Beiträge von Lorenz Stassen

    Freut mich, dass dir das Buch gefallen hat.


    Zu dem Gespräch zwischen Alexander und Aurel: Aurel hat den Fall Alexander vorher genau studiert, er wusste alles über ihn, bevor er zu ihm hingegangen ist. Natürlich waren seine Fragen gezielt. Und nicht jedes Detail, das später im Escape Room zu sehen war, stammte von Alex. Es ging nur darum, die Verbindung zu schaffen, damit der Professor den Kopf nicht mehr aus der Schlinge ziehen kann und all seine Sünden zutage gefördert werden.


    Der echte Phil war ein ganz normaler Teilnehmer, so wie die anderen. Aurel wusste von ihm, weil er ja Kontakt zu seinem Vater hatte. Kurz vor dem Experiment wurde Phil ausgetauscht, Aurels Komplize war ein mordlustiger Psychopath.


    Bitte vergesst nicht die Rezensionen.


    LG


    Lorenz

    Aber warum hat Lorenz/Marc dafür nicht einfach den zweiten Sohn benutzt? Dies hätte ich überzeugender gefunden. Aber es ist ja nicht mein Buch. ;)

    Nein. Ich wollte erzählen, dass eine Misshandlung einen Menschen nicht unweigerlich zu einem Psychopathen macht. Das wäre mir zu einfach gewesen, wenn beide Brüder so wären. Es kommt immer auch auf des Wesen und den Charakter eines Menschen an. Mein älterer Bruder ist Ingenieur und ich bin Autor und wir sehen die Welt völlig verschieden. Ich gehe Probleme ganz anders an als er - und so ist es auch bei Aurel und seinem Bruder. Er hat sich von seinem Vater gelöst und ist glücklich geworden in Australien. Aurel hat das nicht geschafft, obwohl er in New York gelebt hat. Deshalb kommt er zurück.


    Ich meine, dass man in einem Buch nicht immer alles erklären muss. (Dafür sind ja Leserunden da.) Phil war eine Randfigut, die für Spannung gesorgt hat. Mich nervt es auch im Fernsehen, wenn in Krimis immer und alles erklärt wird. Das ist doch langweilig. Im wahren Leben lässt sich auch nicht immer alles erklären.

    Schwanengesang und Wein ist dicker als Blut sind auch meine Favoriten. Und dann noch die Folge mit Leonard Mimoy als Herzchirurg.

    Ich möchte auch gerne wissen, was Phil für eine Rolle spielte. Das hat mich eine ganze Zeit, auch nach Beendigung des Buches, noch beschäftigt. Zuerst denkt man ja, man hätte etwas überlesen oder falsch verstanden, aber dem war nicht so.

    Nein, du hast nichts überlesen. Ich habe mit dem Gedanken gespielt, die Beziehung Phil und Aurel näher zu beleuchten, bin aber von dem Kapitel zurückgetreten, habe es gelöscht, weil es das Erzähltempo beeinträchtigt hätte. Effekt vor Logik.

    Hier die Kurzfassung. Aurel brauchte Komplizen und hat sich Zeit genommen, jemanden zu finden, der aus purer Mordlust bei so etwas mitmachen würde. Solche Leute findet man in Strafanstalten oder psychiatrischen Einrichtungen. Aurel hat Phil manipuliert und ihn zu einem willfährigen Komplizen gemacht. Phil folgt Aurel, weil Aurel ihm etwas bietet, was ihm sonst keiner bieten kann: das außergewöhnliche Vergnügen, Menschen beim Sterben zuzusehen.

    Dass Aurel entkommen konnte, ist eher unbefriedigend. Er hat sich nicht als Sympath herauskristallisiert, den man als Figur gern entkommen lässt. ;) Aber ich verstehe, dass dieses Vorgehen womöglich schon der Vorbereitung auf einen nächsten Teil dient. Kannst / darfst du dazu schon etwas verraten, Lorenz Stassen ?

    Neugierig bin ich ja schon, wie dieses Escape-Room-Thema in einem zweiten Band weitergestrickt werden kann, ohne dass es durch Wiederholung des Ablaufs "aufgewärmt" wirkt.

    Ich sitze schon an der Fortsetzung und kann eins garantieren: Es gibt keinen lauwarmen Aufguss vom ersten Band, kein Escape Room Nummer zwei, nur um eine Fortsetzung zu machen.


    Hannah und Aurel haben noch eine Rechnung offen - und dieser Kampf wird im Vordergrund stehen. Allerdings wieder in einem sehr interessanten Setting. Wo genau, verrate ich noch nicht.

    Ich finde es zwar eine interessante Idee mit den Experimenten in der Kindheit, trotzdem empfinde ich persönlich diesen Aspekt als ein wenig unglaubwürdig. Aber vielleicht gibt es solche Leute ja doch. Mir ist nur noch keiner begegnet.

    Ich möchte diesbezüglich an den Psychologen Dr. Harald Krauß erinnern, der in der Danksagung steht und dem ich viel zu verdanken habe, was mein Allgemeinwissen über Psychologie angeht.


    Bis vor ein paar Jahren glaubte man noch, dass Schizophrenie auch daher kommen könnte, dass KInder in der Erziehung mit extrem inkongruentem Verhalten der Eltern konfrontiert sind, bedeutet so viel, wie: Die Kinder können nicht einschätzen, was ihre Eltern meinen, weil Verhalten und das, was die Eltern sagen, extrem voneinander abweichen. Die Betonung liegt auf "extrem" und das emotionale Verhältnis spielt dabei auch eine Rolle. Man glaubte, dass sich dann im Hirn eines Kindes ein Prozeß in Gang setzt, der zu einer gespatltenen Persönlichkeit führen kann (nicht muss).


    Ich glaube fest daran, dass man Kinder einer Gehirnwäsche unterziehen kann - mit katastrophalen Folgen für das Kind.

    Antons Vermisstenmeldung wird vermutlich nur deshalb direkt ernst genommen, weil es eine Verbindung zwischen Hannah, dem Professor und der Uni aus dem Entführungs- und Mordfall gibt.

    Ein Kommissar hat mir den Tipp gegeben. Spätestens eine Stunde nach Auffinden der Leiche des Busfahrers ist in jedem Polizeicomputer in ganz Deutschland darüber zu lesen und der Name Prof. Zargert ist dann dort auch dort vermerkt. Wie würdet ihr als Polizist reagieren, wenn dann einer käme, der noch eine Person als vermisst meldet? Auf keinen Fall würde ein Polizist sagen: "Das ist ja interessant, wir haben da noch einen anderen Fall, in den ist Prof. Zargert verwickelt ..." Man würde Anton auf den Zahn fühlen und genau das geschieht.

    Irgendwie finde ich es schade, die Lösung quasi so auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen, ich hätte lieber noch ein wenig weitergerätselt, wer hinter dem ganzen Spuk steckt.


    ... Auch wenn ich es ein wenig eigenartig finde, dass Aurel Janus'/Alexanders Rachegedanken mit seinem eigenen Rachefeldzug verknüpft - dass Alexander mit Janus eine eigene Gedankenwelt aufbaut, konnte Aurel bei seinem Plan doch nicht vorhersehen. Vielleicht handelt es sich doch um eine gemeinsame Rache von Aurel und Alexander (deren Vornamen mich beide jeweils an berühmte Herrscher denken lassen). So ergibt auch Hannahs Mitwirken einen gewissen Sinn.

    Wo ist denn jetzt das Silbertablett? - Nur wenn man weiß, dass der Sohn des Professors damit zu tun hat, was weiß man denn dann? Kann man dann schon das Ende vorhersehen? Ganz ehrlich: ist das so?


    Einigen Rezensenten kam diese Erkenntnis zu früh, ich frage mich: warum? In einem Thriller geht es doch häufig um die Jagd nach dem Mörder und nicht um die Frage, wer der Mörder ist. Zumindest war das meine Intention.


    Mir war es wichtig, die Psychologie hinter dem Ganzen erzählen zu können, anstatt sie im Nachhinein zu erklären. Ich gucke kaum noch reguläres Fernsehen, weil mir die Geständnisse am Ende eines Krimis sowas von zum Hals raushängen. Nur um den Täter bis zum Schluss zu verstecken, müssen Informationen nachgereicht werden. Und das meist in Dialogen.


    Ich bin ein großer Fan von Netflix und Amazon, u.a. die Serie "Bosch", basierend auf den Romanen von Michael Connelly. In dieser Serie stehen die Handlungen der Figuren im Vordergrund und die Frage nach dem: Wie löst es sich am Schluss auf? Da liegt dann die Überraschung.


    Meine Frage an euch: Wenn ich weiß, wie Alexander und Aurel zusammenhängen, ist Hannah dann gerettet? Da liegt für mich die eigentliche Spannung.


    Die Ermittlungen der Kommissare als Unterbrecher sind m.E. für die Spannung wichtig. Eine Geschichte, die nur in dem Schloss spielt, hätte nicht funktioniert. Zumindest glaube ich das.