Gesangswettstreit der Barden im Karnutenwald den Goldenen Hinkelstein zu gewinnen. Asterix und Obelix begleiten ihn zu seinem Schutz.


    Diese Asterix-Geschichte erschien 1967 als Schallplatte mit begleitender Bildergeschichte, und wird nun erstmals als illustriertes Album veröffentlicht – allerdings nicht als Comic mit mehreren Panelen auf jeder Seite und Sprechblasen. Vielmehr gibt es auf jeder Doppelseite Illustrationen sowie einen Text, der kein Fließtext ist, sondern wie bei einem Theaterstück (oder hier eben Hörspiel) aus den Texten für die einzelnen Sprecher (Erzähler, Asterix, Obelix, Troubadix usw.) besteht. Diese wurden zudem neu als Hörspiel eingelesen, das man im Internet herunterladen kann (näheres dazu im Album).


    Ich bin ein großer Fan dieser Gallier und habe mich auch mit dieser Geschichte unterhalten, auch wenn sie nicht so raffiniert wie andere Asterix-Geschichten ist. Sie ist wohl eher für Kinder konzipiert als für Erwachsene, recht einfach gehalten, hat aber, wie es sich gehört, auch ein paar Kloppereien zu bieten, und zwar nicht nur mit den Römern. Über das Hörspiel werden sich wohl nur Kinder wirklich amüsieren, aber es ist eine nette Dreingabe. Die Illustrationen sind von Uderzo selbst und sehr gelungen. Ich vergebe gerne 8 Punkte

    November Larks Eltern verschwinden an ihrem 6. Geburtstag, danach muss sie bei Pflegeeltern, in Heimen und betreuten WGs leben, bis sie sich mit 17 Jahren auf den Weg gemacht hat, ihre Eltern zu suchen, zusammen mit ihrer Katze, die sie schon seit ihrer Kindheit begleitet


    Als einzige Spur hat sie ein Streichholzbriefchen der Kneipe „Bottled“, deren Wirt ihr Arbeit gibt, nach und nach findet sie Menschen, die ihren Vater kannten, dem sie zwar näher kommt, der ihr aber immer voraus bleibt. Immer wieder kreuzt auch ein Junge in einem gelbroten Zelt ihren Weg.


    November zahlt bei der Suche jeden Preis, sie selbst ist sich kaum etwas wert, sie lässt sich benutzen. Das zu lesen, ist oft sehr schwer, zumal vieles explizit genannt wird. Alleine deshalb denke ich nicht, dass der Roman für junge Jugendliche geeignet ist, und schon gar nicht für sensible, der Verlag empfiehlt den Roman ab 16 Jahren, auch für mich die Untergrenze.


    Ich hatte zunächst Probleme, in den Roman hineinzukommen und langweilte mich sogar, habe zunächst quergelesen, doch dann wurde es besser und ich habe das Querlesen eingestellt. November ist naturgemäß kein leichter Charakter, ein Mädchen mit vielen Problemen, das es dem Leser nicht immer leicht macht, es zu mögen. Sie packt den Leser aber auf jeden Fall emotional, auf welche Weise auch immer.


    Neben November sind weitere Charaktere vorhanden, die alle etwas anders und oft eher schwierig sind. Eine alte Frau, z. B., die sich Zettel schreibt, um nichts zu vergessen, oder Katja, der Wirt, der ebenfalls einen Verlust hinter sich hat – und es gibt auch den einen oder anderen ziemlich widerlichen Mann.


    Das Geheimnis um ihre Eltern wird am Ende gelüftet, wahrscheinlich für viele aber auf eher überraschende Weise. Auch das Geheimnis um den Jungen im Zelt wird aufgelöst, als Erwachsener hat man hier bereits früh geahnt, worauf das hinausläuft. Ich finde beide Auflösungen nachvollziehbar. Der Roman ist nicht Krimi oder gar Fantasy, sondern ein sehr psychologischer Roman, bei dem man sich auf die Charaktere und die Geschichte einlassen muss.


    Der Roman hat es wahrhaft in sich und ist nichts für sensible Menschen, vor allem in Bezug auf (sexuelle) Gewalt, Vernachlässigung, psychische Erkrankungen hat er einige Trigger auf Lager. Aus dem selben Grund bietet er auch viel Stoff zum Nachdenken, und das ist wiederum positiv. Ich fand ihn nicht immer leicht zu lesen, hatte viele Emotionen (jeglicher Art) während des Lesens und habe hin und wieder auch überlegt abzubrechen. Als ich diese Rezension anfing zu schreiben, war ich mir noch unsicher, was ich schreiben würde, was mir sonst so gut wie nie passiert – und bin nun erstaunt, dass ich den Roman vom Gefühl her doch besser finde als zunächst gedacht. Ich vergebe 7 Punkte und eine eingeschränkte Leseempfehlung für psychisch gefestigte Jugendliche und Erwachsene . Am besten lesen die Eltern den Roman auch, um mit ihren Kindern darüber sprechen zu können – nötig könnte das sein.

    Marie Curie – ich denke, diesen Namen hat nahezu jeder schon einmal gehört. Sie ist wahrhaftig eine Ikone ihrer Zeit, einer Zeit, in der man Frauen weniger Gehirnleistung bescheinigte als den Männern, und sie auch entsprechend behandelte. Doch Marie Curie hat sie dagegen gewehrt, hat Erfolge in ihren wissenschaftlichen Forschungen errungen und zweimal den Nobelpreis bekommen, noch dazu in verschiedenen Disziplinen.


    Die Autorin spürt Marie Curies Leben nach. Die Rahmenhandlung spielt im Oktober 1926, als ihre älteste Tochter heiratet. Dreimal schaut Marie zurück in ihre Vergangenheit (erzählt wird allerdings in der dritten Person), im ersten Abschnitt in ihre Kindheit und Schulzeit, beginnend mit dem Jahr 1875, im zweiten Abschnitt in ihre Zeit als (Privat)Lehrerin in Polen und im dritten Abschnitt in ihre Studienzeit in Paris, und ihr Leben und Forschen an der Seite ihres Ehemannes Pierre Curie. Leider fehlt die Zeit nach dem Tod Pierre Curies, der bereits 1906 verstarb, sie wird nur ganz kurz im Roman und noch einmal im Nachwort angerissen. Das ist sehr schade, denn diese Zeit ist interessant und für Marie Curies Leben sehr wichtig.


    Dafür wird meiner Meinung nach der erzählte Teil ihres Lebens teilweise zu langwierig beschrieben, vor allem der zweite Abschnitt hat viele Längen und ist für mich auch weniger interessant. Immer einmal wieder habe ich quer gelesen, ich wollte eigentlich vor allem über ihr Leben als Wissenschaftlerin lesen. Die Forschungen Marie Curies werden nicht zu ausführlich erzählt, aber durchaus so, dass man sie als Leser nachvollziehen und verstehen kann. Ein Rätsel bleibt, warum die Wissenschaftlerin sich und ihren Mann nicht vor der radioaktiven Wirkung geschützt hat, obwohl sie sie kennen musste.


    Leider ist mir Marie Curie nicht nahe gekommen, ich wurde mit ihr nicht warm, sie berührte nicht mein Herz. Sicher, ihr Leben ist nicht immer einfach gewesen, schon allein in einem Land zu leben, das von einem anderen beherrscht wurde, und zwar so sehr, dass z. B. das Polnische an den Schulen verboten war (aber durchaus heimlich in dieser Sprache gelehrt wurde), ihr Vater hatte deswegen seine Stellung verloren, die Menschen fühlten sich unterdrückt und unfrei, Frauen durften nicht studieren. Aber auch ihr privates Leben war geprägt von Verlusten und Depressionen. Und dennoch ist es der Autorin leider nicht gelungen, mir diese Frau nahe zu bringen.


    Was mich sehr stört ist, dass ich nicht nachvollziehen kann, ob die Brief- und anderen Zitate Marie Curies, ihres Mannes und anderer Briefpartner authentisch sind. Es findet sich kein Quellenverzeichnis oder eine ordentliche Zitierung – und das, obwohl sie offenbar viel schrieb und sicher einiges erhalten sein muss. Auch im Nachwort kann ich hierzu nichts finden. Viele Charaktere in diesem Roman sind historische Persönlichkeiten (näheres findet man im Personenverzeichnis zu Beginn des Romans), sie werden im wesentlichen aus Sicht der Protagonistin gezeichnet.


    Ich hatte mich auf diesen Roman sehr gefreut, das Lebensbild einer interessanten weiblichen Persönlichkeit erwartet, doch leider hat der Roman viele unnötige Längen und lässt einen wesentlichen Teil des Lebens der Protagonistin, mit der ich zudem nicht warm wurde, aus. Dennoch habe ich nun einen Blick auf dieses Leben werfen können und weiß mehr über sie als zuvor, auch wurde ich zum Googeln angeregt. Ich vergebe daher knappe 6 Punkte. Wer tiefer in Marie Curies Leben eintauchen will, liest wohl am besten eine Biographie über sie.

    1935: Gereon Rath fallen brisante Akten in die Hände und er wechselt die Dienststelle, Fritz reist zum Reichsparteitag nach Nürnberg, Charlie wird mit einem Trauma konfrontiert und erhält endlich Antworten, und Johann Marlow möchte auf die legale Seite wechseln.


    Wie der Titel schon sagt, steht dieses Mal Marlow im Mittelpunkt der Geschichte, wobei seine Geschichte parallel erzählt wird, d. h., der Leser erfährt endlich mehr über ihn und seine Vergangenheit. Inwieweit er mit den aktuellen Geschehnissen in Beziehung steht, klärt sich dagegen erst nach und nach.


    Gereon wechselt zum LKA, aber so ganz glücklich ist er dort auch nicht. Bei der Mordinspektion hatte er es zuletzt mit einem Fall zu tun, der ihm keine Ruhe lässt, und an dem er, auch ohne Kompetenzen, weiter ermittelt. Wer „Moabit“ gelesen hat, ahnt, was Charlies Trauma sein könnte, aber auch ohne diese Kenntnisse hat man keine Probleme, denn das nötigste wird hier noch einmal erzählt. Fritz scheint sich langsam Gedanken zu machen, ob sein Weg der richtige ist. Doch auf seine Pflegeeltern hat bereits jemand das Jugendamt angesetzt.


    Ich mag diese Reihe sehr, „Marlow“ ist tatsächlich bereits der 7. Band. Kutscher greift hier die ungewöhnliche Erzählstruktur, die er bereits in „Moabit“ nutzte, wieder auf und erzählt Marlows Geschichte in der zweiten Person Singular, als in Du-Form. Ansonsten bleibt er beim Altbewährten, wechselt zwischen verschiedenen Perspektiven (u. a. Charlie, Gereon und Fritz) und lässt die damalige Historie mit einfließen. Die Auflösung ist durchdacht, und wer diese bei „Moabit“ vermisst (obwohl man vieles ahnen konnte), wird hier auch fündig.


    Auch der 7. Band der Reihe ist wieder lesenswert, erzählt die Geschichte der Protagonisten weiter, behandelt einen interessanten Fall und deckt Marlows Geheimnisse auf. Wer die Reihe kennt, kann auch hier wieder bedenkenlos zugreifen, alle anderen sollten, wenn möglich, mit Band 1 starten.

    Combe, 997: Edgar, jüngster und sehr talentierter Sohn eines Bootsbauers will seinen Heimatort mit der Frau, die er liebt, verlassen, ein gutes Arbeitsangebot hat er schon. Doch dann fallen die Dänen ein, töten Edgars Vater und Geliebte und lassen seine Familie mittellos zurück. Nur durch Glück erlangen sie die Möglichkeit, einen Hof in Dreng‘s Ferry bewirtschaften zu können.


    Cherbourg, 997: Ragna, Tochter des Grafen, ist im heiratsfähigen Alter, aber sie stellt gewisse Ansprüche an ihren zukünftigen Ehemann und hat noch keinen passenden gefunden. Hals über Kopf verliebt sie sich in den Aldermann Wilwulf aus England, der gekommen ist, einen Vertrag mit dem Grafen auszuhandeln. Doch Wilwulf reist zunächst ohne Ragna wieder ab. Erst später schickt er seinen Bruder Wynstan, den Bischof von Shiring, der für ihn um Ragnas Hand anhalten soll. Überglücklich nimmt Ragna das Angebot an, doch wirklich glücklich wird sie in England nicht.


    Zur selben Zeit weilt auch der Mönch Aldred in Cherbourg. Er hat für sein Kloster ein paar wertvolle Bücher beschafft und träumt davon, sein Kloster zu einem gelehrten und beliebten Ort zu machen, doch seine Prinzipien und Bischof Wynstan machen ihm einen Strich durch die Rechnung.


    Drei Protagonisten, ein Antagonist, und eine Vielzahl weiterer Charaktere bevölkern diesen Roman, der die Vorgeschichte zu „Die Säulen der Erde“ erzählt und den Leser wissen lässt, wie Kingsbridge zu Kingsbridge wurde. Die Wege der Vier kreuzen sich schnell und ihre Geschicke verzahnen sich. Edgar, der ein Talent hat, alles bauen zu können, neben Booten z. B. auch Häuser, ist mir sehr schnell sympathisch gewesen, bei Aldred war ich zunächst etwas unsicher, aber dann mochte ich auch ihn sehr, beide Protagonisten haben mich auch emotional berührt.


    Weniger gut gelang mir das mit Ragna, die sich zuerst als patente und selbstbewusste junge Frau präsentiert, die aber auch leichtsinnig und nicht immer vorausschauend handeln kann. Ihre Handlungen konnte ich nicht immer nachempfinden. Als Antagonist ist Wynstan schon fast zu überzeichnet, wie übrigens alle „Bösen“ in diesem Roman, die eine oder andere Grauschattierung hätte ihm gut gestanden. Viele der Charaktere sind im Grunde Klischees und in meinen Augen nicht immer überzeugend.


    Aufgeteilt ist der Roman in vier Teile, die alle mit einleitenden anschaulichen Illustrationen versehen sind. Erzählt wird in einem sehr einfachen, oft regelrecht naiven Ton, der mir immer wieder Probleme machte, in den Roman (zurück)zufinden. Ich habe schon einige Romane des Autors gelesen, solche Probleme hatte ich bisher aber nie. Außerdem ist der Ton oft sehr derbe, was größtenteils durchaus passt, wenn aber die adelige Ragna z. B. das „F-Wort“ benutzt, und das in nicht geringem Maße, dann spricht mich das überhaupt nicht an. Es gibt zudem zu viele Wiederholungen, man sollte dem Leser durchaus zumuten können, sich manches zu merken, und vieles wird übermäßig ausgewalzt. Ein paar hundert Seiten weniger hätten dem Roman kaum geschadet und die Geschichte knackiger gemacht. Vieles ist zudem vorhersehbar. Ich persönlich finde auch das viele Drama, das dieser Roman enthält, sehr ermüdend.


    Interessant sind die Ausführungen, wie damals gearbeitet und gebaut wurde, wie man lebte und sich kleidete und wie es mit dem politischen und sozialen Leben stand. Diese Zeit wurde die „Dark Ages“ genannt, da wenig überliefert wurde, so dass ein Autor gute Möglichkeiten hat, Dinge auszuschmücken. Leider hat der Autor kein Nachwort geschrieben, in dem er ausführlich darauf eingeht, was tatsächlich historisch überliefert und was reine Fiktion ist – sehr schade!


    Am Ende der Geschichte sind zehn Jahre vergangen, es hat sich viel verändert. Noch dauert es gute 100 Jahre bis zu den Ereignissen aus „Die Säulen der Erde“, aber der Leser hat eine Vorstellung erhalten, wie es um die Anfänge von Kingsbridge stand.


    Leider konnte mich der Roman wenig überzeugen, schon die Erzählweise machte mir Probleme, Geschichte und Charaktere sind zudem sehr klischeebehaftet. Interessant ist, wie auch schon im o. g. Roman die Erzählung der Arbeits- und Lebensweise und manche Charaktere kann man liebgewinnen. Ich vergebe 5 Punkte. Wer die Kingsbridge-Romane kennt, kann, aber muss nicht zugreifen.

    Krieg ist allgemein menschenverachtend. Kriegsgefangenschaft ist ein Teil davon. Da bleibe ich bei meiner Haltung und ja, warum nicht frei lassen? Oder warum die Menschen zum Arbeiten zwingen?

    Dass Krieg schrecklich ist, bestreitet auch niemand, aber es gibt ihn nun mal und er ist menschengemacht. Was wäre die Alternative zur Kriegsgefangenschaft? Am ehesten noch direkt töten, frei lassen ist eine eher schlechte Alternative, der Gefangene ist schließlich auch jemand, der in den Krieg zog, und der bestimmt nicht aufhören würde zu töten, sondern direkt wieder zur Waffe greifen. Es geht hier auch um Selbstschutz! Und, wie wampy schon schrieb, Kriegsgefangene unterstehen einem gewissen Schutz, zumindest in der Theorie, überall wird das wohl nicht so sein (z. B. in Terrorregimen), hier wurden sie aber ziemlich human behandelt, und sollten sich eigentlich wünschen, dass es so bleibt.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsgefangener


    Lutz sagte, sie würden sich langweilen und daher hatte Bernadette überlegt, ihnen etwas zu tun zu geben, das gleichzeitig auch sinnvoll ist. Arbeiten gehört sogar zur "Pflicht" der Kriegsgefangenen (s. Link)


    Dass die Kriegsgefangenen die Saatkartoffeln zerstört haben, ist vielleicht bis zu einem gewissen Grad nachzuvollziehen, aber, sie haben damit vor allem Frauen und Kindern die Lebensgrundlage genommen, die können für die Situation am wenigsten - und so etwa halte ich nun mal für fies!


    In meiner Jugend gab es den Spruch "Stell dir vor, es wäre Krieg und keiner ginge hin" - ja, das wäre was, leider sind wir davon noch weit weg, denn irgendetwas scheint Menschen immer wieder in Kriege zu drängen, und wenn du siehst, wie freudig die jungen Männer 1914 in den Krieg zogen, hast du vielleicht eine Ahnung davon. Wie schlimm ein Krieg ist, wird den meisten leider erst klar, wenn es schon zu spät ist.

    Der vierte Band der Reihe beleuchtet die Jahre des 1. Weltkrieges. Gerade haben Mimi Reventlow und ihr Geschäftspartner Anton Schaufler noch einen Betrüger in ihrer Druckerei entlarvt und eine wunderbare neue Geschäftsidee gehabt, da beginnt der Krieg, immer mehr Männer werden einberufen und sogar jene, die vom Wehrdienst befreit sind, wie Anton aus gesundheitlichen Gründen oder Wolfram Weiß aus Altersgründen, melden sich freiwillig, denn man ist überzeugt, nach wenigen Wochen den Sieg davon zu tragen und wieder nach Hause zu können. Auch Alexander Schubert, mittlerweile als Paon gefeierter Künstler, zieht es an die Front.


    Dass der „Große Krieg“ Teil der Reihe werden würde, war abzusehen. Wir haben die Charaktere aus den Vorgängerbänden kennen und größtenteils lieben gelernt, und nun müssen wir extrem um sie bangen. Denn nicht nur an der Front ist es gefährlich, auch in der Heimat gibt es viele Probleme, die nun vor allem die Frauen lösen müssen, und auch hier ist der Tod nicht immer weit.


    Die ersten Seiten sind aber zunächst noch wie ein Nachhausekommen, es ist schön, die Charaktere wiederzutreffen. In diesem Band gibt es, auch aus der Not heraus, einige gelungene Charakterentwicklungen, manch einer zeigt, was in ihm steckt. Bernadette muss sich nicht nur alleine um die Schäferei kümmern, nur mit Hilfe einiger alter Hirten, sondern auch den Bürgermeister vertreten. Natürlich ist auch noch Corinne da, und man wird sehen, ob die Resentiments überwunden werden können. Auch Mimi muss „ihren Mann“ alleine stehen und Aufträge annehmen, die ihr nicht behagen.


    Alexander/Paon beendet in Stuttgart die Kunstschule. Mylo, sein Mentor, will den Krieg nutzen und lässt Alexander Schlachtgemälde malen. Man kann Alexander nur wünschen, dass er sich bald emanzipiert und seinen eigenen Weg gehen kann.


    Am Ende des Romans gibt es ein überraschendes Wiedersehen mit einem schon fast vergessenen Charakter – eine Überleitung zum Abschlussband der Reihe, in dem vielleicht manche Karten noch einmal neu vergeben werden.


    Petra Durst-Benning kann erzählen, ohne Frage, sehr schnell packt einen das Geschehen, und der Roman entwickelt sich zum Pageturner. Manchmal ist es mir einen Touch zu kitschig, aber darüber kann ich hier gut hinwegsehen. Wie oben schon angedeutet, gibt es hier viele liebgewonnene Charaktere, die Geschichte ist zudem interessant und eng verknüpft mit dem historischen Hintergrund, hier durch das Kriegsgeschehen noch mehr als in den bisherigen Bänden. Ich empfehle unbedingt, die Reihe von Beginn an zu lesen. Sehr gut gefällt mir auch, dass ihre Charaktere tiefgehend und authentisch gezeichnet sind und es keine Schwarz-Weiß-Malerei gibt.


    Der Krieg wird durchaus ungeschönt gezeigt, und so gibt es ein paar Szenen, die einen schlucken lassen, aber die Autorin hat das nicht unnötig ausgewalzt. Ein historischer Roman hat auch die tatsächlichen Gegebenheiten zu berichten, und Krieg ist nun einmal nicht schön.


    Auch Band 4 der Reihe hat mich wieder schnell gepackt, ich mochte ihn kaum aus der Hand legen. Die Geschichte um die Fotografin Mimi Reventlow hat sich weiterentwickelt, wie auch die Charaktere an ihrer Situation wachsen mussten. Ich freue mich sehr auf den Abschlussband, empfehle die gesamte Reihe uneingeschränkt weiter und vergebe natürlich gerne volle Punktzahl.

    Im Shenandoah Nationalpark werden in einer Höhle menschliche Knochen gefunden und schließlich auch frische Leichen. Sayer Altair, Agentin beim FBI, wird hinzugezogen. Nach ihrem letzten Fall wird das FBI gründlich untersucht, und so muss Sayer mit einem sehr kleinen Team auskommen.


    Band 1 war ein Überraschungshit für mich und ich war sehr gespannt auf Sayers neuen Fall. Die Protagonistin ist nicht nur FBI-Agentin sondern auch Neurowissenschaftlerin und untersucht in dieser Funktion Psychopathen, derzeit solche, die nicht straffällig wurden. Sie hat einen interessanten Hintergrund und natürlich ist auch wieder Sayers privater Kreis mit von der Partie, Hund Vesper, Nachbar Tino, die Großmutter und Adi aus Band 1, die nun bei Sayers wohnt. Sie alle zeigen, dass Sayer mehr ist als nur eine FBI-Agentin, nämlich eine Frau mit Herz


    Neben Sayer sind auch die weiteren Charaktere interessant. Ezra Coen kennt man bereits aus dem ersten Band, dort wurde er, wie auch Sayer selbst, schwer verletzt, hier nun ist beider erster Einsatz nach ihrer Genesung. Maxwell Cho ist nicht nur derjenige, der beim Wandern die Knochen fand, sondern auch vom FBI, sein Hund Kona, der nicht unwesentlich am Fund beteiligt war, ist ein ausgebildeter Spürhund. Die Rechtsmedizinerin und Anthropologin Dana Wilbanks kam gerade aus dem Kongo zurück, wo sie Leichen aus Massengräbern identifizierte. Auch die beiden örtlichen Teammitglieder, Piper MacLaughlin, die Parkrangerin, und Kyle Nelson, der örtliche Polizeichief, haben ihre Besonderheiten und machen die Mannschaft komplett.


    Die Autorin hat nicht nur einen spannenden Thriller geschrieben, der Leser erhält auch allerlei interessanten wissenschaftlichen Input. Der Fall ist wieder sehr spannend und hat einige überraschende Wendungen zu bieten. Eines der Opfer ist ebenfalls ein sehr gelungener Charakter, und zeigt, was Menschen unter Extremsituationen schaffen können.


    Größeren Raum nimmt auch die o. g. Untersuchung ein, die nicht nur Sayers Chefin ihren Job kosten könnte. Und auch der Tod von Jake, Sayers Verlobtem, und der neueste Proband ihres Psychopathen-Projektes erhalten einen höheren Stellenwert als gedacht und werden womöglich in Band 3 noch wichtiger werden.


    Stellenweise konnte ich den Roman kaum aus der Hand legen, er ist ein Pageturner par excellence. Trotz aller Spannung habe ich mich aber irgendwann gewundert, warum die Ermittler so begriffsstutzig sind. Ich finde es zwar nicht schlimm, wenn ich als Leser den Täter erahnen kann, aber ich finde es weniger gut, wenn die Ermittler allzu lange auf dem Schlauch stehen – hier vor allem, wenn man die Geschehnisse des Vorgängerbandes bedenkt. Das kostet dem Roman dann doch einen halben Stern.


    Band 2 ist ähnlich spannend wie Band 1, der mich seinerzeit schon sehr positiv überrascht hat. Daneben mag ich auch das Charakterensemble gern und hoffe bald mehr von ihnen zu hören. Wer gerne spannende Thriller liest, die durchaus auch blutig sein dürfen, kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich vergebe 9 Punkte.

    Oh mein Gott, die französischen Kriegsgefangenen sind ganz schön fies. Klar, sie sollen dem Feind helfen, aber es sind ja vor allem Frauen und Kinder, denen sie schaden. Nun, ich denke, die Strafe wird nicht ohne gewesen sein. Und es hat den Ort wieder ein bisschen mehr zusammenwachsen lassen ...


    Auch Bernadette kommt an ihre Grenzen, aber mittlerweile ist sie auch eine, die dazugehört.


    Dann ist endlich der Krieg zu Ende. Johann Merkle hat sich wieder berappelt, viele sind tot oder für ihr Leben geschädigt. Und Anton und Mimi finden endlich zueinander. Ich denke schon, dass das passt bzw. gepasst hätte, denn Anton hat nun Dinge erlebt, die Mimi nicht nachempfinden kann. Das könnte die Beziehung auch schnell wieder beenden. Ich denke, man sollte die Heimkehrer darüber sprechen lassen, was sie erlebt haben, sie sollten es auch nicht in sich hineinfressen oder gar schönreden. Dass diejenigen, die den Krieg überlebt haben, keine wirkliche Unterstützung bekommen, ist ein Phänomen, dass es offenbar immer wieder gibt. Die Menschen werden einfach alleine gelassen - schrecklich.


    Ein bisschen kitschig war es ja schon, als Lutz Bernadette seine Liebe erklärt hat. Und gleich heiraten? Ich weiß nicht, ob das wirklich so gut ist.


    Alexander scheint es zu schaffen, sich von Mylo zu trennen, dessen Geheimnis endlich gelöst wird, wie schon viele vermutet haben, ist er Gehringers Sohn. Kann man aus "Geliebter" und "mon amour" nun darauf schließen, dass Alexander und Mylo ein Liebespaar waren? Das hätte ich dann aber auch gerne ein bisschen deutlicher gelesen.


    Überraschend dann der Sprung nach Hollywood, wo wir Christel treffen, die man schon fast vergessen hatte. Im nächsten Band werden wir sie dann wohl wiedersehen, denn Mimi soll sie fotografieren. Na, das wird eine Überraschung, wenn sie dort auch auf Anton trifft!


    Und schon ist der Roman wieder zu Ende - schade. Ich freue mich auf den nächsten Band, auch wenn das dann der letzte sein wird.

    Loretta Luchs ist nun schon eine Zeit lang ohne festen Partner, zu lange, wie ihre Freunde, fast alle glückliche Paare, meinen. Und so bekommt Loretta Gutscheine fürs Speeddating geschenkt und wird „genötigt“ sich ein Profil auf einer Datingside zu erstellen. Und tatsächlich gibt es bald einen viel versprechenden Kandidaten für Lorettas Liebesglück, aber leider auch eine Leiche beim Speeddating.


    Dies ist tatsächlich bereits Band 12 der Reihe! Man kann übrigens alle Bände unabhängig voneinander lesen, auch ich bin erst mit Band 5 eingestiegen, aber natürlich ist es schöner, alles der Reihe nach zu lesen, um die ganzen Entwicklungen nicht zu verpassen (ich habe mir die fehlenden ersten Bände auch besorgt).


    Neben Loretta haben vor allem Frank, der mit Bärbel den Tante-Emma-Laden aus dem Vorgängerband übernommen hat, Dennis, Lorettas Chef, und Diana, Loretta frühere Mitbewohnerin, die mittlerweile an der Nordsee lebt, ihre Auftritte. Frank darf übrigens auch wieder „Andakawwa“! Dazu kommen die Teilnehmer der Speeddatings und zwei entzückende ältere Damen, die einen wesentlichen Anteil an Lorettas Ermittlungen haben, und die vielleicht in späteren Bände wiedertrifft.


    Ich fand Lorettas früheren Partner Pascal immer ziemlich fade, und hoffte daher, dass sie einen besser passenden Mann an ihrer Seite findet. Ob das gelungen ist? Lasst euch überraschen! Ich bin übrigens zufrieden mit dem Ende des Romans, das der Reihe einige neue Impulse geben könnte.


    Der Kriminalfall wird erst relativ spät wesentlich für die Erzählung, das ist aber nicht weiter schlimm, denn Fans der Reihe mögen es auch über die privaten Details der Clique rund um Loretta zu lesen. Langweilig wird einem da nicht. Aufgelöst wird der Fall etwas überraschend aber logisch – perfekt.


    Ich habe mich wirklich gut unterhalten mit Lorettas zwölftem Fall und freue mich schon auf den nächsten Band. Wer Krimis mag, die mit Humor nicht geizen, eine sympathische Protagonistin, mit einem ein bisschen außergewöhlichen Freundeskreis haben, und gut durchdachte Kriminalfälle bieten, solte hier zugreifen. Von mir gibt es 9 Punkte.

    Handarbeitsrunde + Schwarzschlachten, die Frauen bringen sich in Gefahr, haben aber auch eine gute Ablenkung gefunden. Ich denke, dass es wahrscheinlich viel in der Art im Krieg gab. Wenn man dann aber sieht, wie sich die High Society am Bodensee (und sicher nicht nur dort), den Ranzen vollschlägt, während woanders lebenswichtige Nahrung auf ein Minimum reduziert wird, kann einem schon schlecht werden ...


    Kriegsversehrte werden weggeschlossen, weil ihr Anblick demotivierend wäre? Kann mir noch schlechter werden? Ich kann verstehen, dass manche, vor allem wenn ihr Gesicht schwer betroffen ist, Bedenken haben, ihren Lieben unter die Augen zu treten, und nicht jeder wird damit umgehen können. Umso edler die Idee der Bildhauerin, Masken anzufertigen. Leider ist das nicht für jeden möglich.


    Zu diesem Thema habe ich folgendes gefunden: https://www.geo.de/wissen/1944…u-das-leben-von-veteranen Vor allem die Fotos beeindrucken sehr.


    Die Künstlerin gefällt Anton und die beiden gehen eine Beziehung ein, Nähe ist sicher auch nötig zu diesen Zeiten, aber Anton vergisst Mimi darüber nicht. Ich bin gespannt, wie das erste Wiedersehen zwischen den beiden sein wird.


    Alexander scheint Mylo nach und nach zu durchschauen? Schön, dass er Mimi besucht hat, und noch einen anderen Blick auf die Kriegszeiten bekommt. Ob er nun andere Gemälde schaffen wird? Ob er bald seine Familie besuchen wird? Ich denke schon, dass das Alexander in irgendeiner Form beeindruckt haben wird.


    Anton wirkt als Physiotherapeut und dann wird ausgerechnet sein Schützling von einer Hunde-Bombe zerfetzt. Wie perfide ist das denn? Aber auch das ist ein Auswuchs des Krieges.


    Ich gehe davon aus, dass die Kriegszeit noch in diesem Band abgeschlossen wird und hoffe, der Frieden bringt unseren Protagonisten erst einmal wieder etwas mehr Glück.

    Mich hat das gemeinsame Weihnachtenfeiern zwischen den Gräben schon immer sehr berührt. Hätte es doch nur auch zum Ende dieses Krieges geführt ...


    Johann Merkle landet in Antons Lazarett, dass er einen Arm verloren hat, nimmt ihn sehr mit. Ob Anton ihm irgendwann seinen Lebensmut wiedergeben kann. Ohne Arm ist sicher schwer, aber andere hat es noch schlimmer getroffen ...


    Auch in der Heimat wird es immer schwieriger, die Menschen hungern. Dass Corinne anfängt Schafe zu schlachten, um dem entgegenzuwirken, ist schön, aber auch mutig, ich hoffe sehr, dass sie sich nicht irgendwann doch noch dafür verantworten muss. Aber Mimi und Bernadette scheinen schon eine Lösung gefunden zu haben ...


    Corinnes kleiner Sohn wird unter dramatischen Verhältnissen geboren, aber es geht Mutter und Kind gut, das ist die Hauptsache.


    Auch Alexander taucht an der Front auf, Mylo will, dass er authentische Eindrücke für seine Gemälde bekommt :rolleyes:, doch zu authentisch sollen sie dann doch nicht sein.


    Mimi macht sich Gedanken um inszenierte Fotografien, die jetzt eine heile Welt vorgaukeln, die es so gar nicht gibt. Ich bin gespannt auf ihre nun authentischeren Fotografien.

    Nach und nach werden die Münsinger Männer einberufen und manch einer, wie Anton und Wolfram Weiß, melden sich freiwillig. Man ist sicher, der Krieg dauert nicht lange und der Sie bald errungen. Mir wird ganz schlecht bei all dem patriotischen Gebrabbel und der Blauäugigkeit ob des heroischen Krieges. Manches kann heute nicht nachempfinden, vor allem wissen wir ja, wie es dann tatsächlich gekommen ist.


    Corinne und Wolfram heiraten noch schnell, bevor er los muss, immerhin möglicherweise eine Absicherung der Frau. Hoffentlich bekommt Corinne, die ja Französin ist, und damit zum "Feind" gehört, keine Probleme im Laufe des Krieges.


    Bernadette wird Stellvertreterin des ebenfalls eingezogenen Bürgermeisters, ich denke, das ist ein Job, den sie gut ausfüllen wird, auch wenn sie jetzt noch mehr Arbeit hat. Aber ohne die Männer, müssen sowieso die Frauen die Arbeit übernehmen. Corinne und Bernadette müssen zusammenrücken, immerhin müssen sie nun zusammen schauen, dass ihr Betrieb läuft.


    Mylo hat es geschafft, dass Alexander nicht eingezogen wird, obwohl der auch gerne in den Krieg gezogen wäre. Ich denke, es ist besser so, Alexander ist doch sehr sensibel.


    Was in Belgien passiert ist, ist schrecklich, und auch von der Front hören wir manches. Anton bewährt sich, ach was, er zeigt mal wieder, was in ihm steckt, und soll sogar das Eiserne Kreuz bekommen.

    Nicht nur an der Front, auch in der Heimat wird das Leben schwieriger, Rationierung, Requirierung


    Und dann die schlimme Nachricht, dass Wolfram Weiß an der Ostfront gefallen ist. Corinne bricht zusammen - so schrecklich, ich bin sehr froh, dass sie sich doch wieder erholen konnte.

    Bei Alexander bin ich zwiegespalten... Es hat sich nie einer so wirklich für ihn eingesetzt und seine Malerei Ernst genommen - bis Mimi kam. Aber viel mehr als ihn auf eine Hochschule schicken, ging nicht. Dann trifft er auf Mylo, der ihn ja nahezu hofiert, aber auch ganz schön manipuliert. Gerade seine Kontakte in die Heimat hat er ganz schön boykottiert. Klar, Alexander könnte aufbegehren, aber er ist noch recht jung und zu naiv, als dass er merkt, was Mylo da tut.

    Also, ich habe eher großes Mitleid mit ihm...

    Mitleid - ja, er kann einem Leid tun, und er hatte es in Stuttgart ja zunächst nicht leicht, und Mylo hat ihm von Anfang an geholfen. Aber was er mit seinen alten Freunden macht, geht schon ein bisschen über das hinaus, wofür ich Verständnis habe.

    Ach, wie schön ist es, wieder bei Mimi zu sein, und direkt zu Beginn gleich so viele alte Bekannte zu treffen, so war der Einstieg perfekt.


    Es ist auch gleich wieder einiges los, der Betrug des Druckereileiters wird aufgedeckt, und Mimi schwer krank. Schließlich übernimmt sie die Aufgabe Tibors, und kommt nun überhaupt nicht mehr zu Fotografieren. Und dann beginnt der Krieg, der vieles verändern wird, man kann noch gar nicht erahnen, was es für unsere Protagonisten bedeuten wird. Die Männer werden sicher eingezogen und überleben hoffentlich, und die Frauen müssen "ihren Mann stehen".


    Die Sache mit dem Adventskalender ist schön, wer mag die nicht. Musste gleich mal über die Geschichte der Adventskalender googeln.


    Alexander scheint sich sehr negativ verändert zu haben, schade, ich hoffe aber, dass sich das wieder ändern wird, es passt nicht wirklich zu ihm.


    Ich freue mich auf Weiterlesen, auch wenn wahrscheinlich nicht nur Gutes auf uns wartet.

    Vaelin al Sorna hat inzwischen ein relativ gemütliches Leben als Turmherr. Doch als er erfährt, dass seine ehemalige Geliebte Sherin zur Stahlhast gereist ist, muss er handeln. Die Stahlhast ist nämlich dabei, die Welt zu erobern, und so macht sich Vaelin mit einigen Vertrauten auf, Sherin und womöglich die Welt zu retten.


    Von Anthony Ryan hatte ich bisher nur seine Draconis-Memoria-Trilogie gelesen, die ich sehr mag. „Das Lied des Wolfes“ ist eine Weiterführung der Rabenschatten-Trilogie und Start in eine neue Reihe. Ich habe bisher zwar keinen der Rabenschatten-Romane gelesen, konnte aber dennoch gut in den neuen Roman starten und hatte keine Verständnisprobleme, was man wissen muss, wird im Roman erzählt. Wer allerdings noch nicht allzu fantasyerfahren ist, könnte aber womöglich Schwierigkeiten haben und sollte besser zunächst die vorherige Trilogie lesen.


    War mir sehr schnell aufgefallen ist, sind die Dinge, die mir bekannt vorkommen, z. B. hatte ich Assoziationen zu China sowie Dschingis Khan und seinen Horden. Auch Ähnlichkeiten zu der Draconis-Memoria-Geschichte sind meiner Meinung nach nicht zu übersehen. Dennoch hat der Roman genug Eigenständiges zu bieten und ich bin gespannt darauf, wie es sich weiter entwickeln wird.


    Gefallen haben mir die Charaktere, vor allem Vaelin, dessen vorherige Geschichte ich unbedingt auch noch lesen möchte. Aber auch ohne diese empfinde ich den Charakter als gut und tiefgehend gezeichnet. Auch andere Charaktere aus Vaelins Umfeld, wie Nortah oder Ellese haben eine gelungene Charaskterzeichnung erhalten, die sich sicher durch die weiteren Bände noch vertiefen wird. Unter Vaelins Begleitern gibt es übrigens sowohl alte Bekannte als auch neue Gesichter.


    Auf Seiten der Stahlhast lernt man als Leser Luralyn am besten kennen, sie darf die drei Teile des Romans in ihren eigenen Worten einleiten, in denen sie vom Aufstieg ihres Bruders Kehlbrand erzählt, der schließlich zum Anführer der Stahlhast wird. Kehlbrand lernt man größtenteils nur durch die Augen anderer kennen, er scheint mir einen ähnlichen Stellenwert zu bekommen wie der Weiße Drache.


    Die Geschichte hat mich schnell gepackt, sie ist spannend erzählt und spart nicht mit Kämpfen, die gut komponiert sind. Am Ende gibt es eine große Schlacht, bei der viele Leben genommen werden, aber auch auf dem Weg dorthin gibt es viel Blut und Leid – wer das nicht mag, sollte vielleicht zu einem anderen Roman greifen. Man kann sich auch nie sicher sein, wer überlebt, Verluste, auch im engeren Kreis um Vaelin gibt es immer wieder.


    Anthony Ryan hat mich auch mit diesem Roman schnell packen können. Ich bin sehr gespannt darauf, wie es weitergeht und vergebe gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für Genrefans.

    1936 reisen Erika und Klaus Mann nach New York, der Boden wird in Europa für ihr politisches Kabarett „Die Pfeffermühle“ immer heißer und so wollen sie dieses in die USA holen, auch, um die Amerikaner für das Geschehen in Europa zu sensibilisieren.


    Heidi Rehn erzählt in diesem Roman über die Tochter Thomas Manns 15 wichtige Monate aus deren Leben. Erika Mann ist das älteste Kind der Manns, sie war sehr charismatisch und eine Macherin, „Eri(ka) muss die Suppe salzen“ sagte man in der Famiilie über sie. So ist es ihr auch ein großes Anliegen, den Weg für die anderen Mitglieder der „Pfeffermühle“ zu bereiten, u. a. ihrer Lebensgefährtin Therese Giehse. Leicht ist das nicht, und sie muss viel Energie aufwenden, Sponsoren und ein geeignetes Theater finden. Und dann sind da auch noch zwei Männer, die ihr Privatleben zusätzlich schwierig machen.


    Mir war Erika sehr schnell sympathisch und ich verfolgte ihr Leben gespannt. Da „Buddenbrooks“ seit meiner Jugend mein Lieblingsbuch ist, das ich regelmäßig wieder lese, habe ich mich immer einmal wieder mit den Manns beschäftigt, aber nie besonders tiefgehend. Hier Erika und auch Klaus so nahe zu kommen, war sehr interessant und machte Lust auf mehr. U. a. werde ich wohl bald „Mephisto“ lesen, Klaus' Roman, der in dieser Zeit entstand.


    Um auf Erika zurückzukommen: Natürlich muss man sie in ihrer Zeit und auch als Teil einer schwierigen Familie sehen. Nicht all ihr Handeln muss man nachvollziehen können, aber ich finde, es ist der Autorin gut gelungen, dem Leser diesen interessanten Charakter nahezubringen. Ich habe mit Erika gefühlt, gelitten, mich gefreut, getrauert, mich aufgeregt, und hätte sie sehr gerne persönlich kennen gelernt, ich mag Frauen, die sich nicht unbedingt an Konventionen halten.


    Sehr interessant ist auch das Milieu, in dem sich Erika in den USA bewegt. Da ist einmal die große Exilantengemeinde, so viele bekannte (und auch ein paar mir zunächst unbekannte) Namen trifft man im Roman, sei es Billy Wilder, sei es Lotte Lenya und Kurt Weill, um nur ein paar zu nennen. Es hat mir großen Spaß gemacht, die Namen zu lesen und mir mein Wissen über die jeweilige Person ins Gedächtnis zu rufen – oder mich über die Person, die mir unbekannt war, zu informieren. Auch weitere bekannte Namen fallen wie Dorothy Thompson und Vicki Baum. Zum anderen wird Erika, schon wegen ihres berühmten Vaters, der damals schon den Nobelpreis erhalten hatte, ins Weiße Haus eingeladen und trifft dort auf Präsident Roosevelt und seine Frau Eleanor. Durch Maurice Wertheim wiederum hat sie Zutritt zur High Society.


    Die Autorin erzählt sehr packend und bildhaft, für mich Kopfkino pur. Bei manchen Szenen, z. B. beim Besuch eines Jazzclubs, wäre ich am liebsten in die Szenerie gehüpft, um mit dabei sein zu können. Das einzige, was mir nicht ganz so gefallen hat, waren die letzten Seiten, die mir doch etwas zu kitschig gerieten, was aber möglicherweise dem Anspruch der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ geschuldet ist.


    Es ist sicher von Vorteil, bereits etwas über die Familie Mann und andere Hintergründe, wie etwa die Exilantenszene, zu wissen, aber ich denke, auch ohne das, wird der Roman gefallen, man muss nur ein bisschen aufgeschlossen sein für Erika Mann, ihre Familie und ihr Leben, und auch bereit, ev. den einen oder anderen Hintergrund zu anderen Charakteren zu googeln, wobei ich schon der Meinung bin, dass das, was man wissen muss, auch erzählt wird. Das Interesse, das eine oder andere zu vertiefen, war bei mir jedenfalls schnell da. Interessant zu lesen sind auch das Nachwort der Autorin und die Literaturauswahl.


    Ich habe mich sehr schnell in diesen Roman verliebt, der einen Ausschnitt aus dem Leben einer faszinierenden Frau in einer interessanten Zeit erzählt und für mich Kopfkino pur ist. 5 Sterne und eine Leseempfehlung von mir.