36 Fragen an dich - Vicki Grant (ab 14 Jahre)

  • Die kanadische Autorin Vicki Grant arbeitete zunächst in der Werbung und als preisgekrönte Drehbuchautorin, bevor sie ihre wahre Leidenschaft entdeckte: das Schreiben von Jugendbüchern. Ihre Romane wurden bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Vicki Grant lebt mit ihrer Familie in Halifax, Nova Scotia.


    • Broschiert: 336 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (19. März 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453271653
    • ISBN-13: 978-3453271654
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
    • Originaltitel: 36 Questions That Changed My Mind About You


    Wo Liebe ist, wird das Unmögliche möglich


    "Jeder Mensch begegnet einmal dem Menschen seines Lebens, aber nur wenige erkennen ihn rechtzeitig." (Gina Kraus)

    Die 18-jährige Hildy Sangster nimmt aus reinem Interesse, an einem psychologischen Experiment teil. Zur selben Zeit meldet sich Paul für dieses Experiment an, doch sein Interesse ist eher, es schnell hinter sich zu bringen und 40 Dollar zu kassieren. Bei diesem Experiment geht es um Beziehungsaufbau, dabei sucht Jeff ein junger Doktorand Paare, die 36 Fragen beantworten sollen. Er möchte damit sehen, ob es möglich ist das ein sich unbekanntes Paar durch diese Fragen so beeinflusst werden, das dann eine enge persönliche Bindung daraus resultiert. So sitzt nun die chaotische Hildy und der introvertiert Paul in einem nüchternen Universitätsraum und stellen sich Fragen. Natürlich fallen auch die Antworten der beiden total unterschiedlich aus, während Hildy ausufernde Storys von sich gibt, sind Pauls Antworten eher kurz und karg. Als bei einer der Antworten, dann Hildy´s Fisch durch die Luft fliegt, den sie eigentlich für ihren Bruder gekauft hatte, scheint das Experiment zum Scheitern verurteilt. Doch Paul findet Hildy Profil im Netz und versucht alles, damit dieses Experiment weiter geht. Den inzwischen hat Hildy Pauls Herz gewonnen, er weiß nur noch nicht, ob es auch Hildy so geht. Zu dem herrscht in Hildy´s Familie Chaos, ihre Eltern haben ziemliche Eheprobleme und sie hat Angst, wie es weiter geht.


    Meine Meinung:
    Kann aus einem Experiment die große Liebe werden? Das fragte ich mich, als ich den Titel und die Kurzinfo dieses Buches las. Eigentlich ist es ein Jugendbuch, wie man auch an einigen Stellen merkt. Seien es die vielen Abkürzungen oder aber die jugendliche Sprache, die Vicki Grant hier benutzt. Trotzdem hat mich die Geschichte gut unterhalten. Ich war zum einen neugierig auf diese Fragen, aber auch auf die unterschiedlichen Antworten. So bestand der Plot hauptsächlich aus Dialogen zwischen Hildy und Paul mit einigen Kapiteln bei denen dann die Familie und Freunde Hildy´s zu Wort kommen. Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, da jeder seine ganz eigene Art mit einfließen lässt. Schade war für mich, dass sie ein wenig zu oberflächlich abgehandelt wurden, dadurch fehlte mit ein wenig die Tiefe an der Geschichte. Doch in denke, für junge Leser ist es genau das richtige, den durch die jugendliche Sprache werden sie gut abgeholt. Auch das bunte Cover ist hier sehr ansprechend gestaltet. Dieses Experiment von Arthur Aron, auf dessen Basis das Buch entstand, gab es wohl auch in Wirklichkeit, wie ich aus der Danksagung entnahm. In Netz habe ich dann gesehen, das es dies sogar immer noch gibt und das man dazu inzwischen auch ein Buch mit den Fragen erhalten kann. Eine Geschichte, die sich sicherlich lohnt einmal auszuprobieren. Vom mir bekommt diesem Buch 8 Eulen.

    :respekt

    "Lebe jeden Tag so, als ob du dein ganzes Leben lang nur für diesen einen Tag gelebt hättest."

  • Vicki Grant: 36 Fragen an dich


    Inhalt

    Hildy ist die Hektik in Person und so kann nur ein tragischer Irrtum sie als Versuchsperson ans Psychologische Institut der Universität gebracht haben. Dort leitet der junge Doktorand Jeff ein Experiment, bei dem durch 36 sehr persönliche Fragen zwei Unbekannte einander näher kommen sollen. Intimität im digitalen Zeitalter, Fördern, Anstupsen, Verkuppeln, wie auch immer. Jeff jedenfalls, der leidenschaftliche Sammler von Actionfiguren, scheint selbst genau dieses winzige Anstupsen zu seinem Glück nötig zu haben. Obwohl die Probanden sich eigentlich unter einem Nickname gegenübertreten sollen, trifft die 18-jährige Hildy (Schwester eines jüngeren und eines älteren Bruders) ungetarnt im Gespräch auf Paul. Beide glauben, genau zu wissen, wen sie vor sich haben. Paul braucht dringend die 40$ Prämie, die die Teilnehmer erhalten, weil er arbeitslos ist. Hildy hakt im Gespräch immer wieder nach, entfernt sich endlos von den eigentlichen Fragen – und regt sich über Pauls vorschnelle Urteile auf. Beide verbergen ihre aktuellen Probleme so gut es geht und verraten im rhetorischen Scharmützel mehr über sich, als sie beabsichtigen. Was sich liebt, das neckt sich – dass es zwischen den gegensätzlichen Figuren doch noch funkt, liegt nahe. Irgendwie muss es mitten im Interview zum Eklat gekommen sein; denn in der nächsten Szene treffen wir Hildy mit Busenfreundin Xiu und platonischem homosexuellen Freund Max in einem Café an. Und da Paul seine 40$ noch nicht bekommen hat, kann die Geschichte hier noch nicht zu Ende sein. ...


    Fazit

    Zwei schüchterne Achtzehnjährige, die ihr Interesse aneinander nur schwer hinter bissigen Dialogen verbergen können, ein Plot mit schnellen Dialogen und Textnachrichten – das könnte ungeheuer witzig sein. Leider wirkt der Plot unglaubwürdig und klischeehaft. Wo bleibt in der Handlung eigentlich Jeff, der theoretisch die Videoaufnahmen seiner Probanden überwachen müsste? Und warum müssen Figuren in Jugendromanen derart klischeehafte Eltern haben? In den englischen Dialogen könnte der Kontrast zwischen elitärem Geschwafel und übertriebener Jugendsprache tatsächlich witzig sein; in der Übersetzung wirkt die Sprache unnatürlich gestelzt und zu dicht am englischen Original, um sich flüssig lesen zu lassen.


    Zitat

    … Hildy, aber ich habe ganz schwer das Gefühl, dass du die Wahrheit in dir selbst finden musst. Nur so wirst du sie auch glauben – und die Kraft finden, dein eigenes wunderschönes Eisschloss im Himmel zu bauen! [Max, 18 Jahre]


    4 von 10 Punkten

  • Meine Rezension

    Eigentlich mag ich Bücher in Dialog-, Brief- oder Tagebuchform sehr gerne. Daher war ich auch auf das Experiment gespannt, auf das Hildy und Paul sich einlassen. Es geht um die Frage, ob und wie weit sich zwei wildfremde Personen näherkommen durch die gewissenhafte "Abarbeitung" 36 teils sehr persönlicher, vorgegebener Fragen, die sie sich gegenseitig beantworten müssen. Prinzipiell ist das also auch eine sehr spannende Ausgangssituation.


    Dennoch habe ich mit dem Buch, obwohl es sich flüssig weglesen ließ, so meine Probleme. Angefangen hat es schon mit den Protagonisten: Hildy ist einfach eine unerträgliche Laberbacke, sprunghaft in ihren Gedanken und auf eine unauthentische Weise sensitiv. Paul stellt erst mal den klassischen rebellischen Loser dar. Natürlich ist das nur der erste Eindruck und der Leser lernt die beiden schnell besser kennen. Doch was mir hier wirklich nicht gut gefallen hat, war die zentrale Frage: "Warum sind die beiden so, wie sie sind und warum verhalten sie sich so, wie sie es tun? Was ist passiert?" Diese Fragen werden natürlich auch irgendwann einmal aufgelöst, aber das ganze Buch durch steuert nur auf diese Auflösung hin und das hat mich enttäuscht. Für mich hat dieses Thema nicht das ganze Buch durch die Handlung getragen.


    Zwei wildfremde Menschen, jede auf ihre eigene Art verschroben und jeder davon mit ihrer eigenen Last treffen sich und beantworten sich Fragen. Das verändert ihr Leben? Nein, das war mir irgendwie zu dürftig. Das Buch ließ sich gut und unterhaltsam weglesen und ich kann auch nicht sagen, daß es schlecht geschrieben wäre. Aber es hat mir nicht gereicht, die Story war mir einfach zu dünn und die Protags konnten micht nicht überzeugen.


    Auf der Eulenskala würde ich hier gutmeinende 6-7 Pünktchen gegeben, weil es sich gut weglesen ließ - aber auch nicht mehr, denn dazu war es mir einfach zu "dünn". Interessant finde ich aber die Tatsache, daß es dieses Experiment wohl wirklich gibt.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)