Fragen an Iris Kammerer

  • Hoffentlich ist es nicht unhöflich, zu fragen, bevor man "unten" gepostet hat, aber für letzteres brauche ich mehr Zeit und die hab ich heute leider erst nachmittags...


    1.
    Iris Kammerer verbinde ich eigentlich mit der Zeit um Varus herum.
    Nun nach dem Pfaffenkönig schon der zweite "Ausreisser".
    Weshalb gerade diese beiden?


    2.
    Worauf können wir uns als nächstes freuen?


    Danke! :anbet :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • 1. Was wäre ich für eine armselige Autorin, wenn ich nur ein Thema hätte. :grin


    Das Problem ist, dass in den Läden nur das erscheint, was Verlage zu verlegen bereit sind, und die gehen nach ihren Erfahrungen. Ich habe meine historischen Schwerpunkte in Antike und Mittelalter, aber da erscheint längst nicht jedes Thema "marktgängig". Daherrührt der Schwerpunkt "Von Varus bis Germanicus".


    Ansonsten interessieren mich historische Themen vor allem dann, wenn die landläufige Meinung sich nicht oder nur tw. mit der Quellenlage deckt, d.h. wenn ich bspw. das Gefühl habe, jemanden rehabilitieren zu können wie beim "Pfaffenkönig".


    2. Wieder sind wir bei dem Problem, dass in den Läden nur das erscheint, was Verlage zu verlegen bereit sind. Der Boom der historischen Romane ist vorbei, jetzt drängeln sich zahllose Autoren um die wenigen Programmplätze. Es erscheint also seltener was, und manche verlegen sich auf andere Genre.
    Ich nehme mir gerade sozusagen ein Sabbatical. Es wird also noch etwas dauern, bis von mir wieder etwas erscheint - und dann möglicherweise etwas, womit niemand rechnen würde. ;-)

  • Zitat

    Original von Iris
    Der Boom der historischen Romane ist vorbei,



    Der Boom ist vorbei? Und was kommt jetzt stattdessen? :gruebel

  • @ Tanzmaus, das sollte ein SCHERZ sein!


    Was das mit dem vergangenen Boom historischer Romane angeht, denke ich, dass Iris auch da weiß, wovon sie schreibt, dass es aber immer noch genug Nachschub geben wird und es vielleicht gar nicht mal so verkehrt ist und im übrigen absehbar, dass das nicht ewig so weitergeht mit dem Geheimnis der Tochter der Strumpfstopferin. Ich hoffe ganz fest, dass nach einer Weile Qualität weiter ihren Weg macht. Und so auch neue Kammerer Historienromane erhältlich sein werden. Für etwa 3 Jahre reicht mein SUB.
    :-) :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Zitat

    Original von maikaefer
    @ Tanzmaus, das sollte ein SCHERZ sein!


    Uff.. ich dachte schon...


    .. immerhin springen ja immer mehr auf diesen Trend auf ... :rolleyes

  • Ich habe keine Ahnung, was Iris gemeint hat.
    Da ich kein Fan von Vampirschlampenbüchern bin, hoffe ich, dass sie nichts derartiges schreiben wird, aber wenn sie es täte, könnte ich mir vorstellen, dass es gut wäre und ich es ausprobieren würde.

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Was hab ich denn da losgetreten? :wow


    Das mit den Trends ist so eine Sache. Im Augenblick sind es ja vor allem - um die denglischen Fachbegriffe mal in den Raum zu werfen "Paranormal romances" und "Love & Landscape", beides ohnehin Dauerbrenner, aber derzeit werden die Läden richtiggehend überschwemmt. Wenn das Feld der magischen Kreaturen bzw. das der Auswandererziele abgeweidet sind, wird man sich wieder an einen überraschenden Bestseller aus Irgendwo anhängen.


    Für Autoren ist es nicht ganz ungefährlich, sich an Trends anzuhängen. Denn mit jedem neuen Trend werden erst einmal neue Autoren veröffentlicht. D.h. mit jedem Trandwechsel wächst die Menge derer, die um die Stücke eines bestenfalls gleichbleibend großen Kuchen konkurrieren.


    Ob ich in absehbarer Zeit einen historischen Roman veröffentlichen kann, steht in den Sternen. Da muss man sich vermutlich auch mal einen Nischenverlag suchen oder Experimente wagen. Aber ich halte euch gerne auf dem Laufenden. Es gibt ja auch Facebook, Twitter usw. :wave


    Bloß Paranormales wird von mir nicht zu erwarten sein, das ist einfach nicht mein Ding. :-)

  • Ich möchte Regionalkrimis erwähnen, die derzeit so heiß begehrt und landesweit vertrieben werden, wie es noch nie der Fall war... :wow


    Mir persönlich kommt es ja ganz recht, daß weniger historischer Schund in den Regalen steht, ich les das einfach nicht gerne, eigentlich.... es gibt Ausnahmen. :lache

  • Zitat

    Original von Iris
    Ob ich in absehbarer Zeit einen historischen Roman veröffentlichen kann, steht in den Sternen. Da muss man sich vermutlich auch mal einen Nischenverlag suchen oder Experimente wagen. Aber ich halte euch gerne auf dem Laufenden. Es gibt ja auch Facebook, Twitter usw. :wave


    Für Leser-/innen abseits der "die -in" Romane wird der Markt immer übersichtlicher. Ich find kaum noch gescheite Romane. Bei mir führt das mittlerweile dazu, dass sich mein Genre-Schwerpunkt vom historischen Unterhaltungsroman auf Krimis verlagert.

  • @ Jane: Es ist nicht so, dass die Situation sich durch das Weiterziehen der Leserkarawane bessern würde. Auf der einen Seite stehen die big names (deutschsprachige weibliche neben englischsprachigen männlichen Autorennamen), darüber hinaus wird noch ein bisschen Die ...in-Stapelware nachgelegt. Ansonsten ist es für Autoren nahezu unmöglich, etwas, das nicht in diese Schublade passt, unter Vertrag zu bringen.


    Da Verkaufszahlenanalysen rein reaktiv sind, ist es unmöglich zu sagen, ob das, was nicht mehr angeboten wird, sich besser verkaufen würde, als das, was noch angeboten, aber kaum gekauft wird. Vertriebsstrategen verlassen sich nämlich gerne auf die Regel, heilfroh zu sein, das, was sie nicht gemacht haben, nicht gemacht zu haben, weil es sowieso nur schlimmer gekommen wäre, wenn sie das, was sie nicht gemacht haben, gemacht hätten. :lache

  • Wie ist es dazu gekommen das du aus der Sicht eines Jungen schreibst? Mir geht es nähmlich so ich kann mich, aus welchem Grund auch immer, nicht wirklich in männl. Charaktere reinversetzen..... . Auch wenn ich einen Aufsatz aus der Sicht eines männl. Wesens ( :lache) schreiben muss misslingen die immer schrecklich. :wave


    Edit: Ich hoffe das klingt nicht unhöflich.....

  • Nein, warum sollte das unhöflich klingen?


    Das Geschlecht der Hauptfigur hängt davon ab, was man erzählen will. In diesem Falle hätte es wenig Sinn gemacht, die Geschichte aus der Perspektive des Mädchens zu erzählen, denn das allermeiste wäre dann aus zweiter Hand erzählt, weil sie es ja nicht miterlebt.
    Es gab auch Frauen auf der Baustelle, aber nicht in den Positionen, die entscheidend daran beteiligt waren - und die x-te Hosenrolle ist einfach nicht mein Ding. Das wäre an der eigentlichen Geschichte völlig vorbeigegangen.


    Im Grunde ist es nur eine Frage der Empathie, sich in eine Person des anderen Geschlechts hineinzufühlen. Ich persönlich halte die Thesen, Männer und Frauen stammten sozusagen von verschiedenen Planeten, für Unsinn - sogar für gefährlichen Unsinn. Weil es die Gemeinsamkeiten leugnet, unser gemeinsames Mensch-Sein.


    Man muss es einfach ausprobieren und mit anderen reden, ob es funktioniert, was funktioniert und was nicht. Es ist meiner Ansicht nach wirklich erlernbar - abgesehen davon, dass man dann manches besser versteht, um nicht zu sagen, dass man dann einander besser verstehen lernt. Dass man gelassener wird gegenüber faktischen Unterschieden - nicht Ungerechtigkeiten, sondern Unterschieden!

  • Soweit - so gut. Aber was ist an den Grüchten, für Geschichten aus männlicher Perspektive habe man immer noch griße Probleme mit den Verlagen? Hat sich da was gebessert? Ist Übersättigung an weibliher Perspektive eingekehrt?

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend

  • Ich fürchte, aus o.g. Grund (wie ich Jane schon schrieb) ist das genaue Gegenteil eingetroffen.


    Zitat

    @ Jane: Es ist nicht so, dass die Situation sich durch das Weiterziehen der Leserkarawane bessern würde. Auf der einen Seite stehen die big names (deutschsprachige weibliche neben englischsprachigen männlichen Autorennamen), darüber hinaus wird noch ein bisschen Die ...in-Stapelware nachgelegt. Ansonsten ist es für Autoren nahezu unmöglich, etwas, das nicht in diese Schublade passt, unter Vertrag zu bringen.


    Bleibt zu hoffen, dass sich kleinere Verlage dieser Themen annehmen, aber diese haben nicht die nötige Marktmacht, um Autoren nachhaltig durchzusetzen und ihnen dem Aufwand auch nur annähernd entsprechende Honorare zu gewähren.

  • Zitat

    Original von IrisOb ich in absehbarer Zeit einen historischen Roman veröffentlichen kann, steht in den Sternen. Da muss man sich vermutlich auch mal einen Nischenverlag suchen oder Experimente wagen. Aber ich halte euch gerne auf dem Laufenden.


    Interessantes Thema, was läuft so bei Dir, Iris? Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Du vom Historischen wegkommen könntest. Du hast das immer mit sehr viel Leidenschaft vertreten. Das sollte doch wandlungsfähig sein. Geschichte, das ist doch überall. Bin gespannt, was bei Dir folgen wird. Wünsche Dir alles Gute! Und weiter fleißig schreiben! ;-)