Beiträge von Luc

    Sehr schön geschriebene Passage....


    Luka und Dora stürzen sich in das Erwachsenenleben, erlernen ihre Berufe, verschreiben sich ganz der Kunst und versuchen die Löcher zu stopfen, die durch die Abwesenheit des Anderen entstanden sind. Ich lese das alles ausnehmend gerne, einzig die manchmal etwas drollig wirkenden Dialoge zwischen den Protagonisten sorgen bei mir für leichten Unmut. Ansonsten geht die Autorin ziemlich schonungslos mit ihrem Personal um, es entstehen glaubhafte farbige Charaktere, denen ich gerne folge.

    Also bislang gelingt es dem Buch noch nicht Begeisterungsstürme bei mir auszulösen. Ich bin noch am Grübeln woran das liegt. Denn die Ausgangsposition des Romans, die Trennung zweier Unzertrennlicher, das Aufbrechen zu neuen Ufern, um einander irgendwann wieder zu begegnen, ist teilweise brilliant geschrieben und ruft rasch mein Interesse hervor. Das Kapitel 40 zu beginn empfand ich als nettes Appetithäppchen, allerdings fast Hackbrettartig erzählt, in Kurzsätzchen, die nicht zu viel verraten, mehr erahnen lassen. Lukas Kindheit in Kroatien, das Kennenlernen der einzigartigen Dora sind sowohl wirklichkeitsnah, als poetisch beschrieben. Für diesen Drahtseilakt ziehen ich vor der Autorin meinen Hut. Ich kann aber auch nicht eine gewisse Distanz zwischen mir und den Figuren verhehlen. Vielleicht müssen da noch ein paar Panzer bei mir aufbrechen. Ich lese durchaus gespannt weiter und fühle mich überdurchschnittlich gut unterhalten.

    Die alte Wilhelmine lebt am Rande von Frankfurt. Sie ist pflegebedürftig, ihre Nichte, nur rudimentär am Wohlergehen ihrer Tante interessiert, besorgt eine preiswerte Fachkraft aus dem Ausland. Die junge Russin Jelisaweta taucht in der deutschen -nicht kümmern, lieber in den Urlaub fahren- Wohlstandsgesellschaft auf und bringt Wilhelmines Haushalt in Schuss. Zunächst zeigt sich Wilhelmine durchaus dankbar für die Hilfe, muss sich doch nicht mehr den vorwurfsvollen Ton ihrer Nichte im Haus ertragen. Doch schlagartig änderte sich das Verhältnis von Jelisaweta und Wilhelmine, als diese von der Herkunft ihrer Pflegerin erfährt kippt Wilhelmines Stimmung ins Tückisch, Brachiale ihrer Nichte. Eine Russin im Haus, eine unerträgliche Situation für die 91jährige Frau.


    Jelisaweta zeigt sich nicht minder Konfliktgestählt, wer einmal ihre Vergangenheit durchlitten hat und wem eine Zukunft in mütterlicher, sowie landestypischer Trostlosigkeit vor sich hat, der wehrt sich wie eine gefangene Löwin, gegen die Anfeindungen einer Verrückten.


    Ein Kleinkrieg entbrennt zwischen den beiden so unterschiedlichen Frauen, der aber gar nicht auf den unterschiedlichen Kulturen beruht, sondern auf persönlichen Erlebnissen tief in der Vergangenheit des Einzelnen.


    Meinung:


    Besonders positiv fallen bei diesem Roman die ausserordentlichen sprachlichen Fähigkeiten der Autorin auf, ihre Stilsicherheit, niemals verliert sie sich in Kitsch, sie versucht ihren Lesern nie zu gefallen, führt niemanden vor, setzt sehr geschickt ihr Handwerkszeug ein und brilliert durch feinsinnige Betrachtungen und knappe Formulierungen, gelegentlich allerdings unterbrochen von all zu harschen verwirrenden Rückblenden.


    Sie bringt es dabei fertig eine ideale Balance zwischen Emotionen und lakonischer Schreibweise einzuhalten, was schon mal ein Kunststück ist. Denn man fühlt tatsächlich mit Wilhelmine und der etwas spröden Jelisaweta und zollt Eva Baronsky gleichzeitig den Respekt einer Autorin von Rang. Einzig inhaltlich könnte die Autorin noch einen Deut zulegen. Warum kein grösserer Stoff? Warum kein dicker Familienroman, als nächstes? Den würde ich kaufen wollen.


    Magnolienschlaf, ein gutes Buch, keine Frage.

    Also ich bin mit dem Buch rundum zufrieden. Die Charaktere wirken realistisch und vielschichtig. Die Autorin verschont mich mit Versöhnungskitsch zum Schluss, stattdessen werden die Erzählfäden am Ende unspektakulär zusammengeführt. Lange kein Buch mehr in der hand gehabt bei dem ich so wenig zu bemängeln hatte. :grin


    Stilistisch, sprachlich und inhaltlich eine gelungene Umsetzung. Wobei mich das Ende schon überrascht hat. In der Richtung hatte ich den Gisela Teil gar nicht interpretiert. Schön, die Mischung aus lakonisch, distanzierter Schreibweise und emotionaler Literatur. Eva Baronsky ist eine neue Entdeckung für mich. Hut ab, vor der Autorin. :anbet Rezi folgt.

    Die Situation eskaliert, ein Kleinkrieg zwischen den beiden Frauen beginnt, als Wilhelmine Lisas Herkunft spitz bekommt. Auf mich haben beide Figuren etwas überzeichnet gewirkt. Verhält sich eine geübte Pflegerin derart rachsüchtig gegenüber einer Patientin? Warum Wilhelmine nach der ersten Überraschung nicht einfach mal wieder runter und schaltet ihren Verstand ein?


    In beiden Personen muss einiges unter dem Eis liegen, bei Wilhelmine fällt es mir leichter Verständnis aufzubringen, wenn man noch das Verhalten ihrer Nichte hinzu rechnet. Lisa wirkt etwas kühl, zwischen den Fronten, der alten Heimat und den Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Sprachlich immer noch am Limit.

    Also ich bin bislang sehr angetan von diesem Buch. Sprachlich zieht die Autorin alle Register, in einem sachlichen Ton fächert sie die Geschichte von "Lisa" aus Smolensk und der uralten Wilhelmine auf, die pflegebedürftig ist. Sie ist auf Lisas Hilfe angewiesen. Zunächst beginnt die Beziehung der Beiden harmonisch, noch weiss Wilhelmine nicht woher Lisa, die eigentlich Jelisawete heisst, kommt. Eine Russin. Ausgerechnet. Kriegserinnerungen kommen bei Wilhelmine hoch, als sie von Lisas Herkunft erfährt.


    Ich bin fast ein bisschen überrascht, wie gut mich die Geschichte hereinzieht. Dabei scheint vieles klar, denn auch in Lisas Vergangenheit versteckt sich ein Geheimnis, dessen Ursprung in den Feindschaften der beiden Völker verborgen liegt. Das ist technisch formidabel geschrieben. Bilderreich und lakonisch. Detailverliebt und tiefgründig. Dabei sehr emotional und plastisch. Grundsolider Aufbau.


    :lesend

    "Die fernen Tage der Liebe" der Titel des Buches ist nicht unbedingt Programm, des Romans. Auch wenn der alte Bill, ein reaktionärer Ex- Soldat und geradliniger Haudrauf beizeiten seine krebskranke Frau bis zum Tod gepflegt und sich danach Jack Daniels ergeben hat. Nun wirft der Teufel des Vergessens seine Angel nach Billy Boy aus. Ein Arzt diagnostiziert Alzheimer.


    Seine drei Kinder wissen zunächst nichts von der Erkrankung ihres Vaters. Obwohl der alte Bill zusehends die Kontrolle über seinen Haushalt verliert kümmert sich niemand um ihn, bis auf Tochter Marcy, die scharf kalkulierende Immobilienmaklerin interessiert sich für Bills Eigenheim und pöbelt sich ansonsten quer durch den Roman, in einer Sprache die Marineinfantristen alle Ehren machen würde. Ihre flügge werdende Tochter April, ein veritabler Lichtblick, in einem ansonsten etwas statisch lustlos agierendem Verlierer-Romanpersonal, entpuppt sich für Bill, als Chance zu einem letzten grossen Aufbruch. Gemeinsam reist das Duo, April am Steuer eines Uraltwagens, in Richtung Kalifornien, um die völlig zerstrittene Famie noch einmal zueinander zu führen und die Missverständnisse der Vergangenheit auszuräumen.


    Leider hält die Idee nicht ganz, was sie verspricht.


    "Die fernen Tage der Liebe" hat wenig komische Momente, einige tragische, auch mit Spannung geht der Autor sparsam um, der Roman bezieht seinen Treibstoff hauptsächlich aus Familienkonflikten, die in ein paar Rückblenden ganz hervorragend dargestellt werden, während sie einleitend fast störend wirken.


    Interessant war für mich vor allem die Paarung Enkeltochter-Grossvater auf der Reise nach Kalifornien. Während die mittlere Generation in ihrem biederen Verlierer-Dasein dahintreibt, liegt in dem Aufbruch Aprils mit ihrem Grossvater die treibende Kraft des Romans. Leider wird das Potenzial beider Figuren nicht hundertprozentig ausgeschöpft. Dafür ist die Reise zu kurz. Der Beginn des Romans viel zu langatmig und gewöhnlich angelegt. Wobei dien handelnden Personen durchweg realistisch dargestellt werden. Nur reizt James King die Möglichkeiten eines Romans nicht einmal ansatzweise aus.


    Sprachlich bleibt James King dabei an der Oberfläche, selten gelingt es ihm Erzählerisch zu punkten. Da ist vieles gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Dennoch habe ich mich nicht schlecht unterhalten gefühlt, dafür ist der Roman in seinen Grundzügen zu gut angelegt und ordentlich herunter geschrieben. Zu monieren ist hierbei allerdings ein entweder fehlendes Lektorat oder eine schwache Übersetzung made in Manila, keine Ahnung.

    Also mit dem Ende kann ich überhaupt nichts anfangen. James King baut den Roman mit einer völlig zerstrittenen Sippschaft auf, deren einzelne Mitglieder Opa Bill entweder einfach aus ihrem Leben gestrichen haben oder ihn verachten. Ausser Nick, der zu überhaupt nichts richtig Stellung bezieht. :lache


    Am Ende haben sich alle in den Armen, Mike, der Egoist, Marcy, die im Guten wie im Bösen völlig überzeichnete Mutter. Nee, Freunde, dass Ende geht gar nicht. Meinetwegen können sich die handelnden Personen am Schluss lieb haben, dann muss die Entwicklung aus den handelnden Personen heraus allerdings sichtbar werden. Marcy wollte doch einige Hundert Seiten vorher noch Opa Bills Haus am Liebsten verschachern, um sich zu bereichern, zumindest wurde das angedeutet. Nun sucht sie dem alten Knacker noch das beste Altersheim aus, nee bitte. Diese Wandlung ist beim besten Willen nicht nachvollziehbar. :nono


    Auch die einzelnen Reiseszenen vermögen mich in der Schlusspassage nicht mehr in den Bann zu ziehen, obwohl mir Aprils Entwicklung gefällt. Selbst die eigentlich komisch tragischen Erlebnisse von Bill haben einen schalen Beigeschmack, weil sie nicht sonderlich gut erzählt sind. Alles wirkt auf mich ein bisschen zusammen gestoppelt, das Aufeindertreffen von Nick und Mike. Die leidende Marcy und deren plötzliche Wandlung zur Mutter Theresa. Ich habe kein richtig schlechtes Buch gelesen, allerdings auch kein richtig Gutes. :rolleyes

    Diesen Abschnitt fand ich richtig gut. Die Achterbahnfahrt bringt endlich ein bisschen Licht ins Dunkel, was Marcys verhalten anbelangt, vor allem kommt Spannung ins Spiel. Auch die Rückblenden auf Mikes Leben, die langsam aus den Fugen geratene Autoreise April-Bill gefällt mir nun ausgesprochen gut.


    Bill ist ein typisch reaktionärer Ex-Soldat, nicht jede Meinung von ihm muss man mögen, wichtig ist mir nur: es gibt solche Menschen, gerade in Amerika. Auch Mikes Umgang mit Frauen scheint mir gut getroffen. Die Charaktere werden nun runder, die Vergangenheit klart auf, je weiter Bill in Richtung Alzheimer abdriftet.


    April merkt langsam, dass neben ihrer aufkeimenden Selbstständigkeit, in Kalifornien Probleme auf sie warten, die ihr schnell über den Kopf wachsen können. Die Rückblenden sind sehr geschickt gesetzt und stören den Lesefluss nicht im geringsten.


    Bin schon gespannt, welche Überraschungen, dass Buch noch für mich bereit hält, nach einem durchwachsenen Beginn bin ich nun von der Realitätsnähe sowie dem Aufbrechen der Vergangenheit positiv angetan.

    Diesen zweiten Teil des Romans finde ich erzählerisch ganz solide, wobei eine gewisse handlungs-und spannungsarmut auffällt. Die Szene an der Tankstelle ist durch den Kotzanfall übertrieben geschildert, manchmal sieht man in schlechten amerikanischen Filmen, dass die Darsteller auf knopfdruck kotzen können, ansonsten beginnt mich langsam die Beziehung zwischen April und Bill zu interessieren, das hat was.


    Alles andere- den Werdegang der Brüder, Beziehungsgeschichten und geschäftliche, sowie private Schweinereien von Micks Gnaden, vermögen mich nicht gerade vom Hocker zu reissen. In der amerikanischen Literatur gibt es dutzende- ja Dutzende Autoren, die aus diesem Konfliktgemenge- Opa hat Alzheimer, April will ausbrechen, die Elterngeneration fällt der eigenen Mïttelmässigkeit zum Opfer- mehr rausholen können und würden.


    Und trotzdem lese ich noch keinen schlechten Roman, was der amerikanischen Literatur ein gutes Zeugnis ausstellt, einen mittelmässigen wohl, wenn Opa Bill jetzt nicht tüchtig auf das Gaspedal tritt, dass allerdings von der Enkelin in Beschlag genommen wird. :lache

    Bin etwas spät dranne mit dem Buch. Der Weg war weit, die Post langsam. Was soll's? Klagen hilft eh nicht. :grin


    Also, wir haben es mit dem alten Bill und seiner Familie zu tun, den Kindern und Enkeln, speziell einer Enkelin, der aufmüpfigen April. Bills Frau ist längst verstorben, er selbst beginnt an Alzheimer zu erkranken, was seine Kinder noch nicht recht erkennen wollen oder können. Seine langsam beginnende Verwahrlosung treibt speziell seine Tochter Marcy zu einigen heftigen Ausfällen, die sprachlich in doppelter Weise daneben liegen. Zum einen scheint mir die Übersetzung etwas krude, zu hausbacken, zu übertrieben, zu eckig, zu wenig realistisch und in sich unschlüssig. Ausserdem erstaunt die harte Ausdrucksweise von Marcy, womöglich finden sich in der Vater-Tochter Beziehung Hinweise darauf, warum Marcy deart ausflippt. Mal sehen. ?(


    Ansonsten beginnt der Roman durchaus lesenswert, aber auch etwas behäbig. Jeder Charakter wird in Einzelkapiteln eingeführt. Die ganze Familie ist ein Club von Verlierern, engstirnigen Weibchen und Versagern. Generell keine schlechte Ausgangslage um spannendes Szenario aufzubauen. Der Schreibstil ist so la, la. Die Leutchen wirken echt, kann man nicht meckern.

    Inhalt:


    Der pubertierende Teenager Bernie Karp findet in der Tiefkühltruhe, des väterlichen Eigenheimes einen eingefrorenen Rabbi. Laut seines Vaters handelt es sich bei dem bewohnten Eisblock um ein Familienerbstück, dass seit Generationen an die Nachkommenschaft weitergereicht wird. Bei einem Stromausfall taut der Geistliche auf und entwickelt nach kurzer Zeit eine lukrative Einnahmequelle mit dem Haus der Erleuchtung. Bernie, bis dahin eine fernsehversessene, dauernd onanierende Trauergestalt begibt sich auf eine Sinnsuche. Tatsächlich entdeckt er eine tief versteckt Spiritualität in sich, die von seiner Freundin Lou Ella bei gemeinsamen Liebesspielen offen gelegt. Vorsicht Seelenwanderung!


    In einem zweiten Handlungsstrang wird die Herkunft des Rabbi erzählt. Eine hundertjährige Reise aus Osteuropa nach Memphis, tief in den Süden der USA beginnt.


    Meinung:


    Die Idee zu diesem Roman ist wirklich außergewöhnlich. Auch die sprachlichen Fähigkeiten des Autoren haben es mir angetan. Er nutzt einen sehr modernen bilderreichen Schreibstil. Oft hat mich der Stil an Eugenides Middlesex oder T.C. Boyles Meisterwerke erinnert, womit die Gemeinsamkeiten allerdings auch schon aufhören. Denn Steve Stern treibt den Roman zwar mit brachialer Wucht voran, doch bleibt das Buch bisweilen zähflüssig zu lesen. Was bis zur Hälfte des Buches, an den vielen jüdischen Wortschnipseln liegt, die schwer verständlich sind und oft unnötig wirken. Zudem wählt Stern seine Handlungsorte und Zeiten nicht immer klug, auch die Geschichte selbst lahmt, weil mit sehr vielen Versatzstücken anderer Romane gearbeitet wird. So ist die typische Hosenrollen Geschichte von Max und Jochebed in unendlich vielen Büchern bereits beschrieben worden. Stern hat dem nichts Neues hinzuzufügen. Nein, im Gegenteil, Steve Stern schreibt eine der üblichen amerikanischen Aufsteiger Geschichten, vom Tellerwäscher zum Millionär und bedient sich reihenweise der ebenfalls üblichen Klischees, der zupackende Mann, die geschäftstüchtige Frau. Die Figurenzeichnung bleibt dabei durchgehend an der Oberfläche, bei Ruby finde ich sie teilweise kaum für nachvollziehbar. Am Empathie befreiten Ruby möchte ich noch eine weitere Schwäche deutlich machen, die mir negativ aufgefallen ist. Die Figur ist mit einer Bedeutungslosigkeit an mir vorübergegangen, die seinesgleichen sucht. Ein Buch braucht nicht unbedingt Symphatieträger, aber ich muss mitfiebern können, die Protagonisten sollten einem Leser doch etwas bedeuten, dass ist bei keiner Person von „Der gefrorene Rabbi“ der Fall. Alles schon einmal woanders gelesen, oft bissiger und ironiereicher. Richtig lustige Passagen finde ich vorwiegend, wenn es um Bernie Karp geht und den kapitalismuserregten Rabbi, der das Botox-Wunder der Neuzeit zu schätzen weiß. Ich habe Boyle und Eugenides bereits erwähnt. Beiden ist es in der Vergangenheit wesentlich besser gelungen ihre unvergesslichen Protagonisten in ein geschichtliche Umfeld einzubetten, dass neugierig macht. Steve Stern, ist das nicht gelungen. Die Vergangenheit wird sehr stark beleuchtet. Die Gegenwart nur spärlich. In Osteuropa zu speziell, in Amerika zu wenig speziell, in Israel über das Ziel hinaus geschossen, mit einem allerdings ganz sinnstiftenden Ende für unseren Bernie Karp, der vielleicht am meisten Resonanz erzeugt. Stern hat ein ordentliche Unterhaltungsbuch geschrieben, mehr nicht, weniger aber auch nicht.