Beiträge von Sonnenschein12

    Als PG war man immer noch Mensch und Individuum mit unterschiedlichen Ansätzen- von extrem Killer und Folterer bis zu solchen, die Juden versteckten und das Leben retteten

    Ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht, als Friederike sagte, sie würde keine Kinder von Parteimitgliedern aufnehmen: wer ein behindertes Kind habe, würde nicht in die Partei (mit diesen ideologischen Grundsätzen) eintreten. Friederikes Haltung ist zwar konsequent (und sie muss an ihren Schutz denken!!!), aber ich habe so bei mir gedacht: vielleicht treten gerade manche Eltern von behinderten Kindern in die Partei ein, um sie besser schützen zu können? Na ja, es ist eine rein theoretische Diskussion...

    Also fange ich mal an - eigentlich bin ich ungern die erste.... aber ich möchte gern weiterlesen und davor muss ich - nach meinen Gesetzen - zuerst etwas geschrieben haben :)...

    Ich bin gut auf Gut Mohlenberg angekommen, anfangs habe ich mit den Namen etwas "gefremdelt", aber dann fiel mir auf, dass es die Namen der Kinder sind - und die konnte ich ja noch gar nicht kennen, weil ich ja 1923 zuletzt dort war und da waren sie noch nicht mal geboren!

    Ja, Friederike "wurschelt" sich so durch die Zeit, zum Glück ist Gut Mohlenberg anscheinend so weit ab, dass dort das Leben ohne Bomben fast "normal" weitergehen kann... Aber ich habe den Prolog durchaus im Kopf behalten, dass sich anscheinend irgendjemand sehr für Gut Mohlenberg interessiert... Und natürlich bin ich entsetzt, dass Dr. Weiß nach Hadamar kommen soll - andererseits habe ich aber auch nicht vergessen, was er Friederike, Bernhard und Mohlenberg antun wolle - und das schon lange, bevor die Nationalsozialisten an die Macht gekommen sind! In dem Zusammenhang bin ich natürlich etwas besorgt über Friederikes zartes Pflänzchen - oder besser gesagt: zartes Pochen der Schmetterlinge im Bauch bezüglich von Gustav Brehm. Ja, ich muss sagen, ich finde ihn auch sehr sympathisch und liebenswert, aber, aber.... Mein Misstrauen ist groß, es passt einfach alles "zu gut"... Ich gönne Friederike von Herzen gern eine neue Liebe, ich finde auch, sie hat lange genug um Bernhard getrauert und wie sie selbst auf S. 55 denkt, "sie hat immer stark sein müssen und alles allein schultern" - da muss man sich auch mal fallen lassen können. Also sagen wir es mal so: ich werde Gustav weiterhin sehr kritisch beobachten...

    Charlotte gefällt mir, ihre und Friederikes Schilderungen über ihre Vermieterin haben mich schmunzeln lassen, solche Menschen kennen wir doch alle...

    Friederikes Idee, Ferdinand als Stallbursche einen Arbeitsvertrag zu geben, finde ich grandios, auch das Netzwerk, dass sie aufgebaut hat, verdient meine Anerkennung, aber, aber... - irgendjemand in der nationalsozialistischen Hierarchie will Gut Mohlenberg ausspionieren - Vorsicht ist angesagt...

    Bei Adnan muss ich immer an das beeindruckende Buch "Neger, Neger, Schornsteinfeger" denken, er und Annemarie haben es bestimmt noch nie einfach gehabt, die Bemerkungen auf dem Bahnsteig gehören ja noch zu der harmlosen Art und auch Maurice sollte wohl sehen, dass er schnell nach Gut Mohlenberg kommt... Ach ja, und da kommt ja auch noch die Pensionsgästin, der die Existenz von Adnan erklärt werden muss...

    So, jetzt gehe ich erstmal weiterlesen... Habe ich schon gesagt, dass ich schon wieder voll in den Sog von Gut Mohlenberg geraten bin?

    Die Entscheidung ist mir absolut nicht leicht gefallen, ich habe auch noch eine Nacht darüber schlafen müssen...

    Den 2.Platz belegt "Die Forscherin" von Katharina Innig und mein 1. Platz geht an


    Feldpost - Mechthild Borrmann

    ASIN/ISBN: 3426281805


    Von der ersten Seite an hat das Buch mich förmlich "eingesogen", der Schreibstil ist wunderbar, es sind kleine Überraschungsmomente eingebaut, einfach großartig!

    Ach, ich dachte, ich würde weit zurück liegen.... denn zuerst hatte ich das Buch bei einer Freundin vergessen (aber dadurch habe ich schon die nächste Leserin gefunden, sie hatte reingesehen und möchte es jetzt uuunbedingt lesen...), dann hatte mich über Silvester ein fieser Magen-Darm-Virus erwischt (ich mochte nicht mal lesen!) - aber nun bin ich nach über einer Woche sofort wieder gut in die Geschichte reingekommen und habe das Buch eben befriedigt zugeklappt!

    Mir hat es insgesamt ausgesprochen gut gefallen, alle meine persönlichen Kriterien an historische Romane haben sich erfüllt: ich habe eine Menge über die Glasgow School of Arts gelernt (von deren Existenz ich vorher noch nie gehört hatte), weiß nun, das MacIntosh nicht nur englische Pralinen sind, sondern auch bekannte Künstler, ich habe sehr viel über die Geschichte von Glasgow erfahren, die Historie von Tea-Rooms kennengelernt (und dabei auch noch einen tatsächlich historisch belegten) und, und...

    Und alles war verwoben mit einer wirklich schönen Geschichte eines sog. "Arbeitermädchens", die ihren künstlerischen Weg macht: Olivia war mir ausgesprochen sympathisch, ich habe mit ihr mit gebangt und mit ihr gezittert und sie war in meinen Augen immer authentisch (auch - oder gerade - dass ihr bei Gabriels erster Erklärung über Harry die Worte fehlten), aber genau wie Allie immer ein Teil ihres Lebens bleiben wird, wird es für Gabriel Harry sein... An dem Problem an sich hat sich also bis heute nicht viel verändert, "Vor"geschichten gibt es immer noch ... Aber zum Glück ist mittlerweile (über 100 Jahre später!!!) Homosexualität aus der "Schmuddelecke" herausgekommen und wird nicht mehr - wie bei Oscar Wilde - mit Zuchthaus bestraft!

    Für mich ist alles rundum perfekt... soweit für heute meine ersten Eindrücke, morgen lese ich mir die Beiträge meiner "Vorleserinnen" durch...

    Ich bin nicht angemeldet, aber denke, es ist eine "offene" Gruppe, oder?

    Eigentlich bin ich nicht der Typ für "geplantes" Lesen und habe mich noch nie an eine solche Herausforderung gewagt , aber da ich viele historische Romane lese, könnte es sein, dass es klappt (Ihr merkt, ich strotze nicht gerade vor Optimismus), also: frisch gewagt ist halb gewonnen!!!



    01. Griechisch-römische Antike und frühes Mittelalter (500 v. Chr. – 814 n. Chr.)

    02. Spätes Mittelalter (842 n. Chr. – 1348 n. Chr.)

    03. 1348 bis 1485 (Tudor Regierungsbeginn)

    04. Tudor Zeit bis Anfang Stuart Zeit (1485 n. Chr. – 1603 n. Chr.)

    05. Stuart 1603 - bis ca. 1714

    06. 1715 - Ende Napoleon ca. 1814 - 1821

    07. Nach Napoleon Bonaparte bis 1900

    - Glasgow Girls, Susanne Goga

    - Der Henker von Hamburg, Anja Marschall

    08. 1900-1918

    - Schloss Liebenberg. Hinter dem falschen Glanz - Hanna Caspian

    09. 1919-1945

    - Ein Licht der Hoffnung, Marion Kummerow

    - Mehr als die Ehre, Melanie Metzenthin

    - Der Ballhausmörder, Susanne Goga

    10. 1946-1969

    11. 1970-1989

    12. 1990-heute

    - Die blinde Zeugin, Volker Dützer

      13. Zukunft

    14. Zeitreise / mehrere Zeitebenen

    Was für ein schönes und interessantes Buch!!! Ich bedauere es sehr, jetzt schon den 3.(und vorletzten) Leseabschnitt beendet zu haben... Aber ich habe jetzt die beiden letzten Tage viel Lesezeit gehabt, in den nächsten Tagen habe ich nicht so viel Zeit, also wird es sowieso schon langsamer und ich kann das Ende noch etwas hinauszögern...

    Olivias Weg gefällt mir gut, sie ist gerade 18, aber weiß genau, was sie will (oder auch nicht), das imponiert mir - ich glaube, soweit war ich in ihrem Alter nicht! Ich bin beeindruckt, wie sie an die Herausforderung herangeht, Architektur zu zeichnen - und dabei noch ihren eigenen Stil sucht (und anscheinend findet)...

    Mr. Robinson entwickelt sich in meinen Augen ja immer zum "Mr. Unsympath", ich vermute, Gabriel wurde evtl. von ihm wegen seiner Bisexualität erpresst... Auf jeden Fall ist klar, dass Mr. Robinson Olivia ausnutzt, denn warum sollte er sonst so großen Wert darauf legen, dass sie und Mr. Cameron sich nicht kennenlernen? Und ich wittere weiteres Unheil, denn mit Miss Cranstons Auftrag, die Gestaltung, die Gestaltung des Interieurs zu übernehmen, ist ja Olivia ihre eigene Konkurrentin geworden - und kann mit niemanden darüber sprechen.... Und was soll eigentlich in den Laden neben dem Tea-Room kommen? Aber der "Four Season Tea-Room" kann es eigentlich noch nicht sein....Aber diese Entwicklungen gefallen mir gar nicht...

    Aber Gabriels Umgang mit Olivia mag ich, er ist zugewandt und wertschätzend und die Idee des "Geschenks des besonderen Ausblicks" hat mein kleines romantisches Herz höher schlagen lassen... Da bin ich wirklich sehr neugierig, wie sich die Beziehung zwischen den beiden weiterentwickeln wird... Und überhaupt auf das Ende...

    Ja, das ist ein Zitat von ihm. Leider habe ich die Quelle gerade nicht zur Hand, aber es stammt von ihm.

    Danke, das reicht mir schon...

    sie waren für mich der Beweis, dass es bei zwei Künstlerpersönlichkeiten auch funktionieren kann, Familie und Beruf zu vereinbaren, ohne dass jemand zurückstehen muss.

    Und das in der damaligen Zeit... in der Frauen als Künstlerinnen nicht gerade gefördert wurden... Und ich war erfreut zu lesen, dass Fra "tagelang die Mädchen gehütet" hat, als Jessie ihre Erkältung hatte!!!

    Wobei mir der Zeichenlehrer irgendwie Suspekt ist. Warum diese Geheimnistuerei um das Geschirr? Hat er das Design unter seinem Namen weitergegeben und kriegt jetzt anteilig Geld dafür? Olivia hat ja für ihre Verhältnisse viel Geld bekommen, aber eben nur einmal. Wenn sich das Geschirr gut verkauft ist aber ein prozentualer Anteil am Gewinn sicher deutlich besser. Irgendwie hab ich das Gefühl der gute Mr. Robinson hat sie da über den Tisch gezogen.... Aber vielleicht bin ich auch zu misstrauisch.

    Genau dieses Misstrauen habe ich auch!!!!

    Wie schön, dass Olivia so gut an der GSA aufgenommen wurde, keiner schaut auf sie herab, weil sie eben nicht aus "besseren Kreisen" kommt. Ich kann schon verstehen, dass es sie manchmal hart ankommt, wenn sie bei ihren Freundinnen sieht, dass sie sich so ausschließlich auf die Kunst konzentrieren können, während sie eigentlich drei Jobs wuppen muss: Die Arbeit im Tea-Room, das Studium und auch das Entwerfen. Aber es scheint ihr alles gut zu gefallen - auch die Arbeit im Tea-Room, auch da findet sie Inspirationen (und lernt die Künstler persönlich kennen!) Aber es ist auch gut für Olivia, solche Förderer wie die Newberys zu haben...

    Der Zeichenlehrer, Mr. Robinson, hat meine negative Fantasie ziemlich beflügelt: warum macht er so ein "Gedöns" um die Geheimhaltung? Im ersten Augenblick dachte ich, er wollte Olivias Entwürfe als seine eigenen ausgeben... und mit der großzügigen Bezahlung hat er sich von diesem Verdacht noch nicht so richtig "reingewaschen" - er kann ja ein Vielfaches für den Entwurf bekommen haben... Na, ihn werde ich mal im Augen behalten (hihi)...

    Gabriel, hm... Mir schwante schon Böses, als Jessie Newbery in ihrem Brief hofft, "Dr. Adams" sei ebenfalls wohlauf... Ich habe extra noch einmal zu dem Dialog des Ehepaars über Gabriel zurückgeblättert, da lassen sie keine wie auch immer geartete Bemerkung fallen... Und sie "warnen" Olivia auch nicht direkt vor Gabriel... Auch hier ist weitere Beobachtung angesagt....

    Ist das Zitat auf S. 172 : "Im Grunde ist es der Ausdruck der künstlerischen Persönlichkeit, der den Künstler ausmacht... (...) " ein Original Francis Newbery Zitat? Mir gefällt dieses Zitat sehr gut und so hatte ich Kunst noch nie gesehen (ich selbst bin vollkommen "unkünstlerisch", ich beschäftige mich nur theoretisch damit). Mir gefällt das Ehepaar Newbery wirklich sehr gut, sie scheinen die richtigen Menschen im richtigen Moment am richtigen Platz gewesen zu sein - insgesamt in der Historie, nicht als Förderer von Olivia...

    Und die Mitteldeckchen für Allies Restaurant (schön auch, dass Olivia sich mit ihm wieder "vertragen" hat) könnten ja nun wirklich einen "Durchbruch" schaffen, der auch über Glasgow hinausgeht, aber ein Durchbruch ist ja leider noch kein Geld... Meine Lieblingsidee ist, dass Olivia gemeinsam mit ihrer Mutter Kleidung entwirft, denn die Mutter scheint ja Olivias Entwürfe gut umsetzen zu können (habe ich schon bei der Bluse gedacht!). Aber das ist meine Idee, ich bin richtig neugierig darauf, wofür sich Olivia selbst entscheidet...

    Gutes Gedächtnis! Ja, das habe ich recherchiert, es gab tatsächlich so einiges an italienischer Gastronomie in GB

    Von den italienischen Restaurants zu der damaligen Zeit war ich sooo beeindruckt, dass ich es damals sogar mit einem Satz in meiner Rezension erwähnt habe... Hätte ich nie für möglich gehalten, dass es zu der Zeit schon italienische Restaurants in GB gab...

    Hier könnt ihr Susanne Fragen stellen, die nicht das Buch der aktuellen Leserunde "Glasgow Girls" betreffen.

    Hat das einen besonderen Hintergrund? Denn eigentlich finde ich es etwas unlogisch, hier Fragen zu stellen, die "nicht das Buch der aktuellen Leserunde betreffen"... wenn ich "Glasgow Girls" lese, denke ich eher weniger an Leo Wechsler (obwohl ich Leo liebe!). Es soll keine Kritik sein, sondern Interesse....