Beiträge von rolfi

    Eine Familie verschwindet spurlos

    Das wunderschöne Buchcover lässt einen zu dem Buch greifen. Der Klappentext klingt auch sehr interessant. Es geht um eine wahre Geschichte der Familie Kuhn, die sich während der Nazizeit trennt. Während die Eltern sich entschieden haben, das Land aus politischen Gründen zu verlassen und nach Frankreich zu Bekannten zu ziehen, soll Sohn Albert in Göttingen studieren und Tochter Adele weiterhin in einer Flugzeugfabrik in Kassel arbeiten. Da in dieser Zeit die Häuser von Auswanderern beschlagnahmt und versteigert wurden, wird die Villa Kuhn zum Schein verkauft. Jahrzente später tauchen Briefe eines Richard, die an Adele Kuhn adressiert wurden, wieder auf. Das Thema klingt sehr spannend und mir hat die Umsetzung durch die Autorin Mechtild Borrmann sehr gefallen. Ich war von Anfang an von der Geschichte gefesselt. Mir hat der flüssige Schreibstil und die ständigen Zeitenwechsel zwischen der Nazizeit und der Gegenwart (Jahr 2000) gefallen. Die einzelnen Kapitel waren auch angenehm kurz.

    Fazit:

    Dieses Buch kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

    Erschütternde Lebensgeschichte der Banatschwäbin Anna

    Das kunstvoll gezeichnete Buchcover zeigt die Verabschiedungsszene von Anna, die im Vordergrund von ihrer Großmutter liebevoll im Arm genommen wird während im Hintergrund Amalie, Annas Mutter, von den Soldaten zum Kohlebergwerk nach Sibirien deportiert wird. Abwechselnd wird das brutale Schicksal von Amalie seit der Zwangsdeportation durch die Russen (sowie im Rückblick ihre eigene Kindheit) und das ebenfalls unmenschliche Leben von Anna, deren Großmutter nicht von der Seite weicht und ihr somit einen menschlichen Halt gibt, jeweils in der Ich-Form erzählt. Mit dieser Erzähltechnik schafft es Hera Lind sehr geschickt, dass man das Buch kaum weglegen kann, weil man unbedingt wissen möchte, wie es mit Anna, Amalie und Großeltern weitergeht. Ich finde es eine tolle Idee, einen Auszug aus dem Goldenen Tagebuch von Anni Eckhard im Klappentext innen hinten zu veröffentlichen.

    Fazit:

    Mir hat der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil von Hera Lind, die sich dieser Geschichte angenommen hat, sehr gefallen und ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen, auch wenn es inhaltlich „schwer zu verdauen“ war.

    Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.

    Walt Disney's Hommage an Antoine de Saint-Exupéry

    Als ich das wunderschöne Buchcover mit dem Buchtitel sah, habe ich mich in meine Jugendzeit zurückversetzt gefühlt, als ich den kleinen Prinz von Antoine de Saint-Exupéry gelesen hatte. Ich finde es hoch interessant, mal hinter den Kulissen sehen zu können. Normalerweise bekommt man nur das Endprodukt zu lesen. Auch die Info wie von einer Idee dann letztendlich ein Buch entsteht, finde ich eine spannende Sache. Das Ganze in eine Rahmengeschichte mit dem Jungen und seiner Mutter einzubinden, finde ich originell. Mir haben die liebevoll gezeichnteten Bilder und die Texte dieser Rahmengeschichte sehr gut gefallen. Der Hauptfokus der Geschichte dreht sich um den kleinen Mäuseprinz, der mit dem Piloten Goofy mehrere Planeten besucht und durch den Kontakt mit den Bewohnern, den Leser zum Nachdenken anregen soll. Auf einem Planeten treffen sie Daisy Duck. Ihr ist es furchbar wichtig, was andere über sie denken und mit „Gefällt mir“ kommentieren, Erst als sie sich von diesen lösen kann, kann sie mit anderen den Sonnenuntergang genießen.

    Das Buch ist aufgrund des kartonierten Einbands robust. Ich denke, dass man mit dem Kauf keinen Fehler macht und kann diesen Comic weiterempfehlen.

    Historischer Krimi in Baden-Baden im Jahr 1922

    Das wunderschöne Buchcover lässt einen zu dem Buch greifen. Der Klappentext klingt sehr interessant, so dass ich auch das Buch gekauft habe. In letzter Zeit gab es einige Bücher über die goldenen 1920-er Jahre, die meistens in Berlin spielten. Diesen Krimi in Baden-Baden anzusiedeln finde ich eine super Idee. Das Thema klingt sehr interessant und mir hat die Umsetzung durch die Autorin Charlotte Blum sehr gefallen.

    Die Privatermittlerin Alma ist das Fräulein vom Amt, die zufällig die Nachricht des Mörders hört, wo die Tote zu finden ist. Der sympathische Kommissaranwärter Ludwig Schiller, nimmt ihre Information ernst und im Laufe der Zeit kommen die beiden sich immer näher. Diese Selbstverständlichkeit fand ich für einen historischen Roman (1922) sehr ungewöhnlich.

    Mir hat prinzipiell der flüssige Schreibstil gefallen. Für einen historischen Roman war mir die Ausdrucksweise der handelnden Protagonistinnen manchmal zu modern. So ist es eher als Kriminalroman anzusehen, der einen gut unterhält.

    Fazit:

    Dieses Buch kann ich Leser empfehlen, die gerne Krimis lesen und sich für Baden-Baden interessieren.

    Die wagemutige Lisa Fittko

    Die Geschichte beginnt gleich spannend mit der heimlichen Übergabe von Dokumenten der Jüdin Lisa an einen Amerikaner in Berlin, da die Nazis inzwischen die Macht ergriffen haben. Rasant geht es dann ab Kapitel 1 im Jahr 1940 weiter. Lisa, die inzwischen nach Frankreich geflohen ist, befindet sich seit dem Einmarsch der Nazis in Frankreich im Internierungslager Gurs.Ich finde die Geschichte sehr fesselnd und der Schreibstil von Caroline Bernard hat mich fast durchgehend überzeugt.

    Das Buchcover passt zum Inhalt des Buches. Auf den ersten Blick sieht es passend zur Zeit aus, wie der flüssige Schreibstil der Autorin Caroline Bernard. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch, dass die Frau mit dem Rad nicht die Wagemutige sein kann, wie so einige grammatikalische und inhaltliche Patzer sowie Schreibfehler. Dies hat mich doch etwas enttäuscht. Ich hätte mir auch eine kurze Personen-Liste der aufgeführten Persönlichkeiten mit den Lebensdaten und Sterbeort gewünscht. Toll fand ich die historische Karte von Frankreich.

    Starker Auftakt der Südtirol – Saga

    Das Buchcover gefällt mir ausgesprochen gut. Man sieht von hinten eine junge Frau, die auf einem nach rechts führenden Weg läuft und im Hintergrund ein kleines Dorf mit Kirche vor den Bergen Südtirols.

    Die Geschichte um die Familie Bruggmoser, die auf einem Einhof in der Nähe von Meran lebt, spielt in der spannungsgeladenen Zeit zwischen den Jahren 1925 und 1928. Aufgrund des verlorenen ersten Weltkrieg gehört Südtirol nun zu Italien und die Amtsprache ist italienisch und es ist verboten die deutsche Sprache zu sprechen. Dieses Verbot wird von der Obrigkeit immer rigoroser umgesetzt und die Bevölkerung wird immer mehr schikaniert.

    Mich hat das Buch von Anfang an aufgrund des flüssigen Schreibstils von Anna Thaler gepackt. Ich fand es toll, dass am Anfang ein ausführliches Personenverzeichnis gab, so dass man problemlos die Protagonisten zuordnen konnte.

    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle historisch interessierten Südtirol-Fans.

    Tüdelbüdel und ihr erster Fall

    Während die Sünnumer im Kroog bei der Friesenbrauerin Tüdelbüdel deren selbstgebrautes Tüdelbräu trinken, wird die Ehefrau des unsympathischen Milchbauers Burmeister am Strand ermordet. Für Tüdelbüdel steht sofort fest, dass nur der Michbauer als Mörder in Frage kommt. Zu ihrem Leidwesen hat dieser jedoch ein Alibi und die Polizei hat einen ganz anderen Mann im Visier. Es bleibt jedoch nicht nur bei diesem einen Mord und Tüdelbüdel ist mittendrin beim Ermitteln. Die durchweg sympathischen Charaktere der Hauptprotagonisten machen es einem sehr einfach in die Geschichte zu versinken und die spannenden Fälle sowie der Schreibstil tun ihr übriges, um dieses Buch in ein absolutes Lesehighlight und einen tollen Pageturner zu verwandeln.

    Fazit:

    Ich bin von der neuen Friesenbrauerin-Reihe begeistert und wünsche mir viele Fortsetzungen. Ich spreche eine klare Kaufempfehlung für Leser aus, die gerne Krimis lesen, die in Ostfriesland spielen.

    Historischer Krimi auf der Veddel im Hamburger Hafen

    Das Buchcover der Hafenärztin 2 passt wieder zum Inhalt des Buches. Auf den ersten Blick sieht es wunderschön aus, wie der flüssige Schreibstil der Autorin Henrike Engel. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch, dass das Bild der jungen Dame nicht stimmig ist (siehe rechter Arm ist zu lange), wie so einige Schreibfehler im Buch. Dies hat mich mal wieder etwas enttäuscht.

    Ich finde das Thema der Auswanderer und die Auswandererhallen in Hamburg sehr interessant und hätte mir jedoch, da ich gerne historische Romane lese, mehr Tiefgang erhofft. Für einen Kriminalroman hat er mich jedoch gut unterhalten.

    Die handelnden Personen sind authentisch. Die studierte Anne aus reichem Haus ist immer noch mit Leidenschaft Ärztin. Die Pastorentochter Helene ist inzwischen angehende Lehrerin und persönlich gereift. Der verwitwete Kommissar Berthold ist immer noch ein Arbeitstier, der in der Freizeit Fußball spielt und langsam mit seiner Vergangenheit abschließen kann.

    Fazit:

    Netter Krimi, den man leicht lesen kann.

    Eine Chemikerin wird berühmt

    Ich war aufgrund der Auszeichnung „Roman des Jahres 2022“ auf den Schreibstil der Autorin sehr gespannt und ich bin begeistert. Kurz, knackig und geistreich werden die einzelnen Handlungen beschrieben. Manche Szenen sind brutal und ich konnte mit Elisabeth Zott mitfühlen. Ermutigend für die heutige Zeit ist, dass inzwischen die Frauen sich nicht mehr alles gefallen lassen und sich wehren. Als ein fremder Mann der schwangeren Elisabeth auf den Bauch trommelt „badamm badamm bumm“ spürt er schmerzhaft Elisabeths Handtasche, in der sich ein schwerer Mörser befindet, zwischen seinen Beinen. Mit einem Schmunzeln im Gesicht las ich weiter und dachte nur, dass wenn Worte nichts mehr helfen, wohl Taten sprechen müssen.

    Fazit:

    Ich finde, dass dieses Buch ein sehr wichtiges ist und wünsche mir, dass viele Leute es lesen,

    Mich hat das Buch von Anfang an aufgrund des flüssigen Schreibstils von Bonnie Garmus gepackt.

    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung auch für Leser, die mit Kochsendungen nicht viel am Hut haben und sich auch für Chemie nicht interessieren.

    Außergewöhnliche Liebesgeschichte

    Bereits am wunderschön gezeichneten Buchcover mit den zwei turtelnden Vögeln erkennt man, dass dieser Liebesroman außergewöhnlich ist. Der Klappentext klärt den Leser auf, dass der Protagonist Leo unter einer Schreibblockade leidet und daher von seiner Agentin Alma, mit der er seit Jahren befreundet ist, nach Amerika eingeladen wird, in ihrem Sommerhaus einen Roman zu schreiben. Unglückliche Umständen zwingen ihn jedoch statt dessen im Hotel Roxy untergebracht zu werden. Wie es sich herausstellt wird dies für ihn jedoch ein glücklicher Neuanfang in allen Bereichen.

    Die Schlüsselszene ist das abendliche Tarockspiel von Leo und Dora. Da ich die Spielregeln nicht kannte, habe ich im Internet nach Infos gesucht und dabei bin ich auf nachfolgende Erläuterung gestoßen: „Beim Tarockspiel steht ein anspruchsvolles und lustvolles Miteinander an erster Stelle. Spaß und Spielwitz werden groß geschrieben. Toleranz und Risikofreude sind dafür unumgängliche Voraussetzungen.“ (www.tarock.tirol). Diese Spieleinstellung (Spaß, Toleranz und Risikofreude) überträgt sich peu à peu auch auf die beiden Protagonisten Leo und Dora in ihrem Alltag.

    Dies ist mein erstes Buch von Agnes Krup und sicherlich auch nicht das letzte. Das Buch ist flüssig und leicht zu lesen. Auch der Schreibstil mit dem schwäbischen Dialekt der Köchin Kniffel ist abwechslungsreich. Sehr schöne Liebesgeschichte mit leisen Untertönen, die sich auf jeden Fall lohnt zu lesen, auch wenn diese sich unspektatulär entwickelt. Ich hatte beim Lesen auf jeden Fall einige unterhaltsame Stunden.

    Starker Auftakt der Trilogie um die Winzerin Greta

    Das Buchcover sieht sehr schlicht aus und passt wunderbar zum einfachen und schlichten Leben der Halbwaise Greta, die mit dem Fahrrad unterwegs ist oder in den Weinbergen arbeitet.

    Es wird das beschwerliche Leben der Pfälzer Winzerfamilie Hellert während der 1970er Jahre beschrieben, die sehr an Tradition hängt und neumodisches ablehnt. Im Gegensatz dazu wird der Aufbruch in die Moderne durch den rebellischen Sohn Robert verkörpert. Die intelligente Protagonistin Greta, die von der Winzerfamilie Hellert als Ziehtochter aufgenommen wurde, ist zielstrebig, intelligent und möchte etwas aus ihrem Leben machen. Da sie so anders ist wie ihre Ziehfamilie, wird sie immer wieder aus dieser ausgegrenzt. Ihre Zieheltern bevorzugen ihre eigenen Kinder und sehen Greta als billige Arbeitskraft an, der man unangenehme Aufgaben überträgt. Greta kümmert sich auch um den kleinen Matse, der ebenfalls was besonderes ist. Robert ist der einzige, der Greta versteht und zu dem Greta eine enge Bindung hat. Er wirkt in seiner konsequenten Art sein Ziel zu verfolgen, authentisch. Die restlichen Familienmitglieder (bis auf den kleinen Matse) sind egoistisch und nicht besonders sympathisch.

    Mich hat das Buch von Anfang an aufgrund des flüssigen Schreibstils von Nora Engel gepackt. Toll fand ich zum Schluss die Gretas Literaturliste sowie die Auflistung von bekannten Liedern, die im Buch erwähnt wurden. Auch die Informationen über den Weinbau, die man so nebenher erfährt, fand ich sehr interessant.

    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans der 1970er Jahre, die sich auch etwas für Weinbau interessieren.

    Agatha Christies größtes Rätsel

    Das Buchcover mit einer jungen Dame im Vordergrund, die einen Koffer in der Hand hält und einem englischen Landhaus im Hintergrund gefällt mir sehr gut.

    Durch den ständigen Zeitensprung (beginnend mit dem Manuskript, das mit dem Kennenlernen von Agatha und Archie Christie beginnt und chronologisch fortgeführt wird, dann die 11 Tage im Dezember 1926, als die Polizei Agatha sucht) schafft es die Autorin den Leser so geschickt in die Geschichte zu entführen, dass ich bis zum Ende des Buches meinen Blick nicht von den Zeilen lösen konnte. Ich fand diese Geschichte so faszinierend, dass ich parallel dazu auch im Internet nach weiteren Informationen über diese rätselhafte Tage gesucht habe.

    Mir hat der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil von Marie Benedict sehr gefallen und ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letztes Buch von ihr sein wird.

    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen. Das ist eine absolute Pflichtlektüre für alle Agatha Christie Fans.

    Verräter oder Patriot?

    Dies ist der zweite Fall des BKA-Ermittlers Philipp Gerber und spielt vorallem im Jahr 1954. In einem geheimen nächtlichen Treffen beauftragt der Kanzler Adenauer Philipp Gerber und dessen Chef Wesler das Überlaufen des Verfassungsschutzpräsidenten Otto John nach Ost-Berlin dezent zu untersuchen. Hierbei sollen die beiden BKAler Unterstützung durch die Geheimorganisation Gehlen erhalten. Gehlens Mitarbeiter Herr Zaunert, der Leiter der Sektion Berlin, besitzt belastende Fotos von Eva, die Freundin von Philipp Gerber. Offiziell soll Philipp Gerber jedoch nur seine Freundin Eva suchen, die zur gleichen Zeit verschwunden ist und zusammen mit Otto John in Ost-Berlin gesehen wurde.

    Die Geschichte beginnt neun Tage nach Otto Johns Verschwinden in Berlin und Philipp Gerber sieht seine flüchtende Freundin Eva aus einer Schwulenbar und hört, dass sie verdächtigt wird, den Barbesitzer ermordet zu haben. In den folgenden Kapitel gibt es erst einmal einen Rückblick, der 3 Tage nach Otto Johns Verschwinden beginnt. Anhand der Kapitelüberschriften hat man ein gutes Zeitgefühl für die erzählte Handlung.

    Aufgrund des flüssigen Schreibstils von Ralf Langroth zieht das Buch einen gleich in den Bann und man möchte wissen, ob Otto John entführt wurde oder ob er freiwillig die BRD verlassen hat, um dann ein paar Tage später wieder in Ost-Berlin aufzutauchen.

    Mich hat auch auch das Bonusmaterial des Autors im Nachwort mit weiteren zeitgeschichtlichen Informationen sowie die Zeittafel über den Lebenslauf von Otto John begeistert.

    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Leser, die sich für die Skandale der Nachkriegszeit interessieren.

    Die Würde der Lebewesen ist unantastbar

    Das wunderschöne Buchcover sowie der Buchtitel lässt einen zu dem Buch greifen. In der vorderen Innenseite des Buches sind die Schwestern Emma und Greta kurz beschrieben und in der hinteren Innenseite gibt es einen kurzen historischen Überblick über den Tierpark Schönbrunn.

    Inhalt:

    Tierfreundin Emma kümmert sich während des ersten Weltkriegs als Tierpflegerin rührend um die Tiere im Tierpark Schönbrunn. Erfindungsreich versucht sie trotz Nahrungsknappheit und mangelnder Futterqualität die Tiere am Leben zu erhalten. Nach dem Motto „es liegt an den Menschen, dass die Würde nicht verloren geht“ sorgt sie für ein würdevolles Ende des kranken Zebras Charlie, für Unterhaltung der Affenfrau Fanny und dass die Tiere größere Käfige bekommen. Zusammen mit ihrer älteren Schwester Greta kämpfen sie um das Elternhaus, das die berechnenden Nachbarn spottbillig kaufen wollen, da diese die finanzielle Notlage kennen und dies ausnutzen möchten. Die finanzielle Not wird noch größer als die schwangere Greta ihre Tochter Gisela zur Welt bringt. Als Retter in der Not erweist sich der kriegsverletzte Tierarzt Julius Winter.

    Die Tierfreunde werden als sympathische Personen dargestellt. Der schmierige Zoologe Hubert von Kochauf, der hinter allen Frauen und vor allem auch hinter Emma her ist, ist rachsüchtig, hinterhältig und unsympathisch. Alle vorgestellten Figuren sind authentisch.

    Fazit:

    Beate Maly schafft es mal wieder einen großartigen Roman zu schreiben und den

    Spannungsbogen bis zum Ende des Buches zu halten.

    Ich war begeistert von dem Schreibstil und ich denke, dass dieser Roman sicherlich ein Bestseller wird. Ich freue mich auf das Folgeband. Absolute Kauf- und Leseempfehlung.

    (Historischer) Krimi im Hamburger Hafen

    Das Buchcover passt zum Inhalt des Buches. Auf den ersten Blick sieht es wunderschön aus, wie der flüssige Schreibstil der Autorin Henrike Engel. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch, dass das Bild der jungen Dame nicht stimmig ist (siehe linker Arm), wie so einige teilweise gravierende Personenverwechslungen. Dies hat mich doch etwas enttäuscht.

    Ich finde das Thema der Frauenbewegung in den Anfängen sehr interessant und hätte mir, da ich gerne historische Romane lese, mehr Tiefgang erhofft, zumal im Untertitel „Ein Leben für die Freiheit der Frauen“ lautet. Interessant fand ich Informationen über die Anfänge des Fußballclubs St. Pauli. Für einen historischen Roman ist es mir etwas zu oberflächlich. So ist es eher als Kriminalroman anzusehen, der einen gut unterhält. Nebenbei erfährt man, wie die Polizeiarbeit im Kaiserreich war.

    Die handelnden Personen sind authentisch, Die studierte Anne aus reichem Haus, weiß was sie will und versucht es auch durchzusetzen. Die streng erzogene Pastorentochter Helene hat gerade ihre Schule beendet und weiß, dass sie nicht in die Fußstapfen ihrer Eltern treten will. Sie ist noch sehr kindlich, rebelliert einfach nur gegen ihre Eltern und idealisiert die Frauenbewegung.

    Der verwitweter Kommissar Berthold ist ein Arbeitstier, der in der Freizeit Fußball spielt.

    Fazit:

    Dieses Buch kann ich Leser empfehlen, die gerne Krimis lesen und sich für Hamburg interessieren.

    Herrliche historische Romanbiographie über die angeheiratete Ullstein-Frau Rosalie

    Das Buchcover gefällt mir sehr gut. Es zeigt zwei Frauen, die sich augenscheinlich nicht mögen. Links steht Lisbeth Saalfeld, die Tochter von Franz Ullstein und rechts steht die geschiedene Rosalie Gräfenberg, die zweite Ehefrau von Franz Ullstein.

    Die geschiedene promovierte Rosalie Gräfenberg pendelt zwischen Paris und Berlin und schreibt für mehrere Zeitschriften des Ullsteinverlags, unter anderem auch Reiseberichte aus dem Ausland. Ihr undurchsichtiger Geliebter „Kobra“, bittet Rosalie bei einem Empfang als Tischdame den Witwer Dr. Franz Ullstein zu unterhalten. Wie von ihm erwartet, verstehen sich die beiden sehr gut und es kommt zu einer Liasion, die in der Hochzeit der beiden endet. Dies kann der Rest der Ullstein-Familie nicht dulden, da sich die Geschwister von Franz und seine Kinder vor Rosalie fürchten. Sie haben erkannt, dass Rosalie ihnen haushoch überlegen ist. Im Gegensatz zu Rosalie, die mit Vicki Baum eine wahre Freundin hat, mit der sie ihre Probleme besprechen kann, ist Franz auf sich alleine gestellt.

    Die Autorin Beate Rygiert schafft es mit der Geschichte um das Tippfräuleins Lili und ihrer Familie dem Leser einen Eindruck über das Leben der einfachen Leute zu vermitteln, die beherzt versuchen, etwas aus ihrem Leben zu machen. Interessant fand ich auch die Informationen über das Leben der Vicki Baum.

    Mir hat der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil von Beate Rygiert sehr gefallen und ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letztes Buch von ihr sein wird.

    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen.

    Herrlicher historischer Roman über die Entstehung der Karlsbrücke

    Das wunderschöne Buchcover lässt einen zu dem Buch greifen. Der Klappentext überzeugt einen, auch das Buch zu kaufen.

    Struktur und Inhalt:

    Das Buch hat 4 Teile und jeder Teil beginnt mit dem Kapitel „Das Ende, königlicher Wald bei Prag, Karfreitag 1367“ und ist die Rahmengeschichte. Anschließend erzählt Jan Otlin seinem Schwiegervater die Geschichte im Rückblick, beginnend mit der Magdalenenflut im Februar 1342, die die Judithbrücke zerstörte. Mit dieser Erzähltechnik schafft es der Autor sehr geschickt, dass man das Buch kaum weglegen kann, weil man unbedingt wissen möchte, wie es zur Verhaftung von Maria-Magdalena kam.

    Die Astrologin Ricarda Scorpio auf der einen Seite und der Priester Militsch von Kremsier auf der anderen Seite beeinflussen die Menschen in Prag. Typisch für das Mittelalter war, dass Glaube und Aberglaube eng zusammenhängen. Während Militsch mit seinen Bußpredigen, die Menschen zu besseren Menschen machen möchte, versucht Ricarda die Menschen zu ihrem Vorteil zu beeinflussen. Rudolph von Straßburg möchte selbst Baumeister dieser Brücke werden und wartet auf die Gelegenheit, um Jan aus dem Weg zu schaffen und hofft auf die Unterstützung durch Ricarda.

    Nebenbei erläutert Wolf Hector leicht verständlich und sehr unterhaltsam den Brückenbau im Mittelalter.

    Fazit:

    Mir hat der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil von Wolf Hector sehr gefallen und ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen, auch wenn es zu den etwas dickeren Büchern zählt.

    Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.

    Faszinierender historischer Roman über die Ufa-Traumfabrik während der 20er Jahre in Berlin

    Das Buchcover passt wunderbar zum Buchtitel und zeigt eine junges Paar im Vordergrund und im Hintergrund ein großer Kinosaal. Der Klappentext hat mich veranlasst, auch das Buch zu lesen.

    Da ich erst kürzlich das Buch „Novembersturm“ von Ulrike Schweikert gelesen hatte, deren Buch ebenfalls in Berlin während der Weimarer Repubik spielt, war ich gespannt, welche neuen Aspekte Peter Prange in diesem Buch abhandelt. Dies ist zum einen die Historie der Ufa-Traumfabrik mit ihren wirtschaftlichen und menschlichen Probleme der Akteure. Des Weitern schafft es Peter Prange sehr geschickt, die politische Problematik der Weimarer Republik fesselnd zu erzählen, ohne belehrend zu sein. Ebenfalls empathisch erzählt er die Beziehungen der Menschen und ihre Probleme, die sie miteinander haben. Letztendlich gibt es aber ein Happy End.

    Fazit:

    Mir hat der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil von Peter Prange sehr gefallen und ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen, auch wenn es zu den dickeren Büchern zählt. Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.

    Wieviel war ein Menschenleben zu Zeiten Ludwig XV wert?

    Diese fiktive Geschichte über das Schicksal eines Hirschpark-Mädchen Veronique hat die tatsächlich lebenden Mädchen aus der Unterschicht zum Vorbild, die ahnungslos im Hirschpark, einem geheimen Haus des Königs Ludwig XV, lebten und eine höfische Erziehung erhielten. Diese „Mäuschen“ dienten dem König Ludwig XV zur Unterhaltung und vor allem zur sexuellen Zerstreuung. Sein Kammerdiener Lebel regelte alles, von der Rekrutierung dieser „Ware“ bis zur finanziellen Absicherung durch Verheiratung dieser gefallenen Mädchen. Die Kinder wurden ebenfalls versorgt, durften aber nicht wissen, wer ihr Vater war.

    Eva Stachniak schafft es den Leser geschickt (im ersten Teil durch die verschiedenen Perspektiven) in die Geschichte zu entführen und ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen. Mir gefällt der Schreibstil von Eva Stachniak sehr.

    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für historisch interessierte Leser. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch ein Bestseller wird.


    ASIN/ISBN: 3458681698

    Edit: ISBN ergänzt, damit das Cover angezeigt wird. Gruß Herr Palomar