Das verlorene Symbol - Dan Brown

  • Meine Meinung zu diesem Buch: Dan Brown kann schreiben. Er versteht es immer noch, Spannung aufzubauen und sich Rätsel, Geheimnisse und Mysterien aus den Fingern zu saugen.


    Und so viele überraschende Wendungen habe ich selten auf so engem Raum gelesen. Immerhin umfasst die Handlung des Buches nur einen knappen Tag. Was sich da alles abspielt, dazu müssten andere Helden wie Indiana Jones und Konsorten wohl drei Monate einrechnen. Aber Robert Langdon schlittert von einer Überraschung in die nächste. Er ist und bleibt eben ein sympathisches, tollpatschiges Genie...


    Allerdings, und nun kommt das große ABER: Dan Brown erfindet zwar gute und mitreißende Rätsel, aber wenn es darum geht, Lösungen und Erklärungen zu finden, da schwächelt er in diesem Roman gewaltig. Nach der Schnitzeljagd, die einen fast atemlos durch das Buch treibt, sitzt man dann fast fassungslos vor der "Auflösung", die eigentlich keine ist, und denkt nur: Das soll es jetzt gewesen sein?
    Aber der Tiefpunkt sind die letzten ca 50 bis 60 Seiten. Fürchterlich, wie Dan Brown mit pseudo-philosophischen Gesprächen und erhobener Moralkeule langweilt. Schade eigentlich. Denn das Buch hat Riesenpotential.


    Ich hatte mir von Dan Brown mehr erwartet als bloß tolle Ideen.
    Idee: Sehr gut. Ausführung: Mangelhaft.

    Kinder lieben zunächst ihre Eltern blind, später fangen sie an, diese zu beurteilen, manchmal verzeihen sie ihnen sogar. Oscar Wilde