Beiträge von wampy

    Nun bin ich auch durch und mir hat es auch sehr gut gefallen. Ich fand es extrem spannend, auch wenn das Ende ja bekannt war. Dieser Feldzeugmeister Potiorek ist ja so unsympathisch. Für den Thronfolger und seine Gattin Sophie lief es ja sehr unglücklich. Das Verhalten der Sicherheitskräfte wirkt nach dem ersten Anschlag aus heutiger Sicht einfach unglaublich stümperhaft. Wie ist eigentlich die heutige Einschätzung der Attentäter aus serbischer Sicht?

    Sehr gefallen haben mir die Anmerkungen des Autors mit der Darstellung der historischen und der fiktiven Geschehnisse. Nun werde ich mich an die Rezension machen.

    wampy

    Kennst Du die beiden Vorgänger?

    Zugegeben, in Bd. 1 fand ich Luc auch ziemlich machohaft - aber inzwischen ist er mir echt "ans Herz gewachsen" ;) und Bd. 3 gefiel mir - wie eben auch die beiden Vorgänger....

    Die beiden Vorgänger kenne ich noch nicht, will sie aber noch lesen. Ich habe den ersten Band seiner anderen Serie um die beiden ungleichen Schwestern, der vorwiegend in Marseille spielt, gelesen und war von der Idee und dem Tempo begeistert.

    Buchmeinung zu Diverse Autoren – Die vierte Zeugin

    „Die vierte Zeugin“ ist ein historischer Roman von mehreren Autoren, der 2012 bei Aufbau Taschenbuchverlag erschienen ist. Die ungekürzte Hörfassung wird von Tanja Fornaro gelesen und ist 2016 bei Audible Studios erschienen.

    Zum Autor:
    Dieses Gemeinschaftsprojekt der zwölf Autoren Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Martina Andre, Peter Prange, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Katrin Burseg, Caren Benedikt, Ulf Schiewe und Marlene Klaus wurde durch Heike Koschyk und Alf Leue herausgegeben. Der traurige Anlass für dieses Projekt war der Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2010.

    Sprecher:
    Tanja Fornaro ist eine deutsche Schauspielerin, Sprecherin und Hörbuchregisseurin, in Berlin geboren, mit italienischem Hintergrund. Sie hat mich überzeugt.

    Klappentext:
    Köln im Jahre 1534. Ein ungewöhnlicher Gerichtsfall hält die Stadt in Atem: Der Londoner Geschäftsmann Richard Charman verklagt die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff, um eine Schuld ihres unter rätselhaften Umständen verstorbenen Ehemanns Andreas zu begleichen. Agnes droht alles zu verlieren. Als sie versucht, ihre Unschuld an den Taten ihre Mannes zu beweisen, offenbart sich nicht nur ein Familiendrama, Stück für Stück gelangen tödliche Intrigen, Lügen und politische Verflechtungen ans Licht, die bis ins englische Königshaus reichen. Doch bis zuletzt stellt sich die Frage: Wer ist Agnes Imhoff wirklich - Opfer oder Täter?

    Meine Meinung:
    Dieses Gemeinschaftswerk diverser Autoren schildert eine interessante Begebenheit aus der Kölner Geschichte, die die einzelnen Autoren jeder für sich gelungen erzählen. Und doch merkt man an manchen Stellen kleine Brüche in der Schilderung, seien es anders gesetzte Schwerpunkte oder Variationen im Schreibstil. Und doch macht es Freude, dieser Geschichte zu folgen. Sehr gelungen ist die Einbindung des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs bei Bauarbeiten für einen neuen U-Bahnabschnitt. So bleibt die endgültige Bewertung der Geschehnisse dem Leser überlassen. Die Figuren sind ansprechend gestaltet, wenn auch nicht sonderlich tief gezeichnet. Es gibt sympathische und weniger sympathische Figuren, Verschwörungen und gefährliche Situationen, in die die Protagonisten geraten. Der Unterhaltungswert ist gegeben, aber es ist nicht so konsistent wie ein Werk aus einer einzigen Feder.

    Fazit:
    Ein Gemeinschaftswerk mehrerer Autoren für einen guten Zweck, das einen hohen Unterhaltungswert aufweist. Deshalb gibt es vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.

    Luc Verlain konnte mich nicht überzeugen


    Buchmeinung zu Alexander Oetker – Winteraustern

    „Winteraustern“ ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2019 bei Hoffmann und Campe erschienen ist. Dies ist der drittr Fall für Luc Verlain.

    Zum Autor:
    Alexander Oetker war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv und ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Geboren 1982 in Berlin, arbeitete er u.a. für die Berliner Zeitung, das Bayerische Fernsehen und den MDR. Seit 2012 ist er politischer Korrespondent für die Mediengruppe RTL Deutschland in Berlin, berichtet aber immer wieder aus Frankreich.

    Klappentext:
    Winterzeit am Bassin d’Arcachon, das bedeutet für die Austernzüchter Hochkonjunktur. Allerdings auch für die Austerndiebe, denen man mit immer drastischeren Methoden begegnet. Und so mündet das, was eine besinnliche Bootsfahrt werden sollte, für Luc Verlain in einen Mordfall, der es in sich hat.
    Zusammen mit seinem Vater, einem ehemaligen Austernzüchter, hatte Luc eigentlich nur noch einmal dessen einstige Wirkungsstätte befahren wollen, als sie plötzlich auf die übel zugerichteten Leichen zweier junger Männer stoßen. Handelt es sich um Austernzüchter, die den Austernmogul der Region um einen Teil seines Festtags-Umsatzes bringen wollten? Oder wollte ein anderer Austerndieb von seinem Treiben ablenken?
    Die Ermittlungen von Luc und seiner Partnerin Anouk führen tief hinein in eine von Profitgier und Konkurrenzdenken korrumpierte Branche.


    Meine Meinung:
    Dieses Buch beeindruckt weniger durch die Krimihandlung als durch die Beschreibung der sozialen Situation der kleinen Austernfischer und der sozialen Brennpunkte in den Wohnsilos der Vorstädte. Die Hauptfigur Luc Verlain, Sohn eines Austernfischers, ist aus Paris ist seine Heimatregion zurückgekehrt, um in der Nähe seines kranken Vaters zu sein. Luc ist ein komplexer Charakter mit Eccken und Kanten, den ich aber nicht sympathisch fand. Er agiert meist wie ein Superbulle und wie ein Mann, den die Frauen mögen. Er tritt oft sehr dominant auf, liebt seine Kollegin Anouk und seinen Vater. Er ist bestens vernetzt und doch gibt es Schatten auf seiner Weste. Er ist sehr eifersüchtig und sein Verhältnis zu seinem baskischen Kollegen ist noch immer gestört. Die Figur der Anouk ist noch etwas tiefer gestaltet, aber die übrigen Figuren wirken wenig komplex und klischeebehaftet. Gerade der Gegensatz kleine Fischer kontra Austernbaron übertreibt dies. Die Handlung ist ohne Zweifel spannend erzählt, mit temporeichen Action-Szenen angereichert und bietet ein paar überraschende Ideen. Doch insgesamt wirkte es auf mich zu sehr konstruiert. Gut gefallen haben mir die Szenen, in denen der Berichterstatter und politische Journalist die Oberhand gewinnt. Dazu kommen atmosphärisch starke Schilderungen der Region und ihrer Bewohner.

    Fazit:
    Trotz einiger Ansätze konnte mich dieses Buch nur teilweise überzeugen, insbesondere die Hauptfigur Luc Verlain wirkte konstruiert und zu mächtig. So vergebe ich drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

    Momentan glaube ich einen Krimi zu lesen, bei dem sich das Netz um die Täter zusammen zieht. Die Ermittler um Markovic kommen den Attentätern immer näher, stellen sich dann aber auch etwas ungeschickt oder unglücklich an. Die Attentäter werden auch immer nervöser und es dämmert ihnen, dass sie auch ausgenutzt werden. Gavrilo möchte noch eine irdische Belohnung erhalten, auch weil er in der Rolle des Märtyrers aufgeht.

    Simon und Markovic setzen bei den Ermittlungen auf unterschiedliche Methoden. Simon agiert mit Gewalt, während Markovic weitaus subtiler vorgeht, aber manchmal auch Simon gewähren lässt.

    Der Thronfolger erfährt auch von Anschlagsplänen. Diese sind aber so wenig konkret, dass er eigentlich keine Wahl hat. Er wird das Besuchsprogramm wie geplant durchziehen. Wenigstens hatten er mit Sophie ein paar angenehme Stunden. Auch Markovic kommt seiner Svetlana näher. Beide sind mit ihrem Leben nicht wirklich glücklich und träumen von einem gemeinsamen Neuanfang. Frau Maric ist eine beeindruckende Persönlichkeit mit einer schrecklichen Vergangenheit, die sich aber in dieser Männergesellschaft durchgesetzt hat. Sie ist vielleicht die Entdeckung des Buches.

    Markovic müht sich Kräften und mit Hilfe von Frau Maric erfährt er einen weiteren Namen. Vielleicht wird es ja etwas zwischen den beiden. Sophie und Franz Ferdinand verbringen ein paar angenehme Stunden im Hotel. Erstaunlich, wie friedfertig und rücksichtsvoll dieser griesgrämige Habsburger Sophie gegenüber auftritt. Heute würde er dringend eine Imageberatung benötigen. Dank seiner Position und "dank" seiner Erziehung poltert er durch die Welt. Sein Verhalten gegenüber kleinen LLeuten, die vielleicht einen Fehler gemacht haben, ist unsäglich. Man möchte nicht als Habsburger aufgewachsen sein.

    Erstaunlicherweise nähern sich die jungen Attentäter weiterhin unbemerkt Sarajewo. Auch Gavrilo verliert meine letzten Sympathien. Nun rechtfertigt er sein Vorgehen schon als Notwehr. Er hofft auf Anerkennung und möchte diese auch noch erfahren. Menschen sind ja oft Meister im Finden von Rechtfertigungen.

    Buchmeinung zu Claudia Praxmayer – Gefährliche Gier


    „Gefährliche Gier“ ist ein Kriminalroman von Claudia Praxmayer, der 2019 im dotbooks Verlag erschienen ist. Erstmals erschien dieses Buch unter dem Titel „Bluterde“ 2013 bei Droemer Knaur.


    Zum Autor:

    Claudia Praxmayer ist gebürtige Salzburgerin und hat Biologie studiert. Sie arbeitet in München als selbstständige PR-Beraterin und Autorin. Sie hat bereits Ratgeber, Sachbücher und mittlerweile drei Romane veröffentlicht. Als aktives Mitglied des NABU Deutschland engagiert sie sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bereich Artenschutz und setzt sich für bedrohte Tierarten ein.


    Klappentext:

    Im Dschungel lauert der Tod … Die engagierte Artenschützerin Dr. Lea Winter ist für ein Naturschutzprojekt für Gorillas im Kongo verantwortlich – und entsetzt, als sie erfährt, dass skrupellose Geschäftemacher nicht davor zurückschrecken, die majestätischen Tiere auszurotten, um in ihrem Lebensraum nach Coltan zu schürfen. Wild entschlossen, die Gorillas zu retten, reist Lea selbst in den kongolesischen Dschungel. Doch dort muss sie am eigenen Leib erfahren, dass Gewalt und Korruption in diesem Land an der Tagesordnung sind: Lea findet sich im Visier einer gefährlichen Mafia wieder, deren Wurzeln tief in die westliche Welt reichen …


    Meine Meinung:

    Die drei Hauptfiguren Lea, Femi und Ian sind starke Persönlichkeiten, zwischen denen es zu Konflikten kommt, auch wenn sie ähnliche Ziele haben. Inoffizielle Coltanminen im Naturschutzpark bedrohen Tiere und Menschen in dieser Region. An ihnen verdienen Rebellen, geschmierte Regierungsvertreter und vor allem ausländische Geldgeber. Der Konflikt eskaliert und Lea gerät in große Gefahr. Spätestens hier wird es extrem spannend und die Autorin schlägt ein hohes Erzähltempo an. Hier konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen. Eher als störend empfand ich eine angedeutete Liebesbeziehung. Femi und Ian kämpfen intensiv um die Rolle des Alpha-Männchens, raufen sich dann aber doch zusammen. Ein Kommandounternehmen setzt einen spannenden Höhepunkt. Die Actionsequenzen sind eindrucksvoll und haben mich positiv überrascht. Auch die Schilderung der Hintergründe ist gelungen und hat mich überzeugt. Manchmal übertreibt es die Autorin allerdings mit den von den Protagonisten zu lösenden Problemen. Während Femi und Ian sehr sympathisch auf mich wirkten, ging mir Lea mit ihrer Reinlichkeitsphobie und ihrer Ausstrahlung im afrikanischen Umfeld eher auf die Nerven. Aber Ecken und Kanten hatten die Hauptfiguren auf jeden Fall. Auch das Ende konnte überzeugen, auch weil nicht alles positiv ausfiel.


    Fazit:

    Ein überzeugender Thriller mit viel Tempo, spannender Handlung und gut gestalteten Figuren. Auch wenn es noch Potential für Verbesserungen gibt, vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: B081N8CQVW

    Mir gefällt es bis jetzt gut. Meine Lieblingsfigur ist Markovic und ich leide mit ihm. Er merkt, dass da was im Busch ist, aber wie kann man das fassbar machen. Er hat das Problem vieler Geheimdienstler. Es gibt sehr viele Informationen, aber welche sind wichtig und welche nicht.

    Die Attentäter sind mir nicht sympathisch, gerade wenn es um unglückliche Kindheit geht, werde ich empfindlich. Gavrilo gefällt da schon besser. Man spürt aber auch bei ihnen zunehmende Nervosität.

    Überall scheinen irgendwelche Geheimdienste ihre Finger im Spiel zu haben,und vor allem ihr eigenes Süppchen kochen zu wollen.

    Die Konversation zwischen Sophie und der Hofdame zeigen neue Seiten an Sophie, zeugen aber auch von neuen Ideen wie Frauenwahlrecht. Leider verhindern Frauen in Führungsrollen aber auch nicht (alle) Kriege. Auch wird Sophies Verbundenheit zu Franz Ferdinand wie auch umgekehrt deutlich. Dabei ticken sie in vielerlei Hinsicht anders, aber sie können damit umgehen.

    Beschämend finde ich das Verhalten vieler geschildeter Personen, die etwas wissen oder zumindest ahnen, sich aber zum Stillhalten durchringen. Vielleicht ein paar Informationen verbreiten, aber eigentlich haben sie ja nichts mit einem möglichen Anschlag zu tun.

    Danke für die Genesungswünsche. Es wird langsam besser.


    Immer wieder erstaunlich, welche Motivation die Täter antreibt. Fast immer sind sie idealistischer Natur. Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie leicht Gewalttaten akzeptabel werden.

    Und die Geheimdienste sind mittendrin und rühren sich ihr eigenes Süppchen.

    Jetzt habe ich auch mal mehr über Bertha von Suttner erfahren. In Bonn bin ich öfter gedankenlos über den nach ihr benannten Platz gelaufen.

    Buchmeinung zu M. C. Beaton – Hamish Macbeth und der tote Witzbold


    „Hamish Macbeth und der tote Witzbold“ ist ein Kriminalroman von M. C. Beaton, der 2019 bei Bastei Entertainment in der Übersetzung von Sabine Schilasky erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „Death of a Prankster“ und ist 1992 erschienen.


    Zum Autor:

    M. C. Beaton ist eines der zahlreichen Pseudonyme der schottischen Autorin Marion Chesney. Geboren 1936 im schottischen Glasgow, arbeitete sie zunächst als Buchhändlerin. Später arbeitete sie als Theaterkritikerin, Reporterin und Redakteurin für verschiedene schottische Zeitungen, u.a. für den Scottish Daily Express als Kriminalreporterin. Danach wechselte sie zum Daily Express in London, wo sie das Frauenressort leitete.


    Klappentext:

    Als der schottische Dorfpolizist Hamish Macbeth die Nachricht erhält, dass im Gutshaus des schonungslosen Witzbolds Arthur Trent ein Mord geschehen ist, hält er das zunächst für einen schlechten Scherz. Umso überraschter ist er, als er Trent tatsächlich erstochen und in einen Schrank gestopft auffindet. An Verdächtigen herrscht auch kein Mangel: Das Haus ist voller habgieriger Verwandter, die alle mehr am Inhalt des Testaments als an der Aufklärung des Verbrechens interessiert sind ...


    Meine Meinung:

    Dieses Buch lebt von den skurrilen, oft auch überzeichneten Figuren. Die Hauptfigur Hamish Macbeth ist ein sympathischer Dorfpolizist, dessen mehr oder weniger kleine privaten Probleme eine bedeutende Rolle. Er ist kein Genie wie Sherlock Holmes sondern einfach ein guter Zuhörer, dem man gerne auch mal mehr erzählt als man wollte. Er ist auch irgendwie ein Frauentyp, den die Damen für sich gewinnen wollen. Mehr als moralische Unterstützung erhält er von der Dame Priscilla, die eigene Gedanken beisteuert und aufdringliche Konkurrenz einbremst. Viele Figuren sind mit Liebe, aber nicht besonders tiefgründig gezeichnet. Einige strotzen vor Klischees und doch ist es vergnüglich, der Geschichte zu folgen. Es gelingt der Autorin, eine plausible Auflösung zu zeigen. Auf dem Weg dahin gibt es etliche falsche Spuren, dramatische Momente, unsägliche Scherze des Opfers und eine Hauptfigur, die sich zeitweilig aus den Ermittlungen zurückzieht. Es ist ein Landhauskrimi mit einigen recht ungewöhnlichen Zutaten und Überraschungen, aber die Autorin bleibt dem Genre treu. Atmosphäre und die humorvolle Darstellung zwischenmenschlicher Probleme machen dieses Buch aus.


    Fazit:

    Atmosphäre und eine sympathische Ermittlerfigur sind die Stärken des Buches. Davon lebt dieser Landhauskrimi sehr gut. Gerne vergebe ich knappe vier von fünf Sternen (75 von 100 Punkten) und spreche eine Empfehlung für die Freunde ruhiger Landhauskrimis aus.


    ASIN/ISBN: B07RN82FMY

    Buchmeinung zu Rolf Uliczka – Skippermord in Bensersiel


    „Skippermord in Bensersiel“ ist ein Kriminalroman von Rolf Uliczka, der 2019 im Klarant Verlag erschienen ist. Dies ist der neunte Band um die beiden Kriminalpolizisten Bert Linning und Nina Jürgens.


    Zum Autor:

    Rolf Uliczka ist geboren und aufgewachsen am Rande der romantischen Holsteinischen Schweiz und lebt mit seiner Frau seit einigen Jahren im Saterland. Menschen in all ihren Facetten und ihre Geschichten haben ihn schon immer fasziniert. Auch das Schreiben war und ist eine seiner größten Leidenschaften. Ostfriesland, das Land der Leuchttürme, des Wattenmeeres, der grünen Landschaften mit seinen geheimnisvollen Mooren und Inseln, wo jährlich Millionen ihren Urlaub verbringen, bietet ihm viel Stoff für das Unerwartete. Genau das macht auch die Spannung seiner Ostfrieslandkrimis aus.


    Klappentext:

    Mit einer Leiche an Bord kehren zwei Krabbenfischer zurück von ihrem Fang in der Nordsee. Der aus dem Meer gefischte tote Psychologe war Freizeitskipper und Mitglied im Seglerverein von Bensersiel. Dass ein Mord vorliegt, ist für die Kommissare Nina Jürgens und Bert Linnig von der Kripo Wittmund schnell klar. Die Zusammenhänge jedoch sind rätselhaft: Handelt es sich um den Racheakt eines Teilnehmers der großen Segelregatta, den das Opfer vor wenigen Tagen um den Sieg gebracht hat? Und wie gelangte die Motoryacht des Skippers wieder in den Hafen von Bensersiel, während er längst tot in der Nordsee trieb? Hat der Mörder des Psychologen die Yacht seelenruhig zurückgebracht? Antworten auf die vielen offenen Fragen erhoffen sich die Ermittler von der Ehefrau des Opfers. Doch die ist seit Tagen spurlos verschwunden…


    Meine Meinung:

    Mir hat dieses Buch zu Beginn gut gefallen. Es gibt ein sympathisches Ermittlerteam, die Küstenatmosphäre einer Urlaubsregion und einen scheinbar dazu passenden Todesfall. Die Figuren sind glaubwürdig und wissen, was sie tun. Es gibt ein paar angenehm zu lesender Ermittlungsergebnisse, aber dann lässt der Autor seiner Fantasie freien Raum. Für mich passte das Ganze dann nicht mehr zusammen. Eine, besser zwei Stufen weniger Fantasie wären für mich besser gewesen. Auf einmal sind Kriminelle der größeren Art in Ostfriesland eingefallen und mir hat es das Lesevergnügen verhagelt.


    Fazit:

    Nach überzeugendem Beginn wurde es mir zu abgefahren. So kann ich nur noch zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten) vergeben und keine Leseempfehlung aussprechen.


    ASIN/ISBN: B081TC2WN3

    Immer noch kämpfe ich mit einer massiven Erkältung, die mich die Weihnachtstage im Bett verbringen ließ. Aber immerhin kann ich nun wieder lesen. Den ersten Tag habe ich hinter mich gebracht und ich bin gefesselt, auch wenn eigentlich kaum etwas passiert ist. Es werden die unterschiedlichen Interessen und Ansichten deutlich. Die Motive der Attentäter kann ich nachvollziehen, ebenso die des Herrscherhauses, die keine Schwäche zeigen wollen. Mir gefällt der Chef des örtlichen Geheimdienstes gut, auch wenn er manchmal etwas unmotiviert forscht. Dadurch, dass man den Ausgang kennt, ist es eine ungewöhnliche Lesesituation. Man fragt sich, wo das Attentat hätte vermieden können und welche Interessen dem entgegen standen.

    Tolle Ermittlerfigur verschenkt


    Buchmeinung zu Michael Jensen – Totenland

    „Totenland“ ist ein Kriminalroman von Michael Jensen, der 2019 bei Aufbau Digital erschienen ist. Dies ist der Auftaktband der Reihe um Jens Druwe.

    Zum Autor:
    Michael Jensen wurde 1966 im Norden Schleswig-Holsteins geboren. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg und Flensburg. Im Hauptberuf ist er als Arzt und Therapeut tätig. Seine beruflichen Erfahrungen hat er in zwei Sachbüchern zusammengetragen. Dabei interessieren ihn besonders die seelischen Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs, vor allem bei den Nachkommen von Opfern und Tätern. »Totenland« ist sein erster Kriminalroman. Für sein literarisches Schreiben hat er ein Pseudonym gewählt.

    Klappentext:
    Von Opfern und Tätern.
    Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen. Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich zwiegespalten zurück gelassen. Die Ermittlerfigur Jens Druwe ist ein Volltreffer mit Ecken und Kanten, der ein ordentliches Päckchen aus seiner Vergangenheit zu stemmen hat. Die Thematik mit dem Mord an einem Parteibonzen birgt Zündstoff, aber die Umsetzung dieser Geschichte hat mich enttäuscht. Mehrmals war ich kurz davor, das Buch abzubrechen, weil mir der Inhalt zu platt war. Die Parteischergen sind so negativ dargestellt, dass darunter die Glaubwürdigkeit leidet. Vielleicht war es ja tatsächlich so, wie es der Autor beschreibt, aber für den Spannungsbogen eines Kriminalromans ist es pures Gift gewesen. Als der Autor sich zum Ende hin auf den reinen Kriminalroman beschränkt, wird es richtig gut. .

    Fazit:
    Tolle Ermittlerfigur, authentische Figuren, aber hoffnungslos überzeichnete Bösewichte und das Gefühl, belehrt werden zu sollen. Es ist ein wiederholter Sprung zwischen Spitzenwerk und grausigem Etwas. So kommt es zu einer Bewertung von drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).


    ASIN/ISBN: B07KRKBW6N

    Buchmeinung zu Lyl Boyd – Stille


    „Stille“ ist eine Kurzgeschichte von Lyl Boyd, die 2019 bei Books on Demand erschienen ist.


    Zum Autor:

    Lyl Boyd ist ein Autor mit deutschen Wurzeln, aufgewachsen im digitalen Zeitalter mit Einsen und Nullen. Bereits früh sträubte er sich gegen schwarz-weißes Denken und interessierte sich mehr für die Grauzone dazwischen. Er fand seine Erfüllung schließlich im geschriebenen Wort. Seither ist das Geschichtenerzählen seine kreative Passion.

    Jedes Leben erzählt inspirierende Geschichten. Sie sind es wert, berichtet zu werden. Den richtigen Blick, einen Stift und Fantasie, mehr braucht es dafür nicht.


    Klappentext:

    Tommy ist das Sorgenkind seiner Eltern, denn obwohl er körperlich gesund ist, spricht er kein Wort. Was ist der Grund für sein Schweigen?


    Meine Meinung:

    Auch diese Kurzgeschichte regt zum Nachdenken an. Leider hat mir diese Geschichte des Autors weniger gut gefallen wie einige andere. Moderne Sprachlosigkeit, in der die Kommunikation in digitaler Form stattfindet. Wie wirkt es sich auf unsere Umgebung und vor allem auf unsere Kinder aus.


    Fazit:

    Nachdenken ist angesagt, deshalb drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).


    ASIN/ISBN: B07Z6J7FGS