Beiträge von Titus Müller

    Die Szene die mich am meisten im positiven Sinne berührt hat war, als Carl zurück zum Gefängnis wollte, um seinen ehemaligen Mitgefangenen Weihnachtsgeschenke zu bringen.


    Ich habe bei diesem Roman wieder sehr viel gelernt und danke Titus Müller das er für uns Carl von Ossietzky und Thomas Mann zum Leben erweckt hat.

    Vielen Dank, liebe Eliza08, fürs Mitmachen und für das spannende Feedback. Ich merke schon, ich habe euch da einiges zugemutet. Ich werde mich bemühen, beim nächsten Roman mehr Helles, Schönes einzubringen! :wave


    Herzlich,

    Titus

    Auch Mann steht für seine Ideale ein, wenn auch anfangs aus einer gewissen Eitelkeit heraus. Sein Brief in Sachen Ossietzky zeigt auch deutlich, wofür er steht. Sind dieser Brief und Ossietzkys Artikel auf S. 267/268 eigentlich Original-Abschriften? Und hat sich die Lesung in Berlin genauso ereignet?

    Ja, das ist alles authentisch, Thomas Manns Brief, die Artikel von Ossietzky, und auch der Ablauf bei der Lesung im Beethovensaal.

    Im Grunde ist es streckenweise gar kein Roman. :grin

    Ich habe das Buch am Wochenende gelesen und kann zum Anfang was sagen :S


    Es war nicht schwer zu lesen, nachdem mir einmal klar war, wie das Buch generell geschrieben ist. Ich habe aufgrund des Klappentextes mit etwas ganz anderem gerechnet. Allerdings war es auch mein erstes Buch von dir, so dass ich nicht mal einen Erfahrungswert hatte. Ich habe mich allerdings gewundert, warum Mann am Anfang eine Rolle gespielt hat. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Ich dachte, das Buch wäre komplett fiktiv. Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin. :/

    Danke dir! Die Hauptstolperstelle ist offenbar der Klappentext (und sicher der Romantitel), wenn man sich dann darauf eingelassen hat, sind auch die etwas geschraubten Mann-Stellen gut zu verdauen. Das ist spannend für mich.

    Der Abschnitt von Thomas Mann hat mir wieder gut gefallen, wo er sich über den neuen Roman von Lion Feuchtwanger aufregt und darüber, dass er nicht in dessen neuem Buch vorkommt, nicht mal als negativer Figur! :lache

    Übrigens ein toller und lesenswerter Roman, "Erfolg" von Lion Feuchtwanger. Und tatsächlich erstaunlich, dass sämtliche wichtigen Größen des Münchner Literaturbetriebs in verkleideter Form auftreten im Roman, nur Thomas Mann nicht.

    Amüsant fand ich übrigens die Vorstellung von Thomas Mann im einteiligen Trainingsanzug. Er scheint seine sportlichen Einheiten nicht sonderlich gemocht zu haben. Ist das so überliefert?

    Er schreibt einmal, er sei nie ein Sportsmann gewesen. Das hätte auch nicht in mein Bild von ihm gepasst. Aber den Turnlehrer erwähnt Thomas Mann im Juli 1926 in einem Brief an seine Tochter Erika: "Auch tue ich etwas für meine Jahre und empfange jeden zweiten Morgen in der Frühe Herrn Silberhorn, den Masseur und Turnmeister (von Lampé empfohlen), der mich unter anderem 40 mal hüpfen läßt und mich anschließend mit Kölnischem Wasser abreibt. Im Auto fährt er vor und nimmt 8 Mark für sein jedesmaliges Werk, der Spitzbube. Aber er war ja Hauptmann im Kriege, und Gustl Waldau massiert er auch."

    Allerdings stelle ich fest, dass ich mit völlig falschen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Ich hatte mir eine Art Krimi erwartet, mit Franz Tausend als zentraler Figur und Heinrich Ahrndt als Ermittler.


    Die einzelnen Stränge Thomas Mann, Ossietzky etc. finde ich zwar nicht uninteressant und das vermittelte Hintergrund wissen ist teilweise erschreckend aktuell, aber irgendwie fehlt mir so ein bisschen der Zusammenhang. :gruebel


    LG, Bella

    Berechtigte Kritik. Die Vermarktung ist völlig auf Franz Tausend ausgerichtet, dabei sind es ja drei historische Persönlichkeiten, die im Roman handeln. Mein Verlag fand, Franz Tausend sei am Spannendsten, weil man ihn noch nicht so kennt. Wenn's nach mir gegangen wäre, hätte der Fokus auf Carl von Ossietzky gelegen. Aber vom Marketing her war der Verlag sicher klüger. ;)

    Interessant fand ich, dass er gerade zu entsetzt ist, dass er den Nobelpreis für die "Buddenbrooks" bekommt - das war mir nicht bewusst, dass er selbst von diesem Buch eher wenig hielt!

    Nein-nein, er mochte die Buddenbrooks. Die Beleidigung bestand darin, dass seitdem ja weitere Bücher von ihm erschienen waren, diese anderen aber indirekt abgewertet wurden, in dem man ihm nur für das Frühwerk den Nobelpreis verlieh. Das lag daran, dass der Juryvorsitzende den "Zauberberg" nicht mochte. Eigentlich eine Frechheit ...

    In diesem Abschnitt taucht Franz Tausend wieder auf, wenn auch für mich gefühlt nur am Rande. Er fährt mit einer Affaire nach Südtirol, überfährt einen Mann, begeht Fahrerflucht, wird dann aber doch noch verhaftet. Im Gefängnis soll erdann auch gleich noch seine alchemistischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, was ihm mit viel Glück gelingt, weil man ihm einen passenden Füllfederhalter zur Verfügung stellt. Waren die Verantwortlichen damals wirklich so naiv? :gruebel

    Das ist genau so passiert, die Fahrerflucht, das Gefängnis, das "Goldmachen" unter Aufsicht (mit Hilfe eines Füllers). Verrückt, oder?

    Zu Beginn des Kapitel 11 musste ich sehr schmunzeln. Bei Erwähnung des Berliner Polizeipräsidiums, der "Roten Burg", hab ich gedacht "gleich kommt Gereon Rath um die Ecke". :grin Allerdings kam der ja erst einige Jahre später nach Berlin (an dieser Stelle hab ich dann doch mal in den Klappentext gespinkst, wann die Handlung genau spielt). Die Baustellen am Alex waren da aber noch die gleichen.

    So weit ist das gar nicht auseinander, Kapitel 11 spielt 1928, und Gereon Rath tritt 1929 auf.

    Liebe Arietta,

    ich würde die Frage gern beantworten ... aber ich weiß es nicht mehr. Irgendwo muss ich auf Franz Tausend getroffen sein. Bestimmt beim wilden, ungezähmten Lesen. :lesend


    Aber doch nicht googeln beim Lesen! Sonst nimmst du dir Überraschungen, die der Roman bieten kann. :strahl


    Herzlich,

    Titus

    Carl von Ossietzky, und noch einigen Größen begegnen wir, sie schreiben für eine politische Zeitung, der Satz gefiel mir sehr gut Seite 132:

    „Ludendorff ist ein Mathematiker des Schlachtfelds, ein Grundbuchbeamter des Todes, von dem kein wärmender Strahl ausgeht.“, Carl hat ihn gut wiedergegeben.

    Das ist, wie alle guten Sätze von Ossietzky im Roman, ein Original-Zitat von Carl von Ossietzky. Freut mich, dass dich seine Fähigkeit, treffende Worte zu finden, genauso begeistert wie mich. :)

    Ihr Lieben, vielen Dank für eure Gedanken. Ich bin begeistert, wie ihr euch auf die Geschichte einlasst und wie offen ihr für die doch so verschiedenen Figuren seid. Auch eure Prognosen lese ich mit Spannung! :bluemchen


    Was mich verblüfft: Keiner hat sich beschwert, dass die erste Szene mit Thomas Mann schwer zu lesen sei. Das war meine größte Sorge, und bis zuletzt habe ich mit meinem Lektor überlegt, ob wir lieber mit dem Goldmacher beginnen sollten. Es passiert ja nicht viel bei Thomas Mann in diesem Abschnitt, das meiste spielt sich in seinem Kopf ab. Also ein eher ruhiger Beginn für den Roman. Hat euch das gar nicht gestört?