Beiträge von Sonnenschein12

    dass sie Waffen zur Verfügung stellen sollen. Als ob Herrn Scholz meine Meinung dazu interessieren würde....

    Und fast schon grotesk fand ich, dass ganz viele Staaten Deutschland zuerst als "Bremser" darstellten (in dieser Panzer-Frage), als Deutschland dann welche liefern will, sagen alle "ähhh, sorry, wir müssen noch überlegen, so war es nicht gemeint..." Dass sich Scholz von seinen Kollegen vera.... fühlt, kann ich nachvollziehen, denn ich konnte auch seine Bedenken verstehen, deutsche Panzer in der Ukraine herumrollen zu lassen - bei allem Verständnis für die Ukrainer....

    r. Es ist ja auch ein großer Unterschied, ob ein 17-jähriger voller Stolz und Idealismus 1944 in die SS aufgenommen wird, der wirklich glaubt, es sei eine Eliteeinheit, oder ob jemand wie Hermann Ströbel überall aus Karrieregründen mitmischt und über Leichen geht. Oder ob jemand wie Gustav Brehm Menschenversuche plant und Kranke und Behinderte euthanasieren will

    Diese wichtige Unterscheidung habe ich tatsächlich erst durch die Mohlenberg-Bücher und die Diskussion hier im Forum kennengelernt

    Aber viele waren zu feige, ihre Gründe zu benennen. Wie Günther Grass. Er spielte lieber Moralapostel, anstatt zu erklären, warum er mit 19 Jahren verführbar war. Und das raubte ihm dann die Integrität am Ende seines Lebens

    Stimmt, so war es , ich hatte es nur noch etwas nebulös im Kopf...

    Und noch ein kleiner Einwurf: dank des Interviews weiß ich jetzt die Definition von "Moralapostel", das Beispiel mit den Eltern und dem Zoo fand ich sehr bildhaft!

    Oder es werden in der ARD keine Derrick-Folgen mehr ausgestrahlt, weil Horst Tappert in der Waffen-SS war

    Ach nee, das habe ich gar nicht mitbekommen...

    Vor allem, da wir gerade jetzt durch den Ukraine-Krieg wieder mit Propaganda und Kriegsgetrommel von allen Seiten konfrontiert werden? Ich sehe da leider gerade viele Parallelen -

    Ja, ich finde die Situation auch sehr erschreckend und bin wirklich ratlos, wie es beendet werden könnte...

    Hier ist das Interview - ist aber recht lang. https://www.ardmediathek.de/vi…N3ci5kZS9hZXgvbzE4MTAzNjE

    Es ist in der Tat ziemlich lang - aber sehr lohnenswert und interessant!!! :respekt hat mir sehr gut gefallen und so wunderbar "frei" gesprochen, keine verschachtelten Sätze, in keiner Weise angespannt (wirkte zumindest so)... Gut gemacht!!!

    Von den Büchern hatte ich noch nie gehört und ich weiß - ehrlich gesagt - auch nicht, ob ich sie mir in der Buchhandlung näher angeschaut hätte... Nee, ich glaube, mir gefallen die historischen Romane besser...

    Da ich in Hamburg lebe, sind bei mir sowieso sämtliche Karnevals-Gene vollkommen unterentwickelt... Und draußen stürmt es, also ist es nett, im Warmen zu sitzen und zu lesen... wobei Sonntag wird's wohl nicht viel mit dem Lesen werden...

    Ich lese gerade in der Leserunde "Mehr als die Gerechtigkeit" von Melanie Metzenthin, ich mag das Buch wirklich sehr gern und "gönne" mir deshalb immer nur kleine Häppchen, damit es mir noch lange erhalten bleibt...

    Und morgen werde ich mit "Die Klinik" - Hubertus Borck beginnen... Einen Hamburg-Krimi, mal sehen, ob ich mich danach noch in ein Hamburger Krankenhaus traue...

    ASIN/ISBN: B0BJTNY8V6

    Na ja, klappt wenigstens mit dem Hinweg. Ich mag den Rückflug noch nicht stornieren, das mache ich erst in Stuttgart, weil beide zusammengehören, nicht dass die mir mit ihren Online-Problemen auch noch den Hinflug canceln ...

    Ich hoffe, Du bist mittlerweile wohlbehalten zu Hause angekommen...

    Die beiden haben noch ein großes Beziehungsproblem offen.

    Oh ja... Wie gesagt, vielleicht wird es mit dem "gemeinsamen Feind" jetzt geklärt?

    Mir hat an dem Abschnitt wieder einmal besonders gut gefallen, wie du auf der einen Seite mit Kleinigkeiten ein Bild der Zeit hervorrufst (hier denke ich speziell an die Kaffeemaschine und die Sekretärin, die sich darüber auslässt, dass Kaffeeduft doch viel netter ist als die Rauchschwaden aus den anderen Büros), aber auf der anderen Seite richtig schwere Themen behandelst (Helens Depressionen und ihre Beziehung zu Thomas; die Situation der Frauen in Deutschland und England).

    Ja, diese Kombination finde ich auch wunderbar! Oder auch die Suche nach einer freien Telefonzelle...

    und außerdem hat Friederike das angewandt, was sie in Band 3 von Fräulein Wermut über das Ausfragen von Kneipiers gelernt hat.

    So ist zumindest Fräulein Wermuts Geist erhalten geblieben...

    ihre Zeitung ist bis 2014 erschienen.

    Bis 2014? Unfassbar!!!

    Das war ja auch jahrelang der Grund, warum die ehemaligen SS-Leute darum kämpften, als normale Soldaten angesehen zu werden.

    War das nicht auch der Skandal um Günter Grass?

    Jetzt wissen wir auch endlich, warum sich Fritz so vehement wehrt Thomas die Ausbildung von Harri zahlen zu lassen.

    Und ich muss sagen, ich kann es etwas nachvollziehen... Aber ich finde, Fritz hätte gleich Thomas von dem Brief erzählen müssen, bisschen "schwafelig" kann er mir schon mit seiner Argumentation vor, er habe ihn "schützen" wollen...

    und noch viel mehr ihr wohl ererbtes Talent für außergewöhnliche Lösungen einbringen

    Ja, die Idee fand ich auch großartig - und sie bleiben alle schön draußen vor...

    So, heute habe ich mir den 3. Leseabschnitt "gegönnt"...

    Ich finde es wunderbar, wie bei diesem Cross-Over manchmal die Puzzleteile - klack. klack - an die richtige Stelle fallen: also Luise werden wir sicherlich noch treffen und Bruno habe ich jetzt auch schon kennengelernt - und auch schon etwas über die Persien-Reise gehört, die er zusammen mit Eddy unternommen hat (auf das Buch freue ich mich auch schon!)

    Friederike und Fredi - ein "Traumpaar" der Ermittlungen... Er kann Friederike wirklich gut einschätzen und sie erfüllt ihre "Aufgabe" auch mit Bravour, allerdings hatte sie mit Bruno auch einen guten Berater über die geschickteste Herangehensweise. Geschickt, wie sie bei Herrn Pahlke etwas mit dessen Angst spielt (Abschussliste"), so dass er den Namen Gerd Malthus fallen lässt.

    Mit Ingrid hatte ich teilweise etwas Mitleid (ich betone: etwas), sie ist so abhängig von ihrem Mann, dass sie anscheinend überhaupt keine eigene Meinung mehr hat... Aber warum wird Ingrid auf einmal so "fahrig und zittrig" (S. 218) und bekommt auf einmal Kopfschmerzen? Übrigens fand ich es ein etwas gewagtes Spiel von Friederike, nicht zu erwähnen, dass sie den Schwiegervater ebenfalls besucht hat... das Personal wird es Ingrid sicherlich erzählen... Von der HIAG hatte ich übrigens schon gehört, war es nicht auch die Organisation, die SS-Angehörigen (die Unterscheidung zwischen den einzelnen Gattungen habe ich erst durch die Mohlenberg-Bücher kennengelernt) über die sog. "Rattenlinie" geholfen hat, im Ausland (z.B. Südamerika) unterzutauchen? Aber die Deutsche Reichspartei (DRP) kannte ich nicht - und sie war 1957 noch frei wählbar? Interessant...

    Ich kenne ja "Die verstummte Liebe" noch nicht und habe deshalb jetzt auch Helen kennengelernt, oh ja, die Beziehung wischen ihr und Thomas ist ja wirklich sehr schwierig und kompliziert, aber ich habe so etwas wie eine kleine Hoffnung, dass ihr gemeinsamer Kampf gegen Charles sie etwas annähern wird - mit Charlotte als Vermittlerin? Ich bin jetzt jedenfalls ganz gespannt auf Luise, hoffentlich klappt es, dass Thomas und Charlotte sie in Hannover treffen...

    Noch kurz erwähnen möchte ich, dass mir die Beschreibung des Wigomats gut gefallen hat, an den kann ich mich gar nicht mehr erinnern, aber für Kaffeemaschinen interessiert man sich als Kleinkind auch nicht so sehr...

    Sophie, Hauke und ich im historischen Hamburg...


    Lang erwartet und endlich erschienen: Anja Marschalls 5. Band der Krimireihe um Hauke Sötje und seine Frau Sophie „Der Henker von Hamburg“. Gleich vornweg: man kann jedes Buch der Reihe einzeln lesen, es sind in sich abgeschlossene Fälle. Aber ich persönlich nehme regen Anteil am Privatleben der Familie Sötje – vom Kennenlernen der beiden bis jetzt als Eltern der bald 2-jährigen Henriette – und da hilft natürlich die Reihenfolge!

    Hamburg 1899: Sophie und Hauke sind im bürgerlichen und etablierten Leben der Hansestadt angekommen, sie haben eine große Wohnung, ein Kindermädchen und eine Köchin. Aber Sophie fühlt sich als Hausfrau und Mutter unterfordert, ihr fehlen die geistigen Anregungen, die Gespräche mit Hauke über seine Fälle, zu deren Lösung sie häufig beigetragen hat, während Hauke sie zur Zeit nur beschützen möchte. Sophie fühlt sich durch die herrschenden Konventionen eingeengt, „die Karriere ihres Mannes durch repräsentative Einrichtung“ zu fördern, kann doch nicht alles sein? So ist sie anfangs glücklich, dass die berühmte Opernsängerin Carlotta Francini sie als Vertraute wählt und viel Zeit mit ihr verbringen möchte – was wiederum Sophie in Gewissenskonflikte bringt, ob sie nicht Henriette dadurch vernachlässigt – und es deshalb vorsichtshalber Hauke nicht / zu wenig erzählt... Allerdings fallen Sophie (und uns Leser*innen) bald einige Ungereimtheiten in den Geschichten der Frau Francini auf...

    Hauke hat drei Morde innerhalb kurzer Zeit aufzuklären, die anscheinend in irgendeiner Form zusammenhängen, aber wie und warum? Da einer der Ermordeten erhängt worden ist, bittet Hauke den preußischen Scharfrichter Friedrich Reindel um eine Expertise. „Mit seinem Zylinder auf dem Kopf, dem schwarzen Gehrock und dem Spazierstock, auf den er sich stützen musste, wirkte er fast wie ein vornehmer Herr aus dem Senat. Niemand, der ihm begegnete, ahnte, dass ein Henker das Haus am Neuen Wall besuchte.“ (S.168). Herr Reindel entpuppt sich als Mann mit hohem Berufsethos: “Wenn Sie mich fragen, spielte jemand Henker, der vielleicht ein wenig Wissen um das Handwerk besitzt, aber weder das Talent noch das Können. Ein Pfuscher.“ (S. 170)

    Die Autorin beschreibt abwechselnd die Gefühle und Gedanken von Sophie und Hauke – und da beide miteinander „schmollen“ und sich nicht austauschen, sind wir Leser*innen klar im Vorteil – wir wissen einfach mehr...

    Während sich Hauke mit Kriminalassistent Schröder (sympathisch, pfiffig) austauschen kann, steht Sophie mit ihren Gedanken allein da, denn „es war unschicklich, mortale Dinge dieser Art unter Frauen zu diskutieren.“ (S. 180)

    Zum Inhalt will ich jetzt hier nichts weiter verraten, aber es bleibt bis zum Schluss hochspannend, denn mit einem dramatischen Show-Down erfahren wir die wahre Identität des Mörders – mit dem ich keineswegs gerechnet hatte...

    Und wieder hat mich Frau Marschalls Schreibstil vollständig in seinen Bann gezogen, sie beschreibt Personen, Situationen, Umgebungen so bildhaft und anschaulich, dass ich immer das Gefühl hatte, ich sei Teil des Szenarios, so als hätte ich das Gästezimmer der Sötjes (sie haben bestimmt eines!) bezogen und würde sie auf ihren Wegen begleiten... Der Zeitkolorit wird wieder (wie in allen historischen Romanen der Autorin) vertieft durch kleine Zeitungsinserate / -artikel aus dem Jahr 1899, die den einzelnen Kapiteln vorangestellt sind. Und mich haben als Hamburgerin natürlich die detaillierten Ortsbeschreibungen fasziniert oder z.B. der Bau des Dammtor-Bahnhofes!

    Wieder einmal ein wunderbarer und spannender historischer Krimi, der leider nur einen Nachteil hatte: er war viel zu schnell durchgelesen! Und klar: ich kann ihn jedem nur weiterempfehlen und möchte Anja Marschall zurufen: Bitte weiter so!

    Wenn feststeht, wer ein Buch bekommt, überlege ich mir, ob ich nicht ein paar weitere Tipps gebe.

    Und dann gehen wir mit Deinen Tipps in die Buchhandlung :S:)???

    Eine Rezi muss schon sein. Als Dankeschön auch für den/die AutorIN, der/die so wagemutig zugesagt hat.

    Ja, da stimme ich zu - denn ich finde es auch total mutig von dem / der Autor*in, dass sie zugesagt hat - aber vielleicht findet er /sie es auch so spannend wie wir...???

    Ich lese ganz bewusst etwas langsamer - nein, seltener - gerade weil ich das Buch jetzt schon so sehr mag... es hat gute Chancen, in die Reihe meiner Lieblingsbücher eingeordnet zu werden...

    Mir gefällt das Crossover sehr gut, die Dialoge zwischen Friederike und Fredi bringen großen Spaß, ich habe viel geschmunzelt - interessant, dass sich Fredi darauf einlässt, dass ihm Friederike "assistiert", wobei er sicher bei Claas Ströbel selbst nicht so viel Informationen bekommen hätte... Etwas grinsen musste ich bei der Szene mit der Telefonzelle, nein, nicht wegen der 20 Pfennig, sondern weil die Kripo ihre Hilfsmannschaft über eine Telefonzelle anrufen muss. Ich habe selbst durchaus noch das Zeitalter der Telefonzellen miterlebt, aber wie schnell man so etwas dann doch vergisst...

    Charlotte und Thomas - Nachtigall, ick hör Dir trapsen.... Da kann sich sich ja durchaus etwas ergeben... Also: ich finde ihn sympathisch - meinen Segen hat Charlotte (bei Friederike bin ich mir da noch nicht so sicher)...

    Zu den Gedanken über Entschädigungen (S. 165): ich habe schon häufiger überlegt, dass wahrscheinlich die Höhe der Entschädigungen gar nicht so sehr eine große Rolle spielt (obwohl ich sie manchmal für die Missbrauchsopfer als lächerlich gering empfinde!), sondern tatsächlich die Anerkennung und Würdigung des erlittenen Leids - ja, auch Verständnis und Mitgefühl...

    Zur Krimihandlung: ich habe absolut keine Ahnung, wer der Mörder sein könnte, einiges deutet ja ziemlich gezielt auf eine Person - aber wäre das nicht zu einfach im jetzigen Stadium? Wir haben ja noch nicht mal die Hälfte des Buches gelesen- zum Glück!!!