Beiträge von Sonnenschein12

    Und erschütternd, dass man einen solchen Test brauchte, wenn man als geouteter Homosexueller seine Approbation wieder wollte. Das dauerte ja noch eine ganze Weile, bis sich da etwas tut. Dennoch sehr sehr schräg. Hier ist das Opfer natürlich einer von den Schlechten. Aber ganz prinzipiell erschreckend.

    Aber das war eben die damalige Zeit... Egal, ob "Gute" oder "Schlechte" Richard hält ja von dem Test sowieso nichts... Aber vielleicht mal die Frage an MelanieM , ob sie weiß (Quatsch eigentlich, natürlich weiß sie!!!), wie sich ein Mensch wie Dr. Krüger (jetzt mal unabhängig von seiner Rolle im Buch) hätte rehabilitieren können ...

    - ich muss doch irgendwie bekloppt sein, oder?

    Genau diese Frage stelle ich mir auch oft... Wir Leseratten sind doch immer etwas verschroben: da lesen wir im Akkord Bücher...

    Aber am Loslassen ihrer Tochter muss sie wohl noch ein wenig arbeiten.

    Tja....

    Die Bombenräumer wissen schon, was sie tun.

    Für die Bombenentschärfer habe ich die aller größte Hochachtung!!! Wenn sie interviewt werden, wirken sie immer vollkommen gelassen und in sich ruhend - während mir der A... auf Grundeis gehen würde...

    dass parallel ähnliche Aktionen in den USA liefen. Dort wurden noch bis in die frühen 80er Menschen zwangssterilisiert, häufig ohne zu erfahren, was mit ihnen geschah

    Das hatte ich bis zu diesem Buch nicht gewusst...

    Olivias Weg zur Künstlerin...


    Ich kenne von Susanne Goga jetzt (leider!!!) alle vorhandenen Leo-Wechsler-Romane (Krimi-Reihe aus Berlin der 1920-er Jahre) und einen ihrer historischen Romane „Das Haus in der Nebelgasse“ (ebenfalls empfehlenswert!). Nun jetzt also ihr neuestes Buch „Glasgow Girls“…

    Schon das Cover empfand ich als wohltuend, es war endlich mal keine Frau von hinten, von vorn, von der Seite auf einem hellblauen Cover mit einer Stadt-Silhouette im Hintergrund, sondern es ist der Ausschnitt eines Gemäldes von John Atkinson Grimshaw (1836 – 1893) und stellt wohl eine Straße in Glasgow in der Dämmerung dar, den genauen Titel habe ich bisher noch nicht herausbekommen – schon einmal der erste Pluspunkt, obwohl ich eigentlich gar kein Cover-Typ bin!

    Ich mag historische Romane, bei denen man sich noch weiterführende Informationen einholen kann und dieser Leidenschaft konnte ich ja schon gleich mit dem Cover frönen, aber das Buch ist insgesamt eine gelungene Mischung zwischen Historie und Fiktion, so dass ich häufig weitere Erklärungen lesen konnte.

    1892: Olivia ist künstlerisch hochbegabt, aber ihre Chance, an der Glasgow Schools of Art (GSA) studieren zu können, ist äußerst gering, da sie nach dem Tod des Vaters zum Lebensunterhalt für sich und ihre Mutter beitragen muss. Eigentlich soll sie in einer Fabrik arbeiten, aber sie sucht sich gegen den Willen der Mutter eine Stelle als Servierhilfe in Miss Cranstons Teesalon (Kate Cranston: 1849 – 1934, war eine der führenden Persönlichkeiten in der Entwicklung von Teesalons, Olivias Arbeitsplatz hat tatsächlich existiert. Miss Cranston war eine Mäzenin der GSA). Auch Miss Cranston entdeckt Olivias Talent und macht ihr das Angebot, sie finanziell zu unterstützen, während sie das Kunststudium absolviert. Aber trotz allem ist Olivia ihren Mitstudentinnen nicht gleichgestellt, kommen sie doch alle aus wohlhabenden Elternhäusern, während Olivia weiterhin bei Miss Cranston arbeitet, um ihre Mutter zu unterstützen.

    Aber Olivia findet im Leiter der GSA, Francis Newbery und seiner Frau Jessie (auch historische Persönlichkeiten), Menschen, die sie in ihrem Weg bestärken und ermutigen.

    Wir begleiten Olivia über mehrere Jahre während ihrer Ausbildung, erleben Höhen und Tiefen ihres kreativen Schaffens und ihres persönlichen Lebens, freuen uns über ihre Erfolge, trauern mit ihr bei Misserfolgen. Immer wieder kreuzen Künstler ihren Weg, die es tatsächlich gegeben hat…Aber natürlich: auch schon damals war der Kunstmarkt voll von Fallstricken und Intrigen, in die Olivia naiv und unvorbereitet hineinstolpert und durch die sie sogar fast ihren ehrlichen Ruf verliert.

    Ein interessantes, z.T. auch mich berührendes Buch, dass ich von der ersten bis zur letzten Seite mit Spannung gelesen habe. Zum einen fand ich Olivia und ihren Werdegang ausgezeichnet dargestellt, zum anderen faszinierte mich auch die Beschreibung der GSA (teilweise erinnerte mich das Konzept an das „Bauhaus“ in seinen frühen Jahren), für die damalige Zeit unkonventionell und fortschrittlich!

    Ich kannte ja schon diverse Romane der Autorin, aber ich war wieder einmal beeindruckt von ihrem anschaulichen und lebendigen Schreibstil, die Personen (egal, ob historisch oder fiktiv) agieren alle vollkommen authentisch, so dass bei mir als Leserin der Eindruck entstand, ich sei mittendrin im Geschehen und könne Olivia zur Seite stehen…

    Ein Nachwort rundet das Buch sehr gut ab, dort erfahren wir u.a., dass die Frauen der GSA sich selbst nie als „Glasgow Girls“ bezeichnet haben, dieser Name wurde erst 1990 bei einer Ausstellung von der Kuratorin „erfunden“.

    Wieder mal ein Roman von Susanne Goga, der mich begeistert in seinen Bann gezogen hat und den ich selbstverständlich gern weiterempfehle!

    Deshalb habe ich so viele ungelesene Bücher. Und da ich weiß, dass Bücher ein "Verfallsdatum" haben und evt. nach ein paar Jahren vom Markt gehen und nicht mehr verkauft werden, kaufe ich zwar, wenn ich weiß, dass ich etwas lesen will, aber schaffe es nicht unbedingt sofort.

    Von Deinem Argument mit dem "Verfallsdatum" ist eine gute Freundin von mir regelrecht begeistert - sie kauft sich bisher nämlich immer Bücher "weil das Papier eines Tages knapp werden könnte und dann keine Bücher mehr gedruckt würden"...

    Ich bin ja mal gespannt, ob Charlotte oder Friederike noch zwischen Fritz und Thomas vermitteln können und Harri vielleicht doch noch zu seiner Pilotenausbildung kommt

    Stimmt, die "Baustelle" gibt es ja auch noch...

    Aber wie kommen die Hellmers bei den Ermittlungen ins Spiel?

    Ich als ganz große Krimi-Expertin :S :*: Richard hat ja zweimal mit ihm telefoniert und dass sich Richard und Dr. Krüger nicht "grün" waren, dürfte allgemein bekannt sein, da stellt man sich als Kripo doch schon mal die Frage, ob nicht Dr. Richard Hellmer der Mörder sein könnte???

    Und dass jemand, den Krüger belasten wollte, ihn kurzerhand aus dem Weg geräumt hat.

    Oder jemand, den Krüger belasten wollte, aber es Richard in die Schuhe schieben will?

    Seit Donnerstag Abend beschäftige ich mich immer mal wieder häppchenweise mit den Familien von Aaalen, Helmer und Ellerweg, aber da ich sie allesamt sehr gern mag, war das überhaupt kein Problem für mich...

    Wie ich schon in meinem "Telegramm" schrieb, bin ich sofort in die Geschichte eingetaucht, auch mit den Namen hatte ich kein Problem, irgendwie waren sie mir alle vertraut.

    Aber auch schon auf S. 9 fand ich den ersten Satz, der das Potenzial hat, als Zitat zu enden: Friederikes Satz über das Älterwerden (S. 9 unten, kursiv), er hat mir sehr gut gefallen, vielleicht weil ich gerade selbst etwas mit meinem Alter hadere... Da gefiel mir natürlich Friederikes selbstbewusster Badeanzug-Kauf auch besonders gut!

    Ich merke immer mehr, dass ich "Die Stimmlosen" unbedingt noch einmal lesen muss (auch vor "Der verstummten Liebe"), denn bei Lottchen und Arthur fiel mir nur ganz dunkel ein, dass wir ihre "Romanze" miterlebt hatten - und hatte nicht Arthur (als Besatzungsoffizier) - um es mal spoilerfrei auszudrücken - eine wichtige Funktion?

    Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass es Richard ausgesprochen schwerfällt, ein Treffen mit Dr. Krüger stattfinden zu lassen und vor allem auf diesem Weg zu wichtigen Unterlagen zu kommen, entspricht überhaupt nicht seinem Wesen. Aber Friederike hat schon recht, erstmal sehen, was er hat hat... Dabei aber gleich eine Frage an Dich, Melanie_M : ich kenne mich da nicht aus, aber musste im Klappentext stehen, dass Dr. Krüger "tot aufgefunden" wird? So konnte ich mir natürlich denken, warum er nicht kommt... Klar, es soll darauf hingewiesen werden, dass es sich zu einem Krimi entwickelt und Fredi (und sein Sohn?) ins Spiel kommen...

    Ich bin ganz begeistert von der weiteren Entwicklung der Personen, z.B. Maurice, Annemarie und Adnan, sie wirken auf mich alle authentisch gereifter (by the way: die Frau von Maurice kennen wir nicht?)

    Bei einem Satz von Charlotte musste ich schmunzeln: als sie sich wunderte, dass auch 12 Jahre nach dem Krieg Straße wegen Entschärfung von Fliegerbomben abgesperrt werden müssen - wenn sie wüsste, wie häufig wir HEUTE in Hamburg noch Sperrungen wegen Entschärfung von Bomben haben....

    Ja, Charlotte und Thomas, hm... Warten wir es mal ab... Aber auf jeden Fall finde ich es gut, dass Charlotte selbst weiß, dass die kritische Haltung ihrer Mutter zu ihren "Freunden" etwas problematisch für ihre Beziehungen ist...