OT: Dead Anyway
Kurzbeschreibung:
Arthur Cathcart lebt mit seiner Frau Florencia ein ruhiges Leben in Connecticut. Doch eines Tages werden beide von einem Auftragskiller zu Hause erwartet und kurzerhand mit einem Kopfschuss abserviert. Arthur ist tot, denkt der Killer. Aber während seine Frau stirbt, kann er wie durch ein Wunder überleben. Unter falschem Namen begibt er sich auf die Jagd nach dem Killer in den Untergrund der amerikanischen Ostküste. Ein fulminanter Rachefeldzug beginnt.
Über den Autor:
Chris Knopf ist ein preisgekrönter Krimischriftsteller aus den USA. Für Head Shot wurde er von der Kritik gefeiert und u.a. von Publishers Weekly unter die zwölf besten US-Thriller des Jahres 2012 gewählt. Er lebt mit seiner Frau Mary, mit der er auch eine Kommunikationsagentur betreibt, in Avon, Connecticut.
Meine Meinung:
"Head Shot" ist kein gewöhnlicher Thriller und das aus verschiedenen Gründen. Protagonist Arthur Cathcart überlebt nur knapp den Mordanschlag auf ihn und seine Frau und sobald er wieder einigermaßen klar denken kann, hat er nur noch ein Ziel: Den Killer zu finden und sich zu rächen.
Aus der Ich-Perspektive lässt Chris Knopf seinen Protagonisten selbst die Ereignisse und sein Vorgehen erzählen und das macht Arthur auf seine ihm eigene Weise: analytisch und präzise. Auch wenn er irgendwo darauf hinweist, dass man nicht alles glauben sollte, was in Krimis zu sehen (oder lesen
) ist, beschreibt er seine Schritte so detailliert wie eine Handlungsanweisung. Es würde mich nicht wundern, wenn jemand seinen eigenen Rachefeldzug nach genau dieser "Schritt-für-Schritt-Anleitung" planen würde und womöglich wären seine Erfolgsaussichten damit auch gar nicht mal so gering ![]()
Die Detailverliebtheit der einzelnen Schritte, die Arthur unternimmt, um sein Ziel zu erreichen, mag manche Leser ermüden, mich hat sie eher fasziniert, auch wenn ich stellenweise (vor allem wenn es um technische Dinge ging) nicht alles bis ins letzte Detail verstanden habe. Das tat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch.
Je näher Arthur seinem Ziel kommt, desto gefährlicher wird es und er muss immer größere Risiken eingehen, die auch Kooperationen mit (nicht unbedingt vertrauenswürdigen) Dritten einschließen, deren Verhalten sich nur schwer vorhersagen lässt. Alles steuert auf ein großes Finale zu, doch tatsächlich kommt der Show-Down für meinen Geschmack sehr plötzlich und fällt überraschend klein und kurz aus. Die Auflösung ist zwar durchaus schlüssig, aber - zumindest im Vergleich zu dem Aufwand, der bis dahin betrieben wurde - irgendwie unspektakulär.
Es bleiben noch einige Fragen unbeantwortet, aber nicht so viele, als dass das Ende mich unzufrieden zurückgelassen hätte. Ich gehe davon aus, dass die offenen Fragen in den beiden Fortsetzungen (Band 2: Cries of the Lost, Band 3: A Billion Ways to Die) beantwortet werden, die leider nicht ins Deutsche übersetzt wurden.
Insgesamt 7/10 Punkte von mir.
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ASIN/ISBN: 3426514303 |
