Beiträge von Kaminfeuer

    Jari Cizek, der 18- jährige Tischlergeselle, braucht eine Auszeit - von seiner Ausbildung im elterlichen Betrieb, von seiner fürsorglichen Mutter. Und so begibt er sich auf dreiwöchige Wanderschaft im deutsch- polnisch- tschechischen Dreiländereck.
    Er will die Natur genießen, die Einsamkeit, seine Freiheit und am Ende seiner Reise ein Mädchen - oder auch in umgekehrter Reihenfolge.
    Denn in einem kleinen Dorf trifft er zufällig auf die junge Jascha, die ihn in ihr Haus mitten im Wald "entführt".
    Ein riesiges, unwirkliches Haus mit tausend Spiegeln, einer Vielzahl an Zimmern und Gängen, voller labyrinthartiger Gemütlichkeit und Schönheit, abgeschnitten von der Außenwelt.
    Doch Jari will nur eine Nacht bleiben, eine Nacht mit der bezaubernden und geheimnisvollen, vielleicht auch gefährlichen Jascha verbringen, doch aus einer Nacht werden Tage.
    Tage voller Arbeit im Obstgarten oder auf dem Feld, unergründlicher Geheimnisse, Stunden aus Ängsten und Zweifeln, süßen Gesängen, verführerischen Celloklängen, traurigem Wimmern aus abgeschlossenen Zimmern.
    Die Zeit fliegt an Jari nur so vorbei, er verliert jegliches Gefühl, was wahrhaftig und echt ist, was richtig und falsch ist, wer Jascha ist, was er überhaupt im Wald bei ihr macht. Dennoch schafft er es nie, sie zu verlassen. Denn sie zieht ihn immer wieder in ihren Bann, lockt ihn mit ihrer betörenden Schönheit, mit ihren süßen Küssen, ihrer vermeintlichen Unbeschwertheit, ihrem glockenhellen Gesang, ihrem zarten Musikspiel, ihrem frechen Verwirrspiel und Jari verliert darüber jeglichen Bezug zur Wirklichkeit.


    Der Wald wird von Tag zu Tag bedrohlicher, dunkler, unberechenbarer, eine namenlose Gefahr lauert in den Schatten der alten Bäume. Und Jascha wird immer undurchsichtiger und ausweichender.
    Und Jari bleibt...
    Jari will mit dem Mädchen im Wald bleiben, aber auch wieder mit seinem besten Freund Matti ein Bierchen auf der Fensterbank trinken, zu seiner Mutter mit den gestärkten Hemden, in die verhasste Werkstatt mit Brettern, Dübeln und Sägespänen zurück.
    Er will Antworten, was im Wald und mit Jascha vor sich geht, will aber gleichzeitig nicht die Wahrheit hören.


    Und dann verwandelt sich der eigentlich schüchterne und sensible Jari mehr und mehr, er verliert sich in sich selbst und in den Gesetzen der Natur, anstatt sich zu finden.
    Aus dem Tischler, aus dem Wanderer wird ein Jäger... erbarmungslos, gnadenlos...
    ... wird er sein Herz bewahren?


    Eine Geschichte, nein, ein dunkles, geheimnisvolles, bedrohliches Märchen voller betörender und grausamer Schönheit, welches die riesigen und undurchdringlichen Grenzwälder selbst erzählen könnten.
    Die forsche Füchsin ihren Jungen, die alte Eiche ihren Setzlingen, der milchige Nebel vorbeiziehenden Wanderern, die freche Amsel in den Wind hinaus.
    Sie würden die Geschichte von Jascha mit dem Haar aus schwarzer Seide, dem Lachen eines silbernen Glöckchens und der Stimme einer Nachtigall allen zuflüstern, die sie hören möchten. Wie sie den unbedarften und abenteuerlustigen Wanderer Jari Cizek, den jungen Zeisig, in den dunklen Wald, in ihr verlassenes Zuhause, in ihre einsamen Arme, in ihre eigene Welt gelockt hat.
    Jari Cizek, der grau gefiederte, unscheinbare Vogel, der flügge geworden ist, sein gut behütetes Nest verlassen hat, der seine Flügel ausstrecken, sie kräftigen möchte, den rauen und wilden Wind zwischen seinen Federn spüren, sich über die düsteren Wälder gleiten lassen, seine kleinen Lungen mit frischer und abenteuerverheißender Luft füllen, seinen Schnabel wetzen möchte.
    Doch eines merkt man schnell:
    Irgendetwas oder irgendjemand im Wald will dem jungen Zeisig die zartgrauen Flügel stutzen - und Jascha spürt dies auch. Oder ist Jascha diejenige, die dem Wanderer die Flügel nehmen will, damit er nie mehr von ihr fortfliegen kann?
    Kann der kleine, graue Zugvogel den kalten und harten Winter im verwunschenen Märchenwald überleben?
    Muss er zum Raubvogel werden?


    Mich hat "Solange die Nachtigall" sofort in ihren Bann gezogen, denn Antonia Michaelis lockt mit ihren Worten den Leser ohne Atempause in die dunklen Nebelwälder ihrer Geschichte.
    Und so wechselt die Stimmung und die Sprache von poetisch, sanft und bezaubernd wie in einem Märchen bis zu brutal, direkt, unbehaglich und eiskalt wie nur die Realität sein kann.
    Von welkenden Blättern tropft bittere Einsamkeit, zerbrechliche Vögel singen von zitternder Melancholie, der schwere Nebel bringt Gefahr, der kalte Herbstwind kündet von Abenteuerlust, das weiche Moos verspricht Zärtlichkeit, im unergründlichen und schwarzen See im Wald lauert ein Albtraum, unter der Walderde liegen verlorene Hoffnungen und Sehnsüchte, Angst, Verzweiflung, Einsamkeit und Ausweglosigkeit begraben, in Brombeerranken verstricken sich Geheimnisse und Lügen, an denen man sich verletzt.
    Und trotz oder gerade wegen dieser Fülle an Worten und Umschreibungen konnte ich erst nach und nach in die Schatten zwischen den Zeilen schauen, aus den Nebeln aus Worten etwas herauslesen. Die Worte umkreisten mich wie aufgewirbeltes Herbstlaub, flüchteten vor mir wie aufgescheuchte Rehe, verflüchtigten sich wie Nebelschwaden an einem sonnigen Vormittag.
    In jedem einzelnen Kapitel passiert so wenig und gleichzeitig so viel, sodass meine Gedanken zunächst keinen Sinn erfassen konnten, in zig Spiegeln um sich selbst reflektierten, und ich die ganze Zeit gerätselt habe, was für eine Geschichte ich vor mir liegen habe, wie viel Realität noch in diesen märchenhaft gewebten Mantel gestickt werden wird oder ob es nur eine mystische Erklärung für Jascha und Jari geben wird.
    Doch irgendwie blieb immer die Gewissheit, dass irgendwann ein realistischer und grausamer Abgrund vor mir auftauchen wird, wenn ich endlich die Lichtung aus Wissen und Gewissheit erreicht habe. Denn der Herbstwind weht Ahnungen heran, lässt den Nebel aus Unwissenheit weichen, zerrt an fest vertauten Tragödien, die im Wind zitternden Blätter flüstern sich Geheimnisse zu, im gelben Herbstlaub am Boden rascheln Andeutungen, die zerstörte Kinderseele wird nach und nach freigelegt, ein Trauma, ein immerwährender Albtraum aufgedeckt.


    Mir ging es beim Lesen ähnlich wie Jari im Wald:
    Jari sieht und hört Dinge, Menschen, Tiere und weiß am Ende dann doch nicht, was wahr ist und was nicht. Seine Umgebung ändert sich ständig:
    Gerade noch steht er im golden erleuchteten Wald, kurze Zeit später irrt er durch dichten Nebel. Gerade noch spielt Jascha das Cello im Haus, im nächsten Moment hilft sie Jari im Garten bei der Apfelernte. Gerade noch sieht er eine Narbe an ihrem Arm, Augenblicke später ist sie wieder makellos schön. Er sieht Risse in all der Schönheit um ihn herum aufplatzen, vergisst und verdrängt diese Gedanken gleich wieder, bevor er doch noch an seinem Verstand zu zweifeln beginnt.
    Genau wie Jari fing ich beim Lesen an, an meinem Verstand zu zweifeln, ich fragte mich, ob ich wie Jari das eine oder andere Becherchen Wildbeerensaft zu viel getrunken habe, zu viel an Fliegenpilzen geknabbert habe, da das Gelesene sich vor mir verschloss sobald ich das Buch zugeklappt habe. Ich hab das Meiste immer gleich vergessen...


    Wo hört die Wirklichkeit auf, wo fängt die Fantasie an, wann spielt der Verstand Streiche, was ist nur als Symbol zu sehen, wo platzt die Schönheit von Jascha und ihrer Umgebung auf und zeigt ihr wahres Ich?
    Jari verliert sich selbst und die Wirklichkeit aus den Augen, wenn er in die Schönheit des Mädchens und des Waldes blickt. Der Leser kann jedoch den realen Schrecken, der sich hinter der Schönheit der erzählenden Worte verbirgt, nicht vergessen.
    Denn nichts ist so, wie es scheint...
    Und genau deshalb muss man zwischen den Zeilen, unter den Worten lesen, hinter so wohlklingende Farben wie Mondsilber, Brandorange oder Heimlichweiß sehen, hinter die Fassade des Märchenwaldes blicken und die Schonungslosigkeit der Realität, die Hässlichkeit der Menschheit, eine zerbrochene Welt und die zerstörerische wie auch schützende Kraft der menschlichen Psyche erkennen.


    Das Ende beantwortet für mich dann auch alle Fragen, obwohl noch viele Fragen offen bleiben, da es meine Vermutungen, die ich recht schnell hegte, vollends bestätigt und dennoch viel Raum für eigene Interpretation und Gedanken übrig gelassen hat. Das Ende wird in mir nachklingen wie der "singende" Felsen im Tannwald... zwar nicht überraschend, dafür immer noch mystisch, aber auch schonungslos wirklich. Ein Ende, das noch lange kein Ende ist - nicht für mich, nicht für Jascha und Jari...


    Und dennoch bin ich froh, dem Nebelwald endlich entkommen zu sein und das Buch schließen zu dürfen, weil es mich stellenweise in seiner Dichte und Hintergründigkeit und Tiefgründigkeit in jedem einzelnen Satz, jedem Wort, erschlagen hat.
    Das Ende als auch der Verlauf der Handlung und das Verhalten der Charaktere lassen für mich aber keine moralischen Fragen zu (wie sie sicherlich bei vielen Lesern auftauchen werden), weil nicht alles in diesem Roman mit dem Verstand erklärt werden muss und kann, auch nicht mit dem Herzen, weil man ihm keine gesellschaftlichen Maßstäbe, keine moralischen und erzwungenen Normen anlegen kann, weil es einfach ein Roman ist, der mit Tabuthemen spielt und bricht, Gedanken und Emotionen verwirrt, mit der Realität spielt.


    Ein modernes Märchen, welches sich dunkel und düster in den Herbst schmiegt.
    "Solange die Nachtigall singt" beflügelt die Fantasie, sodass ich bei Spaziergängen im bunten Oktoberwald bestimmt zukünftig irgendwo eine Jascha auf einem prächtigen Hirsch davon galoppieren sehen werde oder wie sich ein frecher Fuchs an die nackten Beine eines Waldmädchens schmiegt.
    Aber dennoch lauert hinter diesem wunderschön geschriebenen, poetischen, symbolträchtigen, abstrakten Märchen ein ganz und gar reales Grauen, ein kalter Schrecken und genau deshalb ist es eine ziemlich anstrengende Geschichte, eingehüllt in ein reichlich verziertes und geschmücktes Gewand, welches ihre Protagonisten auf eigentümliche Art zu schützen und zu wärmen versucht.
    Eine Geschichte, auf die man sich einlassen und für die man sich Zeit und Muse nehmen muss, da sie weder leicht noch entspannend ist, sondern den Leser mit ihren bedeutungsschweren Metaphern und Worten wie einen Felsbrocken zu erdrücken droht, in einen schwarzen, tiefen See hinabziehen kann.
    Und wieder mal eines der Jugendbücher, dass aufgrund der Tiefgründigkeit und Doppelbödigkeit, Brutalität und der Schonungslosigkeit keines sein kann! Auch, wenn es ums Erwachsenwerden, um Selbstfindung, erste Liebe und Freundschaft geht - und wie weit man für all seine Hoffnungen und Sehnsüchte bereit ist zu gehen - einem Weg aus der Einsamkeit und Verzweiflung heraus...


    5 von 5 Sternchen!

    Grace hätte allen Grund, Angst und Wut wegen der umherstreifenden Wölfe in den umliegenden Wäldern von Mercy Falls, Minnesota, zu haben, denn als Grace zehn Jahre alt war, wurde sie von einem Rudel Wölfe angefallen.
    Sie rissen und zerrten an ihrem Fleisch und ihren Kleidern, bis sich einer der Wölfe gegen sein Rudel erhob, und das kleine, wehrlose Mädchen rettete.


    Doch Grace fürchtet die Wölfe nicht, sie nimmt sie gegen übereifrige Jäger sogar in Schutz, und wartet seit sechs Jahren jeden Winter darauf, dass er auftaucht.
    Denn ab dem ersten Frost steht er jeden Tag beobachtend und wartend am Rand des Gartens unter den ersten Bäumen des angrenzenden Waldes.
    Er, der sie vor Jahren gerettet hat. Er wartet auf sie. Auf das kleine Mädchen, das er einst verschont hat.
    Ihr Wolf.


    Doch jeden Frühling verschwindet er genauso schnell wieder wie er im Herbst aufgetaucht ist.
    Denn den ganzen Sommer über streift der Wolf mit den gelben Augen seine tierische Gestalt ab und lebt in Menschengestalt ganz in Grace` Nähe. Und dennoch fern und unerkannt.


    Doch in diesem Jahr ist alles anders:
    Sam weiß, dass er seinen letzten Sommer als Mensch verbringen wird.
    Und es ist bereits Herbst, als sich Grace in den Jungen mit den bernsteinfarbenen Augen verliebt und in ihm ihren scheuen Wolf erkennt.
    Doch mit jedem Tag, der vergeht, weicht die Sonne und mit ihr die Wärme der Sommermonate zurück und der Winter rückt mit Frost, Eis und Schnee näher.
    Die Wärme hält Sam in seiner Menschengestalt, die Kälte zwingt ihn in seine Wolfsgestalt.
    Der endgültige Abschied von Grace naht...


    Jahrelang bin ich wie ein scheuer Wolf um die Trilogie mit dem wunderschönen Cover herumgeschlichen. Habe immer wieder vorsichtig daran geschnuppert, danach gelechzt, bin dann aber doch immer wieder zurückgewichen. Tief in andere Regale mit anderen Büchern hinein...
    War das Instinkt?
    Wenn ja, hätte ich auf ihn hören sollen anstatt in typischer Mädchenmanier nach dem Buch mit der romantischsten und zauberhaftesten Gestaltung zu greifen.


    Ich konnte weder dem einfachen und teilweise bemüht poetisch wirken wollenden Schreibstil Maggie Stiefvaters etwas Besonderes abgewinnen noch der teilweise unlogischen und langweiligen Handlung genauso wenig wie den beiden Protagonisten Grace und Sam.
    Grace, die nach dem Übergriff fast besessen von den Wölfen ist und lieber mal eine Verabredung mit ihren Freundinnen sausen lässt, um ihren Wolf in der Dämmerung von der sicheren Veranda aus beobachten zu können.
    Zwar gibt es einen guten Grund für die Sehnsucht nach dem Rudel, die Wehmut nach dem Wolfsgesang, doch irgendwie packten mich Grace` Gefühle einfach nicht.
    Grace, die ruhige Streberin, die im eigenen Zuhause stets für Recht und Ordnung sorgt und für ein gehaltvolles Essen für ihre Eltern, das nicht aus der Tüte oder der Dose stammt, wirkt fad und erinnert mich doch stark an Bella Swan...
    Und Sam, der unter seiner Zerrissenheit, seiner Angst vor der endgültigen Verwandlung leidet, wird dann doch zu oft von seinen pubertierenden Gefühlen heimgesucht und übermannt.


    Und das ist vielleicht auch der Knackpunkt der Geschichte:
    Grace und Sam begegnen sich zum ersten Mal, sie erkennt in ihm ihren Wolf, gar einen Werwolf, der vielleicht am Tod eines Mitschülers mitverantwortlich sein könnte, und die Funken fliegen, die Lippen werden gekostet, die Wangen liebkost, Gedichte rezitiert, als ob sie sich schon ewig kennen würden.
    Keine zarte, behutsame Annäherung zweier eigentlich schüchterner Teenager, nein, Grace lädt Sam heimlich und auf der Stelle in ihr Zuhause und in ihr Bett ein. Wo soll er auch hin der verletzte und nackte Werwolfsjunge?
    Wie gut auch, dass die geschäftigen Eltern ihrer Tochter nie einen Gutenachtkuss im Kinderzimmer auf die Stirn drücken und nie Zeit für ihre ansonsten brave Tochter finden oder es nicht merken, wenn die Dusche prasselt, obwohl sich eigentlich keine weitere Person im Haushalt aufhalten dürfte.
    Grace ist also ausnahmsweise mal kein Scheidungskind oder gar Halbwaisenkind, sondern "nur" einsam und auf sich alleine gestellt. Sam ist für sie ein Halt.
    Grace ist eher der pragmatische Kopfmensch, Sam der kreative und sensible Gefühlsmensch.
    Und so schmachten sich Grace und Sam Nacht für Nacht sittlich an, schmiegen sich in ihre warmen Arme und lauschen Sams altem Rudel, das sich im Schutz der Dunkelheit des Waldes die Seele aus dem Leib heult.


    An der gesamten Geschichte gab es einfach keine Geheimnisse, die es zu bewahren oder zu lüften galt, keine neuen Pfade, die es zu erkunden gab.
    Weder Sams zweites Ich noch eine sanfte, schüchterne Verliebtheit noch Grace` Grund für ihre Sehnsucht nach den umherstreifenden Wölfen.
    Die Geschichte neckte mich einfach nicht wie Haken schlagende Kaninchen, ich konnte mich nicht in sie hineinkuscheln wie in raues Wolfsfell, ich konnte die Gefühle von Grace und Sam nicht wie Adlerschwingen ergreifen und mich von ihnen davon tragen lassen.
    Stattdessen wirkte "Nach dem Sommer" wie ein netter, sonntäglicher Spaziergang im gepflegten und zurecht gestutzten Stadtpark:
    Ein wenig langweilig und anstrengend zugleich, weil ich ständig alte Bekannte und verbrauchte Klischees grüßen musste, und den Spaziergang nicht wirklich genießen konnte.


    Dabei ist die Idee, die Wandlung der Werwölfe an die Jahreszeiten und die Temperatur zu binden und nicht an den Vollmond, innovativ, wunderschön, bietet Potenzial für einen ergreifenden und dramatischen Handlungsverlauf.
    Auch der Einfall, aus zwei Ich- Perspektiven zu erzählen, nämlich aus Grace` und Sams Sicht und aus dem Blickwinkel seines Alter Egos, verleiht der Geschichte ihren besonderen Reiz und Charme. Dennoch konnte ich beim Lesen nicht wirklich unterscheiden, wer von den beiden nun gerade zu Wort kam - zu ähnlich war der Schreibstil, der keine charakterlichen Unterschiede und Feinheiten, die die Ich- Perspektive bieten könnte, herausarbeiten konnte.
    Leider gefiel mir die gesamte Umsetzung nicht, auch nicht die bemühte Sprache, der langweilige Handlungsverlauf, die biederen Charaktere und auch nicht deren verkitschte und überstürzte Liebesgeschichte.


    Vielleicht hätte ich einfach mit stolz erhobener Rute elegant und leichtfüßig an "Nach dem Sommer" vorbeitraben anstatt winselnd und auf leisen Pfoten um es herum tapsen sollen, und hätte lieber meine sensible und neugierige Nase erneut in den Wind des Bücherwaldes recken sollen, Witterung eines anderen Buches aufnehmen sollen, das mir mehr schmecken könnte. Eine Hetzjagd auf ein stärkeres Buch hätte ich eventuell starten, es reißen und mit Haut und Haar verschlingen sollen.
    Stattdessen habe ich ein Opfer aus der Herde der Jugendfantasybücher ins Auge gefasst, das mich jahrelang mit seinem wunderschönen Aussehen gelockt und geködert hat, welches sich letztendlich als schwach und kränklich entpuppt und einen faden Beigeschmack bei mir hinterlassen hat. Aber keinen Rausch der Empfindungen und der Abenteuerlust.
    Das Cover, der Klappentext und die vielen positiven Bewertungen haben mir eine wilde und atemberaubende Hetzjagd über Wurzeln und durch Dickicht versprochen, hoffnungsschimmernde, romantische Spaziergänge durch einen sehnsüchtig glühenden Herbstwald, in dessen Rauschen die Melancholie nie verklingt, Schneeblumen und Eiskristalle, in denen Angst und Verzweiflung, einander zu verlieren, für immer eingeschlossen sind.
    Stattdessen roch das Buch nach nassem Hund, der sich lieber faul und gelangweilt im warmen Hundekörbchen räkelt und die vereisten Pfoten leckt als nervenaufreibende und flotte Abenteuer im Wald zu bestreiten.


    Doch zum Glück drehte der Wind auf den letzten 150 Seiten, Spannung und unerwartete Wendungen kamen plötzlich auf leisen Tatzen heran gesaust, die Handlung packte mich, Figuren überraschten mich, Logiklücken blieben aber dennoch, sodass meine Meinung letztendlich doch positiver ausfällt und ich die Folgebände sicherlich auch noch irgendwann lesen werde, da das Ende auch noch viele Fragen offen lässt.
    Hoffentlich schafft es Maggie Stiefvater dann, Kitsch herauszunehmen und mehr Logik und Spannung in ihre Geschichte hineinzubauen.
    Und am meisten freue ich mich dann eigentlich auch auf die "zickige" Isabel... aber auch auf Beck und Olive... auf Grace und Sam eher weniger...


    Leider dennoch nur 3 von 5 Sternchen!
    Schade, denn die zuckersüß ausschauende Trilogie passt so perfekt zu meiner Trophäensammlung toll gestalteter Bücher auf dem prasselndem Kamin in meinem Jagdzimmer...

    Mari lebt mit ihrem geschiedenen und depressiv wirkenden Vater auf den Orkney Inseln vor der Küste Schottlands. In einem einsamen und verlassenen Häuschen direkt an den Klippen, wo ihr Vater seltene Orchideen züchtet, um ihre Existenz einigermaßen sichern zu können.
    Und einsam und verlassen fühlt sich auch Mari.
    Seit Kindesbeinen an träumt sie sich in die schottischen Legenden und Mythen über Meerjungfrauen, Selkies und Sirenen hinein, mit denen sie aufgewachsen ist.
    Und plötzlich werden ihre Träume Wirklichkeit, Märchen nehmen Gestalt an, Mythen wehen nicht nur übers Meer hinaus, sondern direkt in eine kleine Scheune hinterm Haus.
    Wo vorher in der Holzhütte noch ein angeschossener Seehund lag, kauert plötzlich ein nackter Junge - mit der gleichen Verletzung wie der pflegebedürftige Seehund mit dem silbern glänzenden Fell. Doch Mari kann ihren Augen nicht trauen, will es dafür umso mehr, und muss letztendlich erkennen, dass sich direkt vor ihren Füßen ein mystisches Wesen befindet, an dessen Existenz fast niemand mehr glaubt:
    Der Selkiejunge Louan.
    Legenden können doch wahr werden!


    Fortan sucht Mari Louans Nähe und schließlich führt Louan Mari in seine fremdartige Welt ein und sie ihn in ihre ferne Welt. Doch ihr gemeinsames Glück währt nur kurz, denn in Maris Welt lauert bereits eine Bedrohung, denn zwei skrupellose Forscher haben es auf den letzten noch lebenden Selkie abgesehen...


    Wird Louan in seiner menschlichen Gestalt bei Mari und ihrem Vater bleiben können, in der Hoffnung unentdeckt zu bleiben, oder wird er mit pfeilschnellem Flossenschlag die Flucht ergreifen?


    Vor der rauen Küste Schottlands lässt Britta Strauß in ihrem ersten Jugendroman eine magische und brutale Welt auferstehen, in der sich poetische und grausame Legenden und Sagen ranken wie Seegras um die schillernden Flossen einer Meerjungfrau.
    In über dreihundert Seiten haucht sie dem Mythos um den Selkie, dem Seehund, der an Land gehen, sein Fell abstreifen und eine menschliche Gestalt annehmen kann, Leben ein.
    Über die Selkies erzählt man sich in Schottland viele verschiedene Geschichten, die von grausam bis wunderschön reichen. Denn der Selkie bringt den Menschen Jagdglück auf hoher See, weckt Begierden und erfüllt Sehnsüchte, schürt aber auch gleichzeitig Hass, Angst und Misstrauen, er bringt Verderben, Unglück und den Tod.
    Verliebt sich ein Mensch in einen atemberaubend schönen und verführerischen Selkie, raubt dieser ihm den Verstand und das Herz, stiehlt schließlich dessen Seele und kehrt mit ihr in seine Heimat, die See, zurück. Die Sehnsucht nach dem Meer und dem Selkie zerfrisst den allein und trauernd zurückgelassen Menschen.
    Und so ist es nicht verwunderlich, dass Louan der Letzte seiner Art ist, ausgerottet durch Liebe und Begierde, Hass, Neid und Angst.


    Auf Grundlage dieser grausam- schönen Legende entstand mit "Sturmherz" eine märchenhafte und magische Geschichte über die Liebe zwischen Mari und Louan, zwischen Mensch und Selkie, zwischen Land und Meer - zweier Gegensätze, die sich nur in der Flut berühren können, für die es keine gemeinsame Zukunft geben kann, weil ihre Liebe wider die Gesetze der Natur ist, weil sich das Wasser während der Ebbe vom Land zurückziehen und dem Ruf der Natur folgen muss.


    Doch nicht nur die unwiderstehlichen und vielleicht auch gefährlichen Verführungskünste Louans und Maris Sehnsucht nach dem Meer lässt die (obligatorische und gewohnt übereilte) Liebe der beiden unter keinem guten Stern stehen, denn eine Liebe zwischen Mensch und Selkie endete seit Menschengedenken stets in Trauer und Tod.
    Sondern auch die Gefahr, die von außen in Gestalt der ehrgeizigen und gierigen Biologen kommt. Denn wie auch schon in "Meeresblau" greift Britta Strauß Themen wie Arten- und Umweltschutz, wissenschaftliche und industrielle Habgier auf - ohne den pädagogischen Zeigefinger allzu sehr zu erheben. Wie in "Meeresblau" liest man einfach aus jeder Zeile ihre Liebe zum Meer heraus.
    Gibt es für Mari und Louan gegen alle Naturgesetze, gegen alle natürlichen Sehnsüchte und Bedürfnisse, gegen alle weltlichen Bedrohungen einen gemeinsamen Weg für ihre Liebe?
    Oder müssen sie sich trennen, um sich selbst und ihre Liebsten zu retten?


    Mit "Sturmherz" und ihren beiden Ich- Erzählern Mari und Louan bringt Britta Strauß frischen Wind in die Reihe der Jugendbücher.
    Und auch wenn die Geschichte und ihre Figuren so manches Mal vorhersehbar wie Ebbe und Flut zu sein scheinen, so überraschen sie doch im nächsten Moment wieder wie ein plötzlich aufwirbelnder Wind oder ein heranziehendes Gewitter mit kleinen Wendungen und Überraschungen und tückischen Verwicklungen, mit denen man nicht gerechnet hätte.


    So wirkt Louan manches Mal animalischer und ursprünglicher als seine Kollegen aus diversen anderen Jugendromanen. Das ist dann äußerst amüsant für den Leser, aber nicht immer für Mari. Denn manchmal bugsiert Louan sie dadurch in wirklich peinliche Situationen. Mari hingegen wirkt erwachsen und vernünftig und vor allem sehr nachdenklich, manchmal aber auch kindlich- naiv. Und so macht "Sturmherz" viele unerwartete Sprünge und dümpelt nur selten vor sich hin.
    Außerdem ist die Geschichte um Mari und Louan fast genauso eindringlich und wuchtig wie die Geschichte um Maya und Christopher aus "Meeresblau", und spätestens im letzten Drittel heißt es "Volle Kraft voraus" und die Geschichte nimmt noch einmal an Fahrt auf, an Spannung und Intensität zu.


    Sprachlich ist die Geschichte wieder einmal mitreißend, poetisch und gewaltig wie die stürmische See. Doch wie in "Meeresblau" ist der Schreibstil dann wieder durchgängig so dicht, sodass man beim Lesen fast nicht vorankommt und es ein klein wenig Anstrengung kostet, eine Seite zu bewältigen. Als ob man eine übermächtige Welle bezwingen müsste. Die Worte prasseln auf den Leser nieder wie kleine Hagelkörner, die Zeilen ziehen den Leser tief in einen Strudel voller herumwirbelnder Bilder und Gefühle.
    Und so gehört "Sturmherz" ein weiteres Mal zu den Romanen, für die man sich wirklich Zeit und Muse nehmen muss.
    Jeder Satz spiegelt zudem die Liebe und die Sehnsucht der Autorin zum Meer und seinen Geschöpfen wider. Und diese Liebe und dieses Verständnis sickert unwillkürlich in die Gedankenwelt des Lesers.
    Man spürt Louans Verlangen nach dem Meer und der Unendlichkeit der Tiefen und Weiten, wenn er in Menschengestalt auf Land ist, genauso wie seine Einsamkeit und Wildheit, wenn er als Seehund durch die Wellen zischt und auf verlassenen Sandbänken Ruhe zu finden versucht.
    Und gleichzeitig hat man Bilder von abgeschlachteten Robben, ölverschmierten Vögeln, harpunierten Seekühen vor Augen, die man nicht abschütteln kann, aber auch Bilder von steilen und sturmumtosten Klippen, singenden Walen, mit dem Meer kämpfenden Fischkuttern, die man nicht vergessen will.


    Ein bildgewaltiges, poetisches, anrührendes, jugendlich- leidenschaftliches, manches Mal auch kitschiges, vielleicht auch unglaubwürdiges (ich denke gerade an Maris überaus toleranten, zwei Augen zudrückenden Vater), frisches Märchen über Schottland, über stürmische Klippen, die raue See, keltische Legenden, die von mystischen Meereswesen erzählen, über bedrohliche und unberechenbare Gefahren, verzehrende Sehnsüchte, schmachtende Teenager.
    Und vor dem Hintergrund der fortschreitenden und unaufhaltbaren Verschmutzung und Überfischung der Meere und der Gefahr der achtlosen, habgierigen Ausrottung selten gewordener Tierarten zudem eine aktuelle, brisante und aufrüttelnde Geschichte.


    5 von 5 Sternchen
    für dieses moderne Märchen mit dem Meer-/ Mehr- Faktor für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen!

    Die sechzehnjährige Clara ist ein Engelblut.
    Erst vor kurzem hat sie erfahren, dass sie ein Schutzengel ist, auserkoren, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen.
    Doch leider hat Clara ihre erste Aufgabe als Schutzengel so ziemlich vermasselt. Weil sie ihren Freund Tucker Avery aus den Waldbränden gerettet hat, konnte sie ihre wahre Bestimmung nicht erfüllen: Christian Prescott aus den Flammen befreien. Doch da sich herausgestellt hat, dass auch Christian unerwarteterweise selbst ein Engelblut ist, hatte er Claras Hilfe auch gar nicht nötig.
    Was ist also Claras wirkliche Aufgabe?


    Alles könnte so schön für Clara sein:
    Sie ist immer noch mit ihrer Sommerliebe Tucker zusammen, sie erfährt Wissenswertes über die Engel und ihre eigene Bestimmung, sie lernt mehr und mehr ihre übernatürlichen Kräfte zu beherrschen, sie könnte Zukunftspläne schmieden usw.
    Doch leider muss sie erkennen, dass ihre Aufgabe vielleicht noch gar nicht beendet ist, dass sie in den nächsten Monaten einen herben Schicksalsschlag verkraften muss, dass sie möglicherweise doch für Christian Prescott bestimmt ist, dass die Schwarzflügel, gefallene Engel, die die Welt mit Traurigkeit überziehen, es vielleicht auf Clara abgesehen haben, aus welchen Gründen auch immer.


    Und alles könnte so schön für den Leser sein:
    Der zweite Band der Unearthly- Trilogie schließt fast unmittelbar an die Geschehnisse des Auftaktbandes an. Zudem streut Cynthia Hand immer wieder Details aus dem ersten Band ein, sodass man sich in der Geschichte recht schnell wieder zurechtfindet.


    Doch ich muss zugeben, dass ich die Leichtigkeit, die Ironie und den Sarkasmus des ersten Bandes wirklich vermisst habe. Als ich im Sommer die Seiten über Clara, Tucker und Christian verschlungen habe, hatte ich ein Lächeln auf den Lippen, Schmetterlinge im Bauch. Ich bin mit Clara über Wolken geschwebt.
    Doch jetzt im Herbst wehte eine alles verschlingende Melancholie durch die Seiten, dunkle Schatten legten sich über jedes Wort.
    Von Anfang an wird Claras Leben durch einen Traum oder gar eine Vision beherrscht, die auch den Leser bedrücken wird. Leider erfährt man jedoch recht schnell, durch welchen Schicksalsschlag diese Visionen hervorgerufen werden. Dies nimmt einerseits viel Spannung aus der Geschichte heraus, lässt sie andererseits aber wieder unglaublich ernst und unerwartet real und das vorherbestimmte Schicksal unausweichlich erscheinen. Zweifel und Ängste eines jeden liebenden Menschen durchdringen jede Zeile.
    Clara, Tucker, Christian und Jeffrey wirken zudem reifer, erwachsener, ernster. Claras kleinen Bruder Jeffrey plagen zudem noch ganz andere, düstere Probleme, über die sich Clara und der Leser den Kopf zerbrechen werden.
    Für die liebgewonne Ironie und den auflockernden Sarkasmus des Auftaktbandes gibt es somit leider keinen Platz mehr. Claras flapsige Sprüche, ihren Sinn für Humor wird man auf den ersten zweihundert Seiten vergeblich suchen.


    Und trotz der Tiefe der Emotionen und der Zukunftsängste gab es anfangs nur wenige Momente, in denen ich so richtig mitfühlen, mitleiden konnte und wenn doch, dann war dies nur ein Aufflackern von Gefühlen für einen kurzen, zaghaften Flügelschlag lang. Und so fand ich die ersten zwei Drittel der Geschichte leider ein wenig durchschnittlich:
    Neue Engel werden eingeführt, Engelsversammlungen werden einberufen, Angela gründet den Engelclub und löst jahrhundertealte Fragen im Vorbeifliegen, der Feind, die Schwarzflügel, erlangt eine immer größere Bedeutung, das obligatorische Liebesdreieck wird wieder auferweckt.


    Ist Claras Bestimmung, ihre himmlische Verbindung zu Engel Christian, stärker als ihre irdische Liebe zu Tucker?
    Wird sich Clara gegen ihre Bestimmung wehren? Und dadurch vielleicht den Zorn des Himmels noch mehr auf sich ziehen, schließlich hat sie ja schon bei ihrer ersten Aufgabe versagt? Besteht die Gefahr, vom Himmel verstoßen zu werden?
    Oder wird sie sich mehr und mehr von Tucker distanzieren?
    Daraus hätte man wirklich etwas zaubern können, aber Clara und ihre widersprüchlichen Gefühle blieben mir anfangs fern und unnahbar. Tucker war einfach nicht mehr der Tucker, wie man ihn kennenlernen durfte - zudem nur noch eine blasse Randfigur. Dafür war Christian umso öfter an Claras Seite, was ihn dennoch liebenswürdig und sympathisch erscheinen ließ und ganz und gar nicht als Widersacher.


    Doch irgendwann wurde ich doch wieder auf flauschigen Engelsflügeln der Fantasie mitgenommen, die einzelnen Federn der Geschichten konnten bei mir endlich ein Lächeln herauskitzeln, ich konnte Claras Trauer, ihre gemischten Gefühle nachvollziehen. Auch wenn ich nicht mehr so zuckersüß berauscht und romantisch verklärt auf Wolke Sieben wie im ersten Band schweben konnte.
    Gottseidank konnte mich das letzte Drittel wieder mit unerwarteten Wendungen und Einfällen, Spannung (ohne Action), einer Spur Ironie und Gefühlsstürmen überzeugen!
    Je trauriger und schwermütiger die Geschichte wurde, umso schöner fand ich sie, umso mehr habe ich sie geliebt, umso tiefer bin ich in ihr versunken.


    Ich habe jedoch leider eine ähnlich melancholisch- heitere Geschichte wie bereits in "Unearthly - Dunkle Flammen" erwartet und erhofft, in der sich traurige und schmerzende mit heiter- fröhlichen Augenblicken die Waage halten. Und deshalb fiel mir wohl der Einstieg so schwer, denn der zweite Band ist so ganz anders, aber auf seine eigene Art nach einem schwierigen Start wieder richtig gut und ergreifend.
    Denn im zweiten Band herrscht leider eine unerwartet realistische Dunkelheit vor, die vor allem in einem Jugendroman viel Kraft und Macht entwickeln kann.
    Dafür erhält man jedoch eine gut durchkomponierte und durchdachte Geschichte von der ersten Seite des ersten Bandes an bis hin zum letzten Wort des zweiten Bandes!


    Und so ist "Unearthly - Heiliges Feuer" kein Jugendfantasybuch im herkömmlichen Sinne mit mystischen Wesen, actionreichen und spannungsgeladenen Kampfszenen zwischen Gut und Böse und einer jugendlich- romantischen Liebesgeschichte.
    Sondern eher ein ernster, ruhiger und unaufgeregter Jugendroman über das Erwachsenwerden, über das Reifen an sich selbst und an erlittenen Schicksalsschlägen, über jugendliche Ziele und Zukunftsängste, über familiären Zusammenhalt, über die Stärke von Freundschaft und Loyalität.
    Ein tiefgründiger und trauriger Coming of Age- Roman, der die Wirklichkeit auf Engelsschwingen zu uns herüberschweben lässt.


    Nur 4 von 5 Sternchen, weil ich einfach eine ganz andere Geschichte erwartet habe...
    Auf den Abschlussband der Unearthly- Trilogie freue ich mich sehr, da mir Clara und ihre beiden Jungs wirklich ans Herz gewachsen sind und noch einige Fragen offen sind, und ich freue mich auf viele weitere Romane von Cynthia Hand!

    Hi!


    Ich bin neu hier im Forum und stöbere mich mal so langsam durch.


    Ich kenne beide Werke nicht, also weder das Original noch die Fälschung ;-).
    Ich habe mir aber mal die Zitate durchgelesen und wundere mich, warum man als Neuautorin gerade so belanglose Sätze übernehmen muss. Ich kann es ja verstehen, dass man versucht ist, etwas total Poetisches oder Tiefsinniges oder unter die Haut Gehendes von einem anderen Autoren zu stehlen , aber solche Sätze?
    Die waren weder besonders witzig noch frech.