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Nürnberg, 1591. Nach dem Tod ihrer Eltern nimmt der Apotheker Basilius Besler seine Nichte Ida bei sich auf und schickt sie zur Schule. Dort findet sie in der Kaufmannstochter Luisa eine Freundin fürs Leben und entdeckt ihre Liebe zur Malerei. Doch es gibt auch Mädchen, die ihr übel mitspielen. Zum Studium geht Ida nach Florenz und erhält nach ihrer Rückkehr vom Eichstätter Fürstbischof den Auftrag, Zeichnungen für den Prachtfolianten seines Gartens anzufertigen. Aber Neid und Missgunst bestehen noch immer. Eine Intrige sorgt nicht nur für den Bruch zwischen ihr und Luisa, sondern bringt Ida in Lebensgefahr.
Ungewöhnlich für das Jahr 1591: eine Frau geht ihren
Weg...
Und wieder bin ich aus der Welt des Mittelalters in die heutige
Zeit zurückgekehrt – und wieder habe ich viel Neues erfahren... Zu verdanken
habe ich dies den Romanen von Johanna von Wild, ich kenne sie mittlerweile alle
und die Fähigkeit der Autorin uns in diese unbekannte Welt eintauchen zu
lassen, fasziniert mich immer aufs Neue! Ich konnte mir das mittelalterliche
Treiben sehr gut vorstellen, fast als ob ich dabei gewesen wäre!
In dem Buch „Die Farben der Welt“ werden wir zuerst nach
Nürnberg entführt: 1591 ist Ida Gerster zehn Jahre alt und verliert kurz hintereinander
beide Elternteile. Ihr Onkel, Basilius Besler, nimmt sie bei sich auf. Bald
hilft sie ihm gern in seiner Apotheke und lernt einiges über die verschiedenen
Kräuter und Heilpflanzen. Ihren Wunsch, eine Schule zu besuchen, wird vom Onkel
aktiv unterstützt. Dort sehen jedoch drei Klassenkameradinnen auf Ida herab,
weil sie „nur“ die Tochter eines Schmieds ist und deshalb einen bedeutend
niedrigeren Stand als sie selbst als Kaufmannstöchter (die Haltung und Aktionen
dieser „Zicken“ würde man heutzutage als Mobbing bezeichnen), aber Ida findet
auch eine Freundin, Luisa. Durch deren Mutter lernt Ida die Malerei kennen, die
sie ihr Leben lang begleiten wird.
Ida reist 1598 nach Florenz, um an der Accademia delle Arti
del Diego ihre Malkunst weiterzuentwickeln. Dort dürfen tatsächlich auch Frauen
studieren. Und noch ein Unterschied: in Nürnberg ist Frauen nur das Malen mit
Aquarellfarben gestattet, während in Italien Frauen auch Ölfarben benutzen
dürfen. Dort freundet sich Ida mit Artemisia Gentileschi an, eine „italienische
Malerin des Barock. Sie gilt als bedeutendste Malerin ihrer Epoche.“
(Wikipedia) Zu ihren bekanntesten Werken gehört „Judith und ihre Magd mit dem
Haupt des Holofornes“ – ein sehr eindrucksvolles Bild (was ich aber bestimmt
nicht in meine Wohnung hängen möchte - abgesehen davon, dass mir das nötige
„Kleingeld“ dazu fehlt!), deren Vorgeschichte wir durch Artemisia erfahren. Das
schätze ich an den Büchern von Johanna von Wild: ich lerne neben der
eigentlichen Handlung historische Persönlichkeiten kennen…
Und noch etwas habe ich aus „Die Farben der Welt“
mitgenommen: die Entstehungsgeschichte des „Hortus Eystettensis“. Im Roman
setzt ihm die Autorin ein Denkmal, denn der Verfasser dieses Werkes ist Idas
Onkel, der (historisch belegte) Basilius Besler (ein Originalband dieses Werkes
wurde übrigens im Juli 2016 für mehr als 2,2 Mill. Euro von Auktionshaus
Christies versteigert – aus dem Nachwort der Autorin). Aber Frau von Wild hat
ihrem Roman noch eine weitere charmante Idee hinzugefügt: „Die meisten
Vorzeichnungen zum Hortus Eystettensis sind mit den Initialen ‚IG‘ versehen,
die vermutlich auf den Nürnberger Maler Georg Gärtner hinweisen – der Vorname
war auch als Jörg geläufig. Ich nutzte seine Initialen für Ida Gerster (J wurde
früher als I geschrieben).“ (Dichtung, Wahrheit und Anmerkungen, S. 439)
Mir hat diese kleine, feine Eingebung sehr gut gefallen, so hat sich für mich
der Kreis perfekt geschlossen!
Klar, natürlich gibt es auch für dieses Buch eine
Leseempfehlung für geschichtsinteressierte LeserInnen, die Historie gern
„hautnah“ erleben mögen!