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Inhalt:
George Foss sitzt, wie üblich des Abends in der Bar. Er wartet auf einen langweiligen Drink und palavert mit seiner nicht weniger langweiligen Freundin, als die Liebe seines Lebens aufkreuzt. Liana Decter, die er seit College-Tagen nicht mehr zu Gesicht bekommen hat, weil sie einen Mord begangen haben soll, tritt zurück in sein Leben. Liana, offensichtlich auf der Flucht vor einem dubiosen Verfolger bittet George um Hilfe und der harmlose Finanzbuchhalter gerät in einen Sog der Gewalt. Schon bald sind ihm die Polizei und Gangster auf den Fersen.
Meinung:
Peter Swansons Buch “Die Unbekannte“ kam mir in mehrfacher Hinsicht ziemlich bekannt vor. Bei der manipulativen Liana Decter handelt es sich um die amerikanische Version einer Femmes fatale. Ihrer Erotik kann sich der Drögheitsbaron George Foss kaum entziehen, weder zu Schulzeiten, noch im Erwachsenenalter, verfällt er der Verführerin, die die Moral unseres Protagonisten ein ums andere Mal untergräbt. Ja, sie bringt ihren George sogar in Lebensgefahr. Ich bin mir sicher in meinem Leben ein Dutzend Filme mit ähnlichem Inhalt gesehen zu haben. Nun gut, es waren vieleicht zwei Dutzend. Was nicht weiter schlimm wäre, wenn der Roman irgendeine besondere Note hätte, wie zum Beispiel einem interessanten Protagonisten oder gar einer interessanten Protagonistin. Oder atemberaubende Handlungsabläufe. Leider fehlt es diesem Roman an all dem. Das ist der zehnte Aufguss eines ausgelutschten Themas. In solider Sprache verfasst, der Inbegriff von braver Durchschnittlichkeit. Ein überflüssiges Buch.
Ich kann es kaum fassen, dass dieses Büchlein verfilmt werden soll. Warum nur? Mir ist das Ganze viel zu vorherseh- und austauschbar. Für mich fehlt es dem Buch an Tiefe. Ich muss auch gestehen mit diesem offenen Ende einer ohnehin schon ziemlich flachen Reissbrettgeschichte, wenig anfangen zu können. Ein dünnes Süppchen. Rezi folgt.
Nach dieser Phase bin ich ziemlich enttäuscht von dem Buch. Mir ist das alles viel zu flach erzählt. Liana bekommt kein Gesicht, außer dass sie skrupellos ist. Ich kann mir auch bei aller Begeisterung für die sexuellen Fähigkeiten dieser Femme fatale, nicht vorstellen, warum George alles einfach so mitmacht. Langsam müsste er doch raffen, dass sie kein Unschuldslamm ist und ihn ins Gefängnis befördern kann. Zudem fühle ich zu dem Protagonisten überhaupt keine Bindung. Jetzt müsste schon ein kleines Wunder geschehen, dass mich das Buch noch überzeugt. ![]()
Also ich muss ehrlich sagen, nach der Nummer mit dem doppelten DJ hätte ich von Liana spätestens die Finger gelassen. Manche Männer sind einfach nicht lernfähig. Bislang ist die Frau noch das große Rätsel. Ich will mir gar nicht vorstellen, wenn sie mit dem Faustschlag DJ unter einer Decke steckt. Wörtlich gemeint, versteht sich. Bislang ist das alles routiniert runter geschrieben. Ich hoffe, dass da noch mehr kommt!
Ganz netter Einstieg in die Geschichte. Einziger wirklicher Minuspunkt bisher, die Trantüte George. vermutlich entwickelt sich der Mann noch. Das wird er gegen diese typische Femme fatal amerikanischer Bauart auch müssen. Und immerhin im Einstecken von Schlägen zeigt George Nehmerqualitäten, geht nicht mal zum Arzt. Weiter so! Spannend ist der Anfang auf jeden Fall.
Audrey kann es kaum glauben. Tony, ihre verflossene Liebe und Vater ihrer Tochter stirbt und hinterlässt Audrey eine Erbschaft, Thornwood House, ein Gelände in Queensland soweit das Auge reicht und noch ein bisschen weiter. Audrey ergreift die Chance auf ein neues Leben, doch wird sie bald von den Geistern der Vergangenheit eingeholt, die womöglich mehr als nur einen Toten auf dem Gewissen haben. Die Anfänge der Geschichte reichen, bis in die Zeiten des zweiten Weltkriegs zurück und die Folgen reichen, bis in die Neuzeit.
Ich mag ja geheimnisvolle Familienromane, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendeln. Rätselhafte Morde und Australien sowieso. Ich kann auch ein bisschen Kitsch in Liebesgeschichten ab. Kein Problem. Auch die phasenweise blumige Sprache der Autorin war ich bereit in Kauf zu nehmen. Schließlich war ich durch den Titel „Das Rosenholzzimmer“ vorgewarnt. Was ich aber gar nicht abkann ist schludrige Arbeit, in Form von Logiklöchern von monströsen Ausmaßen zwischen den Buchdeckeln. Ich halte vieles, was ich da gelesen habe für komplett unmöglich. Das meiste für ziemlich unwahrscheinlich. Zudem verwendet die Autorin, bei weitem mehr Arbeit darauf irgendwelche Pflanzen und Gelände zu beschreiben, als sich mit ihrem Romanpersonal auseinanderzusetzen und runde Charaktere zu erschaffen, die einem Leser im Gedächtnis bleiben.
So fehlt es dem Roman an einer gesunden inneren Balance, interessante Ansätze werden verschenkt, unnützes wird ausgewalzt. Das alles ist sprachlich bemüht, wirkt gegen Ende fürchterlich zusammengestoppelt. Einem Ende, dass mich irgendwie an Indiana Jones Filme hat denken lassen und vollkommen lächerlich ausläuft. Über weite Teile liest sich das Buch allerdings durchaus gefällig und Anna Romer macht auch vieles richtig, so steigert sich die Dramaturgie kontinuierlich und alles Zwischenmenschliche versprüht die angenehme Wohlfühltemperatur braver Unterhaltungsromane.
Der Schluss setzt in Sachen Unglaubwürdigkeit Maßstäbe. Tony verklappt seinen Totgeglaubten Fast-Vater im Auto in einem Stausee, wartet, bis was blubbert und lebt Fortan in dem Glauben ein Mörder zu sein. Ein Umstand, der den sensiblen Künstler daraufhin glauben lässt ebenfalls ein Scheißkerl zu sein, woraufhin er sich von seiner Tochter abwendet. Sein Opfer, ein brutaler Schlächter, schafft es ganz ohne Blubbern, schwerverletzt an Land zu robben, meuchelt einen drogensüchtigen Wanderer, schwimmt zurück zum Autowrack, um den Unbekannten aus unbekannten Gründen dort einzulagern und anzuschnallen. Nach einer erstaunlichen raschen Heilung kehr Cleve an Land zurück, um Jahrzehntelang in den australischen Untergrund zu gehen, wo er völlig unbemerkt von Polizei, ehemaligen Bekannten und Verwandten ein koboldartiges Leben, als Stinktier von Anna Romers Gnaden führt.
Das Ende des Romans ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, dieser Indiana Jones Kampf am Rande der Schlucht, junge Frau gegen Grei, inklusive Cleves Auferstehung von den Toten, nachdem er in den Abgrund gerissen wurde. Ich will da jetzt nicht weiter ins Detail gehen, aber Anna Romer beschreibt die Pflanzenwelt besser, als ihr Romanpersonal. Samuel, Tony und Luella bleiben reine Staffage und Stichwortgeber. Alpträume werden wahr. Stumme lernen dank der Liebe sprechen. Mir ist da zu viel Unausgegorenes. Die Geschichte hätte deutlich mehr Feinschliff vertragen, auch von Seiten des Lektorats. Auf der anderen Seite finde ich den Roman sprachlich überfrachtet. Anna Romer geht dann ins Detail, wenn es überflüssig ist und rast durch den Roman, wenn sie der Sache Tiefe geben müsste. Für mich haut das Buch einfach nicht hin. Schade!
Immerhin ist jetzt klar, wer den meisten Dreck am Stecken hat. Cleve’s Beziehung zu Luella ist fürwahr beängstigend. Vermutlich ist er der Fremde, der in Audreys Bruchbude diesen seltsamen Schrein aufgebaut hat. Wirklich fesseln tut mich das Buch weiterhin nicht. Die vielen Tagebucheinträge gehen mir bisweilen auf den Zeiger. Bin froh, wenn ich durch bin.
Luella kommt mir nicht gerade wie eine Oma vor, die sich zwanzig Jahre abgeschottet hat. Aber gut, man kannIhr auftauen mit dem Auftauchen der Enkeltochter erklären. Außerdem fördert Audrey dann ja auch nach und nach Dinge zutage, die Grandma in der Seele verletzt haben und immer noch verletzen. Ich tue mich ebenfalls manchmal schwer mit der blumigen Sprache und ausufernden Naturbeschreibungen. Wirklich Spannung kommt bei mir kaum auf. Neben der rührseligen Liebesanbahnung zu einem Gehörlosen kommt jetzt auch noch eine gleichgeschichtliche Prise ins Spiel. Vermutlich um den geneigten Leser zu überraschen. Aber irgendwie wirkt mir da vieles zu konstruiert. Die Briefe bringen wenigstens etwas Interessantes ans Tageslicht.
Bislang kein Buch, was mich begeistern kann. Verlage sollten nicht immer aus Mücken einen Elefanten machen. Von der Entdeckung des Jahres, wie auf dem Buchumschlag versprochen, kann nun wirklich keine Rede sein. Vielleicht kommt noch eine dicke Überraschung. Mal sehen!
Diese Passage läuft ziemlich betulich ab. Leider bin ich kein großer Freund von Traumdeutungen im Roman und überlese solche Texstellen auch mal ganz gerne. Statt sich immer, um Briefe und Träume zu kümmern hätte dem Buch ein Blickwechsel gutgetan. Vielleicht Samuels Kriegsgefangenschaft einzubinden. Das Samuel zurückkehrt und seiner geliebten Vorwürfe, wegen nicht gelesener Briefe macht finde ich unglaubwürdig. Damit muss er meiner Meinung nach doch gerechnet haben. Er muss tägliche Sauereien der Japaner erlebt haben und hier denkt er nicht einmal darüber nach, ob seine bis dahin wohl völlig unbescholtene Geliebte unschuldig ist? ![]()
Kann ich mir nicht ohne weiteres vorstellen. Hoffentlich gewinnt das Buch im nächsten Abschnitt an Dynamik, sonst…
Komischerweise hatte ich zehn, Zwanzig Seiten lang das Gefühl mich im 18. Jahrhundert zu befinden. Ich habe da irgendwie gar nicht die Peilung bekommen. Danach habe ich mich Kapitel für Kapitel eingelesen und bin ziemlich zufrieden. Australien finde ich sowieso interessant und Geschichten mit Familienrätsel gehören zu meinen lesetechnischen Leibspeisen. ![]()
Allerding übertreibt es die Autorin manchmal mit den übergenauen Beschreibungen, manchmal wird mir der Schreibstil eine Spur zu schwülstig- was sich vor allem in dem Vorwort wiederspiegelt. Insgesamt kommt der Anfang ein bisserl behäbig daher, wenn ich ihn inhaltlich auch mag.
Zwischen Tony und Audrey ist alles schief gelaufen, wohl weil er seine Tochter versorgt sehen will hinterlässt Tony Audrey eine gewaltige Erbschaft. Land, so weit das Auge reicht mit einem geheimnisvollen Haus darauf. Ich hoffe, die Geschichte nimmt jetzt richtig an Fahrt auf!
Mein Buch ist ebenfalls angekommen!
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Buch ist gerade eingetrudelt!
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Inhalt:
In Stockholm wird der fürchterlich zugerichtete Leichnam eines Jungen gefunden. Noch glaubt Kommissarin Jeanette Kihlberg an einen einmaligen barbarischen Akt, dessen Ursprung in der Pädophilen-Szene zu suchen ist. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig und schon bald hat sie einen zweiten, ganz ähnlich gelagerten Fall am Hals, der das Schlimmste befürchten lässt: Ist ein Serientäter in der Stadt unterwegs? Die Polizei bittet die Psychologin Sofia Zetterlund um Mithilfe, bei der Aufklärung der brutalen Morde.
Meinung:
Mit “Krähenmädchen” legt das Autorenduo Erik Axl Sund den Auftaktroman der “Victoria Bergman Trilogie” vor. Das Böse kennt hier keine Grenzen, die Opfer haben keine Namen, geschweige denn eine Möglichkeit zu entkommen. Dieses düstere Schweden Epos führt in die Welt jenseits der IKEA Behaglichkeit, mitten ins Grauen abnormer Familien und verrohter Einzelgängerinnen und die Gewalt an Minderjährigen, bis hin zu den mordenden Kindersoldaten in Sierra Leone. Beonderen Wert legen die Autoren- wie könnte es in einem Psycho Thriller auch anders sein- auf die Figurenzeichnung. Ich habe selten eine derart gelungene Täterstudie gelesen und auch die Kommissarin bekommt ein Gesicht.
Ein grandioser Alptraum tut sich vor einem auf. Die kurzen Kapitel und der rasante Schreibstil sorgen neben fiebernder Spannung für reichlich Lesefreude, weil einfach ununterbrochen erzählenswerte Dinge geschehen, die die Geschichte voranbringen oder das entstehende Bild mit einem weiteren Puzzleteilchen aufüllen. Ein Buch zum an den Fingernägel knabbern. Hart am Limit und überaus gelungen. Das “Krähenmädchen” ist ein Psychotrip ins Herz der Hölle.
Der Schluss haut mich wirklich um. Das Kind der Polizistin gerät in die Fange von Victoria, äh Sofia. Egal, eine psychisch Kranke von epochalen Ausmaßen. Was ich nicht verstehe ist, wie einfach Victoria an die Erbschaft kommt. Das wirkt wenig glaubwürdig auf mich. Aber sonst? Das Ding ist sauspannend, unbarmherzig schaurig und zeigt die Widerwärtigkeiten zu denen Menschen fähig sind, die selbst Opfer von Gewalt geworden sind. Einzig negativ fällt mir in der Figurenzeichnung, die arg zusammengestoppelte Schnellbeziehung zwischen Jeanette und Sofia auf. Ich mag das Buch!
Nun sind Victoria und Sofia doch eine Person. Das schimmerte erst langsam auf jetzt ist es Gewissheit. In dieser Phase kommt immer mehr aus der Vergangenheit zutage. Victoria ist für mich eine unheimlich interessante Protagonistin. Für mich ist es keine Frage, ob ich sie gerne habe oder nicht. Ob ich in Teilen Verständnis aufbringen kann oder den Scharfrichter spielen möchte. Die Figur ist einfach glaubhaft gezeichnet. Und diese Intensität, die das Buch hat. Ich bin hin und weg, von dem Schreibstil und der psychologischen Tiefe. Weiß aber nicht, wie die Autoren das alles Logikmäßig wieder zusammenbringen wollen. Die Brutalität der Taten ist schon ziemlich heftig!
Freue mich schon auf das Buch!
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Ich rase weiter durch das Buch. In absehbarer Zeit dürfte sich die Polizistin von ihrem Kunstschaffenden Ake befreien. Das wird dann auch langsam mal Zeit. Gegen Ende rückt die Polizei Victoria auf die Pelle. So richtig schlau werde ich aus all dem zwar noch nicht, bin aber guter Dinge, was die Aufklärung der Mordfälle angeht. ![]()
Die Geschichte hat ein rasantes Tempo. Mir gefallen die knackig kurzen Kapitel.
So hart habe ich den Roman wirklich nicht vorgestellt. Kindersoldaten fallen über Erwachsene her. Eine Mörderin treibt ihr Unwesen und entmannt ihre Opfer. Dazu kommen noch Kinderschänder, die nichts problematisches an ihrem Lieblingshobby finden können und eine angeschlagene Psychotherapeutin, die ein diffuses Bild abgibt. Der Realitätsbezug raubt mir bisweilen den Atem.
Ich glaube nach diesem Buch werde ich Schweden ganz neue Seiten abgewinnen können. ![]()
Ich habe keinen Schimmer, wie es sich mit dieser Victoria verhält, kann mir aber immer noch nicht vorstellen, dass am Ende alles auf sie herauslaufen wird. Eine stark erzählte Passage, die nachhallt. Von Schreibstil und Figurenzeichnung bin ich nach wie vor sehr angetan.