Beiträge von wampy

    Nun bin ich auch durch und der letzte Abschnitt hat mir weniger gefallen, weil es für mich zu rührselig war. Eddie und Ruth vernachlässigen für ihre Liebe ihre Pflichten und lassen Freunde im Regen stehen. Eddie hatte sich ja schon einmal Ärger eingehandelt, als er unerlaubt zu Ruth gegangen war. Bei Ruth passt es aber nicht, dass sie ihr Kosmetikstudio wochenlang ignoriert und noch nicht einmal Rachel informiert. Insgesamt hat mich dieser Band auch weniger gefesselt wie die Vorgänger.

    Nun ist es vorbei. Die Kriminalfälle werden mehr und mehr zur Nebensache. Das Ende hat mich überrascht. So recht kann ich mir Bertram nicht als alleinerziehenden Vater vorstellen. Es geht so in Richtung Hakan Nesser, dessen Geschichten ich oft begeistert folge ohne das viel passiert. Auch diese Geschichte ist einfach gut erzählt und bezieht ihren Reiz aus der Entwicklung der Figuren.

    Tenbrink hat ein Date mit der forschen Wirtin und ist beim Gassi gehen mit Locke ganz Ohr. Bertram ist neben der Spur und das Abschalten der Geräte trifft ihn mehr als ich erwartet habe. Die Rheinländer bietet an, Ella in ihre Obhut zu nehmen. Für den Samenspender ein lukratives Angebot. Der Fall ist immer noch unklar, denn alle Verdächtige scheinen es nicht gewesen zu sein.

    In den USA entwickelt sich das Geschehen für die Meyers positiv. Ruth und Rachel schaffen die Prüfung zur firmenbezogenen Kosmetikerin und finden eine neue Stelle. Natürlich ist es wieder eine jüdische Familie und Ruth tut etwas für Melly. Ruth kann sich bei der neuen Arbeitsstelle voll einbringen. Auch in Sachen Liebe tut sich etwas. Rachel plant, Andrew zu heiraten und die Beziehung zwischen Ruth und Eddie wird intensiver.

    In Deutschland geht es weit trostloser zu, wie wir ja wissen sollten. Trotzdem wirkt das permanente Anziehen der Schrauben aus der Sicht einer betroffenen Familie eindringlicher. Das Verhalten der Familie Aretz ist bewundernswert aber natürlich auch sehr riskant.

    Tenbrink grübelt wieder mehr über seine Ehe und schon sind die Aussetzer wieder stärker. Auch Bertram leidet heftig. Die Mutter so gut wie tot und wer kümmert sich dann um Ella. Das Abschalten der Geräte ist eine harte Entscheidung, die meine Mutter bei meinem Vater treffen musste. Und wenn es dann noch eine Weile dauert kommen schlimme Gedanken.

    Im Fall selber gibt es einen weiteren Toten und neue Ermittlungsansätze. Ich stehe aber immer noch im Nebel.

    Es entwickelt sich. Heinrich sammelt Informationen auf dem Friedhof, Maik ist um seine Ex-Geliebte erstaunlich besorgt und die Bauernfamilien sind alle irgendwie verwandt. Heini hat alles erzählt und schweigt nun für immer. Peggy bekommt die schlechte Laune von Maik ab und ist dann mal wieder weg. Ich mag die Gespräche Heinrichs, sei es auf dem Friedhof oder sei es mit den Jugendlichen auf Schatzsuche. Da kommt Atmosphäre rüber. Heinrich bleibt der mit mehr Feingefühl, während Maik oft zum Holzhammer greift. Falltechnisch steh ich noch im dichten Nebel.

    Statt Urlaub wurde es als Kündigung aufgefasst, aber dank Rachel gab es gleich eine neue Stelle. Glück gehabt.

    Auch mich hat erstaunt, dass das Stipendium quasi totgeschwiegen wurde. Einzig Rachel gegenüber erwähnt Ruth es noch einmal. Aber auch da nicht die ganze Wahrheit sondern eine Fassung, die die Familie gut aussehen lässt. Der Unterschied zwischen der Freundschaft mit den italienisch stämmigen Mädchen und Rachel ist gewaltig. Beide befruchten sich gegenseitig. Ruth animiert Rachel zur Weiterbildung und Rachel ist für Freizeitaktivitäten zuständig.

    Ilse scheint nicht älter zu werden, aber dann gesteht sie eine Liebelei und übersieht den Jungen, der sie anhimmelt. Ruth erste Begegnung mit Eddie wirkt schon arg klischeehaft.

    Und im Gegensatz zu diesen romantischen Episoden steht der Eintritt der Amerikaner in den Krieg, obwohl sie de facto mit den Materiallieferungen schon beteiligt waren. Diese politischen Diskussionen kenne ich von vielen Treffen meiner Eltern mit Bekannten.

    Ruhig und unaufgeregt werden die Halligbewohner entzaubert


    Buchmeinung zu Greta Henning – Halligmord


    „Halligmord“ ist ein Kriminalroman von Greta Henning, der 2020 bei Ullstein erschienen ist.


    Zum Autor:

    Greta Henning ist ein Pseudonym. Die Autorin mag die Nordsee im Urlaub bei jedem Wetter, Wattwanderungen und Krabbenbrötchen - gute Voraussetzungen, um einen Nordseekrimi zu schreiben. Die besondere Welt der friesischen Halligen mit ihren Geschichten und Traditionen hat es ihr genauso angetan wie der Klassiker "Der Schimmelreiter" und die Lebensart in Deutschlands hohem Norden.

    "Halligmord" ist der erste Kriminalroman der Autorin.


    Klappentext:

    Eine Sturmflut an der Nordsee - und am nächsten Morgen ein grausiger Fund: Auf der kleinen Hallig Nekpen hat die See menschliche Knochen freigespült, die schon seit Jahrzehnten im friesischen Marschboden gelegen haben müssen. Wer war der Tote?

    Die junge Kommissarin Minke van Hoorn, in ihrer Freizeit engagierte Watt-Rangerin und Robbenretterin, beginnt zu ermitteln. Die beiden alteingesessenen Familien, die auf Nekpen leben, wollen von allem nichts gewusst haben. Da verschwindet der Sohn des alten Deichgrafen auf Nekpen, ein geheimnisvoller Brief taucht auf und Minkes Mutter, scheint etwas zu verbergen. Der alte Fall scheint plötzlich seine Finger bis in die Gegenwart auszustrecken. Minke muss sich beeilen, denn der nächste Herbststurm kündigt sich an...


    Meine Meinung:

    Minke van Hoorn, die Hauptfigur, ist eine junge Polizistin, die in die großen Fußstapfen ihres Vaters treten will. Unterstützt wird sie eher selten durch den Beinaherentner Klaus, der sich vorwiegend um die Vorbereitung seines Ausstands kümmert. Meist werden die Ereignisse aus der Sicht Minkes wiedergegeben, aber nicht nur. Eine zweite Erzählebene schildert Ausschnitte aus der Nacht, in der der nun aufgefundene Tote spurlos verschwand. Begleitet werden die fünf Ermittlungstage von einer aufkommenden Sturmflut. Wirkt das Leben auf einer Hallig zunächst eher romantisch und beschaulich, so werden zunehmend die Schattenscheiten des Lebens auf einer Hallig deutlich. Man kennt sich, aber man mag sich nicht immer. Es beginnt ruhig und unaufgeregt, aber die Spannung steigt stetig. Durch die Rückblicke und die Ermittlungserkenntnisse werden immer wieder andere Personen als Verdächtige präsentiert. Die Figuren werden meist nur grob skizziert und von fast jeder wird ein dunkles Geheimnis enthüllt. Nebenbei erfährt der Leser viel über die Besonderheiten eines Lebens auf einer Hallig im nordfriesischen Wattenmeer. Minke ist die Lütte, die sich den Respekt der Menschen noch verdienen muss. Sie akzeptiert dies und wirkt zunehmend sympathisch. Auf Actionszenen verzichtet die Autorin fast vollständig und am Ende gibt es eine Aufklärungsrunde ganz im Stil großer Vorbilder wie z. B. Nero Wolfe. Der Schreibstil ist ruhig und vermittelt viel Atmosphäre.


    Fazit:

    Der erste Fall für Minke van Hoorn hat mich mit seiner ruhigen Art und der atmosphärischen Schilderung überzeugt. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche für die Freunde ruhiger Kriminalromane eine Leseempfehlung aus.

    Gleich bin ich wieder mittendrin. Maik mit seinen Frauengeschichten, die ihn immer wieder einholen, Heinrich mit seiner unbewältigten Vergangenheit, ein bisschen Plattdeutsch, der unbeliebte Bremer und die Geschichten um die Rauchnächte. Von den Rauchnächten hatte ich noch nichts gehört und die nachbarlichen Zusammentreffen mit Trinkgelage kommen mir irgendwie bekannt vor. Amüsant die Gedanken und Gespräche des Ehepaars auf dem Weg durchs Venn. Der Vorruheständler ist sofort dabei, wenn es einen Fall gibt und an das seltsame Paar in der Männerwirtschaft kann ich mich noch sehr gut erinnern. So in etwa hatte ich die Geschichte erwartet - viel Bekanntes, etwas Neues und auch die Fortschreibung der Geschichten.

    Ein Spannungsroman der leisen Töne


    Buchmeinung zu H. Dieter Neumann – Drakon – Tod unter Segeln


    „Drakon – Tod unter Segeln“ ist ein Spannungsroman von H. Dieter Neumann, der 2020 bei Piper erschienen ist.


    Zum Autor:

    Heinrich Dieter Neumann war zunächst Offizier in der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seinem Ausscheiden als Oberstleutnant d. R. arbeitete der Diplom-Finanzökonom als Vertriebsleiter und Geschäftsführer in der Versicherungswirtschaft, bevor er sich - nach vielen Schreibseminaren und begleitet von einem Studium der Neueren Deutschen Literatur - ganz aufs Schreiben verlegte.


    Klappentext:

    Malte Janssen überführt die luxuriöse Segelyacht des Oligarchen Timur Krylow, die auf seiner Bootswerft gebaut wurde, von der deutschen Ostseeküste nach Sankt Petersburg. Doch der Törn, der Malte helfen sollte, über den kürzlichen Tod seiner Frau hinwegzukommen, wird zum Albtraum: In den Hoheitsgewässern der Russischen Föderation entern schwer bewaffnete Piraten das Schiff, rauben die Besatzung aus und töten Maltes besten Freund. Die russischen Behörden starten eine aufwändige Untersuchung des Vorfalls, die aber im Sande verläuft. Auf sich allein gestellt, geht Malte selbst auf die Suche nach der Wahrheit und beginnt, brisante Fragen zu stellen. Dadurch gerät er nicht nur ins Fadenkreuz einer skrupellosen Verbrecherorganisation, sondern unversehens auch ins Visier mächtiger Geheimdienste …


    Meine Meinung:

    Der Klappentext führt in die Irre, denn Malte ist kein Geheimagent und versucht es auch nicht zu sein. Er ist ein Mensch, der den Tod seiner Frau auch nach Jahren nicht verkraftet hat und sich zum Ausgleich in die Arbeit als Boothersteller gestürzt hat. Es fehlen viele handelsübliche Elemente und doch gelingt es dem Autor reichlich Spannung zu erzeugen. Gewaltszenen sind selten und Actionszenen noch seltener. Vieles wird nicht direkt erzählt sondern als Information in einem Gespräch weitergereicht. Es gibt Verrat und Spionage, aber auch hier gibt es Überraschungen, weil nicht nur staatliche Organisationen beteiligt sind. Der Schreibstil ist angenehm kühl und klar. Die Geschichte ist verzwickt und birgt manche Überraschung, auch wenn eine Richtung früh erkennbar ist. Die Figuren sind meist nur grob skizziert, auch weil es keine eindeutige Hauptfigur gibt. Das Ganze wirkt realistisch und hinterlässt ein unangenehmes Gefühl beim Leser. Als Sympathieträger erweist sich ein älterer Agent, der ruhig und unaufgeregt Informationen sammelt und auswertet. Er hat überhaupt nichts mit der Figur eines James Bond gemein. Das Ende ist ruhig aber passend. Es bleibt Raum für die Phantasie des Lesers, sich weitere Details vorzustellen.


    Fazit:

    Dieser Spannungsroman um Spione und Agenten überzeugt durch seine unaufgeregte Art, die ihre Wirkung langsam entfaltet. Das Buch hat mich überzeugt und deshalb bewerte ich es mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Für die Freunde ruhiger aber auch spannender Unterhaltung spreche ich eine Leseempfehlung aus.

    Die Meyers leben sich mehr und mehr ein, aber finanziell geht es ihnen gar nicht gut. Ich denke, dass besonders Karl darunter leidet, weil er die Versorgung der Familie als seinen primären Job ansieht. Man merkt es bei Geschenken und vor allem bei seiner Ablehnung des Stipendiums. Seine Begründung sehe ich als vorgeschoben an, obwohl er schon erzkonservative Ansichten pflegt. Stipendien sind keine Almosen, aber er lebt immer noch in der Welt eines wohlhabenden Menschen, der natürlich auf finanzielle Unterstützung verzichten kann. Ruth tut ja schon, was sie kann und die dünnen Stoffe reichen für den Winter nicht. In meinen Augen haben die Meyers viele unnötige Wertgegenstände, die häufig mit Erinnerungen verbunden sind. Aber dadurch feht es an angemessener Kleidung für ein winterliches Chicago. Da wird noch ein bisschen Großbürgertum gepflegt.

    Bedauerlich finde ich, wie wenig in der Familie über Probleme gesprochen wird und das gilt für alle Familienmitglieder.

    Diese Mär hat mich begeistert


    Buchmeinung zu Roland Krause – Ein abgezockter Sauhund


    „Ein abgezockter Sauhund“ ist ein Kriminalroman von Roland Krause, der 2020 im Emons Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Geboren und aufgewachsen ist Roland Krause in Lindau am Bodensee. Nach einigen Jahren in Nürnberg lebt und arbeitet er heute in München. Die düsteren Winkel der Großstadt bilden auch den Hintergrund seiner Krimis. Roland Krauses Romane und Erzählungen sind atmosphärisch-dichte Milieustudien, in denen er das Dasein von Außenseitern und schrägen Charakteren beleuchtet.


    Klappentext:

    Der Münchner Kleinkriminelle Samson ist ganz unten, dort, wo ihm Käfer ins Gesicht spucken. Der Job von Halbweltgröße Stani kommt ihm daher wie gerufen. Er soll für ihn einen alten Kumpel aufspüren. Doch der schwimmt am Isarufer in seinem Blut, und Samson steckt bald mitten in der gnadenlosen Jagd nach dessen letzter Diebesbeute. Nur wer gerissen und ohne Skrupel ist, hat die Chance auf den Jackpot. Samson kämpft ohne Regeln und riskiert dabei nicht nur das eigene Leben ...


    Meine Meinung:

    Es hat ein bisschen gebraucht bis ich im Buch angekommen bin. Samson, die Hauprfigur und meist als Ich-Erzähler unterwegs, macht es dem Leser nicht einfach, ihn sympathisch zu finden. Er versucht sein Löeben im Haifischbecken München in bessere Bahnen zu führen, ohne dafür aber hart arbeiten zu wollen. So lebt er als Kleinkrimineller von Betrügereien. Dann die Chance auf den Hauptgewinn und Samson ackert wie wohl nur selten zuvor. Er hat schwache Verbündete und starke Gegner. In diesem Szenario hat der Autor eine Mär geschrieben, die mich immer mehr überzeugt hat. Einige Sachen sind nicht sonderlich realistisch, aber das hat mich nicht gestört. Denn hier agiert jeder gegen jeden und es gibt immer noch hungrige größere Fische. Oder stimmt das etwa nicht? Gibt es Allianzen, die bestehen bleiben?

    All dies erzählt Roland Krause in einem Feuerwerk von Ideen und absonderlichen Situationen mit einem speziellen schwarzen Humor. Auch die Sprache passt zu dieser Art Erzählung. Samson wird schwer gebeutelt, steckt aber nicht auf und entdeckt neue Seiten an sich. Die Schlusspointe rundet das Werk stilvoll ab.


    Fazit:

    Die Mär vom abgezockten Sauhund hat mich nach anfänglichen Problemen begeistert. Deshalb vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde etwas schräger Kriminalliteratur aus.


    ASIN/ISBN: 3740809477

    Kann das hohe Niveau nicht halten


    Buchmeinung zu Christine Ziegler – Sauer macht listig


    „Sauer macht listig“ ist ein Romani von Christine Ziegler, der 2020 bei Knaur erschienen ist. Die ungekürzte Lesung durch Christina Puciata ist 2020 im Audiobuch Verlag erschienen.


    Zum Autor:

    Christine Ziegler ist in Garmisch-Partenkirchen geboren und aufgewachsen. Sie studierte Restaurierungswissenschaften und arbeitete in unterschiedlichen Museen. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von München. Am liebsten ist sie jedoch unterwegs, wo sie Menschen, Dingen, Tieren, Kunst und Krempel zuhört. Alles und jeder erzählt. Daraus entstehen ihre Geschichten.

    Sprecher:

    Christina Puciata macht einen guten Job und überzeugt. Sie ist jederzeit gut zu verstehen und ihre Stimme empfinde ich alsgenehm.

    Klappentext:

    "Ich hab eine Affäre", gesteht der Mann, dem ich vor 22 Jahren in einem Brautkleid, das seine Mutter für mich ausgesucht hat, ewige Treue geschworen habe. Nach dieser Offenbarung schiebt er umständlich sein Kopfkissen zurecht, schließt die Augen und gönnt sich vor dem Wochenstart einen tiefenentspannten Moment der Ruhe.

    Und jetzt? In meinem Alter, sagt meine beste Freundin, habe ich gar keine andere Wahl, als bei Paul zu bleiben - als Hausfrau, verloren zwischen Koch- und Buntwäsche, ohne Job oder wenigstens einem Studienabschluss. Bin ich mit 46 nicht in den besten Jahren, sondern schon über- bzw. schrottreif? Egal. Meine Bucket List ist noch lange nicht abgearbeitet. Ich nehme sie in Angriff, Punkt für Punkt.


    Meine Meinung:

    Der Klappentext trügt ein wenig, denn zuerst ist Elenor, die Ich-Erzählerin, wie vor den Kopf geschlagen und braucht die Hilfe der Aushilfspostbotin, um in die Gänge zu kommen. Der Anfang der Geschichte hat mich überzeugt, zumal die Sprecherin einen ausgezeichneten Job macht. Im weiteren Verlauf gibt es Rückschläge und Erfolgsmomente, ein bisschen Liebesgeschichte und ein Häppchen Drama. Gelungen fand ich die Gedanken Elenors, in denen ihr Wandel vom Hausweibchen zur selbstbewussten Frau besonders deutlich wird. Außer Elenor sind alle Figuren nur angerissen charakterisiertund bieten nur wenig Überraschungen. Meist haben die Figuren eine deutliche Zuordnung zu gut oder böse. Es gibt einige Überraschungen und der Unterhaltungswert ist hoch. Zum Ende hin wird es aber mehr und mehr vorhersehbar, die Gefühle kochen hoch und das Happy End war dann unvermeidbar.



    Fazit:

    Lange Zeit war ich begeistert, aber dann hat die Geschichte deutlich nachgelassen. Dann der sehr guten Vorleserin reicht es immer noch zu knappen vier von fünf Sternen (70 von 100 Punkten) und besonders für die erste Hälfte des Hörbuchs spreche ich eine klare Hörempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: 3958625622

    Bin jetzt auch durch und Familie Meyer fängt an, sich einzugewöhnen. Karl verkauft nun Besen und damit ist sein Selbstwertgefühl erst mal gerettet. Auch Ruth hat einen Job und sie ist die Einzige, die Kontakte zu Menschen außerhalb der jüdischen Gemeinde aufbaut. Die Entwicklungen in Deutschland unterbinden auf Dauer den Kontakt zu den Daheimgebliebenen. Schlimm ist es, wenn man denn so gar nicht weiß, wie es den Verwandten und Bekannten nun geht.

    Auch ich hatte leichte Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg. Vieles ist halt schon bekannt. Nachdem die Meyers viel Hilfe und Unterstützung erfahren haben, sind sie etwas leichtgläubig und fallen auf Betrüger herein. In Chicago finden sie eine vorbereitete und eingerichtete Wohnung vor. Fast unglaublich.

    Für die Meyers ist es eine neue Welt, aber die Nazis stecken immer noch in den Köpfen. Etwas Ähnliches habe ich gerade in einem Krimi gelesen, in der die Hauptfigur von einem Stalker bedrängt wurde. Auch der hat sich im Kopf der jungen Frau eingenistet.

    Irenes und Freds Auftreten ist nicht schön, aber darüber zu meckern ist leicht. Man schaue unseren Umgang mit Flüchtlingen an. Aber es macht einen Unterschied zwischen einer Teilnahme an einer Demo und aktiver Hilfe.

    Es fehlt vor allem an Spannung


    Buchmeinung zu Mart Schreiber – Die Wahrheit ist eine Wasserleiche


    „Die Wahrheit ist eine Wasserleiche“ ist ein Kriminalroman von Mart Schreiber, der 2020 bei myMorawa von Dataform Media GmbH erschienen ist.

    Zum Autor:

    Mart Schreiber ist mein Pseudonym, mein schreibendes Ich, wenn man so will. Ich bin in Österreich geboren und lebe in Wien. Den Wunsch zu schreiben verspürte ich schon als Kind. Seit gut einem Jahr habe ich es auch in die Tat umgesetzt. Davor habe ich zwei IT-Firmen mitgegründet und die Anteile später wieder verkauft. In meinem Brotberuf bin ich freiberuflich als Projektmanager und Projektcoach tätig.


    Klappentext:

    Kaum ist Marlies von Ihrem Sabbatical zurück, wird Manfred, ihre Vertretung im Kunstunterricht, wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs verhaftet. Marlies zweifelt an seiner Schuld und besucht ihn in der Untersuchungshaft. Sie kennt die Tochter, da sie für kurze Zeit ihre Schülerin war und weiß um ihre psychischen Probleme.

    Als Manfred wieder aus der Untersuchungshaft entlassen wird, kommt es zu einem Eklat bei einem Treffen mit seiner Tochter und Marlies. Als Frau des Majors Machler von der Mordkommission gerät sie in die Fänge dieses Kriminalfalls, der letztlich in nicht nur einen Mordfall mündet. Joe Machler ist ziemlich sauer auf seine Frau, die seinen Ruf ramponiert und die er auch verdächtigt, mehr als eine kollegiale Sympathie für Manfred zu empfinden.

    Schließlich beginnt Marlies auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei wird sie letztendlich auch von ihrem Mann unterstützt, der wegen Befangenheit aus dem Fall abgezogen wird.


    Meine Meinung:

    Marlies ist mit dem Major Joe Mahler verheiratet, der ihren Lehrerkollegen Manfred in Untersuchungshaft gebracht hat. Marlies besucht Manfred sogar in der Untersuchungshaft und glaubt seinen Unschuldsbeteuerungen. Auch im weiteren Verlauf verschweigt sie ihrem Mann weitere Treffen mit Manfred. Diese Grundidee ist nicht neu, aber leider hat mir die Umsetzung nur in Teilen gefallen. Die Figuren sind mit Ausnahme von Marlies meist nur knapp skizziert und wirken recht leblos. Joe hat eine junge sehr ehrgeizige Kollegin an der Seite, die eher wie eine Parodie wirkt. Gefallen hat mir die Beschreibung der Entwicklung Manfreds, der sich in einer zunehmend ausweglosen Lage zu sein glaubt. Der Schreibstil ist gut lesbar aber etwas trocken. Mein Hauptkritikpunkt ist die weitgehend fehlende Spannung und die fehlenden Gespräche zwischen Marlies und Joe, die sich eigentlich immer noch lieben, aber zu wenig miteinander reden.


    Fazit:

    Meine erste Begegnung mit Marlies und Joe konnte mich wegen fehlender Spannung nicht überzeugen. Deshalb vergebe ich zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten) und spreche keine Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: B0868W198C