Beiträge von Alice

    Macht euch also keine Hoffnung, dass demokratische Wahlen was bewegen können in einem Land wie Österreich. Nicht nur die unverbesserlichen Stammwähler der FPÖ sind bildungsfern.

    Ich hoffe, dich misszuverstehen. Was meinst du mit deiner Aussage? Alle ÖsterreicherInnen sind bildungsfern, beherrschen die deutsche Sprache nicht und sind nicht fähig, demokratisch zu denken bzw zu handeln?

    Falls du das meinen solltest, solltest du deine Vorurteile überdenken.

    Eigentlich ist mir völlig egal, warum man mit der Veröffentlichung gewartet hat (die abenteuerlichen Verschwörungstheorien sind amüsant, aber irrelevant), wer dahinter steckt und warum.


    Ausschlaggebend ist das Gesagte. Das kann nicht schön geredet werden.

    Diese Partei hat sich selbst entlarvt. Gut so.


    Was aber kaum zu glauben ist: die FPÖ hat immer noch Anhänger. :nichtskapiert

    Auch ich freue mich unheimlich. Seit wir diese unsägliche Partei ertragen müssen, geht bei uns alles bergab. Nun erscheint ein Hoffnungsstrahl am Horizont.

    Ob unser Schweigekanzler allerdings endlich die Konsequenzen zieht, bleibt abzuwarten. Und wer/was kommt nach?


    Fragen über Fragen.

    Aber heute abend trinken wir Champagner :)

    Meine Lust auf "King" ist im Grunde genommen nicht verschwunden - sagen wir Mal sie wurde etwas getrübt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, noch einen "King" zu lesen - aber dann bitte unbedingt in einer Leserunde. Ich muss mich nur überwinden, die Seitenzahl zu ignorieren und ihr müsstet dann unheimlich viel Geduld mit mir haben - ich war ja hier schon hinterher. Was gäbe das bei 1.000 Seiten? ;-)

    Ein reizvoller Gedanke: irgendwann noch eine King-Leserunde :)

    Dass du hinterherhinken würdest, muss nicht sein.

    Ich wäre bereit, in dem Tempo zu lesen, das du vorgibst und auch Pausen einzulegen. Beim gemeinsamen Lesen sollte es meiner Meinung nach niemals darum gehen, schnell zu lesen. Mir ist der Gedankenaustausch dabei am wichtigsten. Ist doch egal, wie lange man für ein Buch braucht. Und wer weniger als vier Meilen in der Stunde schafft, wird ganz bestimmt nicht eliminiert ;)

    Schön, dass du den Roman beendet hast :)


    Vielleicht als kleinen Trost für die "neutrale Beobachterin": auch ich war beim ersten Lesen von diesem Buch nicht gerade begeistert. King-Fan wurde ich erst im Laufe der Jahre und viele Bücher später.

    Es tut mir echt leid..... ich wollte mich so gern auf einen "King/Bachman" einlassen - aber hier wird es mir schon sehr schwer gemacht. Ich ertappe mich immer öfter dabei, quer zu lesen.

    Ich kann dich verstehen. Und ich finde es sehr schade, dass dein erster Eindruck von Stephen King kein sehr guter ist.

    Vielleicht magst du dich irgendwann zu einem der neueren King-Romane durchringen wie The Stand oder ES oder Der Anschlag. Ich denke, du würdest es nicht bereuen, aber man kann es nicht erzwingen.


    Trotzdem finde ich es schön, dass du es versucht hast, dich auf King einzulassen. Ob du nun das Buch beendest oder nicht.

    Garraty musste doch bis zum Ende durchhalten. Er war der Protagonist, und es wäre ein Stilbruch gewesen, plötzlich die Erzählperspektive zu wechseln. Ich fand das Ende sehr passend: im Grunde war es egal, wer gewonnen hat. Eigentlich ist auch Garraty tot: er ist völlig wahnsinnig, körperlich ruiniert und wird sich von diesem Erlebnis sicher niemals völlig erholen. Auch wenn er weiterleben sollte.

    Der Schluss ist für mich die Zusammenfassung und das Resultat dieses Todesmarsches: eine grausame Sinnlosigkeit, um der stupiden Masse ein Schauspiel zu bieten und den Major ins Rampenlicht zu bringen.


    Ich habe in Gedanken immer wieder die Parallele gezogen zu den unsäglichen Massen-Unterhaltungen unserer Zeit: den Casting,- Sing-, Dschungel-, Tanz- und ähnlichen Shows, die auch nur dazu da sind, billige Unterhaltung für gelangweilte Massen zu produzieren und die TeilnehmerInnen zu demütigen.


    Das Buch macht mich traurig.

    Ein seltsamer, fiktiver Militärstaat, der seinen Nachwuchs skrupellos niederschießt, woran der Pöbel sich ergötzt. Letzteres hat ein wenig von "Brot und Spiele", aber dafür hat man dann wieder zu wenig Innenansichten in diesen Staat.

    Genau das beschäftigt mich auch.

    Warum diese "Alles oder nichts" - Einstellung? Wie schlecht muss es einem Menschen gehen, damit er sich auf solche hoch riskanten, nein: tödlichen, Aktionen einlässt?

    Ich vermisse es, etwas über die Lebensumstände der Menschen und den gesellschaftlichen Hintergrund zu erfahren. Ich vermisse die wahren Motive der Geher - nur die Aussicht auf ein Leben in unvorstellbarem Luxus kann es doch nicht sein.

    Denn so wahnsinnig schlimm kann es der Bevölkerung doch nicht gehen. Zumindest erfährt man es nicht.


    Besonders schockiert war ich, als ich etwas über das Auswahlverfahren las.

    "Einer von einer Million". Im Ernst? Eine Million Teenager bewirbt sich und lässt auch noch Tests über sich ergehen? Und betrachtet es als Auszeichnung und Ehre, am Todesmarsch teilzunehmen?


    Allerdings dürfen wir nicht den Fehler machen, den frühen Bachman mit dem späteren King zu vergleichen. Dazwischen liegen Jahrzehnte der schriftstellerischen Entwicklung. Das zu negieren ist ein bisschen unfair.

    Mir ist - auch durch eure Kommentare - bewusst geworden, dass die Teilnehmer anscheinend keine Ahnung vom Ausdauer-Gehen haben.

    Ich wandere selber sehr gerne und halte mich auch für ausdauernd und leistungsfähig. Aber in einem Rollkragenpullover oder in Turnschuhen oder mit dieser seltsamen Ernährung könnte ich keine Stunde lang mithalten.


    Das dauernde Reden muss auch wahnsinnig kräftezehrend sein. Die Jungen sind anscheinend wirklich völlig ahnungslos in diesen Lauf gestolpert. Warum hat niemand dafür trainiert, ist die Strecke probehalber gegangen oder zumindest gefahren? Das beschäftigt mich wirklich.

    Jede Steigung trifft sie unvorbereitet. Ich meine, wenn man als Training versuchen würde, so weit zu gehen, bekäme man doch eine Ahnung davon, was einen erwartet.

    Ich glaube, ich hatte an das Buch einfach zu hohe Erwartungen, weil ich vom "Meister des Horrors" mehr/anderes erwartet hätte :/

    Kann ich verstehen.

    Allerdings war Bachman bzw King, als er das Buch schrieb, vom Meistertitel noch weit entfernt und außerdem ist es mir ein Rätsel, warum der Roman unter "Horror" eingeordnet wird. Irgendwie ist das doch vorsätzliche Täuschung der Leserschaft...

    Findet ihr wirklich, dass in diesem Abschnitt nichts passiert ist? Da gabs doch eine ganze Menge - vor allem zum Nachdenken.


    Obwohl ich das Buch nicht wirklich gut finde, steckt doch eine Menge drin. Der Stil ist noch sehr holprig, manche Dialoge meldodramatisch - eben ein sehr frühes Werk von Stephen King und nicht vergleichbar mit seinen Meisterwerken wie dem Dark Tower.

    Aber mir gefällt es trotzdem. Mir gefällt die Idee (und ja, ich finde schon, dass das Grundmotiv die Vorlage für Die Tribute von Panem geliefert hat), mir gefallen die Charaktere, mir gefallen die detaillierten Schilderungen des "Hintergrunds".


    Krieg ich jetzt die :rotekarte?

    Ich finde die Erklärung von McVries (S.112) sehr interessant. Für mich bestätigt sich meine Annahme, dass zumindest ein Großteil der Teilnehmer völlig sorglos und auch ahnungslos an dieser Veranstaltung teilnehmen. McVries gibt zu, die angekündigten Konsequenzen, also die Todesschüsse, einfach nicht ernst genommen zu haben. Er konnte sich nicht vorstellen, dass man 99 von 100 Jungen kaltblütig töten würde. Er dachte eher an einen symbolischen Tod wie in einem Spiel.


    Und auch zur historischen Zeit gibt es Hinweise: Glenn Miller spielte noch vor kurzem im Radio, und Rumba und Cha-Cha-Cha sind "moderne Tänze". Das weist auf die Vierziger des vorigen Jahrhunderts hin.

    Nun bin ich auch auf dem langen Marsch. Zum zweitenmal. Der erste ist allerdings ziemlich lange her, die alte Ausgabe wurde überarbeitet und modernisiert, ich habe die Geschichte nur mehr sehr bruchstückhaft in Erinnerung - und daher weiß ich momentan auch nicht mehr als ihr.


    Und ja, es geht um sehr viel Geld für den Sieger, das ist klar. Und es geht ums Leben beziehungsweise um die 99%ige Chance, zu sterben. Dass sich dafür so viele Bewerber finden, erscheint uns absurd. Ich habe darüber nachgedacht und meine, dass das eigentlich gar nicht so furchtbar absurd ist.


    No risk - no fun. Darum geht es doch auch bei diversen Extremsportarten in unserer Zeit. Diese Menschen nehmen auch die Chance, vorzeitig zu sterben, gerne auf sich. Oder die Raser bzw Betrunkenen auf den Autobahnen, die Kettenraucher,... Sie alle nehmen es freiwillig auf sich, ihr Existenz aufs Spiel zu setzen.


    Noch dazu handelt es sich bei den Teilnehmern am Todesmarsch um Sechzehn- und Siebzehnjährige. In diesem Alter hielten wir uns doch alle für unsterblich, oder nicht?