Beiträge von wampy

    Buchmeinung zu Rhys Bowen – Ein königliches Geheimnis


    „Ein königliches Geheimnis“ ist ein Kriminalroman von Rhys Bowen, der 2020 bei dp DIGITAL PUBLISHERS in der Übersetzung von Sarah Schemske erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „Naughty in Nice“ und ist 2011 erschienen.


    Zum Autor:

    Rhys Bowen wurde in Bath, England, geboren, studierte an der London University, heiratete in eine Familie mit historischen königlichen Verbindungen und verbringt nun ihre Zeit im Norden von Californien und Arizona.


    Klappentext:

    London, 1933: Lady Victoria Georgiana Charlotte Eugenie, kurz Lady Georgie, wird von der Queen mit einem geheimen Auftrag nach Nizza geschickt. Dort soll sie ohne große Aufmerksamkeit zu erwecken die unbezahlbare Schnupftabakdose der Queen wiederfinden. Vor Ort trifft Georgie auf alte Bekannte und neue Freunde, denn niemand Geringeres als Coco Chanel bittet sie um Hilfe. Doch Lady Georgie wäre nicht Lady Georgie, würde nicht plötzlich alles schief gehen, was schiefgehen kann. Als dann auch noch ein Mord geschieht und Georgies Schwarm Darcy in Begleitung einer Fremden gesichtet wird, ist das Chaos perfekt …


    Meine Meinung:

    So sehr ich die Romane um den walisischen Dorfpolizisten mag, so sehr hat mich dieses Buch enttäuscht. Selten blitzt der feine Humor auf, die Figuren wirken recht klischeehaft und selbst die Hauptfigur Lady Georgie wirkt eher naiv als sympathisch. Die Ich-Erzählung vermittelt nur selten Atmosphäre und glaubhafte Gefühle. Permanent wiederholte Vorurteile zwischen Engländern und Franzosen oder Adligen und Bürgerlichen wirken nur zu Beginn erheiternd. Historisch bekannte Persönlichkeiten bringen kein historisches Flair und meist flache Charaktere halten den Unterhaltungswert niedrig. Erst im letzten Drittel kommt etwas Spannung auf.


    Fazit:

    Dieses Buch hat mich in fast allen Belangen enttäuscht und deshalb bewerte ich das Buch mit knappen zwei von fünf Sternen (35 von 100 Punkten) und spreche keine Leseempfehlung aus.

    Buchmeinung zu Petra Schier – Der Ring des Lombarden


    „Der Ring des Lombarden“ ist ein historischer Roman von Petra Schier, der 2020 bei Rowohlt Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der zweite Band der Lombarden-Reihe.


    Zum Autor:

    Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit Mann und Hund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Autorin.

    Ihre sehr erfolgreichen historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachts- und Liebesromane bei Rütten & Loening sowie MIRA Taschenbuch und Weltbild.

    Sie ist Mitglied im Syndikat und bei DELIA sowie Vorsitzende der Jury des DELIA-Literaturpreises sowie des DELIA-Jugendliteraturpreises.


    Klappentext:

    Köln, 1423. Der Tod ihres Mannes, des Lombarden Nicolai Golatti, hat Aleydis de Bruinker zu einer sehr jungen und sehr reichen Witwe gemacht. Und zu einer Frau mit vielen Feinden: Konkurrenten, die sie als unfähig verleumden, die geerbte Wechselstube zu führen. Angeblich ehrenwerte Männer, die an die Mitgift ihrer Mündel wollen. Und eine unsichtbare Bedrohung aus der Schattenwelt, dem Netz aus Intrigen und Erpressung, das ihr Mann zu Lebzeiten gewoben hat. Als ein Brandanschlag auf Nicolais Mörderin die Stadt erschüttert, muss Aleydis etwas tun, das ihr überhaupt nicht behagt: Gewaltrichter Vinzenz van Cleve um Hilfe bitten, den Mann, der ohnehin schon zu viel Platz in ihren Gedanken einnimmt …


    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Beschreibungen des mittelalterlichen Köln wirken lebhaft und glaubwürdig. Der Schreibstil der Autorin ist klar und angenehm zu lesen, vermittelt aber auch Flair und Gefühle. Meist wird die Geschichte aus der Perspektive der jungen Witwe Aleydis erzählt. Ihr drohen allerlei Gefahren und sie begegnet einigen Menschen, deren Absichten nicht klar sind, hat aber im Gewaltrichter Vinzenz van Cleve einen starken und umsichtigen Freund zur Seite stehen. Alle außer den beiden genannten glauben, dass sie ein tolles Paar abgeben würden. Diese beiden Figuren sind komplex gestartet während die übrigen Figuren meist recht einfach gestrickt sind. Kleinere und größere Probleme tauchen vor den sympathischen Freunden auf. Beiden verlassen sich oft auf ihren Menschenverstand und gehen auch Risiken ein. Ihr Verhalten wirkt manchmal recht modern, aber es entspricht durchaus den historischen Urkunden. Der Autorin ist es gelungen Spannung, Gefühle und historische Elemente in einem ausgewogenen Verhältnis zu mischen. Die Geschichte nimmt einige überraschende Wendungen, enthält bedrohliche, aber auch heitere Szenen und macht Lust auf den dritten Teil.


    Fazit:

    Sowohl Figuren als auch Handlung haben mich überzeugt. Einiges Wissenswerte aus dem historischen Köln runden die spannende Geschichte ab. Deshalb vergebe ich gerne fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung für dieses Buch aus.

    Buchmeinung zu Maria Regina Kaiser – Alexander der Große und die Grenzen der Welt


    „Alexander der Große und die Grenzen der Welt“ ist ein Jugendroman von Maria Regina Kaiser, der 2020 bei Impian erschienen ist. Das Buch ist von Klaus Puth illustriert worden.

    Zum Autor:

    Maria Regina Kaiser, 1952 in Trier geboren, arbeitete und forschte von 1976 bis 1986 an der Universität Frankfurt am Main und ist seitdem als Autorin historischer Romane, Kriminalromane und Jugendbücher tätig. Sie lebt in der Nähe von Frankfurt am Main.


    Klappentext:

    Er zog mit einem riesigen Heer aus, um die Grenzen der Erde zu erreichen: Alexander der Große, König der Makedonen, wollte sich ein Weltreich erobern.

    Den großen Feldzug erlebt der Leser aus der Sicht des jungen Sandalenbinders Nikandros. Nachdenklich und kritisch beobachtet er das Geschehen, erlebt blutige Schlachten und großartige Siege mit, erblickt mit eigenen Augen die sagenhaften Schätze des Perserreiches, sieht Verschwörungen scheitern, erfährt Hunger und Elend des Kriegsalltags auf dem Weg zum Ende der Welt.


    Meine Meinung:

    Dieses Buch wendet sich an Leser ab 11 Jahren. Es ist leicht verständlich, strotzt aber vor Informationen. Im Wechsel folgen sachbezogene und romanhafte Kapitel, in deren Mittelpunkt der fiktive Sandalenbinder Nikandros steht. Aufgelockert wird das Werk durch die wundervollen Illustrationen von Klaus Puth. In zehn romanhaften Kapiteln wird das Leben Alexanders aus der Sicht des Sandalenbinders dargestellt, aber auch die Auswirkungen auf die betroffenen Menschen. Der Leser verfolgt fasziniert den Aufstieg Alexanders, seine klugen Entscheidungen zur Befriedung der eroberten Giete, aber auch grausame Vorgehensweisen und die zunehmende Unzufriedenheit in seinem nächsten Umfeld. Es ist beeindruckend welche Menge Inhalt in den nur rund hundertvierzig Seiten enthalten ist. Gerne hätte ich etwas ausführlicher Alexanders Geschichte verfolgt.

    Ein Glossar und eine Zeittafel runden das Werk ab.


    Fazit:

    Ein leider recht kurzes Werk über Alexander den Großen, das mich sehr beeindruckt hat und trotzdem auch für Jugendliche leicht verständlich ist. Wegen der Kürze vergebe ich nur vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten), kann das Buch aber trotzdem sehr empfehlen.


    ASIN/ISBN: 396269076X

    Buchmeinung zu Carine Bernard – Lavendel-Gift


    „Lavendel-Gift“ ist ein Kriminalroman von Carine Bernard, der 2019 bei Knaur eBook erschienen ist.


    Zum Autor:

    Carine Bernard wurde 1964 in Niederösterreich geboren und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Düsseldorf. Sie hat ein Faible für Frankreich und erkundet Land und Leute am liebsten entlang kleiner Nebenstraßen mit dem Campingbus. Die Provence mit ihren malerischen Dörfern und der vorzüglichen Küche ist dabei schon seit Jahren ihr liebstes Ziel.


    Klappentext:

    Lilou ist schockiert: Gleich die erste Mord-Ermittlung in ihrer Karriere betrifft sie auch persönlich. Ihr Nachbar Frédéric Benoit wurde eiskalt ermordet. Aber wer würde dem hilflosen alten Mann, für den Lilou oft gekocht hat, etwas antun? Steckt hinter dem Familien-Kochbuch, das Frédéric ihr kurz vor seinem Tod anvertraut hat, vielleicht mehr als eine Sammlung köstlicher Koch-Rezepte?

    Lilous Verdacht stößt bei ihrem Vorgesetzten Commissaire Demoireau auf wenig Zustimmung, deshalb verfolgt sie mit Schwung und einer gehörigen Portion Intuition ihre eigenen Spuren. In Simon, dem charmanten Großneffen des Ermordeten, findet sie unvermutet Unterstützung. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen? Dem Mörder jedenfalls geht es um weitaus mehr als alte Koch-Rezepte ...


    Meine Meinung:

    Auch in diesem Buch der Autorin spielt eine junge Frau die Hauptrolle, die Kommissarschülerin Lilou. Der Leser verfolgt die Geschichte aus der Perspektive der jungen Dame, die mit ihrer zugedachten Rolle eher unzufrieden ist. Lilou wirkt von Anfang an sympathisch, auch wenn sie ihre Fähigkeiten nicht hinreichend gewürdigt sieht. Mir hat die Figur ihres Vorgesetzten Demoireau sehr zugesagt, der Lilou mit Aufgaben betraut. Lilou hat ihren eigenen Kopf und ist momentan solo. Ein junger Mann aus Kanada erweckt ihre Aufmerksamkeit, leider spielt er im Mordfall eine Rolle. Die Figuren sind eher grob skizziert, aber allesamt glaubhaft. Provenzalische Atmosphäre wird auch durch örtliche Rezepte vermittelt. Das Buch liest sich leicht und angenehm. Der Kriminalfall ist nicht nur Nebenwerk und die Ermittler haben einiges zu klären. Lilou ermittelt mit viel Eifer und Überzeugung, aber es bleibt meist an der Oberfläche.


    Fazit:

    Ein angenehm lesbarer Krimi mit Flair, Atmosphäre und einer sympathischen Hauptfigur, mehr aber auch nicht. Deshalb vergebe ich drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).


    ASIN/ISBN: B07QBXTVPW

    Buchmeinung zu Sabine Strick – Mörderisches Paradies


    „Mörderisches Paradies“ ist ein Kriminalroman von Sabine Strick, der 2020 bei dp DIGITAL PUBLISHERS erschienen ist.


    Zum Autor:

    Sabine Strick wurde 1967 in Berlin geboren und wuchs dort auf. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits als Kind und sie begann im Alter von siebzehn Jahren, an ersten Romanen zu arbeiten. Doch erst 2017 entschloss sie sich, endlich die notwendigen Schritte für Veröffentlichungen in die Wege zu leiten.


    Klappentext:

    Der französische Privatdetektiv Dominique Demesy lebt seit vielen Jahren in Indien, als seine Exfrau ihn bittet, seine neunzehnjährige Tochter Jennifer bei sich aufzunehmen, die in Paris auf die schiefe Bahn zu geraten droht. Jennifer bricht in sein Leben wie ein Wirbelwind und bringt sein bisheriges Junggesellendasein gehörig durcheinander. Vater und Tochter, die sich kaum kennen, müssen sich erst zusammenraufen, bevor sie gemeinsam Fälle für Dominiques Detektivagentur lösen.

    Ihre Fälle führen sie schließlich quer durch Asien – mal auf den Spuren eines Drogenschmugglerrings in die Berge von Kaschmir, mal als Kuriere eines Geheimdienstagenten nach Nepal oder auch in die Weiten Sibiriens, auf der Suche nach einem seit Jahrhunderten verschwundenen Diamantschmuck. Auch Mordanschläge auf einen Maharadscha und Diebstähle im Palast der Winde halten sie nicht davon ab, sich immer wieder in turbulente Liebesaffären zu verstricken.


    Meine Meinung:

    Der Beginn hat mich am Anfang gefesselt, aber die Begeisterung hat dann bald stark nachgelassen. Es ist eine Sammlung von Episoden mit leicht kriminalistischem Inhalt, die bis auf einen Abstecher nach Russland in verschiedenen indischen Regionen spielen. Es ist sicherlich kein zusammenhängender Kriminalroman, eher spielen Liebesgeschichten eine tragende Rolle. Leider wiederholt sich der immer gleiche Aufbau immer wieder. Es geht in eine Region mit einer besonderen Sehenswürdigkeit, dort passiert etwas, eine Lösung fällt vom Himmel und jedes Mal neue Bettgeschichten. Die Figuren sind blass und wenig ausgestaltet. Interessant wird es nur, wenn Informationen über die unterschiedlichen Lebensansätze geschildert werden. Zum Abschluss gibt es einen ordentlichen Cliffhanger, dessen Auflösung ich aber sicherlich nicht ergründen werde.


    Fazit:

    Dieses Werk leidet vor allem daran, dass es weder Kriminalroman, Liebesgeschichte oder gar ein klassischer Roman ist. Einzig der Einblick in die unterschiedlichen Lebensansätze von Indern und Europäern ist lesenswert. So bleibt es bei zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten). Eine Leseempfehlung kann ich nicht aussprechen.


    ASIN/ISBN: B082FLT8T7

    Nun bin ich auch schon durch, sicherlich ein Zeichen, dass mich die Geschichte gefesselt hat. Der Täter ist psychisch krank und käme heute wohl in Sicherheitsverwahrung. Der neue Kollege hat sich gut gehalten und wird zum festen Bestandteil des Teams. Robert Walther erlebt eine weitere Enttäuschung und entfernt sich immer mehr von Leo Wechsler. Dieser schafft es immerhin mal mit seiner Frau Clara tanzen zu gehen. Nach etlichen bedrohlichen Entwicklungen doch ein Moment der Freude zum Ausklang.

    Ich freue mich auf weitere Bücher aus dieser Serie.

    Im Fall gibt es auch Fortschritte, aber vor allem wird es bedrückend und politisch. Georg wird verprügelt, weil er sich aus der HJ verabschiedet hat. Die Datensammlung der Politischen Polizei ist Furcht einflößend und Müller, der SA-Mann, konfrontiert Leo mit seinem Umgang mit Kommunisten. Auch Roberts neuer Vorgesetzter denkt politisch. Da kommt die positive Nachricht der Freundschaft zwischen Leo und dem Kommunisten, also aus zwei eher verfeindeten Lagern, nicht so zum Tragen. Deutlich wird aber auch, dass sie der politische Kampf mehr und mehr auf die Strasse verlagert.

    Die Ermittlungen werden konsequent durchgeführt, auch wenn hin und wieder nachgebessert werden muss. Ist es Lottes Ex, der die Untaten begeht? So ganz verstehe ich nicht, warum Lotte nicht zur Polizei geht. So läuft sie ihrem Ex irgendwann über den Weg.

    Buchmeinung zu Carsten Sebastian Henn – Der Gin des Lebens


    „Der Gin des Lebens“ ist ein Kriminalroman von Carsten Sebastian Henn, der 2020 im DuMont Buchverlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Carsten Sebastian Henn wurde 1973 in Köln geboren und lebt heute noch im Rheinland - mit zwei Kindern, drei Katzen und 12 Rebstöcken. Der WDR erklärte den mehrfach ausgezeichneten Autor zu "Deutschlands König des kulinarischen Krimis". In vielen seiner Romane geht es um Mord, Wein und gutes Essen.

    Aber nicht nur durch seine literarischen Werke, sondern auch durch seine Sachbücher zum Thema Wein hat Carsten Sebastian Henn sich deutschlandweit einen Namen gemacht. Er ist zudem ständiger Mitarbeiter des internationalen Weinmagazins „Vinum“ und Redaktionsmitglied des „Gault Millau WeinGuide Deutschland“. 2009 gründete Carsten Sebastian Henn, der in Australien während seines Studiums auch Weinbauseminare belegte, die „Deutsche Wein-Entdeckungs-Gesellschaft“ und keltert seitdem gemeinsam mit den besten Winzern Deutschlands streng limitierte Spitzenweine.


    Klappentext:

    Eines schönen Morgens findet Cathy Callaghan, Betreiberin eines kleinen Bed & Breakfast in Plymouth/Südengland, eine Leiche in ihrem Garten. Bald stellt sich heraus: Es handelt sich um einen stadtbekannten Obdachlosen, der mehr gesehen hat, als ihm guttat. Auch für Bene Lerchenfeld kommt’s knüppeldick: Seine langjährige Freundin Annika verlässt ihn, als er ihr gerade einen Heiratsantrag machen will. Und dann landet er mit seinem geliebten Oldtimer dank Navi auch noch im Rhein.

    Bene ist am Tiefpunkt. Da kommt die Flasche selbstgebrannten Gins, die ihm sein toter Vater vermacht hat, gerade richtig. Jahrelang hat er sie sich aufgespart, doch jetzt ist sowieso schon alles egal, also: Prost! Der Gin schmeckt besser als alles, was Bene je getrunken hat. Er beschließt, die verlorene Rezeptur dieses ganz besonderen Tropfens ausfindig zu machen. Eine Suche auf den Spuren seines Vaters, die ihn nach Plymouth führen wird – wo Cathy und der tote Obdachlose auf ihn warten …


    Meine Meinung:

    Dieses Buch punktet vor allem mit den Themen um die Kriminalgeschichte herum. Es gibt viel Wissenwertes um Geschichte und Herstellung des Gins, einige Sprüche bekannter Alkoholtrinker zu ihrem Konsum und liebenswert gezeichnete Figuren. Manche sind mehr oder weniger schrullig, aber doch bleiben sie sympathisch. Tiefgreifende Charakterisierungen sucht man aber vergebens. Das Erzähltempo ist gemächlich und die beiden Hauptfiguren treffen erst spät aufeinander. Persönliche Probleme behindern beide, wie sie auch beide viel gemeinsam haben. Früh verstorbener Vater, Beziehungsprobleme, finanzielle Schwierigkeiten und der Versuch durch Ginherstellung wieder auf die Füße zu kommen. Gerade Bene stellt sich manchmal selbst ein Bein, aber es passt zur Figur. Ein trockener Humor ließ mich mehrmals schmunzeln. Plymouth wird atmosphärisch stark als ein Ort mit viel Geschichte und etlichen Sehenswürdigkeiten geschildert. Die Entwicklungen zum Ende des Buches wirkten auf mich doch überzogen und trübten den guten Gesamteindruck doch ein wenig.


    Fazit:

    Ein Krimi, der eher durch die Nebenhandlungen und liebenswerte Figuren punktet. Ein atmosphärisches Plymouth kommt dazu. So vergebe ich vier von fünf Sternen (75 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger Krimis aus.


    ASIN/ISBN: 3832183973

    Es geht unterhaltsam weiter, obwohl mehrere zerstörerische Beziehungen eine Rolle spiele. Robert versucht seine Jenny zurück zu gewinnen, aber das geht gründlich schief, Hans und das Mordopfer sind auch ein Paar gewesen und letztendlich fürchtet Lotte ihren Exfreund sehr. Alle Trennungen gingen von den Frauen aus und die Männer kamen damit nicht zurecht. Interessant der Abschnitt mit der reinen Mädchenausbildung. Wirklich erstaunlich wie jung die Gründerin gewesen ist. Passend fand ich die Beschreibung des machohaften Verhaltens der Jungen beim Kampf um die Mikroskope in der Schule.

    Dann noch die Vergewaltigung im Park, der geflohene Kommunist und der Koffer im Ballhaus. Alles bindet Kräfte und ich halte Lottes Exfreund für verdächtig. Hoffentlich fängt sich Robert schnell wieder. Vielleicht fällt Leo noch etwas ein, um ihm zu helfen.

    Die Beschreibung des geschenkten Bonbons im Labor ist mir aufgefallen. Ob es noch eine Rolle bei den Ermittlungen spielen wird. Auch an Gennats Kuchenliebe führt kein Weg vorbei. Es gibt immer Kuchen, wenn jemand sein Büro aufsucht, egal welcher Autor es Beschreibt.

    Kaum angefangen und schon wieder mittendrin in der Welt des Leo Wechsler. Ist die Garderobenfrau einer Verwechslung zum Opfer gefallen? Erstaunlich wie mitgenommen Robert über Jennys Abgang ist. Leo zeigt Verständnis und versucht Robert zu decken. Die Leihgabe von der Politischen macht sich ganz gut. Dann geht jemand auf die Jagd. Ist es der Kerl aus dem Prolog und hat er auch die Garderobenfrau umgebracht? Fragen über Fragen, aber Leo geht das Ganze mit mühseliger Polizeiarbeit an. Es macht Spaß der Geschichte zu folgen.

    Buchmeinung zu Ulrike Renk – Tage des Lichts


    „Tage des Lichts“ ist ein Roman von Ulrike Renk, der 2020 bei Aufbau Digital um bei Aufbau TB erschienen ist. Dies ist der dritte Band der großen Seidenstadt-Saga.


    Zum Autor:

    Ulrike Renk, geboren 1967 in Detmold, zog ein paar Jahre später mit Eltern und Bruder nach Dortmund, wo sie auch die Schule besuchte. Studienaufenthalt in den USA, Studium der Anglistik, Literaturwissenschaften und Soziologie an der RWTH Aachen. Sie ist Mutter von vier Kindern. Heute lebt sie mit ihrem Mann, dem jüngsten Sohn, zwei Alaskan Malamute, drei ordinären Hauskatzen und zwei indischen Laufenten, in Krefeld am Niederrhein und arbeitet als freie Autorin.


    Klappentext:

    England, 1939. Ruth hat es geschafft – sie hat die nötigen Papiere für ihre Familie besorgt, die endlich nach England ausreisen darf. Zusammen wollten sie alles in Bewegung setzen, um ihre Verwandten noch nachzuholen. Aber dann erklärt England Deutschland den Krieg. Ruth wähnte sich bislang in Sicherheit, aber was geschieht, wenn die Deutschen das Land nun angreifen? Sie setzt alles daran, dass sie zusammen nach Amerika fliehen können. Doch der Krieg droht ihre Pläne zunichtezumachen ...


    Meine Meinung:

    Die Geschichte der Ruth Meyer geht weiter. Sie wird meist aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt. Dadurch werden ihre Emotionen sehr deutlich und der Leser merkt zunehmend, wie schwer die Trennung von ihrer Familie auf ihr lastet. Ab und zu werden Kapitel aus anderen Sichtweisen erzählt, um zum Beispiel die Entwicklung in Krefeld nachzuzeichnen. Gerade diese Krefelder Szenen verdeutlichen die schrecklichen Entwicklungen in Deutschland. Auch die Ausreise der Eltern sorgt nur für kurze Entspannung bei Ruth, denn England hat Deutschland den Krieg erklärt. Dies verschärft die Probleme der Familie Meyer deutlich, denn sie wissen, was passiert, wenn sie in deutsche Hände geraten. Somit hat Ruth ein neues Ziel, für das sie nun kämpft – die Ausreise nach Amerika. Fast nebenbei erfährt der Leser von den Auswirkungen des Krieges auf das tägliche Leben. Etliche Engländer fürchten, unter den deutschen Juden könnten Spione sein.

    Die bedrückende Grundstimmung wird durch eine wenige positive Elemente aufgelockert und hin und wieder schimmert eine Prise trockenen Humors durch. Es ist beeindruckend, welche Kraft von dieser jungen Frau ausgestrahlt wird. Trotzdem wird deutlich, welchen Belastungen sowohl körperlicher als auch seelischer Art Ruth Meyer ausgesetzt ist.


    Fazit:

    Ruth Meyers Schicksal wird kraftvoll und gefühlsstark nachgezeichnet. Von mir gibt es vier von fünf Sternen (75 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.

    Nun bin ich auch durch und die Meyers sind auf dem Weg in die USA. Schön zu lesen, wie Ruth auf dem Schiff neuen Lebensmut tankt. Das Schlimme an den Verfolgungen ist, dass es sich in den Köpfen festsetzt. Eine Schwäche leistete sich Ruth, als sie sich genau dann auf den Weg macht, wenn Freddie mit dem Kutter zur Soldatenrettung aufbricht. Aber er versteht Ruth und die telefonische Nachfrage ist eine schöne Geste.

    Ich bin gespannt, wie es den vier Meyers in den USA ergeht.

    Das Nachwort macht leider Sinn, obwohl ich manchmal finde, dass es mit den Gedenken manchmal schon etwas nervig ist. Aus meiner Sicht entwickelt sich unsere Gesellschaft in eine falsche Richtung, gerade weil sehr viele Menschen das Diskutieren mit Andersdenkenden verlernt haben.

    Der Krieg ist da, aber in England und besonders auf dem Bauernhof merkt man vorerst wenig davon. Dann kommen die Einquartierungen und die ersten Luftangriffswarnungen. Auch in England gibt es Vorurteile gegen Juden, aber Ruth beginnt langsam, sich dagegen zu wehren. Für Ruth ist es schrecklich, dass sie sich und ihre Familie in England nicht sicher wähnt. Aber die Ausreise in die USA rückt näher und gibt ihr wieder Hoffnung. Der Gegensatz zwischen Chamberlain und Churchill wird gut herausgearbeitet und der Hardliner setzt sich schließlich durch. Irgendwann ist die Zeit des Handelns gekommen. Trotzdem ist mir Chamberlain näher und ich kann seine Argumentation nachvollziehen.

    Für mich war das stärkste Kapitel jenes, das in Krefeld spielte. Es vermittelt das Gefühl der Hilflosigkeit gegen Denunziation und Repressalien. Die Bedrohung aus dem Hintergrund von Menschen, die man eigentlich kennt, ist so schlimm. Shitstorm in sozialen Medien funktioniert ähnlich. Diese stillen Angriffe sind meist nicht Aktionen der radikalen Menschen sondern von Leuten, die um ihren Status und ihren Besitzstand fürchten.

    Nun bin ich auch durch. Das Ende hat mir gut gefallen, auch wenn Rongen sterben musste. Der Showdown auf dem Friedhof hatte etwas. Bei Korb lag ich lange Zeit daneben, aber seine persönliche Bekanntschaft mit einem der vorigen Opfer hat ihn sehr motiviert. Überrascht war ich über die Täter, ich hätte einen höherrangigen Polizisten oder Staatsanwalt erwartet. Privat ist bei Meller wieder vieles in Bewegung geraten und auch eine Liebesbeziehung zu Nina ist noch im Bereich des Möglichen. Ich kann mir Fortsetzungen noch gut vorstellen, denn die Figuren bieten noch Potential. Insgesamt hat mich meine erste Begegnung mit Meller und Umfeld so gut gefallen, dass ich mir die beiden Vorgänger zulegen werde.

    Eine wunderbare Erzählung in Wort und Inhalt


    Buchmeinung zu Stefan Slupetzky – Im Netz des Lemming


    „Im Netz des Lemming“ ist ein Kriminalroman von Stefan Slupetzky, der 2020 im Haymon Verlag erschienen ist. Dies ist der sechste Band um Leopold „Lemming“ Wallisch.


    Zum Autor:

    Stefan Slupetzky, 1962 in Wien geboren, schrieb und illustrierte mehr als ein Dutzend Kinder- und Jugendbücher, für die er zahlreiche Preise erhielt.

    Seit einiger Zeit widmet er sich vorwiegend der Literatur für Erwachsene und verfasst Bühnenstücke, Kurzgeschichten und Romane. Für den ersten Krimi um seinen Antihelden Leopold Wallisch, «Der Fall des Lemming», erhielt Stefan Slupetzky 2005 den Glauser-Preis, für «Lemmings Himmelfahrt» den Burgdorfer Krimipreis. «Lemmings Zorn» wurde 2010 mit dem Leo-Perutz-Preis ausgezeichnet. Im selben Jahr gründete Slupetzky ein Wienerliedtrio, das Trio Lepschi, mit dem er seither als Texter und Sänger durch die Lande tourt. Stefan Slupetzky lebt mit seiner Familie in Wien.


    Klappentext:

    Ein tragischer Suizid und ein Nachtwächter in Bedrängnis

    Der Lemming versteht sie nicht mehr, die Welt. Und noch weniger versteht er das Kauderwelsch aus Internet-Sprache und Englisch, das sein Sohn Ben mit seinem Freund Mario spricht. Als der Lemming sich mit ebendiesem Mario durch Zufall eine Straßenbahn teilt, passiert das Unfassbare: Auf Marios Handy-Display erscheint eine offenbar schockierende Nachricht, der Bub rennt unvermittelt aus der Bahn und springt von einer Brücke in den Tod.


    Meine Meinung:

    Meine erste Begegnung mit Stefan Slupetzky und seiner Romanfigur Leopold Wallisch war eine Offenbarung. Die sprachliche Gestaltung hat mich vom ersten Satz an gefangen genommen, schon der Titel ist ein wunderbares Wortspiel. Inhaltlich hatte ich anfangs ein paar Probleme, weil ich mich mit den politischen Verhältnissen in Österreich nicht so auskenne, aber mit etwas Recherche im Internet war das Problem behoben. Hauptthema des Buches bleibt aber die Meinungsmache im Internet und die Auswirkungen, die es auf die Menschen hat. Und der Lemming muss in dieser Geschichte einiges aushalten, aber es trifft auch seine unbeteiligte Familie. Weitere Personen sind betroffen und der Lemming findet einige Leidensgenossen. Ein absolutes Highlight ist eine echte Diskussion mit mehreren Beteiligten, bei der das Aufeinanderzugehen und das Aufgreifen der Gedanken des Gesprächspartners erfolgt und das Besondere daran hervorgehoben wird, gerade wenn man unterschiedlicher Meinung ist.

    Unterstützt wird der Lemming vom Kommissar Polivka, der auch dem Fokus der öffentlichen Meinung zum Opfer fällt. Es ist schon ein wunderbarer schwarzer Humor, wenn die beiden Ermittler mit Theaterbärten der digitalen Verfolgung zu entkommen versuchen. Es bleibt aber ein ernstes Thema und die präsentierte Lösung setzt dem Buch die Krone auf.


    Fazit:

    Ein wunderbares Buch, das mich sowohl sprachlich als auch inhaltlich mehr als nur überzeugt hat. Mir bleibt nur, das Buch in höchsten Tönen zu loben (fünf von fünf Sternen, 100 von 100 Punkten). Natürlich gibt es eine Leseempfehlung für diesen herausragenden Roman.


    ASIN/ISBN: 3709934974

    Rongen wird von der Polizeiführung zum Abschuss freigegeben und die Kollegen nehmen es hin. Aber Korb bleibt ein Verräter.

    Meller organisiert Schutz für Rongen im Gefängnis, den er auch dringend brauchen kann. Was mag der Preis dafür sein? Rongen gefällt es nicht, aber seine Ausbootung bei der Polizei ist schlimmer. So wird sein ganzes Leben ruiniert.

    Der Termin mit dem Staatsanwalt entwickelt sich zu einem tollen Duell. Mir gefällt dieser Bonner Dreckskerl. Auf jeden Fall sät er bei Meller Zweifel bezüglich Franka.

    Es dreht sich wohl alles um den Tod Ivankas, denn sowohl Meller mit Rongen als auch die Russenmafia wollen diesen Fall neu aufrollen.

    Es bleibt extrem spannend und auch immer noch undurchsichtig. Viele starke Figuren lassen den Ausgang offen erscheinen.