ZitatAlles anzeigenOriginal von Cith
Ich habe das Buch auch beendet und es hat mir außerordentlich gut gefallen.
Ein kleiner Kritikpunkt - oder sagen wir ein wenig ins Stocken kam ich, als ich erfuhr, dass Alex sowohl deutsch gelernt, als auch den Stadtplan von Zürich auswendig gelernt hat. Das kam mir dann doch etwas zuviel/ zu weit hergeholt vor. Alex ist ein spezieller Charakter und das mit der Sprache für einfache Gespräche (Essen bestellen, Hotellobby etc.) hätte ich noch abgenommen. Aber den Stadtplan mit allen Straßen auswendig lernen?
Das hätte man für mich weglassen können. Ich mag daran glauben, weil ich mir das Buch gerne glaubwürdig erhalten möchte, aber so richtig realistisch erscheint mir das nicht mehr.
An dieser Stelle kann ich ginger ale also nur zustimmen: "Das erscheint mir doch mehr als fragwürdig. Die Figur des Alex Woods bewegt sich die ganze Zeit auf einem schmalen Grat. Hier aber wirkte sie schließlich überfrachtet, so dass die Glaubwürdigkeit leidet."
Bis auf dieses erschien mir die Geschichte aber realistisch und gut recherchiert und ich habe die Lektüre sehr genossen. Durchaus ein empfehlenswertes Jugendbuch!
Eine Fortsetzung gibt es hoffentlich nicht. So gerne, wie ich Alex Woods habe und so gut wie mir die Geschichte gefallen hat, habe ich das Gefühl, dass eine Fortsetzung das Ganze nur kaputt machen würde, weil die Geschichte, die es zu erzählen gab erzählt ist.
Die Stelle mit dem Stadtplan auswendig lernen hat mich an das Asperger Syndrom denken lassen. Für Asperger ist das auswendig lernen von Stadtplänen aufgrund ihrer fotografischen Gedächtnisses mitunter keine große Sache, mit dem Sprachen lernen verhält es sich ebenso. Denn Asperger sind die Könige des Kopieren-Einfügen Prinzips. ![]()
Außerdem bereiten sie Reisen mit einer für Normalsterblichen ungeheuer großen Detailgenaugkeit und Ausdauer vor.
Auch die Naivität unseres Protagonisten, seine Leistungsfähigkeit, der Hang zur Mathematik, Physik, und dem Weltall sprechen dafür. Es gibt eine Menge Indizien, die dafür sprechen.
Aber im Grunde tut dieses Etikett bei diesem herrlichen Roman nichts zur Sache. Die Denk-und Handlungsweisen sprechen für sich selbst und lassen einen emotional unreifen, altklugen und alles hinterfragenden Protagonisten erstehen, der mir das Wochenende versüßt und mein Herz erwärmt hat. ![]()
Darauf kommt es an. Spekulieren muss erlaubt sein. ![]()
Vielleicht weiß, der Autor selbst nicht über wen er da geschrieben hat. ![]()