Silber - Das erste Buch der Träume / Kerstin Gier

  • Kurzbeschreibung:
    Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett. Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …


    Meine Meinung:
    Das Buch liegt jetzt schon eine ganze Weile bei mir herum, ich konnte mich einfach nicht dazu aufraffen es zu lesen. Die XXL Leseprobe hatte mich einfach nicht angesprochen, deswegen habe ich das Lesen immer weiter vor mir her geschoben. So ging es mir aber auch damals mit Rubinrot und dann war ich im Nachhinein doch total begeistert, also griff ich zu diesem Buch und wurde nicht enttäuscht.


    Olivia, von allen nur Liv genannt zieht mit ihrer Mutter, ihrer Schwester Mia und dem Kindermädchen Lottie nach London. Ursprünglich wollten die vier in ein Cottage ziehen, doch es gab eine Planänderung und so landen die vier in einer Wohnung in London, nicht weit weg von dem neuen Freund ihrer Mutter. Dann verkünden Livs Mutter und ihre neuer Freund, dass sie bei ihm einziehen sollen. Ernests Tochter ist gar nicht begeistert davon das Haus mit vier weiteren Personen zu teilen. Grayson ihr Zwillingsbruder scheint die Sache eher lockerer zu sehen. Nach dem Besuch bei Ernests Familie hat Liv einen sehr realen Traum, in dem auch Grayson auftaucht. Sie findet sich auf dem Friedhof wieder, mit seinen drei Freunden, die ein seltsames Ritual durch führen. Doch das war doch alles nur ein Traum. Aber woher wissen die vier Jungs dann in der Schule von Dingen, die in Livs Traum passiert sind und die sie eigentlich gar nicht wissen dürften?
    Liv habe ich sofort in mein Herz geschlossen, sie war mir von Anfang an sympathisch und ich mochte einfach ihre Art. Auch ihre kleine Schwester Mia hat sofort mein Herz gewonnen. Die beiden sind einfach tolle Charakter. Genauso das Kindermädchen Lottie, sie ist einfach etwas ganz besonders und ich war dann schon etwas traurig als zur Sprache kam, das sie die Familie bald verlassen muss um ihr eigenes Leben zu leben.


    Liv und Mia sind durch die Arbeit ihrer Mutter schon so oft umgezogen, das sie es gewöhnt sind an neue Schulen zu kommen. An ihrem ersten Tag lernt Liv auch die vier blonden Jungs kennen, für die alle Mädchen der Schule schwärmen. Die vier sind immer nur als Quartett unterwegs unter ihnen ist auch Grayson, Livs zukünftiger Stiefbruder.


    Tja, als die vier Jungs das erste Mal erscheinen überlegt man sich als Leser schon ob Liv sich in einen der vier verliebt. Die Frage ist nur in welchen. Also mein persönlicher Favorit wäre ja Grayson gewesen und irgendwie hoffe ich immer noch ein kleines bisschen auf die beiden. Aber jetzt mal zu den vier Jungs, die wären Arthur, Jasper, Henry und Grayson. Was ich von Arthur halten soll, weiß ich einfach nicht. Er wird zwar ab und zu erwähnt aber irgendwie dann doch zu wenig um sich eine richtige Meinung bilden zu können. Tja, Jasper sieht zwar gut aus, scheint aber nichts im Kopf zu haben. Zumindest kommt er so rüber, er redet ohne Punkt und Komma und denkt nicht viel darüber nach was er eigentlich von sich gibt. Sehr zum Leidwesen seiner Freunde. Henry ist eher der ruhige Typ der vier, er warnt Liv auch vor den vier Jungs und er scheint Interesse an ihr zu haben. Er besucht sie nachts oft in ihren Träumen. Ehrlich gesagt weiß ich auch noch nicht wirklich was ich von Henry halten soll, ich hab irgendwie ein komisches Gefühl bei ihm. Dann wäre da noch Grayson, Livs zukünftiger Stiefbruder. So benimmt er sich ihr gegenüber auch, also wie ein großer Bruder. Er warnt Liv vor den vier Jungs, sagt sie soll Nein sagen, wenn die Jungs sie fragen. Er macht sich einfach Sorgen um sie. Irgendwie wäre er mein Favorit für Liv, auch wenn er mit Emely zusammen ist.


    Die Idee der Geschichte ist wirklich interessant und mal etwas ganz anders, allerdings kamen beim Lesen einige Fragen auf. Ich hoffe jedoch dass diese im zweiten bzw. spätestens im dritten Teil beantwortet werden. Der Schreibstil ist wie immer flüssig, ich kam nie ins Stocken und wollte einfach nur wissen wie es weiter geht. Deswegen hatte ich das Buch auch an einem Tag durch. Außerdem gibt es wieder einige Wendungen mit denen man als Leser einfach nicht rechnet, was mir sehr gut gefällt. So ist das Buch nicht so voraussehbar. Was mir auch gut gefallen hat, war das die Geschichte zwar noch weiter geht, aber man hat am Ende von Band 1 keinen extremen Cliffhänger, so dass das warten auf Band 2 eine nicht ganz so schwer fällt.

  • Ich finde es immer sehr schwer ein Urteil zu Fällen, ohne die komplette Geschichte zu kennen. Viele Trilogien empfinde ich als einzelnes Buch (natürlich wie soll es sonst sein) ein bisschen unvollkommen. Da ist einfach noch viel zu viel das ich erfahren will. Das noch erzählt werden sollte, was sich noch entwickeln muss. Ich freu mich auf das zweite Band und werde es auf jeden Fall vorbestellen. Denn das erste Buch der Trilogie liefert eine tolle Basis. Die Story läuft gerade erst an. Wir lernen die Protagonisten kennen, lesen uns in die Thematik ein, das was aber definitiv zu kurz kommt ist die Tiefe, sind die Details. Was hat es mit den Träumen auf sich? Woher kommt das Buch? Kann das jeder oder braucht man zum Traumwandern eine bestimmte Gabe? Wie entwickeln sich die Charaktere weiter? Und und und.


    Fest steht; ich freu mich schon wie das sprichwörtliche "Honigkuchenpferd" darauf dass es diesem Sommer (hoffentlich) weitergeht.

  • Da die Story ganz interessant klang, habe ich es als WB gelesen und bin nicht ganz sicher wie ich es finden soll, eben weil es so offen endet und ich quasi gezwungen werde Teil zwei zu lesen.


    Geschrieben ist es auf jeden Fall ganz gut, es liest sich weg wie nichts, auch wenn ich manches etwas zu flapsig finde. Aber gut, ist halt aus der Sicht eines Teenies und für Teenies.


    Allerdings finde ich schon, dass die Geschichte eher oberflächlich bleibt, sowohl was die Personen angeht, als auch die ganze Träumereisache. Ist halt nicht sehr detailliert und sehr schwammig, finde ich.


    Da ich die anderen Bücher der Autorin nicht kenne, hab ich keine Vergleiche. Sollte Teil zwei als WB angeboten werden, werde ich zugreifen. Aber kaufen werde ich mir die Bücher nicht. Dafür hat es mich dann doch nicht genügend überzeugt.


    Deshalb 7 Punkte.

  • Unterhaltsames Buch, netter Inhalt, aber meiner Meinung nach ohne weiteren Tiefgang.


    Das Geheimnis, das die Jungs hüten und welches im Klappentext genannt wird, mal außen vorgelassen - die Idee, Träume zu thematisieren finde ich wundervoll und hat mich direkt angesprochen, genauso wie die Umsetzung großartig war.


    Die Figuren haben mir sehr gut gefallen, auch wenn sie mir etwas zu "typisch" vorkamen - die vier beliebtesten Jungs an der Schule; die sonst durchschnittliche Protagonistin, die alle Augen auf sich zieht, als besagte Jungen Interesse an ihre zeigen; und die böse Antagonistin, die, kurz gesgat, nicht alle Tassen im Schrank hat.


    Der Schreibstil hat mir auf dem ersten Blick auch super gefallen, vor allem gefielen mir Liv's humorvollen Bemerkungen, aber ab einer gewissen Zeit fand ich sie unpassend. Unpassend, weil sie auf mich erzwungen wirkten, auch wenn ich sie an sich wirklich amüsant fand.


    Unweigerlich kommt man zu dem Vergleich mit Rubinrot etc und kurzum, ich finde, dass diese Trilogie einen guten Start hingelegt hat, auf dessen 2. Band ich mich freue.

    Destiny is for losers. It's just a stupid excuse to wait for things to happen instead of making them happen.


    -inaktiv-