Eine Autorin, die ich sehr schätze – doch dieser Roman hat mich überrascht
Ich lese Tessa Hennig seit vielen Jahren mit großer Freude, weil ihre Bücher warmherzig, humorvoll und voller Urlaubsflair sind. Umso schwerer fällt mir diese Rezension, denn Das letzte Kind hat Fell fühlte sich für mich ungewohnt anders an. Der Schreibstil wirkt deutlich flapsiger als sonst, mit vielen Halbsätzen und jugendlicher Sprache, die für mich nicht zu ihrem üblichen Ton passt. Auch die zahlreichen sexuellen Anspielungen empfand ich als untypisch und etwas zu viel.
Das E‑Book selbst machte das Lesen zusätzlich mühsam: Rechtschreibfehler, eingeblendete Zahlen auf fast jeder Seite und fett unterstrichene Abkürzungen störten meinen Lesefluss erheblich. Auch die vielen englischen Passagen irritierten mich – in einem Portugal‑Roman hätte ich eher portugiesische Begriffe erwartet.
Inhaltlich zog sich der Anfang für mich sehr in die Länge, bis Sandra und ihr Sohn endlich in Portugal ankommen. Danach überschlägt sich die Handlung plötzlich, fast zu rasant, sodass ich kaum Zeit hatte, in der Geschichte anzukommen. Der Portugal‑Flair blieb für meinen Geschmack zu blass; vieles wirkte eher aufgezählt als atmosphärisch. Die Figuren – besonders Sandra und ihr Sohn – konnten mich diesmal nicht überzeugen, und das moderne Thema rund um den Enkel fühlte sich für mich bemüht und nicht besonders glücklich umgesetzt an.
Humor und liebevolle Charakterzeichnung, sonst ein Markenzeichen der Autorin, kamen für mich deutlich zu kurz. Es gab nur wenige Szenen zum Schmunzeln, und echte Highlights fehlten mir. Das Cover hingegen ist sehr schön und passt optisch zu ihren anderen Büchern – inhaltlich konnte mich dieser Roman jedoch leider nicht erreichen.
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Nach vielen Jahren als treue Leserin gebe ich selten so niedrige Bewertungen, doch hier bleiben für mich nur zwei Sterne – mit großem Respekt für eine Autorin, deren frühere Werke ich weiterhin sehr schätze.

