Eindrucksvoller Auftakt über den dreißigjährigen Krieg
Der Autor Matthias Soeder beschreibt in seinem ersten Teil „Verwandlung“ der Trilogie „Tinte und Schwert“, eindrucksvoll und auch in seiner ganzen Härte die Brutalität des dreißigjährigen Krieges. In diesem ersten Band wird nur der Beginn des dreißigjährigen Kriegs im Jahr 1618 bis Mitte 1919 um die Stadt Pilsen beschrieben. Mir gefällt der Auszug aus dem Gemälde „Galgenbaum“ als Buchcover sehr gut.
Der sympathische Hauptprotagonist Jacob ist ein kluger, gebildeter, empathischer und gottesfürchtiger Katholik, der Priester werden wollte, bevor er von seinem Feind Graf Heinrich von Hohenfels verschleppt und in den dreißigjährigen Krieg involviert wurde. Dieser verkörpert alle Eigenschaften des Unsympathen, und es ist ein Leichtes, Jacobs Rachegefühle nachvollziehen zu können. Im belagerten Pilsen leben die Hauptprotagonisten Anna und ihre Mutter, die sich in dem kaiserlichen Pilsen vor Hexenjägern verstecken. Alle Erzählstränge haben mir sehr gut gefallen.
Die einzelnen Kapiteln haben eine angenehme Länge, da längere Passagen weiter unterteilt werden. Ich konnte mir die einzelnen Szenen bildlich sehr gut vorstellen, auch wenn sie teilweise sehr brutal sind. Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Bei einem historischen Romanen ist mir sehr wichtig zu wissen, was Fiktion und was Wahrheit ist. Dies geht aus einer Liste mit den historischen Persönlichkeiten hervor, die sich im Anhang befindet. Ein weiteres Goody mit der Radierung aus dem Jahr 1618, die die erfolgreiche Erstürmung durch General Ernst von Mansfeld der Stadt Pilsen darstellt, befindet sich in der vorderen Innenseite des Buches.
Fazit:
Es ist eine zum Teil unter die Haut gehende Geschichte, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat. Daher spreche ich eine absolute Leseempfehlung aus und freue mich auf die Fortsetzung.