„Eiskalt, beklemmend, hochspannend – ein starker Grenzfall“
Grenzfall von Anna Schneider hat mich sofort gepackt. Das Cover ist auffällig und passt perfekt zur Reihe, aber vor allem der Inhalt hat mich beeindruckt. Die Spannung baut sich von Anfang an intensiv auf, und ich hatte beim Lesen das Gefühl, die Kälte, das schlammige Wasser und die bedrückende Enge des überfluteten Tals direkt vor mir zu sehen. Diese Atmosphäre ist so plastisch beschrieben, dass man fast selbst friert.
Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet. Besonders das deutsch-österreichische Ermittlerduo Jahn und Krammer — Tochter und Vater — hat mir sehr gefallen. Ihre Beziehung, ihr Vertrauen und die Art, wie sie zusammenarbeiten, geben dem Krimi eine besondere Tiefe. Dazu kommen die vielen einzelnen Geschichten, die Anna Schneider geschickt miteinander verwebt. Nichts wirkt zufällig, alles greift ineinander.
Der Schauplatz selbst fühlt sich fast wie ein abgeschlossener Raum an: ein Tal, abgeschnitten vom Rest der Welt, voller Wasser, Chaos und Gefahr. Und mittendrin die Morde, die Opfer, die Erschöpfung der Retter, die bis an ihre Grenzen gehen. Das war stellenweise richtig gruselig — im besten Sinne. Manchmal hatte ich das Gefühl, selbst Teil des Einsatzteams zu sein, so eindringlich waren die Szenen beschrieben.
Das Sprichwort im Buch: „Bevor ich mich aufrege, ists mir lieber Wurst“ —gefiel mir und passte bei der Szene, insgesamt war es aber in diesem Fall eher ein nervöses Durchatmen angesichts der bedrückenden, beklemmenden Ereignisse, die so real wirkten, dass man fast selbst im Schlamm stand.
Ja, es gab ein paar Längen, aber sie haben der Gesamtwirkung keinen Abbruch getan. Die Spannung bleibt hoch, die Atmosphäre dicht, und die emotionale Wucht der Ereignisse trägt den Roman mühelos über diese kleinen Schwächen hinweg. Für mich sind fünf Sterne absolut gerechtfertigt.
Fazit: Ein intensiver, atmosphärischer Krimi mit starken Figuren, beklemmender Kulisse und einer Handlung, die unter die Haut geht. Fünf Sterne für einen Grenzfall, der lange nachhallt.















