Band 33: Winnetous Erben - Karl May

  • Kurzbeschreibung
    In dieser letzten Reiseerzählung Karl Mays finden Eindrücke von seiner Amerikareise 1908 ihren Niederschlag. Die Bedeutung früherer Geschehnisse um den edlen Indianer Winnetou tritt hervor, und das große Menschheitsproblem erfährt am Beispiel der roten Rasse seine gerechte Lösung.


    Es ist der letzte Band seines großen Schaffens. Erneut geht er die Menschheitsfrage, wie er es nennt, an. Immer wieder steht die Änderung des Gewaltmenschen in den Edelmenschen im Vordergrund. Hatte er sich noch in den beiden Vorgängerbänden an das Märchen von Sitara - einst erzählt von seiner über alles geliebten Großmutter - angelehnt, so verläßt er nun den Orient und wendet seine Philosophie auf die Ureinwohner Nordamerikas an. Sein tiefes Gespür für Gerechtigkeit wendet sich gegen die Verteufelung der Indianer und stellt sie statt dessen auf den Weg zum Edelmenschen. Auch dieser Band ist nichts für Abenteuerleser.

    Demosthenes :write
    Aus dem Klang eines Gefäßes kann man entnehmen, ob es einen Riß hat oder nicht. Genauso erweist sich aus den Reden der Menschen, ob sie weise oder dumm sind.

  • das ist der KM-band, mit dem ich probleme hatte, demo.
    bei allem verständnis für den hintergrund, vor dem er entstand, und bei allem respekt vor KMs bemühungen, eine welt voller liebe zu schaffen....
    es ist schon alles ein wenig sehr weit hergeholt.
    aber sicher, es ist schön, sich vorzustellen, wie es wäre, wenn... :wave

    "Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Weiser herausschauen."(Lichtenberg)

  • Na klar, es ist alles sehr weit hergeholt. Aber auch hier haben wir wieder die Entstehungszeit zu beachten. Damals war das "Ringen" zum besseren Menschen gerade in. Aus heutiger Sicht wissen wir längst, daß der Mensch das größte Raubtier der Erde ist und daß es praktisch unmöglich ist, so etwas wie Frieden im globalen Stil zu praktizieren. Krieg beginnt in der Familie und das hat er m. E. nicht erkannt.
    Aber zum Träumen ist das Buch bestens geeignet. :grin

    Demosthenes :write
    Aus dem Klang eines Gefäßes kann man entnehmen, ob es einen Riß hat oder nicht. Genauso erweist sich aus den Reden der Menschen, ob sie weise oder dumm sind.

  • "Aus heutiger Sicht wissen wir längst, ..... daß es praktisch unmöglich ist, so etwas wie Frieden im globalen Stil zu praktizieren."


    wissen wir das wirklich?
    oder, vielleicht besser gefragt: ist das tatsächlich so?

  • Zitat

    Original von gastfrosch1
    wissen wir das wirklich?
    oder, vielleicht besser gefragt: ist das tatsächlich so?


    Das kannst du einfach überprüfen: Schau dich in deinem Umfeld um und du wirst sehen, wer mit wem kann und wer nicht. Genau so ist es im Forum. Das hängt zum einen mit der Körperchemie zusammen und zum andern damit, daß Menschen manchmal absolut nicht auf einer Wellenlänge miteinander kommunizieren können. Hinzu kommen noch Begehrlichkeiten und soziale Unterschiede, die Regungen wie Neid und Gier erwecken. (Machstreben hat auch mit diesen Dingen zu tun, die ein Erbteil der Evolution sind.)
    Wenn du diese Erfahrungen auf Staatsgebilde überträgst, dann hast du die Auslöser für Kriege, die einfach unvermeidbar sind. Globaler Friede wird deshalb immer ein Wunschtraum bleiben.

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    Aus dem Klang eines Gefäßes kann man entnehmen, ob es einen Riß hat oder nicht. Genauso erweist sich aus den Reden der Menschen, ob sie weise oder dumm sind.

  • bis auf den letzten nebensatz deines vorletzten und den ganzen letzten satz stimme ich dir zu.
    ich möchte daran glauben, dass es doch irgendwann möglich ist.
    :wave

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  • Zitat

    Original von frosch1
    bis auf den letzten nebensatz deines vorletzten und den ganzen letzten satz stimme ich dir zu.
    ich möchte daran glauben, dass es doch irgendwann möglich ist.


    Genau diesen Glauben hegte May auch. Ich denke aber, das könnte nur möglich werden, wenn der Mensch eine weitere Stufe der Evolution erreicht. Ob, wie und wann soetwas geschehen könnte, steht aber in den Sternen. Der von May erträumte Weg ist allerdings reine Fiktion.
    Übrigens, Ira Levin hat das in "Die sanften Ungeheuer" auch schon mal zum Thema gehabt, nur auf einem anderen Weg. Nur mit anderen Ergebnissen.

    Demosthenes :write
    Aus dem Klang eines Gefäßes kann man entnehmen, ob es einen Riß hat oder nicht. Genauso erweist sich aus den Reden der Menschen, ob sie weise oder dumm sind.

  • zu levin fällt mir jetzt nur (hoffentlich blamiere ich mich da nicht) "rosemaries baby" ein. und DANN kann ich mir das "andere ergebnis" schon vorstellen.
    aber ich glaube, wir sprengen das threadthema. möchtest du einen thread im diskussionseck dazu aufmachen?

    "Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Weiser herausschauen."(Lichtenberg)

  • Ich glaube nicht, daß wie das Threadthema sprengen. Denn hier geht es ja genau um den Inhalt des Buches und die daraus zu ziehenden Lehren. Eine solche Diskussion ist sicher auch Sinne des Verfassers. :lache

    Demosthenes :write
    Aus dem Klang eines Gefäßes kann man entnehmen, ob es einen Riß hat oder nicht. Genauso erweist sich aus den Reden der Menschen, ob sie weise oder dumm sind.

  • nur denke ich, dass hier zuwenig eulen hineinschauen.
    und du und ich haben ja schon position bezogen.
    aber schaun wir mal...


    zum thema selbst: ich glaube, dass mays und meine vision um so einfacher und eher verwirklicht wird, je mehr leute an sie glauben. oder sie sich wenigstens wünschen. was jetzt nicht heisst, dass man - wie nennt ihr das hier immer? - friedefreudeeierkuchenkuschelighonigumsmaulschmierend-illusionistisch durchs leben torkelt. aber das bild einer friedlichen welt irgendwie im hinterkopf behalten, als erstrebenswert, - DAS könnte helfen.

    "Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Weiser herausschauen."(Lichtenberg)