Fragen an Titus Müller

  • Bei einer vom Autoren begleitete Leserunde gibt es eine Frage die immer gestellt wird: Von wem, wie, wo, was handelt der nächste Roman? Bei einem Link auf ein Interview glaube ich das Wort "Eismeer" in diesem Zusammenhang gelesen zu haben, bin mir aber nicht zu 100 % sicher.

  • In dem Roman kommt Gabriel Malagrida negativ rüber.
    Sein Lebensweg ist komplex, er machte viele Reisen als Missionar, es war sicher sehr abenteuerlich.
    Wäre es auch eine Option gewesen, ihn als Hauptfigur, und sei es als Antiheld, eines Romans einzusetzen?

  • ich schließe mich der sapperlot´schen frage an.
    und:
    steht eine weitere mehrkopf-produktion à la "die 7 häupter" an?
    danke

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Zum neuen Roman will ich noch nichts sagen. Bei Facebook rutscht mir manchmal etwas heraus, aber das darf eigentlich nicht sein, ich schweige! Liegt am Wagnis. Ich bin ganz schön mutig diesmal ... :flieger


    Die Zitate zum Gehorsam bei den Jesuiten sind echt. Erschreckend, oder? Aber hier hatte ich zum Beispiel ein schlechtes Gewissen, was die Fairness gegenüber dem Orden angeht -- mit Zitaten kann man ganz schön Schindluder treiben, man trifft ja eine Auswahl, und der Zitierte hat nicht die Gelegenheit, sich zu verteidigen ...


    Andererseits, das Gehorsamsthema ist ein typischer Vorwurf der Gegner des Ordens, ich hab es ich nicht erfunden.


    Von einem vierten im Team geschriebenen Roman weiß ich nichts. Hatte mich allerdings auch schon nach der zweiten Runde verabschiedet. Es war ein witziges Experiment, für mich haben zwei Runden gereicht, jetzt ist es Zeit für andere Experimente. :grin

  • hast du unter deinen selbstgeschriebenen büchern eigentlich ein "lieblingskind"? (welches, warum?)


    hast du je erwogen, einen mehrteiler zu schreiben oder eine fortsetzung anzuhängen? (wenn nein, warum nicht?)


    mir gefällt, obwohl ich in deinen büchern eine steigerung erkennen kann, der erstling, der kalligraph des bischofs, am besten, arg bedrängt von "der todgeweihten". (klingt widersprüchlich, ist aber nicht so. im kalligraphen faszinierten mich die einzelheiten, in der todgeweihten nahm mich die geschichte am meisten mit)


    obwohl ich es aus autorensicht verstehen kann, dass man ein gut laufendes pferd gern so lang wie möglich ins rennen schickt, und obwohl ich mir gelegentlich gedanken über das "schicksal" der hauptpersonen nach ende des buches gedanken mache, bevorzuge ich es, von autoren auf immer neue geschichten aufmerksam gemacht zu werden.
    so, wie eben auf die des erdbebens von lissabon.


    danke, dass du dir trotz der anstehenden lesungen zeit für die begleitung dieser leserunde genommen hast/nimmst.

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Zitat

    Original von Herr Palomar
    In dem Roman kommt Gabriel Malagrida negativ rüber.
    Sein Lebensweg ist komplex, er machte viele Reisen als Missionar, es war sicher sehr abenteuerlich.
    Wäre es auch eine Option gewesen, ihn als Hauptfigur, und sei es als Antiheld, eines Romans einzusetzen?


    Findest du wirklich? Ich finde die Passgen wo er mit sich ringt und seine Motive klar werden eigentlich recht eindringlich.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend

  • Zitat

    Original von maikaefer
    hast du unter deinen selbstgeschriebenen büchern eigentlich ein "lieblingskind"? (welches, warum?)


    Lange Zeit war es die "Brillenmacherin", aber ich glaube, inzwischen ist die "Jesuitin von Lissabon" mein Lieblingskind. Bei der "Brillenmacherin" lag es an der ruhigen Art des Erzählens, die hat mir viel Spaß gemacht, und ich war im Nachhinein glücklich über kleine Details und Beobachtungen. "Die Jesuitin von Lissabon" mag ich, weil sie nach dem etwas verwinkelten "Mysterium" so schön rund geworden ist, und sich Thema und Figuren so gut zusammengefügt haben.


    Zitat

    Original von maikaefer
    hast du je erwogen, einen mehrteiler zu schreiben oder eine fortsetzung anzuhängen? (wenn nein, warum nicht?)


    Ich wollte immer eine Fortsetzung zur "Brillenmacherin" schreiben, und hatte sie auch schon inhaltlich vorbereitet. Der Verlag wollte erst mal sehen, wie sich die "Brillenmacherin" verkauft, und so habe ich ein neues Projekt angefangen, und wieder ein neues, und wieder, und inzwischen ist, fürchte ich, der Abstand so groß geworden, dass aus der Fortsetzung nichts mehr wird, weil sich einfach niemand mehr an das Buch erinnert. Finde ich aber nicht so schlimm, mir macht es großen Spaß, immer neue Länder und Ereignisse zu entdecken.


    Zitat

    Original von maikaefer
    danke, dass du dir trotz der anstehenden lesungen zeit für die begleitung dieser leserunde genommen hast/nimmst.


    Sehr gerne! Diese Leserunde ist ein großes Vergnügen für mich. Ich lerne dazu (vor allem, was das Romanende angeht), und höre von euch, was euch gepackt hat und wo für euch Höhepunkte lagen, eine bessere "Autorenschule" kann man sich nicht wünschen! :-) Also vielen Dank auch an euch, dass ihr euch die Zeit nehmt, eure Leseeindrücke aufzuschreiben. :knuddel1

  • danke für die antwort, titus!


    dass sich niemand mehr an die brillenmacherin erinnert, glaube ich nicht.
    zur not könnte man ja auch eine broschierte doppelausgabe machen.
    merkwürdig, wegen der ruhigen erzählart und den liebenswerten details ist mir eher der kalligraph in erinnerung als die brillenmacherin. es ist eine weile her mit dem lesen, aber ich meine mich an quietschende wagenräder und wassertropfen und eine spinne (?) zu erinnern. ich müsste die früheren bücher wirklich noch einmal lesen, nur gibt es auch soviele noch nicht gelesene bücher, die ich lesen möchte.

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)