Beiträge von wampy

    „Harte Landung“ ist ein Roman von Simon Tanner, der 2018 im Unikat Verlag erschienen ist. Es ist der Debutroman des Autors.


    Zum Autor:

    Simon Tanner studierte Jura und arbeitete als Journalist, bevor er eine Managementkarriere begann.

    Er kennt das kunstvolle Geflecht aus Intrigen und Eitelkeiten in den Machtzentralen großer Konzerne aus eigener Anschauung.


    Klappentext:

    Heiko Anrath, Familienvater, leidenschaftlicher Schachspieler und erfahrener Manager der Nerma AG, ist so sagt man es ihm eine der großen Hoffnungen des Konzerns.

    In der Welt des Top-Managements kann das zweierlei heißen: Sein Rausschmiss steht unmittelbar bevor oder man macht sich Sorgen, dass er plötzlich zu einem anderen Unternehmen verschwindet.

    Kaum fragt sich Anrath, was von Beidem wohl die bessere Alternative ist, wird sein geordnetes Managerleben mit einem Schlag auf den Kopf gestellt: Da ist seine Kollegin Alexandra Keres, zu der er sich umso stärker hingezogen fühlt, je mehr sie ihn zurückweist. Dazu kommen die dubiosen Anrufe eines Headhunters, der ihm den Job seines Lebens anbieten will.

    Anrath ist hin und her gerissen. Eine neue Liebe, ein neuer Job - mit einem Wort ein neues Leben - das klingt fast zu verlockend, um wahr zu sein. Ist er wirklich bereit, sein ganzes Leben umzukrempeln? Anrath ahnt nicht, dass er nicht der König in seinem Spiel, sondern der Bauer in der Partie eines anderen sein wird.

    Meine Meinung:

    Der Prolog bildet auch den Abschluss des Buches, wird vom Leser aber sicherlich anders interpretiert. Eine interessante Idee des Autors, die mir gefallen hat. Ahnlich ist es mit dem Wechsel zweier Erzählstränge, die auf unterschiedlichen Zeitebenen spiegeln. Die kürzeren Kapitel spielen zu einer späteren Zeit und in ihnen reflektiert der Protagonist Heiko Anrath das Geschehen der Hauptebene. Zwischen den beiden Zeitebenen liegen einige Monate und das Leben von Heiko Anrath hat sich massiv geändert. Dies klingt spannend, ist es aber leider nicht. Heiko Anrath ist eine Figur, die mich völlig kalt gelassen hat. Die Geschichte wird weitgehend aus seiner Sicht erzählt und doch konnte ich weder Sympathie noch Antipathie entwickeln. Dies liegt zum Teil sicherlich daran, dass viele Aspekte nur angedeutet werden, insbesondere wenn es um die Personen geht, die mit ihm spielen. Gerade hier gibt es nur ein paar Andeutungen und es bleibt sehr vage. Auch die Gefühle Anraths harmonieren nicht mit seinem Handeln. Er trifft Entscheidungen, die schlicht nicht nachvollziehbar sind und auch nicht zu seiner Position im Unternehmen passen. Man spürt, dass Heiko Anrath den Boden unter den Füßen verliert, erkennt aber nicht wirklich warum. In den kurzen Kapiteln der späteren Zeitebene erfährt man mehr über die Figur Anrath. Diese fand ich recht gelungen, weil man versteht, was mit ihr geschieht und wie sie auf die Änderungen reagiert.


    Fazit:

    Dieses Buch hat mich enttäuscht, weil sich kaum Bindung zur Hauptfigur einstellte und auch das Geschehen oft hinter den Kulissen blieb. So kann ich nur zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten) vergeben.

    Nun bin ich auch durch. Diesmal hat es lange gedauert, lag aber nicht am Buch, sondern an mangelnder Konzentrationsfähigkeit. Die Stelle, die mich am meisten mitgenommen hat, war, als Marian sich endgültig abgesetzt hat. Da habe ich ernsthaft eine Trennung befürchtet. Aber Robin hat seine Ding durchgezogen und für seine Werte eingestanden. Der unsägliche John ist auch hinüber. Diesmal empfand ich es als noch eine Spur brutaler, wie mit Gegnern umgegangen wurde. Auch Robin machte da keine Ausnahme. Und Fulke kannte schon seine leiblichen Eltern und Marian und Robin haben sich völlig umsonst große Sorgen gemacht. Nette Idee, dass Fulke an der Erziehung des Königs beteiligt ist. In der Gascogne findet dann der krönende Abschluss statt mit der Geburt der Enkelin und der Versöhnung zwischen Robin und Marian.

    Die Zeittafel und die Anmerkungen des Autors waren sehr interessant und geben auch einen Einblick in den Schaffensprozess eines Autors. Die Steilvorlage muss man erst mal erkennen.

    Insgesamt war es wieder sehr unterhaltsam und ich habe auch einige Sachen gelernt, die mir vorher unbekannt. Gerade die Bedeutung der Schlacht zwischen Christen und Moslems war mir neu. So lernt man immer noch was dazu.

    Ich freue mich schon auf den fünften Band.

    Buchmeinung zu Anna Tell – Vier Tage in Kabul


    „Vier Tage in Kabul“ ist ein Thriller von Anna Tell, der 2018 bei Rowohlt Taschenbuch in der Übersetzung von Ulla Ackermann erschienen ist. Der Titel der schwedischen Originalausgabe lautet „Fyra dagar i Kabul“ und ist 2017 erschienen. Die ungekürzte Hörbuchfassung ist im Audiobuch Verlag erschienen und wird durch Svenja Pages vorgetragen.


    Zum Autor:

    Anna Tell lebt in Stockholm und ist Politologin und Kriminalkommissarin. Sie verfügt über zwanzig Jahre Polizei- und Militärerfahrung und war sowohl in Schweden als auch im Ausland im Einsatz. «Vier Tage in Kabul» ist ihr Debütroman und Auftakt zu einer Reihe um die schwedische Unterhändlerin Amanda Lund.


    Klappentext:

    Die schwedische Polizeiausbilderin und Verhandlungsführerin Amanda Lund ist für ein Jahr in Afghanistan stationiert, sie soll die Sicherheitskräfte vor Ort schulen. Gerade erst hat die 35-Jährige einen Angriff der Taliban überlebt, da erhält sie einen neuen heiklen Auftrag: In Kabul wurden zwei Diplomaten der schwedischen Botschaft entführt, Amanda soll als Unterhändlerin fungieren. Der Druck ist immens, denn in Schweden erwartet man afghanischen Staatsbesuch …

    Meine Meinung:

    Dieses Buch ist sehr spannend und gut konstruiert, aber was die Heldin aushalten muss, ist derart übertrieben, dass es den guten Gesamteindruck schmälert. Bei einem Einsatz in Afghanistan erschießt sie wohl einen Angreifer, hat es mit Leuten zu tun, die sie betrügen und stellt dann auch noch fest, dass sie schwanger ist. Der Mann ist verheiratet und zieht sich aus der Verantwortung. Zugesagte Verstärkungen verzögern sich, ihr Vater ist dement und auch ihre Auftraggeber und Ansprechpartner vor Ort haben eigene Interessen. Allein ihr Einsatzpartner in Stockholm ist eine verlässliche Größe. Aber auch in Stockholm gibt es Leute, die nicht an der Wahrheit interessiert sind. Amanda Lund ist eine hochqualifizierte Polizistin, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlt und sich auch durchsetzen kann.

    Sie ist intelligent und gut vernetzt, so dass sie viele Informationen erhält und diese auch in einen Zusammenhang stellen kann. Es werden viele Punkte thematisiert und auch hier war mein Eindruck, weniger wäre mehr gewesen. Entführung, Rauschgift, sexuelle Ausrichtung, politische Rücksichten und Einmischung in die Ermittlungsarbeit, Vertuschungen und …

    So entsteht ein Bild einer unwirklichen Protagonistin, die mehr einer Comicfigur als einer realen Ermittlerin gleicht. Amanda arbeitet in einem dunklen Loch und doch lässt sie sich nicht einschüchtern und ermittelt furchtlos weiter. Das Bild der schwedischen Gesellschaft ist dunkel und das Bild Afghanistan ist noch mehr als eine Spur dunkler. Die Handlung wechselt zwischen ruhigen Phasen und Kommandoeinsätzen ohne dabei an Spannung zu verlieren. Mühsam lüftet Amanda die Geheimnisse und am Ende gibt es noch eine große Überraschung.



    Sprecher:

    Svenja Page überzeugt. Sie gibt jeder Figur eine erkennbare Stimme und verzichtet auf übertriebene Darstellungen, so dass das Buch auch unterwegs gut verständlich ist. Ihre Stimme ist angenehm und ihre Aussprache lässt keine Wünsche offen.

    Fazit:

    Eigentlich ist es ein sehr guter Thriller, der sehr spannend und interessant ist. Allein die Übertreibungen hinsichtlich der Hauptfigur und dem Umfeld schmälern das Lesevergnügen deutlich. In beiden Fällen wäre weniger mehr gewesen. So reicht es zu dreieinhalb Sternen, die ich diesmal aufrunde (70 von 100 Punkten).

    Nach Magen und Darm nun wieder Robin. Der Leichtsinn gehört wohl dazu, wenn man ein so großer Kämpfer ist. Aber mit Glück und dem richtigen Arzt reicht es wieder. Weil John raubend und mordend durchs Land zieht, rufen die Aufständigen den französischen Prinzen zu Hilfe und auch der zieht raubend und mordend durchs Land. Interessant die Betrachtungen der Heerführer dazu. Rauben und Morden ist schon okay, aber wehrlose Frauen und Kinder dann vielleicht doch nicht. Dabei sind die Bauern kaum wehrhafter als die Frauen - es sei denn sie gehören zu Robin Hood. Ist es wirklich gerecht die Plünderer bis auf den letzten Mann nieder zu machen? Verstehen kann man es ja.

    Fulke ist ganz der Vater als er den französischen Prinzen angeht. Kaum Zeit, die privaten Dinge zu ordnen.

    Bürgerkriege sind immer grauenvoll. Wenn die Fronten sogar Familien spalten, dann kann es nur noch Opfer geben. Aber auch immer die Gelegenheit, alte Rechnungen mit den Nachbarn zu begleichen. Wie soll da jemals wieder Frieden einkehren.

    Buchmeinung zu Paula McLain – Hemingway und ich

    „Hemingway und ich“ ist ein Roman von Paula McLain, der 2018 im Aufbau Verlag in der Übersetzung von Yasemin Dincer erschienen ist. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet „Love and Ruin“ und ist 2018 erschienen.

    Zum Autor:
    Paula McLain, geboren 1965, studierte an der University of Michigan Kreatives Schreiben und lebte in den Künstlerkolonie Yaddo und MacDowell. Paula McLain lebt mit ihrer Familie in Cleveland.

    Klappentext:
    Eine große Liebe vor der bedrohlichen Kulisse des Zweiten Weltkriegs: Meisterhaft inszeniert Paula McLain die außergewöhnliche Geschichte von Ernest Hemingway und seiner dritten Frau, der berühmten Kriegsreporterin Martha Gellhorn.
    Als Martha sich haltlos in den zehn Jahre älteren Ernest verliebt, ist sie gerade achtundzwanzig Jahre alt. An seiner Seite legt sie den Grundstein für ihre Karriere als Autorin. Doch als Ernest immer größere Erfolge feiert, muss Martha sich entscheiden: Möchte sie die Frau eines weltberühmten Mannes sein oder ihren eigenen Weg gehen?

    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich zwiegespalten zurück gelassen. Eindrucksvoll wird der Aufstieg der Hauptfigur geschildert, die ohne Frage eine starke Frau ist. Es ist eine Hommage an Martha Gellhorn und ich muss sehr aufpassen, nicht Fiktion und Wirklichkeit zu vermischen. Obwohl die Geschichte fast ausschließlich als Ich-Erzählung Marthas erfolgt, ist sie mir fremd geblieben. Man erfährt viel von Begebenheiten aus Friedens- und Kriegszeiten, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es fast immer an der Oberfläche blieb. Deutlich wurde, dass Martha einen starken Willen und den festen Vorsatz hat, als eigenständige Schriftstellerin anerkannt zu werden. Nicht deutlich wurde, was sie ausgerechnet an der Figur Hemingway so angezogen hat. Einerseits ist Martha eine Frau der nüchternen Analyse, aber im Umgang mit Hemingway ist sie seltsam inkonsequent. Dazu kommen die Stellen, die nicht in der Ich-Form erzählt werden. In ihnen kommt Hemingway sehr schlecht davon und so fand ich es nicht in Ordnung und wirkte wie billige Stimmungsmache. Positiv empfand ich, dass Martha auch Schwächen zugestanden worden. In vielen Bereichen sind sich Martha und Ernest sehr ähnlich. Sie sind beide Alphatiere, die ein Leben nach eigenen Maßstäben führen und denen die öffentliche Meinung relativ egal. Natürlich ist es aber bei Martha etwas Besonderes, weil sie es sich als Frau einfach herausnimmt. Bei beiden Figuren wird der Konflikt zwischen persönlichem Glück und beruflichem Erfolg herausgearbeitet. Bei beiden Figuren ist der Erfolgswille dominant und so können sie nicht über längere Abschnitte gemeinsam glücklich sein. Keiner von beiden kann oder will sich dem Partner unterordnen.

    Fazit:
    Eine Hommage an die Schriftstellerin Martha Gellhorn, aber auch ein unglücklicher Versuch, ihre Beziehung zu Ernest Hemingway zu beschreiben und zu analysieren. Gerade hier blieb vieles blass. Deshalb vergebe ich drei von fünf Sternen (6 von 10 Punkten).

    Nun geht es wieder los mit dem Kampf. Aber diesmal will Robin wieder mit den Bauern kämpfen. Zuerst bewaffnet er die Bauern und bildet sie im Kriegshandwerk aus. Was zählen da schon ein paar lächerliche Gesetze. Jetzt ist Robert wieder mit seiner Kernkompetenz gefragt. Er ist ein charismatischer Führer und eine Vision. Der alte Revoluzzer will alle Menschen gleichbehandelt sehen. Dafür müssen ein paar Ritter sterben, die die damals übliche Methode zur Ausweitung ihres Herrschaftsbereiches angewendet haben. Bringt ein paar der vorhandenen Bewohner um, schändet ein paar Frauen und der Rest wird euch folgen.

    Robin setzt ein Zeichen, das die Adligen warnen soll.

    Fast wäre bei der Ermordung der Kinder sein Temperament mit ihm durchgegangen, doch die Keule zur rechten Zeit rettet ihn. In Bürgerkriegsgebieten würde man Robin wohl als Warlord bezeichnen, denn seine militärische Macht sorgt für Unabhängigkeit. So scheut er sich nicht, vor vielen Adligen das Ende der Ständeherrschaft zu fordern. Die Botschaft lautet kurz und knapp: Unterstützung nur gegen Gleichstellung. Viele der Adligen können wohl nicht glauben, was er da verkündet, aber an Robin und seiner Militärmacht führt wohl kein Weg mehr vorbei.

    Mittlerweile sind fast alle seiner Weggefährten wieder aufgetaucht und in das System Loxley integriert. Auch der Sheriff von Nottingham achtet die Machtverhältnisse und Robin und er finden einen hoffentlich tragfähigen Kompromiss. Mir hat die Darstellung seiner Rolle sehr gefallen, denn eigentlich sitzt er zwischen allen Stühlen.

    Bei Fulke geht es in Liebesdingen nicht so recht voran, aber Marian und Robin geben ihm abweichende Tipps, aber nur zu warten kann ihm nicht gefallen. Mal schauen, wie er Robins Empfehlung umsetzt.

    Es ist kaum zu glauben, dass er seinen wahren Vater noch nicht kennt, auch wenn viele Gründe haben, es ihm zu verschweigen.

    Nun geht es wieder los mit dem Kampf. Aber diesmal will Robin wieder mit den Bauern kämpfen. Zuerst bewaffnet er die Bauern und bildet sie im Kriegshandwerk aus. Was zählen da schon ein paar lächerliche Gesetze. Jetzt ist Robert wieder mit seiner Kernkompetenz gefragt. Er ist ein charismatischer Führer und eine Vision. Der alte Revoluzzer will alle Menschen gleichbehandelt sehen. Dafür müssen ein paar Ritter sterben, die die damals übliche Methode zur Ausweitung ihres Herrschaftsbereiches angewendet haben. Bringt ein paar der vorhandenen Bewohner um, schändet ein paar Frauen und der Rest wird euch folgen.

    Robin setzt ein Zeichen, das die Adligen warnen soll.

    Fast wäre bei der Ermordung der Kinder sein Temperament mit ihm durchgegangen, doch die Keule zur rechten Zeit rettet ihn. In Bürgerkriegsgebieten würde man Robin wohl als Warlord bezeichnen, denn seine militärische Macht sorgt für Unabhängigkeit. So scheut er sich nicht, vor vielen Adligen das Ende der Ständeherrschaft zu fordern. Die Botschaft lautet kurz und knapp: Unterstützung nur gegen Gleichstellung. Viele der Adligen können wohl nicht glauben, was er da verkündet, aber an Robin und seiner Militärmacht führt wohl kein Weg mehr vorbei.

    Mittlerweile sind fast alle seiner Weggefährten wieder aufgetaucht und in das System Loxley integriert. Auch der Sheriff von Nottingham achtet die Machtverhältnisse und Robin und er finden einen hoffentlich tragfähigen Kompromiss. Mir hat die Darstellung seiner Rolle sehr gefallen, denn eigentlich sitzt er zwischen allen Stühlen.

    Bei Fulke geht es in Liebesdingen nicht so recht voran, aber Marian und Robin geben ihm abweichende Tipps, aber nur zu warten kann ihm nicht gefallen. Mal schauen, wie er Robins Empfehlung umsetzt.

    Es ist kaum zu glauben, dass er seinen wahren Vater noch nicht kennt, auch wenn viele Gründe haben, es ihm zu verschweigen.

    Buchmeinung zu Oliver Pötzsch – Der Spielmann


    „Der Spielmann“ ist ein Roman von Oliver Pötzsch, der 2018 bei List Hardcover erschienen ist. Dies ist der erste Band der Serie um Johann Georg Faustus.


    Zum Autor:

    Seine blutige Familiengeschichte beschäftigt Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, bereits seit der Kindheit. Bei seinen Recherchen stieß er auf die Folterwerkzeuge seiner Ahnen und einen Meisterbrief, der seinem Vorfahren eine 'besondere Kunstfertigkeit beim Köpfen' bescheinigt. Er fand außerdem heraus, dass das Richtschwert der Familie in den 70ern des letzten Jahrhunderts aus einem Heimatmuseum gestohlen wurde und seitdem verschollen ist. Sein 2008 erschienener Roman „Die Henkerstochter“ wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Der Autor arbeitet für den Bayrischen Rundfunk und lebt in München.


    Klappentext:

    1486: Knittlingen ist ein ruhiger Ort im Kraichgau. Bis zu dem Tag, als die Gaukler in die Stadt kommen – und plötzlich Kinder verschwinden. Johann Georg, genannt „Faustus“, der Glückliche, kümmert das nicht. Ihn interessiert nur der Spielmann und Magier Tonio del Moravia: Von dem blassen Mann mit den stechend schwarzen Augen, der Johann eine große Zukunft als Gelehrter voraussagt, geht eine seltsame Faszination aus. Johann schließt sich ihm an, gemeinsam ziehen sie durch die deutschen Lande. Der junge Mann saugt alles auf, was Tonio ihm beibringt. Doch von Tonios Lehren geht eine ungeahnte Gefahr aus, und schon bald beschleicht Johann das Gefühl, dass sein Meister mit dunklen Mächten im Bunde steht. Mächte, die Johanns ganzes weiteres Leben bestimmen werden …


    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat mich zwiegespalten zurück gelassen. Der Anfang und das Ende haben mir vorzüglich gefallen und mich regelrecht mitgerissen. Aber die Zeit als Gaukler und als Student in Heidelberg haben mich nicht gepackt. Sie waren mir zu ausführlich und ich hatte stellenweise das Gefühl, in eine Abart von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ geraten zu sein. Die Besuche der Privatbibliothek in Venedig oder die wiederkehrenden Treffen mit Margarethe sorgten für wenig Spannung und brachten kaum etwas Neues. Kein Vergleich mit den wirklich gelungenen Erzählungen aus Knittlingen oder Nürnberg. Diese Passagen hatten Atmosphäre, Tempo und Spannung. Dort zeigte der Autor seine Extraklasse.

    Die Figur des Johann Georg hat mir sehr gut gefallen. Anfänglich ein sympathischer Junge, der ob seines Verstandes und seiner Herkunft als Bastard sehr häufig gemoppt wurde, entwickelte er sich zu einem intelligenten, aber nur auf den eigenen Vorteil ausgerichteten Menschen, der so gut wie keine Freunde hatte und selbst diese betrog. Einzig Margarethe und sein Hund Satan bedeuteten ihm etwas. Faustus ist ein Mensch mit ungewöhnlichen Fähigkeiten, der unentwegt nach mehr Wissen verlangt. Sein Gegenpart Tonio del Moravia ist aus ähnlichem Holz gestrickt und wirft seine Erfahrung und seine Kontakte in die Waagschale. Dieser Zweikampf zieht sich durch das ganze Buch, auch wenn es längere Passagen gibt, in denen Tonio im Hintergrund bleibt. Man leidet mit Faustus, der alles versucht, um in diesem ungleichen Kampf zu bestehen. Unterstützt wird er von nur wenigen, die zudem von viel geringerem Kaliber sind. So ganz nebenbei erfährt man viel über den Stand der Wissenschaft, das an den Hochschulen gelehrte Wissen und die Gefahr, der sich forschende Geister ausgesetzt sahen. Diese Darstellungen sind faszinierend.


    Fazit:

    Dieser Roman ist in einigen Teilen faszinierend und fesselnd, verliert aber zwischenzeitlich an Spannung und Tempo. Deshalb vergebe ich (nur) vier von fünf Sternen (8 von 10 Punkten), spreche aber eine Leseempfehlung aus, weil besonders der Anfang und das Ende herausragend sind.

    Nun geht es nach England und hat John tatsächlich Trumpartige Fähigkeiten, ein Land zu spalten, oder ist er einfach nur ein lausiger Mensch und König. Aber auch die aufrührerischen Adligen sehen nur die Probleme ihres Standes. Einzig Robin ist der Revoluzzer, der die gleichen Rechte für alle Menschen fordert. In heutiger Staatsterminologie wäre er schlicht ein Terrorist.

    Bei der Reaktion diverser Leute auf das Aussehen Fulkes ist es schlicht unverantwortlich, ihm nicht die Wahrheit zu sagen. Die Argumentation des getreuesten aller Pantagenet-Anhänger überzeugt aus seiner Sicht, aber auch nur auf den ersten Blick. Wenn ich Fulke auf einem Fest mit Anhängern von John und auch von seinen Gegner präsentiere, dann muss er doch erkannt werden. Zumindest rückt er in den Fokus von John. Ist ja fast wie eine Aufforderung zum Anschlag.

    Es war ein spannendes Kapitel, auch wenn wie so oft, die Bösen abartig böse aber auch dumm waren. Die Guten konnten wieder unglaubliche Fähigkeiten zeigen, und doch brauchten sie eine Portion Glück, um das alles zu überleben.

    Buchmeinung zu Rainer Krämer – Sasquatch

    „Sasquatch“ ist eine Kurzgeschichte von Rainer Krämer, die 2018 bei booksnacks.de erschienen ist.
    Zum Autor:
    Rainer Krämer veröffentlicht als Archäologe und Autor seit 2001 überwiegend Sachtexte zu den Themen Archäologie und alte Geschichte. Im Jahr 2009 erschien beim Twilight-Line-Verlag das Buch Atlantis: Das Rätsel des Aristokles. Darauf folgte 2013 bei Books on Demand Die Kelten: Geschichte-Religion-Mythos und 2015 Von Schwarzen Pyramiden und anderen Rätseln. Die Kurzgeschichte Sasquatch ist sein erstes belletristisches Werk.

    Klappentext:
    In der Wildnis kannst du nie wissen, was dich erwartet ...
    Der Vertreter Richard Anderson hatte heute keinen guten Tag. Zu allem Überfluss baut er in den Rocky Mountains einen Unfall. In der einsamen Gegend ist weit und breit keine Hilfe in Sicht. So macht er sich zu Fuß auf den Weg in ein Abenteuer, das unerwartete Begegnungen zur Folge hat. Dabei taucht er in eine Welt ein, die schon längst untergegangen zu sein schien.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch nimmt sich des Themas Grenzerfahrung an. Mit einer Prise Mystik werden die Erlebnisse eines Vertreters nach einem schweren Autounfall in abgelegener Gegend beschrieben. Die Erzählweise ist nüchtern, aber auch interessant und am Ende fragt man sich, wie es wirklich war. Dies alles ist als Kurzgeschichte verpackt und durchaus lesenswert und regt zum Nachdenken an.

    Fazit:
    Von mir gibt es drei von fünf Sternen (65 von 100 Punkten). Empfehlenswert als Booksnack für zwischendurch.

    Buchmeinung zu Ralf Kramp – Aus finsterem Himmel


    „Aus finsterem Himmel“ ist ein Kriminalroman von Ralf Kramp, der 2018 bei KBV erschienen ist.

    Dies ist der achte Band um Herbie Feldmann.

    Zum Autor:

    Ralf Kramp, geboren 1963 in Euskirchen, lebt in einem alten Bauernhaus in der Eifel. Für seinen Debütroman »Tief unterm Laub« erhielt er 1996 den Förderpreis des Eifel-Literaturfestivals. Seither erschienen mehrere Kriminalromane und zahlreiche Kurzgeschichten.


    Klappentext:

    Ein Spinner, ein Familiengeheimnis und ein uraltes Schauermärchen …

    Ein Fall für Herbie und Julius

    Es ist Sommer in der Eifel, die Zeit der Straßenbaustellen und Umleitungen. Hätte Herbie nicht den Versuch unternommen, einen Schleichweg zu benutzen, wäre ihm nicht dieses Tier vors Auto gelaufen. Die Schadenfreude bei seinem allgegenwärtigen Begleiter Julius ist groß.

    Das Rind gehört dem Marshal, einem Bauern, der seinen Hof zur waschechten Ranch umfunktioniert hat und Herbie dazu verdonnert, den Schaden abzuarbeiten. Herbie verstrickt sich dabei unmerklich in ein Netz von Verpflichtungen und gerät zudem in eine alte Fehde, die mindestens einer der Beteiligten gerne nach echter Wildwestmanier beenden würde.

    Mitten hinein in das bedrohliche Szenario platzt die Nachricht vom Verschwinden eines jungen Rucksacktouristen, der an der Grundstücksgrenze des Marshals campiert hat. Ist er womöglich ebenfalls zwischen die Fronten geraten? Oder hat ihn der Ginstermann geholt, eine finstere Eifeler Sagengestalt, die in Gewitternächten ihr Unwesen treiben soll?


    Meine Meinung:

    Dieses Buch lebt von seinen Hauptfiguren, dem etwas chaotischen Herbie Feldmann und seinem nur für ihn sichtbaren aber allgegenwärtigen Begleiter Julius. Um diese Beiden herum agiert eine Schar meist recht skurriler Figuren, die meist deutlich überzeichnet sind. Julius ist ein unermüdlicher Kritiker von Herbies Tun. Was auf den Leser lustig wirkt muss für Herbie die Hölle sein. Der Kriminalfall ist kaum mehr als Beiwerk für das Figurenensemble und bleibt lange Zeit im Hintergrund. Am Ende entwickelt Herbie durchaus Ermittlerqualitäten, auch wenn er mit seinen Vermutungen nicht immer richtig liegt. Herbie ist kein absoluter Sympathieträger, weil er schon mal Fremde schamlos ausnutzen möchte. Wenn es nicht klappt, ist ihm die Schadenfreude des Lesers sicher. Gefallen hat mir bei Herbie, dass er niemals aufgibt und versucht mit all den Unbillen, die ihn treffen, zu recht zu kommen. Der Schreibstil ist angenehm und die Geschichte kann flüssig gelesen werden. Auch die Figuren haben ihren Reiz und auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt so aussieht, so sind sie doch liebevoll beschrieben.


    Fazit:

    Ein Kriminalroman mit vielen skurrilen Figuren und einem für die Welt unsichtbaren Helden. Mir war es etwas überzogen und so bewerte ich das Buch mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten). Empfehlen kann ich das Buch, wenn einem diese Art des Humors mit den etwas abgedrehten Figuren zusagt.

    Buchmeinung zu Jens Kubo – Gefährliche Saat


    „Gefährliche Saat“ ist ein Thriller von Jens Kubo, der 2017 bei Knaur TB erschienen ist.


    Klappentext:

    Ein schwerer Anschlag auf die Zentrale eines Energie-Versorgungsunternehmens in Frankreich, bei dem mehrere Menschen sterben, erschüttert Europa. Die Angst vor Terroranschlägen und weiteren Attentaten ist groß, als sich herausstellt, dass es für die Tat einen islamistischen Hintergrund gibt.

    In Berlin verfolgt der zweiundzwanzigjährige Djamal mit wachsender Spannung die Geschehnisse rund um das Attentat, Diskussionen um Anti-Terroreinsätze, den IS, Salafisten und Flüchtlinge. Djamal ist Sohn irakischer Einwanderer in der dritten Generation und studiert Maschinenbau. In Deutschland geboren und aufgewachsen, besitzt Djamal die deutsche Staatsangehörigkeit und fühlt sich auch als Bürger dieses Staates, doch im Alltag erfährt er ebenso wie seine Familienangehörigen, seit dem vermehrten Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland, immer häufiger Diskriminierung und Ausgrenzung. Als seine Mutter auf der Straße in seinem Beisein von deutschen Jugendlichen angerempelt wird, verliert er die Kontrolle. Er verprügelt einen der Jugendlichen und wird daraufhin von der Polizei abgeführt. Djamal erhält eine Jugendstrafe auf Bewährung wegen Körperverletzung. Die Diskriminierung und das provokative Verhalten der Jugendlichen spielt hingegen vor Gericht keine Rolle.

    Seiner Familie entgeht seine Veränderung anfangs. Nicht jedoch seiner deutschen Freundin, der Abiturientin Nina Mainhardt. Nina spürt, wie Djamal sich innerlich von ihr entfernt und sich immer öfter mit streng gläubigen jungen Männern trifft. Als sie ihrer Mutter ihre Befürchtungen beichtet, setzt die Anwältin alle Hebel in Bewegung und lässt ihre Beziehungen in Berlin spielen und wendet sich schließlich an BND-Abteilungsleiter Marc Bauer. Doch möglicherweise ist es bereits zu spät: Die Zelle plant einen Terroranschlag, bei dem Djamal eine Schlüsselrolle zukommt...

    Meine Meinung:

    Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt. Djamal ist ein junger Mann, der die Welt nach einem Besuch in der Heimat seiner Eltern mit anderen Augen sieht. Er merkt, dass ihn viele Deutsche nicht als vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft betrachten und dafür hat er kein Verständnis. So gerät er in die Nähe radikaler Kräfte und sein Schicksal nimmt seinen unbarmherzigen Lauf.

    Das Thema Terrorismusbekämpfung wird aus vielen Perspektiven betrachtet und auch die Ermittler sind nicht die strahlenden Helden, die man vielleicht erwartet. Die Truppe um den BKA-Abteilungsleiter Marc Bauer ist nicht unbedingt sympathisch, doch kann man ihnen den guten Willen nicht absprechen. Sie bewegen sich in einem Bereich, in dem vieles von Vermutungen und Mutmaßungen abhängt. Wirklich sichere Tatbestände gibt es kaum. Marc Bauer hat bei seinen Methoden durchaus Skrupel, aber er wird von vielen Seiten massiv unter Druck gesetzt. Gerade Politiker erwarten vollen Erfolg und das auch noch, ohne Aufsehen zu erregen. Auf die politische Seite werfen die Überlegungen der Mutter von Djamals deutscher Freundin ein ungeschminkte Sicht. Frau Mainhardt ist bestens vernetzt und so werden politische Entscheidungen beleuchtet. Man wird sicherlich nicht immer mit diesen übereinstimmen, aber es gibt einen Eindruck von der Komplexität der Situation. Bei all diesen Punkten ist es umso erstaunlicher, welche Spannung von diesem Werk ausgeht. Keiner der Beteiligten spielt mit offenen Karten und man lernt eine Reihe von Figuren kennen, denen man nicht begegnen möchte. Besonders gelungen ist die Figur des Yusuf, der sich der potentiellen Attentäter annimmt und sie führt. Er widerspricht all meinen Vorstellungen eines Attentäters, weil er nicht fanatisch ist, sehr überlegt vorgeht und die Führung der eigentlichen Attentäter als professionelle Aufgabe sieht. Die Attentäter selber wirken wie Opfer, während der charismatische Yusuf Angst und Schrecken in meinem Kopf erzeugt.

    Die Geschichte ist faszinierend aufgebaut, die Figuren sind durchweg tief und glaubwürdig gezeichnet, die Spannung bleibt jederzeit auf hohem Niveau und der Erzählstil ist fesselnd. Auch das Ende passt einfach bei diesem Werk. Dazu hat mich das Buch zum intensiven Nachdenken über den Themenkomplex angeregt. Positiv ist auch noch der Verzicht auf blutrünstige Darstellungen.


    Fazit:

    An diesem Buch hatte ich überhaupt nichts zu bemängeln. Es beleuchtet ein komplexes Thema aus vielen Blickwinkeln, ohne dabei die Spannung zu vernachlässigen. Dieser Politthriller ist ein Meisterwerk und erhält von mir die Höchstbewertung von fünf Sternen bzw. 10 Eulen-Punkten. Wer politische Thriller mag ist hier goldrichtig.

    Nun bin ich auch mit dem Abschnitt durch. Vieles ist ja schon erwähnt worden. Erwähnen möchte ich die Aufforderung Robins an Fulke, sich immer eigene Gedanken zu machen und alles selbst zu bewerten. Diese Untergrabung des Glaubens an staatliche und religiöse Würdenträger ist einfach fundamental und für die damalige Zeit anarchisch. In Robin steckt halt immer noch ein Revoluzzer.

    wampy so wie Mac das beschreibt, klang es aber eher anders. Ich weiß dass die Mauren durchaus ein Miteinander gefördert haben, aber gerade die Truppe hat sich ja wohl schon an den bereits in Spanien existierenden Kalifaten gestört. Die wiederum waren wohl auch nicht so erpicht darauf, von ihren muslimischen Glaubensbrüdern „befreit“ zu werden. Irgendwo stand ja, dass sie sich aus dem Konflikt auch rausgehalten haben.

    streifi

    stimmt natürlich, aber so weit war ich beim Lesen noch nicht. Diese muslimischen Gotteskrieger hatte ich völlig verdrängt.

    Da muss ich dir leider mit Nachdruck widersprechen. Hier geht es nicht um die Taifa-Emirate, die neben den christlichen Königreichen auf der iberischen Halbinsel bestanden, sondern um den Angriff der strenggläubigen Almohaden auf Al-Andalus und ihr Ziel, ganz Europa zu erobern. Während in den Emiraten von Cordoba, Granada, Sevilla etc. die Kultur blühte, wollte Kalif an-Nasir genau diese vernichten, weil sie in seinen Augen vom wahren Glauben abwich.

    Geschichtlich gesehen hat es das mit den Almoraviden ca. 150 Jahre zuvor schon einmal gegeben. Damals riefen die Emire auch ihre Glaubensbrüder aus Afrika um Hilfe, als Alfonso von Kastilien Toledo einnahm, nur um anschließend von ihnen unterjocht zu werden.

    Diesen strenggläubigen Fanatikern mit Sympathie zu begegnen wäre etwa so, als würde man heute den IS verteidigen, dessen grausame Taten sich auch in erster Linie gegen gemäßigte Muslime richten. Und gerade zu jener Zeit wurden die Juden von den Muslimen verfolgt und flohen zu den Christen im Norden ( zu anderen Zeiten war das ganz anders, unbestritten). Alfons VIII. war u.a. mit einer Jüdin liiert - sehr zum Missfallen seiner Ehefrau. Feuchtwanger hat das in "Die Jüdin von Toledo" sehr schön beschrieben.

    Immer wieder schwappten Eroberungswellen fanatischer Glaubenskrieger nach Europa und brachten keineswegs nur Wissenschaft und Kultur, sondern auch Mord und Totschlag und Intoleranz gegen Andersgläubige mit sich. Dass die christliche Kirche sich nicht anders verhielt, habe ich schon xfach thematisiert.

    Religiöser Extremismus ist in beide Richtungen verwerflich und in meinen Augen durch nichts zu rechtfertigen.

    Mac, da hast du natürlich recht.

    Buchmeinung zu Günther Pfeifer – Der letzte Sterz


    „Der letzte Sterz“ ist ein Kriminalroman von Günther Pfeifer, der 2018 im Emons Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Günther Pfeifer wurde in Hollabrunn (Niederösterreich) geboren, lernte ein Handwerk und war jahrelang Berufssoldat. Seit seinem Wechsel in die Privatwirtschaft arbeitet er im Ein- und Verkauf. Er schreibt für Magazine, außerdem Theaterstücke und Kriminalromane. Günther Pfeifer lebt in Grund, einem kleinen Dorf im Weinviertel.


    Klappentext:

    'Nicht Johann sollst du ehren, sondern Leuthold!' – Eigentlich ein schöner Satz. Aber mit Blut auf einen Sockel geschmiert wirkt er gleich etwas weniger schön. Und wenn auf dem Sockel statt der Statue des Erzherzogs Johann eine künstlerisch fragwürdige Betonfigur steht, ist das überhaupt nicht mehr schön. Und wenn in dieser Figur die Leiche eines Mannes steckt, dann gefriert einem leicht das Blut in den Adern. Hawelka und Schierhuber ermitteln und müssen bald auf einer steirischen 'Huabm' um ihr eigenes Leben fürchten.

    Meine Meinung:

    Dieses Buch besticht durch die schillernden Figuren und die humorvolle Herangehensweise. Hawelka betrachtet die Welt oft aus einem philosophischen Blickwinkel, während Schierhuber eher einen praktischen Ansatz bevorzugt. Während Hawelka grübelt, wie er an Informationen kommen soll, geht Schierhuber in die einheimische Abteilung des Gasthauses und trinkt mit diesen. Ich mochte die beiden Ermittler von Anfang an, auch wenn ihre Beschreibung schon manchmal etwas überzeichnet, zuweilen sogar comicartig erfolgte. Wichtige Unterstützung erfahren die beiden aus dem Informationsbüro, wobei auch private Infos ausgetauscht werden. Für mich wurden die Ermittler aber noch durch den Kommunisten getoppt. Dieser Mann ist ein begehrter Handwerker mit kommunistisch geprägten Ansichten. Er hat ein wunderbares Talent zur andersseitigen Darstellung der Geschehnisse. Seine Sicht wirkt fundiert aus der Perspektive des Gemeinwohls. So gibt es viele Lacher, aber die können auch schon mal im Hals stecken bleiben. Mit den Figuren und dem Stil der Erzählung kann der Kriminalfall nicht mithalten. Es gibt wundervolle Sprachbilder zu bestaunen, wenn z. B. das Russlandtief durch die Landschaft tanzt. Es gibt auch einige Sätze im steirischen Dialekt, die aber im Zusammenhang verständlich waren. Auch der Unwillen der Steirer mit den Hauptstädtern zusammen zu arbeiten wird thematisiert. Dabei sind die beiden Protagonisten keineswegs unfehlbar, aber Kommissar Zufall und das Informationsbüro helfen im Fall der Fälle.


    Fazit:

    Diese Krimigroteske glänzt durch beißenden Humor und einen gelungenen Mix an Figuren. Der Kriminalfall bleibt dabei weitgehend auf der Strecke, aber trotz humorigen Grundtons werden auch ernste Themen angesprochen. Manchmal etwas überzogen aber erfrischend anders. Ich vergebe vier von fünf Sternen (8 von 10 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für alle aus, für die es nicht bierernst zugehen muss.

    Und dann die große Schlacht gegen die Mauren, bei der er sich auch noch beweisen kann und zum Ritter geschlagen wird

    Robin hatte ja die Befürchtung Fulke nicht schützen zu könne, weil er dauernd anderweitig eingespannt war. Aber so hat er dann ja eine gute Lösung gefunden, auch wenn Marian sicher nicht begeistert sein wird, dass Fulke ganz vorne mitreiten durfte.


    Ein Glück, dass der Kalif so ein Angsthase war. Mit Saladin hätte das nicht geklappt, da wäre die Lage deutlich vertrackter gewesen.

    Dies ist ein Sieg der Barbaren gegen die Hochkultur der Mauren. Da hat sich Gewalt gegen Verstand durchgesetzt. Die maurische Kultur war damals so etwas wie eine Multi-Kulti-Gesellschaft mit einem weitgehend friedlichem Zusammenleben von Mauren, Christen und Juden.

    Gleich zum Einstand gibt es eine üble Szene, John, das Mega-Monster . Schier unerträglich, seine menschenverachtenden Handlungsweisen. Tötet mögliche oder vermeintliche Thronrivalen, vergewaltigt Kinder - und frisst wie ein Schwein.

    Da ist er aber nicht der einzige zu der Zeit. Und seine Mutter sieht auch lieber ihn an der Macht, als einen aus einem anderen Geschlecht. Sie trägt auch eine erhebliche Schuld an seinen Taten. Auch Richard hatte in den vorhergehenden Büchern so seine Monsterszenen.

    Natürlich war John ein Monster, aber gerade die Tötung von möglichen Thronrivalen war nicht so ungewöhnlich. Böse gesagt: Bring sie um, bevor sie erstarken und dich umbringen. Und ihr Umfeld hat sie meist unterstützt, da sie ja vom Tod der Rivalen profitiert haben.

    Buchmeinung zu Mick Finlay – Arrowood – In den Gassen von London


    „Arrowood – In den Gassen von London“ ist ein Historischer Kriminalroman von Mick Finlay, der 2018 bei HarperCollins in der Übersetzung von Kerstin Fricke erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „Arrowood“ und ist 2017 erschienen.


    Zum Autor:

    Mick Finlay wurde in Glasgow geboren und verbrachte seine Kindheit in Kanada und England. Er arbeitete als Marktverkäufer in der Portobello Road, in einem Wanderzirkus, als Schlachtergehilfe, als Portier und in verschiedenen Positionen im Gesundheits- und Sozialdienst. Mittlerweile lehrt er an einer Psychologischen Fakultät und lebt mit seiner Familie in Brighton.

    Klappentext:

    Privatdetektiv William Arrowood ist ein Mann vieler Talente – und einiger Laster. Die Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London können sich keinen besseren Detektiv leisten und kommen daher mit allen Anliegen zu ihm. Voller Verachtung und Neid blickt er über die Themse auf seinen bekannten Kollegen Sherlock Holmes und dessen betuchte Klientel.

    Auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt. Und so führen ihn seine Ermittlungen von den Tiefen der Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise …


    Meine Meinung:

    Dieses Buch besticht durch die ungewohnt „schmutzigen“ Figuren, selbst die Ermittler sind nur etwas heller als die Verbrecher. Die Geschichte spielt in weiten Teilen in den ärmeren Gegenden Londons und die Schilderung der Verhältnisse kennt keine Zurückhaltung. So liegt eine trübe Atmosphäre in der Luft und man spürt, wie schwer es vielen Menschen fällt, nicht jede Hoffnung zu verlieren. Dazu kommt, dass eigentlich jeder nicht die Wahrheit sagt. Auch Gewalt ist allgegenwärtig und spielt öfters eine Rolle. Arrowood ist ein Ermittler der Armen und bekommt regelrecht Unwohlsein, wenn er von den Erfolgen eines gewissen Sherlock Holmes hört. Es bereitet ihm Genugtuung, wenn es ihm gelingt, diese Erfolge als Aneinanderreihung glücklicher Zufälle darzustellen. Eine wesentliche Rolle bei den Ermittlungen spielt Barnett, der Assistent Arrowoods. Er agiert im Stil eines Archie Goodwins und ist für die Laufarbeiten zuständig. Weitere Unterstützung erfährt Arrowood durch seine Schwester Ettie und den Strassenjungen Neddy. Arrowood überzeugt nicht durch seine Genialität, wohl aber durch seine Hartnäckigkeit und Ausdauer. Er lässt sich nicht einschüchtern und gibt sein Bestes. So legt er sich auch mit dem SIB, einer Polizeieinheit gegen irische Terroristen, an. Die Polizei spielt keine besonders glückliche Rolle und es bedarf glücklicher Umstände für die ermittelnden Figuren. Gerade wegen ihrer Unvollkommenheit fiebert man mit den Figuren mit und hofft, dass sie zumindest überleben, wenn sie schon nicht zu strahlenden Helden werden.

    Die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit spielen eine Rolle und das Fehlen eines Glossars fiel mir unangenehm auf. Die Geschichte der Ferniers war mir vollkommen unbekannt. Auch die Gewaltanwendung war sehr intensiv und hat bei den Figuren Spuren hinterlassen. Doch insgesamt überwiegen die positiven Aspekte. Die Geschichte war spannend, enthielt etliche humorvolle Stellen und die Figuren mit ihren vielen Grautönen sind gut gelungen. Auch die Atmosphäre war dunkel, aber glaubhaft.


    Fazit:

    Ein Historischer Roman mit einigen Schwächen, der aber vor allem mit der Atmosphäre und der sehr gelungenen Figurenzeichnung punktet. Von mir gibt es deshalb vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung für alle, die es etwas härter mögen.