Beiträge von PMelittaM

    Adrian Lehnhardt vermutet, dass seine Tante Henriette Strauss nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, auch der Hausarzt unterstützt diese Meinung. Doch die tatsächliche Todesursache gibt Rätsel auf. Auch die Motivation bleibt zunächst unklar: Hat ihr Tod mit ihrem Beruf als Ärztin zu tun? Oder liegt die Ursache eher im privaten Umfeld?


    Der dritte Band der Reihe führt mitten in das inflationsgebeutelte Deutschland des Jahres 1923, wie auch schon in den Vorgängerbänden ist der historische Hintergrund gut mit der erzählten Geschichte verwoben, vor allem die Lebensverhältnisse des „kleinen Mannes“ werden thematisiert. Durch den neuen Kriminalassistenten in Leo Wechslers Team, Jakob Sonnenschein, wird darüberhinaus auch der immer deutlicher werdende Antisemitismus eingeführt, das Progrom im Scheunenviertel ist einer der Auswüchse, der im Roman Niederschlag findet.


    Neben dem Kriminalfall nimmt die Autorin uns wieder mit in Leos Privatleben, seine Schwester Ilse musste im letzten Band einen heftigen Rückschlag erleben, und auch Leos Beziehung zu Clara Bleibtreu bleibt nicht ohne Probleme. Ich mag es sehr, wenn ich Ermittler auch privat gut kennenlernen kann. Auch den oben bereits erwähnte Jakob Sonnenschein (dessen Name mir bei jedem Lesen einen sonnigen Tag vor Augen führte …) erlebt man in seinem privaten Umfeld. Gut gefällt mir auch die Einbeziehung historischer Personen, über die man im Anhang ein bisschen mehr erfährt. Dort gibt es auch ein Literaturverzeichnis für weitergehende Lektüre.


    Der Kriminalfall ist interessant, auch, weil die Methode sehr ausgefallen ist. Bezüglich der Motivation kann man als Leser:in recht früh eine Ahnung aufbauen, ob diese allerdings auch zur Lösung führt, verrate ich natürlich nicht. Die Lösung ist auf jeden Fall nachvollziehbar. Lesen lässt sich der Roman wieder sehr gut, und das Kopfkino bekommt viel zu tun. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band und ein Wiedersehen mit den Charakteren.


    Die Reihe um Leo Wechsler ist inzwischen eine Lieblingsreihe für mich. Ich finde es sehr gelungen, wie die Autorin Kriminalfall, Persönliches und historischen Hintergrund verknüpft, freue mich auf die weiteren Romane und vergebe gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für die Reihe.

    Wir haben ja schon geahnt, was hinter dem Mord steckt. Ganz schön traurig, das Ganze. Dass Adrian sich dann auch noch vor die Bahn werfen wollte, und Leo ihn in letzter Minute gerettet hat, empfand ich als etwas zu dramatisch.


    Am Ende scheint es so, dass Leo und Clara heiraten werden. Mal sehen, wie wir die Familie im nächsten Band antreffen. Werden wir wieder eine LR machen?


    Schön auch der Anhang, mit kurzer Vorstellung der historischen Persönlichkeiten, Literaturverzeichnis (mit der Biographie, die Regina Stürickow geschrieben hat, und die ich bereits im ersten Abschnitt erwähnt habe) und den Internetlinks (wobei ich das meiste schon selbst gefunden hatte).


    Insgesamt hat mir der Roman wieder gut gefallen.

    Ich kann Addie verstehen, dass sie dieses Leben nicht möchte, nicht auf die Rolle der Frau reduziert werden, wie sie zu ihrer Zeit und in ihrem Dorf üblich war, und ein bisschen hätte ich von ihrem Vater gehofft, dass er sie noch mehr unterstützt, denn den Anfang hatte er schon gemacht.


    Dass man, wenn man sich mit dem Bösen einlässt, nie genau das bekommt, was man sich gewünscht hat, ist bekannt, es findet immer die Möglichkeit, es umzudeuten. Nun ist sie also "frei", denn jeder vergisst sie wieder, sobald er sie nicht mehr sieht, sie hinterlässt auch keine Spuren. Schlimm fand ich, dass auch der Vater sie vergessen hatte. Man mag sich das gar nicht vorstellen.


    Nun geht sie also schon seit 300 Jahren durch die Welt und stiehlt, was sie benötigt, denn das ist anonym. Ich bin gespannt, was der Roman noch für Geschichten um Addie erzählt, bisher hat es mich noch nicht so gepackt, aber das muss ja nicht so bleiben.


    Gut gefällt mir der Einstieg mit den Kunstwerken.


    Bücher sind eine Möglichkeit, tausend Leben zu führen - da ist etwas dran ...

    Ok, der Anschlag auf Stratow ist schnell gelöst, ob wirklich kein Medikamententest dahintersteckte? Andererseits scheint es sich unter den Frauen ja herumzusprechen, dass an ihnen getestet wird.


    Ilse hat es nicht leicht, ich bin froh, dass wenigstens Clara sie versteht. Leo scheint es nicht zu gefallen, dass sie beim Bäcker aushilft, oder mag er es nur nicht, dass man es ihm verschwiegen hat? Dann sollte er sich mal fragen, warum ...


    Das Rätsel, wie das Gift verabreicht wurde, ist gelöst. Rosa Lehnhardt benimmt sich immer merkwürdiger, der Verdacht verstärkt sich, dass sie ihre Schwester getötet haben könnte, weil sie Adrian sagen wollte, dass sie seine Mutter ist. Womöglich will sie ihn nicht auch noch verlieren, nachdem sie schon ihren Mann verloren hat. Aber dafür eine Schwester töten?


    Die Ausschreitungen gegen die Juden sind schlimm, und die Schupos schauen nur zu.

    Das könnte auch der Fehler sein, den Henriette gerade biegen wollte, als sie sich Hilfe suchend an den Buddhisten gewandt hat. Falls dem so ist, hätte ich es wohl zum Wohl aller dabei belassen, außer es schadet mir selber. Wie sehr ihr das?

    Wem aber sollte es nutzen, wenn sie jetzt auf einmal zugäbe, dass Adrian ihr Sohn ist? Im Grunde würde es allen nur schaden, oder?

    Versuche an Menschen ... Das was die Krankenschwester gesagt hat, hörte sich nicht unbedingt nach legal an. Wenn Schwangeren Mittel gegeben werden, die das Ungeborene schaden können ... Letztes Jahr habe ich in Zusammenhang mit einem Roman gelesen, dass es in der DDR auch Medikamentenversuche gab, bei denen die Patienten nicht unbedingt aufgeklärt wurden. Offenbar waren dabei auch westeuropäische und amerikanische Pharmafirmen mit im Spiel.


    Offenbar ist das Gift entdeckt: Paternostererbse, habe ich auch noch nie gehört. Ich denke, es ist in Zusammenhang mit dem Rosenduft verstäubt worden. Ein bisschen verdächtig kommt mir übrigens Henriettes Schwester vor.


    Clara und Leo nähern sich wieder an, zum Glück. Ilse hat sich selbst um einen Job bemüht, auch wenn er wahrscheinlich nur vorübergehend ist.


    Sorgen mache ich mir um Sonnenschein, Jude sein wurde damals zunehmend gefährlich. Geht es euch auch so: Immer wenn ich den Namen lese, denke ich zuerst die Sonne scheint und sehe es direkt vor mir ^^ Ein wirklich schöner Name!


    Was es wohl mit dem Anschlag auf Stratow auf sich hat?

    Ja, ich finde ihn auch zunehmend interessant, da er von allen Auror*innen ähnlich beschrieben wird... Gibt es eigentluch irgendein Buch direkt ÜBER ihn?

    Hab jetzt mal nachgesehen: Joan hatte mir damals, 2016, die Biographie "Der Kommissar vom Alexanderplatz" empfohlen.


    Wie ich jetzt gesehen habe, hat sie Regina Stürickow geschrieben. Von ihr habe ich neulich einen Roman mit Gennat gelesen, und zwar schreibt sie eine ganze Roman-Reihe mit Original-Gennat-Fällen.


    Allerdings fand ich den, den ich gelesen habe (Orientexpress) nicht so gut. Aber sie ist immerhin Historikerin, und der historische Background ist schon entsprechend gut, eine Biographie über Gennat könnte also lesenswert sein. Ist aber, zumindest in gutem Zustand, immer noch nur recht teuer zu haben.

    Privatdetektiv John Justin Mallory staunt nicht schlecht, als in der Silvesternacht plötzlich ein Elf vor ihm steht, ihm viel Geld anbietet, wenn er ein gestohlenes Einhorn wiederfindet, und ihn dann in ein alternatives New York führt, in dem es normal ist, dass es Elfen, Einhörner und noch ganz andere Wesen gibt.


    Der erste Band der Reihe führt den Leser schnell in die Welt ein, die der Autor geschaffen hat. Neben der uns bekannten gibt es Parallelwelten, u. a. die, in der der Roman spielt. Alles ist ein bisschen anders, manches aber durchaus auch nicht. John Justin lernt schnell einige Bewohner der Welt, in der er sich nach und nach einfühlt, kennen, neben dem Elfen Murgelström, der Katzenmenschin Felina und dem ehemaligen Rennpferd Eohippus, auch den Dämon Grundy, sowie eine ganze Reihe anderer, oft sehr skurriler Charaktere.


    Auch die Geschichte entwickelt sich sehr skurril. Die Bürokratie dieser Welt hat mich schnell an den Passagierschein A38 aus „Asterix erobert Rom“ erinnert, Bürokratie at its best eben, die sich teilweise sogar als hilfreich erweist. Es gibt einige überraschende Wendungen, die gut gelungen sind und ein zufriedenstellendes Ende, das den Weg zu weiteren Romanen zeigt. Auch den erstaunlich umfangreichen Anhang finde ich in großen Teilen lesenswert.


    Mir hat der Roman gut gefallen, ich mag es skurril, und ich bin gespannt, wie sich John Justin Mallorys Leben in den weiteren Romanen entwickelt. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für Genrefans und 8 Punkte.

    Susanne schrieb, dass noch nie jemand vor 10 Jahren die Gereon Rath-Reihe mit der Leo Wechsler Reihe verglichen hat. Ist das immer noch so? Ich habe die jeweiligen ersten Teile ziemlich zeitgleich gehört und finde schon, dass man sie im gleichen Atemzug nennen kann.

    Ich habe bisher alle Kutscher-Romane gelesen, und schon wegen der Roten Burg und Gennat hat man ja Gemeinsamkeiten, aber ich bin den beiden (also der Burg und Gennat) auch schon in weiteren Romanen begegnet. Ich vergleiche nicht wirklich, freue mich aber immer vor allem Gennat zu treffen :)

    Ich fliege wieder nur so durch die Seiten. Es ist schön, Leo und Clara im Urlaub anzutreffen. Sie scheinen gut zu harmonieren, allerdings haben sie wohl unterschiedlich Ansichten zur gemeinsamen Zukunft. Leo möchte heiraten, doch Clara möchte unabhängig bleiben, was ich gut verstehen kann. Ich hoffe, die beiden kommen auf einen gemeinsamen Nenner.


    Ilse ist klar, dass sie womöglich nicht mehr lange gebraucht wird und versucht sich abzunabeln. Ich drücke ihr alle Daumen, dass sie das gut schafft und sich ein Leben einrichten kann, das gut für sie ist.


    Henriette Strauss ist eine interessante Frau, schade, dass wir sie kaum kennenlernen durften. Wobei wir sicher noch einges über sie erfahren werden. Schön finde ich, dass ihr Neffe über sie schreibt. Ich bin gespannt, was es mit Stratow auf sich hat.


    Die Inflation macht den Menschen immer mehr zu schaffen, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es gewesen sein muss.


    Jakob Sonnenschein gefällt mir gut, ich hoffe, er bleibt noch länger dabei.


    Ich bin schon wieder mittendrin und freue mich aufs Weiterlesen.

    Die LKA-Beamtin Olivia Holzmann steht vor einem großen Rätsel: Wie konnte ein- und derselbe Täter gleichzeitig sieben Jungen von verschiedenen Orten entführen? Zwei Tage nach der Entführung wurde zudem noch deren Eltern getötet. Olivia bittet ihren ehemaligen Kollegen Severin Boesherz um Hilfe, doch der lehnt ab.


    Die Prämisse erschien mir sehr spannend, so dass ich den Roman unbedingt lesen wollte. Leider hat er meine Erwartungen nicht erfüllt. Das fängt schon mit den Charakteren an, die mir einfach nicht nahe kamen. Ich muss dazu sagen, dass dies mein erster Roman des Autors ist, ich also bisher weder Olivia noch Boesherz kannte. Dass die Charaktere mir so fern blieben, führt leider dazu, dass ich nicht mit ihnen mitfiebern kann, auch ihre Gedankengänge und Handlungen, speziell die Olivias kann ich oft nicht nachvollziehen, insgesamt kommt mir Olivia eher inkompetent vor.


    Boesherz ist ein sehr spezieller Charakter, offenbar hochintelligent mit fotografischem Gedächtnis und einer besonderen Vorstellungsgabe, womöglich autistisch veranlagt, der hier eher in den Hintergrund tritt. Neben ihn tritt sein Sohn Ferdinand, dessen Erforschung menschlicher Gerüche ebenfalls sehr speziell ist. Ein weiterer wichtiger Charakter ist die ehemalige LKA-Beamtin Esther Wardy, die offenbar Informationen zurückhält.


    Auch den Täter lernt man als Leser:in früh kennen, ebenso seine Motivation. Zum Teil könnte man sie nachvollziehen, jedoch driftet das Ganze im hinteren Drittel extrem ab und wird immer unglaubwürdiger – und zwar nicht nur das Verhalten des Täters.


    Unglaubwürdig ist der Roman aber auch schon zu Beginn. Wegen eines sehr vagen Verdachtes wird hier eine wichtige und bereits langfristig geführte Ermittlung gefährdet …


    Ein großes Manko ist für mich auch die fehlende Spannung, jedenfalls kam sie bei mir nicht an. Action erzeugt bei mir nur bedingt Spannung, und wenn ich aus dem Kopfschütteln nicht herauskomme, ist jede künstliche Spannung an mich verschenkt. Hier gibt es in meinen Augen eine Menge Längen und viel Blabla, die Seiten hätte man besser in gute Charakterentwicklung gesteckt. Auch die, recht vielen, „überraschenden Wendungen“ waren für mich größtenteils vorhersehbar.


    Wer Action mag, und über Logiklücken hinwegsehen kann, könnte vielleicht Gefallen an dem Roman haben. Ich denke am ehesten kann man zugreifen, wenn man schon vorherige Romane des Autors, vor allem mit Boesherz und Holzmann kennt und mag. Für mich ist der Roman leider eine Enttäuschung.

    Elizabeths Ex-Mann Douglas Middlemiss steht unter Verdacht, bei einer Durchsuchung Diamanten in Höhe von 20 Millionen Pfund entwendet zu haben, jetzt ist sein Leben in Gefahr, denn die Besitzer hätten ihre Diamanten gerne wieder. Er zieht in Coopers Chase ein und bittet Elizabeth um Hilfe. Diese wiederum setzt ihren Donnerstagsmordclub darauf an.


    Nachdem mir der erste Band sehr gut gefallen hatte, musste ich natürlich auch den zweiten lesen. Es ist sehr schön, die Charaktere wieder zu treffen, neben den vier Clubmitgliedern, Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim, auch Bogdan und die beiden Polizisten Donna und Chris, die ihren eigenen Fall zu lösen haben, doch der Club wäre nicht der Club, wenn am Ende alle Fälle mit tatkräftiger Hilfe aller Charaktere gelöst wären.


    Erzählt wird auch dieses Mal aus verschiedenen Perspektiven, wobei Joyce wieder Tagebuch führt, und daher als einzige in Ich-Form erzählt. Richard Osmans Roman ist very british, vor allem, aber nicht nur, was den Humor angeht. Aber, wie schon im Vorgängerband, gibt es auch traurige Passagen, Ibrahim wird überfallen und hat danach große Probleme, und auch die Demenz Stephens, Elizabeths Ehemann, wird wieder thematisiert. So habe ich mich zwar die meiste Zeit köstlich amüsiert, aber auch mitgelitten.


    Die Idee, vier geistig fitte Altersheimbewohner in Kriminalfällen ermitteln zu lassen, ist richtig gut. Dass die Vier ein bisschen mehr zu bieten haben, nämlich in ihren aktiven Zeiten Geheimdienstlerin, Gewerkschaftler, Krankenschwester und Psychiater waren, ändert daran nichts. Die Gedanken, Ideen und Tricks, die hier zur Lösung beitragen, sind klasse, wenn auch nicht immer legal, bedienen aber durchaus den Gerechtigkeitssinn. Als Leser:in kann man miträtseln, und am Ende schlägt man den Roman zufrieden zu, hoffend, die Vier (eigentlich Sieben, wenn man Bogdan, Chris und Donna mitrechnet, die einfach auch dazugehören) bald wieder zu treffen.


    Was soll ich sagen, ich bin auch dieses Mal wieder begeistert, die sieben Protagonisten sind mir sehr ans Herz gewachsen, ich hoffe noch viel von ihnen lesen zu können. Auch die Fälle sind wieder interessant und werden mit Witz und Tricks gelöst. Selbstverständlich vergebe ich wieder volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung.

    Paris 1942: Tristan lebt mit seiner Frau Helene und seiner Tochter Pauline nun schon einige Jahre in der französischen Hauptstadt, die mittlerweile leider auch von den Nationalsozialisten besetzt ist. Auch Tristans Bruder ist kürzlich in Paris angekommen, und hält immer noch an seiner Rache an Tristan und Josephine Baker fest. Josephine lebt derzeit in Marrakesch und arbeitet für den französischen Widerstand.


    Die Geschehnisse überschlagen sich, als Julius Tristans Aufenthaltsort erfährt. Dessen ganze Familie kommt in Gefahr, und schließlich muss Tristan auf eine Forderung Julius‘ eingehen, die ihm alles abverlangt.


    Der dritte und letzte Band der Trilogie führt uns mitten in die Zeit des zweiten Weltkrieges. Tristan hat sich mit seiner Familie ein gutes Leben aufgebaut und ist glücklich, als das Unglück wieder einmal über ihn hereinbricht. Zu Josephine hatte er seit den Ereignissen im letzten Band keinen Kontakt mehr, doch er hat sie nicht vergessen – und auch Josephine denkt hin und wieder an ihn. Als Leser:in hofft man natürlich auf ein Wiedersehen der beiden.


    Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Halbbrüder, Tristan und Julius. Aber auch Helene, und der aus den Vorgängerbänden bekannte Hermann Gille sind wichtige Charaktere, aus deren Perspektive man das Geschehen ebenfalls erlebt. Beide warten mit Überraschungen auf, wobei Helenes Mut einer verzweifelten Mutter vielleicht gar nicht so überraschend ist, aber Gilles Entwicklung kommt zum Teil durchaus unerwartet. Auch andere bekannte Charaktere trifft man wieder, allen voran Henry von Seidlitz, Tristans Onkel.


    Josephine hat in diesem Band weniger Raum als in den Vorgängern, nach dem Einmarsch der Deutschen hat sie Paris verlassen, arbeitet für den französischen Geheimdienst und landet schließlich in Nordafrika. Über ihren Lebenslauf hat man bereits in den Anhängen der beiden Vorgängerbänden erfahren, in diesem Band schließt sich der Rest an.


    Dass der Roman direkt mit den Antagonisten startet, hatte ich nicht erwartet, hat mir aber gut gefallen. Die Autorin erzählt wieder sehr spannend und das Kopfkino bekommt viel zu tun. Auch wenn die (meisten) Charaktere fiktiv sind, ist man ihnen emotional sehr nahe, gerade Tristan und seiner Familie, man bangt und hofft mit ihnen. Gerade deshalb fand ich am Ende auch den Epilog sehr schön, der den Leser ins Jahr 1975 führt. Am Ende habe ich den Roman mit einem lachenden und einem weinenden Auge geschlossen, es ist immer schade, wenn man liebgewonnene Charaktere ziehen lassen muss. Über Josephine aber werde ich noch mehr lesen.


    Auch in diesem Band gibt es wieder einen lesenswerten Anhang. Neben dem bereits erwähnten Lebenslauf Josephines ein Nachwort der Autorin und Anmerkungen zum historischen Hintergrund, sowie ein Literaturverzeichnis und Quellenangaben.


    Der Abschlussband der Trilogie ist wieder ein emotionales und spannendes Leseerlebnis, das Fiktives gelungen mit Historischem verknüpft. Zudem wird einem wieder die wunderbare Josephine Baker näher gebracht. Insgesamt kann ich die gesamte Trilogie absolut empfehlen, und vergebe gerne wieder volle Punktzahl.

    Ein gelungenes Ende, das noch einmal Spannung aufkommen lässt, obwohl eigentlich schon klar war, dass Tristan nicht hingerichtet worden sein konnte. Dass er Julius tötet kam ein bisschen überraschend für mich, aber sehr nachvollziehbar, und Gille wurde letztlich doch noch sein Lebensretter. Von Seidlitz hat sich getötet, bevor er verhaftet werden konnte, aber vorher hat er noch die Kinder in Sicherheit bringen lassen, eine Erleichterung.


    Schön der Epilog, 30 Jahre in der Zukunft - und an Josephines Todestag - wo wir nicht nur Tristans und Helenes Enkelin kennenlernen, sondern auch Einblicke in die Zeit danach und das weitere Schicksal anderer Charaktere erhalten - das fand ich wirklich schön.


    Nachwort und die historischen Anmerkungen habe ich ebenfalls gerne gelesen.


    Es ist immer schade, wenn man sich von liebgewordenen Charakteren verabschieden muss, andererseits auch schön, eine interessante und spannende Geschichte gelesen zu haben. Ich bin sehr gespannt, welche Romane von Veronika noch auf uns zukommen werden!

    Gille und Tristan nähern sich einander an, das gefällt mir, auch wenn Gille viel Schlechtes in der Vergangenheit getan hat, immerhin bereut er, und hat offenbar Willy Ahl das Leben gerettet, eine zweite Chance hat er irgendwie schon verdient.


    Josephine ist bereits auf der Geburtstagsparty, so müssen Gille und Tristan weiter reisen als zunächst gedacht. Ich finde es gut, dass Tristan Josephine so schnell die Wahrheit gesagt hat, etwas anderes hätte mich aber auch gewundert. Josephine wäre nicht Josephine, wenn sie nun alles täte, um ihm zu helfen. Da sie nun Bescheid weiß, kann sie (bzw. Foxy) nun Vorkehrungen treffen.


    Helene hat die Kinder zu von Seidlitz gebracht, keine gute Entscheidung, fürchte ich.


    Ich bin gespannt, was uns der nächste Abschnitt noch bringt, und wie wir die liebgewonnenen Charaktere verlassen werden.

    Ich hatte es doch geahnt, dass eines von Fannys Mädchen die Erpresste, und zwar Doro, von der man das am wenigsten gedacht hätte. Dass sie auch noch einen Sohn von Julius hat, ist eine zusätzliche Überraschung. Ich hatte aber schon gehofft, dass sie Helene hilft, Pauline zu befreien, die nun zum Glück wieder bei ihrer Mutter ist. Allerdings scheint mir, sie wollen nun bei von Seidlitz unterschlüpfen, und das ist keine gute Idee, da der als nächstes auf Julius' Liste steht. (jetzt bräuchte man ein Handy, um bei Tristan Entwarnung zu geben ...)


    Helene erschießt Pierre Le Fou, kein großer Verlust, aber für sie sicher trotzdem traumatisch.