Susanne Lieder - Schuster und nichts als die Wahrheit

  • Buchmeinung zu Susanne Lieder – Schuster und nichts als die Wahrheit


    „Schuster und nichts als die Wahrheit“ ist ein Kriminalroman von Susanne Lieder, der 2018 bei Edel elements als eBook erschienen ist. Die Originalausgabe erschien 2014 im Sieben-Verlag. Dies ist der zweite Band um den Bremer Kommissar Heiner Schuster.


    Zum Autor:

    Susanne Lieder, Jahrgang 1963, lebt mit ihrer Familie, zu der auch fünf Katzen gehören, in Niedersachsen. 2012 erschien ihr erstes Buch. Sie schreibt gern über Frauen in der Lebensmitte, die ihr Leben umkrempeln und noch mal neu durchstarten. Schauplatz ihrer Ostseeromane ist die Küste in Mecklenburg-Vorpommern. Als Rieke Schermer hat sie zwei Hiddensee-Romane veröffentlicht.


    Klappentext:

    Eine junge Frau liegt schwer verletzt am Werdersee. Ganz in der Nähe ihr Exfreund, stockbetrunken, in der Hand eine leere Flasche. Er hat einen Filmriss und kein Alibi. Ein Motiv hatte er ebenfalls. Die Sache scheint klar zu sein.

    Doch Hauptkommissar Schuster hat Zweifel. Und je mehr er über die Frau erfährt, desto näher kommt er einer Familie, in der es nicht halb so harmonisch zugeht, wie es den Anschein haben soll …

    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat seinen eigenen Stil. Einerseits wirkt die Darstellung sehr nüchtern und objektiv, andererseits gibt es bei den Beteiligten Emotionen zuhauf. Heiner Schuster hat kleinere psychische Probleme. Ist aber sympathisch und arbeitet sehr professionell. Er vertraut auch schon mal auf sein Bauchgefühl und liegt damit meist richtig. Er agiert ruhig und hartnäckig und wird dabei gut von seinen Kollegen unterstützt. Das Team harmonisiert, auch wenn einzelne Schwächen schon mal für eine Scherz herhalten müssen. Heiner Schuster wird aber ein anderer, wenn seine Frau und die anstehende Geburt der Zwillinge thematisiert werden. Dann wird er nervös und sieht schnell Gespenster, ja er verliert manchmal sogar die Kontrolle. Generell wechseln Episoden mit Ermittlungshintergrund sich mit denen ab, die einen privaten Schwerpunkt haben. Manchmal war es an der Grenze. Die Ermittlungen werden konsequent durchgeführt und der erste Verdächtige wird entlastet. Die heile Welt, die den Ermittlern zumeist zuerst verkauft wird, hält Nachfragen nicht stand. Eine Mischung von Hartnäckigkeit und Bauchgefühl führt dann auch zum Täter. Mir hat die Beschreibung dieses Prozesses gut gefallen und ich fand sie auch spannend. Als wohltuend empfand ich auch das Fehlen blutiger Details, unnötiger Gewaltdarstellung und sinnloser Verfolgungsjagden. Die Polizeiarbeit wird realistisch dargestellt. Man merkt aber auch, dass dem Kommissar eine Auszeit gut tun würde. Nach glaubhafter Auflösung des Falls und unproblematischer Geburt der Zwillinge verkündet Heiner Schuster, das er in Elternzeit gehen wird. Dies ist ein würdiger Abschluss des Romans.


    Fazit:

    Dieses Buch überzeugt durch die sympathischen Figuren und seine ruhige und unspektakuläre Art. Die Figuren könnten tiefer gezeichnet sein und manchmal nimmt die private Seite Schusters schon viel Raum ein. Insgesamt hat mich das Buch aber überzeugt und ich vergebe vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Wer eine ruhigen und unspektakulären Krimi mag, ist hier richtig.

    :hörend Sophie Henaff - Das Revier der schrägen Vögel
    :hörend Ulrich Hefner - Die Wiege des Windes
    :lesend Paula McLain - Hemingway und ich

    :lesend Oliver Pötzsch - Der Spielmann

    :lesend Mac P. Lorne - Das Blut des Löwen