Beiträge von Alice

    Der Pudel passt ja zu Tenbrink wie Marmelade zu Fisch ;) Mal sehen, wie er mit dem "Handtaschenhund" zurecht kommt. Nach der Pinkelattacke wird Tenbrink wohl einsehen müssen, dass auch Winzighunde mal Gassi gehen müssen.


    Daniel scheint etwas zu wissen. Es wäre mir recht, wenn er der Mörder wäre, aber das wäre dann wohl doch zu einfach. Der Junge redet wie ein Wasserfall und tut das, was ein Verdächtiger niemals tun sollte: Dinge ausplaudern, nach denen ihn niemand gefragt hat.

    Aber dass er etwas Entscheidendes weiß, das scheint offensichtlich.


    Jedenfalls macht Ingrid Holters auch nach ihrem Tod so manchen nervös.


    Nun ist also Michaela tot. Auf den ersten Blick ein goldener Schuss, aber wohl doch eher Mord.


    Ich musste lachen, als klar wurde, dass mit Kreta und Greta dasselbe gemeint war. Es gibt auch hierzulande Gegenden, deren BewohnerInnen kein K aussprechen können. Ich erinnere mich an die Radiosprecherin, die uns was vom "Greisvergehr" erzählte. Nachdem meine Phantasie Purzelbäume geschlagen hatte, entdeckte ich, dass "Kreisverkehr" gemeint war.:rofl

    Na, da passiert ja einiges in diesem Abschnitt :)


    Langsam durchblicke ich auch den Aufbau des Buches. Den kurzen Kapiteln aus der Vergangenheit folgen die längeren aus der Gegenwart. Das finde ich sowohl interessant als auch ungewöhnlich.


    Die Große-Daltrups haben nicht nur einen seltsamen Namen, sie sind auch sehr eigenartig. Ich weiß selber nicht, warum mich diese Familie abstößt. Vielleicht ist es auch bloß der Doppelname... (Leute mit Doppelnamen haben meiner Erfahrung nach meist einen Knacks)


    Ingrid Holters ist zwar tot, scheint aber immer noch eine große Rolle zu spielen.


    Sehr interessant fand ich die Erklärung zur Knochenmühle. Ich kannte zwar den Begriff, hatte mich aber bisher nie gedanklich damit beschäftigt.


    Ich hoffe sehr, dass Tenbrink und Bertram bald wieder enger zusammenarbeiten. Ich fand die beiden als Team im "Galgenhügel" einfach umwerfend.


    Gut fand ich auch, dass wir mehr über Tenbrinks Familie erfahren. Da gibts ja jede Menge Altlasten...


    Meine Lieblingsszene war die in Tenbrinks verwahrlostem Pachtgarten. Wunderbar beschrieben und sehr stimmungsvoll.

    Was bedeutet nun Toter Bauer ?

    Da habe ich auch schon gerätselt. Aber da das Buch "Totenbauer" heißt, ist wohl dieser Begriff gemeint und hat nichts mit einem toten Bauern zu tun. Für mich ist das eher eine Art Berufs- oder Tätigkeitsbezeichnung. Ein Bauer, der Tote anbaut wohl eher nicht, sondern eher einer, der sich um die Toten kümmert. Also kein toter Bauer, sondern ein lebendiger, der sich als Totengräber oder Totenwäscher oder.... Bin schon gespannt auf die Auflösung.

    Bertram schwankt immer ein wenig zwischen Eitelkeit und Understatement. Er sieht gut aus und kleidet sich sportlich, versucht aber, immer etwas ungepflegt auszusehen (was von Tenbrink natürlich längst durchschaut wurde). Andererseits ist er sehr intelligent und weiß sehr viel, versucht aber, nicht als Besserwisser oder Klugscheißer zu erscheinen (was ihm nicht immer gelingt). Vielleicht kommt er auch deshalb mit Tenbrink so gut aus, weil sie in beiden Feldern keine Konkurrenten sind: Tenbrink schert sich nicht um sein Aussehen oder seine Wirkung auf die Frauen, und bei seiner Arbeit folgt er nicht immer dem Verstand, sondern seinem Bauchgefühl. Tenbrink und Bertram ergänzen sich eben wie ein altes Ehepaar ;)

    Es stimmt sicher, dass die beiden keine Konkurrenten sind und deshalb so gut miteinander auskommen.


    Ich möchte allerdings bei deiner Bemerkung einhaken, dass Bertram nicht als Besserwisser oder Klugscheißer erscheint. Für mich ist das eine erschreckende Zeiterscheinung, dass gebildete Menschen ihre Bildung besser verbergen sollten, um sozial anerkannt zu werden. Ich erinnere mich mit Abscheu an meine Schulzeit, als ich absichtlich Fehler in meine Arbeiten einbaute, damit mich die anderen mochten...

    Warum sind dumme Menschen beliebter als gescheite? Fürchtet man sich vor Intelligenz? Sie ist nicht ansteckend, leider.

    Ich habe viele schöne Erinnerungen an Kreta. Allerdings musste ich nie in solchen Horrorunterkünften mit lauter Proleten als Nachbarn wohnen. Jedenfalls sind die Kreter ein sehr liebenswertes und gastfreundliches Volk.


    Der erste Teil ist wohl die Vorgeschichte und vielleicht auch der Schlüssel zur folgenden Handlung. Daniel hat bei mir einen bleibenden EIndruck hinterlassen: er ist ein Schwein. Aber kein niedliches, und eigentlich sollte ich Schweine nicht verunglimpfen. Aber mir fällt kein passenderes Wort für Daniel ein.


    Auch ich war sofort "drin" in der Geschichte. Unsere drängendste Frage nach Tenbrinks Gesundheitszustand wurde zumindest für den Anfang beantwortet. Anscheinend muss er sich wirklich mit verdrängten Erinnerungen und Schuldgefühlen auseinandersetzen. Ich bin schon froh, dass es kein Tumor ist...


    Ich mag Bertram wieder sehr. Mir gefällt, wie gebildet er ist und wie er spricht. Nun, eine Romanfigur kann nur das, was ihr Schöpfer auch kann. Und deshalb ist das ein Kompliment an Tom Finnek. Ich finde es schön, wenn in einen zeitgenössischen Roman fast vergessene Schätze unserer Sprache eingebaut werden. Auch wenn der gute Bertram dafür milden Spott erntet. Ich hoffe, er lässt sich davon nicht beirren.

    Auch ich kann viele lobende Worte für das Buch finden. Ein sehr authetisch wirkender Roman, der sich immer mit den Fakten deckt, die ich mir aus dieser Zeit angelesen habe. Mit den Personen und Schauplätzen und dem Wiener Slang hatte ich keine Probleme, wofür allerdings meinen Vorfahren zu danken ist :).

    Streckenweise ist das Buch sehr spannend, sogar ein Kriminalfall ist eingearbeitet.

    Ich empfinde das Buch auch als eine Mahnung, die Zeichen der Zeit zu sehen und vor allem zu reagieren.


    Lothars Sprache ist erfrischend gut, er beherrscht Rechtschreibung und Grammatik beinahe perfekt. Allerdings kommt er an die wirklich Großen dieses Genres nicht heran.

    Der Roman berührt mich sehr, aber unter die Haut geht er mir nicht. Dazu brauche ich immer noch einen Schnitzler, einen Horvath oder einen Thomas Bernhard.

    Der letzte Abschnitt war schon bemerkenswert, wenn er mir auch etwas überhastet erschienen ist. Ein bisschen mehr Hintergrundinformation und mehr Details wären schön gewesen. Dass es für Menschen mit wenig Wissen um diese Zeit ein bisschen verwirrend ist, kann ich mir gut vorstellen.


    So recht schockiert dürfen wir über die Uninformiertheit und Naivität von Henriette nicht sein, denn wir müssen nur bedenken, dass sich vieles in der heutigen Zeit wiederholt. Und wie viel Un- oder Falschinformierte es gibt. Zwar haben sich die Namen der Feindbilder geändert, aber die Substanz bleibt dieselbe.

    Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich die heutige politische Lage vor allem in Österreich mit großer Sorge sehe und sehr hoffe, nicht Recht zu behalten.


    Abschließend möchte auch ich mich bei euch für die sehr interessante Leserunde bedanken.

    Nun ist die Nachzüglerin auch fertig...


    "Endlich" kam Frederikes Zusammenbruch. Ich hatte ihn erwartet und ersehnt. Nicht, weil ich sadistisch bin oder ohne Mitgefühl. Sondern weil mir ein Mensch, der solches durchmacht wie Frederike und dabei jederzeit nett, freundlich, hilfsbereit und gütig bleibt, unnatürlich vorkommt.


    Dass sie nun grenzenlos enttäuscht von Deutschland war, verstehe ich schon und finde es gut, dass sie ausgewandert ist. Was ich absolut nicht verstehe, ist, dass sie Gebbi weggibt. So etwas macht eine Mutter nicht. Niemals. Und der Grund der "besseren Schulbildung" ist für mich keiner. Für mich ist das eine Art der Abschiebung. Vielleicht auch, um frei zu sein für die Jugendliebe. Hoffentlich hat sie mit dem neuen Mann mehr Glück. Was ich ihm auch wünsche, denn bisher standen Frederikes Ehemänner unter keinem guten Stern.


    Die philosophischen Betrachtungen gegen Ende fand ich ein bisschen heftig - ich mag solche Holzhammer-Monologe nicht sehr. Ich denke, auch ohne den erhobenen Zeigefinger ist allen LeserInnen klar, dass sich genau dieselbe Entwicklung wieder anbahnt.


    Zwei Charaktere, die es meiner Meinung nach verdienen, besonders hervorgehoben zu werde, möchte ich zum Abschluss lobend erwähnen:

    Zuerst Herrn Blumenthal, der sehr viel für Frederike riskiert hat und von ihr eigentlich recht rasch wieder vergessen wurde.

    Und natürlich ihren Stiefvater Erik, den Fels in der Brandung, der immer die richtigen Worte fand. Er ist mein Held :)

    Eigentlich wollte ich nur erfahren, was es mit Selmas Krankheit auf sich hatte. Und dann habe ich mich festgelesen und konnte erst aufhören, als der Abschnitt zu Ende war. Das war vor ein paar Minuten, und ich bin wie erschlagen von der Fülle der Ereignisse.


    Auch ich hätte ohne zu zögern Henriette den Mord zugetraut. Und jetzt denke ich darüber nach, wie leicht man sich von Vorurteilen leiten und (ver)führen lässt.

    Auch in diesem Abschnitt galt all meine Sympathie und mein Mitgefühl Hans.


    Dass sich Hermann als glühender Nazi entpuppte, hat mich eher auch überrascht. Dass er mit diesen Verbrechern sympathisierte, war nicht ao abwegig, aber das Ausmaß war doch sehr heftig.

    Bin gerade erst am Anfang dieses Abschnitts..

    Warum bitte gibt Friederike den beiden ehem. KZ Insassen einen Teil ihres Schmuckes mit?? Den sieht sie doch vestimnt nie wieder!!=O

    Genau das habe ich mir auch gedacht. Und es hat sich ja auch bewahrheitet.


    Bei allem Verständnis für Frederike: wie kann man nur so naiv sein?


    Nun wird unser aller Darling Hausfrau und hat große Probleme bei der täglichen Hausarbeit. Was soll aber so verdammt schwierig daran sein, Kartoffeln zu kochen? Niemand verlangt von ihr mehrgängige Menüs. Ich erinnere mich noch gut, wie Frederike Frau Walter schief angesehen hat, als diese das Essen auf dem kleinen Ofen im Zimmer anbrennen hatte lassen.


    Und mir scheint, auch beim Verlassen des Landes waren Frederike und Gatte ein bisschen blauäugig. Haben sie wirklich nicht erkannt, wie gefährlich die Lage war?

    Es ist vielleicht auch verständlich, da die Familie den Krieg ja fast unbeschadet überstanden hat. Da kann man dann schon glauben, es werde wieder alles wie vorher.

    Für Österreich waren die Folgen des ersten Weltkrieges verheerend. Da blieb buchstäblich kein Stein auf dem anderen. Aus dem großen Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn (immerhin der drittgrößte Staat in Europa) wurde ein Kleinstaat. Menschen wurden entwurzelt und ich weiß aus Berichten von Zeitzeugen, dass beispielsweise ein großer Teil meines Heimatlandes Tirol "von heute auf morgen" zu Italien gehörte und es bei Strafe verboten war, deutsch zu sprechen. Das nur so nebenbei...


    Henriette schaut auf ihr verpfuschtes Leben zurück. Die Dame tut mir kein bisschen leid, das besorgt sie schon selber zur Genüge. Und wie sie Christl behandelt, sagt eigentlich alles über Henriettes Charakter.

    Hermanns Ansichten sind ja haarsträubend, und der Conte ist ja wohl ein Faschist. Da bahnen sich schon die nächsten Schrecken an.


    Am besten gefällt mir die Entwicklung von Hans. Ich finde ihn sympathisch, und seine Ansichten gefallen mir. Um Selma mache ich mir Sorgen. Ist ihre Karriere schon wieder zu Ende? Woran leidet sie? Das ist sicher nicht bloß etwas Harmloses.