Kinder der Sonne – Maryse Condé

  • Kinder der Sonne – Maryse Condé


    Verlag: Knaur

    Taschenbuch, 277 Seiten

    ISBN: 9783426650813


    Kurzbeschreibung:

    Teje ist die Mutter der Prinzessinnen Néfertiti und Maretaton und schwanger mit einem weiteren Kind der Sonne, Aton. Ein Jahr zuvor waren sie aus Guadeloupe gekommen und in der kleinen Stadt Santa Marta an der Karibikküste Kolumbiens gestrandet, begleitet nur von Mandjet und Mesketet, ihren letzten Getreuen. Die Einwohner von Santa Marta machten sich lustig über diese Anbeter der Sonne und verhöhnten sie wegen ihres Glauben. Teje und ihre Kinder hielten an ihrem Traum fest, nach Ägypten zurückzukehren und eine neue Religion zu begründen. Doch der Sonnengott antwortet nicht mehr auf ihre Gebete. - ein intensiver Roman voller Exotik und Melancholie von einer Meisterin der karibischen Literatur!


    Über die Autorin:

    Maryse Condé (*1937 in Guadeloupe) studierte Literaturwissenschaften an der Sorbonne in Paris und lebte danach viele Jahre in Westafrika. Zurück in Frankreich widmete sie sich dem literarischen Schreiben und der Wissenschaft. Nach Stationen als Universitätsdozentin in Paris, Berkeley und Maryland, wechselte sie 1995 an die Columbia University in New York. Seit der Gründung 1997 hatte sie den Vorsitz des Center for French and Francophone Studies bis zu ihrer Emeritierung 2002. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 1988 mit dem LiBeraturpreis. 2018 erhielt sie den New Academy Prize für Literatur. Maryse Condé lebt heute in New York und in Guadeloupe.


    Mein Eindruck:

    Dieser Roman stammt aus dem Jahr 1993 von der diesjährigen Preisträgerin des alternativen Friedenspreises und wurde von Ingeborg Ebel aus dem Französischen übersetzt.


    Sprachlich opulent wird von einer Familie aus Guadeloupe erzählt, die die Sonnen anbeten und als eine Art Sekten-Kolonie nach Ägypten streben. Da kommen sie aber nicht an sondern stranden vorerst mittellos an der Küste Kolumbiens. Anfangs steht die Mutter viel im Mittelpunkt, Teje, die bereits 2 Kinder hat und schwanger ihr drittes erwartet. Aufgrund ihrer Armut und Mangelernährung wird es eine schwere Schwangerschaft.

    Obwohl der zivilisationsfeindliche Vater Aton sich jenseits der Gesellschaft halten will, Arbeit und Bildung ablehnt, unterrichtet Teje ihre frei aufwachsenden Kinder selbst.- Dennoch kann man davon sprechen, dass die Kinder völlig vernachlässigt werden.- Zwei Deutsche Aussteiger schließen sich dem Kult an.


    Ein thematisch interessantes Buch, das mit sprachlich gelungen Mitteln gestaltet wurde.

  • Danke für die Rezi! :wave


    Ich bin noch am Überlegen, ob ich mich in deinen Wanderbuchthread eintrage. Wird denn das Verhalten von Teje und Aton irgendwie kritisch dargestellt oder sind sie Sympathieträger? Und geht es in diesem Roman arg esoterisch zu? Das bräuchte ich dann nämlich nicht so unbedingt...