Mediathek ist nicht so meins, weil ungemütlich am PC - ich hoffe auf die DVD.
Es gibt ihn als DVD und Blue Ray. ![]()
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Wer schaut sich denn diese Woche den Film an? Ich fände es sehr spannend, eure Meinungen und Eindrücke zu hören.
Ich finde es frustrierend, dass die Lage immer schwieriger wird für AutorINNen.
Ich hoffe, ihr findet einen Verlag. Und bitte gerne hier mitteilen (oder bei mir
) wenn es Neues gibt. Wir Eulen freuen uns, wenn wir wieder etwas von dir lesen können.
Zur Zeit ist es wirklich sehr schwierig, das höre ich von ganz vielen.
Natürlich melde ich mich, sobald es etwas Neues von mir ( oder uns) gibt. ![]()
Mit etwas Abstand hat das Buch einen sehr guten Eindruck bei mir hinterlassen. Ich stehe noch zu meiner Aussage, daß es mir teilweise zu viel Dramatik war, aber der letzte Abschnitt hat die "Wogen" beruhigt und zu einem guten Ausklang geführt, was ein gutes Gegengewicht ist.
Auch habe ich möglicherweise ein neues Thema für mich entdeckt: Eisenbahntunnelbau. Nicht so intensiv, daß ich ein Buch schreiben könnte, aber eine Weile wird mich das schon noch beschäftigen. Das Buch "Wir durchbohren den Gotthard" werde ich mir sicher besorgen (und auch lesen). Altertümliche Sprache kann mich nicht schrecken - eher im Gegenteil.
Ich freue mich, dass das Ende dich dann gewissermaßen "versöhnen" konnte. Eisenbahntunnelbau ist sehr spannend. Ich war auch überrascht, wie sehr mich das Thema an sich fasziniert hat. Ursprünglich ging es mir ja um die Arbeiter, das Dorf und die Menschen dort.
Der Möschlin ist gar nicht altertümlich geschrieben, der Stil und seine verschiedenen Perspektiven sind ungewöhnlich. Eines noch: Das Buch hat 700 Seiten, die ersten 300 geht es nur um die Planung und die Finazierung, die habe ich nur quer gelesen, weil das für mich nicht relevant war. Aber ich lese das Buch bstimmt nochmal ganz.
Liebe dracoma
vielen Dank
und nein, das hört sich gar nicht gönnerhaft an. Ich weiß, was du meinst. Oft werden auch Dialoge dazu benutzt, Fakten zu transportieren und die wirken dann meistens auch so "gewollt".
Ich freu mich sehr, dass die Geschichte dir gefallen hat. ![]()
Liebe KarinS kannst du schon verraten, worum es in deinem nächsten Buch gehen wird? Ich nehme mal an, du bist schon wieder fleißig am recherchieren.
Im Moment hänge ich in der Schwebe. Nach dem Gotthard habe ich mir erst einmal eine Auszeit genommen. Jetzt habe ich zwar eine Idee für ein Projekt, das ich total spannend finde, Aufbau will es aber nicht machen. Wir ( es ist ein Gemeinschaftsprojekt mit einer befreundeten Autorin) probieren es bei anderen Verlagen, nur ist die Lage gerade extrem schwierig. Alle Verlage haben ihre Programme zurückgefahren, veröffentlichen nicht mehr so viel und sind mit Zusagen sehr vorsichtig. Wir werden sehen ...
Ja, dass es in dem alten Tunnel wegen den von Dir genannten Gründen immer wärmer wurde wundert mich nicht. Aber bei der modernen Lüftungstechnik sollte doch auch eine Kühlung möglich sein.
Bin gespannt, was Du noch herausfindest.
Das hat nichts mit dem Menschen und den Arbeiten zu tun. Die Erdwärme heizt den Tunnel auf. Die Ingenieure der Gotthardbahngesellschaft wussten das. Einer hat Favre ziemlich in Panik versetzt, als er sagte, er rechne mit Temperaturen über 40°C im Inneren des Gotthards. Da hätte dann wirklich niemand mehr arbeiten können.
Hier ist ein Artikel dazu: https://www.swr.de/wissen/1000…rdtunnel-so-warm-100.html
Keine Ahnung, ob das im Verlagswesen üblich ist, aber kann nicht gleich eine 2. Auflage vereinbart werden, wenn die erste so mangelhaft ausgeführt wurde?
Bei anderen Produkten gibt es Rückrufaktionen bei offensichtlichen Mängeln und manche Bücher wurden wohl auch schon eingestampft, wenn irgendwelche betroffenen Erben gegen die Erscheinung geklagt haben.
Nein, das ist nicht üblich. Dazu sind die Papaier- und Druckkosten viel zu hoch. So was wird gemacht, wenn es sich um massive Fehldrucke ( fehlende oder vertauschte Seiten) handelt.
Aber so wie es aussieht, könnte die 2. Auflage bald kommen. ![]()
Da habe ich auch gegrübelt, wie da wohl der Übertragungsweg war, denn Johanna war wohl kaum im Tunnel. Vielleicht hat sie sich doch wieder näher mit einem Mineur eingelassen und die Eier wurden durch das Küssen weitergegeben, oder in der Gastwirtschaft wurde von den Infizierten viel gehustet, so dass Johanna beim Bedienen in Kontakt kam? Oder sie hat die Toiletten reinigen müssen?
Da die Larven zumnächst in der Lunge sind und dort das Husten auslösen, können sie durch husten (Hand vor den Mund, dann hat man sie an den Händen, oder andere anhusten) aber auch küssen weitergeben werden. Sicher ist, dass die erkrankten Arbeiter, die nach hause geschickt wurden, dort ihre Familien angesteckt haben. Nur fehlte den Eiern der Würmer dort halt die richtige Umgebung, deshalb verbreitete sich die Krankheit nicht weiter.
Wobei Tunnelbau heute ja auch ganz anders geht, nämlich mittels einer Tunnelbohrmaschine.
Die kam beim Gotthardbasistunnel zum Einsatz und jetzt auch bei der zweiten Röhre für den Gotthardstraßentunnel. An der wird seit 2021 gebaut und 2029 soll sie fertig sein. Die Bauzeit ist also nicht viel kürzer als damals.
Wenn ich eure Beiträge hier im Thread richtig interpretiere, hat es auch den Streik der Arbeiter, der gegen Ende des Abschnitts beginnt, tatsächlich gegeben. Da bin ich sehr gespannt, wie das weitergeht! Favre steht ja unter einem wahnsinnigen Zeitdruck, viel Zeit mit den Arbeitern wird er da nicht verplempern wollen. Ich hoffe, dass er gerade deshalb zu Zugeständnissen bereit ist!
Alles, was den Tunnelbau betrifft, auch die Unfälle, die Explosionen usw. haben wirklich so statt gefunden.
Die "Sterne" kannst du auch lesen, ohne die anderen beiden Bände zu kennen. Der spielt in der nächsten Generation, 25 Jahre später als die ersten beiden Bände.
Warum sollte sie hier plötzlich Skrupel haben, wo der Ehebund doch in dieser Hinsicht wenig Wert für sie hat?
Warum wohl hat sie Piero geschrieben, er solle sich nicht mehr bei ihr melden und den Kontakt abgebrochen? Weil sie Peter schätzt und respektiert und ihm treu bleiben will. Wenn sie so wäre, wie du sie hier darstellst, hätte sie wohl den Kontakt mit ihm gesucht.
Und was den Ehebund angeht: In dem Dokument , das ich hier geteilt habe, wird deutlich, das sehr viele in Uri im Konkubinat gelebt haben, weil es den Leuten schwer bis unmöglich gemacht wurde, zu heiraten. Auch in Göschenen gab es zur Zeit des Tunnelbaus viele "wilde" Ehen weil die brürokratischen Hürden oft unüberwindlich waren. Dann haben die Paare einfach so zusammengelebt.
ZitatEs ist anzunehmen, dass die Übergänge zwischen gemeinsamem Wohnen in den Privatunterkünften und einem Konkubinat vielfach fliessend waren. Und selbst dann, wenn sich ein Paar entschlossen hatte, zu heiraten, konnte dieses Vorhaben an der fremden Bürokratie scheitern. Eine Schwierigkeit bestand für viele darin, sich die nötigen Papiere für die Eheerlaubnis zu beschaffen, die der Regierungsrat erteilte. Die italienischen Paare hatten oftmals weder die Kenntnisse noch die Möglichkeiten, sich innert der dafür festgesetzten Frist um diese Papiere zu kümmern. Dadurch fielen auch sie unter die Kategorie der Konkubinatspaare.
Quelle: Alexandra Binnenkade - Sprengstoff
Zitat
Ausgelesen. Dieser letzte Abschnitt hat mir insofern mit am besten gefallen, weil es hier mehr oder weniger gerade auf das Ende zu geht. Nicht wegen des Buchendes, sondern wegen des direkten Handlungsverlaufs.
Ich freue mich, dass dir das Ende gefallen hat, und dass die Geschichte dich trotz der Dramatik gefesselt hat.
Wenn du ein gutes, wenn auch sehr eigenwilliges fast Sachbuch über diesen Tunnelbau lesen möchtest, empfehle ich Felix Möschlin "Wir durchbohren den Gotthard". Es ist von 1947 und man bekommt es nur noch gebraucht.
Ein besonderes Buch. Ich musste mich an den Stil erst gewöhnen, aber dann hat es mir sehr gut gefallen. Er schreibt unterhaltsam und wenn er "wir" meint, schreibt er auch im "wir". "Wir", das sind mal die Bankiers um Alfred Escher, mal die Mineure oder auch die Aktionäre. Er schreibt aus ihrer Sicht oder adressiert sie auch mal an. Er ist für die seine Zeit (er lebte von 1880 - 1969) sehr kritisch gegenüber Favre und der Gotthardbahnsgesellschaft.
Ich muss noch was zum Titel "Bergleuchten" loswerden: Für mich gäbe es keinen perfekteren Titel. Einerseits wurde das "Bergleuchten", das ich selbst sehr liebe (und auch noch so vielen Jahren immer wieder vermisse) wunderschön beschrieben. Es erzählt aber auch vom Leuchten in den Herzen der Bergler. Diese kommen zwar mit ihren furchtbaren Gesetzen und Regeln nicht immer gut weg. Aber die meisten von ihnen sind trotz der rauen Schale Menschen mit dem Herzen am rechten Fleck.
Das hast du toll ausgedrückt.
Das "Bergleuchten" haben wir einmal erlebt. 2003 sind wir am 31.7. abends aus der Toskana losgefahren und nicht durch den Tunnel, sondern über den Pass. Da waren wir dann kurz vor 24:00. Schon auf der Passhöhe haben wie die ersten Feuer gesehen, und auf der Fahrt nach Göschenen hinunter brannten überall Feuer. Das war sehr beeindruckend. Dass der 1.8. der Schweizer Nationalfeiertag ist, haben wir dann hinterher erfahren.
Peter mochte ich von Anfang an. Und jetzt bestätigt sich, was für ein hochanständiger Mensch er ist. Seine Liebe für Helene könnte nicht tiefer, nicht ehrlicher sein. Ich kann Helene gut verstehen, dass sie sich in ihrer Situation für Peter entschieden hat - auch zum Wohle ihres Kindes.
Ich denke, bzw. für mich war es schon so, dass diese Ehe glücklich war. Vielleicht nicht dieses himmelsstürmende Glück, dass man als frisch Verliebte empfindet, aber die beiden verbindet ein tiefes Gefühl, auch von Helenes Seite aus. Liebe ist mehr als Verliebtheit - und darüber macht sie sich ja auch schon Gedanken:
ZitatZusammen leben, gemeinsam alt werden, hatte er gesagt. In ihrer Verliebtheit hatte sie nie darüber nachgedacht, was das bedeutete. Sie hatte einfach nur bei Piero sein wollen.
Oft genug ist man ja desillusioniert, wenn die erste Verliebtheit vorbei ist und die Unterschiede deutlich werden und sich zeigt, dass der Partner auch Eigenschaften hat, die man weniger schön findet.
Und ja, ich finde Peter auch klasse und manchmal auch sehr süß, z.b bei der Hochzeit und danach. Und zwischendurch habe ich auch überlegt, wie ich ihn da rauskommen und mit einer anderen Frau glücklich werden lassen kann. Aber Scheidung war damals unmöglich. Es ist schon das dritte Mal, dass mir sowas beim Schreiben passiert. Also dass ich für eine Figur das Schicksal so geplant hatte, und die mir dann so ans Herz gewachsen ist ...
Das Buch begeistert mich immer mehr. Das Kopfkino läuft auf Hochtouren und ich befinde mich mitten drin in einem spannenden, schönen und auch informativen Plot. Genau SO etwas macht das Lesen zum schönsten Hobby überhaupt!
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ZitatJohannas Schicksal hat mich auch sehr erschüttert. Ich hatte von dieser Vorgehensweise noch nicht gehört und ich muss mich Mal erkundigen, ob das so bei uns auch so gehandhabt wurde. Da die Kantone von den Denkweisen und Mentalitäten her sehr unterschiedlich sind, denke ich eher, dass das nicht überall im Land so war. Ich hoffe es jedenfalls sehr...
Wenn ich die Quellen richtig lese, gab es das auch in Uri gegen Ende der 1870er nicht mehr. Da gab es irgendeine Reformation der Gesetze.
Das wäre Mal eine originelle Wendung.
Aber die arme Elfriede würde sicher der Schlag treffen.
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Schon wegen Elfriede könnte man da eine alternative Geschichte schreiben. ![]()
Das Buch kenne ich gar nicht. Ich habe von Helmut Stalder "Gotthard - Der Pass und sein Mythos
Es kommt also zum Streik. Ich habe mich etwas gewundert, daß die paar Männlein der Bürgerwehr so schnell gegen die wohl über tausend Arbeiter gesiegt haben. Sicher hatten die Gewehre, aber bei der Überzahl hätte ich doch gedacht, daß die Bürgerwehr überrannt wird.
Gemäß der Analyse von Alexandra Binnenkade hatte die Italiener die Bürgerwehr zunächst gar nicht ernst genommen. Sie haben wohl nicht damit gerechnet, dass wirklich geschossen wird und waren auch nicht darauf vorbereitet. Und es waren auch Frauen und Kinder auf der Straße.
ZitatDie italienischen Arbeiter standen am zweiten Streiktag mehrheitlich auf der Gotthardstraße und nicht beim Tunnelzugang. Viele trugen ihre Festtagskleider, und es waren auch Frauen und Kinder dabei. In Gruppen standen sie zusammen und diskutierten, einige sangen oder spielten Boccia, andere schauten aus den Fenstern ihrer Unterkünfte zu, was sich auf der Strasse abspielte. Ein paar holten sich ein Fässchen Bier und etwas zum Essen und gingen ein Stück weg vom Dorf.
Als die Mannschaft aus Altdorf eintraf, liefen einige hundert hinter ihr her, lachten und foppten sie. Luigi Dissune machte der Mannschaft durch die Menschenmenge eine Gasse frei, eine Form von Spass, welche die Mitglieder der Bürgerwehr als Spott verstanden. Als sich kurze Zeit später ein Teil der Bürgerwehr beim Wendemanöver in die falsche Richtung drehte, lachten erneut viele Italiener, die ganz allgemein in ausgelassener Stimmung waren.
Salvatore Villa war einer der ersten, der von einem Schuss getroffen wurde. Er war auf der Anhöhe gestanden und hatte dort, gut sichtbar, in Richtung der Bürgerwehr die Hosen heruntergelassen und die Göschener mit seinem nackten Hintern verspottet.Quelle: Alexandra Binndenkade - Sprengstoff
Der Streik der italienischen Gotthardtunnelarbeiter – Alltag und Konflikte im Eisenbahnerdorf Göschenen 1875
Selbst als die Bürgerwehr geschossen hat, waren die Streikenden zunächst der Meinung, das wären nur Platzpatronen, denn die Urner haben zunächste über die Köpfe der Italiniener gezielt. Und als dann klar war, die schießen scharf, ist Panik ausgebrochen.