Vor Jahren hatte ich in einem Sachbuch gelesen, daß bei Neuerungen (z. B. neue Technik) quasi eine Diskussion stattfindet, in der untersucht wird, ob man das übernehmen kann. Bzw. was für Änderungen in der Lebensweise die Einführung einer Neuerung mit sich bringen würde. Würde die Lebensweise (das strenge Folgen der Bibel) verändert, wird die Neuerung abgelehnt. Kann man sie benutzen, ohne die eigene Lebensweise zu kompromittieren, wird sie angenommen. So gibt es etwa Telefone - nicht im eigenen Haus, aber als öffentliche Telefonzelle (das ist das Beispiel, was mir hängen geblieben ist).
Als Telefone aufkamen, hatten die Amisch auch welche. Das führte aber wohl zu sozialen Unterschieden innerhalb der Gemeinde, weil sich nicht jeder ein Telefon leisten konnte. Es gab die "Privilegierten", die mit ihren Freunden und Verwandten telefonieren konnten, und andere, die halt immer noch hingehen "mussten". Das war eine der Begründungen, weshalbb sie dann wieder abeschafft wurden - habe ich mal gelesen, ich weiß aber nicht mehr wo.
Ob Autos erlaubt waren, weiß ich nicht, aber Traktoren und Erntemaschinen hatten sie. Hier ist ein Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel dazu:
"Obwohl sie so einfach wie möglich leben und auf jeglichen Luxus verzichten, zögern sie nicht, Geld auszugeben, um das Beste zu bekommen, was es an Maschinen und Vieh für ihre Farmen gibt. Die besten Dresch- und Erntemaschinen sind auf amischen Farmen zu finden."
Hier ist übrigens der ganze Artikel von 1911. "Give up Church" . Es geht um zwei junge Männer, die sich geweigert haben, ihre Autos aufzugeben und deshalb unter den Bann gestellt wurden.
https://chroniclingamerica.loc…14/1911-07-25/ed-1/seq-5/
