ZitatOriginal von Steena
Ah doch, der Vorgänger heißt Lichtscheu.
... und der ist übrigens absolut klasse. Ich habe ihn diesen Monat gelesen und auch gleich eine Eulen-Rezension geschrieben.
ZitatOriginal von Steena
Ah doch, der Vorgänger heißt Lichtscheu.
... und der ist übrigens absolut klasse. Ich habe ihn diesen Monat gelesen und auch gleich eine Eulen-Rezension geschrieben.
Für mich war es das erste Buch von André Wiesler und mir hat es auch sehr gut gefallen. Es ist düster, es ist realisitisch, es ist ästhetisch, es ist glaubhaft, es ist spannend ... viel wurde hier ja auch schon dazu gesagt.
Ich möchte nur noch ein Zitat ergänzen, das meines Erachtens die sprachliche Qualität besonders verdeutlicht.
Die meisten Autoren würden schreiben: "Hagen wurde wütend."
André Wiesler schreibt: "Ein Dornbusch spross in Hagens Magen, um sich dann in heiligem Zorn zu entzünden." (S. 62)
Nicht nur plastisch, nicht nur sprachlich schön, sondern auch ausgesprochen passend für die Denkweise eines mittelalterlichen Protagonisten, wie ich finde.
Ja, die Geschichte wird kontinuierlich fortgeführt.
Es ist wirklich klasse. Die späteren Bücher der Reihe sind immernoch gut, auch wenn sie mich nicht mehr im gleichen Maße überzeugen konnten. Wenn ich mich nicht irre, sind auch nur die ersten sechs auf Deutsch erschienen, obwohl es im Original zehn sind. ![]()
Vielen Dank für das viele Lob.
ZitatOriginal von Alice Thierry
Erstaunlich, was sich alles in einem einzigen Satz unterbringen lässt.
Der Text entstand als eine Schreibübung, bei der es darum ging, einen Satz mit einer bestimmten Anzahl von Wörtern zu schreiben. Ich habe mal das Buch angehängt, in dem die Übung vorgeschlagen wird.
ZitatOriginal von Monella
ab und an ein Hauuuch zu viele Kommata
Hast Du vielleicht Lust, meinen Text zu zitieren und dabei die Kommas rauszuschmeißen, die Dir zu viel sind? Mich interessiert, was dabei herauskommen würde, insbesondere, ob diese "getrimmte" Version dann noch verständlich wäre.
Eine ungekürzte Ausgabe von Moby Dick dürfte genau das Richtige für Dich sein.
Auch im Herrn der Ringe finden sich weitläufige Landschaftsbeschreibungen, allerdings von fiktiven Ländern.
Die Frage mit dem "Thriller" wirft die Problematik des Ordnungskriteriums auf.
Ich persönlich tendiere dazu, Genres praktisch ausschließlich an der handlungstragenden Thematik/ den bestimmenden Motiven fest zu machen. Deswegen ist "Krimi" für mich ein Genre - die Handlung wird durch einen Kriminalfall bestimmt. "Thriller" ist es für mich nicht, das ist in meinen Augen ein Stilmittel, nämlich "bedingungslose Spannung". Ein "Thriller" zeichnet sich für mich dadurch aus, dass die Handlung besonders schnell voranschreitet und Schilderungen am Rande wenig Raum eingeräumt wird. Ob sich diese Handlung um einen Mord, eine Verschwörung oder eine wissenschaftliche Entdeckung dreht, steht auf einem anderen Blatt. Auf "Horror" trifft in meinen Augen das Gleiche zu, hier geht es darum, beim Leser Furcht zu erzeugen - ob das in einem Science Fiction-Setting ("Alien") oder in einem Krimi ("Das Schweigen der Lämmer") passiert, ist davon unabhängig.
ZitatOriginal von Steena
Ganz besonders lustig sind - und das betrifft dieses Buch jetzt nicht - immer die Fehler, bei denen ein später geänderter Name nicht ausgetauscht wurde. Da frage ich mich wirklich, wie einem so etwas passieren kann.
Es gibt einen Autor, der Name fällt mir gerade nicht mehr ein, der in seinen Manuskripten die Namen durch Zahlen ersetzt hat und die dann per Textersetzung geändert hat.
Er hat also geschrieben: "1 sagte zu 2 blablabla", und nach der Textersetzung stand dann da: "Peter sagte zu Paula blablabla".
Nun hatte er aber eine Stelle, in der jemand gezählt hat: "Bei 3 schieße ich. 1, 2, ..."
Dreimal darfst Du raten, was die Textersetzung damit gemacht hat. Und das Lektorat hat es überlesen. War, glaube ich, in einem Heftroman.
Ich lese gern viele verschiedene Sachen, deswegen gehe ich nicht so sehr nach Autor, sondern nach momentaner Stimmung. Es gibt aber ein paar Autoren, die mich noch nie enttäuscht haben:
- James Clavell (von dem habe ich allerdings inzwischen schon alles gelesen)
- George R. R. Martin
- David Brin
- Michael Crichton
- Frank Herbert
... um die geforderten fünf zu nennen.
ZitatOriginal von Idgie
... und gleichzeitig die Bevölkerungszahlen explodieren, ...
Ich halte die Überbevölkerungsdiskussion für einen modernen Mythos. Bangladesch gilt als überbevölkert und hat 1.066 Einwohner pro Quadratkilometer. Der Großraum Paris gilt nicht als überbevölkert, hat aber knapp dreimal so viele Einwohner pro Quadratkilometer (das Stadtgebiet von Paris sogar knapp zwanzigmal so viele, aber das ist natürlich nicht zu vergleichen).
Ich halte es beinahe für zynisch, zu behaupten, in den Ländern mit hungernder Bevölkerung lebten zu viele Menschen. Ihr Problem ist nicht, dass sie zu viele sind, sondern dass der Reichtum in ihren Ländern extrem ungleich verteilt ist. Zum Beispiel Indien: ein steinreiches Land, hat die größte Filmindustrie der Welt, spielt kräftig in der Raumfahrt mit, ist eine Atommacht, leistet sich ein Schlachtfeld mit Pakistan auf einem Gletscher in schwindelerregender Höhe - und hat unheimlich viele bitterarme Menschen.
Ich glaube, Genres sind primär ein Ordnungskriterium des Buchhandels geworden. Man stellt halt Bücher nebeneinander, die ähnliche Schwerpunkte haben, damit die Leute etwas finden, was "so ähnlich ist wie das Buch, das ich neulich gelesen habe". Je nachdem, wie stark man seine Regale untergliedert, kann man dann auch die Genres grob oder fein fassen.
Fantasy zum Beispiel kann man ebenso in ein Dutzend Unterkategorien einteilen wie den Liebesroman oder den Krimi. Noch verwirrender wird es dadurch, dass Bücher manchmal aus Marketing-strategischen Gründen anders einsortiert werden, als es von ihren Motiven her nahe läge. Zum Beispiel tauchen in vielen historischen Romanen übersinnliche Phänomene auf, manchmal sogar bestimmtend für die Handlung, was sie eigentlich zu Fantasy machen sollte - aber da sich (früher zumindest) der historische Roman besser vekauft hat ... Oder auch "Der Schwarm" von Frank Schätzing - vermutlich haben das viele mit Begeisterung gelesen, ohne sich bewusst zu sein, dass sie einen Science Fiction-Wälzer in der Hand halten.
Mein All Time Favourite ist Darth Vader. Ein übler Typ mit Geheimnis und Stil. Das Ende von "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" hat die Figur leider demontiert, wie ich finde - er hätte der dunklen Seite der Macht die Treue halten sollen.
Zugegeben, eigentlich ist er eher ein Film-Schurke als ein Buch-Schurke und wirkt zu einem wesentlichen Teil durch sein roboterartiges Aussehen, aber es gibt ja auch ein Buch zum Film. ![]()
Vielen Dank für das Lob - ein Vergleich mit Cornelia Funke ist natürlich ein Riesenkompliment für mich. ![]()
Am flottesten gelesen habe ich "Winnetou 1 - 3" (in meiner Schulzeit) und "Der Wüstenplanet" von Frank Herbert.
Ich kenne aber auch Leute, die beides sterbenslangweilig finden. Es kommt wohl darauf an, was einen packt.
ZitatOriginal von CorinnaV
Bernard, hattest du denn dann noch Zeit zum SCHREIBEN????? Als du das alles eingerichtet hast?
Ich gebe zu, ich nutze so ziemlich jede Ausrede, um nicht zu schreiben, da kam mir das Einrichten in der Tabellenkalkulation ganz recht. ![]()
Außerdem kann ich da alles so hinbiegen, wie ich es brauche. Außer mir wird zwar niemand mehr verstehen können, was welche Zelle bedeutet, aber das ist ja auch unnötig.
Der erste Roman, den ich so geschrieben habe = bei dem ich nebenher die Kalkulation entwickelt habe, ist innerhalb von zwei Monaten fertig gewesen - neben meiner normalen Arbeit her - und hatte am Schluss 477 Normseiten. Die Spielerei mit der Tabellenkalkulation hat mich also wohl nicht allzu sehr gebremst. ![]()
Nachdem ich gelesen hatte, dass Hemingway einen Strich für jede geschriebene Seite an die Tapete gemacht hat, habe ich auch eine Methode gefunden, mich selbst auszutricksen. Im Computerzeitalter habe ich dafür eine Tabellenkalkulation verwendet, in der ich einige Parameter eintragen konnte: Wann soll das Manuskript fertig sein? Wie viele Normseiten soll es haben?
Die Kalkulation hat mir dann ausgerechnet, zu welchem Datum ich wieviele Seiten haben müsste, wenn ich von Start bis Ziel jeden Tag konstant gleich viele Seiten schriebe.
Jeden Tag habe ich meinen tatsächlichen Stand eingetragen.
Die Kalkulation hat berechnet, wie viele Seiten ich vom jeweiligen "Messpunkt" an noch jeden Tag schreiben müsste, um pünktlich fertig zu werden. Als Nebenprodukt konnte ich spicken, wie viele "Durchschnittsseiten" sich ergäben, wenn ich jetzt einen, zwei, drei Tage gar nichts schriebe.
Natürlich habe ich das alles dann in schönen Kurven- und Säulendiagrammen darstellen lassen.
Die entscheidende Aussage war: "Die Durchschnittszahl der zu schreibenden Seiten pro verbleibendem Tag darf nicht steigen!"
Das hätte ich natürlich auch einfacher haben können ("Setz dich hin und schreib eben!"), aber für mich hat meine Tabellenkalkulation gut funktioniert. Inzwischen brauche ich sie nicht mehr, aber ich muss immer noch schmunzeln, wenn ich die Kurven-und-Säulen-Grafiken meiner früheren Projekte anschaue.
Klappentext
"Wenn Sie schreiben wollen, tun Sie es. Wenn das eine Buch nicht veröffentlicht wird, schreiben Sie das nächste. Jedes wird ein wenig besser werden, weil Sie immer mehr Übung und Erfahrung gewinnen."
Autorin
Natalie Goldberg ist Schriftstellerin, Dichterin und Dozentin. Sie lebt in Taos, New Mexico und lehrt an Universitäten und in Schreibwerkstätten ihre Methoden des kreativen Schreibens, die sie in diesem Buch zusammengefasst hat. Es wurde in neun Sprachen übersetzt.
Meine Meinung
Ein beschauliches Buch, dessen Anliegen ich als "Motivationshilfe" bezeichnen möchte. Auf den handwerklichen Aspekt des Schreibens wird kaum eingegangen, es geht der Autorin eher darum, ihre Leser dazu zu bringen, eine Menge zu schreiben - auf Skizzenblöcken oder an Schreibmaschine oder Computer, zu Hause oder in Cafés, in allen Lebenslagen. Das tut sie in einer Vielzahl sehr kurzer (meist 2 - 4 Seiten) Abschnitte, die Episoden aus ihrer Schreiberfahrung berichten. Offenbar ist die Autorin stark von ihrer jüdischen Herkunft und ihrer buddhistischen Religion geprägt, denn beide Aspekte scheinen immer wieder durch. Insbesondere werden gern buddhistische Lehrsätze zitiert. Überhaupt driftet das Buch immer wieder vom Thema "Schreiben" ab und erteilt Ratschläge für ein allgemein glücklicheres Leben.
Besonders an diesem Buch ist, dass es nur am Rande um Prosa geht, da die Autorin selbst Lyrikerin ist. Die (wenigen) Beispieltexte sind daher Gedichte, auch die empfohlene "Lebensorganisation mit Schreiben als wesentlichem Bestandteil" scheint mir eher für Lyriker tauglich als für Prosaautoren.
Ich habe keinen rechten Zugang zu dem Buch gefunden - vielleicht hat es eine eher "weibliche Mentalität" und ist daher besser für Frauen geeignet?
Die Aufmachung als Hardcover ist allerdings sehr hübsch.
Meines Erachtens täte dem Format mehr Sendezeit gut. So ist es zwar grundsätzlich interessant, hat aber doch einen stark schlaglichtartigen Charakter.
Ich trauere immernoch dem Literarischen Quartett nach.
Aus dem Fantasy-Bereich empfehle ich R.A.Salvatore: Der dritte Sohn. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Schilderung einer fantastischen Kultur, nämlich der Drow. Die Drow sind Dunkelelfen, die in unterirdischen Höhlen leben und von den Priesterinnen der grausamen Spinnenkönigin beherrscht werden. In dem gesamten Buch kommen nach meiner Erinnerung keine Menschen vor, es wird ausschließlich aus Sicht der Drow erzählt. Dem "Drow Way of Life" wird dabei viel Beschreibung gewidmet.
Hinweis: Das englischsprachige Original wurde für die Übersetzung in zwei Bände geteilt. "Der dritte Sohn" ist der erste, mit "Im Reich der Spinne" geht es weiter.
Da gibt es natürlich eine Menge. Ich fange mal an mit David Brin: Sternenflut. Hier lernt man sehr gut die Rasse der "Neo-Fins" kennen - das sind durch Genmutation "intelligent gezüchtete" Delfine. Diese Neo-Fins sind eine der beiden "Klienten-Rassen" der Menschheit. Ein Raumschiff, dessen Besatzung hauptsächlich aus Neo-Fins besteht, wurde bei einer Raumschlacht abgeschossen und ist auf einem fremden Planeten gestrandet. Die Geschichte wird primär aus Sicht der Neo-Fins erzählt und deren Denken ist faszinierend fremdartig. Es sind eben nicht nur "Menschen in anderen Körpern", sondern Wesen mit einer grundsätzlich anderen Psychologie.
In kurzen Passagen werden auch einige Alien-Rassen beschrieben, die aber sehr, sehr fremd bleiben. Insgesamt bekommt man als Leser eine Ahnung von einem sehr komplexen Universum, das vom Zusammenspiel einer Unmenge von Rassen lebt, die in Allianzen und Patronatsverhältnissen miteinander verbunden sind.