Beiträge von Eulen-Geist

    Über die Autorin:
    Eileen Chang, eigentlich Zhang Ailing, geboren 1920 in Shanghai. Ihre literarische Karriere beginnt 1942 in der von Japanern besetzten Stadt. Es erscheinen zwei Erzählungsbände. 1952 geht sie zunächst nach Hongkong und Taiwan, 1955 dann in die USA, wo sie an verschiedenen Universitäten unterrichtete. Sie stirbt 1995 in San Francisco.


    Kurzbeschreibung:
    Eileen Chang, Star der Shanghaier Literaturszene der vierziger Jahre, war im kommunistischen China jahrzehntelang verfemt. Heute wird sie weltweit als literarische Wiederentdeckung gefeiert. Ihre Erzählungen halten den verzweifelten Lebenswillen der chinesischen Metropole fest und bewahren eine versunkene Welt vor dem Vergessen.


    Shanghai ist von den Japanern eingenommen. In einem Café wartet nervös eine junge Frau auf den Mann, mit dem sie ein Verhältnis hat: Lao Yi, der mächtige Geheimdienstchef der japanischen Marionettenregierung, soll in dieser Nacht sterben. Die junge Frau soll ihn verraten. Als er vor ihr steht, erkennt sie, dass sie ihn liebt. Sie warnt ihn, und er flieht rechtzeitig. Sie wird verhaftet und hingerichtet. Die von Ang Lee verfilmte Erzählung Gefahr und Begierde fängt das Leben in einer besetzten Stadt ein – wie auch Eileen Changs andere Geschichten aus dem Shanghai der vierziger Jahre. Eileen Chang gehört zu den großen modernen Erzählern wie F. Scott Fitzgerald und Marguerite Duras. Gefahr und Begierde erscheint nun erstmals in deutscher Übersetzung.


    Geplanter Erscheinungstermin: März 2008

    Über den Autor:
    Barry Lopez,1945 in Port Chester geboren, wuchs in Los Angeles auf, studierte in New York und lebt heute in Oregon. Auf zahllosen Reisen hat er hat archäologische Expeditionen und eingeborene Jägern auf allen Kontinenten begleitet. Neben seinen Büchern über Wölfe und die Arktis ist er vor allem als Erzähler hervorgetreten: »Winterchronik«, »In der Wüste« und »Am Fluss« erschienen auf Deutsch, zuletzt »Light Action In The Carribean«.


    Kurzbeschreibung:
    Paris, Hokkaido, Berlin, Buenos Aires, die Weite Montanas oder die Wüsten Chinas – seit dem gemeinsamen College leben neun Amerikaner, Frauen und Männer, als Weltreisende in alle Winde zerstreut. Jeder für sich versucht auf seine Art - als Architektin, Anwalt, Kurator, Dolmetscherin oder Tischler - ein Leben zu führen, das mehr ist als die Quersumme einer Karriere. Ihre Arbeit ist Zeichen für andere, Verantwortung bedeutet Sorge. Da erreicht sie ein Schreiben: ein ominöses Inland Security will sie verhören. Der selbstgerechten Zumutung entziehen sie sich – und hinterlassen am Tag, da sie verschwinden, die Erzählung ihres Lebens, das wir als Zeugnis ihres Eigensinns in Händen halten.


    Geplanter Erscheinungstermin: Mai 2008

    Über den Autor:
    Richard Morgieve, geboren 1950 in Paris, verlor im Alter von sieben Jahren seine Mutter, sechs Jahre später nahm sich sein Vater das Leben. Mit Kleiner Mann von hinten, 1988 erschienen und seither immer wieder aufgelegt, hat er sich spät seinen Schmerz über den Verlust der Eltern und den unbekannten Vater von der Seele geschrieben. Im August 2007 erschien sein neuester Roman Miracles et légendes de mon pays en guerre.


    Kurzbeschreibung:
    Ein Sohn erzählt von der Liebe seiner Eltern und hat damit die vielleicht schönste Hommage an die Verrücktheiten der Leidenschaft geschrieben. Wie eine heiter-humorvolle Umarmung der Melancholie liest sich diese Geschichte über einen polnischen Flüchtling und eine junge Französin. Seit Jahrzehnten gehört dieser frühe Roman von Richard Morgiève zu den Lieblingsbüchern der Franzosen.


    Im Februar 1942 begegnen sich in einer südfranzösischen Stadt ein kleiner, nicht besonders ansehnlicher polnischer Mann und eine hübsche junge Französin. Sie verlieben sich heftig ineinander – Andrée, die früh verwitwete Mutter eines vierjährigen Jungen, und Stéphane, der Charmeur, der Draufgänger, der mit allen Wassern gewaschene Gauner. Ganz verrückt sind sie nacheinander, und Andrée liebt ihren Hansdampf, wie er ist: exzessiv, egoistisch und lebenslustig. Sein Geld verdient er auf dem Schwarzmarkt, er kollaboriert mit den deutschen Besatzern. Nach dem Krieg entwickelt er sich zu einem skrupellosen Geschäftsmann, der nach und nach immer reicher wird. Stets in dunkle Geschäfte verwickelt, kann nur seine Liebe zu Andrée und den gemeinsamen Kindern ihn manchmal noch zur Vernunft bringen – bis es zur Katastrophe kommt. Jahrzehnte nach ihrem Tod erzählt der jüngste Sohn von Stéphane und Andrée die Geschichte der amour fou seiner Eltern. Dabei versucht er herauszufinden, welche Leidenschaft und Kraft den lebenshungrigen Schurken antrieb und was seine Mutter seit der ersten Begegnung in ihm gesehen hat – der Blick eines Sohnes in den mal heiteren, mal wolkigen, ewigen Himmel der Liebe.


    Geplanter Erscheinungstermin: März 2008

    Über den Autor:
    Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie. Längere Aufenthalte in Paris, New York und Skandinavien. Er lebt in Winterthur. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor und Journalist. Sein erster Roman »Agnes« erschien 1998, 1999 die Kurzgeschichtensammlung »Blitzeis«, 2001 der Roman »Ungefähre Landschaft«, 2003 die Erzählungen »In fremden Gärten«, seine Theaterstücke 2004 in »Der Kuss des Kohaku«, 2006 der Roman »An einem Tag wie diesem«.


    Kurzbeschreibung:
    Heidi zeichnet das junge Mädchen, das sie nie gewesen ist. Vor Jahren wollte sie Künstlerin werden, in Wien studieren an der Akademie, aber die Reise ging nur bis Innsbruck. Jetzt hat sie Mann und Kind, die sie nie gewollt hat. Erst durch Carmen, die hübsche Lehrtochter aus der Bäckerei, fängt sie wieder an zu träumen. – Bruno arbeitet seit dreißig gleichmäßigen Jahren als Portier in einem Hotel. Er war beim Arzt, ein schlimmes Ergebnis könnte ihn erwarten. Noch weiß er nichts endgültiges, es ist seine letzte Nacht vor dem Resultat. Aber es wird nichts sein, bestimmt nicht. Für einen Moment ist er ganz glücklich.
    Es sind diese Momente, in denen sich etwas verändert im Leben, in denen etwas geschieht, man merkt es kaum. Momente, die der Zeit enthoben scheinen. Eine neue Welt tut sich auf, man erkennt die Sackgasse, in die man vor langer Zeit geraten ist. Und plötzlich herrscht ein anderes Licht.


    Geplanter Erscheinungstermin: April 2008

    Über den Autor:
    Henk van Woerden wurde 1947 in Leiden geboren und verbrachte seine Jugend in Kapstadt, Südafrika. Am 16.November 2005 starb er unerwartet während eines Aufenthalts als Writer in Residence an der Michigan University, USA. Ultramarin ist sein dritter und letzter Roman, dessen Veröffentlichung er gerade noch erlebt hat. Henk van Woerdens Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Als Journalist schrieb er für das NRC Handelsblad, Granta Magazine und Lettre Internationale, sein literarisches Werk wurde in fünfzehn Sprachen übersetzt.


    Kurzbeschreibung:
    Joakim, der Lautespieler, Aysel, seine große Liebe, Özlem, die Tochter, die ihre Heimat nicht kennt. Sie sind auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, Suchende, die vergessen müssen, um leben zu können. Von der Leidenschaft bis zur Seelenverwandtschaft spielt Ultramarin mit den Farben und Klängen der Sehnsucht. Ein intensiver Roman über das Leben zwischen den Kulturen in Europa.


    Drei Farben blau – Azur, Coelin, Lapislazuli. Wie das Mittelmeer am Morgen, am Mittag und am Abend. Wie das Leben zwischen Werden und Vergehen. Und wie die Liebe, die Joakim und Aysel verbindet. Sie sind jung, als sie sich ineinander verlieben, unschuldig und doch verbotenerweise, denn sie sind Halbgeschwister. Der Vater, ein zum Islam übergetretener griechischer Jude, musste seine Heimat verlassen. Er lebt mit seiner zweiten Frau und den beiden Kindern, dem Sohn aus erster und der Tochter aus zweiter Ehe, auf der anderen Seite des Meeres, in der Türkei. Als er die Liebe der beiden entdeckt, schickt er Joakim für eine Weile in ein Militärlager. Bei Joakims Rückkehr ist Aysel verschwunden – sie ist, was er nicht weiß, mit dem Vater nach Deutschland gezogen. In Frankfurt bringt Aysel eine Tochter zur Welt. Sie, Özlem, ist das Zentrum dieser sinnlichen Geschichte der Sehnsucht nach Nähe. Sie, die über ihre Vergangenheit nichts weiß, weil ihre Mutter darüber nicht spricht. Innerlich getrieben lockt sie schließlich der Zufall an den Ort ihrer unbekannten Herkunft, und wieder beginnt eine unschuldige, eine tragische Liebe.


    Geplanter Erscheinungstermin: Februar 2008

    Über den Autor:
    Jonny Glynn lebt in London. »Sieben Tage« ist sein erster Roman und war in London das »Debut des Jahres 2007«.


    Kurzbeschreibung:
    »Ich bin kein guter Mensch. Ich bin kein schlechter Mensch. In sieben Tagen bin ich tot. Was bleibt ist dies ...«
    Vor Jahren veränderte sich Peter Crumbs Leben durch einen vernichtenden Akt der Gewalt. Jetzt vernichtet er wahllos und brutal Leben und plant akribisch die Woche, die seine letzte sein soll.
    Jonny Glynn gelingt ein schizophrenes Kunststück zwischen Gewalt und Mitgefühl, Horror und Melancholie, das unbarmherzig auf ein moralisches Vakuum unserer Gesellschaft zeigt.
    Ein schockierender Roman, dunkel und furchteinflößend, makaber und faszinierend.


    Geplanter Erscheinungstermin: April 2008

    Über den Autor:
    J. M. Coetzee, der 1940 in Kapstadt geboren ist und von 1972 bis 2002 als Literaturprofessor in seiner Heimatstadt lehrte, gehört zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Er wurde für seine Romane und sein umfangreiches essayistisches Werk mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. zweimal mit dem Booker Prize, 1983 für ›Leben und Zeit des Michael K.‹ und 1999 für ›Schande‹. 2003 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.
    Coetzee lebt seit 2002 in Adelaide, Australien.


    Kurzbeschreibung:
    J.C., ehemals bekannter Autor aus Südafrika, jetzt in Sydney lebend, ist die Hauptfigur in ›Tagebuch eines schlimmen Jahres‹, dem neuen Roman von John Coetzee, Literaturnobelpreisträger aus Südafrika, heute in Adelaide lebend. J.C. schreibt bittere Kurzessays über den gegenwärtigen Zustand der Welt als Beiträge für einen Sammelband; Anya, seine Bekanntschaft aus der Waschküche, tippt sie für ihn in den PC; Alan, ihr Freund, ein schlitzohriger kleiner Broker, denkt über einen Zinsbetrug an J.C. nach. Mehrere parallel laufende Handlungsstränge bilden ein kühnes Erzählkonstrukt um J.C. auf dem scharfen Grat zwischen Distanzierung und unerbittlicher Selbstbetrachtung. Coetzees Blick aus nächster Nähe ist atemberaubend.


    Geplanter Erscheinungstermin: April 2008

    Über den Autor:
    Hanif Kureishi wurde 1954 als Sohn einer Engländerin und eines Pakistani in London geboren. International bekannt wurde er 1985 mit seinem Drehbuch für Stephen Frears' Film »Mein wunderbarer Waschsalon«. 1998 schrieb er das Drehbuch zu Patrice Chéreaus Film »Intimacy«, der bei den Berliner Festspielen 2001 den Goldenen Bären gewann. Für sein Romandebüt »Der Buddha aus der Vorstadt« erhielt er 1990 den Whitbread Prize. Hanif Kureishi ist Verfasser zahlreicher Drehbücher, Erzählbände und Romane.


    Kurzbeschreibung:
    Der Mensch ist von Natur aus verrückt – das ist ganz normal. Jamal weiß das nur zu gut. Täglich entlockt er seinen Patienten auf der Couch wilde Phantasien, Träume und Wünsche. Über das eigene Geheimnis spricht er nur selten, aber wenn er erzählt, klingt seine Geschichte unglaublich. Nur Ajita weiß, was er verschweigt und behält es dreißig Jahre lang für sich. Da sind Jamal, seine Familie und seine Freunde nicht mehr jung, aber auch nicht zu alt, um die erste Liebe wiederzubeleben, ihr Coming-out zu verkünden oder der Wahrheit ins Auge zu sehen. Sie alle wissen um die komische, zärtliche und manchmal traurige Aufgabe, ein Mensch zu sein und setzen alles aufs Spiel, damit es gelingt. Ein mitreißender Streifzug durch alle Facetten Londons mit seinen Menschen - traurig und sinnlich, spannend und komisch.


    Geplanter Erscheinungstermin: April 2008

    Über die Herausgeber:
    Christoph Buchwald, geboren 1951, ist vom ersten Band (1979) an ständiger Herausgeber des Jahrbuchs der Lyrik. Er ist Verleger des literarischen Verlags Cossee in Amsterdam, übersetzt Gedichte aus dem Niederländischen, hat unter anderem die Werkausgabe des Dichters Walter Mehring herausgegeben und als Lektor zahlreiche Lyriker von Oskar Pastior bis Johannes Kühn und von Rolf Haufs bis Miroslav Holub begleitet.


    Ulf Stolterfoht wurde 1963 in Stuttgart geboren und lebt in Berlin. Er veröffentlichte unter anderem die Gedichtbände »fachsprachen I-IX« (1998), »fachsprachen X-XVIII« (2002) und »fachsprachen XIX-XXVII« (2004), zuletzt erschien „holzrauch über heslach“ (2007). Er erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Anna-Seghers-Preis, das Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo und den Peter-Huchel-Preis.


    Kurzbeschreibung:
    Als Christoph Buchwald 1979 mit dem ersten »Jahrbuch der Lyrik« zu seiner inzwischen mehr als ein Vierteljahrhundert umfassenden Entdeckungsreise durch die Gegenwartslyrik aufbrach, waren manche der jungen Autoren noch gar nicht geboren. Heute umspannt das »Jahrbuch der Lyrik« eine Vielfalt von Generationen, Formen und Tönen: Klassisches steht neben Experimentellem, die neuen Gedichte der renommierten Lyriker neben Texten noch unbekannter Stimmen. »Der Anthologist braucht ein weites Herz, aber die Richterskala der Qualität ist nur nach oben offen.« (Robert Gernhardt ) In diesem Sinne haben Christoph Buchwald und Ulf Stolterfoht die Einsendungen durchforstet und die besten Gedichte zusammengestellt. In den abschließenden Nachbemerkungen bemühen sich die Herausgeber wieder um eine solide poetische Wasserstandsmeldung: Was ist neu, was anders, wie anders, und warum? Wie lebendig sind die Traditionen, und wie sichterweiternd die Innovationen? Und wo sind neue Talente und Stimmen, die Gehör, Scheinwerfer und Mikrophon verdienen und vor allem unsere Aufmerksamkeit?


    Ein Register mit allen Autoren und Gedichten seit 1979 unter: www.fischerverlage.de/page/lyrik


    Geplanter Erscheinungstermin: März 2008

    Über die Autorin:
    Joyce Carol Oates, geboren 1938 in Lockport (NY), ist eine der profiliertesten amerikanischen Autorinnen der Gegenwart. Seit ihrem ersten Roman »The Garden of Earthly Delights« (1967) entwirft sie in ihren Short Stories und Romanen Bilder eines Amerikas, das äußerlich den Mythos vom American Dream verkörpert, aber innerlich entfremdet zerfällt. Jocye Carol Oates unterrichtet in Princeton Literatur. Im S. Fischer Verlag erschien zuletzt »Niagara«.


    Kurzbeschreibung:
    Nikki ist das schwarze Schaf der Familie. Mit Anfang Dreißig hat sie immer noch keinen Ehemann und keine Kinder – anders als ihre Schwester will sie nicht auf den Spuren ihrer Mutter wandeln. Für deren spießiges, kleinbürgerliches Leben hat sie nur spöttische Worte übrig, und Mutter Gwen wiederum missbilligt Nikkis Eigenwilligkeit und ihre Affäre mit einem verheirateten Mann. Deshalb hält Nikki Abstand – stets fürchtet sie die mütterliche Einmischung.
    Doch dann wird Gwen ermordet. Der Schock des plötzlichen Todes ihrer Mutter wirft Nikki vollkommen aus der Bahn. Konfrontiert mit den wahren Gefühlen gegenüber ihrer Familie, und damit, was es bedeutet, eine Tochter zu sein, beginnt Nikki zu verstehen, wer sie ist und wie ihr Leben werden muss, damit sie glücklich wird. Über ein Jahr hinweg durchläuft sie einen Prozess des Trauerns– und wird ein grundlegend anderer Mensch.


    Geplanter Erscheinungstermin: März 2008

    Über den Autor:
    Henning Ahrens, geboren 1964, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Handorf, Niedersachsen. Er veröffentlichte die Lyrikbände »Stoppelbrand« und »Lieblied was kommt«, zuletzt die Romane »Lauf Jäger lauf« und »Langsamer Walzer«.


    Kurzbeschreibung:
    Die Welt und ihre Phantasie sind nur durch eine hauchdünne Membran getrennt. Dort, in den Zwischenwelten, den märchenhaften und unwahrscheinlichen Bereichen des Gewöhnlichen, entstehen Augenblicke größter Realität. Kein Sprachspiel, ein Wahrnehmungsspiel ist das, die Welt erstrahlt in diesen unwirklich gegenwärtigen Gedichten.


    Der großen Intensität des Gefühls gelingt es in diesen Gedichten, dem Alltag Leben einzuhauchen. Es sind Visionen, die mit den Lebenslügen aufräumen. Am Rande der Zeit, des Traums und des Hier und Jetzt entsteht eine leuchtende Eigenständigkeit, wie sie nur noch im Gedicht gelingen kann. Es ist nicht der Versuch, schöne Worte zu finden, sondern die Sehnsucht nach den richtigen. Eine Stimmung, die eindringlich und ernst, schwärmerisch und ironisch zugleich ist. Der Zugang zu dieser Wirklichkeit heißt Sinnestäuschung oder Unaufmerksamkeit, Verzweiflung oder Müdigkeit. Der Erzähler dieser Gedichte wendet sich dem Traum, dem Nebenbei, den unmittelbaren Bildern im Bedürfnis nach Orientierung in der Welt zu. Jedes Gedicht ist auch ein Versuch, die schwierigen und schwer wiegenden Fragen mit Leichtigkeit zu stellen.


    Geplanter Erscheinungstermin: März 2008

    Über die Autorin:
    Ricarda Junge, 1979 geboren, studierte zwei Semester Rechtswissenschaft. Dann wechselte sie ans Deutsche Literaturinstitut Leipzig. Für ihr Debüt »Silberfaden« wurde sie 2003 mit dem Grimmelshausen-Förderpreis ausgezeichnet. 2005 erschien ihr Roman »Kein fremdes Land«, für den sie den George-Konell-Preis erhielt. Ricarda Junge lebt in Berlin.


    Kurzbeschreibung:
    Welche Rolle spielt schon ein Name?, denkt Marie, als sie am Bahnhof einer großen Stadt mit einer Studentin verwechselt und in ein Studentenwohnheim einquartiert wird. Dort teilt sie ein Zimmer mit Colina, die kurz darauf spurlos verschwindet. Von diesem Moment an verändert sich alles. Die Stadt verschiebt sich, Cafes verschwinden, Straßen gibt es nicht mehr, Häuser tauchen an anderer Stelle wieder auf. Manchmal kommt es Marie vor, als würden sich die Dinge vor ihr verbergen, und überall kleben plötzlich Zettel: Menschen werden vermisst, Hunde und Katzen gesucht, Wohnungen, Schlüssel, Geldbörsen, Jobs. Was ist das für ein Leben, in dem einem ständig etwas abhanden kommt? Und wie findet man sich zurecht, wenn jeder Plan sofort durchkreuzt wird?


    Geplanter Erscheinungstermin: März 2008

    Über die Autorin:
    Silvia Bovenschen, geboren 1946, lebt als Literaturwissenschaftlerin und Essayistin in Berlin. 2000 wurde sie mit dem Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim und dem Johann-Heinrich-Merck-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet, 2007 erhielt sie den Ernst-Robert-Curtius Preis für Essayistik. Zuletzt erschienen »Älter werden« (2006), »Schlimmer machen, schlimmer lachen« (1990) und »Über-Empfindlichkeit. Spielformen der Idiosynkrasie« (2000).


    Kurzbeschreibung:
    Erzähle, bitte!
    Wir erzählen einander Geschichten. Permanent. Warum tun wir das?
    Ein Freundeskreis, ein fester Kern, einige lose Bekannte. Von ihnen allen lässt sich Daniela Geschichten vom Verschwinden erzählen. Gustav erzählt ihr von einer Frau, die auf offner Strecke aus dem Zug steigt, Josepha vom Riesen auf einer Nordseeinsel, eine nervöse Dame beichtet einen Anschlag auf das Christkind, und Olga ist verzweifelt, weil in ihrer Wohnung eingebrochen wurde, man hat ihr den Laptop gestohlen, nun ist alles weg, ihre Adressen, ihre Mails, alle ihre Aufzeichnungen. Auch die Beamten der Spurensicherung glauben an die Endgültigkeit dieses Verschwindens. Konrad erzählt von Isolde, deren neuer Freund, in den sie sich so sehr verliebt hatte, plötzlich und ohne Ankündigung vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.
    Daniela kommt nicht mehr hinaus in die Welt, ist also angewiesen auf die Erlebnisse anderer. Oder ist das vielleicht nur ein Vorwand? Versucht Daniela in Wahrheit mit den Geschichten vom Verschwinden gegen das Verschwinden anzukämpfen? Denn nichts ist unheimlicher als die Lücke, die jemand hinterlässt, der verschwindet. Bald reden und schreiben alle nur noch vom Verschwinden. Das hat Daniela erreicht. Mit radikalen Auswirkungen.


    Geplanter Erscheinungstermin: März 2008

    Über den Autor:
    Albrecht Goes, am 22. März 1908 in Langenbeutingen geboren. Er absolvierte die theologische Ausbildung in Urach und im Tübinger Stift, wurde 1933 Pfarrer. 1932 erschien sein erster Gedichtband, dem zahlreiche Lyrikbände, Erzählungen und Essays folgten. Der vielfach ausgezeichnete Autor lebte in Stuttgart-Rohr, bis zu seinem Tod am 23. Februar 2000. Lieferbar sind: die Erzählung »Das Brandopfer«; »Dichter und Gedicht. Zwanzig Deutungen«; »Mit Mörike und Mozart. Studien aus fünfzig Jahren«.


    Kurzbeschreibung:
    »Ein wenig Rätsel darf im Spiel bleiben.« Albrecht Goes 1997
    Zum 100. Geburtstag am 22. März 2008


    Flüchtig und unbeschwert wie eine Flaumfeder könnten Gedichte sein, schrieb Albrecht Goes. Zugleich waren sie für ihn »ein Kosmos, eine ganze Welt. Eine unversehrte Welt? Vielleicht. Vielleicht auch die Sehnsucht nach einer unversehrten Welt, oder die Forderung nach ihr, oder die Erinnerung oder der Dank.« Dem Leser werde es zukommen, »unablässig zu fahnden nach der Zone, in welcher Denken und Fühlen, Träumen und Wachen beisammen sind, nach der Zone des Geheimnisses und der Verwandlung.« Dieser Band enthält eine Auswahl letzter Hand aus seinem gesamten lyrischen Werk.


    Geplanter Erscheinungstermin: 12. Februar 2008

    Über den Autor:
    Alain de Botton, 1969 in der Schweiz geboren, hat nach dem Studium der Geschichte und Philosophie rasch seinen Weg zur Literatur gefunden. Kosmopolit und phantasievoller Flaneur der Kultur- und Geistesgeschichte, hat er sich mit seinen mittlerweile sechs Büchern, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, einen festen Platz in der jüngeren Literaturgeschichte erschrieben. De Botton lebt in London.


    Kurzbeschreibung:
    Wann macht uns ein Haus glücklich? Tausende Bücher wurden über Architektur geschrieben, aber diese eine Frage blieb ohne Antwort. Doch wenn das Auge sich an der Kühnheit des Entwurfs sattgesehen hat, muss der Mensch darin wohnen – Tag für Tag.


    In Glück und Architektur untersucht Alain de Botton eine der wichtigsten Beziehungen in unserem Leben: die zu den Häusern und Wohnungen, in denen wir leben und arbeiten. Denn die Dinge und Möbel, mit denen wir uns umgeben, wissen weit mehr von uns, als wir denken, und nicht in jedem Haus sind wir der gleiche Mensch. In einem spannenden Rundgang von mittelalterlichen Hütten zu englischen Landhäusern, von Sofas zu Kathedralen, von Strawberry Hill zu Le Corbusier schärft Alain de Botton den Blick auf unsere Umgebung. Funkelnd und voll Witz stellt sein originelles Buch die Frage nach der Wirkung der Architektur und ist eine Einladung, sich in seinem Zuhause selbst zu entdecken – oder es beim nächsten Mal besser zu machen.


    Geplanter Erscheinungstermin: 12. Februar 2008

    Über den Autor:
    Clemens Eich wurde 1954 in Rosenheim als Sohn von Ilse Aichinger und Günter Eich geboren. Nach der Schauspielschule in Zürich hatte er Engagements in Landshut, Frankfurt und Wien. 1980 erschien sein erster Gedichtband »Aufstehn und gehn«, 1987 der Prosaband »Zwanzig nach drei«. Für den Roman »Das steinerne Meer« (1995) wurde ihm 1996 der Hamburger Mara-Cassens-Preis zuerkannt. Clemens Eich starb am 22.02.1998. 1999 erschienen posthum die unvollendeten »Aufzeichnungen aus Georgien«.


    Kurzbeschreibung:
    Am 22. Februar 1998 kam Clemens Eich, noch nicht einmal 45-jährig, bei einem Unfall ums Leben. Er hinterließ ein schmales, in seiner traumwandlerischen Klarheit erstaunliches Werk: Gedichte, Prosaerzählungen, ein Theaterstück, den Roman »Das steinerne Meer« und die unvollendet gebliebenen »Aufzeichnungen aus Georgien«, die ein Jahr nach seinem Tod erschienen. Immer lotet Clemens Eich Grenzen aus – ob in der felsigen Gebirgslandschaft des Steinernen Meers, des gewaltigen Gebirgszuges zwischen Deutschland und Österreich, oder in Georgien, diesem »hellschwarzen, strahlend finsteren Traum«.


    Geplanter Erscheinungstermin: 12. Februar 2008

    Über den Autor:
    Clemens Meyer, geb. 1977 in Halle/Saale, lebt in Leipzig. Nach dem Abitur arbeitete er als Bauhelfer, Möbelträger und Wachmann. Von 1998 bis 2003 studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Clemens Meyer gewann 2001 den MDR-Literaturwettbewerb und wurde für seinen ersten Roman »Als wir träumten« mit dem Rheingau-Literatur-Preis, dem Märkischen Stipendium für Literatur, dem Förderpreis zum Lessing-Preis sowie dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet.


    Kurzbeschreibung:
    Er setzt alles auf eine Karte, der Hundebesitzer, der auf der Rennbahn sein Geld verwettet, um eine teure OP zahlen zu können. Sie will es allen zeigen, die junge Frau, und sich vom Flüchtlingsschiff in die erste Liga hochboxen. Clemens Meyers Geschichten spielen in der stillen Wohnung, in der Lagerhalle und am Fluss. Seine Helden sind dem Leben ausgesetzt, es sind die Heimatlosen und Träumer, die die nächtliche Stadt durchstreifen. Meyer trifft die Töne unserer Zeit: In seinen rauen, präzisen und zarten Sätzen erzählt er von großen Illusionen, von Sehnsucht und Einsamkeit.


    Geplanter Erscheinungstermin: 12. Februar 2008

    Über den Autor:
    Jean-Christophe Rufin, 1952 in Bourges geboren, studierte Medizin und Politik, war Vize-Präsident von »Ärzte ohne Grenzen«, Berater im französischen Verteidigungsministerium und beim Roten Kreuz. 1997 veröffentlichte er seinen ersten Roman, der sich mehr als 300.000 Mal verkaufte und in 19 Sprachen übersetzt wurde. 2001 gewann er den Prix Goncourt. Er arbeitete immr als Entwicklungshelfer und engagiert sich gegen Antisemitismus und Rassismus. 2007 wurde er französischer Botschafter in Senegal.
    Literaturpreise und Auszeichnungen: Prix Goncourt 2001


    Kurzbeschreibung:
    Polen, im Frühling 2005: Juliette, Aktivistin in einer Umweltschutzgruppe, befreit Tiere aus einem Versuchslabor. Doch diese vermeintlich harmlose Aktion führt ins Herz eines Komplotts. Eine fanatische Umweltorganisation verfolgt einen mörderischen Plan. Ex-CIA Agent Paul Matisse heftet sich an ihre Fersen. Bis er erfährt, was sie vorhaben, bleiben nur noch hundert Stunden, um die Welt zu retten. Und Juliette muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht.
    Der Goncourt-Preisträger und französische Botschafter im Senegal Jean-Christophe Rufin hat einen mitreißenden Roman geschrieben, dessen packender Sog und literarische Brillanz ganz Frankreich in Erstaunen versetzte.


    Geplanter Erscheinungstermin: 12. Februar 2008

    Kurzbeschreibung:
    Die Welt steht Kopf auf dem Wagner Hof, seit die Patchwork-Familie von Lutz und Britt dort lebt: Mustersohn Florian hat seine Frau im Stich gelassen, die uneheliche Tochter von Friedrich ist aufgetaucht, und dann auch noch der schreckliche Unfall! Wie tröstlich für Isabelles Nerven, dass zumindest Douglas’ verbotene Affäre, Jackies Abenteuer mit dem attraktiven Nico und Silvias Verrat an Lutz noch nicht aufgeflogen sind...
    Bis jetzt zumindest. Denn die turbulente Story um die Familie Wagner geht weiter – und das bedeutet: Noch mehr Verwicklungen, Schicksalsschläge, Gefühlschaos ...und nebenbei Liebe.


    Geplanter Erscheinungstermin: Juli 2008

    Kurzbeschreibung:
    Die Welt steht Kopf auf dem Wagner Hof, seit die Patchwork-Familie von Lutz und Britt dort lebt: Mustersohn Florian hat seine Frau im Stich gelassen, die uneheliche Tochter von Friedrich ist aufgetaucht, und dann auch noch der schreckliche Unfall! Wie tröstlich für Isabelles Nerven, dass zumindest Douglas’ verbotene Affäre, Jackies Abenteuer mit dem attraktiven Nico und Silvias Verrat an Lutz noch nicht aufgeflogen sind...
    Bis jetzt zumindest. Denn die turbulente Story um die Familie Wagner geht weiter – und das bedeutet: Noch mehr Verwicklungen, Schicksalsschläge, Gefühlschaos ...und nebenbei Liebe.


    Geplanter Erscheinungstermin: Juni 2008