Beiträge von PMelittaM

    1679: Die Müncher Angehörigen der Familie Kuisl reisen nach Schongau, wo Paul eine Lehrstelle bei seinem Großvater antreten soll. Peter ist zunächst mit dem kurfürstlichen Thronfolger Max Emanuel nach Wien gereist. Dort wird er von Max Emanuel beauftragt, einen Brief nach Kaufbeuren zu bringen, danach steht ihm die Reise nach Schongau frei.


    Als Peter nicht in Schongau ankommt, machen sich Magdalena, Simon und Jakob auf den Weg nach Kaufbeuren, um nach dem verschollenen Sohn zu forschen. Dort gibt es mittlerweile Fälle von Pest, jedoch benimmt sich die Krankheit ungewöhnlich und gibt zusammen mit Peters Verbleib Rätsel auf. Die Kuisls wären nicht die Kuisls, würden sie nicht anfangen nachzuforschen.


    Für mich ist das erst der zweite Band um die Henkersfamilie, doch kommt es mir schon so vor, als kenne ich sie ewig. Natürlich liegen die Vorgängerbände schon bereit, doch bin ich noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen. Doch zurück zu Band 8 der Reihe: Seit Band 7 sind sieben Jahre vergangen und Peter und Paul sind keine kleinen Jungen mehr, sondern junge Männer, einige Abschnitte sind aus ihren Perspektiven geschrieben, wobei sich wieder zeigt, wie unterschiedlich die beiden sind. Peter ist klug, klüger fast als sein Vater Simon, während Paul immer mehr Anlass zu Sorgen gibt und schon fast psychopathische Züge trägt, wobei man hier auch erkennen kann, dass er durchaus zu Liebe und Fürsorge fähig ist, vor allem, was seine kleine Schwester angeht. Seine Entwicklung in den weiteren Bänden dürfte interessant sein.


    Barbara und ihr Ehemann Valentin spielen nur eine untergeordnete Rollle und zwischen Simon und Magdalena kriselt es. Mein Lieblingscharakter ist eindeutig der alte Henker Jakob, der sich hier auch mit dem Alter auseinandersetzen muss, vor allem, da Sohn Georg drängt, mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen. Jakob aber kann schlecht loslassen …


    Der Fall ist komplex und hat seine überraschenden Momente, wobei ich sagen muss, dass er mich selten komplett überrascht hat, ich habe wohl einfach schon zu viel gelesen. Für mich erzeugen viel mehr die Szenen Spannung, in denen ich mich um die Familie Sorgen machen musste, vor allem um Jakob und seine Enkelsöhne. Die drei werden hier ganz schön gebeutelt! Die Aufklärung ist gelungen, auch wenn ich, wie schon erwähnt, vieles zumindest zum Teil ahnen konnte. Das eine oder andere wird mit in den nächsten Band genommen werden (der im Nachwort schon angekündigt wird), auch auf diese Entwicklung bin ich gespannt.


    Auch wenn Oliver Pötzsch nicht vorausahnen konnte, dass uns dieses Jahr eine Pandemie im Griff halten wird, passt der Roman gut in die Zeit, obwohl man eine Pest im 17. Jahrhundert nur bedingt mit der derzeitigen Situation vergleichen kann. Im Nachwort nimmt der Autor u. a. auch darauf Bezug. Neben dem Nachwort gibt es übrigens auch noch eine Karte von Kaufbeuren, ein Personenverzeichnis und einen Reiseführer für Kaufbeuren und Umgebung auf den Spuren der Henkerstochter.


    Auch Band 8 der Reihe ist ein spannender und lesenswerter historischer Roman, der mit einer Protagonistenfamilie aufwartet, die man schnell liebgewinnt. Für Fans der Reihe ist auch dieser Band ein Muss, aber auch sonst kann der Roman Genrefans empfohlen werden. Wie man an mir sieht, muss man die Reihe nicht unbedingt von Anfang an gelesen haben, um sie zu verstehen und zu mögen. Mir persönlich ist der Roman etwas zu vorhersehbar, weswegen ich „nur“ gute 8 Punkte vergebe.

    1870: Eigentlich wollten sich Madeleine und Paul verloben, doch dann bricht ein Krieg zwischen ihren beiden Ländern aus. Paul wird einberufen, Madeleine muss mit ihrem Vater Berlin verlassen, als Franzosen sind sie dort nicht mehr sicher. Für das Paar beginnt eine schlimme Zeit, nicht nur die Schrecken des Krieges, auch die Ungewissheit, wie es dem jeweils anderen geht, sind kaum zu ertragen.


    Auch der Algerier Karim findet sich in diesem Krieg wieder, sein Regiment kämpft auf Seiten der Franzosen, des Volkes, die sein Land unterdrückt halten. Auch seine Schwester Djamila ist in Frankreich, wo sie als Dienstmädchen für Madeleines Familie in Metz arbeitet.


    Madeleines Bruder Clément hat revolutionäre Ideen und hasst die Deutschen, er sucht noch nach seinem Weg und hat auch gegen sich selbst zu kämpfen.


    Diesen fünf jungen Menschen spürt die Autorin nach. 150 Jahre ist dieser Krieg nun her, und er wirkt immer noch nach. Am Schicksal ihrer Protagonisten erzählt die Autorin die Geschichte eines Krieges mit all seinen Schrecken. Sie erzählt von Leid und Elend, aber auch von Güte und Menschen, die sich über Freund-Feind-Grenzen hinwegsetzen und uneigennützig helfen. Man kann guten Gewissens von einem Anti-Kriegs-Roman sprechen, der dennoch auch aufzeigt, dass es immer auch Menschen gegeben hat und geben wird, die sich nicht unterkriegen und sich nicht von Ressentiments aufhalten lassen. Einer dieser besonderen – zudem historisch belegten – Charaktere ist Kathrin, die Madeleine auf ihrem gefahrvollen Weg nach Hause trifft.


    Die Charaktere sind perfekt ausgearbeitet, alle fünf Protagonisten, aber auch all die anderen Charaktere, die den Roman bevölkern, wirken wie echte Menschen. Pauls Bereitschaft mit allen Mitteln zu helfen, Madeleines Mut und Einsatzbereitschaft, Cléments innere Zerrissenheit, Karims Wut und Hilflosigkeit, Djamilas Wandlung zur selbstbewussten Frau – all dies wirkt echt und schnell hat man den Eindruck, diese Menschen tatsächlich zu kennen. Durch die algerischen Geschwister kommt eine interessante zusätzliche Sichtweise in die Geschichte, die sich auch mit der Situation zwischen Frankreich und Algerien auseinandersetzt und historische Gegebenheiten aufgreift.


    Für Maria W. Peter ist dieser Roman wahrscheinlich ihr persönlichster, denn er berührt auch ihre eigene Familiengeschichte. Ihre Recherche ist umfassend und viele historische Gegebenheiten fließen in den Roman mit ein, was seine Authentizität noch erhöht. Der Leser trifft mit den Protagonisten u. a. auf Kaiserin Eugénie und Kanzler Bismarck, aber auch auf Menschen, die „nur“ in Dokumenten jener Zeit erwähnt werden, wie den Priester von Saint Sulpice. Wie immer erzählt Maria W. Peter sehr eindringlich, der Roman atmet Geschichte aus jeder Zeile – für mich ist es der bisher beste der Autorin..


    Sehr gut haben mir auch die Zusatzinhalte gefallen, neben einer Karte gibt es ein sehr lesenswertes Nachwort der Autorin sowie ein Personenverzeichnis, ein Glossar und Reise- und Stöbertipps.


    Wer gut recherchierte historische Romane liebt, ist hier genau richtig. Historische Ereignisse und fiktive Protagonisten sind perfekt miteinander verknüpft. Die Protagonisten sind gut gewählt und wirken authentisch. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung von mir.

    Eine von einer Brücke gefallene und danach von einem LKW überfahrene Frau lässt zunächst auf einen Selbstmord schließen, doch Rechtsmediziner Leon Ritter entdeckt, dass die Frau ertrunken ist, also schon tot war, als sie von der Brücke fiel, und zudem offenbar vor ihrem Tod schwer misshandelt worden war. Eine weitere Tote mit ähnlichen Verletzungen scheint auf einen Serientäter hinzuweisen. Ob die beiden verschwundenen Frauen ihm auch zum Opfer gefallen sind?


    Der sechste Band der Reihe ist für mich der erste, wird aber nicht der letzte sein. Leon war mir gleich sympathisch, ich mag es, dass er ein bisschen unkonventionell ist, und bei der Polizei schnell aneckt. Seine Lebensgefährtin, Capitaine Isabelle Morell, die auch die ermittelnde Polizistin ist, war mir dagegen weniger sympathisch, ich kam ihr nicht wirklich nahe, auch wenn man sich hier um sie privat Sorgen machen muss. Ich empfand sie als eher kühl und so gar nicht zu Leon passend. Mal sehen, ob ich, wenn ich die Vorgänger gelesen habe, meine Meinung revidieren werde.


    Ein für diesen Fall eingeschalteter Sonderermittler erschien mir fast wie eine Art Parodie, hat das Ganze aber auch ein bisschen aufgelockert.


    Gut hat mir gefallen, dass die Region, ebenfalls eine Rolle spielt, man bekommt Lust, dort einmal hinzufahren. Leon ist zwar Deutscher, hat sich aber gut integriert, so spielt er regelmäßig mit Einheimischen Boule und liebt Land, Leute und Küche.


    Der Fall ist spannend, vor allem, weil man mit den Opfern mitfühlt und bis zum Schluss hofft, dass der Täter rechtzeitig gefunden wird, und die beiden Frauen überleben. Die Auflösung, wer der Täter ist, war für mich allerdings keine wirkliche Überraschung, dennoch wurde es gegen Ende noch einmal richtig spannend. Ich bin froh, dass der Autor nicht der üblichen Vorgehensweise, dass einer der Protagonisten sich dummerweise in unnötige Gefahr bringt, folgte, hier war die Gefahr am Ende nötig – wenn auch vielleicht ohne die letzten Handlungen.


    Wenn man bedenkt, dass aus bestimmten Gründen ein Sonderermittler eingeschaltet wurde, handelte die Polizei hin und wieder etwas unvorsichtig oder unbedacht, aber gut, als Leser hat man hier auch einen anderen Überblick.


    Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven mit vielen kurzen Kapiteln, was das Lesen kurzweilig macht. Leider blieben am Ende ein paar Fragen offen (z. B. das einzige männliche Opfer betreffend), das hat zwar seine Gründe, ist aber dennoch etwas unbefriedigend.


    Insgesamt ist der Roman vielleicht nicht besonders originell, aber prima zu lesen und spannend, der Protagonist ist sympathisch, und man ist als Leser schnell emotional beteiligt und kann zudem gut mitraten. Sehr schön auch der Regionalanteil, der einem die Region schmackhaft macht. Man kann den Roman außerdem gut lesen, ohne die Vorgänger zu kennen – daher empfehle ich ihn sehr gerne an alle Fans des Genre.


    8 von 10 Punkten

    Historiker werden ermordet, Bibliotheken gehen in Flammen auf, und das, während William Keane einen Prozess führt, weil man ihn einen Sklavereileugner genannt hat. Hat das eine mit dem anderen zu tun, oder sind noch andere mit im Spiel? Jemand, der die Geschichte der Menschheit in Rauch aufgehen lassen möchte? Maggie Costello, ehemals Mitarbeiterin im Weißen Haus, wird beauftragt, das herauszufinden.


    Bereits das Cover ist überaus gut gelungen – künstlerisch und passend. Maggie Costello kenne ich bereits vom Vorgängerband „Der Präsident“, nun habe ich sogar festgestellt, dass es noch zwei weitere Bände mit ihr gibt. Die beiden Bände, die ich bisher kenne, kann man aber sehr gut lesen, ohne die anderen zu kennen.


    Eine absolute Horrorvision für mich, dass alle Dokumente, Erinnerungen usw. zerstört werden, sogar Menschen, die überlebt haben, getötet werden, wie das hier schließlich auch noch der Fall ist, das Gedächtnis quasi ausgelöscht. Und doch, kann man sich auch vorstellen, dass es Menschen gibt, die quasi, wie hier argumentiert, bei Null anfangen wollen, ohne Bürden aus der Vergangenheit. Doch geht so einfach? Ich persönlich bezweifele das.


    Für mich ist diese Thematik an sich spannend genug, zudem schafft es der Autor in (ironischerweise) schönen, fast poetisch anmutenden Bildern zu beschreiben, wie, trotz massiver Bewachung, weltberühmte Bibliotheken in Flammen aufgehen können. Da muss, im späteren Verlauf, gar nicht (künstliche) Spannung erzeugt werden, indem Maggie – vollkommen unnötig, meiner Meinung nach, im Alleingang Dinge tut, die ganz schnell böse ausgehen könnten. Hier wirkt Maggie sehr unüberlegt und wenig kompetent auf mich, und, wie ich bereits öfter angemerkt habe: Mich langweilt das eher, als dass es mich thrillt. Und das hat dieser Roman eigentlich auch gar nicht nötig, für mich ist er von Anfang an ein Pageturner.


    Auch dieser Roman ist dem Autor wieder sehr gut gelungen, er regt zum Nachdenken an, ist – leider – sehr aktuell und lässt sich kaum aus der Hand legen. Ich empfehle ihn uneingeschränkt, weil er ein Thema anspricht, das jeden interessieren müsste, und vergebe volle Punktzahl.

    1845: Eigentlich ist Timothy Wilde ganz zufrieden mit seinem Leben als Barmann. Er hat ein paar Ersparnisse, die ihm bald ermöglichen werden, seiner Traumfrau einen Antrag zu machen. Doch dann bricht ein Feuer aus, und Timothy steht ohne Arbeit, ohne Unterkunft und ohne Ersparnisse da – und findet sich als Mitglied der neugegründeten Polizeitruppe wieder, ein Job den ihm sein Bruder Valentine, den er eigentlich möglichst wenig sehen will, verschafft, und den er widerwillig antritt.


    Während eines Streifenganges läuft ein Mädchen in einem blutigen Nachthemd in ihn hinein, was ihn letztlich auf die Spur einer ganzen Reihe toter Kinder führt. Timothy setzt alles daran, den Täter zu finden, muss sich durch menschliche Abgründe und schlimme Gegenden New Yorks kämpfen, und merkt immer mehr, dass Polizist zu sein, so schlimm gar nicht ist, es gibt ihm immerhin eine wichtige Aufgabe.


    Ich hatte wirklich Probleme, in diesen Roman hineinzukommen, ohne dass ich so recht sagen kann, woran das lag, und brauchte bestimmt 50 Seiten, bis sich das geändert hat. Dann fühlte ich mich wie mittendrin, und der Roman begeisterte mich mit jeder Seite mehr. Wie gut, dass ich nicht aufgegeben habe!


    Timothy, den die Autorin selbst in Ich-Form erzählen lässt, kommt dem Leser sehr nahe, man lernt ihn gut kennen, fühlt mit ihm und mag ihn schnell. Auch die anderen Charaktere gefallen mir gut, z. B. Bird Daly, das oben erwähnte Mädchen oder Mrs Boehm, Timothys Wirtin. Auch unter den Antagonisten gibt es interessante Charaktere, manch einem wird man vielleicht wiederbegegnen, den dieser Roman ist der Auftakt einer Reihe, zwei weitere Bände gibt es auf Deutsch, auf die ich mich schon freue.


    Sehr gut gefällt mir auch der historische Hintergrund. Tatsächlich wurde damals eine Polizeitruppe gegründet, und George Washington Matsell, ihren Gründer, der im Roman eine wichtige Rolle spielt, gab es wirklich. Auch die sozialen Verhältnisse sind nicht erfunden – die kapiteleinleitenden Zitate haben mich teilweise sehr entsetzt. Der Fall, mit dem sich Timothy beschäftigt ist komplex und hat viel mit diesen Verhältnissen zu tun. Im Laufe der Geschichte gibt es gelungene Überraschungen, falsche Fährten und schlimme Erkenntnisse, aufgelöst wird alles nachvollziehbar.


    Der Autorin gelingt es perfekt, eine Atmosphäre zu schaffen, die dem Leser das damalige Leben in dem Milieu, in dem auch der Protagonist und sein Bruder verkehren, nahebringt, man fühlt sich mittendrin, sieht alles regelrecht vor sich, glaubt sogar zu riechen und zu hören. Gleichzeitig entwickelt man ein tieferes Verständnis für die New Yorker der ärmeren Viertel und eine große Portion Mitleid, aber auch Erschrecken und Abscheu – auch die historischen Hintergründe werden klarer. Zur Atmosphäre trägt sehr bei, dass die Autorin viele der Charaktere Flash sprechen lässt, eine „Gaunersprache“ ähnlich dem Rotwelsch, für Verständnisprobleme hilft ein Blick ins angehängte Glossar, das meiste wird aber durch den Kontext verständlich.


    Lyndsay Faye ist ein spannender, atmosphärischer historischer Kriminalfall gelungen, mit einem sympathischen Protagonisten und einer ganzen Reihe interessanter Charaktere. Dazu gibt es einen Kriminalfall mit Überraschungen und einer gelungenen Auflösung, ein Setting voller schockierender Verhältnisse, aber auch Zusammenhalt und Vertrauen – insgesamt ein gelungener Einstieg in einer Reihe, auf deren weitere Bände ich mich schon sehr freue. Unbedingt lesenswert!

    Mimi Reventlow hat Laichingen verlassen und ist mit dem Gastwirtsohn Anton Schaufler unterwegs. Sie hat es nicht leicht, denn Wanderfotografen werden immer weniger benötigt. Dafür hat Anton viele Ideen und ist auch recht erfolgreich. Gemeinsam versuchen sie neue Geschäftsideen zu entwickeln.


    Alexander Schubert hat es ebenfalls nicht leicht. In Stuttgart wird er von den anderen Schülern wegen seiner Herkunft verachtet. Architekt und Lehrer Mylo nimmt sich seiner mehr und mehr an, aber ob das gut ist für Alexander?


    Bernadette Furtwängler, eine alte Bekannte Mimis, könnte ein zufriedenes Leben führen, wenn man sie als Frau ernster nähme. So beschließt sie, dass eine Heirat mit ihrem Geschäftspartner gut wäre. Aber ist das wirklich so?


    Der dritte Band der Reihe führt nicht nur Mimi, sondern auch den Leser weg von Laichingen bis nach Berlin, wo sowohl Mimi als auch Anton sich vorstellen könnten, zu bleiben.


    Fast alle Hauptcharaktere kennt man bereits aus den Vorgängerbänden (und es gibt sogar Wiedersehen mit Protagonisten aus anderen Romanen der Autorin), aber ein paar sind auch neu, wie z. B. Wolfram Weiß, Bernadettes auserwählter Ehemann, die Schäferin Corinne Clement oder der Kommandeur eines Truppenübungsplatzes. Vor allem Corinne lernt der Leser gut kennen, sie ist schnell sympathisch. Manche der bereits bekannten Charaktere, vor allem Alexander, machen eine Entwicklung durch, bei anderen, wie etwa Bernadette, muss der Leser über seine Sympathie neu nachdenken. Die Charaktere der Autorin wirken schnell lebendig, und erleben keine Schwarz-Weiß-Zeichnungen (naja, vielleicht mit ein paar Ausnahmen, die sich ganz schnell unbeliebt machen, aber ebenso schnell wieder verschwinden).


    Auch sonst wirkt die Geschichte sehr lebendig, die Autorin zieht den Leser schnell in den Bann und vermittelt ihm das Gefühl, mit dabei zu sein. Am Schluss muss der Leser mit ein paar offenen Enden leben, ja, sogar dem ein oder anderen Cliffhanger, aber der nächste Band lässt nicht mehr ganz so lange auf sich warten – ich bin schon sehr gespannt! Auch in diesem Band gibt es im Anhang wieder Interessantes, lasst euch überraschen.


    Der dritte Band der Reihe ist für mich der bisher beste, ich habe ihn von vorne bis hinten gerne gelesen und nichts zu meckern. Wer die Reihe mag, wird ihn sowieso lesen wollen, allen anderen kann ich die ganze Reihe sehr ans Herz legen und empfehle, sie von Anfang an zu lesen.

    Ciri erzählt dem Einsiedler Vysogota die Geschichte, wie es dazu kam, dass er sie schwerverwundet in den Sümpfen fand. Derweil ist Geralt von Riva auf der Suche nach Ciri.


    Der vierte Roman der Reihe legt den Fokus zum großen Teil auf Ciri. Die Geschichte wird mit vielen Perspektivewechseln und Zeitsprüngen erzählt, aber wer aufpasst, weiß immer schnell wo und wann sich die Geschichte befindet. Ich mag Sapkowskis Erzählweise sehr, in meinen Augen ist sie einzigartig und bringt immer Spannung ins Spiel. Außerdem finde ich es sehr gelungen, wie die Protagonisten immer wieder durch die Augen Dritter dargestellt werden.


    Die kapiteleinleitenden Zitate stammen dieses Mal sowohl von fiktiven als auch von realen Autoren (z. B. J. R. R. Tolkien). und passen wieder sehr gut. Und neben der spannenden Story gibt es auch wieder reichlich Humor.


    Ich bin gespannt auf den Abschlussband. „Der Schwalbenturm“ hat mir wieder sehr gut gefallen, man sollte ihn aber nicht lesen, ohne die Vorgängerbände zu kennen.

    Tim Piepers Debütroman ist bereits 2010 erschienen und erzählt die Geschichte des – historisch belegten – Hartmann von Aue.


    Der Roman startet 1160 mit Hartmanns Geburt und endet 1203, noch vor seinem Tod. Hartmanns Leben und das seiner Familie dürfte größtenteils fiktiv sein, lediglich seine genannten Werke gibt es wirklich. An historischem Hintergrund fließt manches ein, jedoch hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht, und dafür weniger „Triviales“, vor allem die oft sehr klischeehaften Charaktere und die Sex-Szenen hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht.


    Auch gestört haben mich die mystischen Einflüsse, sicher hat man damals an so manches geglaubt, aber hier wird es mir als zu real dargestellt , auch hier wären ein paar mehr Hintergrundinformationen gut gewesen. Zu sehr steht mir vor allem die Liebesgeschichte im Mittelpunkt, zu wenig Hartmanns Leben, manches, wie etwa den im Klappentext erwähnte Kreuzzug, erlebt man gar nicht mit, hier gibt es dann nur einen Zeitsprung Immer wieder war ich in Versuchung, den Roman abzubrechen.


    Wie schon erwähnt, sind viele Charaktere Klischees, ganz übel z. B. August, dessen Familie mit Hartmanns in Feindschaft liegt. Augusts Werdegang konnte ich auch kaum nachvollziehen, hier erschien mir manches nicht realistisch. Hartmann selbst ist recht gut gezeichnet, und sein Lebensweg hielt mich letztlich doch am Lesen. Wir erleben allerdings die Geschichte, in diesem Fall leider, nicht nur aus seiner Perspektive, da gibt es noch oben bereits erwähnten August und Judith, Hartmanns Jugendfreundin.


    Den Roman schließen Quellenangaben und ein Glossar ab, leider fehlt ein Nachwort des Autors, für mich immer ein wünschenswerter Bestandteil eines historischen Romans.


    Leider konnte mich der Roman nicht überzeugen. Einige Teile fand ich okay, andere hätten mich beinahe dazu gebracht, den Roman abzubrechen. Ich denke, wer z. B. die Romane von Iny Lorenz mag, könnte sich hier wohlfühlen. Ich kann leider nur 4 Punkte vergeben.

    Mehr als 30 Jahre nach „Der Report der Magd“ ist 2019 eine Fortsetzung erschienen, in der, das soll bereits verraten sein, auch Desfreds Geschichte noch einmal erwähnt wird. In der Erzählung selbst sind 15 Jahre vergangen, und auch hier gibt es wieder Ich-Erzählerinnen, dieses Mal sind es drei, neben Tante Lydia, die man schon aus dem Vorgänger kennt, zwei junge Frauen, eine davon in Gilead, die andere in Kanada aufgewachsen.


    Auch hier ist die Geschichte wieder sehr eindringlich, aber die Wucht des Reports der Magd erreicht diese Erzählung bei weitem nicht, was möglicherweise auch darin liegt, dass die Perspektive immer wieder gewechselt wird. Bei Desfreds Bericht wurde die ganze Dramatik wesentlich deutlicher, weil man so eng bei ihr war – und natürlich kennt man die Zustände in Gilead bereits aus dem Vorgängerband. Dennoch sind auch diese Zeuginnenaussagen sehr eindringlich und machen das Dilemma deutlich, das Frausein in Gilead bedeutet. Besonders Tante Lydias Bericht hat eine ganz eigene Aussagekraft – hier wird sie einem sogar fast sympathisch, erstaunlich, war sie doch im ersten Band noch jemand, der regelrecht Hass hervorrufen konnte.


    Unbedingt sollte man Desfreds Geschichte bereits kennen, um die Fortsetzung überhaupt komplett zu verstehen und sie würdigen zu können. Ich selbst habe beide Romane hintereinander gelesen und war erst ein wenig enttäuscht, dass Desfred selbst keine Stimme mehr bekommen hat, aber am Ende hat es schon gepasst und ich habe einen Eindruck bekommen, was nach den letzten Sätzen ihres Reports geschehen ist.


    Auch hier gibt es übrigens wieder im Anhang eine wissenschaftliche Tagung, die ca. 200 Jahre später stattfindet und die (ähnlich wie im ersten Band Desfreds Report) die Zeuginnenaussagen analysiert – und hier erfährt man ganz am Schluss noch einmal etwas über Desfreds Schicksal, das für mich ein gelungener Abschluss der Geschichte ist. Also unbedingt diesen „historischen Anmerkungen“ genannten Abschnitt lesen!


    „Die Zeuginnen“ ist eine gelungene Fortsetzung von „Der Report der Magd“, die offene Fragen des Vorgängers beantwortet, aber nicht dessen eindringliche Wucht erreicht. Wer jedoch den ersten Band gut fand, sollte hier unbedingt zugreifen, ansonsten gilt: Erst Band 1, dann Band 2 lesen, was ich ausdrücklich empfehle.

    Geschichten und Romane über den legendären Arthur/Arthus gibt es viele, und auch Bernard Cornwell hat seine eigene Interpretation geschrieben. „Der Winterkönig“ ist der erste Band einer Trilogie.


    Der Roman spielt im 5./6. Jahrhundert nach Christus in Britannien. Erzählt wird die Geschichte von Derfel, einem Wegbegleiter sowohl Merlins als auch Arthurs, der rückblickend berichtet. Derfel ist ein guter Erzähler, er berichtet oft humorvoll, aber auch mit den nötigen Emotionen, mit ihm ist man mitten drin, und sogar den Kampfszenen – und Kämpfe gibt es reichlich – gibt er den nötigen Drive, um den Leser bei der Stange zu halten, üblicherweise neige ich dazu, Kampfszenen quer zu lesen, hier blieb ich dran. Insgesamt ist die Geschichte spannend und sehr eindringlich erzählt, oft aber auch sehr blutig.


    Dazu kommt, dass Derfel dem Leser schnell sympathisch ist. Mit ihm ist dem Autor ein großartiger Protagonist gelungen, dem man gerne durch dessen Leben folgt. Alle anderen Charaktere sind natürlich durch Derfels Blick geprägt, und manch einer kommt gar nicht gut weg. Allesamt sind sie dennoch gelungen gezeichnet und wirken authentisch.


    Der Zeitraum der Geschichte fällt in die sogenannte Dark-Age-Ära, das heißt, es gibt wenig Gesichertes aus dieser Zeit. Dennoch bietet der Roman auch historisches Hintergrundgeschehen, wie etwa das sich ausbreitende Christentum, die Beziehungen zwischen dieser und den alten Religionen, die Hinterlassenschaften der römischen Besetzung. All das spielt hier seine Rolle. Dennoch ist eben auch viel fiktiv, wie der Autor auch in seinen Anmerkungen am Ende des Buches ausführt. Es gibt noch weitere Boni: Eine Karte Britanniens, etwa 480 v. Chr., ein Personenverzeichnis und ein Ortsverzeichnis, in dem die historischen nachgewiesenen Orte gekennzeichnet sind und auch ausgeführt wird, wie diese heute heißen.


    Wer die Artus-Saga mag, kann hier eine interessante Interpretation finden, die mit einem sympathischen Erzähler, Humor und Spannung punktet. Ich fühle mich gut unterhalten und freue mich auf die beiden Folgebände.

    Interessant sind immer die Passagen mit Derfel und Igraine, sie sind ein Blick in die Zukunft. Igraine ist also Ceinwyns Großnichte, Ceinwyn hat sich nie vermählt und Derfel einen Arm verloren.


    Ansonsten: Kampf, Kampf, Kampf, Merlin

    Merlin kommt tatsächlich gerne im rechten Moment ^^ Kämpfe kann Cornwell im übrigen gut beschreiben, da lese ich nicht quer ...

    Derfel kann sich endlich an Tanaburs rächen und Nimue wohl auch an Gundleus. Ansonsten kann man auf die nächsten Bände gespannt sein, mal sehen, wann ich mir Band 2 vornehme.


    Die Anmerkungen des Autors waren auch recht interessant zu lesen.

    Derfel hat es also tatsächlich geschafft, Nimue von der Toteninsel zu retten. Das las sich ziemlich spannend und auch ein Stück gruselig. Mir hat gefallen, wie liebevoll er sich um sie gekümmert hat, und auch, dass er in Galahad einen echten Freund zu haben scheint.


    Arthur will Lancelot zum König von Siluria machen und ihm Ceinwyn zu Frau geben? Beide hat er nicht verdient - ob Arthur wirklich nicht hinter seine Maske sehen kann.

    Und dann verliebt sich Derfel in Ceinwyn - es bleibt also spannend.


    Mich wundert immer wieder, dass Derfel am Ende im Kloster landet, sogar unter Sansum, vor allem, wenn ich sehe, wie sich dieser benimmt. Hat mir gefallen, wie ihm sein Schatz dann doch noch genommen wurde. Das ist so dieses, zum Teil wahre, Klischee, in Armut leben wollen, aber Schätze horten ... Warum fallen Menschen darauf herein, man kann doch sehen, dass er offenbar das meiste für sich behält ...


    Arthus kann sich mit Aelle einigen, auch wenn er dafür Opfer bringt. Ob Merlin ihm an Ende hilft, die Übermacht zu besiegen? Ich kann mir gar nicht so richtig vorstellen, wie das gut ausgehen soll.

    1925 wird auf Juist die reformpädagogischorientierte „Schule am Meer“ gegründet. Schon früh gibt es Anfeindungen durch Insulaner, aber auch viele positive Meinungen. Sandra Lüpkes erzählt die Geschichte dieser Schule aus Sicht mehrerer, zum Teil fiktiver Charaktere. Im Nachwort erfährt man dann ein bisschen mehr über Fiktion und Realität.


    Anni Reiner gehört neben ihrem Mann Paul zum Lehrpersonal der Schule. Sie ist jüdischer Abstammung und Mutter mehrerer Töchter. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Schule, die in Internatsform geführt wird. Das Familienleben kommt oft zu kurz, was Anni bedauert. Auf Grund ihrer Abstammung wird es im Laufe der Jahre immer schwieriger für sie.


    Auch der Musiker Eduard Zuckmayer ist Lehrer an der Schule, allerdings kein Gründungsmitglied. Er kann hier seine Kriegstraumata verarbeiten.


    Maximilia Mücke, genannt Moskito, ist Schüler der Schule. Seine Eltern leben in Bolivien und er hat am Anfang starkes Heimweh. Die einzelnen Kapitel des Romans geben seine Schulzeit in Schuljahren wieder. Seine Entwicklung ist interessant und gut mitzuerleben.


    Auch Marje, von der Insel stammend, ist Schülerin, klug und ehrgeizig und mit einem Geheimnis um ihre Herkunft, das sie zunächst selbst nicht kennt.


    Gustav Wenniger ist zunächst Kellner auf Juist, will aber hoch hinaus. Seine nationalsozialistische Gesinnung macht ihn schnell zu einem Gegner der Schule. Er ist der Antagonist der Geschichte.


    Auch weitere Charaktere lernt man mehr oder weniger gut kennen, sowohl Insulaner als auch Menschen, die mit der Schule zu tun haben. Alle Charaktere hat die Autorin gut gestaltet, man hat schnell Bilder vor Augen.


    Auch die Insel selbst spielt ihre Rolle, widrige Wetterverhältnisse, die eingeschränkte Erreichbarkeit, aber auch ihre wilde Naturschönheit, ihre Tier- und Pflanzenwelt. Wer Juist kennt, wird sich schnell zu Hause fühlen, ich finde es immer wieder schön, Romane von Orten zu lesen, die ich gut kenne.


    Aber auch wer Juist nicht kennt, wird sich durch die Beschreibungen ein Bild machen können, von den Örtlichkeiten der Schule z. B. auch durch einen gezeichneten Lageplan. Sehr schön sind auch die Fotos, die die Buchdeckel von innen schmücken und die das Schulleben wiedergeben. Dieses Schulleben und die Ideale, die dahinter stehen, wird im Roman ausführlich dargestellt, mit Stärken und Schwächen, insgesamt hat mir das Schulkonzept gefallen, auch heute wirkt es noch modern. Nur gegen Ende fand ich die Entwicklung weniger schön.


    Der aufkommende Nationalsozialismus macht der Schule sehr zu schaffen, und nimmt auch den Leser mit, der ja schon weiß, was noch alles kommen wird. Schön ist, dass man in einem Epilog ein bisschen darüber erfährt, wie es manchen Charakteren noch ergangen ist. Für andere allerdings bleibt es offen.


    Mir hat der Roman wirklich gut gefallen, auch wenn ich manche Entwicklung nicht so schön finde, z. B. haben mich die letzten Sätze des Epilogs erschüttert, gerade hier hätte sich die Autorin auch anders entscheiden können. Aber wahrscheinlich sollte man als Leser an dieser Stelle erschüttert werden, immerhin geht es um eine sehr dunkle Zeit.


    Sandra Lüpke stellt dem Leser eine für leider viel zu wenige Jahre real existierende Schule vor und macht sie durch historisch belegte, aber auch durch fiktive Charaktere für den Leser erlebbar. Auch die Insel Juist und der historische Hintergrund wird lebendig. Mir hat der Roman sehr gut gefallen, mir eine andere Seite meiner Lieblingsinsel gezeigt und mich emotional gepackt. Sehr gerne vergebe ich volle Punktzahl und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

    Auch wenn ich jetzt arg lange pausiert habe, und auch nach diesem Abschnitt wieder eine Pause einlegen werde, möchte ich mich doch meine Meinung kundtun (auch wenn sie vielleicht keiner mehr liest).


    Der Abschnitt lies sich gut lesen, trotz viele Blut und Kampf, aber es gab auch immer wieder Humor.


    Lancelot kommt hier ja super schlecht weg. Schön dargestellt, was er für ein Mensch ist, und wie er es dennoch schafft, immer wieder als Held dazustehen. Fand es schade, dass Arthur Derfel und die anderen so abgebügelt hat, als sie Lancelots wahren Charakter darstellen wollten. Wäre interessant gewesen, was sich entwickelt hätte.


    Merlin ist wieder da und macht auch nicht nur eine gute Figur. Seine Aussagen über "unzulängliche" Baby fand ich schon sehr schockierend. Trotzdem bringt er Schwung ins Spiel. Schade, dass er schon wieder weg ist.


    Man lernt hier so einige Religionen kennen. Dem Mithraskult kann man offenbar angehören auch wenn man Christ ist. Manches sah man damals vielleicht noch nicht so eng bzw. nicht jeder sah es so eng. Isis als Göttin der Frauen ist auch interessant.


    Ynys Trebes bzw. Mont St. Michel ist mir schon an anderer Stelle begegnet, Cornwell scheint hier aber wieder seine Phantasie eingesetzt zu haben, schade eigentlich, so wie er Ynys Trebes beschrieben hat, war schön zu lesen.


    Galahad muss man mögen. Er hat ja eine besondere Rolle in der Artussage. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht.

    1957 lernt Maria Callas auf einem Ball in Venedig Aristoteles Onassis kennen, mit dem sie später eine Liebesbeziehung eingeht. 1968 kommt wegen Onassis Liaison zu Jackie Kennedy zur Trennung.


    Bereits zweimal hat die Autorin bestimmte Zeitabschnitte bekannter Frauen in Romanen verarbeitet, und auch hier geht es nicht um das gesamte Leben der Callas, sondern beschränkt sich auf ihre Beziehung mit Onassis. Erzählt wird mit vielen Zeitsprüngen, etwas was ich generell mag, mir hier aber zu viel ist, mir scheint, hier wäre ein chronologischer Aufbau, ggf. mit Rückblenden in die Kindheit, sinnvoller gewesen, vor allem, um Maria Callas' Gefühle besser nachvollziehen zu können.


    War ich von den beiden Romanen über Coco Chanel und Edith Piaf schnell gepackt und insgesamt begeistert, tat ich mir hier schwer, leider kam ich der Protagonistin nicht nahe, sie blieb mir fremd und unsympathisch. Auch scheint mir der Roman zu reduziert zu erzählen, so habe ich wenig über die Zeit der Beziehung zwischen Callas und Onassis erfahren, sondern vor allem über die Zeit davor und danach, so dass ich die Beziehung zwischen den beiden bis zum Schluss nicht nachvollziehen kann. Dabei zeigt sich die Callas als absolute Dramaqueen, zudem ist sie sehr egozentrisch, tablettensüchtig, macht sich, ziemlich blauäugig, von Männern abhängig, ist aber auch selbst recht manipulativ, offene Gespräche scheint sie zu scheuen, Sicher entwickelte ich auch ein gewisses Mitleid mit ihr, vor allem, was ihre Kindheit angeht, aber unterm Strich reicht das eben nicht.


    Ich bin alt genug, dass ich mich noch an Zeitungsberichte über Maria Callas, die Familie Onassis und Jackie Kennedy erinnern kann, so hatte ich immer ein Bild vor Augen. Gefallen haben mir die Szenen, in denen Personen der Zeitgeschichte auftreten, u. a. erlebt man Marilyn Monroe und Winston Churchill. Man erfährt einiges über die Beziehung Griechenland-Türkei, insgesamt ist der historische Background hier jedoch weniger interessant.


    In einem Nachwort, „Fußnote“ genannt, erzählt die Autorin schließlich ein bisschen über die tatsächlichen Ereignisse, auch nach den erzählten Geschehnissen.


    Leider hat mich dieser Roman nicht packen können, die Protagonistin kam mir nicht nahe, ich hätte gerne ein bisschen mehr über die tatsächliche Beziehung und weniger Drama gelesen. Da dennoch auch hier manches interessant zu lesen war, vergebe ich 6 Punkte. Wer Liebesgeschichten mag und sich für die Callas interessiert, kann einen Blick riskieren.

    Ein älterer Mann kehrt in seinen Heimatort zurück und erinnert sich daran, wie er als Siebenjähriger die Familie Hempstock kennenlernte und mysteriöse Dinge erlebte.


    Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Roman erwartet hatte, aber sicher nicht das, was ich bekam. Sicher, ich hatte schon andere Romane des Autors gelesen, und hätte auf manches gefasst sein können, aber zunächst las sich das Ganze wie ein Roman, in dem es um Kindheiterinnerungen geht, um nach und nach immer mehr ins Mysteriöse zu kippen. Teilweise fühlte ich mich ein bisschen wie in einem Stephen-King-Roman, in dem der Protagonist immer mehr in gruselige Dinge verwickelt wird, nur dass Gaimans Sprache deutlich poetischer ist.


    Am Ende stellt der Roman – und der Leser sich – die Frage, wie viel davon hat der Junge, dessen Name nie genannt wird, tatsächlich erlebt, wie viel davon war seine Phantasie? Gleichzeitig ist man entsetzt, was er alles durchmachen musste. Ich habe die Frage für mich so beantwortet: In dieser Geschichte ist alles wahr. Bis dahin hatte ich sehr spannende Lesestunden, der Roman entpuppte sich für mich als wahrer Pageturner. Der Junge erzählt selbst in Ich-Form und so kommt der Leser ihm sehr nahe und fühlt mit ihm. Der Leser bekommt eine Menge Stoff, über den er grübeln kann.


    Der Roman ist illustriert, für mich wäre das nicht nötig gewesen, gerade bei diesem Thema hat es mich sogar ein bisschen gestört, möchte ich doch lieber meine eigene Phantasie einsetzen.


    Der Roman ist mein Überraschungsbuch des Jahres, ich hätte nicht gedacht, dass er mich so faszinieren wird. Ich bin begeistert. Mich hat der Roman von Anfang an gepackt, auch emotional, und sich als wahrer Pageturner entpuppt. Wer es gerne mal mysteriös und/oder gruselig mag, und wen es nicht stört, dass das Ende relativ offen ist, kann sich hier auf unterhaltsame Lesestunden freuen.

    Britannien, 96 n. Chr.: Die Geschwister Juba, Ursula und Fronto erhalten einen neuen Auftrag Ihrer Patronin Flavia Gemina, sie sollen den Arzt Jonathan ben Mordecai finden und sich dafür einer Schaustellertruppe anschließen.


    Der dritte Band der Reihe spielt somit zum größten Teil im Rahmen von Vorführungen in Arenen. Mit allzu viel Blut muss man allerdings nicht rechnen, sicher, es werden Opferungen erwähnt und es gibt auch eine Hinrichtung, aber die Kämpfe, die hier beschrieben werden, sind gestellt, und das trifft sogar für die Tierkämpfe zu. Hier wurde wohl eindeutig für die Zielgruppe entschärft, aber wozu dann überhaupt dieses Thema wählen?


    Der Start in den Roman hat mir ganz gut gefallen, vor allem die Einblicke in das Denken von Maus und Katze. Leider wird die Geschichte danach immer weniger nachvollziehbar erzählt, am Ende war ich froh, dort angekommen zu sein und werde wohl keinen weiteren Roman der Reihe lesen. Für mich ist schon der Auftrag sehr fraglich, denn die Kinder schließen sich jemandem an, der die selbe Person sucht, wozu also noch die Kinder dafür einsetzen?


    Der erste Band hatte mir gut gefallen, vor allem, weil ich den Eindruck hatte, dass Kindern die römische Geschichte gut nahegebracht wird. Beim dritten Band (den zweiten habe ich nicht gelesen) fehlt mir dieser Eindruck größtenteils. Man erfährt relativ wenig Neues über das Leben im römischen Britannien, das Thema Arena erscheint mir zu entschärft, und ein weiteres Thema zu pathetisch und schon fast indoktrinierend. Dieses Thema ist das Christentum. Es hätte interessant sein können, etwas über diese Religion zur damaligen Zeit zu erfahren, aber die Autorin scheint sich eher als Missionarin zu fühlen – für mich sind ihre Ausführungen unpassend.


    Die Geschichte hat eine gewisse Spannung, die allerdings zum großen Teil aus teils unbedachten Handlungen vor allem Ursulas besteht. Ursula erscheint hier weniger mutig und klug als in Band 1, was ich sehr bedauere. Positiv entwickelt hat sich Fronto, ich war sehr überrascht ihn in der Stellung zu sehen, in der er sich jetzt befindet. Juba geht hier ziemlich unter, der Fokus liegt klar auf Ursula.


    Positiv sind in diesem Band wieder die Kapitelüberschriften zu sehen, die lateinische Begriffe sind, die gut zum jeweiligen Kapitel passen und im Anhang erklärt werden. Sie haben den größten Anteil daran, dass man doch etwas über den historischen Hintergrund erfährt.


    Nachdem mir der erste Band der Reihe gut gefallen hat, hatte ich mich auf einen weiteren Band gefreut, wurde aber enttäuscht. Hier gibt es deutlich weniger römische Geschichte, dafür mehr wenig nachvollziehbare Handlung. Von mir gibt es gerade noch 5 Punkte.

    Bei jedem Neumond zieht sich das Wasser aus Venedigs Kanälen zurück, und sogenannte Schlammsammler suchen in den Kanälen nach Wertgegenständen. Einer davon ist Serafin, der bei einem seiner Streifzüge zwei besinnungslose Mädchen findet: Merle und Junipar, an deren Seite er ein spannendes Abenteuer erleben wird.


    Wer die Merle-Trilogie des Autors kennt, wird die Namen kennen. „Serafin“ ist eine Fortsetzung der Geschichte, allerdings in einem anderen Venedig, in das die beiden Mädchen durch die Spiegelwelt geraten. Man muss die Trilogie nicht unbedingt kennen, um die Geschichte genießen zu können. Manches wird hier noch einmal kurz angerissen, aber tatsächlich ist dieser Roman vollkommen unabhängig zu lesen. Bei mir ist es schon lange her, dass ich die Trilogie las, viel hatte ich nicht mehr in Erinnerung, manche Erinnerung kam aber beim Lesen wieder.


    Merle und Junipar sind auf der Suche nach Merles Vater, den sie im Herzen der Stadt wähnen. Leider haben sich in der Spiegelwelt die sogenannten Kartographen auf ihre Fährte gesetzt, und auch in Serafins Venedig sind sie nicht sicher, sondern wecken Begehrlichkeiten.


    Der Roman ist spannend, man kommt stellenweise kaum zum Luftholen, und auch Erwachsene, die gerne Jugendromane lesen oder Fans des Autors sind, werden ihre Freude daran haben. Die beiden Mädchen sind bereits aus der Merle-Trilogie bekannt, weitere Charaktere allerdings nicht, denn man befindet sich hier in einem alternativen Venedig. Auch hier gibt es neben den Menschen andere Wesen, wie etwa Meerjungfrauen oder Serafins fliegende Katze Cagliostra. Auf der Antagonistenseite gibt es eine – böse – Überraschung, mehr will ich darüber nicht verraten. Mir gefallen die Charaktere gut, man kann gut mit den drei Jugendlichen mitfühlen.


    Sehr gut gefällt mir auch das Konzept der manifestierten Städte, dass es also bekannte Städte in verschiedenen Ausführungen gibt, weil Menschen unterschiedlich an sie denken, manche waren z. B. selbst einmal da, oder haben nur über sie gelesen. Genaueres erfährt man in diesem Roman. Insgesamt bin ich wieder einmal begeistert von Kai Meyers Phantasie.


    Am Ende ist die Geschichte abgeschlossen, es gäbe aber durchaus Stoff für eine weitere Fortsetzung (über die ich mich freuen würde).


    Fast 20 Jahre nach der Merle-Trilogie hat Kai Meyer eine Fortsetzung geschrieben, die man auch unabhängig von der Trilogie lesen kann und die mir sehr gut gefallen hat. Ich bin begeistert von der Phantasie des Autors, konnte mit den Charakteren mitfühlen und hatte spannende und unterhaltsame Lesestunden. So erhält der Roman von mir volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für jugendliche und erwachsene Fantasyfans.

    Ich bin fertig und sehr zufrieden, vor allem gefällt mir, dass offen bleibt, was Wahrheit und was Einbildung/Phantasie war, so kann der Leser für sich entscheiden (ich bin für alles wahr ...).


    Sehr spannend finde ich es auch. Da ist Ursula weg, und dennoch ist der Junge immer noch in großer Gefahr. Manchmal hatte ich das Gefühl, er wirkt nicht wie ein 7jähriger. Dass er alles vergessen hat, und sogar, dass er noch mehrmals auf der Farm war, das hat gut gepasst.


    Lettie ist nun im Ozean und muss heilen, auch das eine "schöne" Vorstellung.


    Ich glaube, das Schreiben der Rezension wird nicht einfach.

    So spannend und auch gruselig. Ich frage mich, was die Hempstocks sind (keine Hexen sagen sie ...) und was Ursula ist - und was wohl das "Ungeziefer" sein wird, taucht bestimmt noch auf.


    Der Roman liest sich flüssig, teilweise ist er ein richtiger Pageturner.


    Unglaublich auch, was dem Jungen geschieht und wie Ursula die Eltern, vor allem den Vater beeinflusst, er hätte seinen Sohn beinahe ertränkt ... Cool war dagegen, wie einfach ein Stück Vergangenheit entfernt wurde. Und auch der gefangene Schlauch im Glas - auf manche Dinge muss man erst einmal kommen!


    Erwachsene sind im Innern immer noch Kinder - ist irgendwie was wahres dran :)