Fremdsprachen in deutschen Büchern

  • Zitat

    Original von arashi93
    Ich finde es nicht so gut, dass in deutschen Büchern irgendwelche Fremdwörter benutzt werden. Ich kann es echt nicht leiden wenn ich mir irgendwas zusammenreimen muss außer es gibt ein Glossar dann gehts ja noch.


    Ja genau das passiert mir häufig in vielen Büchern.

  • Das Problem kenn ich allgemein auch. Habe letztens einen E-Mail-Roman von meiner Schwester ausgeliehen und nach wenigen Seiten verstanden, warum sie ihn fast sofort wieder weggelegt hat: eine der Protagonistinnen kam aus den USA, die andere aus Deutschland, und die Mails der Amerikanerin wurden fast nie übersetzt, am Ende kam meist eine auf zwei Sätze gekürzte Zusammenfassung. An sich vllt nicht so schlimm, englisch ist an sich als Schüler mittendrin nicht schwer, aber viele Slangbegriffe findet man dann halt doch nicht im Internet...


    Bei Marty Barbany- wie bereits angesprochen- hat mich dieses altertümliche Spanisch-Latein Gequatsche auch gestört. Soweit ich mich erinnere stand zu dem Eheschwur noch nicht mal die Übersetzung sondern nur sowas wie "Eheschwur, vom Autor aus Spanisch und Latein zusammengefügt" was weiß ich, irgendwie so. Nebebei die Tatsache, dass ich Spanisch offiziell mal gelernt habe, aber trotzdem keine Ahnung hatte wie man die Namen aussprechen soll.


    Auf der andern Seite hab ich gegen einige Eigenarten nichts. Wenn beispielsweise ein Franzose "Mon Dieu" ruft statt "mein Gott" ist das nicht schlimm. Sowas find ich sogar gut, es wirkt realer.


    Was ich bei den Wächterbüchern von Lukianenko gut finde ist die Tatsache, dass sämtliche Songtexte die dort zitiert werden, auf Deutsch dort stehen und nicht in der Originalsprache der vielfältigen Bands und Gruppen.


    Solche Eigennamen wie bei Herr der Ringe, die auch eine "richtig" Bedeutung haben, find ich gut dass es Übersetzt wird, auch wenn beim Beispiel von William the Conqueror auch das Deutsche vorzuziehen wäre. Bei den früheren Ausgaben von Harry Potter heißt Sirius Black noch Sirius Schwarz und ähnliche Namensübersetzungen- was voll fehl am Platz wirkt. Namen sind Namen, Orte sind Orte und fertig. (Finds ja schon schlimm genug dass auch im normalen Sprachgebrauch aus München Munich wird. Eigentlich überflüssig).
    Genauso schlimm ist es aber auch wenn Anglizismen permanent übersetzt werden. Bei cool und kaltschnäuzig- ab und zu bitte schön, aber bei anderen Dingen, vor es vllt sogar keine richtige Deutsche Bezeichnung gibt oder diese bereits vollkommen überholt wurde, find ich es ziemlich anstrengend.

    Bücherliebhaber gehen niemals allein ins Bett

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  • Da ich mir gestern abend noch mal ein paar Szenen aus meinem letzten Abenteuer mit Donna Leon und Commissario Brunetti durchgelesen habe, ist mir das Thema wieder eingefallen.
    Da ich ja in Italien lebe, bin ich es gewohnt, dass italienische Begriffe in unseren alltäglichen Sprachgebrauch einfließen. So benutzt hier auch kein Deutschsprachiger das Wort "Autokennzeichen", sondern es heißt allgemein 'targa', was schlicht und ergreifend der italienische Begriff dafür ist. Gewisse Wörter haben sich so sehr in unserem Sprachgebrauch manifestiert, dass ich darauf wette, dass die Wörter selbst bei einem Deutschaufsatz in der Schule als korrekt gewertet werden.
    Deshalb bin ich auch bei Donna Leons Büchern nie über irgendetwas gestolpert. Fakt ist jedoch, dass da ja immer jede Menge italienische Wörter vor kommen. Teilweise sind es Alltagswörter, die man auch über die Staatsgrenzen hinaus kennt, teilweise jedoch handelt es sich um Fachbegriffe, die die Kernaussage eines Absatzes bilden. Und ich frage mich, ob Menschen, die des Italienischen nicht mächtig sind, nicht gewaltig über diese Begriffe stolpern. Es dürfte mühsam sein, die Bedeutung eines einzigen Wortes aus dem Kontext des gesamten Absatzes zu graben.

    "Sobald ich ein wenig Geld bekomme, kaufe ich Bücher; und wenn noch was übrig bleibt, kaufe ich Essen und Kleidung." - Desiderius Erasmus

  • Zitat

    Original von Asmos
    Da ich mir gestern abend noch mal ein paar Szenen aus meinem letzten Abenteuer mit Donna Leon und Commissario Brunetti durchgelesen habe, ist mir das Thema wieder eingefallen.
    [...]
    Teilweise sind es Alltagswörter, die man auch über die Staatsgrenzen hinaus kennt, teilweise jedoch handelt es sich um Fachbegriffe, die die Kernaussage eines Absatzes bilden. Und ich frage mich, ob Menschen, die des Italienischen nicht mächtig sind, nicht gewaltig über diese Begriffe stolpern.


    Das ist ja witzig, ich lese gerade mein allererstes Buch von Donna Leon und zwar im englischen Original. Die italienischen Einschuebe sind in meiner Ausgabe kursiv markiert. Und sie sind mir bisher als recht positiv und keineswegs problematisch aufgefallen. Mein italienisch besteht dabei nur aus ein paar Worten aus einem Berlitz Buch fuer Reisende, die ich vor ein paar Jahren gelernt und grossteils vergessen hab. Meine Lateinstunden fanden vor ein paar Jahrzehnten statt ... dennoch fand ich es sehr interessant z.B. von der Questura zu lesen, da ich gleich sehen konnte, wo das englische Wort "question" herkommt und brauchte ganz sicherlich kein italienisch Woerterbuch.


    Bisher seh ich es noch als Beispiel, wo die Autorin die fremdsprachigen Einschuebe in einem Maße benutzt, wo es gutes Lokalkolorit gibt ohne den Text zu ueberladen.

    Gruss aus Calgary, Canada
    Beatrix


    "Well behaved women rarely make history" -- Laura Thatcher Ulrich

  • Kursiv hervorgehoben sind sie auch in der deutschen Ausgabe.
    Die Questura kommt in den Büchern ja relativ häufig vor, aber es gab dann z.B. auch die eine Szene, wo über das Hochwasser gesprochen wird. Die italienische Bezeichnung dafür ist aqua alta und wenn ich mich recht erinnere, dann wurde da immer das italienische Wort verwendet. Je nach dem Kontext hab ich mir überlegt, dass das für Menschen, die kein Italienisch können, durchaus kompliziert sein kann. Aber es ist natürlich schön, dass dem nicht so zu sein scheint =)

    "Sobald ich ein wenig Geld bekomme, kaufe ich Bücher; und wenn noch was übrig bleibt, kaufe ich Essen und Kleidung." - Desiderius Erasmus

  • Zitat

    Original von Asmos
    es gab dann z.B. auch die eine Szene, wo über das Hochwasser gesprochen wird. Die italienische Bezeichnung dafür ist aqua alta und wenn ich mich recht erinnere, dann wurde da immer das italienische Wort verwendet. Je nach dem Kontext hab ich mir überlegt, dass das für Menschen, die kein Italienisch können, durchaus kompliziert sein kann. Aber es ist natürlich schön, dass dem nicht so zu sein scheint =)


    Also dafuer reichen meine rostigen Latein Kenntnisse allemal. Das findet sich ja auch in vielen deutschen Vokabeln wieder wie "aquatisch" oder "Aquarium" oder "Aquapark" .... Und diese Art Hochwasser ist nunmal ein sehr typisch venezianisches Phaenomen, das kein Ort der Welt so erlebt. Das sollte dann schon mit den richtigen Worten beschrieben werden.

    Gruss aus Calgary, Canada
    Beatrix


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