Beiträge von Sonnenschein12

    Abgesehen vom Krimi habe ich über einen Gedanken von Leo nachgedacht, auf der Reise nach Stuttgart sinngemäß: "So weit weg von Berlin war er noch nie" - da hat sich unser Reiseverhalten ja die letzten 100 Jahre gewaltig verändert. Ich meine, Stuttgart ist zwar von mir aus (Hamburg) auch nicht gerade um die Ecke, aber trotzdem... Urlaubsreisen waren eben nur den ganz Reichen vorbehalten...

    Ansonsten hat mich dieser Krimi etwas traurig gemacht (nein, keine Kritik, er war schon realistisch und ich fand ihn auch gut!), aber irgendwie war es eine "Verschwendung" von Leben (Leo denkt ja auch:" dass beide Männer letztlich Opfer waren. Der Krieg hatte beide derart zerstört, dass sie nicht mehr in ihr altes Leben zurückkonnten." (E-book, S. 310). Und Jelena sah keinen anderen Ausweg mehr, als Suizid zu begehen.... Lemasque (ich nenne ihn mal so, eigentlich ist er ja Ludwig Häberle) hat dann versucht, alles zu vertuschen und ist auch vor Mord nicht zurückgeschreckt - und es ist gut, dass Leo ihn gefasst hat (obwohl: die Einzelaktionen von Kommissaren liebe ich weder gestern noch heute... es hätte bös' schief gehen können...aber Leo sieht ja seinen Fehler auch sofort...), aber so ein richtiges Befriedigungsgefühl wie ich es sonst bei Krimis manchmal habe, kam bei mir nicht wirklich auf.

    Trotzdem hat mir der Krimi wieder einmal gut gefallen, ich finde Susanne Goga hat sich hier mal wieder einem Thema angenommen, dass zumindest in meinem Kopf absolut nicht vorhanden war: die Präsenz der deutschen Wehrmacht in Galizien (oh, der arme Sonnenschein hat mir so leidgetan mit seinem Recherchen in den Militärberichten!!!) und dem Bau der Murmansk-Eisenbahn

    Auch das Nachwort und die Liste mit den historischen Persönlichkeiten fand ich interessant...


    Ich habe bisher noch gar nicht nachgeschaut: wie viele Leo-Krimis haben wir denn noch? Also: ich bin auf jeden Fall wieder dabei, wenn es weitergeht (aber Ihr wisst ja, ich liebe kleine Päuschen...) - wenn es irgendwie geht!

    Georg findet hoffentlich den Mut, der HJ den Rücken zu kehren. Aber vielleicht ist es dazu auch zu früh. Vielleicht muss er wirklich erst die Gewalt erleben, die die SA damals anwendete um "Rote" und Sozialisten zur "Räson" zu bringen.

    Fast genauso neugierig wie auf die Lösung des Kriminalfalles, bin ich hier auf die Lösung... Ob wir es im letzten Abschnitt noch erfahren - oder erst im nächsten Buch?

    Und spannend geht es weiter...

    Wie ich vermutet habe, liegt vieles in der Lebensgeschichte von Fjodor (ich bleibe mal bei diesem Namen), daran dröselt sich so langsam alles auf... Na ja, dröseln ist etwas überrieben, ich habe immer noch keinen blassen Schimmer. Ich glaube schon, dass Lemasques (Immendorf) eine Schlüsselszene zukommt (warum sollte Fjodor sonst nach Berlin gereist sein?), aber ob er der Mörder ist? hm... überzeugt bin ich davon nicht... Werner Rath? Glaube ich auch nicht so richtig...Da gehen mir zur Zeit wohl etwas die Verdächtigen aus...

    Auch von Leos Erziehungsstil bin ich nicht so ganz überzeugt... ja, es ist schon richtig, dass er Georg die weitere Entscheidung überlässt (er ist immerhin 14), aber so ganz ohne Nachfrage, wie und warum er diesen HJ-Kram glauben kann? Aber er kennt ja seinen Sohn, vielleicht ist es sooo der richtige Weg...

    Ach, Sonnenschein gefällt mir so gut, er ist so engagiert - aber leider denke ich jedes Mal, wenn ich von ihm lese, was wohl 5 Jahre später mit ihm und seiner Familie passieren wird... Aber das Team um Leo ist wirklich gut und sie arbeiten toll zusammen... Auch die Recherchen um die Zeitungen sind ja für damaligen Zeiten relativ schnell abgeschlossen...

    Die Beziehung mit Kito war absehbar und ich dachte eigentlich, ich würde die Liebesgeschichte in diesem Kontext unpassend finden. Aber als es dann soweit war, fand ich sie total klasse und passend . Gerade diese sehr behutsame und ganz undramatische Erzählweise hat dabei gutgetan. So hat es sich wunderbar eingefügt und auch wenn es nicht sehr wahrscheinlich ist - es ist zumindest gut vorstellbar .

    Das hast Du wirklich ganz wunderbar ausgedrückt - genau meine Gedanken, nur viel schöner und "glatter" formuliert!!!

    Es war schon etwas merkwürdig, in diesem Zusammenhang etwas von der Ukraine und den dortigen Lebensverhältnissen von 1928 zu lesen...

    Für uns schon eine merkwürdige Vorstellung, dass sich jemand verlobt, ohne den Nachnamen des Verlobten zu kennen... Aber ich habe mal eine beeindruckendes Buch über die Türkei gelesen (der Zeitrahmen war wohl ähnlich), dort hat erst Atatürk Nachnamen eingeführt, vorher kannte man das dort auch nicht!

    Ich schätze mal, dass Fjodor den Inhaber vom Cabaret des Bösen auf dem Foro / Zeitungsausschnitt erkannt hat und er für ihn so wichtig war, dass er die lange beschwerliche Reise auf sich genommen hat. Ich glaube auch, dass wir noch einiges von Fjodors Lebensgeschichte erfahren werden, denn die scheint mir der Dreh- und Angelpunkt zu sein. Aber wie alles zusammenhängt - absolut keine Ahnung - aber wir haben ja erst den 2. Leseabschnitt gelesen.

    Aber Georg macht mir zunehmend Sorgen, im Gegensatz zu Leo wissen wir ja, dass er sich immer tiefer in den "braunen Sumpf" ziehen lässt - allerdings - zum Glück - ohne wirkliche Begeisterung. Klar, am Anfang war es aufregend, aber warum sagt er jetzt nicht "nein" zu Wolfgang? Setzt ihn Wolfgang unter Druck - darüber haben wir aber nichts gelesen, oder? Und jetzt sogar noch/schon eine Uniform? Ich bin schon neugierig, wie ihn Clara und Leo da unterstützen, rauszukommen - denn darauf läuft es ja hinaus...

    Also sind beide Stränge interessant und spannend...

    Die große Kunst dieser Geschichte ist in meinen Augen vor allem, dass es so eine "runde" Sache ist. Also das Leben von Therese als Ganzes aber auch die vielen Begegnungen und Beziehungen.

    Ja, mich hat diese "Rundheit" auch beeindruckt - Du hast recht: sogar der Nasenbär wird noch einmal aufgenommen...

    Was für eine kluge gefühlvolle warmherzige und tiefgründige Geschichte.

    Große Klasse, wie das Nachwort alles ins rechte Licht rückt. So was ist mir bei Histos mit realen Persönlichkeiten immer sehr wichtig. Und ich finde, liebe Katharina, du hast diesen Mix aus Fiktion und Realität wirklich perfekt hingekriegt

    Da schließe ich mich glatt an...

    Die Geschichte von der Auslöschung von Kitos Heimatdorf hat mich sehr traurig gemacht. Und ich kann verstehen, dass er nun auf den weißen Mann einen furchtbaren Hass hat und ihn erst vergiften wollte. Umso beeindruckender ist es, dass er es im letzten Moment doch nicht gemacht hat. Kito ist eine tolle Figur in diesem Buch.

    Oh stimmt, dass hatte ich schon wieder vollkommen vergessen: die Szene fand ich ganz wichtig für das Buch, nicht nur "Friede, Freude, Eierkuchen" und irgendwelchen blöden, ignoranten Europäer (der Konsul und seine Gemahlin), sondern Massenexekutionen und Hinrichtungen, um an Land zu kommen... Ja, genauso wird es gewesen sein - und nicht nur in Brasilien...

    Diese kurze Liebeszene war für meinen Geschmack genau richtig geschildert: so kurz und eindrucksvoll.

    Ja, fand ich auch... Ich habe mich auch für Kito gefreut, dass er beim Doktor eine Anstellung findet, dass entspricht viel mehr seinen Fähigkeiten und seinem Wissen... (auch wieder ein "runder" Abschluss)

    Aber die Szene, als sie in der Nacht den Jaguar befreit fand ich ganz stark.

    Und noch ein runder, positiver Abschluss... Und mit dem Gedanken "Deutsche Wertarbeit" zeigt sie ihren Therese-Humor..

    Obwohl ja klar war, dass Therese nicht ewig lebt, war ich am Ende doch traurig, als sie gestorben ist

    So ging es mir auch!

    Mein Urgroßvater war in den dreißiger Jahren Leiter des Völkerkunde Museums in München. Da wird er wohl einige von Thereses Stücken auch mit verwaltet und vielleicht auch in der Hand gehabt haben

    Das kann ich mir gut vorstellen, dass es Dich berührt hat!

    Ein wirklich rundum gutes Buch! Der Schluss lässt keine Fragen offen, das Nachwort gelungen - meinen allerherzlichsten Glückwunsch an die Autorin!!! Bitte mehr davon!

    Die Beschreibung der Fahrt zu den Seerosen und überhaupt nach Naturerlebnis dort - wunderbar! De zarte Liebesgeschichte mit Kito, überhaupt nicht kitschig, sondern diskret angedeutet (ja, und Max hat es geahnt!) - perfekt! Die Aussprache mit dem Reisemarschall: noch ein loses Ende fein verknüpft...

    In Lindau: Veronikas Ausbruch - zwar etwas nachvollziehbar aus ihrer Sicht, aber Therese hat schon recht (und das Ende bestätigt es ja), und Veronika beherzigt ja auch Thereses Vorschlag und spricht mit Rudolf ("und sie lebten glücklich und zufrieden..."), sogar für Paulines Studienwunsch bin ich bedingt optimistisch...

    Ich muss gestehen: als Veronika die "Geschichte meiner Liebe" auspackte, bekam ich für einen kleinen Moment etwas feuchte Augen (aber vielleicht waren sie auch nur übermüdet, weil ich das Buch gestern Abend uuunbedingt zu Ende lesen musste?)... Sehr schön, dass es tatsächlich existiert...

    Auch das Nachwort: interessant und informativ - ich freue mich, dass ich Therese kennenlernen durfte!

    Bestimmt gehört dieses Buch zu meinen Lese-Highlights 2022 - ich habe gestern Abend im Bett schon überlegt, wem ich es zu Weihnachten schenken könnte... Mit meiner früheren brasilianischen Kollegin bin ich übrigens verabredet (auch ein Ergebnis der Leserunde hier) - ihr werde ich das Buch auf jeden Fall als Mitbringsel schenken...

    Auch wenn ich noch so sehr nachdenke: mir fällt kein Fitzelchen der Kritik ein - alles richtig gemacht - Katharina_Innig !!!

    Der Tote ist ja vermutlich der vermisste Fjodor

    Davon gehe ich auch aus...

    Baumgarten tut mir ja leid, er wird von diesem Rath, erinnert mich mal wieder an Gideon , so unter Druck gesetzt. Ich weiß ja nicht, ob er sich traut, direkt mit Leo Kontakt aufzunehmen.

    Ich habe auch wegen des Nachnamens an "Gideon Rath" gedacht (oder verwechsele ich da etwas?)... und die beiden haben da etwas "am Laufen", das ist klar, aber ob es etwas mit dem Mord zu tun hat?