Langsamer Abschied - Irina Korschunow

  • Hoffmann und Campe, 2 CDs
    Gelesen von Marion Martiniensen


    Kurzbeschreibung:
    Eine bewegende Liebesgeschichte der großen Erzählerin Irina Korschunow
    Seit sie sehr jung geheiratet haben, gehören sie zusammen – Pierre und Nora. Sie reden und schweigen gemeinsam, streiten und vertragen sich, machen Pläne und verwerfen sie – bis Pierre mit seinem Auto in die Katastrophe rast und nichts mehr ist wie zuvor. Nora kann sich nicht verzeihen, dass sie im Streit auseinandergingen, bevor das Unglück geschah. Wird sie aus dem Labyrinth von Schmerz und Schuldgefühlen jemals wieder herausfinden? Vielleicht sogar noch einmal von Liebe reden können?


    Über die Autorin:
    Irina Korschunow, geboren und aufgewachsen in Stendal, veröffentlichte zahlreiche erfolgreiche Romane, darunter „Glück hat seinen Preis“ (1983), „Der Eulenruf“ (1985), „Das Spiegelbild“ (1992), „Ebbe und Flut“ (1995), „Von Juni zu Juni“ (1999) und "Das Luftkind" (2003). Darüber hinaus ist sie eine der bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen; ihre Bücher wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet. Sie lebt in der Nähe von München.


    Über die Sprecherin:
    Marion Martienzen lebt in Hamburg. Nach ihrem Abschluss an der Schauspielschule in London war sie fest an Theatern in Braunschweig, Bremen und München engagiert. 1981 gründete sie mit Michael Leye die Theatergruppe »Pantheater Hamburg«. Neben ihren Solo-Jazz- und Klassikkonzerten sang sie auch in Liederabenden von Franz Wittenbrink. Darüber stand sie für viele Fernsehproduktionen vor der Kamera. Marion Martienzen hat für Hoffmann und Campe bereits die Hörbücher Stolz und Vorurteil von Jane Austen (2005), Chuzpe von Lily Brett (2006) und Die Frau im Mond von Milena Agus (2007) gelesen.


    Meine Meinung:
    Eine lange Wartezeit seit Das Luftkind, dem letzten Roman von Irina Korschunow. Man befürchtete schon fast, diese einmalige Erzählerin wäre verstummt.
    Aber jetzt ist sie nicht nur mit unveränderter Stärke zurück, sondern legt ein besonders emotionales und starkes Werk vor.


    Langsamer Abschied ist ein ziemlich ruhiges Buch und Marion Martienzen liest entsprechend langsam und besinnlich. Bei einem Hörbuch von Irina Korschunow, die auch bei Lesungen selbst nicht schlecht liest, erwartet man erst einmal nicht eine junge Stimme, aber Marion Martienzen fühlt sich in die Rolle, die von Melancholie geprägt ist, leicht ein.


    Nach einem Autounfall liegt Pierre im Koma im Krankenhaus, seine Frau Nora, die Ich-Erzählerin beginnt das warten und das Erinnern der gemeinsamen Vergangenheit, vom ersten kennen lernen und verlieben, heiraten und dem versagen des Kinderwunsches. Dann der Fehltritt Pierres, aus dem ein uneheliches Kind hervorging.


    Noras Gedanken stehen die ganze Zeit im Vordergrund. Sie ist durch den Vorfall natürlich in ein Loch gefallen. Pierres langsames Sterben und ihr Verharren dabei lähmt sie und es scheint unmöglich wieder ein normales Leben aufzunehmen.


    Durch den mitfühlenden Ton der Sprecherin wird dem eher spannungsarmen Text allerdings an Dynamik genommen, ein geduldiger Zuhörer ist an manchen Stellen erforderlich. Doch letztlich wird auch dadurch der Zustand des Erstarrens von Nora begreifbar.


    Irina Korschunow hat eines ihrer wichtigsten Bücher geschrieben, aber auch eines ihrer schwierigsten. Es wirkt gerade als Hörbuch besonders intensiv.

  • Vielen Dank für die Rezi, das Hörbuch ist gleich auf meiner Wunschliste gelandet.
    Ich habe Marion Martienzen als Sprecherin bei "84 Charing Cross Road" gehört und ihre Stimme gefällt mir.

    liebe Grüße
    Nell


    Ich bin zu alt um nur zu spielen, zu jung um ohne Wunsch zu sein (Goethe)

  • Mich konnte dieses Hörbuch auf gerade einmal 2 CDs nicht zur Gänze überzeugen. Vielleicht lag es an der Sprecherin Marion Martienzen, die den Text für mein Empfinden mit zu viel Pathos liest, vielleicht liegt es aber auch daran, daß man ausschließlich Noras Erinnerungen und Gedankenwelt folgt, was mich zeitweilig an die Grenzen meiner Geduld brachte.
    An sich jedoch ist der Text nicht schlecht, nur beileibe nicht so gut, wie ich mir erhofft hatte.