Beiträge von wampy

    Nach passablem Start wurde es abstrus


    Buchmeinung zu Sören Prescher – Unter Verdacht


    „Unter Verdacht“ ist ein Kriminalroman von Sören Prescher, der 2021 bei Edel Elements erschienen ist. Dies ist der vierte Fall für Kommissar Mark Richter und seinen Hovawart Felix.


    Zum Autor:

    Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg. Er ist Mitglied des 42erAutoren e.V. und dem Phantastischen Autoren Netzwerk e.V. (PAN). Neben seiner Arbeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit der Jahrtausendwende veröffentlichte er Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien.


    Klappentext:

    Ein Notfall zwingt Kommissar Mark Richter und Hovawart Felix vorzeitig zum Dienst zurück: Ihr Freund und Partner Dominik Waldmayer wurde unter Mordverdacht festgenommen. Als Mark erfährt, wen sein Kollege getötet haben soll, weiß er, dass es noch übler als befürchtet aussieht: Es handelt sich um Juliane Gerboth, die Dominik seit Monaten beobachtet und verfolgt. Ist sein Partner diesmal vielleicht zu weit gegangen?


    Meine Meinung:

    Nach passablem Start hat mich bei der Lektüre das Lesevergnügen mehr und mehr verlassen. Kommissar Mark Richter und sein Hund Felix wirken sympathisch, aber die Story wird mehr und mehr hanebüchen. Der Abstecher in die Welt von Verschwörungen und Bestechungsverdächtigungen konnte mich nicht überzeugen. Die Geschichte wird aus der Perspektive des Kommissars erzählt, dessen Stimmung oft mit Liedern verdeutlicht wird. So kommt eine recht umfangreiche Playlist zustande, die aber auf Dauer ihren Reiz verliert. Die Figuren sind durch die Bank wenig komplex gestaltet und bieten kaum Überraschungen. Auch Spannungsbogen und die Auflösung konnten mich nicht überzeugen.


    Fazit:

    Leider hat mich dieses Buch in vielerlei Hinsicht enttäuscht. Deshalb vergebe ich nur zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten).


    ASIN/ISBN: B08Q4B42J7

    Kurz und knackig


    Buchmeinung zu Steffen Schulze – Verhängnisvolle Runst


    „Verhängnisvolle Runst“ ist eine Kurzgeschichte von Steffen Schulze, die 2021 im Eigenverlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Der Autor Steffen Schulze wurde 1975 in Finsterwalde/ Niederlausitz geboren und arbeitet in einem weltweit agierenden Unternehmen.

    Er ist verheiratet und lebt in der Wartburgstadt Eisenach. Neben dem Rettungsschwimmen ist das Schreiben seine große Leidenschaft. Die Themen sind dabei vielfältig, haben aber immer Bezug zur Eisenach und Umgebung.


    Klappentext:

    Nicht nur das ungewöhnlich heiße Wetter sorgt für eine seltsame Spannung, als Pepe S. Fuchs und Beate Jäger zu einer gemeinsamen Wanderung über den Rennsteig, einer Runst, aufbrechen.

    Als mitten im Thüringer Wald eine verängstigte junge Frau zu ihnen stößt, nimmt der Ausflug eine dramatische Wendung.


    Meine Meinung:

    Diese Kurzgeschichte von etwa 50 Seiten ist unterhaltsam und spannend. Die Hauptfigur Pepe S. Fuchs ist ein harter Hund mit weichem Kern. Stellenweise wirkt es etwas überzogen in der männlichen Darstellung der Hauptfigur. Seine Gefühle und Sichtweisen werden durch die Form der Ich-Erzählung deutlich. Er bleibt sympathisch und will stets das Richtige tun. Er ist wehrhaft, aber er ist kein Überflieger. Die Erzählung bietet einige Überraschungen und hat mich gut unterhalten.


    Fazit:

    Eine unterhaltsame Story mit einer sympathischen Hauptfigur, die Spannung, Action und Humor aufweist. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: dp/B08VHJN1CJ

    Sicherlich nicht weichgespült


    Buchmeinung zu Albrecht Sommerfeldt – Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen


    „Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen“ ist ein historischer Kriminalroman von Albrecht Sommerfeldt, der 2020 im Eigenverlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Albrecht Sommerfeldtwurde 1974 in der Hansestadt Hamburg geboren und lebt dort. Nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre arbeitete er als Berater und Manager in der IT-Branche.

    Geschichtsbegeisterung und seine Liebe zur Stadt Hamburg führten ihn schließlich 2020 zu seinem ersten historischen Kriminalroman „Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen“.

    Historisch fasziniert ihn vor allem die Epoche der frühen Neuzeit mit all ihren bedeutsamen Umbrüchen und ihrer oft absonderlichen Mischung aus Mittelalter und Moderne. Düstere Gassen, schmuddelige Charaktere und fragwürdige Moral sind dabei eher sein Zuhause als fürstliche Höfe und strahlendes Heldentum.


    Klappentext:

    Hamburg 1617, Kirchspiel um St. Jakobi.

    Dunkle, enge Twieten, die vor Unrat starrten. Ortsfremde Bettler, die aus Angst vor Staupenschlag und Vertreibung nur verstohlen ihre Schüssel aus den Schatten zur Straße hielten. Strichkatzen, die mit gehobenen Röcken versuchten Freier für ein schnelles Geschäft in eine Gasse zu locken. Ärmliche Kammern voll von Hungerleidern und Habenichtsen. ›Glunterschratzen‹, also Hurenkinder, wurden sie im Rotwelsch, der Geheimsprache der Vagabunden und Diebe, abfällig genannt.

    Abseits der großen Handelshäuser bot das Stadtviertel der ärmlichen Handwerker, Gauner und Landarbeiter nur wenig vom sonstigen Glanz der aufblühenden Hansestadt.

    Doch dieser Pfuhl aus Dreck und krummen Geschäften war das vertraute Zuhause des knorrigen Veteranen und Tagelöhners Johann Gabelschlag.

    Eigentlich gingen seine Geschäfte gerade gut genug, dass er sich kaum Sorgen um den anstehenden Winter machte. Wäre da nicht diese beunruhigende Geschichte gewesen, die von Tag zu Tag längere und düstere Schatten warf. Denn wahrlich nicht jeder, den die schmutzigen Gassen verschluckten, wurde vermisst oder gar betrauert.


    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat mich in positiver Hinsicht extrem überrascht. Die Hauptfigur Johann Gabelschlag, aus deren Sicht die Dinge erzählt werden, hat mich fasziniert. Er ist ein Ex-Soldat, der sich meist als Geldeintreiber durchschlägt und der doch ein ausgeprägtes Rechtsempfinden besitzt. Er hat viele Grautöne und doch wirkt er sympathisch. Er lebt in ärmlichen Verhältnissen in einer der verrufenen Orte Hamburgs. Unauffällig bringt der Autor viele Informationen über die Stadt Hamburg und das Leben in ihr in die Geschichte ein. Die heruntergekommenen Gestalten werden zum Leben erweckt und der Leser riecht den Gestank der Stadt. Einige Passagen sind mit vielen Begriffen aus dem Rotwelsch gespickt, die leider erst im Anhang erklärt werden, was gerade bei einem E-Buch störend ist. Aber Figuren und Handlung gleichen das mehr als auch. Es gibt viele interessante Nebenfiguren und die Handlung bietet eine Reihe von unerwarteten Wendungen. Teilweise geht es rau zu, aber es passt zu den Figuren.


    Fazit:

    Ein wunderbarer historischer Roman, der mit rauen Figuren, harter Handlung und historischen Elementen fasziniert. Gerne vergebe ich die Höchstnote von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus, sofern man mit der reichlich vorhandenen Gewalt zurecht kommt.


    ASIN/ISBN: B0892PSC1L

    Trotz der Leichen ein Wohlfühlkrtmi


    Buchmeinung zu Angela Lautenschläger – Stummer Zorn


    „ Stummer Zorn“ ist ein Kriminalroman von Angela Lautenschläger, der 2020 im dotbooks Verlag erschienen ist. Dies ist der siebte Fall für Engel und Sander.


    Zum Autor:

    Angela Lautenschläger arbeitet seit Jahren als Nachlasspflegerin und erlebt in ihrem Berufsalltag mehr spannende Fälle, als sie in Büchern verarbeiten kann. Ihre Freizeit widmet sie voll und ganz dem Krimilesen, dem Schreiben und dem Reisen. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Katzen in Hamburg.


    Klappentext:

    Die düsteren Abgründe einer Familie

    Als Nachlasspflegerin Friedelinde Engel die Erbschaft einer verstorbenen alten Dame sichten will, stößt sie in deren Villa auf den Schauplatz eines bisher unentdeckten Familiendramas: Der Neffe der Toten hat sich auf dem Dachboden erhängt – hat er seine Tante ermordet und sich dann selbst gerichtet? Während Friedelindes Lebenspartner, Kommissar Nicolas Sander, versucht, die undurchsichtige Familie der Toten zu durchleuchten, steht die Nachlasspflegerin nun vor der schwierigen Frage: Wer ist zuerst gestorben, Neffe oder Tante – und wer hat wen beerbt? Friedelinde ahnt nicht, dass ihre Nachforschungen sie schon bald in die Nähe einer dunklen Wahrheit führen, die für immer begraben bleiben sollte …


    Meine Meinung:

    Dies ist der zweite Band aus der Serie um Engel und Sander, den ich gelesen haben. Friedelinde Engel ist weniger dominant und Nicolas Sander bekommt mehr Raum in der Erzählung. Dies tut der Erzählung gut und sorgt für einen besseren Ausgleich zwischen privaten und beruflichen Themen. Der langjährige Partner von Nicolas will seine geliebte Freundin heiraten und auch Nicolas denkt daran, Friedelinde zu ehelichen. Friedelindes Freundinnen aus dem Waschsalon unterstützen sie und sorgen zudem für ein Wohlfühlklima. Manchmal könnte vom Kriminalfall etwas mehr Spannung ausgehen, aber die spannendste Frage ist ohnehin, wie es mit Friedelinde und Nicolas weitergeht, denn gravierende Änderungen stehen ins Haus.

    Beide Hauptfiguren wechseln sich als Erzähler ab und so spielen Gefühle eine wichtige Rolle. Die Figuren wirken dank ihrer kleinen Schwächen sehr sympathisch und sorgen für eine angenehme Atmosphäre.


    Fazit:

    Dies ist ein echter Wohlfühlkrimi, bei dem die Spannung allerdings etwas leidet. Deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: B08P7WH37T

    Gelungene Mischung aus Historie und Spannung


    Buchmeinung zu Astrid Fritz – Die Wölfe vor den Toren


    „Die Wölfe vor den Toren“ ist ein historischer Kriminalroman von Astrid Fritz, der 2020 bei Rowohlt Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der sechste Fall für die Armenapothekerin Serafina.


    Zum Autor:

    Astrid Fritz studierte Germanistik und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Als Fachredakteurin arbeitete sie anschließend in Darmstadt und Freiburg und verbrachte mit ihrer Familie drei Jahre in Santiago de Chile. Heute lebt Astrid Fritz in der Nähe von Stuttgart.


    Klappentext:

    Februar 1418: Die Menschen leiden unter der beißenden Kälte. Erschreckend nah heulen des Nachts die ausgehungerten Wölfe und reißen die ersten Schafe. Dann fällt ihnen in dem Dörfchen Würi, gleich vor der Stadt, der junge Badersohn Jörgelin zum Opfer. Zum Schock gesellen sich Spukgeschichten über Werwölfe. Man hängt zur Abschreckung sogar einen Wolf an den Galgen. Das Töten geht weiter. Als die junge Heilerin Mia stirbt, kommen der Armenapothekerin Serafina und ihrem Mann, Stadtarzt Achaz, Zweifel, ob die Tiere für das Morden verantwortlich sind oder wer anders sein Unwesen treibt. Das erste Mal ermitteln sie als Ehepaar gemeinsam. In der Würi stoßen die beiden jedoch auf eine Mauer des Schweigens, der sie mit Spürsinn, Wissen und Hartnäckigkeit begegnen.


    Meine Meinung:

    Auch in diesem Buch durchmischt die Autorin auf angenehme Art Historisches mit einem Kriminalfall. Zum Einen wird das harte Leben der Menschen in einem strengen Winter deutlich beschrieben, besonders wenn man außerhalb der eigentlichen Stadt wohnt. Zum anderen wird eine spannende Geschichte um Tote erzählt, in der Aberglauben eine wichtige Rolle spielt. Die Hauptfiguren Serafina und Achaz sind gewohnt sympathisch beschrieben, auch weil die Autorin ihnen die ein oder andere Schwäche zugesteht. Achaz bekommt eine größere Rolle und wird in vielerlei Hinsicht gefordert. Als seine Frau in Gefahr gerät ist es mit seiner ruhigen Art vorbei. Diese ist aber vonnöten, wenn es gilt, gegen den Aberglauben vorzugehen.

    Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und liest sich flüssig weg. Meist folgen wir Serafina, die mit viel Herzblut agiert. Der Spannungsbogen ist in Ordnung, auf spannende Passagen folgen immer wieder ruhigere Elemente, in denen der Fokus mehr auf dem Leben der Menschen liegt. Die stärkere Zusammenarbeit des Ehepaars tut der Geschichte gut, überhaupt entwickeln sich die Figuren auf eine interessante Art und Weise.


    Fazit:

    Ein durchaus spannender Historienroman, der auch einen interessanten Einblick in das Leben jener Zeit gewährt. Deshalb vergebe ich gerne vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde historischer Kriminalromane aus.

    Ganz schön heftig


    Buchmeinung zu Arvid Heubner – Totenstill


    „Totenstill“ ist ein Kriminalroman von Arvid Heubner, der 2021 im dp Verlag erschienen ist. Dies ist eine überarbeitete Neuauflage des 2017 bei Droemer Knaur erschienenen Titels Mitten im kalten Winter.


    Zum Autor:

    Sein ausgeprägtes Interesse für die Abgründe der menschlichen Psyche lässt Arvid Heubner Thriller schreiben, die die Grenzen unserer gesellschaftlichen Moral sprengen. Neben der Musik gilt seine Leidenschaft den Werken französischer und osteuropäischer Schriftsteller sowie skandinavischen Fernsehserien von Forbrydelsen bis Borgen. Arvid Heubner ist Preisträger des NEOBOOKS Bestseller Awards. Er lebt in Bremen.


    Klappentext:

    Eine Gruppe von Schülerinnen eines Eliteinternats verschwindet nach einem Wochenendausflug spurlos. Die örtliche Polizei steht vor einem Rätsel, und das Schneetreiben erschwert die Ermittlungen zusätzlich. Tinus Geving, neuer Ermittler beim LKA und schwer traumatisiert durch seinen damaligen Europol-Einsatz, nimmt die Ermittlungen auf und geht zunächst von einem reinen Routinefall aus. Noch ahnt er nicht, dass er schon bald in ein Geflecht aus Macht und Intrigen verwickelt wird, das bis in die höchsten Kreise von Politik und Wirtschaft reicht – und ihn mit seiner eigenen traumatischen Vergangenheit konfrontiert …


    Meine Meinung:

    Tinus Geving ist alles andere als ein normaler Ermittler. Er leidet noch unter traumatischen Störungen, die Folgen eines Bombenanschlags während seiner Zeit als Europolermittler sind. Bei diesem Anschlag starben viele Menschen, darunter auch viele Freunde und Kollegen. Tinus Geving ist ein vielschichtiger Charakter, der sehr ehrgeizig und sehr konsequent ermittelt. Die Sympathie, die ich für ihn empfand, ruhten aber eher auf den Steinen, die ihm vor die Füße geworfen wurden. Auch neigt Geving dazu, außerhalb des Weges Informationen zu sammeln. Auch einige andere Charaktere sind vielschichtig und interessant gezeichnet. Dies gilt leider nicht für seine beiden Hauptgegenspieler.

    Das Buch war für mich nicht einfach zu lesen. Der Autor nutzt viele formale Möglichkeiten zur Gestaltung des Textes: SMS-Texte, kursive Schrift, fette Schrift, Seite ist teilweise in zwei Spalten geteilt. Dies verhinderte zeitweilig ein zügiges Lesen und störte auch den Spannungsbogen. Der Spannungsbogen lebte anfänglich von den Ermittlungen zum Mordfall. Im späteren Verlauf lebte er ausgezeichnet von den politischen Verwicklungen.

    Manchmal empfand ich die Geschichte als zu groß, vielleicht ist dies aber auch Wunschdenken. Auch bei den „Schrammen und Defekten“, die einige Personen in diesem Roman hatten, war er mir zu freizügig. Da wäre weniger mehr gewesen. Auch die Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft hatten Dimensionen, die einfach nur furchterregend waren. Das Thema persönliche Freiheit versus Ermittlungsrechte des Staates wurde ausgiebig diskutiert.


    Fazit:

    Dieses Buch ist ein Debutroman und trotzdem ein beeindruckender Politikthriller. Trotz einiger Schwächen und Mängel hat er mir gut gefallen. Ich vergebe vier von fünf Sternen (80 / 100 Punkte). Ich kann das Buch als spannenden Politik-Roman zu einem aktuellen Thema empfehlen.


    ASIN/ISBN: B08Q8L414V

    Hat mich nicht überzeugt


    Buchmeinung zu Janet Laurence – Ein bühnenreifer Mord


    „Ein bühnenreifer Mord“ ist ein Kriminalroman von Janet Laurence, der 2021 im dp Verlag in der Übersetzung von Lennart Janson erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „Death at The Table“ und ist 1994 erschienen. Dieses Buch ist eine überarbeitete Neuauflage des 2018 erschienenen Titels Mord zur Primetime.


    Zum Autor:

    Janet Laurence begann ihre berufliche Laufbahn in der Öffentlichkeitsarbeit. Sie leitete Kochkurse, schrieb nebenbei regelmäßig für den Daily Telegraph und verfasste eine wöchentliche Kolumne zum Thema Kochen. Heute schreibt sie sowohl Kochbücher als auch Kriminalromane und lebt mit ihrem Mann in England und in der Bretagne.


    Klappentext:

    Alles läuft wunderbar für die britische Kochbuchautorin Darina Lisle: Sie ist mit dem Polizeibeamten William Pigram verlobt, ihre Kochbücher verkaufen sich wie geschnitten Brot und sie wurde gerade als Moderatorin für eine TV-Show über Essen und Wein engagiert. Doch dann stirbt plötzlich ihr charmanter Co-Star, der australische Weinkenner Bruce Bennet, vor laufender Kamera! Und mit dem einen Toten scheint es nicht genug zu sein. Wenn Darina nicht aufpasst, wird sie zum nächsten Opfer …


    Meine Meinung:

    Schon der Einstieg in dieses Buch gefiel mir nicht besonders. Es gab unheimlich viele Informationen, aber einen roten Faden konnte ich nicht erkennen. Fast das komplette Buch wird aus der Sicht der Hauptfigur Darina Lisle betrachtet und diese Figur konnte mich nicht überzeugen. Sie macht das Beste aus ihrer Sicht, ist ein Multitalent und eine grandiose Köchin, aber auf mich wirkt sie nicht sympathisch. Auch Spannung fehlt leider lange Zeit. Es wird zum Ende hin etwas besser, aber die Auflösung hat mich dann auch nicht überzeugt. Vieles wirkt hektisch und wird nur angedeutet, gerade wenn Darina über den Fall grübelt.


    Fazit:

    Dieses Buch ist leider in vielen Punkten unterdurchschnittlich, auch wenn es zum Ende hin deutlich besser wird. Deshalb vergebe ich nur zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten).

    Das Prinzip der artgerechten Ernährung


    Buchmeinung zu Dr. Matthias Riedl – Mein Weg zur gesunden Ernährung


    „Mein Weg zur gesunden Ernährung“ ist ein Sachbuch von Dr. Matthias Riedl, das 2020 im ZS Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:
    Dr. Matthias Riedl ist Ernährungsmediziner, Diabetologe, Buchautor sowie ärztlicher Direktor und Gründer des medicum Hamburg, Europas größtem interdisziplinärem Zentrum für Diabetologie, Ernährungsmedizin und angrenzende Fachgebiete. Das medicum Hamburg betreut mit Ernährungsberatern, Psychotherapeuten, Diabetologen, Ernährungsmedizinern, Internisten, Kardiologen und Sportpädagogen alle Krankheitsbilder, die durch falsche Ernährung entstanden sind oder sich durch spezielle Kostformen therapieren lassen. Das interdisziplinäre Konzept des medicum Hamburg ist in Europa einmalig und wurde schon vielfach ausgezeichnet.


    Klappentext:
    Brauchen wir Superfood? Sind Insekten-Burger oder vegane Ersatzprodukte eine gesunde Alternative? Macht Fett wirklich fett? Warum sind manche Menschen schneller satt als andere? Und ist Bio wirklich immer besser?
    Für den Laien steckt der Ernährungs-Alltag voller Fragezeichen und Stolperfallen. Die Ansprüche an eine hochwertige Ernährung wachsen, doch wir haben immer weniger Zeit fürs Kochen und Genießen, das echte Ernährungs-Know-how dümpelt eher auf niedrigem Level und wir fühlen uns zwischen den ständig aufploppenden neuen Food-Trends verloren.
    Zeit für den TV-Ernährungs-Doc Dr. Matthias Riedl, endlich für Klarheit zu sorgen! Umfassend beantwortet er die 100 wichtigsten und meistgestellten Ernährungs-Fragen. Praxisnah, brandaktuell und auf dem neuesten Stand der Forschung bringt er sein Wissen auf den Punkt.


    Meine Meinung:
    Als Anfänger in Ernährungsfragen hat mir das Buch sehr geholfen. Manchmal waren es aber fast zu viele Informationen, die bereit gestellt wurden und sich zudem stellenweise wiederholten. Der Autor empfiehlt das Prinzip der artgerechten Ernährung, also eine Ernährung wie sie unsere Eltern noch meist gepflegt haben. Viel Gemüse, wenig Fleisch und vor allem keine verarbeiteten Produkte ist seine Empfehlung. Man muss nicht seine gesamten Gewohnheiten umkrempeln, sollte sich aber in die richtige Richtung bewegen. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Hilfreich ist es, wenn man selbst den Kochlöffel schwingt, weil es zunehmend verarbeitete Produkte vermeidet. Mich hat dieser Ansatz überzeugt.


    Fazit:
    Der Autor beantwortet viele Ernährungsfragen und macht Vorschläge für den Weg zur gesunden Ernährung, die mich mitgenommen haben. Deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

    Guter Start, aber die Auflösung konnte nicht überzeugen

    Buchmeinung zu Arno Strobel – Die App

    „Die App“ ist ein Kriminalroman von Arno Strobel, der 2020 bei FISCHER Taschenbuch erschienen ist.

    Zum Autor:
    Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt. Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

    Klappentext:
    Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Hamburg-Winterhude, ein Haus mit Smart Home, alles ganz einfach per App steuerbar, jederzeit, von überall. Und dazu absolut sicher. Hendrik und Linda sind begeistert, als sie einziehen. So haben sie sich ihr gemeinsames Zuhause immer vorgestellt.
    Aber dann verschwindet Linda eines Nachts. Es gibt keine Nachricht, keinen Hinweis, nicht die geringste Spur. Die Polizei ist ratlos, Hendrik kurz vor dem Durchdrehen. Konnte sich in jener Nacht jemand Zutritt zum Haus verschaffen? Und wenn ja, warum hat die App nicht sofort den Alarm ausgelöst?
    Hendrik fühlt sich mehr und mehr beobachtet. Zu recht, denn nicht nur die App weiß, wo er wohnt

    Meine Meinung:
    Psychothriller sind nicht meine Lieblingslektüre, weil sie oft sehr grausam und blutrünstig sind und ich häufig die Handlungen der agierenden Figuren nicht nachvollziehen kann. Dies ist hier aber nicht der Fall. Im Wesentlichen verfolgen wir die Geschehnisse aus der Sicht des Arztes Hendrik, der in seinem Haus ein Smart Home System installiert hat. Zusätzlich gibt es kurze Einschübe, in denen Gedanken von Opfern und Tätern geschildert werden. Hendriks Verlobte ist eines Abends verschwunden und Hendrik glaubt an ein Unglück oder eine Entführung, aber das Smart Home gibt keine Hinweise. Die Polizei sieht keinen Handlungsbedarf, einzig eine Polizeipraktikantin sieht Handlungsbedarf. Mit geringen Mitteln erzeugt der Autor eine Szenerie des Misstrauens in die Technik. Aber auch die Polizisten wirken zunehmend verdächtig. Hendriks Verzweiflung nimmt zu und sein Vertrauen in das Smart Home ab. Arno Strobel versteht es, die steigende Verzweiflung Hendriks spürbar werden zu lassen. Zusammen mit der Praktikantin nimmt er den Kampf auf. Leider ist die weitere Entwicklung nicht so überzeugend. Der abschließende Showdown wirkt gezwungen, ebenso wie die gewählten Örtlichkeiten. Das Motiv der Täter ist nachvollziehbar, aber das Zusammenspiel mit dem Smart Home nicht.

    Fazit:
    Nach überzeugendem Start wird die Handlung zum Ende hin immer unglaubwürdiger. Von mir gibt es drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten) und für den ersten Teil eine Leseempfehlung.

    Am Ende überzogen


    Buchmeinung zu Hans Rosenfeldt – Wolfssommer


    „Wolfssommer“ ist ein Kriminalroman von Hans Rosenfeldt, der 2020 im Wunderlich Verlag in der Übersetzung von Ursel Allenstein erschienen ist. Der Titel der schwedischen Originalausgabe lautet „Vargasommar“ und ist 2020 erschienen. Die ungekürzte Lesung durch Vera Teltz ist 2020 im audiobuch Verlag erschienen.


    Zum Autor:
    Hans Rosenfeldt, Jahrgang 1964, ist einer der angesehensten Drehbuchautoren Schwedens und Schöpfer der bislang erfolgreichsten skandinavischen Serie «Die Brücke», die in über 170 Ländern ausgestrahlt wurde und zahlreiche Preise erhielt. Hans Rosenfeldt schreibt Drehbücher und ist in seinem Heimatland Schweden ein beliebter Radio- und Fernsehmoderator. Gemeinsam mit Michael Hjorth bildet er zudem das erfolgreiche Krimi-Autoren-Duo Hjorth&Rosenfeldt.


    Sprecher:
    Vera Teltz ist Schauspielerin und Synchronstimme für Hollywood-Größen wie Naomie Harris, Noomi Rapace und Michelle Rodríguez. Sie ist außerdem als Hörbuchsprecherin tätig.


    Klappentext:
    In der schwedischen Stadt Haparanda, dicht an der Grenze zu Finnland, wird eine tote Wölfin gefunden. Als die Behörden das Tier untersuchen, finden sie in dessen Magen menschliche Überreste. Nachforschungen führen die Ermittler auf eine heiße Spur: Zwischen Russland, Finnland und Schweden scheint ein Drogendeal aus dem Ruder gelaufen zu sein, es gab mehrere Tote, und gleich mehrere Kriminelle sind auf dem Weg nach Haparanda. Allen voran: Profi-Killerin Katja, die für ihren russischen Auftraggeber Drogen und Geld zurückholen soll. Auch die erfahrene Polizistin Hanna Wester setzt alles daran, sie Lage aufzuklären. Doch sie ringt mit ihren privaten Problemen. Sie hat Angst, ihr Mann könne sie verlassen. Zugleich hat sie eine Affäre mit ihrem Chef. Dazu plagt sie ein altes Trauma. Doch Hanna steht ihre Frau und muss das auch, um den brisanten Fall zu lösen.


    Meine Meinung:
    In diesem Buch ist vieles so wie ich es mir bei einem Kriminalroman wünsche. Die Figuren sind mit vielen Grautönen versehen, handeln aber nachvollziehbar und glaubhaft. Die Handlung ist komplex und nimmt mehrere überraschende Wendungen. Der Schreibstil ist knapp und klar, vermittelt aber trotzdem Gefühle der Beteiligten. Es gibt viele Perspektivwechsel und der Leser ist den Ermittlern immer ein Stück voraus. Die Sprecherin macht einen ausgezeichneten Job und das Setting hoch im Norden an der Grenze zwischen Schweden und Finnland ist ungewöhnlich. Die Figuren haben den ein oder anderen Schicksalsschlag zu verkraften. Die Hauptfigur Hanna Wester wirkt sympathisch und ist eine Frau, die mitten im Leben steht. Die Spannung ist durchgängig hoch und auch an die Actionfreunde ist gedacht worden. Alles scheint im grünen Bereich zu sein, obwohl die Grundstimmung recht dunkel gehalten ist. Aber dann setzt der Autor noch einen Hammer obenauf, der mit der Hauptfigur zu tun hat. Das war für mich eindeutig zu viel des Guten und kostet einen Stern.


    Fazit:
    Das Buch hat mir lange Zeit herausragend gefallen, aber dann überzieht der Autor. Deshalb gibt es vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten). Von mir gibt es eine Leseempfehlung für die Freunde skandinavischer Krimis.


    ASIN/ISBN: 3958625398

    Machtkampf im Weingut


    Buchmeinung zu Luc Winger – Mord im Chateau


    „Mord im Chateau“ ist ein Kriminalroman von Luc Winger, der 2020 bei BoD - Books on Demand erschienen ist.

    Zum Autor:

    Luc Winger lebt mit seiner Familie in einem kleinen hessischen Dorf. Mehrmals im Jahr verbringt er inspirierende Tage in der Provence. Seine Bücher schreibt er gerne im Sommer in freier Natur oder im Winter in einer gemütlichen Hütte. Dazwischen geht er mit seinen zwei Hunden spazieren oder genießt die Zeit im Garten. Der Bezug zu aktuellen oder historischen Themen und Ereignissen sorgen in seinen Büchern für den brisanten Inhalt und den gesellschaftlichen Kontext.


    Klappentext:

    Wer behält die Macht im Château?

    Wenn Commissaire Girard heiratet, dann in einem typisch provenzalischen Weingut. Während die Feier im Château Bernaise in vollem Gang ist, entdeckt Capitaine Purenne einen Hilferuf auf einem edlen 1953er Grand Cru Etikett. Wer wurde im alten Gewölbe gefangen gehalten? Lucie Girard gerät mitten in ein Familiendrama, das einige Opfer fordert. An Flitterwochen ist nicht zu denken.


    Meine Meinung:

    Im Mittelpunkt des Buches steht Lucie Girard, eine junge und erfolgreiche Kommissarin aus Südfrankreich. Sie ist eine recht dominante Persönlichkeit, die sich in einer Männerdomäne durchgesetzt hat. In diesem Roman wird das Lebensgefühl der 70-er Jahre lebendig, aber leider kaum das Flair Südfrankreichs, das so einzigartig ist. Aus wechselnden Perspektiven wird ein Machtkampf um ein Weingut nachgezeichnet. Parallel dazu bereitet Lucie Girard die Hochzeit mit ihrem langjährigen Freund vor, die auf just diesem Weingut stattfindet. Lucie Girard hat ein paar Macken und manchmal verhält sie sich anderen gegenüber wie ein Macho. Ihre Figur wird leider etwas erhöht, weil Capitaine Purenne sich ihren Aufgaben nicht gewachsen fühlt. Er funktioniert dann gut, wenn ihm Lucie sagt, was er zu tun hat. Der Kriminalfall ist durchaus komplex, während die meisten Figuren flach charakterisiert sind. Trotzdem kommt Lesevergnügen auf.


    Fazit:

    Trotz einiger Schwächen hat das Buch einen eigenen Charme entwickelt und mir Lesevergnügen bereitet. Deshalb bewerte ich es mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).


    ASIN/ISBN: B08HQ5RG79

    Geschichte wird lebendig


    Buchmeinung zu Hanna Caspian – Silberstreif


    „Silberstreif“ ist ein historischer Roman von Hanna Caspian, der 2020 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der fünfte Band der Gut-Greifenau-Serie.


    Zum Autor:

    Hanna Caspian, geb. 1964, studierte Literaturwissenschaften, Politikwissenschaft und Sprachen in Aachen und arbeitete danach lange Jahre im PR- und Marketingbereich. Mit ihrem Mann lebt sie heute als freie Autorin in Köln, wenn sie nicht gerade durch die Weltgeschichte reist.


    Klappentext:

    Herbst 1923. Deutschland befindet sich auf dem Höhepunkt der Hyperinflation. Das Geld verliert stündlich seinen Wert, Existenzen werden vernichtet, die Menschen sind verzweifelt. Auch an den Bewohnern von Gut Greifenau geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei. Doch dann kommt ausgerechnet die Inflation Konstantin zu Hilfe, und er kann das bedrohte Familiengut retten. Als Konstantins geliebte Frau Rebecca ein Mädchen zur Welt bringt, scheint das Glück vollkommen. Doch immer noch schwelt in Rebecca die Angst vor Konstantins hinterhältigem Bruder Nikolaus, und auch das Gutspersonal taumelt von einer Krise in die andere. Währenddessen scheint Katharina endlich ihren Traum vom Medizinstudium verwirklichen zu können.


    Meine Meinung:

    Über fünf weitere Jahre begleiten wir die Menschen um Gut Greifenau auf ihrem oft schweren Weg. Ein Schwerpunkt dieses Bandes liegt auf Katharina Urban, der jüngsten Schwester des Grafen, die ihr Medizinstudium in Angriff nimmt. Sie muss feststellen, dass es sowohl ihre Mitstudenten als auch die Professoren lieber sehen würden, wenn sie sich weiterhin nur um ihre Familie kümmern würde. Es zeigt sich, wie schwer Studium, Kinder, Ehemann und familiäre Verpflichtungen auch für eine gutsituierte und willensstarke Frau unter einen Hut zu bringen sind. Auch wenn Konstantin heftig um das Überleben des Gutes kämpfen muss, geht es vielen Städtern noch weitaus schlechter. Konstantins Schwiegereltern, eine Arztfamilie, hat alles verloren und sucht Zuflucht auf Gut Greifenau. Wichtige politische Entwicklungen werden mit ihren Auswirkungen auf die Menschen geschildert und lassen Geschichte lebendig werden. Einige neue Figuren werden eingeführt und von einigen bekannten Figuren muss man sich trennen. Wesentlich ist der Medienzar Alfred Hugenberg, der große politische Ambitionen hegt. Geburten und Todesfälle begleiten die Menschen auf Gut Greifenau und jeder ist auf der Suche nach seinem Glück. Konstantin und seine Frau Rebecca sind nicht immer einer Meinung, aber sie verkörpern positive Werte. Viele Figuren glänzen mit Grautönen und so kommt es zu etlichen Überraschungen. Manche Figuren sind unverbesserlich und sorgen immer wieder für Ärger. Generell ist dieses Buch etwas dunkler gehalten als die Vorgänger. Nach der Einführung der Rentenmark scheint es aber aufwärts zu gehen und viele Menschen sehen einen Silberstreif am Horizont. Wieder einmal bin ich beeindruckt, wie in dieser Serie kleine und große Dinge zu einer mitreißenden Geschichte zusammengefügt werden. Historische Entwicklungen werden mit ihren Auswirkungen auf Betroffene gezeigt. Schicksalsschläge und Glücksmomente ergänzen sich und der Leser fiebert mit der ein oder anderen Figur mit.


    Fazit:

    Auch in diesem Buch gelingt es der Autorin wieder, die Figuren und politische Entwicklungen lebendig werden zu lassen. Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus. Diese Serie hat Suchtpotential.

    Hat mich nicht überzeugt


    Buchmeinung zu Alex Wagner – Deine Seele so verdorben


    „Deine Seele so verdorben“ ist ein Kriminalroman von Alex Wagner, der 2020 im Eigenverlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Alex Wagner, geb. 1972, lebt in der Nähe von Wien, im Schatten einer alten Burgruine, wo man sich die schönsten Morde ausdenken kann. Sie schreibt Krimis - zeitgenössische und historische - ist aber auch gern einmal in anderen Genres unterwegs.


    Klappentext:

    Die Insel Arkadia sollte eigentlich das Paradies auf Erden sein. Hier lebt und arbeitet eine Gemeinschaft hochrangiger Gelehrter, Grenzwissenschaftler und Esoteriker, und Kriminalität ist ein Fremdwort. Doch dann ertrinkt plötzlich ein Inselbewohner unter verdächtigen Umständen im Meer. Ein weiterer verbrennt bei lebendigem Leib in seiner Hütte. Nichts weiter als zwei tragische Unfälle?

    Die Anwältin Iva Fleming akzeptiert ein verdächtig hohes Honorar, um die Fälle aufzuklären. Ausgerechnet ihr lang entzweiter Ehemann ist der Gründer der Inselkommune. Hat er Iva in eine tödliche Falle gelockt?


    Meine Meinung:

    Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen, die mir alle recht gut gefallen haben. Leider war es bei diesem Buch anders. Schon die Hauptfigur hat mich nicht überzeugt. Sie blieb mir merkwürdig fern und wirkte kaum sympathisch. Der Thematik um Grenzbereiche der Wissenschaft konnte ich wenig abgewinnen, zumal es einige mystische Andeutungen gab. Der Hauptkritikpunkt ist aber die fehlende Spannung, besonders in der ersten Hälfte der Geschichte. Im weiteren Verlauf wurde es etwas besser, aber ein Thriller war es für mich zu keiner Zeit. Positiv ist der angenehme Schreibstil, aber er kann die fehlende Spannung nicht kompensieren.


    Fazit:

    Die Hauptfigur und die Grenzwissenschaften blieben mir fern und die Spannung war nur vereinzelt vorhanden. Deshalb vergebe ich nur zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten).


    ASIN/ISBN: B08Q4DJRN8

    Toller Mix aus Historie und Fiktion mit einer herausragenden Figurenzeichnung


    Buchmeinung zu Sabine Weiß – Krone der Welt


    „Krone der Welt“ ist ein Historischer Roman von Sabine Weiß, der 2020 bei Lübbe erschienen ist.

    Zum Autor:

    Sabine Weiß arbeitete nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. Seit 2007 veröffentlicht sie erfolgreich Historische Romane, seit 2016 auch Kriminalromane um die junge Kommissarin Liv Lammers. Wenn sie nicht gerade mit ihrem Camper auf den Spuren ihrer Figuren reist und recherchiert, lebt Sabine Weiß mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Hamburg.

    Klappentext:

    Vincent will als Architekt prächtige Stadthäuser bauen. Ruben sehnt sich nach Abenteuern auf hoher See. Betje ist eine begnadete Köchin. Zusammen sind die Geschwister in Amsterdam gestrandet, einem Ort der märchenhaften Möglichkeiten. Doch es ist auch die Zeit der großen Auseinandersetzungen. Katholiken und Calvinisten streiten um den rechten Glauben, Engländer und Spanier um den Einfluss auf das Land am Meer, Kaufleute um die wirtschaftliche Macht. Können sich die Geschwister in dieser schwierigen Situation behaupten?


    Meine Meinung:

    In diesem Buch begleiten wir einen calvinistischen Glaubenskrieger mit seinen Kindern auf ihrem Weg, der immer wieder von den katholischen Soldaten Lazarus und Diego gekreuzt wird. Wim fällt bald einem Mordanschlag zum Opfer und die Kinder müssen sich als Waisen in Amsterdam durchschlagen. Es ist ein schwieriger und steiniger Weg, den die Autorin mit vielen Episoden nachzeichnet. Besonders gefallen hat mir die Figurenzeichnung mit vielen dunklen Flecken, die Raum für viele Überraschungen bietet. Neben den Glaubenskriegen steht die Entwicklung der Stadt Amsterdam im Mittelpunkt des Geschehens. Das tägliche Leben jener Zeit wird in aller Härte glaubhaft gezeichnet. Während die reichen Adligen und Kaufleute in Luxus schwelgen hat die Masse der Menschen kaum genug zum Leben. Religiöse Motive sind oft dominierend, aber gerade die Kaufleute suchen eigene Wege zum Wohlstand. Die Hauptfigur Vincent wirkt sympathisch und zunehmend nachdenklich im Hinblick auf Gewaltbereitschaft und Unversöhnlichkeit der Glaubensrichtungen. Aber auch seine Gegenspieler handeln glaubhaft und nachvollziehbar. Immer wieder streut die Autorin historische Elemente in die Handlung ein und beschreibt den unerbittlichen Machtkampf um die Vorherrschaft in Europa und der Welt.

    Der Schreibstil ist angenehm und lässt den Leser in die damalige Welt eintauchen. Die Episodenauswahl gibt ein umfassendes Bild der Zeit und der Vorgänge in Amsterdam. Natürlich spielen auch Liebesgeschichten mit mehr oder weniger gutem Ausgang eine Rolle.


    Fazit:

    Mich hat dieses Buch mit seinem Mix aus Historie und glaubhaft beschriebenem Leben ausgezeichnet unterhalten. Deshalb vergebe ich gerne fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

    Hemmungslose Gier


    Buchmeinung zu Wolfgang Schorlau – Kreuzberg Blues


    „Kreuzberg Blues“ ist ein Kriminalroman von Wolfgang Schorlau, der 2020 bei Kiepenheuer&Witsch erschienen ist.


    Zum Autor:

    Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den neun »Dengler«-Krimis »Die blaue Liste«, »Das dunkle Schweigen«, »Fremde Wasser«, »Brennende Kälte«, »Das München-Komplott«, »Die letzte Flucht«, »Am zwölften Tag«, »Die schützende Hand« und »Der große Plan« hat er die Romane »Sommer am Bosporus« und »Rebellen« veröffentlicht. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis, 2012 und 2014 mit dem Stuttgarter Krimipreis sowie 2019 mit dem Stuttgarter Ebner Stolz Wirtschaftskrimipreis ausgezeichnet.


    Klappentext:

    Denglers zehnter Fall führt ins Herz des gegenwärtigen Kampfs um das Recht auf Wohnen.

    Georg Dengler fühlt sich in Stuttgart so wohl wie schon lange nicht mehr, und auch mit Olga läuft es besser denn je. Trotz der aufziehenden Corona-Pandemie lässt er sich von ihr überreden, in Berlin zu ermitteln. Der Immobilienhai Sebastian Kröger scheint seine Mieter mit kriminellen Methoden rauszuekeln. Doch Dengler muss erkennen, dass die Sache größer ist, viel größer. Das gibt es nirgendwo sonst auf der Welt: In einem Radius von wenigen hundert Metern vereinen sich in Kreuzberg Plattenbauten, schicke Townhouses, die türkische Community und der Schwarze Block. Ausgerechnet hier will der Bauunternehmer Kröger zwei Häuser »entmieten«, den danebenstehenden Kindergarten abreißen und ein neues Townhouse bauen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Die Mieter*innen wehren sich. Eine von ihnen bittet ihre Freundin Olga um Hilfe. Plötzlich stehen sie und Georg Dengler mitten im modernen Berliner Häuserkampf um das Recht auf Wohnen. Dann fällt ein Spekulant vom Dach eines der umkämpften Häuser – und die Lage eskaliert.


    Meine Meinung:

    Auch dies ist wieder ein hochpolitischer Roman von Wolfgang Schorlau, der die Gier finanzstarker Unternehmen thematisiert, die Wohneigentum als Spekulationsobjekt entdeckt haben. Ermöglicht wurde dies aber erst durch die Verkäufe öffentlichen Wohneigentums an Firmen zu unglaublich niedrigen Preisen und fast ohne Mieterschutz. Privatermittler Georg Dengler gerät über eine Bekannte seiner Partnerin Olga an einen besonders abscheulichen Fall einer Entmietungsaktion. Eine aggressive Ratte hat sich in das Gesicht eines Kleinkindes verbissen. Bald stellt sich heraus, dass die Dinge komplizierter sind als es auf den ersten Blick scheint. Dengler und Olga beißen sich in den Fall hinein und gehen hohes Risiko. Die Ermittler wirken sympathisch und kompetent.

    Der Fall ist komplex und der Autor nimmt sich die Zeit, Mechanismen in diesem Umfeld zu zeigen. Einige Täter sind auch Opfer und man glaubt ihnen, dass sie es so nicht gewollt haben. Es gibt aber auch rücksichtslose Figuren, die ohne Hemmungen alles für mehr Geld, mehr Ansehen oder mehr Macht tun. Gelungen ist die Figur des auf dem Balkon rauchenden Rentners, der trotz seiner Hustenanfälle die Geschehnisse aus der Vogelperspektive beobachtet. Er dient als umfassender Informationsquell für Dengler. Ein weiteres Thema wird mit der Organisation Fuhrmann angestoßen, die ein Sammlungsbecken rechter Kräfte in staatlichen Funktionen unterhält. Die Dinge entwickeln sich und führen zu einem ansehnlichen Finale. Doch leider sattelt der Autor einen Abschnitt über Corona, Impfgegner und freiheitsliebende Menschen, die für machtpolitische Zwecke missbraucht werden, obendrauf. Für mich wirkte es aber nur wie ein Fremdkörper.

    Das Ende des Buches ist tieftraurig und zeigt ein Deutschland im Würgegriff radikaler Kräfte. Jeder ist aufgefordert, daran etwas zu ändern.


    Fazit:

    Der Autor hält bei aller politischen Brisanz auch die Spannung hoch. Der aufgesattelte Abschnitt über Corona und die Auswirkungen passt da nicht hinein und kostet einen Stern. Deshalb vergebe ich diesmal nur vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten), spreche aber eine klare Leseempfehlung aus. Es lohnt sich.

    Liebenswerte Figuren mit Herz, aber etwas wenig Spannung


    Buchmeinung zu Carola Käpernick – Zufällig Juwelendieb


    „Zufällig Juwelendieb“ ist ein Kriminalroman von Carola Käpernick, der 2020 bei epubli erschienen ist.


    Zum Autor:

    Carola Käpernick wurde 1969 im beschaulichen Mecklenburg-Vorpommern geboren. Lesen und Schreiben war schon immer ihr Hobby.


    Klappentext:

    Til arbeitet als Reinigungskraft. Als er nachts in einem Juweliergeschäft auf einen offenen Tresor voller Juwelen stößt, will er eigentlich nur mal die Pracht bewundern. Eine unbedachte Reaktion lässt ihn jedoch die Juwelen in seinen Wischeimer versenken und stürzt ihn, in das Chaos seines Lebens.

    Als er sich der Polizei stellen will, scheint der Tathergang so absurd zu sein, dass der Ermittler ihm nicht glaubt und ihn wieder weg schickt. Speck-Eff hat sich schließlich geschworen, niemals einen Unschuldigen hinter Gitter zu bringen.

    Der Schmuck wird ein zweites Mal geklaut, taucht plötzlich wieder auf und es kommen unglaubliche Dinge ans Licht.


    Meine Meinung:

    Dieses Buch ist ein ungewöhnlicher Krimi in fast jeder Art und Weise. Es gibt keine Leiche aber ein vollständiges Ermittlerteam, die Handlung kommt manchmal an die Grenze zum Slapstick und die Glaubwürdigkeit ist manchmal gering. Und doch ist es ein lesenswertes Buch mit einer gehörigen Portion Humor geworden. Die Ermittler um den Kommissar Speck-Eff wirden seriös und glaubhaft. Ihr Verhalten ist jederzeit nachvollziehbar. Bei der eigentlichen Hauptfigur Til und den ihn umgebenden Menschen ist dies manchmal zweifelhaft. Der Ich-Erzähler Til ist ein liebenswerter Mensch, aber sein Verhalten ist zumindest ungewöhnlich, auch wenn es seiner ganz eigenen Logik folgt. Mehrere Perspektivwechsel bringen Schwung in die Geschichte, können aber nicht die geringe Spannung überdecken. Der Erzählstil ist angenehm und die positiven Züge überwiegen bei fast allen Figuren.


    Fazit:

    Sympathische Figuren und eine Portion Humor machen das Buch lesenswert und unterhaltsam. Etwas mehr Spannung wäre schön gewesen. Deshalb gibt es drei von fünf Sternen (65 von 100 Punkten) und eine Leseempfehlung wegen der ungewöhnlichen Grundidee.


    ASIN/ISBN: B08PF4LWQL

    Ein wunderbarer historischer Kriminalroman mit spannenden Figuren


    Buchmeinung zu C. S. Harris – Die Schatten von Westminster


    „Die Schatten von Westminster“ ist ein Kriminalroman von C. S. Harris, der 2020 im dp Verlag in der Übersetzung von Katharina Radtke erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „What Angels Fear“ und ist 2005 erschienen.


    Zum Autor:

    C. S. Harris, auch bekannt als Candice Proctor und C. S. Graham, ist die USA-TODAY-Bestsellerautorin von mehr als zwei Dutzend Romanen, darunter die historische Krimi-Bestsellerserie rund um Sebastian St. Cyr. Als ehemalige Akademikerin mit einem Doktortitel in europäischer Geschichte hat Candice einen Großteil ihres Lebens im Ausland verbracht und in Spanien, Griechenland, England, Frankreich, Jordanien und Australien gelebt. Heute wohnt sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem pensionierten Armeeoffizier Steven Harris, in New Orleans, Louisiana.


    Klappentext:

    1811, London: Die Leiche einer schönen jungen Frau wird brutal zugerichtet auf den Altarstufen einer alten Kirche in der Nähe von Westminster Abbey gefunden. Eine am Tatort entdeckte Duellpistole und die belastende Aussage eines Zeugen deuten beide auf einen Mann hin: Sebastian St. Cyr.

    Der brillante junge Edelmann mit ungewöhnlichen Fähigkeiten – der jetzt als Flüchtender um sein Leben rennt – versucht den wahren Mörder zu fangen, um seine eigene Unschuld zu beweisen. Dabei sammelt er eine Schar ungewöhnlicher Verbündeter an, darunter auch die rätselhafte Schönheit Kat Boleyn, die Sebastian vor Jahren das Herz brach.

    In der adeligen Welt der Intrigen und Spionage ist nichts so wie es scheint. Doch die Wahrheit könnte den Schlüssel zur Zukunft der britischen Krone und zu Sebastians eigener Rettung enthalten …


    Meine Meinung:

    Mich hat dieser historische Kriminalroman schon nach wenigen Seiten gefangen genommen. Der Schreibstil ist angenehm und vermittelt viel Atmosphäre. Meist wird die Perspektive der Hauptfigur Sebastian St. Cyr genutzt, so dass man auch dessen Gefühle erleben kann. Sebastian ist eine wundervoll gezeichnete Figur mit Ecken und Kanten, der aufgrund eines Gen-Defektes sehr gut hören und auch nachts sehen kann. Er ist ein nachgeborener Adliger, der glaubhaft sowohl den Lebemann als auch einen armen Schlucker darstellen kann. Unterstützt wird er vom jungen Straßendieb Tom und einem irischen Wundheiler und vielleicht von seiner Ex-Geliebten Kat Boleyn. Auch diese Nebenfiguren sind interessant gezeichnet. Auch der ermittelnde Richter Lovejoy ist gelungen. Schnell wird die Verstrickung in Agententätigkeiten deutlich, aber die Frage bleibt, ob hier der Täter zu finden ist. Mehrere Figuren wirken sympathisch, allen voran Sebastian, Tom und Lovejoy, aber besonders gefallen hat mir die Figur des intriganten Lord Jarvis, der die Machtfäden aus dem Hintergrund zieht. Er agiert skrupellos zum Wohl des Königreichs oder was er dafür hält.

    Durch die unterschiedlichen Rollen, in die Sebastian schlüpft, erhält man einen Eindruck von dem Gefälle zwischen arm und reich. Auch der politische Gegensatz zwischen Demokratie und Monarchie oder Frankreich und England wird thematisiert. Sebastian agiert mit seinen Unterstützern wie ein Geheimagent, der aber auch polizeilich gesucht wird. Immer wieder wechseln Phasen des Handelns und des Nachdenkens bei Sebastian ab, ohne das dies der Spannung schadet. Ganz im Stile eines Agententhrillers gibt es einen Showdown, bei dem Sebastian um sein Leben kämpfen muss.

    Mein einziger Kritikpunkt ist, dass Sebastian manchmal ein bisschen zu übermächtig wirkt, sowohl was Fähigkeiten als auch was seine Motive angeht.

    Fazit:

    Dieser historische Roman hat mich vor allem mit seiner Figurenzeichnung und der vermittelten Atmosphäre überzeugt. Gerne bewerte ich dieses Buch mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde historischer Kriminalromane aus.


    ASIN/ISBN: B08K35QKL3

    Nur eine der Geschichten konnte mich begeistern


    Buchmeinung zu Ben Weber – Die Toten vonne Ruhr


    „Die Toten vonne Ruhr“ ist eine Kurzgeschichtensammlung von Ben Weber, die 2020 bei TWENTYSIX erschienen ist.


    Zum Autor:

    Ben Weber ... wurde 1958 in Essen geboren und ging dort auch zur Schule. Nach seinem Abitur folgten Bundeswehr und längere Studienzeiten in Bochum und Dortmund. Im Jahr 1991 schloss er eine therapeutische Ausbildung ab. Er lebt und arbeitet derzeit in Bochum und ist seit 2010 auch als Schriftsteller tätig.


    Klappentext:

    Dreizehn Geschichten über Mord und andere Miseren, zwischenmenschliche Begegnungen mit überraschenden Wendungen, tragikomischen Verstrickungen und jeder Menge Augenzwinkern. Gewürzt mit Krimi-Elementen und einer ordentlichen Prise Ruhrpott-Charme.


    Meine Meinung:

    Ich war auf die Kurzgeschichten gespannt, da es leider nur wenige Veröffentlichungen in diesem Bereich gibt. Am Ende war ich ein wenig enttäuscht, weil mir nur „Out of Order“ sehr gut gefallen hat, während es drei oder vier enttäuschende Geschichten gab. Die restlichen Geschichten fand ich okay, aber weder besonders gut noch besonders schlecht. Generell waren die Themen eher düster und unerfreulich. Dies hat sich bei mir im meist fehlenden Lesevergnügen niedergeschlagen. Mir fehlten die positiven Momente und auch ein bisschen Humor.


    Fazit:

    Trotz einer wirklich guten Kurzgeschichte vergebe ich nur zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten), weil es mir einfach zu dunkel angehaucht war.


    ASIN/ISBN: 3740751703

    Ungewöhnlich, aber gut


    Buchmeinung zu Lasse Blom – Opfer ohne Gewissen


    „Opfer ohne Gewissen“ ist ein Kriminalroman von Lasse Blom, der 2020 im Maximum Verlag erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für Caspar Munck und sein Team.


    Zum Autor:

    Lasse Blom ist das Pseudonym von Gerhard Fischer. Er liebt Stieg Larsson, Henning Mankell und wegen des Humors und der Spannung skurrile Krimis. Sein Wunsch ist es, seine Fantasie zu Papier zu bringen. Er schreibt dann am Nymphenburger Kanal, im Zug, im Kaffeehaus oder einfach Zuhause. Im richtigen Leben hat er Geschichte und Politik studiert, war Nordeuropa-Korrespondent der SZ und lebte einige Jahre in Stockholm. Inzwischen ist er Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung.


    Klappentext:

    Ganz Schweden wird von der Nachricht erschüttert, dass Rune Katt, der ehemalige Star-Fußballtorwart der Nationalmannschaft, in seiner Hütte nahe Grisslehamn erschossen wurde. Warum ist die tödliche Kugel farblich bemalt?

    Kommissar Casper Munk übernimmt den Fall. Als großer Fan des Torwarts muss er bald feststellen, dass Katt nicht der war, für den er ihn gehalten hat. Ihm war es offenbar ein großes Vergnügen, seine Nächsten gewissenlos zu quälen und zu demütigen...


    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat für einen Kriminalroman einige ungewohnte Elemente. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen, einerseits in der Jetztzeit, betrachtet aus der Perspektive des ermittelnden Polizisten Casper Munck, andererseits im Jahr 1973 aus der Sicht eines Jungen, der meist mit einem Mädchen gegenseitige Rätselaufgaben löst. Nebenbei verfolgen die Kinder politische Diskussionen um die anstehende Richtungswahl zwischen dem Sozialdemokraten Palme und dem Konservativen Fjälldin. Die Kinder stellen sich Fragen über Fußball und über Pippi Langstrumpf. Dies vermittelt ein erstaunliches Zeitgefühl. In der Jetztzeit ist Rune Katt, das Fußballidol fast aller Schweden umgebracht worden. Auch Caspar Munck ist ein Fan dieses herausragenden Sportlers, muss aber im Laufe der Ermittlungen feststellen, dass Rune Katt etlichen Menschen Leid zugefügt hat, aber meist vor langer Zeit. Auch Beziehungsprobleme der Polizisten nehmen einen breiten Raum ein. Casper, Grip, Kajsa und Leila sind die Ermittler, die alle ihre Eigenarten haben, aber gut zusammen arbeiten. Als die Ermittlungen stocken, wählt Caspar einen mehr als ungewöhnlichen Ansatz, um die Dinge voranzubringen.

    Der Schreibstil ist klar und angenehm. Er überträgt viele Informationen und auch eine Menge Atmosphäre. Einzig Caspar wird detailliert geschildert, die übrigen Figuren werden nur skizziert. Caspar war zwar interessant, aber meine Sympathiewerte für ihn hielten sich in Grenzen. Zur Auflockerung dienten einige von Grip vorgetragene Witze und das umfangreiche Fußballwissen des Autors. Auch Fans von Astrid Lindgren können Neues über ihre Figuren und die Filme mit ihren Figuren erfahren. Spannung kommt erst spät auf, aber ich habe mich dennoch gut unterhalten gefühlt. Irgendwie ging ein Sog von der Erzählung aus.


    Fazit:

    Das Buch punktet mit einer ungewöhnlichen Mischung und hat mich gut unterhalten. Ich bewerte das Buch mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger und atmosphärischer Erzählungen aus.


    ASIN/ISBN: 3948346232

    Mehr Roman als Kriminalerzählung


    Buchmeinung zu Claudia Santana – Die schwarzen Tränen von Sines


    „Die schwarzen Tränen von Sines“ ist ein Kriminalroman von Claudia Santana, der 2020 im Aufbau Taschenbuch Verlag erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für den portugiesischen Inspekror Nuno Cabral.


    Zum Autor:

    Claudia Santana wurde in Hamburg geboren und lebt heute in Norderstedt. Der Liebe wegen kam sie 2009 zum ersten Mal nach Portugal. Schon bald war sie fasziniert von der Gelassenheit und Freundlichkeit der Menschen in der Hafenstadt Sines, wo die Familie ihres Mannes lebt. Für sie ist das Land wie eine Schatzkiste voller alter Geschichten, morbide und geheimnisvoll.


    Klappentext:

    Archäologen entdecken bei Ausgrabungen in der Hafenstadt Sines alte Skelette und finden dabei einen Hinweis auf eine erst seit Kurzem vermisste Person. Wie ist das möglich? Dann werden zwei Leichen gefunden, darunter die des Vermissten, und Inspektor Nuno Cabral übernimmt die Ermittlungen. Wie hängen die beiden Morde zusammen? Bald gerät die Umweltaktivistin Teresa Pinto, auf die er ein Auge geworfen hat, unter Verdacht. Als Cabral an den Leichen seltsame Symbole bemerkt, beginnt er die grausame Wahrheit zu begreifen. Aber kann er einen weiteren Mord verhindern?


    Meine Meinung:

    Die Ereignisse werden aus der Sicht der Hauptfigur Nuno Cabral geschildert. Mich hat diese Figur gefesselt und überzeugt. Es gibt einen Toten gleich zu Beginn und einen weiteren Toten im späteren Verlauf, und doch hatte ich das Gefühl, dass sie lange Zeit nur Beiwerk waren. Aber dies wird durch die Faszination der Hauptfigur und der Atmosphäre der Küstenstadt und ihrer Bewohner mehr als kompensiert. Nuno Cabral ist ein schwieriger Charakter, der seine Mitmenschen oft vor den Kopf stößt und dies später bedauert. Er geniest das Leben in vollen Zügen, isst und trinkt gerne, auch gerne mal zu viel. Auch einer schnellen Affäre ist er nicht abgeneigt. Er hat ein paar gute Freunde, meist ältere Menschen, die ihn immer wieder in die richtige Richtung stupsen. Und doch ist er ein oft einsamer Mensch, der sich nach Wärme und Zuneigung sehnt. Bei seinen Ermittlungen spricht er mit vielen Beteiligten, aber in seinem Kopf will kein klares Bild entstehen, bis er eine Idee hat. Um den Mörder zu überführen, geht er hohes Risiko, aber irgendwie passt es zu ihm.

    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und vermittelt viel Atmosphäre und viele Emotionen. Der Kriminalfall kommt nur langsam ins Rollen, aber trotzdem hat mich die Geschichte durch ihre Figurenzeichnung und die Atmosphäre überzeugt.


    Fazit:

    Der Kriminalroman punktet vor allem mit seiner Hauptfigur und der atmosphärischen Erzählung. Ich bin zum Fan dieser Serie geworden, vergebe deshalb fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger und atmosphärischer Erzählungen aus.


    ASIN/ISBN: B081S11WPJ