Die Liebe, später von Gisa Klönne

    • Das soll's gewesen sein?

    Als ich den Klappentext dieses neuen Romans der Autorin Gisa Klönne – deren Bücher ich übrigens sehr schätze – las, dachte ich sofort, das könnte ein perfektes Buch für mich werden. Wir alle drei – die Autorin, die Protagonistin und ich – sind in etwa im gleichen Alter und könnten eventuell auch ähnliche Interessen vertreten, vielleicht sogar versuchen, ähnliche Problem zu verarbeiten? So ließ ich mich dann auch gerne auf Kora ein, die seit etwa 20 Jahren mit ihrem Mann Anselm verheiratet und dabei glücklich zu sein scheint. Doch als ihr Mann mehr als zufrieden seinen Ruhestand antritt, scheint in ihr etwas Großes losgetreten worden zu sein. Nach ihrer komplizierten Herzoperation, die sie gerade ziemlich erfolgreich überstanden hat, fühlt sie sich noch keineswegs bereits, diesen letzten Schritt in ihrer professionellen Laufbahn anzutreten. Ihr Arbeitgeber sieht dies anders und legt ihr einen Rücktritt nahe. Ohne richtig mit ihrem Mann darüber zu reden, stürzt sich Kora daraufhin in eine Suche nach dem Sinn ihres weiteren Lebens. Hier wäre meines Erachtens nach eine bessere Kommunikation zwischen ihr und Anselm von Vorteil gewesen …

    Wie schon geschrieben, hätte dieses Buch perfekt für mich sein können aber so ganz warm wurde ich nicht mit der Geschichte. Ich konnte mich beim Lesen schwer in Kora reinversetzen. Während ich durchaus verstehen kann, dass man sich nochmal selbst finden und die Abschiebung auf das „Altenteil“ nicht sang- und klanglos hinnehmen will, kann ich nicht verstehen, warum man dafür alles bisher beziehungsmäßig Erarbeitete so leichtfertig in den Wind schießt. Hat man denn in den letzten zwanzig Jahren nicht gelernt, dass gute Kommunikation das A und O einer Ehe ist? Dass Anselm dann auch auszubrechen versucht, habe ich bis zu einem gewissen Grad verstanden, aber beide Protagonisten haben meine Leselust mit ihren „Eskapaden“ nicht wirklich gefördert. Der Roman behandelt ein wichtiges Thema, für viele sicher auch genau so nachvollziehbar, mich hat es leider in nicht abgeholt. Von mir gibt es für „Die Liebe, später“ drei von fünf Sternen. Der talentierten und sehr erfolgreichen Autorin Gisa Klönne halte ich natürlich die Treue. Bei so vielen veröffentlichten Romanen ihrerseits kann es ja durchaus mal vorkommen, dass Autorin und Leserin nicht Auge in Auge sehen.


    ASIN/ISBN: 346300075X

    edit: ISBN ergänzt, damit das Cover angezeigt wird. Gruß Herr Palomar

  • Das echte Leben


    Die Schriftstellerin Gisa Klönne schreibt in ihrem Roman,

    Die Liebe, später, über das Älter werden.

    Die Journalistin Cora muss mit sechzig Jahren eine neue Herzklappe hingepflanzt werden. Das ist für jeden ein eingreifendes Erlebnis. Ihr wird nahe gelegt in Frührente zu gehen. Das wurde hier plastisch erzählt.

    Ihr Mann Anselm ist etwas älter und geht schon von sich aus in Rente. Das war gut gemeint. Ist dann doch auf einmal Zuviel Nähe. Das konnte ich genau nachvollziehen.

    Dann denkt Cora viel an ihre Kindheit und Jugend.

    Zwischendurch driftet sie immer an ihre Operation ab.

    Dann macht sie sich Sorgen, kann sie weiter mit Anselm zusammen leben? Sie fährt oft nach Berlin, da hat sie von ihrem Vater eine Wohnung geerbt.

    Anselm lässt sie viel im Unklaren, wann sie wiederkommt.

    Bis er selber dann auf Reisen geht, um aufzuräumen in seiner Vergangenheit. Das bringt Cora endlich zu einem Ergebnis.

    Der Roman ist wunderbar echt und lebensnah.

    Ich war von ihm begeistert.

  • Fünf Dinge


    Mit zunehmendem Alter werden Krankheiten und Gebrechen immer häufiger. Seien es Rückenschmerzen, Probleme mit den Zähnen oder Knochen oder gar organische Beschwerden. Das muss auch Cora in „Die Liebe, später“.


    Nach einer Herzoperation ist viel Unklarheit in Coras Kopf. Sie reflektiert berufliche Erfolge , zerbrochene Freundschaft und eine Fehlgeburt. Aber auch ein Vermisstenfall lässt ihr keine Ruhe…


    Ich fand das Buch vorrangig anschaulich und spannend geschrieben. Sowohl für die Vergangenheit als auch in der Gegenwart nutzt die Autorin bildhafte und vergleichende Beschreibungen, was einen Lesegenuss gewährleistet. Die prosaische Sprache untermauert dies für mich, sorgt sie doch für Ruhe und Ästhetik. Auch die immer wieder auftauchenden Fünf Dinge Aufzählungen geben Struktur und Überblick.

    Allerdings herrscht viel Unklarheit. Was hat es mit den Vermisstenfall auf sich? Und warum stellt Cora so viel in Frage? Ist ihre Beziehung zu Amseln, das Wochenendballett, das, was sie sucht? Dieses Wirre im Roman passt nur bedingt zur Sprache.

    Ich gebe den Roman vier Sterne und freue mich auf ähnliche Bücher.