Beiträge von PMelittaM

    So spannend und auch gruselig. Ich frage mich, was die Hempstocks sind (keine Hexen sagen sie ...) und was Ursula ist - und was wohl das "Ungeziefer" sein wird, taucht bestimmt noch auf.


    Der Roman liest sich flüssig, teilweise ist er ein richtiger Pageturner.


    Unglaublich auch, was dem Jungen geschieht und wie Ursula die Eltern, vor allem den Vater beeinflusst, er hätte seinen Sohn beinahe ertränkt ... Cool war dagegen, wie einfach ein Stück Vergangenheit entfernt wurde. Und auch der gefangene Schlauch im Glas - auf manche Dinge muss man erst einmal kommen!


    Erwachsene sind im Innern immer noch Kinder - ist irgendwie was wahres dran :)

    Ich weiß gar nicht so recht, was ich erwartet habe - das sicher nicht. Aber: Ich bin bisher wirklich begeistert und froh, dass ich den Roman wegen der LR nun endlich lese.


    Mir gefällt die Kombination Kindheitserinnerung und Grusel, erinnert ein bisschen an Stephen King, was dem Jungen (dessen Name wir bisher nicht erfahren haben) passiert, aber anders erzählt.


    Die Hempstocks scheinen eine Familie uralter Hexen (ohne Männer?) zu sein, ich bin gespannt, ob der ältere Mann sie noch trifft, und was mit ihr ist.


    Schade, dass seine Eltern ihn nicht so ernst nehmen (z. B. in Sachen Kätzchen), kein Wunder, dass er ihnen so wenig erzählt. Sie scheinen auch mit sich und ihren finanziellen Verhältnissen ausgelastet zu sein.


    Sehr gruselig die Szene mit dem Geldstück im Hals - mir hat es ihn auch gleich zugeschnürt.


    Und Ursula - der arme Junge!


    Die Illustrationen sind okay, ich könnte aber auf sie verzichten.

    Ein bekannter Fußballer wird tot in seinem Bett aufgefunden, eine blaugefärbte Rose auf der Brust. Was zunächst nach Selbstmord aussieht, bekommt eine ganz andere Bedeutung, als weitere Tote, auf gleiche Weise arrangiert, gefunden werden. Die OFA (Operative Fallanalyse) um Ingmar Granstam ermittelt.


    Nathalie Svenssons Leben verläuft immer noch nicht in geregelten Bahnen, ihre Kinder sind viel lieber beim Papa, dessen Freundin sie vergöttern. Und auch Johan Axberg hat private Probleme, Freundin Carolina möchte unbedingt ein zweites Kind und ein eigenes Haus, zu beidem ist er aber nicht bereit. Eigentlich ist er gerade in Elternzeit, die er nicht unterbrechen möchte, doch dann wird der Fall für ihn persönlich.


    Auch zwischen den beiden OFA-Mitgliedern gibt es Spannungen, die sie beiseite schieben müssen, um erfolgreich zusammenarbeiten zu können. Auch andere Mitglieder der OFA haben so ihre Probleme, die sie ebenfalls erfolgreich verdrängen müssen und können, um den Fall zu lösen, und womöglich weitere Opfer zu vermeiden.


    Ich mag die Romane der Reihe sehr, und auch dieser war für mich ein wahrer Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen mochte. Ich mag es auch, dass ich nicht nur beim Ermitteln, sondern auch im Privaten dabei sein kann. Der Autor erzählt spannend, die Perspektivewechsel und durch sie bedingte kleine Cliffhanger tragen sehr dazu bei.


    Der Fall ist interessant und lässt einen mitraten, vor allem, weil es auch Szenen gibt, die zunächst nicht zugeordnet werden können. Am Ende passt alles zusammen. Lange ist unklar, wo das Motiv der Taten liegt, der Roman bietet hier einen überraschenden Twist, der in einer nachvollziehbaren Auflösung mündet.


    Jonas Moström ist wieder ein spannender Roman gelungen, der mit einem interessanten Fall aufwartet. Dass das Privatleben der Charaktere eine recht große Rolle spielt, muss man mögen, mir gefällt das gut. Ich vergebe gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für die ganze Reihe.

    In einer alten Mühle wird nicht nur der Besitzer tot aufgefunden, im Gebäude befindet sich auch ein geheimer Raum, in dem offensichtlich eine seit zehn Jahren verschwundene Frau gefangen gehalten wurde – jetzt aber ist der Raum leer.


    Der Fall geht an Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, der nach seiner Rauchvergiftung erstmals wieder im Dienst ist. Und er geht nicht nur den Ermittlern an Nieren, auch der Leser wird emotional gebunden, vor allem, weil auch das Opfer, Anneke Jung, zu Wort kommt, ihre Passagen sind mit „Ich“ betitelt und auch in dieser Form geschrieben. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, das Leid der Frau in Worte zu fassen und den Leser in die Gefühle zu involvieren. So hofft man bis zum Ende, dass die Frau noch leben könnte.


    Trotzdem der Täter bereits entlarvt worden zu sein scheint (es kann doch nur der Mühlenbesitzer sein, oder?), ist der Roman sehr spannend, zum einen wegen oben bereits genannter Hoffnung, zum anderen, weil im Laufe des Romans doch nicht alles so ist, wie es zunächst schien. Ich begann zwar früh zu ahnen, wie sich alles tatsächlich verhalten könnte, wurde dann aber doch noch ein bisschen überrascht am Ende. Die Auflösung überzeugt auf jeden Fall.


    Der bereits dritte Band der Reihe bietet nicht nur wieder einen spannenden Kriminalfall, er führt auch Frida und Bjarnes Privatleben fort, so muss Frida sich um das Fortbestehen des Apfelhofs ihrer Eltern sorgen, während Bjarne und seine Tochter genießen, sich endlich gefunden zu haben.


    Vor allem am ersten Band hatte ich noch relativ viel Kritik, das meiste hat sich in meinen Augen deutlich gebessert, vor allem Frida ist mir mittlerweile sympathisch. Natürlich gibt es auch hier wieder Szenen, über die man als Leser den Kopf schüttelt, aber zumindest kann ich es hier im wesentlichen nachvollziehen. Ich bin also dieses Mal durchweg zufrieden.


    Der dritte Band der Reihe hat mich endgültig überzeugt und ich freue mich auf weitere Romane der beiden Ermittler. Wer spannende Romane mit Lokalkolorit mag, ist hier gut aufgehoben.

    Bei einem Astrologiekongress in Bochum, bei dem auch Stella Albrecht und ihre Oma teilnehmen, wird die gerade mit dem „Saturn“ ausgezeichnete Marlene Silberstein ermordet. Hauptkommissar Arno Tillikowski ermittelt.


    Natürlich lässt auch Stella es sich nicht entgehen, eigene Ermittlungen anzustellen, immerhin ist sie in den Fall involviert, hat einige Beobachtungen machen können und ist eine wichtige Zeugin.


    Die Thematik ist gelungen umgesetzt, Lotte Minck hat alles aufgeboten, was es im Rahmen der „Astrologie“ gibt, da treffen Auraleser auf Menschen, die mit dem Jenseits und/oder Engeln kommunizieren, Wahrsager, Kartenleser, Horoskopersteller, mehr oder weniger wissenschaftlich Agierende. Auch Stella und ihre Oma gehören in diesen Kreis und erleben hier bereits ihren dritten Fall.


    Wie bei Lotte Minck üblich, handelt es sich nicht um einen der üblichen Kriminalromane, sondern um eine Krimödie, d. h., hier trifft Humor auf einen durchaus ernsten Kriminalfall. Alleine wie der Hauptkommissar sind inmitten all dieser skurrilen Kongressteilnehmer fühlt, ist herrlich zu lesen – kein Wunder, dass seine Aura grau ist. Der Autorin sind insgesamt wieder herrliche Charaktere gelungen, die man bildlich vor sich sieht.


    Auch der Fall und seine Auflösung konnten mich überzeugen. Ich habe zwar zunächst in eine andere Richtung getippt und war etwas skeptisch, als ich bemerkte, wohin es wohl geht, doch meine Skepsis konnte die Autorin schließlich komplett ausräumen.


    Der dritte Band der Reihe hat mich wieder gut unterhalten, Charaktere und Fall konnten mich überzeugen und machen Lust auf mehr Romane der Reihe. Ich vergebe gute 8 Punkte und eine Leseempfehlung für alle, die nichts gegen Humor in Kriminalromanen haben.

    Köln 1423: Nach dem Tod ihres Mannes Nicolai Golatti und als alleinige Erbin muss Aleydis sich mit dessen Geschäften auseinandersetzen, sowohl mit dem legalen als auch mit den illegalen. Für sie, deren Ehrlichkeit und Gerechtigkeitssinn extrem gut ausgebildet sind, ist das nicht immer einfach. Dazu kommen Nicolais Verwandte und Verschwägerte, die ihr das Erbe am liebsten streitig machen würden. Nach einem Brand schließt sie sich wieder enger mit dem Gewaltrichter Vinzenz van Cleve zusammen, um den Schuldigen zu finden.


    Wer, wie ich den ersten Band bereits kennt, wird sich schnell wieder in die Geschichte einfinden, aber auch die anderen bekommen genug Informationen, die im übrigen gelungen integriert sind, um sich zurechtzufinden. Aleydis ist mir sehr sympathisch, auch wenn ich ihre Ehrlichkeit manchmal etwas zu übertrieben finde. Sie ist klug, patent und hat das Herz am rechten Fleck, was man schnell wieder merkt, als sie ihren Neffen bei sich aufnimmt. Überhaupt wird ihr Haus insgesamt ein bisschen voller.


    Als zweiten Hauptcharakter kann man wohl ohne Weiteres Vinzenz van Cleve betiteln. Auch wenn er oft in gewittriger Stimmung ist, ist er Aleydis doch immer einmal wieder eine Hilfe, und auch er hat das Herz auf dem rechten Fleck und drückt hin und wieder ein Auge zu. Dass sein manchmal schwieriges Wesen seine Gründe hat, wird immer mehr klar, doch was ganz genau dahintersteckt, werden wir wohl erst noch erfahren.


    Die Beziehung zwischen Aleydis und Vinzenz ist manchmal etwas kompliziert, ich bin gespannt,wie sich das am Ende auflösen wird, aber immerhin vertrauen sie immer mehr aufeinander, was auch die Ermittlungsarbeit fördert.


    Neben den beiden Protagonisten gibt es eine ganze Reihe weiterer Charaktere, viele davon ganz eigene Typen, die der Autorin gut gelungen sind. Wer Probleme mit den relativ vielen Personen hat, findet Hilfe im Personenverzeichnis, das dem Roman vorangestellt ist.


    Ich mag es sehr, Romane zu lesen, die im historischen Köln spielen, als Kölnerin fühle ich mich schnell zu Hause und freue mich, bekannte Orte bzw. deren historische Vorgänger zu entdecken. Allen, die Köln nicht so gut kennen, hilft eine Karte weiter. Wunderbar auch, dass immer einmal wieder auf die Charaktere der Adelina-Reihe verwiesen wird, die wenige Jahrzehnte früher spielt, so dass sie immer noch in Köln leben. Es wird sogar einer der Schauplätze der Reihe reaktiviert. Ich liebe solche Verknüpfungen.


    Petra Schiers Erzählstil gibt dem Leser das Gefühl, dabei zu sein, man hat schnell das Gefühl die Charaktere zu kennen, wandelt mit ihnen durch das mittelalterliche Köln und fühlt dessen Atmosphäre. Man möchte sich oft selbst an Aleydis Seite stellen, sie und ihre Lieben in den Arm nehmen, mit Vinzenz ein paar ernste Worte reden und Aleydis Widersacher vertreiben.


    Die Auflösung der Brandstiftung hat mich tatsächlich überrascht, und ist dennoch nachvollziehbar. Aber es gibt noch ein weiteres Geheimnis in dieser Sache, das im nächsten Band noch eine Rolle spielen könnte. Überhaupt gibt es noch manches zu klären, so dass ich mich nur sehr ungern von Aleydis verabschiedet habe. Im Nachwort erzählt die Autorin noch ein bisschen über den historischen Hintergrund und schließt das Buch damit gelungen ab.


    Auch der zweite Band der Aleydis-Reihe hat mich gut unterhalten und es mir schwer gemacht, ihn aus der Hand zu legen. Wer gut recherchierte historische Romane mag, kann hier nichts falsch machen, ich vergebe gerne volle Punktzahl.

    Nicht nur Goethe, auch Pötzsch hat seinem Faust einen zweiten Teil gegönnt: Nach den Ereignissen im Vorgängerband haben Faust, sein Adlatus Karl Wagner und seine Tochter Greta einige Jahre lang ein recht unbeschwertes Leben. Sie ziehen als Schausteller durchs Land. bis der Bamberger Fürstbischof 1518 Faust einlädt ihm ein Horoskop zu stellen, und sie in die Fänge Viktor von Lahnsteins, eines Abgesandten Papst Leos, geraten.


    Nur durch einen Trick können die Drei fliehen. Faust ist sich sicher, dass sein alter Feind Tonio del Moravia wieder hinter ihm her ist, jetzt scheint ihm auch noch der Papst ein Geheimnis entlocken zu wollen. Dazu kommt noch eine unangenehme Krankheit, an der Faust seit kurzem leidet, und die immer schlimmer wird.


    Auch in diesem Band wird die Geschichte in 5 Akte aufgeteilt, ganz wie ein klassisches Drama. In einem Prolog lernt der Leser Papst Leo kennen und hassen, anders kann ich das nicht sagen, seine Darstellung hier ist aber sicher in vielem realistisch. Nicht nur im Prolog tritt er auf, man trifft ihn auch später wieder und er hat einen nicht wesentlichen Anteil an der Geschichte.


    Neben Leo trifft der Leser zusammen mit Faust noch eine ganze Reihe historischer Persönlichkeiten, wie etwas den französischen König Franz I und Leonardo da Vinci. Da Vincis letzte Lebenszeit ist angelaufen, doch auch er hat einen wesentlichen Anteil, und es ist einfach schön, ihn zu treffen. Daneben haben auch historische Ereignisse ihren Anteil am Erzählten, wie etwa die deutsche Kaiserwahl oder Martin Luthers beginnende Reformation. Fausts Geschichte ist auch hier wieder gut eingebettet in den historischen Hintergrund, immerhin ist auch Faust selbst eine belegte historische Person.


    Viele Charaktere kreuzen den Weg der Drei und verlassen ihn wieder, viele interessante Persönlichkeiten sind dabei, und mancher, aber nicht jeder, ist ebenfalls historisch belegt, es lohnt sich also, den einen oder anderen zu googeln. Besonders gut gefallen hat mir z. B. John Reed, den der Autor interessant gezeichnet hat und der die Protagonisten auf mancherlei Weise bereichert.


    Die drei Protagonisten kennt man bereits aus dem ersten Band, wobei Greta jetzt eine größere Rolle einnimmt. Dass Faust ihr Vater ist, weiß sie zunächst nicht. Gretas Rolle empfinde ich hier als sehr ambivalent und manchmal möchte ich sie schütteln. Sicher, ihr widerfährt Schlimmes, und Fausts Anteil ist erheblich, und dennoch kann ich nicht ihr ganzes Handeln verstehen. Aber auch die beiden männlichen Protagonisten sind zwiespältige Charaktere, mit Geheimnissen und Problemen, die ihr Handeln nicht immer positiv beeinflussen. Das macht sie aber auch interessant.


    Auch in diesem Band gibt es einen Zeitsprung. Man verlässt die Protagonisten als sie alle drei an einem Tiefpunkt stehen, und trifft sie erst zwei Jahre später wieder. Dieser Zeitsprung ist wahrlich notwendig, was in der Zwischenzeit geschah, erfährt der Leser kurz und knapp, mehr muss man dazu auch nicht wissen. Von nun an läuft alles auf den Showdown zu.


    Der Roman ist spannend, keine Frage, aber er hat auch seine Längen. Man erlebt mit Faust sehr viel, lernt viele Menschen kennen, reist, sieht viele Städte, aber manchmal hätte eine kleine Kürzung, eine etwas komprimiertere Erzählung gut getan. Dennoch unterhält der Roman von vorne bis hinten gut, zumal Oliver Pötzsch sehr bildhaft schreibt. Der Showdown bringt die Geschichte zu einem perfekten Ende, in einem Epilog erfährt man noch ein bisschen vom Danach.


    Als Bonusmaterial gibt es auch in diesem Band Karten, ein interessantes Nachwort, einen Reiseführer auf Fausts Spuren und „Faust für Klugschwätzer“, bei letzterem kann man vergleichen, wie viele Faust-Zitate man im Roman entdeckt hat. Leider fehlt wieder ein Personenverzeichnis, man bringt zwar die Personen des Romans nicht durcheinander, ich hätte es aber schön gefunden, noch einmal nachschlagen zu können.


    Auch der zweite Faust-Band ist gelungen, hat mich gefesselt, und bringt die Geschichte einem zufriedenstellenden Ende. Da auch dieser Band wieder Längen hat, vergebe ich auch hier „nur“ 8 Punkte, aber auch eine Leseempfehlung für Fans historischer Romane.

    Ich finde aber, es ist ein riesen Unterschied, ob es Kämpfe gab, oder ob zwei verschiedene Völker es geschafft haben von Anfang an friedlich zusammenzuleben, das hat ja eher Seltenheitswert in der Geschichte der Menschheit.

    Nichtsdestotrotz hat auch ein friedliches Miteinander Einfluss auf die gesellschaftliche, religiöse und politische Entwicklung, so wie die Eroberung und dann der Abzug der Römer ja auch. Das ist es, was PMelittaM meint, denke ich.

    Richtig, so meinte ich das :wave

    Ich dachte da spontan an Gollum. Eine Figur die keiner mag, aber notwendig und wichtig ist.

    Für den man aber durchaus Mitleid empfinden kann.


    Bisher regt mich Guinevere in diesem Roman einfach auf. Aber eine Figur, die Gefühle beim Leser erzeugt, egal welcher Art, ist zunächst durchaus interessant.

    nach neuesten Erkenntnissen ist es zweifelhaft, ob es überhaupt Kämpfe zwischen Sachsen und Briten gab zu der Zeit. Man hat nirgends Zeugnisse für solche Schlachten gefunden. Statt dessen Dörfer und Friedhöfe, in denen es Spuren (DNA) gibt, die auf ein friedliches Miteinander und eine friedliche Vermischung der Völker hindeuten. In Cornwells Nachwort sind noch die alten Erkenntnisse angeführt.

    Ob es Kämpfe gab oder nicht, dennoch sind die Sachsen ein Teil der Geschichte der britischen Inseln

    Dieser Abschnitt zog sich etwas, finde ich.


    Wir lernen Arthur kennen, den ich mag. Er hat eine vernünftige Meinung über Schlachten und Kriege, setzt sich für Frieden ein, und fordert sogar Owain heraus (was der und seine Truppe den Menschen in dem Dorf antat, hat mich entsetzt - sogar Kinder!). Und dann setzt er alles wegen einer Frau aufs Spiel? Und wir wissen ja, was Guinevere ihm noch antun wird. Die Anziehung scheint ja, zumindest zunächst, rein äußerlich zu sein - Männer ... Und dann lässt er sogar zu, dass deren Vater Geld veruntreut ... Bin gespannt, was Merlin, der dann wohl im nächsten Abschnitt auftauchen wird, dazu sagen wird.


    Guinevere kommt hier ja gar nicht gut weg.


    Und auch Sansum taucht hier auf, der vor allem zu seinem Vorteil agiert.


    Da ich langsamer bin, als ursprünglich erwartet, mache ich hier eine Pause, und ziehe ein, zwei Rezensionsexemplare vor.

    Das schreibt Cornwell ja auch selbst in seinem Nachwort, er spricht vom "Dark Age". Dennoch gibt es zumindest einen bekannten historischen Background: Die Religionen, die Sachsen, die Römer waren da und sind wieder weg usw.

    Mein Buch ist schon älter und hat weniger Seiten, dieser Abschnitt endet z. B. mit S. 132, dafür ist es enger gedruckt und für mich schwieriger zu lesen, ich werde also wahrscheinlich etwas länger brauchen.


    Ich mag Arthus-Geschichten, aber bisher kam für mich keine an Marion Zimmer-Bradleys "Die Nebel von Avalon" heran, und das wird wohl auch Cornwell nicht schaffen. Bin aber sehr gespannt auf seine Interpretation des Stoffes.


    Bisher gefällt es mir sehr gut, lässt sich prima lesen und mein Kopfkino bekommt viel zu tun. Teilweise erzählt Cornwell sehr eindringlich, z. B. die Flucht gegen Ende dieses Abschnitts.


    Mir gefällt auch, dass der historische Hintergrund eine Rolle spielt, so ist es eher ein historischer Roman als ein phantastischer.


    Derfel als Erzähler ist gut gewählt, ich bin schon gespannt, wie aus ihm ein Mönch wird. Auch die Spannung zwischen den Religionen kommt gut heraus, aber das hatten wir in anderen Artus-Erzählungen auch. In dem Zusammenhang fand ich Gwlyddyns Satz "während unser Kind nur der Sohn eines Zimmermanns war" (S. 113 bei mir) sehr ironisch ...


    Nun also kommt Arthur ins Spiel, ich bin auf ihn gespannt (wie auch auf Merlin, der sich hoffentlich auch bald sehen lässt!)

    Hamburg 1896: Hauke Sötjes aktueller Fall führt ihn nach Hamburg. Die Zusammenarbeit mit der Hamburger Polizei ist nicht einfach, diese hat sich Machtstrukturen unterzuordnen. Auch Sophie ist in Hamburg und bald kommt sie, ganz unabsichtlich, mit ihren Unternehmungen Haukes Ermittlungen in die Quere.


    Schnell hat mich der Roman, der vierte der Reihe, wieder gepackt, und ich habe mich gefreut, Sophie und Hauke erneut zu treffen. Beide gefallen mir sehr gut, auch wenn Sophie manchmal zu unüberlegt handelt und sich damit in Gefahr begibt. Mir gefällt aber, dass sie immer wieder versucht, Konventionen zu umgehen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Am Ende ergibt sich eine Situation für beide, die gespannt macht, wie es mit ihnen weitergeht. Dass es weitergeht, hat die Autorin mittlerweile bestätigt.


    Auch die weiteren Charaktere sind der Autorin gut gelungen, besonders hat mir der junge Zollanwärter gefallen, der dazu abgeordnet wird, Hauke zu führen und ihn dabei im Auge zu behalten. Dass manch einer Platt spricht, trägt zum Lokalkolorit bei. Im Anhang findet sich ein“Kleines Hamburger Sprachlexikon“ für alle, die Probleme beim Übersetzen haben sollten.


    Auch in diesem Band gibt es wieder kapiteleinleitenden Originalzitate von 1896 aus verschiedenen Zeitungen und Bekanntmachungen, die manchmal überraschend gut zum Inhalt des einzelnen Kapitels passen. Außerdem erfährt der Leser auf diese Weise einiges Interessante aus diesem Jahr. Überhaupt hat die Autorin wieder sehr gut recherchiert und führt uns dieses Mal in das Hamburg der Kaufleute, in den Freihafen und die Speicherstadt, in Kontore und die Börse. Man erfährt einiges darüber, wie Kaufleute arbeiten, aber auch über die Lebensbedingungen der Arbeiter und über Schmuggel. Im Mittelpunkt steht der Kaffeehandel. Im Anhang gibt es außerdem Anmerkungen zu historischen Ereignissen und Personen, wobei ich erstaunt war, wie viele historische Persönlichkeiten im Roman auftauchen, angesprochen werden oder zumindest zu Charakteren inspiriert haben.


    Der Fall, es geht zunächst um Schmuggel und einen unidentifizierten Toten, weitet sich immer mehr aus. Am Ende hat man in einige erschütternde Abgründe geblickt, aber auch eine zufriedenstellende Auflösung erfahren und gut miträtseln können. Die Autorin erzählt sehr bildhaft, man hat immer wieder das Gefühl, selbst mit dabei zu sein, sogar Gerüche konnte ich wahrnehmen. Besonders gelungen ist z. B. der Besuch des Kaufhauses Tietz, hier stimmt die ganze Atmosphäre und das Kopfkino bekommt viel zu tun.


    Auch der vierte Band der Reihe ist sehr gelungen: Gut recherchiert und mit viel Lokalkolorit nimmt er den Leser mit in die Vergangenheit und in einen verwickelten, spannenden Kriminalfall. Ich empfehle ihn sehr gerne weiter und vergebe volle Punktzahl.