Es wäre so einfach, Selbstmitleid zu empfinden. Doch sie weigerte sich. Sie würde tun, was sie schon immer getan hatte. (Position 699)
Zum Inhalt (eigene Angabe)
1879. Abby Smith lebte nach dem Tod ihrer Eltern zehn Jahre lang als ungeliebtes Familienmitglied im Haushalt ihres Onkels in San Francisco - ohne Aussicht, jemals als etwas anderes als eine Dienstbotin betrachtet zu werden. So nimmt sie ihr Schicksal in die eigene Hand, antwortet auf eine Heiratsanzeige in der örtlichen Zeitung und zieht ins Territorium Montana.
Dort angekommen muß sie feststellen, daß ihr Bräutigam Matthias Barrington nichts von ihr weiß - seine Bekannten und Verwandten haben dies für den Witwer mit zwei kleinen Söhnen in die Wege geleitet. Der denkt nicht daran, erneut zu heiraten, obwohl der die Farm alleine nicht bewirtschaften kann.
Man kommt schließlich zur Übereinkunft, daß Abby für den Sommer als „Angestellte“ bleibt und danach wieder abreist. Im Laufe der Zeit kommt man sich näher - doch ob es für eine gemeinsame Zukunft reicht, so verschieden wie sie sind?
Über die Autorin
Mary Burton wuchs in Richmond/Virginia auf und war, bevor sie hauptberuflich Schriststellerin wurde, im Marketing tätig. Sie hat inzwischen über vierzig Romane veröffentlicht, die meisten davon im Genre Krimi/Thriller.
Informationen im Internet:
- Die Webseite der Autorin (in englischer Sprache)
- Die Seite zur Autorin bei fantasticfiction.com (in englischer Sprache
Meine Meinung
An der Frontier in Amerika waren Frauen meist rar. Da es noch keine Dating-Apps gab, mußte man auf anderen Wegen nach Frauen suchen, die bereit waren, eine Ehe einzugehen. So kam es zu den „Mail Order Brides“ - Frauen, die beispielsweise auf Anzeigen in Zeitungen antworteten und dann gen Westen zogen, um zu heiraten. Dies ist ein Motiv, das auch in Westernfilmen sowie in Büchern, die zu jener Zeit spielen, immer wieder auftaucht - genau genommen bildet das fast schon ein eigenes Genre.
Geschichten, in denen zwei Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten oder Kulturen aufeinander prallen und sich zusammenraufen müssen, haben mich schon immer interessiert. So bin ich auch auf dieses Buch aufmerksam geworden, in welchem die Braut allerdings gen Osten reist - vom San Francisco des Jahres 1879 ins Territorium Montana. Dort lebt Matthias Barrington mit seinen beiden kleinen Söhnen nach dem Tod seiner Frau alleine und versucht, Kindererziehung und Aufbau der Farm unter einen Hut zu bringen - was ihm eher schlecht denn recht gelingt. So faßt sein Schwiegervater zusammen mit wohlmeinenden Nachbarn den Entschluß: er muß wieder heiraten und schreiten auch zur Tat: per Annonce in einer Zeitung in San Francisco suchen sie nach einer geeigneten Bewerberin.
Diese findet sich in Person von Abby Smith, welche seit dem Tod ihrer Eltern als ungeliebte und leidlich geduldete Verwandte im Haus ihres Onkels mehr schlecht als recht lebt und keinerlei Aussichten auf ein besseres Leben hat - wenn sie nicht fort geht. So nutzt sie die Chance ohne zu wissen, daß ihr Bräutigam nichts von ihr weiß.
Aus dieser Ausgangssituation entwickelt sich eine Handlung, die - genrebedingt denkt man - eine gewisse Vorhersagbarkeit hat, zwischendurch aber immer wieder Wendungen nimmt, die man nicht unbedingt auf dem Schirm hatte. Abby ist fest entschlossen, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und Matthias zu heiraten - das ist für sie die einzige Möglichkeit für ein anderes Leben. Matthias wiederum ist in seiner Trauer gefangen und kann nur schwer zugeben, daß er es alleine wirklich nicht schaffen wird, alles unter einen Hut zu bringen.
Wie diese beiden mit dieser Situation umgehen und mehr oder weniger gut mit der Situation zurecht kommen, beschreibt die Autorin in gut lesbarem Stil. Wenn man auf so engem Raum zusammen lebt, ist es kaum zu vermeiden, daß man sich besser kennen lernt und in der Folge auch näher kommt. Diesen Prozeß fand ich nachvollziehbar beschrieben, weder ging es zu langsam noch zu schnell. Sicher darf man in solch einem Roman keine tiefschürfenden psychologischen Figurenschilderungen oder philosophische Abhandlungen erwarten, dennoch waren die Figuren so dargestellt, daß ich sie mir gut vorstellen und ihr jeweiliges Verhalten verstehen konnte, wenngleich ich sie manchmal gerne geschüttelt hätte, wenn sie sich gar zu eigensinnig verhielten.
Insgesamt hat die Autorin die Geschichte so gut erzählt, daß es mir schwer fiel, das Buch aus der Hand zulegen. Ich schätze, das war nicht das letzte Buch, das ich von der Autorin gelesen habe.
Mein Fazit
Zwei Welten in Gestalt von Abby und Matthias prallen im nicht ganz so Wilden Westen zusammen und müssen sich arrangieren. Das hat mir einige schöne Lesestunden bereitet und Lust auf mehr von der Autorin gemacht.
Bibliographische Angaben meiner gelesenen Ausgabe
Kindle-eBook, ca. 304 Seiten
Verlag: Harlequin Historical, 2004
Amazon-ASIN B007JK59DM
ISBN 978-1-459-24006-3
Daten der Print-Ausgabe
304 Seiten, kartoniert
Verlag: Harlequin Historical, 2004
ISBN-10: 0-373-29308-9
ISBN-13: 978-0-373-29308-7
Originaltext
It would be so easy to feel sorry for herself. But she refused. She’d do what she’d alway done. (Position 699)
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ASIN/ISBN: 0373293089 |

