Die Autobiografie der Queen - Emma Tennant

  • Inhalt: Die Queen privat auf ReisenUngeheuerliches geschieht an einem nebligen Herbsttag: Die Queen packt ihren Koffer und verlässt England. In aller Heimlichkeit fährt sie nach Gatwick und fliegt inkognito in die Ferne. Wo will sie hin? Was hat sie vor?Der Zusammenprall der Königin mit der harschen Realität einer tropischen Ferieninsel erweist sich vor allem wegen der vielen komischen Missverständnisse als Quelle bemerkenswerter Erkenntnisse über das Wesen der Monarchie, den Tourismus und die Bedeutung der Traditionen. Denn bei aller anerzogener Unnahbarkeit erweist sich die Monarchin als sehr vernünftige, praktische Frau, die mit dem Leben unter widrigsten Umständen am Ende besser zurechtkommt, als man auf den ersten Blick glauben möchte. Dass sich ausgerechnet ein schwarzer junger Mann, der sie eigentlich ausrauben möchte, als Ritter und Retter erweist, gehört zu den vielen amüsanten Details dieser vergnüglichen kleinen Novelle, die sowohl für Royalisten als auch für Republikaner ein echtes Geschenk ist.


    Kritik: Allein das Cover zieht schon so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass ich einfach nicht drum herum kam in dieses kleine Büchlein einmal einen genaueren Blick hineinzuwerfen.
    Der Titel lässt natürlich auf etwas ganz anderes schließen, doch die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken gibt die Story schon sehr gut wieder. Die Queen hat genug von ihrem Leben im "goldenen Käfig" und plant einen Kurztrip in die Karibik. In FlipFlops und ihrem Rollköfferchen macht sie dort als Ömchen, das keiner für richtig vollzunehmen scheint, die Gegend unsicher. Und schnell stellt sich heraus, dass sie ihre alten Gewohnheiten doch nicht so schnell ablegen kann, wie ihr eigentlich lieb wäre.
    Einige Szenen in dem Buch sind wirklich herzallerliebst und allein die Vorstellung die Queen gerade auf einer Pritsche mit FlipFlops schlafend zu sehen, ist einfach nur zu köstlich! Dieses kleine Büchlein nimmt das Leben der Royals mal so richtig auf de Schippe, verpackt in einen kleinen "Abenteuerroman".

    "Katzen achten nicht drauf, welche Namen wir ihnen geben. Sie haben ihre eigenen Namen und brauchen unsre nicht. Darum schaut einen eine Katze auch immer so mitleidig an, wenn man sie beim Namen ruft, den man ihr gegeben hat, als ob man es nie lernt.

  • OT: The Autobiography of the Queen


    Über die Autorin
    Emma Tennant ist die Tochter von Christopher Tennant, des zweiten Barons Glenconner, und Elizabeth Lady Glenconner. Sie wurde 1937 in London geboren und besuchte die St Paul's Girls' School. Ihre Ferien verbrachte sie in Pembrokeshire auf dem Landsitz ihrer Eltern, die auch Besitzungen auf Trinidad hatten. Sie arbeitete als Reiseschriftstellerin für das Queen-Magazin, und in den 70er-Jahren war sie Herausgeberin der Zeitschrift Bananas. Ihren ersten Roman, dem zwanzig weitere folgen sollten, veröffentlichte sie im Alter von sechsunzwanzig. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature. Sie war dreimal verheiratet und ist Mutter zweier Töchter und eines Sohns.


    Meine Rezension
    In diesem reizenden kleinen Büchlein werden wir Zeugen, wie die Queen beschließt, auszusteigen. Von langer Hand geplant, will sie sich eine neue Existenz auf St. Lucia aufbauen - einer Insel, die zumindest zum Commonwealth gehört.


    Hilfe bekommt sie von Brno, ihrem polnischen Kammerdiener der nebenbei eine professionelle und gut florierende Passfälscherei betreibt, die es ihm immerhin erlaubt, sich anschließend in ein kleines Landschlösschen in Transsilvanien zurückzuziehen.


    Doch ihr “Sabbatical vom Thron“ steht unter keinem guten Stern…


    Die Queen fällt mit ihrem verschrobenen Verhalten auf und obwohl sie weiß, dass sie keine Vorzugsbehandlung mehr genießt und nun ein „informelles Leben“ führt, fällt es ihr schwer, sich daran zu gewöhnen.


    Sehr schön beschrieben ist die Unbeholfenheit (aber nicht Hilflosigkeit!) der Queen in ganz alltäglichen Dingen. Ihr wird ja in ihrem Königinnendasein jede Arbeit und jeder Gedanke abgenommen.


    Hinreißend verschroben wird die Queen als ältliche Dame auf Abwegen beschrieben. Liebevoll werden Fakten aus dem Leben der „echten Queen“ wie z.B. ihre Liebe zu den Corgis eingebaut. Skurril, aber doch ein Stil, der nicht an königlicher Würde zu wünschen übrig lässt.


    Eine ganz wunderbar geschriebene kleine Geschichte. Für mich ist der einzige Kritikpunkt der, dass mich der Beweggrund für ihren Ausstieg letztlich nicht wirklich überzeugen konnte. Da der Rest des Buches aber so nett geschrieben war, beeinträchtigt dieses kleine Manko mein Urteil nur unmerklich.


    Viel zu schnell hatte ich dieses liebenswerte kleine Büchlein durchgelesen! :-(

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Na das Büchlein hat man wirklich ratz-fatz durch! :grin


    Meine Rezension:


    "Die Autobiographie der Queen" ist keine Autobiographie, sondern vielmehr eine kurze - wenn auch (natürlich fiktive) außergewöhnliche - Episode aus dem Leben der Queen, die einfach mal aus dem königlichen Leben ausbrechen will und sich deshalb still und heimlich aus dem Staub macht. Von Kindesbeinen an zum Leben am Hof erzogen, ist sie ein normales Leben natürlich nicht gewohnt, und das, was für Otto Normalverbraucher Alltag ist, stellt die alte Dame vor größte Schwierigkeiten. Mit ihrer ganz eigenen royalen Art meistert sie die aber auch und kommt meiner Meinung nach in dieser kleinen Geschichte wesentlich sympathischer an als in ihren realen TV-Auftritten. Die kleine alte Dame im Buch habe ich schnell in mein Herz geschlossen, konnte sie aber nicht immer mit ihrem realen Vorbild in Einklang bringen, wenn ich auch zugeben muss, dass ich die Queen zukünftig wohl doch mit anderen Augen sehe. Alles in allem eine sehr liebenswerte Geschichte mit lustigen wie traurigen Momenten, die aber immer mit einem Augenzwinkern und Liebe zum Detail erzählt wird, auch wenn mir persönlich der Schluss etwas schnell vonstatten ging. Ein Kurztrip mit der Queen in die Karibik - ein paar Stunden Lesevergnügen hält diese Geschichte auf jeden Fall bereit!


    8 Punkte von mir!

  • noch ein Buch, das mich in letzter Zeit enttäuscht hat, weil ich mir viel mehr von versprochen hatte. Vor allem fand ich die Geschichte zu sehr an den Haaren herbeigezogen und zu wenig glaubwürdig. Und auch der Humor war einfach nicht meiner.


    immerhin, das Cover gefällt mir ausgesprochen gut :grin