Tessa Hennig - Das letzte Kind hat Fell

  • Eine Autorin, die ich sehr schätze – doch dieser Roman hat mich überrascht

    Ich lese Tessa Hennig seit vielen Jahren mit großer Freude, weil ihre Bücher warmherzig, humorvoll und voller Urlaubsflair sind. Umso schwerer fällt mir diese Rezension, denn Das letzte Kind hat Fell fühlte sich für mich ungewohnt anders an. Der Schreibstil wirkt deutlich flapsiger als sonst, mit vielen Halbsätzen und jugendlicher Sprache, die für mich nicht zu ihrem üblichen Ton passt. Auch die zahlreichen sexuellen Anspielungen empfand ich als untypisch und etwas zu viel.


    Das E‑Book selbst machte das Lesen zusätzlich mühsam: Rechtschreibfehler, eingeblendete Zahlen auf fast jeder Seite und fett unterstrichene Abkürzungen störten meinen Lesefluss erheblich. Auch die vielen englischen Passagen irritierten mich – in einem Portugal‑Roman hätte ich eher portugiesische Begriffe erwartet.


    Inhaltlich zog sich der Anfang für mich sehr in die Länge, bis Sandra und ihr Sohn endlich in Portugal ankommen. Danach überschlägt sich die Handlung plötzlich, fast zu rasant, sodass ich kaum Zeit hatte, in der Geschichte anzukommen. Der Portugal‑Flair blieb für meinen Geschmack zu blass; vieles wirkte eher aufgezählt als atmosphärisch. Die Figuren – besonders Sandra und ihr Sohn – konnten mich diesmal nicht überzeugen, und das moderne Thema rund um den Enkel fühlte sich für mich bemüht und nicht besonders glücklich umgesetzt an.


    Humor und liebevolle Charakterzeichnung, sonst ein Markenzeichen der Autorin, kamen für mich deutlich zu kurz. Es gab nur wenige Szenen zum Schmunzeln, und echte Highlights fehlten mir. Das Cover hingegen ist sehr schön und passt optisch zu ihren anderen Büchern – inhaltlich konnte mich dieser Roman jedoch leider nicht erreichen.

    ASIN/ISBN:

    Nach vielen Jahren als treue Leserin gebe ich selten so niedrige Bewertungen, doch hier bleiben für mich nur zwei Sterne – mit großem Respekt für eine Autorin, deren frühere Werke ich weiterhin sehr schätze.

    Jeder Tag den man ohne in einem Buch zu lesen verbringt ist ein verlorener Tag. Außer du triffst dich mit Freunden. :-)

  • Ich ergänze mal um Beschreibung und Link:


    Ein warmherziger, spritziger Familienroman von SPIEGEL-Bestsellerautorin Tessa Hennig. Voller Witz, Sonne und überraschender Wendungen an der malerischen Algarve

    Angelika und Hans haben sich ihren Ruhestand in Portugal anders vorgestellt: Sonne, Meer, endlich Zeit füreinander! Doch dann läuft ihnen eine temperamentvolle Mischlingshündin zu und wird von Angelika kurzerhand adoptiert. Fellina bringt fortan nicht nur Nachbars Katzen, sondern auch ihr Leben auf Trab.

    Mit der Ruhe ist es ganz vorbei, als Tochter Sandra zu Besuch kommt. Die Brummifahrerin ist seit Langem von ihrem Mann getrennt und fest entschlossen, Gefühle weiterhin nur in sehr geringen Dosen zuzulassen. Mit dabei: Enkel Finn, chronisch überfordert mit dem Erwachsensein, von Berlin bis Lissabon planlos und mit so einigen Selbstzweifeln im Gepäck. Zwischen Pastéis de Nata, portugiesischer Lebensart und jeder Menge Familienwahnsinn lernen alle drei Generationen: Das Leben hört nicht auf, wenn man sich darauf einlässt, es fängt dann erst richtig an …

    ASIN/ISBN: B0FJMR8KC3

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)