Beiträge von PMelittaM

    Ich dachte da spontan an Gollum. Eine Figur die keiner mag, aber notwendig und wichtig ist.

    Für den man aber durchaus Mitleid empfinden kann.


    Bisher regt mich Guinevere in diesem Roman einfach auf. Aber eine Figur, die Gefühle beim Leser erzeugt, egal welcher Art, ist zunächst durchaus interessant.

    nach neuesten Erkenntnissen ist es zweifelhaft, ob es überhaupt Kämpfe zwischen Sachsen und Briten gab zu der Zeit. Man hat nirgends Zeugnisse für solche Schlachten gefunden. Statt dessen Dörfer und Friedhöfe, in denen es Spuren (DNA) gibt, die auf ein friedliches Miteinander und eine friedliche Vermischung der Völker hindeuten. In Cornwells Nachwort sind noch die alten Erkenntnisse angeführt.

    Ob es Kämpfe gab oder nicht, dennoch sind die Sachsen ein Teil der Geschichte der britischen Inseln

    Dieser Abschnitt zog sich etwas, finde ich.


    Wir lernen Arthur kennen, den ich mag. Er hat eine vernünftige Meinung über Schlachten und Kriege, setzt sich für Frieden ein, und fordert sogar Owain heraus (was der und seine Truppe den Menschen in dem Dorf antat, hat mich entsetzt - sogar Kinder!). Und dann setzt er alles wegen einer Frau aufs Spiel? Und wir wissen ja, was Guinevere ihm noch antun wird. Die Anziehung scheint ja, zumindest zunächst, rein äußerlich zu sein - Männer ... Und dann lässt er sogar zu, dass deren Vater Geld veruntreut ... Bin gespannt, was Merlin, der dann wohl im nächsten Abschnitt auftauchen wird, dazu sagen wird.


    Guinevere kommt hier ja gar nicht gut weg.


    Und auch Sansum taucht hier auf, der vor allem zu seinem Vorteil agiert.


    Da ich langsamer bin, als ursprünglich erwartet, mache ich hier eine Pause, und ziehe ein, zwei Rezensionsexemplare vor.

    Das schreibt Cornwell ja auch selbst in seinem Nachwort, er spricht vom "Dark Age". Dennoch gibt es zumindest einen bekannten historischen Background: Die Religionen, die Sachsen, die Römer waren da und sind wieder weg usw.

    Mein Buch ist schon älter und hat weniger Seiten, dieser Abschnitt endet z. B. mit S. 132, dafür ist es enger gedruckt und für mich schwieriger zu lesen, ich werde also wahrscheinlich etwas länger brauchen.


    Ich mag Arthus-Geschichten, aber bisher kam für mich keine an Marion Zimmer-Bradleys "Die Nebel von Avalon" heran, und das wird wohl auch Cornwell nicht schaffen. Bin aber sehr gespannt auf seine Interpretation des Stoffes.


    Bisher gefällt es mir sehr gut, lässt sich prima lesen und mein Kopfkino bekommt viel zu tun. Teilweise erzählt Cornwell sehr eindringlich, z. B. die Flucht gegen Ende dieses Abschnitts.


    Mir gefällt auch, dass der historische Hintergrund eine Rolle spielt, so ist es eher ein historischer Roman als ein phantastischer.


    Derfel als Erzähler ist gut gewählt, ich bin schon gespannt, wie aus ihm ein Mönch wird. Auch die Spannung zwischen den Religionen kommt gut heraus, aber das hatten wir in anderen Artus-Erzählungen auch. In dem Zusammenhang fand ich Gwlyddyns Satz "während unser Kind nur der Sohn eines Zimmermanns war" (S. 113 bei mir) sehr ironisch ...


    Nun also kommt Arthur ins Spiel, ich bin auf ihn gespannt (wie auch auf Merlin, der sich hoffentlich auch bald sehen lässt!)

    Hamburg 1896: Hauke Sötjes aktueller Fall führt ihn nach Hamburg. Die Zusammenarbeit mit der Hamburger Polizei ist nicht einfach, diese hat sich Machtstrukturen unterzuordnen. Auch Sophie ist in Hamburg und bald kommt sie, ganz unabsichtlich, mit ihren Unternehmungen Haukes Ermittlungen in die Quere.


    Schnell hat mich der Roman, der vierte der Reihe, wieder gepackt, und ich habe mich gefreut, Sophie und Hauke erneut zu treffen. Beide gefallen mir sehr gut, auch wenn Sophie manchmal zu unüberlegt handelt und sich damit in Gefahr begibt. Mir gefällt aber, dass sie immer wieder versucht, Konventionen zu umgehen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Am Ende ergibt sich eine Situation für beide, die gespannt macht, wie es mit ihnen weitergeht. Dass es weitergeht, hat die Autorin mittlerweile bestätigt.


    Auch die weiteren Charaktere sind der Autorin gut gelungen, besonders hat mir der junge Zollanwärter gefallen, der dazu abgeordnet wird, Hauke zu führen und ihn dabei im Auge zu behalten. Dass manch einer Platt spricht, trägt zum Lokalkolorit bei. Im Anhang findet sich ein“Kleines Hamburger Sprachlexikon“ für alle, die Probleme beim Übersetzen haben sollten.


    Auch in diesem Band gibt es wieder kapiteleinleitenden Originalzitate von 1896 aus verschiedenen Zeitungen und Bekanntmachungen, die manchmal überraschend gut zum Inhalt des einzelnen Kapitels passen. Außerdem erfährt der Leser auf diese Weise einiges Interessante aus diesem Jahr. Überhaupt hat die Autorin wieder sehr gut recherchiert und führt uns dieses Mal in das Hamburg der Kaufleute, in den Freihafen und die Speicherstadt, in Kontore und die Börse. Man erfährt einiges darüber, wie Kaufleute arbeiten, aber auch über die Lebensbedingungen der Arbeiter und über Schmuggel. Im Mittelpunkt steht der Kaffeehandel. Im Anhang gibt es außerdem Anmerkungen zu historischen Ereignissen und Personen, wobei ich erstaunt war, wie viele historische Persönlichkeiten im Roman auftauchen, angesprochen werden oder zumindest zu Charakteren inspiriert haben.


    Der Fall, es geht zunächst um Schmuggel und einen unidentifizierten Toten, weitet sich immer mehr aus. Am Ende hat man in einige erschütternde Abgründe geblickt, aber auch eine zufriedenstellende Auflösung erfahren und gut miträtseln können. Die Autorin erzählt sehr bildhaft, man hat immer wieder das Gefühl, selbst mit dabei zu sein, sogar Gerüche konnte ich wahrnehmen. Besonders gelungen ist z. B. der Besuch des Kaufhauses Tietz, hier stimmt die ganze Atmosphäre und das Kopfkino bekommt viel zu tun.


    Auch der vierte Band der Reihe ist sehr gelungen: Gut recherchiert und mit viel Lokalkolorit nimmt er den Leser mit in die Vergangenheit und in einen verwickelten, spannenden Kriminalfall. Ich empfehle ihn sehr gerne weiter und vergebe volle Punktzahl.

    Der weiße Drache ist auf seinem Vernichtungsfeldzug, seine Armee von Verderbten wird immer größer, denn besiegte Gegner, die umgewandelt werden können, gibt es reichlich.


    Auf der Gegenseite gibt es aber so manchen, der sich wehrt, es werden neue Erfindungen gemacht, neue Waffen gebaut, Verbündete gefunden und Schwachstellen gesucht. Leider gibt es aber auch reichlich Rückschläge, die Lage wird immer ernster.


    Im letzten Band der Trilogie wird es noch blutiger und grausamer, aber auch wieder sehr spannend. Auch hier wird, wie schon im zweiten Band, aus den Perspektiven Lizannes, Clays, Hilemores und Sirus' erzählt, aber nicht jeder der Vier wird am Ende noch dabei sein. Denn dieses Mal gibt es reichlich Verluste auf Seiten der Verteidiger und auch von liebgewonnenen Charakteren muss man sich verabschieden. Ein neuer Nebencharakter, von dem im zweiten Band nur am Rande die Rede ist, nimmt eine wichtige Stellung auf Seiten des Weißen ein: Catheline Dewsmine, sehr grausam, aber auch interessant. Und auch zwei Drachen bekommen wichtige Auftritte: Jack Letzter Anblicks Part ist überraschend; dass Lutharon wieder auftaucht hat mich gefreut.


    Über das Ende werde ich nichts verraten, nur so viel: Es ist gut gelungen.


    Mich konnte der Autor wieder abholen, ich fand es schön, die Protagonisten wieder zu treffen und habe mit ihnen gehofft und gebangt, sogar Sirus hat ja seine Momente. Anthony Ryan hat seine Trilogie perfekt zu Ende gebracht – ich bin zufrieden, aber auch ein Stück weit traurig, dass ich die Charaktere jetzt verlassen muss. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für Fantasyfans, die die Trilogie aber unbedingt der Reihenfolge nach lesen sollten!

    Reporterin Eve Hess glaubt einen interessanten Fall an der Angel zu haben, doch dann gerät sie in Lebensgefahr. Hat sie es hier überhaupt mit Menschen zu tun? Nicht nur der Maler Alan Glaser der bei ihr starke Emotionen weckt, scheint unnatürlich stark und mit einer annormal schnellen Heilung gesegnet zu sein ...


    Endlich habe ich diesen Roman von meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) befreit, und hatte ehrlich gesagt gar keine großen Erwartungen an ihn. Mittlerweile habe ich einige Bücher dieser Art gelesen und nicht alle fand ich gut. Tatsächlich aber hat „Engelsbrut“ mich überraschend gut unterhalten.


    Das liegt allerdings nicht an der Protagonistin, die mir schnell auf die Nerven ging. Trotzig wie ein Kind begibt sie sich wieder und wieder in gefährliche Situationen und kann von Glück sagen, dass sie immer auf Neue gerettet wird. Auch ihre Gefühle für Alan wirken auf mich ziemlich aufgesetzt.


    Gut, dass nicht nur aus ihrer Perspektive erzählt wird. Die anderen Charaktere gefallen mir besser. Vor allem Alan, der mit seiner Abstammung hadert, eine Abstammung, die dem Leser erst nach und nach bekannt wird. Auch Kain, der Auftragskiller, ist interessant.


    Die Autorin erzählt flüssig und die bereits erwähnten Perspektivewechsel tragen zur Spannung bei. Die Geschichte ist düster und recht blutig, ihr Hintergrund interessant, der Titel verrät ja schon ein bisschen. Auf die Sexsezenen hätte ich persönlich gut verzichten können. Dennoch hat der erste Band mich zwar gut unterhalten, mich aber letztlich nicht animiert, die Reihe weiterlesen zu wollen.


    Wer düstere Urban Fantasy mit einem guten Schuss Romance mag, sollte hier einen Blick riskieren. Ich vergebe 7 Punkte.

    Kihrin erzählt dem Ungeheuer, Klaue genannt, das die Kerkerzelleie, in der sitzt, bewacht, seine Geschichte. Wie ist er hier gelandet? Doch Klaue scheint seine Erzählung nicht ganz ausreichend, und da sie eine Mimikerin ist, die sich über die Gehirne ihrer Opfer auch deren Erinnerungen einverleibt, kann sie auch etwas zur Geschichte beitragen, nämlich die Geschehnisse, die vor Kihrins eigener Erzählung passiert sind.


    750 der insgesamt gut 850 Seiten erzählen Kihrin und Klaue ihre Geschichten, immer abwechselnd, Kihrin in der ersten, Klaue in der dritten Person, bis sie am Ende ineinander übergehen und das danach Geschehene erzählt wird. Schon alleine durch die beiden Perspektiven/Zeitebenen ist die Geschichte sehr komplex und verlangt aufmerksames Lesen, aber immerhin kann man die beiden gut unterscheiden. Im Laufe der Zeit wird das Charakterensemble immer größer, manche Charaktere verschwinden bald wieder, andere bleiben länger, auch hier ist eine gewisse Aufmerksamkeit nötig, im Glossar am Ende kann man aber noch einmal nachlesen, wer wer ist, ohne dass dort gespoilert wird.


    Sehr komplex ist auch die Geschichte, die immer wieder für Überraschungen sorgt, und bei der man nie sicher sein kann, was weiter passieren wird. Die Charakterzeichnungen sind gelungen, aber auch hier gilt: Man kann sich nie sicher sein. Erzählt wird ausführlich, ohne jemals langweilig zu sein, und atmosphärisch. Unterhaltsam und/oder interessant sind die Fußnoten, die mich immer wieder an Pratchett erinnert haben.


    Die Welt, die sich die Autorin ausgedacht hat, ist überzeugend, Geschichte, Völker, Religion, Politik usw. sind gut durchdacht und machen das Ganze rund. Auch Magie spielt eine Rolle und ist gut integriert. Die Geschichte ist oft brutal und auch recht blutig, nicht wenige liebgewonnene Charaktere werden getötet.


    Neben dem bereits erwähnten Glossar gibt es eine Karte, die ich allerdings nicht benötigt habe, sowie Hinweise zur Aussprache der Namen, eine Übersicht über die Adelshäuser und die Herrscherhäuser der Vané (eines der Völker der Welt).


    Ich hätte mir diesen Roman durchaus als Einzelband vorstellen können, doch am Ende bleibt doch das eine oder andere offen und ein zweiter Band ist bereits im Original erschienen. Ich bin gespannt, was sich die Autorin dafür hat einfallen lassen.


    Ein epischer Fantasyroman, wie er nicht besser sein könnte, voller Überraschungen und gelungenen Charakteren, mit einer gut durchdachten Welt, sowie einer spannenden und komplexen Geschichte. Für mich ein Lesehighlight, das ich gerne weiterempfehle.

    Loretta und ihre Freunde sind zu einer Vernissage an die Nordsee eingeladen worden. Sie freuen sich auf eine erholsame Zeit miteinander – doch bald schon gibt es eine Leiche und einer der Freunde ist dringend tatverdächtig. Und so muss Loretta wieder einmal ermitteln.


    Dies ist der dritte Band der Reihe, auf den ich mich besonders gefreut habe, da ich selbst ein Nordseefan bin. Zu dieser Zeit lebt Loretta noch mit Diana zusammen, die mir ehrlich gesagt nicht allzu sympathisch ist (den ersten Band der Reihe fehlt mir bisher noch). Dafür gibt es an der N(M)ordseeküste ein paar Charaktere, die mir schnell gefallen haben, Kommissar Claassen und der nette Rechtsanwalt zum Beispiel.


    Da ich die Nordseeküste liebe, hatte ich auch schnell das richtige Feeling, Lotte Minck ist es gut gelungen, die Atmosphäre einzufangen.


    Der Fall scheint schnell glasklar zu sein – wäre es nicht auch für den Leser gänzlich unmöglich, dass der Verdächtige die Tat wirklich begangen hat. Für Loretta und Ex-Polizist Erwin ist es aber gar nicht so leicht, die Unschuld ihres Freundes zu beweisen. Die Auflösung hat man zwar gegen Ende kommen sehen, sie ist aber dennoch recht überraschend und auf jeden Fall gelungen. Auch der Humor kommt hier, wie immer, nicht zu kurz, handelt es sich doch bei der Reihe durchgehend um Krimödien.


    Wie auch bei den anderen Romanen der Reihe (bis auf den ersten habe ich alle gelesen) habe ich mich auch hier wieder gut unterhalten. Loretta-Fans werden sowieso alle Bände lesen wollen. Wer Krimödien bzw. humorvolle Kriminalromane und etwas andere Ermittler mag, kann hier bedenkenlos zugreifen.


    8 Punkte

    Rahel Hirsch hat als eine der ersten Frauen Medizin studiert und erhält 1903 eine Anstellung bei der Charité – für freie Kost und Logis, aber ohne Gehalt. Sie hat es zunächst nicht leicht, nicht jeder ihrer Kollegen kann eine Ärztin akzeptieren.


    Barbara Schubert fängt, ebenfalls 1903 in der Wäscherei der Charité an, durch eine Kollegin findet sie Zugang zur Frauenrechtsbewegung. Durch einen Zufall lernt sie Dr. Hirsch kennen und die beiden Frauen freunden sich an.


    Ulrike Schweikert setzt ihren Roman über die Geschichte der Charité fort, einige Jahrzehnte sind vergangen und viel hat sich in der Medizin getan. Auch für die Zeit aktuelle medizinische Erkenntnisse werden in die Erzählung eingebunden, wie etwa die Suche nach dem Erreger der Syphilis. So tauchen auch wieder eine ganze Reihe historischer Persönlichkeiten aus dem medizinischen Spektrum auf, wie etwa Paul Ehrlich. Auch Rahel Hirsch selbst ist eine reale historische Person, was ihre Geschichte besonders interessant macht. So ist der Roman auch dieses Mal wieder eine gelungene Mischung aus Geschichte der Charité, Medizinhistorie, politischem und sozialem Hintergrund und persönlicher Geschichte historischer und fiktiver Charaktere. Eingebunden wird die Zeit vor, während und kurz nach dem ersten Weltkrieg, die Erzählung beginnt 1903 (Prolog 1893) bis 1919 (Epilog 1938).


    Neben den Perspektiven der beiden Protagonistinnen gibt es weitere, wie die von Franz, Barbaras Cousin, der stellvertretend für die Soldaten an der Front steht, Asta Nielsen, die bekannte Schauspielerin oder Melli Beese, die sich als Pilotin und Flugzeugbauerin etablieren konnte – zwei Frauen, die „ihren Mann standen“. Asta Nielsen wirkt zwar auf mich ein bisschen wie ein Fremdkörper in der Erzählung, da sie wenig mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat und auch keine Beziehung zu den anderen Charakteren besteht, dennoch passt sie in jene Zeit und ihre Szenen haben mir gefallen.


    In einem Nachwort erzählt die Autorin über Fiktion und Wahrheit der Erzählung. Eine Karte und ein Auszug aus der verwendeten Literatur ergänzen das Ganze noch. Mir hat der Roman wieder große Lust gemacht, den historischen Charakteren noch ein bisschen mehr nachzuspüren.


    Auch dieser Roman ist wieder interessant zu lesen und hat mit Rahel Hirsch eine bemerkenswerte reale Person als Protagonistin. Auch die Medizinhistorie und das soziale und politische Umfeld ist gut eingebunden – lehrreich und unterhaltsam, für mich ein gelungener historischer Roman, den ich sehr gerne weiterempfehlen.


    10 Eulenpunkte