Beiträge von Luc

    Das Ende! Crinelli landet im Krankenhaus. Solokow und Calippo im Leichenschauhaus, wo ihnen bald der Baske Gesellschaft leistet. Ein spektakuläreres Ende hätte der Autor kaum erfinden kommen. Ein ganz starker Abgang von Kathy Lee, in gewisser Weise ein offenes Ende, wirklich genial gelöst, weil der Fall sauber aufgelöst wird. Und dennoch dieser Ausblick in die Zukunft! Richtig Klasse! :anbet


    Bin richtig von den Socken und habe das Buch mit einem Schmunzeln zugeschlagen!

    Eine richtige Entscheidung zu diesem Zeitpunkt. Die Luft ist einfach raus. Ich möchte an alle Beteiligten danken. Schade, wir haben manch harte Schlacht geschlagen und meistens war Churchill siegreich :rofl


    Oder war es Tom? Churchill wird sicher eine Statistik dazu haben! :lache


    mein Liebling war immer Nudelsuppe, einmal die Waldfee, zu selten Babyjane, auf jeden Fall Tom, der unvergessliche Doc Hollywood und die Jahressiegerin von 2007, wie hiess die junge Frau noch, von Churchill auch an der Stelle nicht zu schweigen! :grin


    Vielleicht auf ein andern Mal!

    Den Dialog zwischen Böker und Crinelli fand ich auch Klasse! Überhaupt ein packendes Kapitel, voller Wendungen und Action.


    Das Versteckspiel des Basken, die verwirrende Situation in der Kölner Unterwelt sind sehr spannend geschildert. Ich hatte gleich das Gefühl, dass während der Autofahrt ein Angriff erfolgen würde. Rasant erzählt.

    Jerry Crinelli zurück in Deutschland. Auf nach Dortmund, zur Spurensuche. Nach der heiklen Italienreise brennt in Crinelli die Frage, welche Rolle sein alter Freund Liebermann in der Geschichte spielt. Die Anfänge der Ruhrgebietsmafia werden beleuchtet, die Verstrickungen seines Grosscousins. Von alledem wusste Liebermann, wie er Jerry berichtet. Der Roman wirkt bis hier hin sehr gut konstruiert. Alles wasserdicht. Lediglich den Dialog zwischen Liebermann und Crinelli fand ich übertrieben gequält. Ansonsten weiter sehr überzeugend. Der Baske bekommt ein Gesicht, die nächste Spur führt zurück nach Köln!

    Noch einmal eine Steigerung! Alle Achtung, der Autor kann was! Crinelli in Italien. Er besucht die Familie, die Mafia, das kommt auf das gleiche heraus. Interessant fand ich mehr über die Hintergründe, die Mafia in Deutschland zu erfahren. Der Autor glorifiziert diese Gestalten nicht. Crinelli nennt Ross und Reiter.


    Es gibt sogar eine Stelle in der über die Glorifizierung von Mafiamitgliedern in US-Filmen geplaudert wird und wie sich davon die Jungmafioso bestätigt fühlen, quasi den Filmhelden nacheifern. Kann man drüber schmunzeln oder schlucken. :lesend


    Der Text bleibt spannend, dramatischer Höhepunkt für mich, als das Familienoberhaupt Beppe und Jerry die Konventionen fallen lassen und Klartext reden. Starke Passage, gut erzählt. Danach die seltsame Aussage von Bruno bezüglich Liebermann. Crinelli hätte sich sicher jemand anders als nächsten Gesprächspartner gewünscht. Auf geht es zur nächsten Runde! :lache

    Der Roman legt an Spannung zu und Crinelli gewinnt bedeutend an Farbe. Obwohl der Tote am Rheinufer sich inzwischen, als ein Grosscousin unseres Crinellis herausstellt darf Jerry weiter ermitteln. das ist sicher ein etwas heikler Punkt bei der Glaubwürdigkeit. Verhält die Polizei sich so? Lässt sie einen Verwandten in einem solchen Falle weiter ermitteln? Ich für meinen Teil habe Bökers Entscheidung geschluckt. Crinelli hat es mit einem Serienmörder zu tun, der ebenfalls in Berlin zugeschlagen hat. Die Vorgehensweise, die rare Waffe sind ein eindeutiges Indiz dafür. Für Jerry Crinelli geht es nach Italien. Ausgerechnet! Das Land seiner Vorfahren. Er spricht nicht einmal die Sprache, so sehr hat er mit der alten Heimat gebrochen. Sprachlich alles sehr ansprechend. Mir ist auf keiner Seite langweilig geworden. Im Gegenteil: durch die "dunkle Erinnerung" gewinnt Crinelli deutlich Konturen. Er hat sozusagen bei mir angedockt. Der Protagonist bekommt es nun mit der italienischen Mafia, einem Serienmörder und einer Russengang zu tun. Na denn...

    Crinelli, bei dem namen wurde ich erst einmal stutzig, arbeitet der Mann doch bei der Kölner Polizei, kehrt in die Arme seiner Frau zurück. Gleichzeitig wird am Rheinufer eine übel zugerichtete Leiche gefunden. Offensichtlich wurde das Opfer entweder von zwei Tätern hingerichtet, weil zwei Waffen im Spiel waren oder handelt es sich um ein besonders morbides Hobby eines Geisteskranken sein Opfer zunächst mit einer grosskalibrigen Waffe aus der Ferne zu meucheln, um ihm anschliessend ins Gesicht zu feuern? Crinelli gerät ins Grübeln. Komisch, dass der Leichnam ihm irgendwie ähnlich sieht.


    Zweiter Handlungsstrang: Die Russenmafia treibt ihr Unwesen in Köln. Die Polizei nimmt ein Gebrüderpaar bei einer Drogenübergabe fest. Crinelli findet ein sonderbares Foto im Haus eines der Täter. An dieser Stelle laufen die beide Handlungsstränge zusammen. Bislang ein grundsolider Krimiaufbau. Ich hätte zu Beginn gewünscht mehr über Crinellis Charakter zu erfahren. Aber das ist nur Kleinkram. Der Fall rollt. Mal sehen, ob Crinelli noch an Konturen gewinnt!

    Inhalt:


    Im Alter von sechzehn Jahren bekommt der dicke Chris die Chance seines Lebens: der sportlich coole Mark lädt ihn zum joggen ein und was tut Chris. Er lehnt die Gelegenheit ab schlank, beliebt und bei den Mädels erfolgreich zu werden. So sieht es sein Schülerhirn, sein Erwachsenenschädel. Chris Mackenbrock bleibt immer der Ansicht in diesen wenigen Sekunden hätte sein Leben eine aufregende Wandlung erfahren können. Das Hätte, Wäre, Wenn Denken- ist das Schlüsselthema des Romans. Chris wäre schlank geworden. Er hätte Kathleen bekommen. Ja wenn....In der Realität landet Chris in der Pantomimengruppe der katholischen Landjugend, nackt unter dem Bett seiner Liebsten, als er auf Klassenfahrt Strip Poker spielt, schliesslich sogar auf der Pfingsdemonstration in Wackersdorf und den Niederungen der deutschen TV Unterhaltung. Eines Tages schlägt das Schicksal zu, die Zeit wird zurückgedreht. Er bekommt noch einmal die Gelegenheit auf Mark zu treffen, die Einladung zum Joggen anzunehmen, schlank zu werden, seiner Traumfrau schön und cool gegenüberzutreten. Chris ist noch einmal sechzehn. Und siehe da: das neue Leben ist nicht unbedingt besser als das Alte.


    Meinung:


    Die erste Hälfte des Romans habe ich richtig genossen. Chris Mackenbrocks Jugend in Westfalen, die achtziger Jahre werden wach, sie verknüpfen sich mit persönlichen Erinnerungen der Leser. Roger Schmelzer schreibt detailgenau, hellwach und präzise. Schöne Szenen in Wackersdorf, die Klassenfahrt, die Pantomimengruppe, ohne albern zu werden lässt der Autor den Dingen ihren Lauf. Bis hierhin hätte ich vier Sterne gegeben. Leider hakt es etwas im zweiten Teil des Buches. Die Zeit in Köln wird überhastet eingeleitet, die Fernseh und Unterhaltungsindustrie wird nicht halb so gut geschildert wie der Jugendteil, oberflächlich und langweilig, weil alles schon gelesen. Ausserdem beginnt Roger Schmelzer dann doch albern zu werden. Der Fernsehpreis ist Brachialhumor, bei dem ich nur die Schultern gezuckt habe. Hier kippelt der Roman, soll es noch ein bisschen komischer sein oder doch etwas künstlerischer? Der Zeitsprung im Anschluss verschafft keine Wendung zum Guten. Die zehn besten Sekunden im Leben von Chris Mackenbrock, das neuerliche Treffen mit Mark werden rasch abgehandelt, dann versinkt der Protagonist auf den Spuren seiner Kindheit endgültig in Negativität und wir dazu noch link. Überhaupt der Protagonist ist mir nie sonderlich symphatisch geworden. Ständig rennt er den Ereignissen hinterher, statt sie zu gestalten und wenn er sie zu gestalten beginnt, wie im Schlussteil, kommt nur Humbug dabei heraus. Was will uns die Geschichte sagen? Sicherlich, dass man vergebenen Chance nicht lange nachtrauern sollte. Das immerhin ist dem Autor gelungen!

    Karneval in Köln. In der Nacht zum Aschermittwoch wird ein Mann ermordet. Tatwaffe ist ein Schwert. Das Opfer scheint ein Priester zu sein, die Kleidung deutet darauf hin. Das ist die Ausgangslage für die Polizei, bald gibt es einen zweiten Toten, unzweifelhaft ein Mann der Kirche, der auf dieselbe seltsame Weise umgebracht wird. Die Kripo arbeitet unter Hochdruck. Ist von einem Anschlag auf die katholische Kirche auszugehen? Oder handelt es sich um die private Abrechnung eines Psychopathen?


    Die Hauptkommissarin Judith Krieger peinigen andere Sorgen. Sie hat bei einem Einsatz einen Verbrecher getötet. Das Schuldthema rückt hier ein erstes Mal in den Mittelpunkt des Romans. Zunächst gar nicht fähig die Ermittlungen zu leiten überlässt sie Ihrem pragmatischen Kollegen Manni Korzilius die Suche nach dem Täter.


    In Gisa Klönnes Roman die "Farben der Schuld" geht es um die Schuld der Eltern, der Kinder und kirchliche Dogmen. Grundsolide wird Spannung aufgebaut, werden lebensechte Figuren aufgebaut und deren Schicksale beleuchtet. Da wäre Bat, das Grufti Mädchen, die ihren Freundin nachtrauert. Wieso hat sie sich das Leben genommen? Ist sie am Ende gar einem Mord zum Opfer gefallen? Ihre Mutter Ruth, die das Leben gerne in Konventionen festzurren möchte und fortdauernd an der Realität scheitert. Und Manni, der den Weisheiten asiatischer Kampfkunsttechniken mehr traut, als den Aussagen der Verdächtigen.


    Für mich, mein erste Buch von Gisa Klönne. Ich fand es sehr ansprechend. Die Sprache der Autorin fesselt, die Charaktere binden, die Handlung zieht mit. Ausserdem überzeugt die gute Recherchearbeit einer ausgebildeten Journalistin. Feine Sache!


    Dabei verfällt die Autorin niemals in das übliche gut und Böse Denken trivialer Mittelalterromane, die das katholische Feindbild lediglich als Trampolin für ihre erstarkenden Heldinnen nutzen. Nein, Gisa Klönne setzt auf Authenzität, vertraut ihren lebensechten Figuren und führt so angebliche Tugendhaftigkeit und das Zölibat vor. Lediglich auf den letzten Seiten verliert die Geschichte etwas an Glaubwürdigkeit, schlicht weil Details zu rasch oder gar nicht abgehandelt werden. Von mir 8 von zehn Punkten.

    Von diesem Ende war ich ziemlich überrascht und obwohl die Fäden irgendwie alle am Schluss zusammenführen bin ich nicht völlig zufrieden. Ich habe Schwierigkeiten nachzuvollziehen, warum Fabi, der Nette, Bat vergewaltigt. Vielleicht habe ich da etwas überlesen, keine Ahnung, kommt mir seltsam vor. Dann kann ich Fabis Vorgehensweise bei den Priestermorden nicht schlüssig nachvollziehen. Dieser Anstreicherjüngling aus einfachsten Verhältnissen schnappt sich ein Schwert, um heiligenmässig meucheln? Ich finde das arg konstruirt. Klar, bei den heutigen Romanen müssen die Autoren in die Vollen gehen. Aber Fabi und Schwertnummer, das nehme ich der Autorin nicht ab. Die Auflösung zum ersten Opfer fand ich lau. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Themen Zölibat und Familie wurden eindrucksvoll in einen Krimi eingebunden. Der Schluss ist jedoch ein kleiner Schwachpunkt.

    Röttgen ist das nächste Opfer. Wie das erste Opfer hat er sich sterilisieren lassen. Was den Täter angeht bin ich vollkommen ratlos. Vielleicht dieser Warnholz, aber wie passt das alles zusammen. War Jana vielleicht schwanger oder handelte es sich bei ihr um die Tochter eines der Opfer? Dann passt allerdings nicht Lars in die Geschichte. Lauter Haken, keine Lösung in Sicht! Mir ist ebenfalls der Umstand aufgefallen, dass Bat erst so spät aktiv den Tod ihrer Freundin rächen will. Vermutlich hat es die Konstruktion des Romans nicht anders zu gelassen. Allerdings komme ich dennoch nicht auf die Lösung.