Beiträge von Azrael

    Zum Inhalt:

    Eine Frau, deren Namen man nicht erfährt, fährt mit ihrem Freund Jake im tiefsten Winter zu seinem Elternhaus. So harmlos die Geschichte beginnt, umso düsterer wird die Atmosphäre: die Beziehung kriselt, ein Stalker versetzt die Frau in Panik, die Gespräche werden konfuser und man hat das Gefühl, dass beide etwas voreinander verheimlichen und mehr dahintersteckt.


    Meine Meinung:

    Die Geschichte beginnt ganz unverfänglich: ein junges Paar besucht seine Eltern. Doch schnell merkt man, dass bei ihnen irgendetwas nicht stimmt. Lügen und Ängste werden angedeutet, die Stimmung droht immer wieder zu kippen, man hat ein flaues Gefühl im Magen. So weit, so spannend. Dann allerdings beginnt sich die Story in die Länge zu ziehen, man wünscht sich, sie kämen bald an, die Geschichte nimmt auch inhaltlich endlich an Fahrt auf. Mit dem Besuch des Elternhauses dachte ich erst, die Story hätte mich wieder in ihren Bann gezogen. Was mich dann allerdings gestört hat, war die Tatsache, das viele Handlungen oft nicht nachvollziehbar waren (und auch im Rückblick nicht notwendig erscheinen) - ich konnte mich über die Protagonisten teilweise nur ärgern, was den Lesefluss deutlich gestört hat. Der Showdown war dann anfangs wieder richtig zum Mitfiebern, allerdings hat mich das Ende weder überzeugt, noch sehr überrascht. Ich ahnte schon früh, dass es in diese Richtung gehen könnte.

    Die Personen waren anfangs gut charakterisiert, ich konnte mich in sie hineinversetzen, was sich jedoch Mitte des Buches (ab dem Bersuch der Farm) änderte.


    Mein Fazit: Toller Start, der ab der Mitte leider größere Längen aufwies und mich auch mit dem Ende nicht überzeugen konnte.

    Zum Inhalt:

    Zwei Ärzte, Thomas Hoffmann und Erik Jensen, werden entführt. Thomas findet man schon bald ermordet auf, im Hals steckt ein Dominostein. Und die fieberhafte Suche nach Erik und dem Mörder beginnt. Hierfür bittet die Polizei die Einheit für operative Fallanalyse des Zentralkriminalamtes zu Hilfe. Und Nathalie Svensson und der Rest des Teams machen sich auf den Weg nach Sundsvall, um gemeinsam mit Kriminalhauptkommissar Johan Axberg den Fall zu klären und seinen Freund Erik zu retten. Dass Nathalies Schwester Estelle irgendwie in den Fall verwickelt ist, macht die Sache auch nicht leichter.


    Meine Meinung:

    Ein spannender Plot, und die Personen sind allesamt toll beschrieben, ich konnte sie mir gut vorstellen. Auch haben sie so gehandelt, dass es grundsätzlich logisch und nachvollziehbar war. Einzig die Vergangenheit wurde recht oft erwähnt, was zeitweise lähmend war, wenn man den vorigen Band (so wie ich) nicht kennt. Hier hätte ich mir eingangs nicht nur kleine Infohäppchen, sondern ausführlichere Erklärungen gewünscht, was bereits passiert ist im Leben der Hauptprotagonisten. Durch das tolle Personenregister am Anfang des Buches gab es aber keine Verwechslungen, und man hatte schon einiges über die wichtigsten Charaktere erfahren - top!

    Nathalie Svensson fand ich sehr sympathisch, ihr Umgang mit Estelle und der Gesamtsituation waren authentisch geschildert, und auch Johan konnte meine Sympathien gewinnen. Deshalb freue ich mich sehr über die Entwicklung gegen Ende des Buches.

    Manchmal hatte ich mich gewundert, dass einzelne Details bei der Ermittlung außer acht gelassen oder nicht zur Genüge verfolgt wurden (zB Ermittlungen im Spital). Auch war es natürlich nicht logisch, dass Nathalie mitermitteln durfte, wo doch ihre Schwester irgendwie in den Fall verstrickt scheint. Die Dominosteine waren auch eher mau erklärt, das hat mich nicht ganz überzeugt. Die Aufklärung des Falles war dann schlüssig, ich hatte kurz vor der Auflösung auf den richtigen Täter getippt.


    Da ich mich mit den Charakteren gut anfreunden konnte und die Stimmung gut geschildert war, freue ich mich trotz einiger Kritikpunkte auf den nächsten Fall.


    Zum Inhalt:

    In einem kleinen Städtchen wird ein 16-jähriger tot aufgefunden - er scheint über das Balkongitter eines Hochhauses gesprungen zu sein. Detective Inspector Solomon Gray soll den Fall bearbeiten. Das tut er ohne zu zögern, schließlich ist das Opfer in etwa so alt, wie es sein Sohn heute ist, der vor 10 Jahren auf einem Jahrmarkt in der Geisterbahn verschwand. Als seine eigene Handynummer auf dem Telefon des Jungen unter den Kontakten auftaucht, ist das erst der Anfang: Solomon wird immer tiefer persönlich in den Fall hineingezogen.


    Meine Meinung:

    Es gibt Bücher, die fesseln gleich zu Beginn. So auch dieses. Der verschwundene Sohn, der Verdacht, der damals in der Luft hing, die Verzweiflung: all das ist sofort spürbar. Selbst dann noch, als das Buch in die Gegenwart und zum Fall des Jungen springt, der vom Hochhaus gestürzt ist, merkt man diese Gefühle noch deutlich. Deshalb prägt die Entführung des Sohnes, die in Rückblenden erzählt wird, auch den aktuellen Fall nachhaltig. Bei der Aufklärung des aktuellen Falles gibt es dann einige Fragen - vor allem im persönlichen Bereich - die noch offen bleiben.

    Noch spannender als den Fall fand ich aber die Beziehung der einzelnen Charaktere zueinander. Man merkt, dass sie alle es nicht leicht miteinander haben, und entsprechend kam es auch im Laufe der Ermittlungen noch zu einigen Konflikten. Das Zwischenmenschliche hat für mich die Ermittlungen am deutlichsten geprägt und war schließlich auch interessanter als die Auflösung.

    Ich freue mich daher schon auf den nächsten Fall - nicht zuletzt, weil Gray mit all seinen Macken dem Leser doch ans Herz wächst. Außerdem erschienen mir einige Personen, von denen ich hoffe, dass sie im nächsten Band wieder auftauchen, doch recht zwielichtig und undurchschaubar. Ich würde also gerne wissen, wie es mit Solomon Gray weitergeht.


    Zum Cover: Das verschwommene Karussell im Hintergrund, das sich aufbäumende Pferd, die rote Schrift, die ins Auge springt: das Cover fällt auf, und man bekommt sofort ein ungutes Gefühl (auch wenn der Titel eher nichtssagend anmutet). Sehr gelungen! Auch die Kurzbeschreibung macht klar, dass es sich um einen sehr spannenden Thriller handeln könnte, der nicht unbedingt leicht zu verdauen ist und macht so Lust aufs Lesen.


    Erstmal vorab zur Info: Totengrund ist der 8. Fall rund um Jane Rizzoli und Maura Isles.
    Nachdem ich vom Vorgänger nicht ganz so angetan war wie von den anderen Büchern der Serie, bin ich nun wieder begeistert. Der Einstieg ist schon mal superspannend. Was dieses Buch aber ausmacht, sind für mich - wieder mal - mehr die Protagonisten, die mir in der Zwischenzeit schon alle sehr ans Herz gewachsen sind. Diesmal dreht es sich ja vermehrt um Maura Isles und ihr Umfeld. Manches war bei der Geschichte nicht die große Überraschung für mich,und teilweise hat sich die Spannung ein wenig im Rahmen gehalten, aber ganz ehrlich: es hat so für mich trotzdem gepasst. Der Schluß ist zum Teil auch irgendwie klar gewesen, in den Details hat es aber dennoch Überraschungen gegeben. Der Schreibstil hat mich wie immer überzeugt, das Buch ließ sich flott lesen und ich hatte das Gefühl, "dranbleiben" zu müssen. Also freu ich jetzt schon mich auf den nächsten Band.

    Zitat

    Original von Bell


    Für mich kann ich das ganz klar beantworten: gefällt mir nicht, ich war enttäuscht.


    Diesen Punkt empfand ich ganz anders: nämlich echt erfrischend. Für mich war da nämlich schon ein bisserl Stillstand drinnen, und nun tut sich endlich etwas (wenn auch ganz anders, als ich es vor der Lektüre dieses Bandes erwartet hatte)

    "Sieh mir beim Sterben zu" ist der 5. Teil rund um das Monkeewrench-Team und den Detectives Magozzi und Rolseth, geschrieben vom Autorenteam (bestehend aus Mutter und Tochter) P.J. Tracy.


    Inhalt: Was zuerst nach einzelnen, unzusammenhängenden Morden aussieht, entpuppt sich für die Detectives Magozzi und Rolseth schnell als Katastrophe. Denn bald wird klar, dass die Fälle einen Zusammenhang aufweisen: das Internet. Denn die Mordvideos werden ganz ungeniert ins Netz gestellt, die Zuschauerquote ist enorm. Hier tritt auch Monkeewrench auf den Plan, die gemeinsam mit den Detectives und dem FBI versuchen, die Morde zu stoppen.


    Die Stärke dieses Falls liegt an verschiedenen Faktoren:


    1. das Thema ist aktuell. Dem Internet kommt eine immer bedeutendere Rolle zu, und so viel Nutzen es auch aufweist, soviele Lücken gibt es auch, sprich so viel Anonymität, was auch Verbrecher gerne ausnutzen.
    2. der Schreibstil. Wie auch schon in den letzten Teilen ist das Buch nicht nurspannend, sondern auch sehr humorvoll geschrieben. Zudem liest es sich flott weg
    3. die Personen. P.J.Tracy wählen sehr ausgefallenen Persönlichkeiten, und zwar nicht nur bei ihren Hauptcharakteren, die alle ausgeprägte Spleens haben, sondern auch bei den Nebencharakteren (wie Mordopfern etc). Das wirkt sehr erfrischend und macht es dem Leser leicht, sich die Charaktere vorzustellen.
    4. die neu eingeführte Hauptperson. John Smith vom FBI ist eine interessante Persönlichkeit, die an Profil gewinnt und auch das Privatleben hinter den Mordfällen einmal auffrischt. Seine Figur hat meines Erachtens Potential - ich hoffe, er ist auch im nächsten Band mit dabei.
    5. der Anfang. Man ist sofort in der Geschichte drinnen, es gibt kein fades Vorgeplänkel, schlicßlich klärt sich im Laufe der Geschichte ohnehin alles auf.


    Sonst bleibt zu sagen, dass die Story diesmal etwas "leiser" daherkam als bei den letzten Bänden. Ich habe dadurch bei der Fallösung nicht ganz so intensiv mitgefiebert wie sonst. Die Auflösung fand ich passend und auch nicht zu weit hergeholt. Das Cover fand ich ebenso sehr gelungen, was ja leider nicht allzu oft der Fall ist.


    Deshalb: sehr solider Krimi, tolle Charaktere, humorvoll und trotzdem spannend geschrieben. Top. ich warte auf den nächsten Band.

    "Liebeslänglich" ist kein wirklicher Krimi, eher eine psychologische Erzählung mit Thrillerelementen. Es geht um sogenannte "Mörder-Groupies", die ja einige Häftlinge wirklich haben... kann ich so überhaupt nicht nachvollziehen, weshalb mir Mathildes Verhalten sehr wenig verständlich war. Das Buch hat aber trotzdem eine Logik in sich, und wenn man akzeptiert, dass Mathilde nun mal so handelt, dann ist es in sich schon schlüssig. Das komische bei dem Buch ist ja, dass es nicht vor Spannung trieft, ich aber trotzdem dranbleiben wollte, weil es mich gefesselt hat - Mischkes Art zu schreiben spricht mich anscheinend an.
    Auch vom Schluß war ich angetan. Einiges hatte ich geahnt, aber es hat einfach gut zur Geschichte gepasst. Und das ist mir immer noch lieber als überraschende Wendungen, die sich so gar nicht in die Story einfügen.
    Das war sicherlich nicht mein letztes Buch von Susanne Mischke.

    Der Roman wird aus der Sicht von Scou Finch erzählt, die ihr Leben, den Alltag und auch die moralischen Aspekte der Geschichte eben aus der Sicht des Kindes betrachtet. Moral, Rassenhass und Toleranz sind auch die Grundthemen, die sich durch das Buch ziehen und die Anwaltskinder auf dem Weg ins Erwachsenenleben begleiten. Harper Lee schreibt dabei sehr lebendig, sie lässt den Leser eintauchen in jene Zeit in den Südstaaten. Dabei erhebt sie nicht belehrend den Zeigefinger, sondern lässt die moralischen Aspekte einfach still in die Story einfließen, mit dem Effekt, dass das Buch ganz laut nachhallt. Da es aus der Sichtweise des Kindes erzählt wird, ist es auch sehr flüssig und sprachlich "einfach" zu lesen - Lee drückt mit einer ganz schlichten Erzählweise so viel aus, wie es komplizierte philosophische Werke oft auf einer Mehrzahl an Seiten nicht schaffen.


    Abgesehen davon möchte ich noch anmerken, dass ich sowohl das Cover als auch den Titel sehr gelungen finde.

    Ich war überrascht, dass mich das Buch mit dem Thema Zauberei fesseln konnte, da ich damit an sich eher wenig anfangen kann. Aber ja, Deaver hat es wieder geschafft. Das liegt einerseits an Rhyme / Sachs, die ich einfach mag, und andererseits am Spannungsbogen, den Deaver von Beginn an konstant aufbaut und bis zum Schluß hält (ich konnte keine Längen feststellen).
    Hier ging es ja viel um Illusion und Irreführung. Ich muss ehrlich sagen, dass das ein paar Verwicklungen zuviel für mich waren, da es so stellenweise ein wenig unrelistisch oder schlicht too much auf mich gewirkt hat. Auch waren mir zu viele Zufälle, falsche Spuren werden etwa immer im richtigen und letzten Moment entlarvt. Außerdem gehe ich bei Sachs / Rhyme immer davon aus, dass denen quasi als Serienhelden nicht wirklich etwas passieren "kann"..


    Aber: Rhyme und Sachs sind Rhyme und Sachs. Ich mag diese Charaktere, und auch die einzelnen Polizisten wachsen mir langsam ans Herz. Und was ich an Deaver besonders schätze: seine Fälle sind thematisch meist so angelegt, dass sie mich eigentlich nicht ansprechen. Sobald ich aber die ersten Seiten gelesen hab, bin ich in der Story drin und wieder Erwarten vom Stoff fasziniert. Und das ist klasse.

    Wulf Dorn verliert nicht viel Zeit. Als Leser ist man ziemlich schnell in der Geschichte drinnen, und der Spannungsbogen wird rasch aufgebaut und hält sich auch durchwegs bis zum Schluß. Das rasante Tempo macht es dem Leser leicht, an der Story dran zu bleiben. Die Charaktere sind zwar etwas klischeehaft, aber trotzdem sympathisch. Einziges Manko: der ganze Plot wirkt zwischendurch immer wieder sehr amerikanisch (ich musste öfters an Harlan Coben denken), also schon ein wenig unrealistisch und übertrieben. Genau das trifft auch auf das Ende zu: an sich gut gewählt, nur halt ein wenig zu abgehoben in den Details. Trotzdem: sehr angenehm zu lesen, ich bin einem weiteren Dorn-Buch nicht abgeneigt.

    Die Journalistin Annika Bengtzon wird an die Costa del Sol geschickt, um über die Ermordung der Familie Soderström zu berichten. Die einzige Überlebende, Suzette, verschwindet auch bald von der Bildfläche. Während die Polizei bald locker lässt, bleibt Annika an dem Fall dran - und gerät in ganz andere Verwicklungen.


    Liza Marklund packt viel hinein ins Buch: Giftgas-Anschläge, alte Morde, Drogenkartelle, lange Vergangenes, und räumt auch dem Privatleben der Protagonistin viel Platz ein. Zu viel. Zumindest als Einsteiger in die Serie hat man es schwer, allem folgen und alle Personen einordnen zu können, da vieles auf dem letzten Band aufzubauen scheint. So bleiben mir viele Personen (mit Ausnahme der Hauptperson) bis zum Schluß fremd und austauschbar.


    Auch der Fall selbst fesselte mich nicht besonders, weshalb ich das Buch wiederholt unterbochen hatte. Mit dem Schreibstil hingegen komme ich ganz gut zurecht, hier ein eindeutiger Pluspunkt für die Autorin. Auch würde ich gerne wissen, wie es mit der Hauptperson privat weitergeht. Trotzdem: den nächsten Band werde ich mir wohl nicht zulegen.


    Edit: Was ich ganz blöd finde: am Papiercover steht Liza Marklund, am Buchrücker darunter allerdings Lisa Marklund... sowas darf nicht passieren, finde ich.

    David Beck lässt den Leser von Beginn an an der Geschichte, an seiner Geschichte teilhaben. Nachdem man einen kurzen Einblick erthält, was in jener Nacht, als Elisabeth Beck entführt und drei Tage später schließlich tot gefunden wird, passierte, trifft man die Protagonisten acht Jahre später wieder. David Beck, inzwischen Kinderarzt, erhält Nachrichten mit Details, die eigentlich nur seine Frau wissen kann. Seine tot Frau. Sieht er Gespenster? Lebt Elisabeth noch? Oder will ihn jemand verrückt machen? Beck macht sich an des Rätsels Lösung, die sich jedoch als sehr verworren herausstellt.
    Der Leser hat Beck gegenüber einen Vorsprung, da die Story nicht nur aus Becks Sicht errzählt wird, sondern auch andere zu Wort kommen.


    Das Buch ist mE- wie auch die anderen von Coben - schon sehr "amerikanisch" geschrieben - also viele Verwicklungen, fast schon Verschwörungen, und teilweise recht konstruiert. Die Auflösung ist zwar auch zum Teil ein bißchen weit hergeholt, aber noch ok. Ich hatte sie trotzdem schon im groben vorausgeahnt. Trotzdem: man ist von der ersten Seite in der Story drinnen, sie ist flott geschrieben, hat interessante, sympathische (wenn auch klischeebehaftete Charaktere) und hält den Spannungsbogen bis zum Schluß. So musste man einfach dran bleiben.

    Ich bin mit gemischten Gefühlen an dieses Buch gegangen. Bei Deaver kann man an sich ja kaum etwas falsch machen, weil - zumindest die Rhyme / Sachs Serie - für mich für Spannung und ungetrübten Lesespaß steht. Nur die Thematik sprach mich leider so gar nicht an. Aber Deaver hat mich auch diesmal wieder vollkommen überzeugt. Er hat das Thema so interessant geschildert, dass ich schon bald daran Gefallen gefunden habe und wirklich gefesselt war. Der Fall an sich war sehr spannend, Rhyme / Sachs wie immer ein gutes Team. Und ich hab viel neues dazugelernt über Tongs, die chinesische Mythologie, ihr Wertesystem, das Schmugglerwesen... zwar nur oberflächliches, schließlich war es ja ein Krimi und kein Sachbuch, aber ich bin auf jeden Fall mal angefixt. Deshalb von mir eine klare Empfehlung (auch wenn mich die Auflösung nicht wirklich überrascht hat)

    Zitat

    Ich rühre sonst eher diese "Weihnachten mit..."- Bücher nicht an.


    Nach meinem Empfinden war Weihnachten nur insofern Thema, als es Anlass für das Familientreffen war. Hätte es Geburtstagsessen mit Poirot gelautet, hätte nicht viel umgeschrieben werden müssen..

    Ja, Murakamis Sprache ist toll. Auch bei diesem (dünnen) Werk. Und trotzdem habe ich mich lange Zeit "betrogen" gefühlt: bis der namenlose Erzähler endlich auf der Insel auftaucht und Spekulationen anstellt, wohin Sumire verschwunden sein könnte, war die Geschichte so real und damit so untypisch Murakami.
    Der namenlose Erzähler hat mich am meisten von allen Charakteren angesprochen, auch wenn die Distanz zu ihm, wie mir scheint, am größten war - er hat zwar einiges von sich preisgegeben und schien der "normalste" zu sein, aber ein wirkliches Bild vor Augen hatte ich nicht. Sumire konnte ich mir gut vorstellen, Miu auch, selbst wenn ihre Beweggründe oft undurchsichtig waren. ( Delphin : vielleicht hat Sumires offene Art sie einfach an ihr damaliges Ich erinnert, das noch ungehemmt war und neugierig auf die Welt?).
    Schön zu lesen, aber weiter beschäftigen wird es mich nicht.

    Zuerst mal war das Buch mehr ein Gerichtsroman als ein Thriller, was ich aber nicht negativ fand. Das Buch war spannend und ließ sich gut weglesen. Aber: das Rad neu erfunden hat Frau Hoffman mit diesem Werk wirklich nicht. Die beruflich eher unerfahrene Staatsanwältin soll mit Hilfe eines Promi-Anwalts versuchen, die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten während des Mordes zu beweisen - aber war er wirklich zurechnungsfähig? Interessant dabei ist vor allem, dass man durchaus einiges über das Thema Schizophrenie erfährt. Die Anwältin hat natürlich auch selbst jede Menge Probleme, die in Rückblenden langsam aufgearbeitet werden. Also alles nichts Neues, aber dafür gut und flüssig erzählt. Der Schluss hat mich leider nicht überrascht und schreit nach einer Fortsetzung.

    Meine Meinung:
    Ich hatte mir mehr versprochen: mehr Spannung, mehr Überraschungen, mehr Seelenstriptease. Aber von Anfang an.. da wünschte ich mir weniger - weniger Brutalität nämlich. Zu Beginn werden die drei Charaktere einzeln vorgestellt, bevor sie den Fahrstuhl betreten, was ich wirklich gut fand. Denn so konnte man ihre Handlungsweisen und Gedanken viel besser nachvollziehen. Allein der Serienkiller wurde so "deftig" geschildert, das war too much für mich. Ein "durchschnittlicher" Serienkiller hätte es mE auch getan, es muss nicht gleich ein brutales Monster sein, um Spannung zu transportieren, zumal das für den Verlauf der Geschichte durchaus genügt hätte. Die anderen beiden Charaktere sind mir ein wenig zu alternativ geschildert, ich hätte eine "Gutbürgerliche" als dritte im Aufzug noch interessanter gefunden.
    Das Buch hat sich an sich flott weggelesen, der Schluß war eine Überaschung für mich - vom Hocker hat es mich trotzdem nicht gerissen.
    Zum Cover: das glänzt dunkelrot und wirkt mit der schwarzgrauen Schrift sehr plakativ, aber das passt hier ganz gut.