Beiträge von Bernard

    Klappentext:
    Ein geheimer Auftrag der Kurie führt den jungen Priester Matteo in das winterliche London. Es scheint ein einfacher Auftrag zu sein: "Taufe den Wissenschaftler Victor Westcamp", hatte man ihm gesagt. Doch spätestens als das geweihte Wasser Victors bleiche Haut verbrennt, begreift er, dass die Kirchenfürsten im Vatikan ihm wichtige Fakten verschwiegen haben. In den Kellergewölben des Towers verspricht Matteo dem Sterbenden, der fest daran glaubt, ein Vampir zu sein, seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Er macht sich auf die Suche nach Victors Tochter und gerät in einen Strudel aus Intrigen, Verrat und Leidenschaft ...


    Meine Meinung:
    Obwohl Vergleiche mit anderen Werken immer hinken, denke ich, die grobe Einordnung kann man am besten treffen, wenn man in Richtung "Der Historiker" von Elizabeth Kostova denkt. "Lichtscheu" handelt von der Suche eines Priesters nach der Wahrheit und auch nach dem Guten in sich selbst, jenseits von festen Regeln, die nicht gemacht wurden für die neue, geheimnisvolle Welt, in die er sich immer weiter begibt. Die merkwürdige Clique, bei der es sich vielleicht, vielleicht auch nicht um Vampire handelt, wird dabei ebenso dicht geschildert wie die klerikale Gesellschaft an der Spitze der römisch-katholischen Kirche, wobei die Balance zwischen der Verwendung von Klischees und ihrer krampfhaften Vermeidung ebenso gehalten wird wie die Spannung, die Ungewissheit darüber, worum es sich denn jetzt bei Victor, Silver und ihrer "Gang" handelt.
    Schauplätze sind London und der Vatikan. Ich weiß nicht, ob die konkreten Locations wirklich existieren, aber das ist mir eigentlich auch egal: Die Schilderungen fühlen sich an wie London und der Vatikan, ich kann die Grenze zwischen Fiktion und realistätsgetreuer Wiedergabe nicht ausmachen. Einen Club wie das "CrissCross" würde ich der englischen Metropole ebenso zutrauen wie das Café im Vatikan wirklich existieren könnte, in dem Matteo seine Stärkung zu sich nimmt. Ich habe mich wirklich hineinversetzt gefühlt in diese Schauplätze, habe das Londoner Schmuddelwetter ebenso gefühlt wie die Sonne auf dem Petersplatz.
    Die Geschichte wird vollständig aus der Sicht von Pater Matteo geschildert, der in ihrem Verlauf sowohl körperlich als auch intellektuell und emotional an seine Grenzen kommt, sie auch überschreitet und dabei dennoch als Figur glaubwürdig bleibt. An keiner Stelle habe ich mich gefragt: "Würde er das wirklich tun?" Nein, hier haben wir einen Akteur, der so plastisch ist, dass man sich nicht wundern würde, wenn man ihm in der U-Bahn begegnete. Als einzigen, kleinen Makel möchte ich anbringen, dass man aus dem Spannungsfeld Zölibat/ (vampirische?) Verführungskünste mehr hätte herausholen können.
    Die Autorin arbeitet meisterhaft mit der deutschen Sprache. Ihre Schreibe ist klar verständlich und doch ist ihr Niveau weit über dem, was man ansonsten geboten bekommt (und dabei schließe ich den gesamten deutschen Buchmarkt ein), gleiches gilt für die Leistung von Lektorat und Korrektorat. Die handwerkliche Gestaltung - Umschlag, Bindung, Satz, Titelbild - halte ich ebenfalls für überdurchschnittlich - auch in dieser Hinsicht ein schönes Buch. Von der geringen Seitenzahl (184) sollte man sich nicht täuschen lassen, das Buch erscheint im DIN-A5-Format, dementsprechend fasst eine Seite mehr Text als bei einem gewöhnlichen Taschenbuch.
    "Lichtscheu" ist als erster Band einer Trilogie angekündigt, aber das merkt man dem Ende nicht an. Die Geschichte scheint mir in sich gut abgeschlossen, alle Fragen werden zufriedenstellend geklärt. Was für mich noch wichtiger ist: Das Ende ist nicht vorhersehbar, und da bin ich der Autorin auf den Leim gegangen, denn sie hat mich noch fünf Seiten vor Schluss auf der falschen Fährte gehalten.


    Fazit:
    Ich verneige mich vor Autorin und Verlag - dieses Buch ist eine Großtat. Obwohl ich es ehrlich erworben (also bezahlt) habe, fühle ich mich beschenkt, weil ich es lesen durfte.

    Klappentext:
    Dieses Buch entstand nach einem Workshop mit vierzehn erfahrenen Autoren. Es ist sozusagen der gedruckte Workshop, der Anregungen und Übungen für Autoren enthält, die sich für das Handwerk narrativer Prosa interessieren.


    Autorin:
    Die Autorin wurde als Ursula Kroeber 1929 in Berkeley, Kalifornien, geboren, ...
    Ursula K. Le Guin begann schon früh zu schreiben ... Sie schreibt in unterschiedlichen Genres wie Science Fiction und Fantasy und verfasst Kinderliteratur, Jugendromane, Drehbücher, Essays, Songtexte ... und Sprechtexte ... Sie hat über hundert Kurzgeschichten ..., zwei Essaysammlungen, zehn Kinderbücher, fünf Gedichtbände und sechzehn Romane veröffentlicht. Für ihre Werke bekam sie unter anderem den National Book Award, fünf Hugo und fünf Nebula Awards, den Franz-Kafka-Preis, den Pushcart Prize und den den Howard Vursell Award der American Academy of Arts and Letters.


    Meine Meinung:
    Ich habe oben die Angaben zur Autorin gekürzt wiedergegeben und dabei stehen gelassen, worauf es ankommt: Hier liegt ein Schreibratgeber von einer Dame vor, die bewiesen hat, dass sie etwas vom Schreiben versteht. Ihre Bücher haben sich in den Bestsellerlisten etabliert, Fanseiten bevölkern das WWW und viele Autoren nennen sie als Vorbild.
    Für mich wird die Glaubwürdigkeit eines Ratgebers dadurch erhöht, dass man einen greifbaren Beweis dafür hat, dass der Verfasser weiß, worum es geht und seine eigenen Ratschläge mit Erfolg umsetzen kann. Das ist hier in einem Maße gegeben, wie man es bei Schreibratgebern selten findet.
    Das Buch versteht sich als Arbeitsbuch. Es ist nicht dazu gedacht, in einem Zug durchgelesen zu werden, wobei der Lernende dann zwischendurch an den passenden Stellen seufzt und zustimmend nickt. Vielmehr muss man sich darauf gefasst machen, ein Dutzend praktischer Übungen zu absolvieren, natürlich in Form von Übungstexten. Hat man daran kein Interesse, sollte man sich einem anderen Buch zuwenden, denn dieses hier lebt von den Übungen. Es gibt auch Tipps dazu, wie man es im Rahmen einer Schreibgruppe nutzen kann. Ich persönlich bin kein "Schreibgruppen-Typ", ich habe den Ratgeber "solo" durchgearbeitet, das ging ganz gut, auch wenn das Urteil über den Erfolg der Aufgaben natürlich nicht so solide sein kann, als wenn es von außen käme.
    Thematisch geht es hier um das Prosa-Schreiben im engeren Sinne, sprich um die stilistischen Techniken, die beim Verfassen eines Textes zum Einsatz kommen: Erzählzeit, Perspektive, Sprachrhythmus etc. Es geht nicht um das Plotten einer Geschichte oder um die Vermarktung eines Manuskripts. In einer Nebenbemerkung deutet LeGuin an, dass sie das Plotten, auf das andere Ratgeber solchen Wert legen, wohl für überschätzt hält. Damit befindet sie sich in einem Lager mit King, der in "Das Leben und das Schreiben" die "Creative Writing"-Lehre von "Prämisse" und "Figuren-auf-die-Couch-legen" anzweifelt.
    Ist der Ansatz dieses Arbeitsbuches auch ein interessanter, ist die Kompetenz der Autorin auch unbezweifelbar, so hat der Ratgeber doch eine deutliche Schwäche, nämlich, dass er von einer amerikanischen Autorin für den englischsprachigen Markt geschrieben wurde. In ihren Beispielen zitiert sie englischsprachige Literatur. In der vorliegenden Ausgabe sind diese Beispiele übersetzt, aber je nach Lektion ist dies mehr oder weniger unbefriedigend. Wenn es in einer Lektion etwa um Lautmalerei geht, dann wird es hier einen himmelweiten Unterschied zwischen dem Original und einer Übersetzung geben. Nicht immer ist diese Differenz so immens wie bei dieser Thematik, aber generell hat es eine Übersetzung immer schwer, stilistisch zu glänzen, ist hierfür doch nicht nur ein genialer Autor, sondern auch ein kongenialer Übersetzer von Nöten,und selbst dann bleibt es ein riskantes Unterfangen.
    In abgeschwächter Form wirkt sich diese Übersetzungsproblematik auch generell auf das Buch aus, über die Zitate hinaus, denn was für einen Englisch schreibenden Autor ein guter Rat sein mag, muss nicht notwendiger Weise in der deutschen Sprache ebensogut funktionieren.


    Fazit:
    Wer es ernst meint damit, sein Schreiben verbessern zu wollen, und dementsprechend auch Zeit in die Übungen investieren will, der macht mit diesem Ratgeber sicher keinen Fehler. Er braucht allerdings entweder das rechte Maß an Selbstkritik, um die eigenen Ergebnisse beurteilen zu können, oder eben eine ehrliche Schreibgruppe, die einem dabei hilft. Und man muss sich klar sein, dass es wegen der Übersetzungsproblematik Abstriche gibt.

    Zitat

    Original von Wasserdrache
    Shareware ist etwas ganz anderes. Dort ist die Sofware entweder verkrüppelt oder nur 30 Tage nutzbar bevor man sie kaufen muß.


    Okay, der Begriff "Shareware" ist wohl falsch, aber die Schlussfolgerung für die Nutzung von StorYBook dürfte richtig sein:

    Zitat


    ..., dass man es erstmal kostenlos herunterladen und benutzen kann. Wenn es einem dann gefällt, kann (und sollte) man einen dem eigenen Budget entsprechenden Beitrag zahlen.


    Wie geschrieben, ich finde es richtig nett, wenn es auch einige Sachen nicht kann (zum Beispiel ist man an den gewöhnlichen Kalender gebunden, für mich als Fantasyautor wäre ein frei definierbarer Kalender wünschenswert). Meines Erachtens lohnt es sich, das Programm einmal anzuschauen.

    Bei "Zwillingsblut" geht es handfest zu. In den Sexszenen werden sämtliche Körperöffnungen bedacht und diverse Instrumente kommen zum Zuge. Da diese Schilderungen einen durchaus erheblichen Raum einnehmen, wirken sich auch prägend auf das Buch.
    Was die Versatzstücke der Vampirkultur angeht, so mutet der Roman wie eine Kollage von Klischees an. Was sich hier vielleicht als Verriss liest, ist von mir keinesfalls so gemeint, denn auch eine Kollage kann ein Kunstwerk aus eigenem Recht sein. Zudem geht die Autorin ausgesprochen offen mit diesem Umstand um, lässt ihre Heldin sogar reflektieren, dass sie sich oft wie in einen einschlägig bekannten Buch oder einen ebensolchen Film versetzt fühlt, etwa "Blade". Die Kollage führt trotz der bekannten Motive dazu, dass eine interessante Vampirgesellschaft gezeichnet wird. Wie die anderen Beiträge in diesem Thread schon erwähnten, kommt dabei den Nebencharakteren eine besondere Bedeutung zu. Durch diese liebevoll geschilderten Figuren gelingt es der Autorin, das Bild einer jahrtausendealten Kultur von Unsterblichen zu malen. Dass eine der Hauptfiguren kein Vampir, sondern eine Hexe ist, gibt dem Mix eine Prise Exotik.
    Was mich etwas verwundert, ist die doch eher bürgerliche Moralvorstellung, die am Ende des Buches propagiert wird - Werte wie Liebe, Treue, Paarbeziehung treten hier in den Vordergrund, wo in den ersten drei Vierteln eher Sex, orgiastische Ausschweifungen und Machtstreben thematisiert werden. Ich finde dieses Ende nicht schlecht, nur eben etwas ... verwunderlich.

    Was ich ganz nett finde, nicht zum Schreiben des eigentlichen Textes, aber zum Plot-Entwickeln, ist StorYBook:
    http://storybook.intertec.ch/joomla/
    Das ist Shareware, was bedeutet, dass man es erstmal kostenlos herunterladen und benutzen kann. Wenn es einem dann gefällt, kann (und sollte) man einen dem eigenen Budget entsprechenden Beitrag zahlen.
    Ob man etwas damit anfangen kann oder nicht, hängt aber zum entscheidenden Teil von der eigenen Arbeitsweise ab.

    Herr Schmetterling


    Er war eine Raupe gewesen, daran erinnerte Mortimer sich gut, denn er träumte gern davon, wie er seinen immer weiter anschwellenden Leib über grüne Blätter geschoben hatte, hin zu den Kanten, dann an den Kanten entlang, die seine Kiefer immer weiter verkürzt hatten, bis es Zeit gewesen war, sich zur nächsten Speise aufzumachen, ruhig und bedächtig, wie Mortimer es mochte, auch jetzt noch, wo er so viel Gewicht verloren hatte im Inneren der sorgfältig gesponnenen Puppe, dem Ort der mysteriösen Verwandlung, die ihn zu etwas Anderem machte, zu etwas, dem er mit ein wenig Sorge entgegensah, hatte er doch nur eine vage Ahnung davon, wie sein neues Leben sich gestalten mochte, denn er spürte wohl die neuen Glieder, die ihm aus dem Rücken gesprossen waren und war in den langen Tagen, die hinter ihm lagen, zu dem Schluss gekommen, dass es sich wohl um Flügel handeln mochte, doch um gar merkwürdige, verglichen mit denen der Libellen, die Mortimer als Raupe so gern betrachtet hatte, denn sie fühlten sich wie nasse Klumpen an und solch breiige Masse vermochte doch wohl kaum, ihn in die Lüfte zu heben, ein Gedanke, der Mortimer ohnehin mit Sorge erfüllte, denn Schwindel hatte ihn schon ergriffen, wenn er von hohen Blättern in die Tiefe geschaut hatte und doch, so dachte Mortimer, wäre es schön, zu fliegen.

    "Lost Highway" wurde bereits genannt, den würde ich auch empfehlen.
    Ansonsten vielleicht auch "The Addiction", einen modernen, aber schwarzweiß gedrehten Vampirfilm. Soweit ich weiß, gibt es keine deutschsprachige Fassung, nur untertitelt. Hier gibt es keine Romantik, nur eine Sucht nach Blut, die eine völlig harmlose junge Frau infiziert und nach und nach in eine Bestie verwandelt.

    Erzebet Bathory ist eine historische Figur, die gleich nach Vlad Tepes als Vorbild für den in der Literatur beliebten Typus des Vampirs gilt. Man sagt ihr nach, im Blut junger Frauen gebadet zu haben, um ihre Schönheit zu erhalten.
    Der Film "Die Gräfin" spart zwar das Vampirthema aus, ist aber ein schaurig-schöner Kostümfilm geworden. Neben einer tragischen Liebesgeschichte und viel Blut gibt es eine interessante Studie einer Figur, die dem Wahnsinn verfällt. So sieht man manche Szenen so, wie Bathory sie wahrnimmt - insbesondere, wenn sie in den Spiegel blickt.
    Mir hat der Film sehr gut gefallen. Wer düstere Geschichten mag, dem sei er empfohlen.


    Es gibt auch eine Webseite zum Film:
    http://www.diegraefin.x-verleih.de/


    [SIZE=7]edit: Rechtreibfehler entfernt[/SIZE]

    Mir hat das Buch nicht so gut gefallen. Der Zusammenhang der Geschichten war mir zu lose, dadurch wirkte die Sammlung wie Stückwerk. Besser gefällt mir da etwa "Die Haarteppichknüpfer" von Andreas Eschbach - das ist wirklich ein Roman, der aus vielen Kurzgeschichten besteht.
    Bei "Ruhm" wandert der Autor auf dem Grat zwischen Absurdität und Unglaubwürdigkeit. Wo das gelingt, kommen sehr gute Geschichten heraus, etwa die mit der Frau, die zum Sterben fährt. Wo das aber nicht gelingt, da wird die Geschichte uninteressant. Das was bei mir am stärksten bei der Geschichte um den Filmstar der Fall, der sein eigener Fan wird. Das war für mich ab etwa der Hälfte eine reine Sprachübung, keine Geschichte mehr.
    Insgesamt hat "Ruhm" für mich eine sehr gute Geschichte, einige ordentliche und ein paar schwache. Somit Gesamtnote im Mittelmaß.
    Die alte Rechtschreibung wird auf mich so viele Jahre nach der Reform affektiert.

    Kurzbeschreibung
    Im Hürtgenwald in der Nordeifel ist der Boden mit Blut getränkt. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts tobte hier eine der verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs.
    Hier lebt Opa Bertold in der beschaulichen "Seniorenresidenz Burgblick" und denkt an sein ereignisreiches Leben zurück. Sein komfortabler Ruhesitz, das schöne Nideggen und die wunderbare Natur der Nordeifel gefallen ihm zwar, aber trotzdem langweilt ihn das beschauliche Pensionärsdasein. Da kommt es ihm gerade recht, dass amerikanische Kriegsveteranen nach Nideggen kommen, die ein dunkles Geheimnis aus den Tagen des zweiten Weltkrieges und den verheerenden Kriegsereignissen im Hürtgenwald mit einigen Bewohnern der Seniorenresidenz verbindet.
    Als der erste Mord geschieht, ist Opa Bertold klar, dass sein kriminalistischer Spürsinn gefragt ist, sehr zum Leidwesen seiner Enkeltochter Rita, der Kriminalkommissarin aus Köln. Opa Bertold findet in der Seniorenresidenz tapfere Mitstreiter: Die lebensfrohe Künstlerin Bärbel Müllenmeister und der geheimnisvolle Gustav Brenner. Dazu gesellt sich der junge Pfleger Benny, der die agilen Senioren tatkräftig unterstützt.
    Mehrere Menschen müssen sterben, bevor Opa Bertold und seine Freunde das Geheimnis um die alten Kameraden und die Hölle im Hürtgenwald aufklären können.


    Über den Autor
    Guido M. Breuer wurde 1967 in Düren geboren. Er wuchs in Düren und in der Nordeifel auf. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann arbeitet er heute als selbstständiger Unternehmensberater und lebt mit seiner Familie in Kreuzau in der Eifel.


    Meine Meinung
    Die ersten Kapitel habe ich in der Bahn gelesen und bin bei der Gelegenheit durch lautes Lachen unangenehm aufgefallen. Die zynischen Knacker sind wirklich urkomisch. Überhaupt gefällt mir das Setting in der "Senioren-Szene" sehr gut. Mit liebevollem Blick für die Details beschreibt Breuer die Besonderheiten des Lebens in einem idyllischen Altenheim, aber auch die speziellen Probleme, wenn etwa ein Rollstuhl bergab zu viel Fahrt aufnimmt. Dabei werden die Hauptfiguren nicht zu Karrikaturen, was bei einem humorvollen Text ja durchaus eine Gefahr gewesen wäre, sondern zu schrulligen Typen, die "echt" wirken, die es so wirklich geben könnte - und das verleiht der Krimihandlung eine Glaubwürdigkeit, die auch der Spannung förderlich ist.
    Fazit: Uneingeschränkt zu empfehlen.

    Zitat

    Original von Syddy
    Klar ich kann natürlich verstehen, das es anstrengend sein muss immer wieder diesselben Fragen beantworten müssen, die von uns kommen, da wir so unerfahren sind. Und es ist sicher schwierig diese Geduld dazu aufzubringen, doch das ist nunmal so. So habt ihr alle mal angefangen.


    Das klingt ein wenig so, als seiest Du der Meinung, die erfahreneren Autoren hätten die Verpflichtung, den unerfahreneren zu helfen. Das sehe ich nicht so, ich empfinde es eher als (zunächst einmal unverdiente) Nettigkeit, wenn jemand, der das nötige Wissen hat, eine Frage beantwortet - er hat ja schließlich selbst nichts davon.
    Eines der Probleme von Internetforen ist, dass sie, wie das Medium Internet überhaupt, zu einer gewissen Oberflächlichkeit tendieren. Wenn man "tiefer einsteigen" möchte, wird man nicht oder nur selten fündig. An der Autorenecke kannst Du das meines Erachtens recht gut sehen: Stell Dir vor, du hättest schon ein paar Bücher veröffentlicht und wolltest Dich nun als Schriftsteller weiter steigern. Über solche Fragen wie: "Wie schreibt man überhaupt? Was für ein Schreibprogramm nimmt man? Wie tritt man an einen Verlag heran? Sollte man für die Veröffentlichung bezahlen?" wärest Du schon hinaus. Welcher der Threads in diesem Forum würde Dir bei Deinem Anliegen helfen?
    Anders gefragt: Was macht aus Deiner Sicht die "Autorenecke" für erfolgreiche Autoren attraktiv? Wenn "nur" die "Jungautoren" profitieren und die "alten Hasen" lediglich ihre soziale Ader ausleben können, ist das halt ein bisschen dünn ...

    Für wie hoch haltet Ihr die Wahrscheinlichkeit eines Attentats auf einer solchen Reise? Allgemein gilt die Region ja als unsicher und der Papst wird immer wieder als Ziel von Mordanschlägen genannt.
    Und wie groß wäre die Auswirkung, wenn ein jüdischer oder ein muslimischer Attentäter den Papst während einer solchen Reise töten würde?

    Zitat

    Original von George
    Man denke nur an Benedikts Vorgänger und sein " Non abbiate paura!"
    das als Initialzündung die Welt des Ostblocks aus den Angeln hob.
    Faszinierend, oder nicht?


    Sicher, allerdings ist vielleicht genau das die Schwierigkeit mit dieser Reise wie mit der ganzen Amtszeit des amtierenden Papstes. Johannes Paul II. war nicht irgendein Papst, sondern auch innerhalb der Päpste einer, der herausragte und die (nicht nur katholische) Welt besonders geprägt hat. Da ist es schwierig, wenn das als Messlatte herangezogen wird.
    Auf die konkrete Reise bezogen wird es wohl schwer sein, die Geste Johannes Pauls II. vor der Klagemauer zu "toppen" - selbst, wenn er das gleiche tut und auch eine Fürbitte dort deponiert, ist es eben doch "nur" nachgeahmt ...

    Zitat

    Original von Teck
    Ich finde diese Bilder faszinierend :-)


    Warum?


    Ich frage einmal so offen, weil ich tatsächlich auch nicht verstehe, welchen Mehrwert es bringt, eine Reihe von Links zu einem Thema zu posten. Wenn ich mich für das Thema interessiere, dann kann ich jeden beliebigen Newsticker bemühen und brauche dafür keinen Thread in einem Bücherforum. Interessant wären für mich dagegen Deine Gedanken und Meinungen zum Thema, denn die kann ich nicht in der Zeitung lesen. Von solcher Reflexion finde ich in den bisherigen Postings leider wenig. Auf ein "finde ich faszinierend" kann ich schlecht antworten - außer vielleicht "ich auch" oder "ich aber nicht". Für mehr Inhalt bräuchte es mehr Ansatzpunkte.

    Zitat

    (Kai Meyer, "Die Alchimistin")
    Und dann das Schloß.


    Ich kann nicht sagen, wieso, aber diese Eröffnung hat mich direkt gepackt und geht mir nicht aus dem Kopf, obwohl es gut vier Jahre zurück liegt, dass ich das Buch gelesen habe.

    Zitat

    Original von Sophia
    Ich weiss nicht, ob Du das so gemeint hast - ?


    Ja, durchaus, und sogar noch mehr. Denn das hier:

    Zitat

    Original von Sophia
    nicht, dass alles anders kommt als man geplant hatte,


    könnte ich nicht unterschreiben. Was ich wirklich brauche, wenn ich einen Roman beginne, ist eine Anfangsszene und einen "Grundton", eine "Stimmung" für die Geschichte. Das Exposé brauche ich nicht - das braucht der Verlag. Deswegen ist das Exposéschreiben für mich auch das Schwierigste am ganzen Schreibprozess.
    Das Schreiben ist dann für mich eine echte Entdeckungsfahrt. Handlungsstränge, die im Exposé mit einem einzigen Satz Erwähnung fanden, füllen hinterher manchmal ein Viertel des Textes und die Lieblingsfiguren meiner Leser tauchten oft überhaupt nicht auf.
    Wie man merkt, bin ich beim Schreiben kein großer Planer - und das macht es so spannend für mich.

    Zitat

    Original von SteffiB
    Wie schon Alice Thiery im Eingangsposting sagte – SciFi und Fantasy stehen hier nicht zur Diskussion, denn dies sind die Genres, in denen alles erlaubt ist und nichts erklärt werden muss.


    Wie schnell fährt ein Ochsenkarren?
    Wie lange kann ein Mensch ohne Wasser überleben?
    Warum sind Schwerter nicht aus rostfreiem Stahl geschmiedet?
    Wie lange braucht das Licht von der Erde zur Sonne?


    Bei Science Fiction und Fantasy kannst Du davon ausgehen, dass ein erheblicher Anteil der Leser diese Fragen im Schlaf beantworten kann. Wenn Du es nicht kannst und einen entsprechenden Roman schreiben willst, wirst Du um Recherche nur schwer herumkommen.
    Wenn Du an Shared World-Projekten mitschreibst, wirst Du mit einer der konservativsten Leserschaften konfrontiert werden, die es überhaupt gibt. Die Anzahl der Leute, die Lexika über erfolgreiche fiktive Welten wie "Star Trek" oder "Conans hyborische Welt" praktisch auswendig kennen, ist beinahe erschreckend hoch. Die "Grammatik der Elbensprache" war ein Bestseller (mehrere Neuauflagen in einem Bereich, bei dem eine einzelne Auflage schon mehr Exemplare hatte als die Mehrzahl der veröffentlichten Bücher auf dem deutschen Buchmarkt während ihres gesamten Lebenszyklus' erreichen).
    Dazu kommen noch alle Arten der Recherche, die es bei anderen Büchern auch geben kann: Eine Fantasyheldin kann schwanger werden, ein Science Fiction-Held einen Kriminalfall lösen oder durch die Überreste von München spazieren ...