Beiträge von TiGi86

    Ich lese ihn auch zum ersten Mal, habe allerdings vor zig Jahren mal den Film gesehn, der mir nicht gefallen hat. Allerdings liebe ich die Art Heinrich Manns zu schreiben, auch wenn mir die Handlung selbst nicht zusagt. Aber ein Pageturner ist es wirklich nicht. Ich brauche auch Abstand zwischen meinen Lesestunden. Nichts desto trotz, hoffe ich, bis zum Ende durchzuhalten.

    Ich lese das Buch auch zum ersten mal, an den Film habe ich ehrlich gesagt auch keine guten Erinnungen. Aber ich komme immer noch nicht in den Schreibstil rein, obwohl der Inhalt doch sehr interessant ist, finde ich den Stil etwas staubig.

    Dass Frauen als Ware gehandelt wurden, war damals völlig normal. Das erläutert Heinrich Mann durch die ständige Erwähnung der Höhe der Mitgift im Zusammenhang mit der Frau sehr pointiert. Das sind diese vielen Kleinigkeiten, warum ich dieses Buch und Heinrich Manns Stil so mag.

    Ja, das war mir zwar auch klar, aber wie es beschrieben ist, lässt es das Ganze irgendwie noch grotesk wirken.

    Magda sieht ihre Chance dem ungemütlich gewordenen Elternhaus zu entkommen. Ihrer Schwester ist dieses Anbiedern wohl zu schamlos. Diederich will zwei Fliegen mit einem Hieb erwischen. Woher er allerdings die 35.000 Mark Mitgift nehmen will, wundert mich schon - wo er doch nicht mal die neue Maschine bezahlen kann.

    Das kam mir schon etwas suspekt vor, wie sie um sie verhandelt haben, als ging es nur um eine Ware, die an den Höchstbietenden verkauft werden soll.


    Uch glaube er sieht sich als gutmensch, den alle böses wollen. Die welt ist ja so gemein zu ihm

    Und nur er vertritt die einzig wahre Anschauung und keiner ist kaisertreuer als er. ;)

    Und ich war gar nicht bei der Bundeswehr. ;)


    Ich finde es eher traurig, dass die Menschheit nicht geschafft hat, ohne Einrichtungen wie die Bundeswehr auszukommen. Aber das wird wohl immer ein Wunsch bleiben. Aber jeder wie er/sie möchte.

    Das Chemiestudium macht eigentlich ja schon Sinn für einen Papierfabrikanten, da spielen ja auch chemische Vorgänge eine Rolle.

    Aber völlig egal, was er studiert hat, als Leiter einer Firma oder Fabrik ist er völlig ungeeignet.

    Ich denke auch, das sein Studium ihn eher für die Produktion oder einer seinem Studium entsprechende Abteilung befähigt. Vielleicht bräuchte er noch einen Nachhilfekurs in: Wie leite ich eine Fabrik richtig?


    Diese Ratskeller-Szene fand ich ausschlaggebend für die weitere Entwicklung. Ich werde sie noch einmal lesen - besonders auf Hinblick auf das Zurückrudern der Kaisertreuen am nächsten Tag.

    Seine ÄReden im Ratskeller wid ihn wahrscheinlich im Nachhinein nicht nur Pluspunkte einbringen, vermute ich mal.

    Ich finde ja interessant, dass Diederich eigentlich von nichts eine Ahnung hat und trotzdem große Reden schwingt, wenn es um die Politik und die Monarchie geht. Er bezeichnet sich als liberal, eiert aber herum, wenn er erklären soll, was das überhaupt bedeutet. Dass niemandem auffällt, wie doof er eigentlich ist, ist fast schon lustig. Die Hellsten scheinen sie ja alle nicht zu sein, aber Hauptsache rumkrakeelen und Machtansprüche stellen.

    Stimmt. Am Ende ist es oft so, dass der, der seine Inkompetenz am besten verkauft, am weitesten kommt. ;)

    Mir fiel spontan der Struwwelpeter ein:

    "Der Diederich, der Diederich das ist ein arger Wüterich..."

    Wie passend. :lache

    Ob man je erfahren wird, was da ursprünglich passiert ist zwischen Karl und dem Posten?

    Hm, bisher glaube ich nicht so recht daran, aber es sind ja auch noch ein paar Seiten. Manchmal hatte ich den Eindruck, der Posten steht kurz davor, zum Volkshelden erklärt zu werden, zumindest von den entsprechenden Personen.

    Liberal wird von Diederich so angewendet, dass er es großzügig auslegt und sein Mäntelchen in den Wind hängen kann. Je nachdem, wie es ihm zupass kommt. Also, ich bin für alles und gegen alles.

    Ja, so lege ich es auch. Der Typ Dlederich hätte wohl in den meisten Epochen der vergangenen Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte seine Karriere gemacht. Erst Pickelhaube, dann Hakenkreuz, dann überzeugter Sozialist und so weiter. Derartige Karrieren hat es ja gegeben, erst braun, dann rot und dann schwarz oder so.

    Dietrich jat sich in der Firma vorgestellt, und natürlich mit richtigen Tamtam. Die Firma ist ja ziemlich verlottert😉😏

    Wie gut, dass Diederich zur Stelle ist, um mit harter Hand das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. ;)


    Selbstmitleid??? Ich glaube nicht, dass er weiß was sein Lebensglück ist, außer zu kriechen.

    Kriechen scheint sein einziges Lebensglück zu sein.


    Agnes war ihm zu unterwürfig. Bezeichnend ja seine Gedanken, als er das Mädchen im Zug küsst und sie ihm einen Ohrfeige gibt. "So eine könne man getrost heiraten." Er sehnt sich nach Härte, nicht nach Weichheit und Anschmiegsamkeit. Das mit der Jungfräulichkeit war nur ein Vorwand, irgendwas muss er dem Vater ja sagen.

    Ja, das dachte ich mir auch, eine Frau mit Nudelholz ist ihm lieber und anfangs dachte ich mir, er braucht eine Frau, die er herumkommandieren kann, aber klar, er braucht diese Härte auch in der Ehe.

    Ich bin in diesem Abschnitt noch nicht sehr weit, aber wie sich der kleine "Diederich" den Fabrikarbeitern als neuer Chef vorstellt, zeugt ja schon von seiner Lust an am machthaberischen Gebaren. Die Arbeiter werden wohl kaum Freude an ihm haben, ich kann mir vorstellen, die hätten ihm am liebsten schon als Kind im Bottich .... ;)


    Er hat ja auch deutlich gemacht, dass neben Zucht und Ordnung auch die politische Linie wichtig ist, da werden sicher einige Köpfe rollen, wenn der "kleine" Diederich bockig ist. Selbst in der Familie fühlt er sich bereits als neues Oberhaupt, da der Vater ja gestorben ist.

    Macht ist erotisch, für viele, und Diederich reagiert genauso darauf. Sobald sich jemand gegenüber anderen herrschend hervortut, imponiert ihm das. Und er ordnet sich demjenigen unter oder versuchtes ihm gleichzutun. Bei der Geschäftsübernahme zeigt er sich ja auch gleich von der richtigen Seite. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Ein Sympathieträger ist er wirklich nicht und es wird immer schlimmer.

    Das ist sicher noch der Anfang, hier scheint er mehr auf den Geschmack zu kommen. Diederich ist so ein Typ, der nach oben buckelt und nach unten tritt, ohne selbst je einen eigenen Charakter zu entwickeln.

    Er würde sicher in jeder Zeitepoche klarkommen, da er seine Nase in den Wind hält, wie es halt gerade passt.


    Mir geht das ganz genau so. Ich fand Diederich von Beginn an richtig abstoßend. Schon wie er sich in der Schule verhalten hat war nur Ekel erregend und in Berlin wird sein Verhalten nicht besser. Diese Burschenschaft finde ich ganz furchtbar.

    Ihm scheint sein Verhalten wohl schon in die Wiege gelegt worden zu sein. die Vater-Sohn-Beziehung zeugt ja auch schon davon, er freut sich diebisch, von seinem Vater verprügelt zu werden, nachdem er etwas angestellt hat. Man könnte meinen, Diederich fühlt sich hier schon als Untertan der Autorität, die hier der Vater darstellt.


    Oder als er den Arbeitern seines Vaters droht, sie zu verpetzen.

    Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich dieses Jahr zur Buchmesse fahre, eigentlich bin ich mir jedes Jahr unsicher. Aber wenn ich fahre, dann wahrscheinlich am Freitag, denn am Samstag werde ich auf einer Geburtstagsfeier sein und Sonntag mag ich nicht, weil da immer schon so eine allgemeine Aufbruchsstimmung zu herrschen scheint, also bleibt nur noch der Freitag.

    er Diederich ist eben der typische Untertan. Solche Leute gibt es eben auch heute noch. Sie praktizieren einen ganz gefährlichen Kadavergehorsam und wir finden sie heute eben auch an jeder Ecke. Sie waren keine Besonderheit der Kaiserzeit, denn das Verhalten der Menschen wird sich nie ändern.

    Ja, deshalb finde ich, dass das Buch auch heute noch sehr aktuell ist, auch wenn wir heute keinen Kaiser mehr haben.

    Inzwischen habe ich gegoogelt, dass mit "Schläger" die Fechtwaffe gemeint ist und "schultern" ist wohl eine besondere Haltung derselben, die eine spezielle Ehrenbezeugung ausdrückt.

    So ist ja einiges mit dieser speziellen Sprache der Studentenverbindung erzählt, das man nur als Eingeweihter verstehen kann.

    Ah, danke für den Hinweis, nun wird mir die Szene auch klarer. :-)