Beiträge von Darcy

    Englischer Originaltitel: "Ill Will"


    Klappentext


    Eine Familientragödie, ein Serienmörder, Identität, Erinnerung und die Suche nach der Wahrheit – diese Elemente verwebt der amerikanische Bestsellerautor Dan Chaon zu einem faszinierenden Thriller. Im Mittelpunkt steht der Psychologe Dustin, den die Frage quält, wer seine Eltern ermordet hat. Als er auf den genialen Ermittler Aqil trifft, der angeblich seit Jahrzehnten einem Serienmörder auf der Spur ist, geraten beide in einen Mahlstrom aus Verbrechen und Abgründen, der in die Tiefen der Vergangenheit führt ... zu der Frage nach dem Bösen im Menschen.


    Der Autor

    Dan Chaon gilt in Amerika als einer der aufregendsten Spannungsautoren der Gegenwart. Seine Romane und Geschichten sind mehrfach preisgekrönt, 2006 wurde er mit dem Academy Award in Literature ausgezeichnet. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit lehrt Chaon Creative Writing. Über fünf Jahre lang arbeitete er an ›Der Wille zum Bösen‹, seinem vielleicht persönlichsten Werk, das als literarische Sensation gefeiert wird. Chaon lebt in Cleveland, Ohio.





    „Der Wille zum Bösen“ ist ein höchst ungewöhnliches Leseerlebnis. Der Klappentext beschreibt einen relativ normalen Thriller. Dustins Eltern wurden ermordet als er ein Kind war. Sein Adoptivbruder Rusty sitzt für diese Tat seit fast 30 Jahren in Haft. Er und seine Cousine Kate, deren Eltern ebenfalls getötet wurden, waren die Hauptzeugen. Nun kommt Rusty frei, da ein neues Urteil ihn für unschuldig erklärte. Dustin ist inzwischen Therapeut. Einer seiner Patienten ist ein ehemaliger Cop. Er ist besessen von der Idee, dass ein Serienmörder schon seit Jahren sein Unwesen treibt und junge Männer in Flüssen ertrinken lässt. Vielleicht ist es aber auch eine satanische Sekte. Dustin lässt sich in dessen Verschwörungstheorien hineinziehen. Währenddessen zerfällt seine Familie nach dem Krebstod seiner Frau. Was auch in meinen eigenen Worten wie ein relativ normaler Thriller klingt, ist tatsächlich eine ziemlich bizarre Geschichte.


    Die Story wird aus der Sicht von mehreren Personen und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Gemein ist allen Figuren, das sie unglaubwürdig sind und an ihrer eigenen Sichtweise der Geschehnisse beharren. Aber auch im Stil ist dieses Buch ungewöhnlich. Dustin hat die Eigenart, seine Sätze nicht zu beenden. Deswegen enden seine Sätze in Buch tatsächlich einfach so. Ohne Punkt hört plötzlich sein Satz auf. Auch meint man manchmal Schreibfehler oder formale Fehler zu finden, wie z.B. zu große Wortzwischenräume. Das Buch verwirrt nicht nur durch seine seltsame Story sondern auch durch seine Umsetzung. Die Kapitel sind oft sehr kurz, nur 1-2 Seiten lang. Manche Kapitel lesen sich, als ob jemand im Drogenrausch sie erzählt. Andere sind wiederum sehr normal. Manche Kapitel sind in einer Art Tabellenform erzählt. Man muss erst die erste Spalte lesen, über mehrere Seiten, dann die zweite und dann die dritte. Das ist alles höchst ungewöhnlich.


    Trotz seines seltsamen Stils hat das Buch mich die ganze Zeit gefesselt. Alle Figuren haben ihre eigene Art, mit der Wahrheit umzugehen. Besonders Dustin ist sehr geübt darin, Dinge, die er nicht wahrhaben will, auszublenden. Er traut seinen Erinnerungen nicht, denn Erinnerungen können beeinflusst werden. Das weiß er als Therapeut sehr genau. Er ist zudem ein sehr leicht zu beeinflussender Mensch. Er ist zu vertrauensselig und der Ex-Cop, der sein Patient ist, weiß das für seine „Ermittlungen“ auszunutzen. Leider bleiben zum Teil einige Fragen am Ende offen. Wer hier wen manipuliert hat, das muss der Leser dann für sich selber entscheiden.

    Wer sich auf dieses Buch einlässt, muss auf jeden Fall bereit sein, sich von den üblichen Stilmitteln zu verabschieden. Belohnt wird man mit einem sehr ungewöhnlichen Buch, das sich von der normalen Thrillerkost extremst abhebt

    Gillian McAllister; Anything You Do Say; 4; ebook; englisch

    Mark Edwards; The Retread; 2, ebook, englisch

    C. J. Tudor; Der Kreidemann; 1,5

    Jessica Knoll; The Favourite Sister; 3; ebook; englisch

    E. Lockhart; Genuine Fraud; 2,5; ebook; englisch

    B. A. Paris; Bring Me Back; 4,5; ebook; englisch

    Simone St. James; The Broken Girls; 1,5; ebook, englisch

    Charlie Donlea; Don't Believe It; 2; ebook; englisch


    Ich habe 13 Bücher aktuell zu rezensiern. Aber ebenfalls wie bei Betty alles Englische Originale.


    Offene Anfragen habe ich gerade nicht. Aber das kann sich jederzeit ändern8)


    Das mit dem Wünschen gibt es seid einiger Zeit sowohl bei NetGalley US wie auch UK häufiger. Ich habe da schon mal was bekommen, aber eher selten und in letzter Zeit gar nicht mehr. Schon gar nicht bei den Amerikanern. Seitdem es die europäischen Ableger gibt, kann man als nicht US-Leser fast nur noch wünschen anstatt anfordern. Und ich habe da wie gesagt schon lange kein Glück mehr gehabt.

    Dieses Buch wurde letztes Jahr mega gehypt bei englischsprachigen Bloggern. Ich hatte das Glück, es von der englischen NetGalley-Seite anfordern zu können. Meine Erwartungen waren durch die vielen überschwänglichen Rezensionen extrem hoch und das ist eine gefährliche Sache.


    Manchmal ist es gut, Rezensionen zu lesen und zu wissen, was einen erwartet, und manchmal ist es besser, nicht zu viel über ein Buch zu wissen. Beides trifft auf dieses Buch zu. Ich war froh, dass ich so viele Kritiken gelesen habe, die es bejubelt haben, denn bis fast zur Hälfte hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Das Tempo war extrem langsam und es fühlte sich an wie ein mittelmäßiger Psychothriller. Ich muss zugeben, dass ich den ersten Twist schnell erraten habe. Ich kann nicht sagen warum ohne zu spoilern. Danach zog das Tempo glücklicherweise an und letztendlich hat mich die Geschichte dann doch gepackt.


    Hätte ich nicht so viele begeisterte Kritiken gelesen, hätte ich das Buch möglicherweise abgebrochen. Am Anfang war es einfach doch sehr belanglos aber ich las weiter da ich mir dachte, so viele Blogger können nicht irren. Die andere gute Sache ist, dass ich nicht viel über die Geschichte selbst wusste. Denn da waren sich alle Rezensenten einig: man sollte möglichst blind an das Buch herangehen. Das war der Grund, warum ich nicht aufgab. Ich wollte unbedingt wissen, worum es ging. Deswegen gehe auch ich nicht weiter auf den Inhalt ein.


    Nachdem ich das Buch gelesen habe, verstehe ich, warum der erste Teil so langsam war. Die Geschichte wird aufgebaut und wir lernen die Charaktere kennen und worum es geht Zumindest denkt man, das man weiß worum es geht. Man denkt, man kennt diese Art Story bereits: Frau, betrügerischer Ehemann, Geliebte und Drama. Deswegen kommt der Twist für so viele Leser wie aus heiterem Himmel. Eigentlich ist es ein billiger Trick, den die Autorin hier ausführt. Trotzdem es hat funktioniert. Wenn man den Twist nicht kommen sieht, ist es schon eine sehr überraschende Wendung. Und dieser Twist bleibt nicht der einzige.


    „The Wife Between Us“ fällt für mich unter die Rubrik „Domestic Drama“ (um mal beim Englischen zu bleiben). Ich hatte ein wenig Probleme damit, dass es sehr langsam und ein bisschen schleppend anfing. Ich konnte mich auch nicht in die weibliche Hauptfigur hineinversetzen. Für mich war sie einfach nur dumm. Aber wie gesagt, nachdem ich mich durch die Hälfte des Buches gekämpft hatte, fand ich es plötzlich extrem spannend und konnte nicht aufhören zu lesen.


    Obwohl ich den großen Twist erraten habe und von den anderen Wendungen nur leicht überrascht wurde, kann ich sagen, dass das Buch mich gut unterhalten hat. Die Geschichte war nicht so schockierend oder originell wie ich erwartet hatte und ich empfand es als etwas über-hypt. Ich würde es aber trotzdem jedem empfehlen, der überraschende Psychothriller mag.

    "Angstrausch" von Sara Lotz erscheint im September. Ich habe es im englischen Original gelesen und fand es extrem spannend und unheimlich.





    Zitat

    Simon Newman liebt die Gefahr. Mit der Kamera begibt er sich an hochgefährliche Orte, an denen Menschen regelmäßig verunglücken. Doch als ein Video, das zeigt, wie er fast zu Tode kommt, einen Hype auslöst, ist sogar der wagemutige Adrenalinjunkie überrascht. Von nun an wollen seine Follower ihn in immer neuen Extremsituationen sehen. Simon nimmt die Herausforderung an: eine Expedition auf den Mount Everest. Auf dem höchsten und tödlichsten Berg der Welt ist er nicht nur den Naturgewalten ausgesetzt, sondern stößt auch auf eine menschliche Tragödie. Und plötzlich steht er einer Gefahr gegenüber, wie selbst er sie noch nicht erlebt hat ...


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    Englischer Originaltitel: The Chalk Man




    Klappentext

    Alles begann an dem Tag, an dem sie auf den Jahrmarkt gingen. Als der zwölfjährige Eddie den Kreidemann zum ersten Mal traf. Der Kreidemann war es auch, der Eddie auf die Idee mit den Zeichnungen brachte: eine Möglichkeit für ihn und seine Freunde, sich geheime Botschaften zukommen zu lassen. Und erst einmal hat es Spaß gemacht – bis die Figuren sie zur Leiche eines jungen Mädchens führten. Das ist dreißig Jahre her, und Eddie dachte, die Vergangenheit liegt hinter ihm. Dann bekommt er einen Brief, der nur zwei Dinge enthält: ein Stück Kreide und die Zeichnung eines Strichmännchens. Und als die Geschichte beginnt, sich zu wiederholen, begreift Eddie, dass das Spiel nie zu Ende war ...



    Die Autorin

    C.J. Tudor wuchs auf in Nottingham, wo sie auch heute mit ihrem Lebensgefährten und ihrer kleinen Tochter lebt. Im Lauf der Jahre hatte sie eine Vielzahl von Jobs, unter anderem als Synchronsprecherin, Werbetexterin, TV-Moderatorin und Dogwalkerin. "Der Kreidemann" ist ihr erster Roman, der international für Furore sorgte und innerhalb kurzer Zeit in 39 Länder verkauft wurde.





    „Der Kreidemann“ ist ein sehr atmosphärischer und gut geschriebener Psycho-Thriller, der mit einer originellen Story besticht.


    Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Hauptakteur ist bei beiden Eddie. In der Zeitebene 1986 ist er zwölf Jahre alt. Mit seinen Freunden Mike, Fat Gav, Hoppo und Nicky findet er in den Sommerferien eine Leiche. Die Tote ist ein Mädchen aus dem Ort, das bei einem schrecklichen Unfall entstellt wurde. Bei diesem Unfall war Eddie ebenfalls Augenzeuge.


    In der zweiten Zeitebene, Heute, führt Eddie (oder nun Ed) ein freudloses Leben als Lehrer in seiner kleinen Heimatstadt, in der damals der Mord geschah. Er trifft immer noch Hoppo und Gav. Doch die Geschehnisse aus der Vergangenheit holen ihn ein.


    Über die Handlung sollte man nicht allzu viel wissen, finde ich. Die Story lebt aber vor allem von der Stimmung. Die Autorin kann wunderbar mit wenigen Worten eine Szene umreißen. Die Personen werden schon nach wenigen Seiten sehr plastisch. Überhaupt hat mich die Schreibweise schon nach wenigen Seiten am meisten überzeugt. Die Story ist soweit OK und plausibel. Die persönlichen Verwicklungen der einzelnen Figuren untereinander sind nachvollziehbar beschrieben. Eddie ist auf beiden Erzählebenen eine sowohl sympathische aber auch ambivalente Figur. Kleine Dinge machen ihn ebenso unheimlich wie er eigentlich sympathisch ist. Ich wusste nicht, ob ich seinem Bericht trauen soll, obwohl er so nett rüberkommt als Figur. Die ganze Sache um die Kreidemännchen, diverse Charaktere und die Dynamik der Freundschaft ist schon recht komplex. Zugleich ist das Buch aber auch relativ entspannt und ruhig erzählt. Trotzdem empfand ich es als spannend. Oft enden die Kapitel mit einer kleinen Andeutung auf Kommendes. Aber der nächste Abschnitt spielt dann wieder in der anderen Zeitebene und man will schnell weiterlesen und so fliegen die Seiten nur so dahin.


    Mir hat an diesem Buch vor allem der Schreibstil gefallen. In den Rückblenden kommt ein wenig Nostalgie auf. Man muss an Filme wie „Stand by Me“ oder auch „Stranger Things“ denken. 5 Kinder im frühen Teenie-Alter sehen sich einer Gefahr aus der Erwachsenenwelt gegenüber. Einer davon, Ed, muss sich diesen Ängsten als Erwachsener wieder stellen. Dabei ist er an einigen Dingen nicht ganz unschuldig und ist in diesem Sinne ein unzuverlässiger Erzähler.


    Mir hat dieses Buch, trotz des einen oder anderen Makels, sehr gut gefallen. Es ist flüssig zu lesen, gut geschrieben, sehr menschlich und nachvollziehbar und auch spannend (auf eine leise Art). Es hebt sich auf angenehme Art von der Einheitskost im Thrillergenre ab. Mich hat „Der Kreidemann“ überzeugt.





    Ich finde die deutsche Seite nach wie vor sehr bescheiden. Ich fordere meist über NetGalley.uk an. Ich frage auch nur Bücher an die mich wirklich interessieren und die rezensiere ich nahe am Erscheinungsdatum damit ich sie direkt bei amazon hochladen und verklinken kann. Amazon Deutschland braucht ja meist 2-3 Tage um die Rezi online zu stellen, aber das kann man dann ja bei NetGalley aktualisieren.

    Englischer Originaltitel: The Trophy Child



    Klappentext

    Seit eine Auseinandersetzung mit ihrer Stiefmutter Karen eskalierte, gilt die sechzehnjährige Verity als emotional instabil. Karen ignoriert sie seit dem Vorfall und legt all ihre Aufmerksamkeit auf ihre jüngere Tochter Brontë. Deren Tage sind vollgepackt mit Klavierunterricht und Nachhilfe – was immer es braucht, um sie zu neuen Höchstleistungen zu treiben. Denn Karen lässt nichts außer Perfektion gelten. Eines Tages entschließt Verity impulsiv, ihrer kleinen Schwester eine Auszeit zu gönnen, und geht mit ihr auf den Spielplatz. Doch der Ausflug wird zum Alptraum, als in einem kurzen unbeobachteten Moment Brontë spurlos verschwindet ..



    Die Autorin

    Paula Daly wurde in Lancashire geboren und lebt heute mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und Hund Skippy im englischen Lake District. Sie arbeitete freiberuflich als Physiotherapeutin, lebte für kurze Zeit in Frankreich, vermisste aber bald den gewohnten Trubel und kehrte nach Großbritannien zurück. Ihre Romane »Der Mädchensucher« und »Herzgift« wurden von Presse und Lesern begeistert gefeiert und etablierten Paula Daly als Autorin brillanter psychologischer Spannungsromane.





    Dies ist bereits mein drittes Buch von Paula Daly. Ihr Name steht für mich für gute und durchdachte Krimis und den wunderschönen Handlungsort Lake District. In diesem Buch besticht sie vor allem durch ihre starke Figurenzeichnung. Mir war der Begriff „Tigermutter“ noch gar nicht bekannt. Ich musste es erst googeln. Auf Karen trifft der Begriff exakt zu. Sie will nur das Beste für ihre Tochter Brontë und das Beste bedeutet für sie Erfolg im Leben. Der lässt sich aber nur mit harter Arbeit erreichen und deswegen gibt es weder Freizeit noch Spielen für die 10jährige. Karen fährt Brontë vom Musikunterricht zum Ballett und von da aus zur Mathenachhilfe. In der Autorfahrt dazwischen ist dann Zeit zum Essen und Leseübungen. Karen ist ein sehr unsympathischer und kalter Charakter. Die kleine Brontë kann einem leidtun.


    Karen ist mit Noel verheiratet. Für ihn ist es schon die zweite Ehe. Er hat seine erste Frau Jennifer wegen Karen verlassen. Jennifer ist inzwischen an MS erkrankt und lebt in einem Heim. Dadurch wohnt ihre gemeinsame Tochter Veritiy seit einiger Zeit bei ihnen. Karen und Verity verstehen sich gar nicht und es kam auch schon einmal zu einem unschönen Vorfall.


    Eines Nachmittags, eine Klavierstunde fiel überraschend aus, nimmt Verity Brontë mit auf den Spielplatz. Sie lässt sie kurz bei ihren Freundinnen und besucht ihre Mutter im Heim. In diesen wenigen Minuten verschwindet Brontë. Doch einen Tag später taucht sie gesund und munter wieder auf und hat nur eine lahme Erklärung dafür, wo sie war. Doch dann passiert noch etwas weitaus schlimmeres.


    Paula Daly hat eine klare und flüssige Schreibweise. Wie schon erwähnt, sind in diesem Buch vor allem die Figuren beeindruckend. Karen ist als extremer Charakter sehr gut gelungen. Man muss sie einfach hassen. Die Polizistin Joanne ist der Sympathieträger der Geschichte. Kleine persönliche Dinge lassen sie sehr lebensecht erscheinen. Noel ist ein wenig Rückratlos. Ich empfand ihn als sehr schwachen Menschen, der sich seiner resoluten Frau gegenüber nicht durchsetzen kann. Aber gerade durch seine Fehler ist er ebenfalls eine sehr glaubwürdige Figur. Die Krimihandlung ist solide und durchaus spannend. Lange tappt Joanne im Dunklen, der Fall bzw. die beiden Fälle, die sich ereignen, sind rätselhaft. Die Story ist ein Mix aus häuslichem Drama, Krimi und der daraus resultierenden Polizeiarbeit.


    Das Buch lässt sich gut weglesen und ist flüssig geschrieben. Für mich war es jetzt kein Lesehighlight aber durchaus unterhaltsam.





    Englischer Originaltitel: "Fates And Furies"



    Klappentext:

    Manchmal gründet das Wunder einer idealen Ehe nicht in der Aufrichtigkeit, sondern im Verschweigen. Als Lotto und Mathilde heiraten, kennen sie sich erst wenige Wochen. Sie sind jung und schön und einander vollkommen verfallen. Ihr Glück ist förmlich mit Händen greifbar, und über die Jahre ist ihre Vertrautheit so tief, dass sie sich auch wortlos zu verstehen scheinen. Doch was wissen sie wirklich voneinander? Ahnt Lotto, welchen Zorn Mathilde hinter ihrem sanften Lächeln verbirgt? Und was geschieht, wenn sich eine einzige Annahme in ihrem Beziehungsgeflecht als Illusion herausstellt? Lauren Groff zeichnet das Bild einer Ehe, hinter deren Glanz sich schleichend etwas Dunkles offenbart



    Die Autorin

    Lauren Groff, 1978 in Cooperstown, New York, geboren, hat am Amherst College und an der University of Wisconsin studiert. "Die Monster von Templeton" ist ihr erster Roman. Lauren Groff hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten und lebt in Gainesville, Florida.





    „Licht und Zorn“ ist nicht das klassische Ehedrama, das man vielleicht erwarten würde. Lotto und Mathilde lieben sich sehr, hier gibt es keine Zerfleischung. Hier stellt sich mehr die Frage, wie gut man den Mensch an seiner Seite wirklich kennt. Vor allem wenn er so verschlossen ist wie Mathilde. Zumindest Lotto kannte seine Ehefrau nicht wirklich. Es mag seiner eigenen Selbstwahrnehmung geschuldet sein, das er seine Frau so wenig hinterfragte. Es sah sie so, wie er sie sehen wollte und Mathilde spielte mit, weil sie der Mensch sein wollte, den Lotto in ihr sah.


    Grundsätzlich hat Lauren Groff einen schönen Schreibstil. Aber irgendwie wirkte er verfehlt. Es ist oft einfach zu viel, over-the-top, und macht die Geschichte fast zu einer Phantasiegeschichte da sie so unrealistisch ist. Die Story kommt auch nicht so richtig auf den Punkt und mäandert vor sich hin. Es war oft etwas ermüdend. Ein wenig Straffung hätte dem Buch gutgetan.


    Irgendwie habe ich etwas anderes erwartet als ich mit diesem Buch bekommen habe. Das ist nicht unbedingt schlecht und auch nicht der Fehler des Buches. Ich bin auch froh, dass ich es gelesen habe obwohl ich mich gelegentlich etwas durchgequält habe. Aber irgendetwas ist unter all der blumigen Wortgewalt verborgen, denn das Buch hat ein Gefühl in mir ausgelöst. Es hat mich traurig zurück gelassen. Auch wenn ich nicht ganz glücklich bin mit dem Buch, so soll meine Rezension kein Verriss sein. Denn wenn ein Buch ein so starkes Gefühl bei mir als Leser auslösen kann, dann hat es doch etwas richtig gemacht.




    Englischer Originaltitel: Littel Fires Everywhere


    Klappentext

    Es brennt! In jedem der Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie die Erfahrung gemacht, »dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer«. Deshalb passte sie so gut nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio, in dem der Außenanstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie das Alltagsleben seiner Bewohner. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, Isabel, wohlgeraten. Doch es brennt. Elenas scheinbar unanfechtbares Idyll – alles Asche und Rauch?



    Die Autorin

    Celeste Ng (sprich: Ing), geboren Anfang der 80er-Jahre in Pittsburgh, Pennsylvania, wuchs als Kind chinesischer Einwanderer in Pennsylvania und Ohio auf. Beide Eltern waren Wissenschaftler. Nach ihrem Studium in Harvard und an der University of Michigan veröffentlichte sie zahlreiche Kurzgeschichten. »Kleine Feuer überall« ist ihr zweiter Roman




    Ich war mir gar nicht sicher, ob dieses Buch überhaupt etwas für mich sein würde. Ich kenne Ngs „Was ich euch nicht erzählte“ und fand es so naja. Es hatte mich nicht so begeistert wie den Großteil der Leser. Ich empfand es als sehr langsam und dachte, das Ng vielleicht einfach keine Autorin nach meinem Geschmack wäre. Aber nun habe ich ihr doch noch mal eine Chance gegeben. Und ich bin sehr froh darüber.


    „Kleine Feuer überall“ beginnt ruhig und unaufgeregt, obwohl gerade ein Haus abbrennt und die Familie staunend davor steht. Es beginnt also mit dem Ende. Wie es dazu kam, erfahren wir im Laufe des Buches. Der Schreibstil der Autorin hat mich diesmal sofort gefangen genommen. Ich war so unerwartet schnell in der Geschichte drin, dass ich mich kaum losreißen konnte und den Großteil in einem Rutsch durchlas.


    Shaker Heights ist eine kleine Modellsiedlung, eine Vorstadt von Cleveland. Einst von der religiösen aber sehr modernen und toleranten Gruppe der Shaker gegründet, gibt es viele Regeln, an die sich die Bewohner halten müssen. In welcher Farbe welcher Typ Haus gestrichen werden oder wie hoch das Gras höchstens wachsen darf. Regeln halten alles zusammen und geben Halt und Ordnung. Das denkt jedenfalls Elena Richardson. Sie wurde hier geboren und ist nach dem Studium in diese perfekte Vorstadtidylle zurückgekehrt mit dem jungen Mann, den sie auf der Uni kennenlernte. Inzwischen haben sie 4 Kinder. Die Richardsons haben noch ein zweites Haus in dem Ort, das sie vermieten. Elena zieht immer nur Mieter in Betracht, von denen sie glaubt, dass sie mit ihrer Großmut, ihnen diese Wohnung zu einem anständigen Preis zu vermieten, etwas Gutes tut. In dieses Schema passt Mia, eine freischaffende Künstlerin, mit ihrer 15jährige Tochter Pearl. Mia arbeitet mit Fotografien. Sie sucht nach Ideen und wenn sie etwas verwirklicht hat, zieht sie weiter. Sie leben überall nur wenige Monate. Da ihre Kunst nicht genug Geld einbringt, arbeitet sie nebenbei noch in unterschiedlichen Jobs. Diesmal aber hat sie Pearl versprochen, dass sie sesshaft werden. Pearl freundet sich rasch mit den Kindern der Richardsons an und geht schon bald dort ein und aus. Izzy, Elenas jüngste, fühlt sich dagegen von Mia mehr verstanden als von ihrer Mutter.

    Viel mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen. Die Geschichte entfaltet sich langsam. Mia und Pearl bringen das Gleichgewicht innerhalb der Familie Richardson durcheinander. Aller Personen reagieren irgendwie aufeinander und Mia bringt vor allem in Elena nicht das Beste zutage. Zudem spaltet ein Sorgerechtsstreit die Einwohner des Vororts.


    Das Buch spielt in einer nicht näher definierten Zeit. Zuerst dachte ich, es würde in den 60er Jahren spielen, aber das stellte sich als nicht richtig heraus. Es spielt aber auf jeden Fall in einer Zeit, in der Handys noch nicht normal waren sondern eher eine Ausnahme. Es weht aber ein etwas altmodischer Wind durch die ganze Geschichte. Trotzdem ist sie zeitlos. Es geht vor allem um Mütter und ihre Beziehungen zu ihren Töchtern. Die Frage, was eine Mutter ausmacht, wie man mit Kindern, Schwangerschaften etc. umgeht ist ein großes Thema.


    Die vielschichtige Story mäandert dahin und stellt uns alle Figuren vor. Zwar werden hauptsächlich die weiblichen Figuren näher beleuchtet, aber jeder Charakter ist individuell und plastisch. Auch die Verbindungen, die untereinander entstehen, im Guten wie im Schlechten, sind sehr realistisch dargestellt. Ng hat eine wunderbare Sprache. Mir fehlen ein wenig die Worte, um die Story und was sie ausmacht, richtig zu beschreiben. Oberflächlich gesehen, passiert nicht viel. Die Story geht langsam voran. Und trotzdem passiert unterschwellig so viel. Das Buch umgibt eine gewisse Traurigkeit. In der Beziehung von Eltern zu ihren Kindern ist auch immer Verlust und Schmerz enthalten. Und kleine Feuer brennen in allen Figuren.


    „Kleine Feuer überall“ ist ein außergewöhnliches Buch. Wunderbar geschrieben, hat es mich eifrigen Psychothriller-Leser mit seiner Ruhe und exaktem Blick für die menschlichen Schwächen, in seinen Bann gezogen und für seine traurige Geschichte eingenommen. Von mir gibt’s volle Punktzahl und eine unbedingte Leseempfehlung.

    Anna verbringt ihre Tage damit, alte Schwarz-Weiß-Filme anzuschauen und ihre Nachbarn auszuspionieren. Sie hat Agarophobie und hat ihr Haus seit 10 Monaten nicht verlassen. Sie trinkt zu viel und wirft Pillen ein wie Süßigkeiten. Also glaubt ihr niemand, als sie im Haus ihres neuen Nachbarn einen Mord durch ihr Fenster beobachtet. Sie ist nur die verrückte Frau, die ihr Haus nie verlässt und die ganze Zeit betrunken ist. Ist dieser Mord passiert oder wird sie verrückt?


    Das Buch entwickelt sich sehr langsam. Es ist zunächst verwirrend, weil wir nicht viele Informationen über Anna und ihre Probleme bekommen. Tempo kommt erst später im Buch auf. Es gibt viele Wiederholungen und viel zu viele Referenzen zu diesen alten klassischen Schwarz-Weiß-Filmen. Mir hat der Schreibstil gefallen. Annas Agoraphobie und ihr tragischer Verlust sind sehr gut und berührend geschrieben. Die Wendungen sind nicht so schockierend. Ich sah wirklich das meiste davon kommen. Aber das war nicht so schlimm und das Ende war dann doch überraschend.


    Ich bin ein bisschen hin und her gerissen mit meiner endgültigen Meinung. Das Buch beginnt sehr langsam und es dauerte eine Weile bis ich gefesselt war. Wenn man mich zur Hälfte in diesem Buch gefragt hätte, wie ich es bewerten würde, hätte ich nur 4 Punkte gegeben. Wie ich bereits sagte, begann das Buch sehr spät Spannung aufzubauen, aber dann wurde es tatsächlich packend. Ich mochte auch den Schreibstil und wie der Autor uns in Annas Phobie hineinversetzt hat. Annas Trauma, das zu ihrem Zustand führte, ist herzzerreißend und ich fand es hart darüber zu lesen. Aber die Geschichte war auch etwas langatmig und am Ende war ging alles sehr schnell. Irgendwie lief die Geschichte insgesamt nicht rund für mich. Es gab Stellen, in denen es total faszinierend waren und dann wiederum welche, die sehr langsam waren und abdrifteten.



    Ich kann mir dieses Buch sehr gut als Film vorstellen Da mir das Buch erst nach ca. der Hälfte angefangen hat, zu gefallen, kann ich es nicht ganz so gut bewerten- Aber ich empfand es auch als recht ungewöhnlich und ich schwanke zwischen 6 oder 7 Eulenpunkte.


    Ich habe die englische Originalversion gelesen.

    Stuart Turton; The Seven Deaths Of Evelyn Hardcastle; 1; ebook; englisch; Monatshighlight

    Jane Harper; Force Of Nature; 1,5; ebook; englisch; dt.: Ins Dunkel;

    Sarah Stovell; Exquisite; 2; ebook; englisch

    Michael J. Malone; A Suiteable Lie; 3,5; ebook; englisch

    Alessandra Torres; The Ghostwriter; 2,5; ebook; englisch

    Louise Beech; The Mountain In My Shoe; 4; ebook; englisch

    Anthony Horowitz; Magpie Murders; 2; ebook; englisch; dt.: Die Morde von Pye Hall



    Ich bin ein großer Sharon Bolton Fan und deswegen war ich ein wenig schockiert, das ausgerechnet ein Buch von ihr mich 2017 so enttäuscht hat. "Dead Woman Walking" (auf deutsch ab 20.8.2018 "Im Visier des Mörders) hat mir so gar nicht gefallen. Ich wundere mich ja sowieso, in welchem Tempo diese Frau Bücher raushaut. Ihre letzten beiden Stand-alones waren absolute Highlights für mich. Deswegen war ich so fassungslos, das mir hier weder Geschichte noch Aufbau gefallen habe. Die ganze Story hat für mich von vorne herein nicht funktioniert. Mich hatte schon der Klappentext nicht angesprochen und ich habe es nur gelesen, weil es halt von Sharon Bolton war. Ich dachte, das wäre eine sichere Bank. Aber es hat nicht funktioniert. Ich fand es einfach nur schlecht. Das die Story sich in eine Richtung entwickelte, die ich nicht mochte, ist nicht unbedingt die Schuld der Autorin. Aber das ganze war irgendwie....blöd. Jetzt bin ich mal auf ihr nächstes Buch gespannt.

    "Hex" war eine nette Lektüre, aber ich habe erwartet, dass dieses Buch gruseliger sein würde. Die Sache mit der Hexe wird mit ziemlich viel Humor gehandhabt. Das war nett, aber es hat den Gruselfaktor aus der Geschichte genommen. Mir gefiel, wie der Autor seine Charaktere entwickelte. Ein Paar Kinder spielen einen Streich und die Dinge laufen aus dem Ruder. Die Geschichte hat etwas Übernatürliches, die Hexe ist real und die Stadt wird von Angst regiert. Aber die menschliche Natur ist gefährlicher als jede übernatürliche Kraft sein kann.


    Das Buch ist unterhaltsam und die Geschichte ist ungewöhnlich. Es ist auch gut geschrieben, aber ich habe irgendwie den Horror vermisst. Es gibt auch kein großes Geheimnis oder eine Wendung. Das Ende hat mir gar nicht gefallen. Der Autor ist Holländer und er bekam die Chance, sein Buch auf Englisch für den amerikanischen Markt neu zu schreiben. Er hat das Ende geändert. Ich würde gerne wissen, wie das ursprüngliche Buch endete.


    Ich habe die englische Originalversion gelesen.

    Will Dean; Dark Pines; 4,5; englisch; ebook

    Sarah Vaughan; Anatomy of a Scandal; 2; englisch; ebook

    Rachel Caine; Die Angst schläft nie; 2; ebook

    Margot Hunt; Best Friends Forever; 1,5; englisch; ebook

    Sabine Durrant; Die Hochstapler; 2

    A.J. Finn; The Woman In The Window; 3; englisch; ebook

    Kaela Coble; Friends And Other Liars; 4; englisch; ebook

    Ronald Malfi; The Ascent - Der Aufstieg; 2; ebook

    Greer Hendricks; The Wife Between Us; 1,5; englisch; ebook



    Ich bin ein großer Fan von Büchern, die sich mit Bergsteigen beschäftigen. Ganz besonders, wenn es um die Gegend rund um den Mt. Everest geht. Dieses Buch passte somit genau in mein Beuteschema.


    Zuerst geht es ganz geruhsam zu. Wir lernen Tim kennen. Er ist – oder war – Bildhauer. Seine Frau hat ihn vor einiger Zeit verlassen, weil er seiner Arbeit immer den Vorzug gab. Kurz nach ihrer Trennung kam Hannah mit ihrem neuen Partner bei einem Unfall ums Leben. Die Trennung und besonders Hannahs Tod haben Tim völlig aus der Bahn geworfen. Er verliert sich in Extremsportarten und trinkt exzessiv. Bei einer leichtsinnigen Höhlenkletterei kommt er beinahe ums Leben. Als er so in dieser Höhle lag und dachte, er müsste sterben, glaubte er, Hannahs Geist zu sehen. Sie gab ihm Kraft in dieser Situation und half ihm, zu überleben. Zumindest glaubte er das in dem Moment. Während er seine Verletzung auskuriert und säuft, glaubt er immer wieder Hannahs Geist aus den Augenwinkeln zu sehen. Tim fürchtet, dass er seinen Verstand verliert. Da kommt ihm das Angebot eines alten Freundes von Hannah gerade recht. Andrew stellt gerade eine kleine Truppe Kletterer zusammen, mit denen er das geheimnisvolle Tal der Seelen in Nepal aufsuchen will, das noch keiner außer den Einheimischen betreten haben soll.


    Die Stimmung des Buches ist von vorne herein sehr düster. Tim suhlt sich in Selbstmitleid und Alkohol. Nach und nach in Rückblenden erfahren wir, wie er Hannah kennenlernte und wie sie sich auseinanderlebten. Die Hauptstory ist aber der Trip zum sagenumwobenen Tal der Seelen. Die Tour steht unter keinem guten Stern. Die Truppe besteht aus lauter Alphamännchen und muss sich erst zusammenraufen. Schon bald stoßen sie auf Schwierigkeiten, der Aufstieg ist gefährlich und dann gibt es den ersten Toten.


    Das Buch wird vom Verlag als Thriller beworben. Das war mir vor dem Lesen gar nicht bewusst. Für mich war es über weite Teile aber eher eine Abenteuergeschichte mit düsterem Hintergrund und leicht paranormalen Anklängen, die aber auch dem Zustand der Hauptfigur zugeschrieben werden können. Die Thrillerelemente kommen erst zum Schluss zum Vorschein. Da wird es dann sogar sehr spannend. Da ich zu Beginn nicht wusste, dass es ein Thriller sein sollte, habe ich auch nichts vermisst. Für mich war es aber auch so sehr spannend. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Das Buch liest sich flüssig und die Seiten flogen nur so dahin. Ich bin, wie ich schon sagte, ein williges Opfer für derartige Storys um masochistische Bergsteiger. Der leicht mystisch-mysteriöse Touch hat mir auch sehr gut gefallen. Er ist gut eingebettet in die Story.


    Dem Autor ist ein homogener Mix aus Mystery, Thriller und psychologischer Horrorstory gelungen. Für mich war „Der Aufstieg“ kurzweilige und spannende Unterhaltung.

    Klappentext


    Seit Paul Morris einen großen Bestseller landete, sind viele Jahre vergangen. Mittlerweile ist das Geld aufgebraucht, und er leidet unter einer Schreibblockade. Doch auf Kosten anderer kommt er ganz angenehm durchs Leben, denn mit einem hatte Paul noch nie Probleme: lügen. Als er seinen alten Schulfreund Andrew Hopkins in dessen Villa besucht, lernt er dort Alice Mackenzie kennen. Die junge Mutter ist verwitwet – und sehr wohlhabend. Alice lädt Paul ein, sie und Andrews Familie in den alljährlichen Urlaub nach Griechenland zu begleiten. Dort, auf Pyros, verschwand vor zehn Jahren ein Mädchen spurlos, und Alice hat nie aufgehört, nach ihr zu suchen. Doch auch Paul war damals auf der Insel



    Die Autorin

    Sabine Durrant lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in London, wo sie als Autorin und Journalistin arbeitet. Sie schreibt unter anderem für den Guardian, den Daily Telegraph sowie die Sunday Times und hat bereits mehrere Kinderbücher und Romane veröffentlicht, die in bis zu 15 Sprachen übersetzt wurden.




    Paul Morris ist ein notorischer Lügner. Er ist charmant und gutaussehend und zehrt von einem kurzen Ruhm als Schriftsteller. Vor 20 Jahren veröffentlichte er ein Buch, das sehr erfolgreich war und mit guten Kritiken bedacht wurde. Seitdem hat er nichts Gescheites mehr zu Papier gebracht und schnorrt sich durchs Leben. Nun sieht er sich gezwungen, mit 44 Jahren wieder bei seiner Mutter einzuziehen. Da trifft er zufällig einen alten Freund wieder, der ihn zu einem Abendessen bei ihm einlädt. Dort lernt er die wohlhabende Witwe Alice kennen. Eigentlich ist sie zu alt für ihn, denn er verführt sonst nur junge Frauen. Aber aus Langeweile trifft er sich mit ihr. Dabei fällt ihm auf, dass sie durchaus Vorteile für ihn bereithält. Da sie Kinder hat, kann er immer mal bei ihr übernachten und auch Essen, was seiner prekären Situation bezüglich Wohnung und Einkommen sehr entgegenkommt. Als er erfährt, dass Alice mit ihren Kindern und Freunden den Sommer in Griechenland verbringen will, setzt er alles daran, auch eingeladen zu werden.


    Paul ist ein charmanter und arroganter Unsympath. Er lügt bei jeder Gelegenheit, auch wenn es sich nur um Kleinigkeiten handelt. Er will immer gut dastehen, aber leider ist seine private Situation alles andere als glänzend. Er ist immer schon so durchs Leben gekommen. Dabei weiß er um seine Fehler, aber er ist so von sich überzeugt, dass er felsenfest glaubt, alle anderen mit seinem Charme und Witz zu täuschen.


    Das Buch kommt erst langsam in Fahrt. Wir lernen erst Paul gut kennen und die Beziehung zu Alice baut sich auf. Mich hat sogleich die Sprache der Autorin begeistert. Paul ist der Ich-Erzähler, und die Art, wie er in selbstgefälligem Plauderton die Geschichte erzählt, empfand ich als sehr unterhaltsam. Er ist keine sehr sympathische Figur, aber ich fand die Erzählung sehr amüsant. Dabei habe ich aber schon bald eine unterschwellige Spannung verspürt. Wir erfahren gleich zu Anfang, dass Paul reflektiert und überlegt, wann er die ersten Anzeichen, dass etwas schief lief, hätte bemerken müssen. Unter der heißen griechischen Sonne entfaltet sich langsam eine hinterlistige und erschreckend kaltblütige Story.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Das lag vor allem an der Figur Paul, an der Sprache und an der düsteren Stimmung, die rund um den Lebenskünstler Paul herrscht und die er nicht bemerkt. „Die Hochstapler“ ist ein flüssig zu lesendes, unterhaltsames und kurzweiliges Buch.