Beiträge von KarinS

    Das Christentum ist eine Religion (Oberbegriff). Eine "Kirche als Glaubensgemeinschaft" ist eine Konfession. Die landläufig als "katholische Kirche" bezeichnete Konfession heißt eigentlich richtig bzw. vollständig "Römisch-Katholische Kirche". Soweit ich weiß, werden die Amisch unter die Protestantischen Kirchen gezählt (ich wüßte auch nicht, worunter sonst). Wie das allerdings genau ist, weiß ich jetzt auch nicht.

    Die Amisch sind eine täuferisch-prostestantische Glaubensgemeinschaft, wie auch die Mennoniten und die Hutterer.


    Über die Entstehung der Täufer gibt es hier beim mennonitischen Geschichtsverein einen Artikel:

    https://www.mennonitischer-ges…te/geschichte-der-taufer/

    Wo muss ich mich melden, wenn ich für diese coole Idee voten will. :thumbup::love:

    Beim Verlag. :-)

    Allerdings wartet nach Amisch 3 schon das nächste Projekt auf mich. Wieder ein historischer Roman, aber ein völlig anderes Thema. Es wird ein Einzelband und ich freue mich schon sehr darauf, es zu schreiben. Verraten darf ich leider noch gar nichts, nur dass es wohl im ersten Halbjahr 2023 erscheinen wird.

    I Weiß man eigentlich, wie viele Amish prozentual wegen ähnlicher Gründe verließen bzw. wie viele Engländer in diesen Gemeinschaften aufgenommen wurden? Ich komme nochmal auf das Thema eines ziemlich kleine Genpools, wenn die Amish IMMER NUR UNTEREINANDER geheiratet haben. Ich könnte mir vorstellen, dass das mancherorts schon ein Problem war. Beim Lesen dachte ich auch, es gibt doch eigentlich immer mehr Mädchen als Jungs. Da müssen doch welche übrig geblieben sein. :/

    Ich habe keine Ahnung, ob es dazu Zahlen gibt. Aber der kleine Genpool macht Probleme. Es gibt bei den Amisch eine Reihe sehr seltener Erbkrankheiten. Es gbit Ärzte, die sich darauf spezialisiert haben.

    Bei den Amischen gibt es mehr sehr kluge oder sehr beschränkte Kinder als in der "normalen Welt". Alle Kinder werden in die Gemeinschaft integriert, denn jedes Kind ist ein Geschenk Gottes. Das ist wieder ein sehr schöner Zug der Amisch, finde ich.

    Vor Jahren hatte ich in einem Sachbuch gelesen, daß bei Neuerungen (z. B. neue Technik) quasi eine Diskussion stattfindet, in der untersucht wird, ob man das übernehmen kann. Bzw. was für Änderungen in der Lebensweise die Einführung einer Neuerung mit sich bringen würde. Würde die Lebensweise (das strenge Folgen der Bibel) verändert, wird die Neuerung abgelehnt. Kann man sie benutzen, ohne die eigene Lebensweise zu kompromittieren, wird sie angenommen. So gibt es etwa Telefone - nicht im eigenen Haus, aber als öffentliche Telefonzelle (das ist das Beispiel, was mir hängen geblieben ist).

    Als Telefone aufkamen, hatten die Amisch auch welche. Das führte aber wohl zu sozialen Unterschieden innerhalb der Gemeinde, weil sich nicht jeder ein Telefon leisten konnte. Es gab die "Privilegierten", die mit ihren Freunden und Verwandten telefonieren konnten, und andere, die halt immer noch hingehen "mussten". Das war eine der Begründungen, weshalbb sie dann wieder abeschafft wurden - habe ich mal gelesen, ich weiß aber nicht mehr wo.


    Ob Autos erlaubt waren, weiß ich nicht, aber Traktoren und Erntemaschinen hatten sie. Hier ist ein Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel dazu:


    "Obwohl sie so einfach wie möglich leben und auf jeglichen Luxus verzichten, zögern sie nicht, Geld auszugeben, um das Beste zu bekommen, was es an Maschinen und Vieh für ihre Farmen gibt. Die besten Dresch- und Erntemaschinen sind auf amischen Farmen zu finden."


    Hier ist übrigens der ganze Artikel von 1911. "Give up Church" . Es geht um zwei junge Männer, die sich geweigert haben, ihre Autos aufzugeben und deshalb unter den Bann gestellt wurden.

    https://chroniclingamerica.loc…14/1911-07-25/ed-1/seq-5/




    Sie nehmen ja die ganze Bibel - und aus der kann man so ziemlich alles begründen. Ich lese derzeit u. a. die Paulusbriefe und - jetzt wird es schwierig - habe so meine Probleme damit. In der Radikalität paßt das teilweise schon zu dem Denken der Amisch.

    Paulus wird (lt. Bernd Längins Buch) auch sehr oft herangezogen bei den Amisch. Und da kann man auch, wenn man will, die Befürwortung der Sklaverei herauslesen.

    Die Verhältnisse und Figuren sind glaubhaft und nachvollziehbar gestaltetes gibt - was mir besonders gefallen hat - keine Wertung, kein Verdammen, kein Beschönigen oder in den Himmel heben, sondern Beschreibung, Darstellung. Wenn schon unbedingt gewertet werden muß, so muß dies der Leser selbst tun.

    Vielen Dank. :-) Das ist meine Intention in allen meinen Büchern. Menschen zu zeichnen, die "echt" sind. Mit Ecken und Kanten. Keine Superhelden, keine absoluten Bösewichte - und die Wertung dem Leser zu überlassen.

    Was mir auch immer sehr wichtig ist: dass meine Figuren in ihre Zeit passen. Zu den jeweiligen Moralvorstellungen. Ein Seemann 1904 benimmt sich nicht wie ein Mann der 100 Jahre später lebt. Der haut dann auch mal zu, wenn es Konflikte gibt.

    Ja, ich gebe zu, dass ich von der "anderen Seite her" meine Erfahrungen gemacht habe. :zwinker Durch die Märchen und eben auch viele Bücher haftet dem Begriff "Stiefmutter" etwas Negatives an. Daher mochte ich diese Bezeichnung nie. Ich war froh, dass sich bei der Tochter meines Mannes und mir der Begriff "Kumpelinchen" durchgesetzt hatte, den wir sogar auch heute noch verwenden. :-]

    Kumpelinchen ist schön. <3

    Interessant ja eigentlich, dass die direkten Nachfahren von Daniel und Rebecca eher Amish der alten Schule sind während die zweite Generation zu zwei Drittel die Ansichten der Großeltern teilt und die sind einfach menschlich und empathisch und nicht dogmatisch. Ruth hatte also keinen so großen Einfluss auf die Entwicklung? Oder hat ihre Art das mit ausgelöst? Spannende psychologische Überlegung. :grin

    SiCollier schrieb es hier schon:

    Man sagt ja oft, dass bestimmte Eigentschaft und Begabungen eine Generation überschlagen und dann wieder auftauchen. So kommt mir das hier auch vor.


    Es liegt vielleicht aucht daran, dass sich viele von ihren Eltern abgrenzen und eine andere Richtung eingschlagen. Die Enkel finden dann wiederum die eigenen Eltern oft "spießig" und die Großeltern toll.

    Hier haben sie ja auch noch Rebekka und Daniel als Beispiel vor Augen.

    Ich mag Ruth auch nicht besonders, komisch eigentlich, denn sie ist ja nicht wirklich "böse. " Sie ist eher so, wie die anderen Amish , der Ordnung verpflichtet. Und die will sie in der Familie durchsetzen, weil es so gottesfürchtig ist, oder was immer.

    So sehe ich sie auch. Nicht böse oder bösartig, aber sehr auf die Ordnung bedacht und unerfahren, was pubertierende Kinder angeht.


    Da steckt ein bisschen eigene Erfahrung dahinter. Nicht mit einer Stiefmutter, sondern mit einer Stiefoma. Meine Mutter ist vor 28 Jahren gestorben, da war mein Sohn 1,5 Jahre alt und ich mit meinen Zwillingen schwanger. Mein Vater hat zwei Jahre später wieder geheiratet, seine Frau war damals 55 Jahre alt und hatte keine Kinder. Sie war immer völlig genervt von unseren Kindern, sie hat Dinge erwartet, die Kinder im Alter von drei und fünf einfach nicht können ( z.B. stundenlanges Stillsitzen am Tisch bei Familienfesten). Sie hat sich indirekt darüber beschwert, wie unerzogen sie doch sind. Eigentlich hatte sie jahrelang immer was zu meckern. Erst seit unsere Kinder erwachsen sind, hat sich das Verhältnis entspannt.

    Schade eigentlich, dass die Stiefmutter wieder Mal die "Böse" ist. Ich würde mir so sehr Mal eine Geschichte wünschen, in der es eine tolle, liebe Stiefmutter gibt. :schuechtern

    Ich habe eine liebe "Stiefmutter" einem meiner Bücher. Da wird das Kind zum Vollwaisen und die Schwester der Mutter und ihr Mann nehmen ihn auf und sind sehr lieb zu ihm. Naja, ist nicht wirklich eine Stiefmutter, aber so was ähnliches. ;-)