Beiträge von Alice

    Dieser letzte Abschnitt war für mich schon sehr überspitzt und übertrieben. Fast wie ein Comic - und so habe ich ihn auch gelesen. Es gab einfach zu viele Unwahrscheinlichkeiten.

    Und seltsamerweise gefielen mir diese letzten Kapitel am besten. Es geschah etwas, es wurden Entscheidungen getroffen. Für mich ist das Buch eine Satire. Ich bin gleichzeitig froh, das Buch gelesen zu haben und froh, damit fertig zu sein.

    Das mit den Namen ist mir auch aufgefallen: Lightbody, Graves, Spitzvogel, Badger, Tindermarsh. Da lässt sich schon einiges ableiten. Nomen est manchmal eben wirklich omen ;) Ich glaube schon, dass Boyle sich bei der Namensauswahl etwas dachte.


    Dieser Abschnitt gefiel mir ausgezeichnet. Alles drängt zum Snowdown: Charlies nicht existierende Frühstücksflockenfabrik muss auffliegen, Bender verschwindet, im San bröckelt es, George dreht total durch, Eleanor findet ein Mittel gegen ihren sexuellen Frust bei diesem spitzen Vogel, und Will durchschaut langsam die Absurdität des Ganzen.

    Bei diesen Abschnitten ertappe ich immer wieder dabei, sie nur zu überfliegen. Das ist ziemlich langatmig und irgendwie ja immer das Gleiche.


    Und ich hatte diesen Eindruck bei den letzten beiden Abschnitten...

    In diesem Abschnitt war mein Gefühl, dass die Handlung endlich vorankommt und etwas passiert außer Gerede und Beschreibungen.


    Dabs Tod - und wie Kellogg diesen schamlos ausnutzte, um die Gehaltsforderungen seiner Leute abzuschmettern, haben mich erschüttert. Und beinahe noch mehr die Erkenntnis, dass Kellogg die vielen Kinder nur adoptiert hatte, um Gratis-Dienerschaft zu haben.


    Lightbodys Operation und das Murmeltiertagspektakel sind mir allerdings organisatorisch ein Rätsel. Beides findet zur gleichen Zeit statt. Habe ich da etwas falsch verstanden, oder war der operierende Arzt gar nicht Kellogg?


    Und ich habe ein neues Wort gelernt. Bisher war mir "Ennui" noch nie begegnet. Ich werde es aber wohl nicht in meinen aktiven Wortschatz aufnehmen.


    Bender und Charlie scheinen jetzt endgültig in die Kriminalität abzugleiten.


    Ich bin froh, dass das Buch eine Satire ist. Ansonsten würde es mich sehr deprimieren.

    Und mittlerweile gibt es fast niemanden mehr, den ich sympathisch finde...


    Am ehesten (und für mich überraschend) Will, dessen Ausflippen am Weihnachtsabend wunderbar war. Wenn auch nicht für seinen Gesundheitszustand. Aber den haben diese "Ärzte" und die liebende Ehefrau eh schon unwiderruflich ruiniert. Ich will den guten Mr Lightbody aber nicht von Mitschuld freisprechen. Immerhin ist er erwachsen und nicht völlig verblödet. Er kann auch einmal NEIN sagen.


    Mein letzter Rest Sympathie für George war dahin, als ich las, wie er den Kindern die ohnehin kleinen Weihnachtsgeschenke gestohlen und aufgegessen hat. So ein sich selbst bemitleidender Schwächling...


    Und sein Adoptivvater ist einfach nur unsympathisch. Allerdings weiß ich nicht, ob er wirklich geldgierig und ausbeuterisch ist oder doch von seiner "Mission" überzeugt.


    Über Charlie kann ich nur immer von neuem den Kopf schütteln. Wie dumm kann ein Mensch eigentlich sein?

    Ich habe manchmal auch das Gefühl, mich missverständlich ausgedrückt zu haben. Dann hilft oft, einfach nachzufragen. Lass dich doch deshalb nicht abhalten, bei der Leserunde mitzureden. :)


    Ich möchte auch an dieser Stelle eine (kleine) Lanze für alle Eltern (und damit auch Dr Kellogg ) brechen. Die damaligen Erziehungsmaßnahmen sind einfach nicht mit den heutigen zu vergleichen. Kinder wurden zu absolutem Gehorsam erzogen. Man sollte sie sehen und nicht hören. Und Kinder, die nicht der Norm entsprachen, mussten zurechtgebogen werde.

    Ich finde das auch entsetzlich, aber damals war Kellogg sicher kein "abnormaler" Vater.

    Und ich bin mitten im zweiten Abschnitt (hoffe, später noch weiterlesen zu können) - und es geht mir ähnlich wie Saiya. Viel zu schreiben fällt mir momentan nicht ein. Ich staune über die detaillierten Schilderungen der Untersuchungen, ich bedaure Will Lightbody und bin gespannt, wie sich der Mann entwickeln wird. Und ob er fähig wird, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

    Und hoffentlich überwindet er seine Vernarrtheit in Eleanor. Sie wirkt auf mich extrem egozentrisch und kaltherzig.


    Und der Preis für den naivsten Charakter geht eindeutig an Charlie Ossining. Die Schilderung seiner Odyssee an ersten Abend in Battle Creek hat mir fast körperliche Schmerzen bereitet. Falls er als Geschäftsmann nicht scheitern sollte, wäre das für mich eine Riesenüberraschung. Wer solche Freunde hat wie Bender, der kann sich die Feinde ersparen.


    Oh, nun habe ich doch etwas zu schreiben gewusst :)

    Aus heutiger Sicht ist Kellogg in seinem Snobismus sicher sehr kritisch zu sehen. Wenn man aber bedenkt, in welcher Zeit der Roman angesiedelt ist, habe ich doch ein wenig Verständnis für ihn.

    Die strikte Teilung zwischen der "besseren" Gesellschaft und der Arbeiterklasse wurde sogar von den Armen als normal angesehen. Der Adel und die durch die Industrialisierung reich geworden Emporkömmlinge wollten mit der "Unterschicht" selten etwas zu tun haben und blieben möglichst in ihren Kreisen.

    Man sah sich zwar gerne als Wohltäter, aber mit ihnen im selben Sanatorium zu logieren, das ging einfach nicht.

    Ich habe zwar erst zwei Kapitel geschafft, möchte aber meine ersten Eindrücke schon festhalten:


    Mir gefällt der Schreibstil des Autors sehr gut. Die Sprache ist nahezu perfekt, die Schilderungen sind anschaulich, und mir gefallen vor allem die spitzen, ironischen Formulierungen. Das ist ja beinahe eine Satire...


    Dr Kelloggs Demonstration des Vergleiches Rindersteak - Pferdedung war schon sehr gewagt und auch eindrucksvoll.

    Ich habe ein wenig über die reale Person des Dr Kellogg nachgelesen. Seine These von der gesunden Ernährung und der Ablehnung von Fleisch war für die damalige Zeit ja richtig revolutionär. Und sicher nicht falsch - vor allem, wenn man beispielsweise von den zwölfgängigen Schlemmermenüs im Speisewagen liest. Und auf der anderen Seite Charlie Lightbody (nomen est omen?) mit seiner Toastscheibe. Der Typ stirbt ja gerade den freiwilligen Hungertod.


    Kelloggs Ablehnung von Sexualität allerdings finde ich sehr bedenklich. Der Mann würde heutzutage eine ganze psychiatrische Abteilung in Trab halten.

    In diesem Monat hatte ich gleich 4 Kandidaten für das Highlight. Verdient hätten es alle vier, aber letzten Endes habe ich das Buch gewählt, das mich seit Jahren nachhaltig prägt.


    Mechtild Borrmann; Trümmerkind; 1; e-book

    Jörg Maurer; Oberwasser; 1

    Edith Kneifl; Schön tot;, 2,5; e-book

    Hans Fallada; Kleiner Mann, was nun?; 1; Leserunde; e-book

    Edith Kneifl; Stadt der Schmerzen; 3; e-book

    Anne Jacobs; Die Tuchvilla; 4

    Edith Kneifl; Blutiger Sand; 4; e-book

    Margaret Atwood; Der Report der Magd; 1; Monatshighlight


    Abgebrochen:

    Walter Scott; Die Braut von Lammermoor; 5

    Würdet ihr sagen, die Romantik im Buch ist schon kitschig angehaucht? Dann wäre es nämlich nichts für mich, ich kann das auf den Tod nicht leiden wenn es nach dem üblichen Schema läuft. Also Mädchen trifft (unglaublich gutaussehenden) Jungen, verliebt sich auf den ersten Blick, Junge wirkt unerreichbar und unnahbar, wird dann aber brav zum Schmusebärchen. Und am Ende kommen sie selbstverständlich zusammen und heiraten.


    Ist das so eine Liebesgeschichte?

    Ja, definitv.


    Eine Freundin hat mir alle drei Bände gebracht und gemeint, ich solle sie lesen. Ich habe es getan. Zumindest habe ich mich durch den ersten Band gequält.


    Von wegen historischer Hintergrund... Ein paar Nebensätze, das wars dann schon. Ich habe mich viel mit den Jahren 1913/14 beschäftigt. Mit dieser Zeit der Extreme, des Umbruchs und der politischen Entscheidungen. Nichts von alledem in dem Buch.


    Dafür nur Klischees, anspruchslose Dialoge, kitschige Liebesgeschichten und viel Schmalz.

    Dass die Autorin schreiben kann, bestreite ich nicht. Sie schreibt gefällig, flüssig und nicht besonders anspruchsvoll. Also für seichte Kost durchaus ausreichend. Mehr nicht.


    Wie sag ich meiner Freundin, dass ich die Folgebände nicht lesen mag?

    In meinem e-book fehlt auch der Anhang. Ich habe mich anscheinend für die falsche Ausgabe entschieden.


    Aber es ist eben so...


    Ich fand den Schluss des Buches vollkommen schlüssig und rund. Der kleine Mann Pinneberg wird wohl wirklich für immer ein armer Schlucker bleiben - oder er fällt auf die Versprechungen der Nazis herein. Das glaube ich allerdings nun nicht wirklich, denn seine Frau scheint mir da doch zu anständig zu sein.

    Und so ganz aussichtslos, glaube ich, ist die weitere Zukunft der beiden nicht.

    Emma erweist sich als recht pragmatisch und zupackend.

    Möglicherweise gelingt es ihr, mit dem Nähen eine dauerhafte Erwerbsquelle zu erschließen.